„Urban Jungle“ - ein Teil der Lösung des Klimaproblems

Die klimafreundliche Elektrifizierung schreitet in allen Lebensbereichen voran und ich zerbreche mir gerade den Kopf, wie wirklich alle entscheidenden Bereiche des Lebens auf Elektroantrieb umgestellt werden können. Der Schwede liebt zum Beispiel sein Schneemobil („Snöskoter“) im Winter und den Rasenmäher („Gräsklippare“, bzw. „Åkgräsklippare“ (Aufsitzrasenmäher)) im Sommer. Die Elektrolösung für Schneemobile dürfte derzeit noch im Bereich des technisch Unmöglichen liegen. Aber der in der Regel im wärmeren Sommer betriebene Rasenmäher scheint ein realistisches Opfer zu sein. Vor meinem geistigen Auge sehe ich - wie in einem Wachtraum - die Nachbarn auf ihren fahrbaren Rasenmähern mit schweren, batteriebeladenen Anhängern über die Rasenflächen kurven. Beinahe lautlos (jedenfalls so lange, bis sie das Stromaggregat zum Nachladen der Batterien anwerfen - so wie bei den Linienbussen in Oslo - aber das ist eine andere Geschichte).Traumhafte Stille.

Doch der Traum scheint durch eine neue Studie der ETH Zürich wie eine Seifenblase zu zerplatzen.

Die neue Studie besagt, kurz zusammengefasst:

„Die weltweite Aufforstung von Wäldern wäre auf einer Fläche von 0,9 Milliarden Hektar möglich und könnte so zwei Drittel der vom Menschen verursachten CO2 -Emissionen aufnehmen. Dies wäre die effektivste Massnahme gegen den Klimawandel.“



Mehr Grünzeug und nicht weniger wäre also das Problem der derzeitigen weltweiten Krise. Die bestechende Schlichtheit des Lösungsansatzes mutet geradezu komisch an in Anbetracht der globalen Ratlosigkeit in der Politik. CO2-Abgaben als „Steuerungsanreize“ waren und sind in aller Politiker Munde. Bewährte Lösung: Neue Steuern und Abgaben einführen. Geld im Staatssäckel wird schliesslich immer gebraucht.

Aber die Lösung könnte ja so einfach sein. Und wer sich vielleicht noch an den Erdkundeunterricht in der ca. siebten Klasse zurückerinnert (Stichwort: Regenwald), hätte sogar selber draufkommen können. Jedenfalls gebührt dem Forscherteam der ETH Zürich jetzt alle Ehre, das die Lösung jetzt wissenschaftlich untermauert hat: Mehr Grünzeug muss her. Denn durch die gute alte Photosynthese wird CO2 im Grünzeug gebunden. Laut Wikipedia wurde sie übrigens 1796 erstmals wissenschaftlich experimentell beschrieben. Manchmal dauert es halt etwas länger, bis sich eine Erkenntnis wirklich durchsetzt. Aber zurück zum Thema.

Kurz und gut: Auf die kleinen Schritte kommt es an. Weg mit all den „englischen Rasenflächen“. Der wahre „Urban Jungle“ ist ein Schritt zur Lösung des Klimaproblems.

Grünzeug - Einzelkämpfer fürs Klima
Ein kleiner Einzelkämpfer fürs Klima