Sicher im Urlaub - Unwetter- und Katastrophenwarnungen in Schweden

Vor einigen Tagen ist ein Kommentar zu einem Blogeintrag eingegangen:

„Mal so eine frage: Wie sieht es eigentlich bei euch aus, wenn vor einen Unwetter gewarnt werden soll? Was passiert bei euch? Ist gerade eine Diskussion, die hier in Deutschland stattfindet. Und die Aussage ist, das die Meisten gar nicht gewarnt werden. Daher die Frage.“

Die Frage ist der Anlass für diesen Artikel.

Wir leben in sehr dynamischen und immer unsicheren Zeiten. Von Terrorgefahren bis hin zu schweren Unwettern ist heutzutage fast alles nur Denkbare an der Tagesordnung. Das gilt leider auch im Urlaub in Schweden. Wie kannst Du Dich als Urlauber in Schweden über die aktuelle Lage im Land und eventuelle Gefahren am besten „up-to-date“ halten?

Die erste Anlaufstelle ist die Webseite der Myndigheten för samhällsskydd och beredskap (MSB), der schwedischen Zivilschutzbehörde. Hier gibt es eine Fülle an Informationen zum Zivil- und Katastrophenschutz in Schweden. Eine englische Version ist auch vorhanden.

Wer sich hauptsächlich einen schnellen Überblick über eventuelle Gefahren und Risiken verschaffen will, dem sei die Seite „Krisinformation“ (Kriseninformation) ans Herz gelegt. Hier werden alle aktuellen Risikolagen und Gefahren sehr übersichtlich aufgelistet. Die englische Version ist leider nicht so ergiebig, denn dort gibt es nur allgemeine Hinweise und Informationen. Der Tipp ist also die schwedische Hauptseite mit Hilfe von Google-Translate im Auge zu behalten. Wer die neuesten Warnungen immer ganz aktuell haben möchte, kann den Twitterfeed der Kriseninformationen abonnieren.

Ganz generell ist das Sicherheitsbedürfnis in Schweden sehr ausgeprägt. Alle eventuellen Risikolagen sind - beinahe in Echtzeit - auch in allen Medienkanälan (TV, Radio, Webseiten der Tageszeitungen) zu finden. Generell würde ich dazu raten, die Webseite der lokalen Tageszeitungen im jeweiligen Urlaubsgebiet zu bookmarken.

Aus der aktuellen Erfahrung der vergangenen Tage, in denen ein sehr schwerer Sturm über uns hinweg gezogen ist, der und einige Tage Stromlosigkeit beschert hat, können wir erneut bestätigen, dass das Mobilfunknetz im Prinzip unabhängig von der normalen lokalen Stromversorgung funktioniert (auf jeden Fall für 48 Stunden). Bei grösseren Unwettern und Katastrophen können die im Artikel genannten Webseiten also noch echt lange über das Mobiltelefon oder Tablet abgerufen werden, so lange denn die Akkus mitspielen. Extratipp: Eine geladene (!) externe Powerbank dabei zu haben, ist immer eine gute Idee.

Die grösste Quelle von Ungemach und Risiken im Urlaub dürften Wetterkapriolen bereit halten. Auch hier gibt eine klare Empfehlung: Die Webseite des schwedischen Wetterdienstes (SMHI). Dort gibt es eine Seite mit aktuellen Unwetterwarnungen (die englische Version ist hier zu finden), auf der eine Schwedenkarte zu sehen ist. Ein Klick auf die jeweilige Region führt zu einer Liste der aktuellen Warnungen. Die Warnungen sind von einer reinen Risikowarnung (blau) über 1 („Beschwerliches Wetter“, gelb), 2 („Sehr beschwerliches Wetter“, orange) bis 3 („Extremes Wetter“, rot) klassifiziert und farblich gekennzeichnet. Daneben gibt es noch Warnungen für Waldbrandrisiken (lila) und ungewöhnlich hohe Temperaturen (grün).

Auch diese Seite sollte im Mobiltelefon oder auf dem Tablet gebookmarked und regelmässig kontrolliert werden.

Bekanntlich wird das Wetter desto instabiler und unvorhersagbarer, je weiter Du nach Norden kommst. Ein regelmässiger Blick auf den allgemeinen Wetterbericht kann also auch nie schaden. Vielleicht auch schon deswegen, weil wetterabhängige Ausflüge oder Fahrtstrecken geplant sind.

Der einigermassen verlässliche Vorhersagehorizont liegt in der Höhe des Polarkreises derzeit bei ungefähr zwei Tagen. Alles was darüber hinaus geht, ist nur als allgemeiner Trend anzusehen. Man sagt dem schwedischen Wetterbericht allerdings nach, dass er lediglich sehr gut darin sei zu sagen, wie das Wetter gewesen ist. Die allgemeinen Vorhersagen - insbesondere in den nördlichen Gefilden - sind sind mit Vorsicht zu geniessen.

Unsere Empfehlung ist die Webseite des norwegischen Wetterdienstes, die üblicherweise viel bessere Vorhersagen bereit hält. Im Menü oben rechts auf der Seite lässt sich „English“ als Sprache auswählen.

Einfach im Suchfeld den gewünschten Ortsnamen eingeben (Achtung: Immer auf der eingeblendeten Karte kontrollieren, denn viele Namen kleinerer Orte gibt es mehrfach in Schweden!) und schon gibt es den zugehörigen Wetterbericht. Die „Översikt“ (3-Tages-Übersicht) ist die beste und aussagekräftigste Ansicht. Wer es ganz genau wissen will, klickt auf „Time för time“ (Stündliche Übersicht der kommenden 48 Stunden) klicken. Der „Langtidsvarsel“ (Langzeitvorhgersage) ist - wie schon gesagt - mit Vorsicht zu geniessen.

Mit diesen Webseiten im Mobiltelefon oder Tablet bist Du als Schwedenurlauber für das Meiste gerüstet, für das man realistischerweise gerüstet sein kann.

Extratipp: Die allgemeine Notrufnummer für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr ist in Schweden übrigens die 112.