Think Tank Speed Demon: Fündig geworden - Endlich die Lösung des Taschenproblemes!

Fündig geworden! Think Tank Speed Demon

Think Tank Speed Demon

Die Einleitung

In diesem Test- und Erfahrungsbericht möchte ich Ihnen die aus meiner Sicht optimale Fototasche vorstellen: Die Think Tank Speed Demon. Begleitend zum Testbericht gibt es auch eine Fotogalerie, in der Sie die Details der Tasche betrachten können.

Das Problem

Fotografen und alle Fotobegeisterten kennen das Problem: Wie die Fotoausrüstung “beim Einsatz” transportieren? Da sammeln sich im Laufe der Zeit verschiedene Taschen an. Ich habe vor einigen Wochen mal nachgezählt und bin auf gute 10 Stück gekommen.

Ich schreibe hier nicht vom reinen Transport des Equipments. Hier finden sich Lösungen, z. B. mit Hilfe von in Eigenregie umgebauten Trolleys o.ä. (Erst wenn es um die Handgepäcktauglichkeit grösserer Mengen von Equipment geht, wird das Problem etwas anspruchsvoller. Darum soll es hier aber nicht gehen.)

In diesem Testbericht geht es um die Lösung der alltäglich auftauchenden Frage:

Wie transportiere ich das mit mir, was ich zum laufenden Fotografieren brauche?

Anders formuliert: Was für eine Tasche soll mich nur auf einer Tour oder bei einem Einsatz begleiten, wenn ich so flexibel wie möglich bleiben will. Mein persönlicher Stil bei Reportagen beinhaltet i. d. R. viel Mobilität.

Für mich muss eine solche Fototasche also:

- die Inhalte sicher und gut schützen und verwahren,
- mir die Mobilität und Flexibilität bewahren und vor allem
- einen schnellen Zugriff auf die Inhalte ermöglichen.

Welches Equipment muss mit?

Stellt sich die Frage, was denn an Equipment üblicherweise mit muss. Das ist natürlich individuell verschieden. Zuwenig kann fatal sein, zuviel macht keinen Spass.

Für meine Zwecke gibt es i.d.R. 3 ungefähre “Ausbaustufen” an Equipment:

- Stufe 1 - “Immer dabei und so einfach wie möglich”: Eine D40 mit dem 18-200. Das stellt keine besonderen Anforderungen. Vielleicht noch ein SB-400 dazu. Dafür habe ich eine kleine und - vor allem - unauffällige Schultertasche. Also kein Problem.

- Stufe 2 - “Normale Auftragsfotografie”: Eine D200 mit 3 Objektiven (20-40 f2.8, 55 Micro, 24-70 f2.8, 70-300 f5.6, jeweils alle mit Gelis (bis auf das 55er)). Das ist mein Standard-Allround-Set, das sich im Laufe der Zeit heraus gebildet und bewährt hat.

- Stufe 3 - “Besondere Auftragsfotografie”. Wie Stufe 2 aber mit dem 70-210er f2.8 auf dem Zweitgehäuse. Bei Stufe 3 geht es meistens um Sportveranstaltungen.

Bei 2 und 3 kommt dann noch der ganze “Kleinkruscht” mit dazu: Mind. 2 Reserveakkus für die Cam, Ggf. Reservebatterien oder Akkus für den Blitz, Speicherkarten, Lens-Pen, Brillenputztücher, Taschenlampe, Stift, Kalender, Notizblock, Kleine Graukarte, usw.
Statt des 55er - oder zusätzlich - reisen gelegentlich auch ein 50er f1.4 und/oder ein TC mit.

Grundsätzliche Überlegungen

Das alles muss also so verstaut sein, dass es schnell im Zugriff und (diebstahl-)sicher verstaut ist. Schneller Zugriff bedeutet, dass ein Objektivwechsel ohne grosses Gefumel und Gekruschtel im freien Feld möglich sein muss.

Von Fotorucksäcken halte ich deswegen nichts, da ich schnellen Zugriff auf meine Ausrüstung haben möchte. Ein Rucksack ist da viel zu unpraktisch, vom Diebstahlrisiko - hinten hat Mensch keine Augen - mal ganz abgesehen.

Lange Zeit - und bis vor ein paar Wochen - habe ich Schultertaschen eingesetzt. Das war und ist allerdings nicht das Optimum. Schultertaschen sind zwar um Längen besser als ein Rucksack. Wenn man sie sicher tragen will, muss man den Tragegurt “über den Kopf streifen” und das mach den Zugriff wieder schwierig. Schultertaschen werden dann gerne “auf den Rücken” geschoben und bieten dann wieder das Diebstahlrisiko eines Rucksacks. Zudem sind die allermeisten Schultertaschen entweder in sich nicht formstabil oder - wenn formstabil - dann sperrig, wenn man auf den Inhalt zugreifen möchte.

Das führt zum Ergebnis, dass Gürteltaschen (Bauchtaschen) das Optimum darstellen. Allerdings hatte ich bis vor ein paar Wochen noch keine wirklich brauchbare Gürteltasche gesehen.

Die Think Tank Speed Demon

Vor einigen Wochen habe ich bei einem Kollegen in Stockholm zum ersten Mal eine Think Tank Gürteltasche gesehen, die mich spontan begeistert hat. Ein durchdachtes und stabiles Design, vollgepackt mit jeder Menge nützlicher Details. Think Tank baut Gürteltaschen in verschiedenen Grössen. In die grossen Versionen passen z. B. auch die 70-200er Klasse f2.8er Zooms oder D1/D2/D3-Gehäuse (bzw. kleinere Gehäuse mit Batteriegriff) hinein.

Der Hersteller Think Tank ist in Santa Rosa, Kalifornien, beheimatet. Das mit dem charmanten Slogan „Be Ready „Before The Moment““ werbende Unternehmen, wurde vor einigen Jahren von einer Gruppe Profi-Fotografen gegründet. Und das merkt man der Tasche auch in allen Details an.

Von der Form her erinnert die Tasche an die in den 80er Jahren beliebten “Hüfttaschen” (Waist-Packs), nur in grösserer und viel stabilerer und durchdachterer Ausführung. Das Design und die Farbgebung sind unauffällig und “nicht störend”.

Begleitend zur folgenden Detailbeschreibung schauen Sie sich am besten die Bildergalerie an. Dort finden Sie alle beschriebenen Details auch im Bild.

Die Tasche bietet ein grosses Hauptfach mit variabler Aufteilung - viele Raumteiler mit stabilen Klettverschlüssen werden mitgeliefert - und nimmt bequem 3 Objektive auf. Auch ein Gehäuse in der Grösse D40, D50, D70, D80, D90, D200, D300 mit einem Objektiv lässt sich verstauen. Für zumindest ein weiteres Objektiv bleibt dann noch Platz. Ich bevorzuge es aber, die Kamera mit einem Objektiv immer um den Hals oder in der Hand zu haben und in der Tasche nur die anderen Objektive und alles andere Zubehör zu verstauen.

In meiner Praxis heisst das z.B., dass auf der Kamera das 24-70er ist und im Hauptfach der Tasche das 20-40, 70-300 und das 55er.

Übrigens: Wer mehr - oder grössere Linsen - verstauen möchte, kann auch auf die grösseren Ausführungen der Tasche zurück greifen.

Das Hauptfach ist mit einem Reissverschluss mit zwei Zippern - also von rechts oder links zu öffnen - verschliessbar.

Im Deckel des Hauptfaches befindet sich eine länglichere Reissverschlusstasche aus durchsichtigem Kunststoff.

Am dem Fotografen abgewandten Ende des Hauptfaches befindet sich oben ein stabiler Handtragegriff. Dieser ist sehr praktisch - und gut ausbalanciert - um die Tasche zu tragen, wenn sie gerade nicht um den Bauch getragen wird (z. B. auf dem Weg zum Auto beim Einladen).

Zusätzlich gibt es auf der Oberseite des Hauptfaches einen Reissverschluss, der einen direkten Eingriff in das Hauptfach von oben ermöglicht. Zunächst war mir der Sinn nicht ganz klar. Nützlich ist das aber, um z. B. schnell einmal einen Objektivdeckel in die Tasche zu legen.

A propos Reissverschlüsse: Alles Reissverschlüsse sind Markenreissverschlüsse von YKK in einer speziellen, sehr robusten Ausführung. Die Zipperösen sind alle clever “gebändelt”.

Im Hauptfach gibt es zusätzlich ein grosses Fach, in dem u.a. - sehr praktisch - zwei abgeteilte Fächer für Speicherkarten enthalten sind. Dazu eine Öse, an welcher z. B. der Regenschutz befestigt werden kann. Dazu später mehr.

Die geräumige Vordertasche mit vielen Fächern bietet ausreichend Platz und genügend Abteilungen für all die kleinen Dinge, wie z. B. Ersatzakkus, Lens-Pen, Brillenputztücher, usw.

Die Vordertasche ist sehr clever konstruiert, klappt sie doch nach dem Öffnen leicht auf und gibt direkten Zugriff auf den Inhalt. Auf der Vordertasche befindet sich noch eine weitere Reissverschlusstasche. Ich habe hier z. B. eine Graukarte und ein Bündel Visitenkarten verstaut.

An der Seite befinden sich links und rechts zwei Netzgittertaschen mit robustem Bändelzug. Sehr gut geeignet, um dort z. B. die Ersatzbatterien (bzw. Akkus) für den Blitz und eine kleine Taschenlampe zu verstauen.

Auf der Rückseite der Tasche befindet sich eine weitere Tasche. Diese ist oben offen, weil ein Reissverschluss hier unangenehm “drücken” würde.

Der fest angebrachte Bauchgurt ist sehr breit und gibt damit die nötige Stabilität. Am Bauchgurt sind Befestigungslaschen für das patentierte Think Tank System enthalten, um z. B. weitere Objektivtaschen anbringen zu können.

An dieser Stelle einige Worte zur generellen Verarbeitung: Wie auf den Detailbildern zu sehen ist, ist die Verarbeitung grundsolide. Doppelte Nähte und - auch bei wirklich kritischer Untersuchung - keinerlei Verarbeitungsmängel.

Sehr positiv fällt die Verstellung und Einstellung des Bauchgurtes auf. Einmal eingestellt, behält der Gurt auch wirklich seine Länge ohne ständig “weiter zu werden”.

Der Bauchgurt ist von seiner Länge her zudem sehr grosszügig bemessen und dürfte auch “umfangreicheren” Menschen keine Probleme bereiten.

Das Gurtschloss aus Plastik wurde in anderen Testberichten bemängelt. Ich sehe hier keine eigentliche Schwachstelle. Ein Plastikschloss kann eben irgendwann einmal einen Materialermüdungsbruch erleiden. Dagegen ist aber eine ganz einfache Sicherung möglich. Der Tasche liegt nämlich auch ein äusserst stabiler Schultergurt mit Metallkarabinerhaken bei, der fast jeder Notebooktasche Ehre machen würde. Wer auf Nummer 100%-sicher gehen will, kann diesen als “zusätzliche” Sicherung tragen. Ich tue das nicht, nutze aber eine der stabilen Befestigungslaschen für den Schultergurt um die Tasche mit einem kleinen Karabinerhaken und einem Stück Reepschnur am normalen Hosengürtel zu befestigen. Sollte das Gurtschloss dann tatsächlich einmal brechen - was ich für nicht sehr wahrscheinlich halte - würde die Tasche am Hosengürtel baumeln und nicht zu Boden gehen.

Im Lieferumfang befinden sich noch zwei äusserst nützliche Zugaben:

Zunächst ist das die Regenhaube. An der Regenhaube befindet sich ein Band mit Karabiner. Ab Werk ist die Regenhaube in der Seitentasche des Hauptfaches zusammengelegt verstaut. Bei einsetzendem Regen kann sie schnell heraus und über die Tasche gezogen werden, die damit dann wetterfest wird. Wirklich clever!

Zum anderen die Pixel Pocket Rocket, eine kleine Tasche zur Aufbewahrung von Speicherkarten. Diese fasst bis zu 10 CF-Karten (nebst Plastikhüllen) und lässt sich zusammenfalten. Ein Klettverschluss verschliesst das Ganze. Auch an der Pixel Pocket Rocket ist ein Band mit Karabinerhaken, das sich an einer der Schlaufen in der Tasche einhängen lässt. Ein wertvolles Zubehörstück, muss man doch für eine solche Speicherkarten-Aufbewahrungstasche allein bereits etliche Euro auf den Tisch legen.

Der Preis ist heiss

Der Verkaufspreis der Tasche liegt derzeit bei etwa 95 Euro. Im Vergleich mit den Taschen anderer Hersteller eigentlich kaum zu glauben. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist schlicht sehr gut.

Die Bezugsadressen für Deutschland, Schweden und den Rest der Welt :) können hier beim Hersteller nachgeschlagen werden.

Zusammenfassung

Man merkt der Tasche mit allen ihren cleveren Details an, dass sie von einer Firma stammt, die von Berufsfotografen gegründet wurde. Der Hersteller Think Tank weiss, worauf es ankommt. Punkt.

Die einzige Sache, die mir nicht gefällt, ist der Name. Punkt.

In 8 Wochen harten Einsatzes haben sich keinerlei Mängel oder Beanstandungen ergeben. Im Gegenteil: Ich freue mich jedes Mal wieder, dieses Wunderwerk umzuschnallen und zu benutzen. Punkt.

Meine zusammenfassende Bewertung

Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut):

Verarbeitung: 5
Verwendete Materialien: 5
Ergonomie: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5

Gesamtbewertung: 5

(Entgegen meiner grundsätzlich kritischen Einstellung gibt es hier die klare Bestnote.)

Mein Fazit: Endlich fündig geworden!

Und hier nochmals der Link zur Bildergalerie an. Dort finden Sie alle beschriebenen Details auch im Bild.