Der Snöskoter – das liebste Kind des Schweden

Spätestens zu Ostern geschieht in Nordschweden um den Polarkreis in Lappland eine merkwürdige Veränderung der ansonsten unberührten Landschaft: Wo sich den Winter über bezaubernde Schneelandschaften gebildet haben, ist diese plötzlich von schachbrettartigen Linien durchpflügt. Die Snöskotersaison hat ihren Höhepunkt erreicht.

Der Snöskoter ist ein Schneemobil. Und Schneemobilfahren ist eine Leidenschaft der Schweden in unseren Breitengraden. Die freien Tage über Ostern werden zu ausgiebigen Spazier- und Ausfahrten genutzt. Wer es sich leisten kann, fährt dazu ins Fjäll. Auf den Zufahrtsstrassen in die Gebirge gibt es regelrechte Staus vor Ostern. Ein gänzlich unalltägliches Bild. Kolonnen vom Autos und alle mit bepackten Anhängern auf denen die gepflegten Schneemobile stehen.

Gross und Klein sind mit von der Partie, gibt es doch sogar spezielle „Kindersnöskoter“. Ganze Familien fahren, Karawanen gleich, kilometerlange Schneemobiltouren, auf denen natürlich auch ein Stopp zum Grillen oder zum Eisfischen eingelegt wird.

Für Landschaftsfotografen ist Ostern damit auch ein wichtiger Wendepunkt. Schöne Schneelandschaften sollten vor Ostern fotografiert werden, denn nach Ostern ist manch Idylle gar nicht mehr so schön anzusehen.

Allein ein bitterer Beigeschmack bleibt: Schweden liegt mit seinen Bemühungen zur Klimafreundlichkeit weltweit in der Spitzengruppe. Elektrohybridautos sind der grosse Renner und der umfängliche Windkraftausbau wird ebenfalls mit Klimaaspekten forciert (was freilich ein anderes Thema ist).  Schneemobile, grösstenteils noch mit Zweitaktmotoren ausgestattet, die jede Menge Lärm, Qualm und andere Emissionen verursachen, passen da nicht recht ins Bild. Aber die Schneeskoter sind eben das liebste Kind der Schweden. Offenbar wichtiger, als alle Bemühungen um die Rettung des Klimas in der Welt.


Nachösterliche Spuren der Liebhaberei