Polaroid memories - Once upon a time

Ein zeitiger Frühjahrsputz. Ein- und Ausräumen. Kartons umräumen. Die in der Abstellkammer immer beiseite geschobenen Kisten. Umzugskartons, um genau zu sein. Kennen Sie auch, oder?
 
Jedenfalls, dieses Mal geht es den Pappmonstern an den Kragen. Löblich, oder? Der Einsatz wird belohnt, denn da findet sich eine ältere Schachtel mit Polaroids. Willkommener Anlass für eine Kaffeepause mit Bilderschau.

Ein Polaroid sticht heraus. Nach kurzer Gedankenakrobatik klärt sich, dass es sich um eine Aufnahme aus dem Jahr 1980 handeln muss. Sie zeigt - die damals schon sehr betagte - Grossmutter, die fasziniert ein Polaroid in der Hand hält. Dasselbige entwickelte sich gerade vor ihren Augen, und so etwas hatte sie weder zuvor gesehen, noch in ihren kühnsten Träumen erwartet. Das war der berühmte "Polaroid-Effekt" in der Praxis. Heute werden den nur noch wenige kennen. Damals war das der letzte Schrei. Auf der Rückseite ist das Polaroid übrigens beschriftet mit "Geknipst + schon fertig?".
 
Bei der zweiten Tasse Kaffee beginnen die Gedanken philosophisch umher zu streifen. Diese Polaroids. Als "schnelle Unikate" waren sie so unverschämt künstlerisch. Die Geschwindigkeit ist uns erhalten geblieben (siehe) aber die Tangibilität ist verloren gegangen.

Jammerschade, denn Papierbilder sind anfassbar und vermitteln dadurch ein Erlebnis und einen - künstlerischen und/oder monetären - Wert in sich. Das können Instagram & Co eben nicht. Erst recht nicht die "Likes" (wie immer sie auf den verschiedenen Plattformen auch heissen mögen).

Wäre übrigens noch eine Geschäftsidee: "Bestelle einen Abzug, auf dem alle deine Likes zu einem bestimmten Foto zu sehen sind. Das Format des Abzuges wird an die Anzahl der Likes angepasst. Wir drucken bis zu 13 x 30000 cm, was max. 1 Million Likes entspricht. Im Abo gibt es 15% Rabatt."
 
Setzen. Leichte Verbeugung genügt.
 
Ach Oma. Hättest Du gedacht, dass es einmal so weit kommen würde?

Polaroid memories - Once upon a time