Im Test „Perfectly Clear“ von Athentech – Schlussfolgerungen aus dem "JPEG-Modus"

Wie bereits erwähnt, sah unser fotografischer Sommer anders aus, als erwartet.

Diesen Sommer waren wir in der Hauptsache für – meist schwedische – Zeitungen unterwegs. Sehr spannend – und zugleich mitunter stressig. Die zeitlichen Vorgaben für die Ablieferung der Files waren i. d. R. sehr eng, was zum „JPEG-Modus“ („schneller Reportagemodus“) geführt hat. Und zu einer weiteren Frage: Wieviel Bildretusche ist erlaubt?

Von Zeitung zu Zeitung unterscheidet sich das zwar im Detail, aber wir folgen im Zweifel der Faustformal: Nur das ist erlaubt, was auch in der Dunkelkammer mit einfachen Mitteln hätte gemacht werden können. Das bedeutet:

- Keine Veränderungen von Details;
- Zulässig sind Veränderungen von Helligkeit, Kontrasten oder Farben;
- Zulässig ist massvolles Dodge und Burn.

Was darüber hinaus geht, muss im Einzelfall mit der jeweiligen Bildredaktion abgestimmt und als Montage oder Retusche gekennzeichnet werden (ob die Redaktion das bei der Veröffentlichung dann ebenfalls angibt, ist deren Problem).

Der Zeitdruck vor Ort führt manchmal dazu, dass Belichtung oder Weissabgleich nicht so perfekt sind, wie bei einem geplanten Fototermin im Tourismus. Und meistens gibt es eben auch nur „einen Take“.

Das zusammengenommen hat uns vor die Frage nach einem guten, einfachen und schnell einzusetzenden Tool für die reine JPEG-Nachbearbeitung geführt. Ein Photoshop-Plugin sollte es sein. Auf dem Markt tummeln sich verschiedene Lösungen. Nach einer Recherche sind wir auf Perfectly Clear von Athentech aufmerksam geworden.

Als frühere Bibble-Anwender waren uns das Produkt und die Technologie bekannt. Im alten Bibble 5 hatte die vereinfachte Version von Perfectly Clear bisweilen gute Dienste geleistet (und im Nachfolger AfterShot Pro ist es ebenfalls noch enthalten). Manchmal waren die Resultate aber auch weniger berauschend. Die Zeit von Bibble ist aber nun schon einige Jahre her, und Athentech hat das Plugin in der Zwischenzeit weiter entwickelt.

Gesagt, getan. Nachdem es von Perfectly Clear auch eine App fürs iPhone gibt, haben wir zunächst in diese investiert, um uns einen ersten Eindruck von der weiter entwickelten Technologie zu verschaffen. Der spontane Eindruck war recht positiv, also war der Test des Photoshop-Plugins die logische Schlussfolgerung.


Verkleinertes Originalbild „out of the cam (OOC)“

Das hier zur Veranschaulichung verwendete Bild ist zugegebenermassen extrem: Ein Foodfoto, aufgenommen unter grauenhaftem und dunklem Licht mit der guten alten Nikon D200 (die "Rausch- und Farbstichkönigin" war hier als Reservebody mit im Koffer) bei 1/60, f4, ISO 900. Das Bild stammt aus einer Reportage über ein neues Restaurant und sollte halbseitig in der Zeitung erscheinen. Out of the cam ist es - sagen wir es positiv - nur als "ausbaufähig" zu bezeichnen.


Perfectly Clear kommt aufgeräumt und übersichtlich daher

Die Korrektureinstellungen von Perfectly Clear sind übersichtlich und oft liefert bereits die Standardvorgabe schnell brauchbare Ergebnisse. Bei unserem Testbild allerdings hilft die Standardvorgabe nicht weiter. Wegen der extremen Farbabweichung haben wir die Voreinstellung "Farbstich entfernen" zur automatischen Korrektur des Weissabgleiches ausgewählt. Im Prinzip wäre das auch manuell über den Regler "Farbkorrektur" zu machen gewesen. Aber unter Zeitdruck ist die Vorgabe die erste und schnelle Auswahl. Ansonsten sind im ersten Schritt alle Einstellungen auf Vorgabe. Dem Finetuning sind allerdings keine Grenzen gesetzt.


Hier mit Korrektur am Weissabgleich und Rauschunterdrückung

Nun zeichnet sich der bewährte Kamera-Oldtimer aus dem Hause Nikon nach heutigen Massstäben durch heftiges Rauschen aus. Bei ISO 900 ist ein OOC Bild bereits deutlich über der kritischen Grenze (die bei der Verwendung für Zeitungs-Print - je nach Einsatzbereich - irgendwo zwischen 400 und 800 liegt).


100% Crop aus dem OOC

Deswegen haben wir im zweiten Take einfach die Rauschunterdrückung mit der Vorgabe "Night Scene" verwendet und das Ergebnis ist brauchbar.


100% Crop aus dem mit Perfectly Clear bearbeiteten Bild
Gesamtbearbeitungsdauer: 15 Sekunden!


Die im Schnellverfahren korrigierte Version wurde so auch gedruckt

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Blickwinkel dieser Besprechung ist die möglichst schnelle und geschmeidige Bearbeitung vieler Bilder mit brauchbaren Ergebnissen für die Publikation in Tageszeitungen. Es steht völlig ausser Frage, dass mit manueller Detailarbeit und einzelnen Spezialplugins viel bessere Ergebnisse erzielt werden können. Aber darum geht es hier nicht.

Fazit: Für den zeitkritischen „JPEG-Modus“ ist Perfectly Clear von Athentech unser neues Tool der Wahl. Und auch ausserhalb dieses Anwendungsbereiches ist das Plugin eine wertvolle Hilfe, um Bildern einen schnellen "Punch" zu geben.

Unser Tipp: Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, kann beim Hersteller Athentech eine 30-Tage-Demoversion downloaden.