Lappland: Und jährlich grüsst die Windkraft - und das noch lange Zeit

Das Thema Windkraft hat sich hier im Blog im Laufe der Jahre leider zu einem Dauerbrenner entwickelt. Heute wollen wir das leidige Thema mal vom anderen Ende her aufrollen.

Die Lebensdauer der hier in Lappland verbauten Windanlagen liegt bei ca. 20 Jahren. In Anbetracht der witterungsbedingten Extrabelastung könnte sie auch etwas darunter liegen. Schon bald steht uns eine grosse „Verschrottungswelle“ bevor.

Pikantes Detail dabei am Rande: Die Windkraft-Betreibergesellschaften haben die Flächen für die Windparks von den Grundstückseigentümer mit langfristigen Verträgen gepachtet. Die Grundstückseigentümer verdienen dabei ganz gut. Und die Aussicht auf das grosse Geld hat manchen Grundstückseigentümern den Blick aufs Kleingedruckte getrübt. In manchen Verträgen der ersten Generation ist nämlich keine Rückbaupflicht enthalten. Auf gut Deutsch: Wenn die Anlagen stillgelegt werden, dann werden sie ausgeschlachtet und der Rest bleibt dann einfach stehen. Es wird dann nur eine Frage der Zeit sein, bis der verbliebene Schrott irgendwann zusammenfällt.

Aber wenden wir den Blick wieder auf die Anlagen, die demnächst hoffentlich fachgerecht zerlegt und entsorgt werden. Bei denen gibt es nämlich leider auch ein kleines Problemchen mit dem Namen „Rotorblätter“. Die sind nämlich aus faserverstärkten Kunststoffen. Ihr wisst schon, dass Zeugs aus dem auch die Boote sind, mit denen die „Heilige Greta“ „klimafreundlich“ (und mit Plastikklamotten am Leib) hin und zurück über den Atlantik geschippert ist.

Zur Erläuterung mal noch ein paar erhellende Zitate:

„GFK-Abfälle (Rotorblätter von Windkraftanlagen, GFK-Produktionsrückstände aus der Automobil-, Freizeit- und Elektroindustrie sowie Boote und Flugzeuge), können zu Ersatzbrennstoffen (EBS) aufbereitet werden, die als Substitut in der Zementindustrie eingesetzt werden und sowohl Energie als auch Primärrohstoffe (SiO2) ersetzen.“

- Quelle -

Auf Deutsch: Die werden als Sondermüll verbrannt und „energetisch“ wiederverwertet.

„Das Problem sind die Rotorblätter. Sie bestehen aus faserverstärkten Kunststoffen. Bisher gibt es in ganz Deutschland nur eine Anlage, die diese verwerten kann.“
- Quelle -

„Nach Aussage des Umweltbundesamtes (UBA) drohen Engpässe bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter von Windkraftanlagen. Damit verbunden sein können Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau. Bei allen anderen Bestandteilen aber seien Entsorgung und Recycling sicher. Dies zeigt eine gerade erstellte Studie im Auftrag des UBA.“
- Quelle -

In Schweden sieht es mit dem Recycling genau so düster aus.

Ein Blick über den grossen Teich schafft Perspektiven in diese wichtigen Frage. Schauen wir doch mal, welche Entsorgungsperspektive das „Hochtechnologieland“ USA für uns hat.

Die Wyoming News hatten kürzlich über eine einfache, billige, aber natürlich äusserst „dreckige“ und umweltschädliche Entsorgungsmethode berichtet („Casper Regional Landfill begins burying turbine blades“).

Es werden dort einfach grosse Gruben ausgehoben, und dann werden abgewrackte Rotorblätter darin gestapelt, und schliesslich wird alles wieder zugekippt. Dann sieht alles wieder optisch perfekt aus und wen kümmert es schon, dass es Jahrtausende dauern wird, bis sich der verbuddelte Sondermüll irgendwann vielleicht einmal zersetzt haben wird.

Also hier in Lappland gibt es viel stillgelegten Tagebau. Die Renaturierung der durch den schonungslosen Abbau geschaffenen Wüstenlandschaften erweist sich immer als langwierig und teuer. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier jemand die kreative Idee aufgreifen wird.

Schlussfolgerung: Wer auch immer gedacht hat, es könnte nicht mehr schlimmer werden, hat sich getäuscht. Wir werden noch Dinge erleben, die wir uns nicht vorstellen können.


Windpark in Lappland: Abgewracktes Rotorblatt harrt seiner Entsorgung
Windpark in Lappland: Abgewracktes Rotorblatt harrt seiner Entsorgung