Lappland: Aprilwetter im Mai

Es gäbe so viel, worüber man schreiben könnte: die bevorstehende Europawahl, CO2, selbstfahrende Elektroautos und ungefähr 100 andere „heisse Themen“. Ich bleibe bei einem weniger heissen Thema, dem derzeitigen Wetter in Lappland.

Nach einer wirklich schönen und warmen zweiten Aprilhälfte mit ungewöhnlich hohen Tagestemperaturen um die plus 15, wurde zum ersten Mai punktgenau der Wetterschalter umgelegt. Es scheint, als ob der Winter zurück wäre. Zweistellige Minusgrade unter den Nächten und die Tagestemperaturen quälen sich um den Nullpunkt herum. Das Highlight heute: Beim ersten morgendlichen Blick durch das Fenster waren 5-10 cm Neuschnee zu sehen (und während ich diese Zeilen schreibe tanzen die Schneeflocken draussen umher).

Als Aprilwetter wird - gemäss Definition - umgangssprachlich „launisches“, wechselhaftes Wetter mit rascher Abfolge von Sonnenschein, Bewölkung und Regen (mitunter Schnee und Hagel) bezeichnet.

Es sei mal dahin gestellt, ob diese mitteleuropäische Defintion so ohne weiteres auf die Regionen um den Polarkreis übertragen werden kann. Auf Schwedisch spricht man jedenfalls auch von „aprilväder“ und die Definition in der schwedischen Wikipedia liest sich fast wortgleich wie das deutsche Gegenstück.

Also: Schon dem Begriff nach gehört das Aprilwetter in den April. Das Aprilwetter selbst scheint das aber nicht zu wissen, und hat sich eigenmächtig in den Mai verzogen. Glaubt man den Prognosen, soll es die nächsten beiden Wochen unser unerwünschter Gast sein.

Noch was. Der ungewöhnlich warme April hat in Südschweden schon zu den ersten grösseren Waldbränden geführt und der viel zu geringe Niederschlag im zweiten Jahr in Folge führt dazu, dass schwedische Behörden - allen voran das SMHI - bereits vor bevorstehendem Wassermangel in der Region um Stockholm und Uppsala warnen.

Belassen wir es dabei für heute. Könnte ein spannendes Jahr werden.

Lappland: Sonnenuntergang über einem See
Was fürs Herz: So schön war es vor einer Woche...