Outdoor-Kaffee „Made in Schweden“: Kochkaffee

Den Schweden zieht es in die Natur. Je einsamer und abgelegener der Ort, desto besser. Die ideale Sommerstuga liegt an einem abgelegenen See und hat - natürlich - weder fliessendes Wasser, noch Elektrizität.

Hinter oder neben der Sommerhütte steht ein Plumpsklo. Die Mahlzeiten werd auf einem Holzofen, der in einer kleinen Küchennische steht, gekocht.

Das perfekte Idyll?
Nicht ganz!

Denn völlig ohne Technik geht es freilich nicht:

Ein Schneemobil neuesten Baujahres parkt vor der Hütte. Und gutes Mobilnetz (mindestens 3G) ist ebenfalls obligatorisch. Etwas Luxus muss schon sein. 

Die Preise für solche Freizeithäuser sind astronomisch und übersteigen den Preis von Stadthäusern um ein Vielfaches. Zurück zum Idyll. 

Was kann es schöneres geben, als bei strahlendem Sonnenschein am Lagerfeuer am Ufer eines noch zugefrorenen Sees zu sitzen. Am besten nach einer langen Tour mit dem Schneemobil. Wer schweigen mag, schweigt, wer sich ins Gespräch vertiefen will, hat auch dafür die besten Voraussetzungen.

Geheimtipp für Unternehmer und Berater: Diese Atmosphäre bietet sich vorzüglich für schwierige oder festgefahrene Vertragsverhandlungen an. 

Und was verleiht der harmonischen Runde am Lagerfeuer den Ritterschlag?

Richtig! Ein auf dem offenen Feuer zubereiteter Kochkaffee.

Eine kleine schwedische Kaffeekunde hatten wir 2012 hier schon einmal gebloggt.

Heute wollen wir uns einmal dem „echten“ Kochkaffee („Kokkaffe“) zuwenden. Zubereitet wird er in einem Kaffeekessel - meistens aus Aluminium - über dem offenen Feuer. 

Auf der Feuerstelle wird zunächst Holz gestapelt. Am besten so über Kreuz, dass der Kessel später direkt auf das Feuer gestellt werden kann.

Ist das Feuer entfacht, wird der Kochkaffee in den Kessel gegeben. Der Profi bemisst die Menge in der Masseinheit „Handvoll“. Mit der leicht gekrümmten Handinnenfläche wird der gemahlene Kaffee abgemessen. Für den auf dem Foto zu sehenden Kessel z. B. sind vier Handvoll erforderlich. Der Schwede trinkt gerne gehaltvollen (d.h. starken) Kaffee.   

Dann wird der Kessel zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt und auf das Feuer gestellt, bis es in seinem Innern leicht zu blubbern beginnt. Darauf hebt man ihn sogleich etwas hoch damit er nicht überkocht (siehe Bild) und lässt in so ein oder zwei Minuten ziehen. Der Trick mit dem dünnen Holzscheit verhindert dabei ernste Verbrennungen (bitte vorher einmal üben wegen der richtigen Balance).

Danach wird der Kessel auf einen Stein am Rand der Feuerstelle gestellt und durch den Ausguss wird etwas kaltes Wasser eingegossen. Dadurch setzt sich der Kaffee schneller ab und er erreicht etwas  schneller die richtige Trinktemperatur. 

Nun kann der schwedische Outdoor-Kaffee genossen werden.

Dazu wird er vorsichtig in Tassen oder Becher gefüllt (nicht mehr als eine Vierteltasse). 

Den frischen Kaffee - der stets immer noch etwas Kaffeesatz enthält - derart zu schlürfen ist ein Genuss für Seele und Gaumen. Ist der Kaffee dann leer, werden - ohne den Kessel zu reinigen -  einfach eine neue Ladung Kaffee und Wasser nachgefüllt und die Kochzeremonie kann erneut beginnen.

Outdoor-Kaffee „Made in Schweden“: Kochkaffee