Jahreszeitenwechsel - Schlag auf Schlag

Lappland ist für seine „scharfkantigen“ Übergänge zwischen den einzelnen Jahreszeiten bekannt. Noch vor zwei Wochen zeigte sich der - dieses Jahr ungewöhnlich lange und milde - Herbst von seiner besten Seite mit prächtigen Farben und herrlichem Wetter.

Die Auswahl des richtigen Parkplatzes war in Anbetracht der rieselnden Blätterpracht durchaus von Bedeutung. Ein symbolischer Vorgeschmack auf die bald wieder allfällige „Flockendecke“.

Herbstlaub auf Motorhaube Arvidsjaur


Setzt man den Winter der Einfachheit halber mit einer Schneedecke gleich, die Bestand hat - d.h. „liegen bleibt“ - so beginnt der Winter in unserer Region statistisch am 20. Oktober. Das ist zumindest der Schnitt aus den zurückliegenden Jahren.

Wetter und Klima verhalten sich aber nach wie vor seht atypisch in diesem Jahr. Bis zum heutigen Tage - 1. November - hat das Wetter uns zwar schon einige Male einige Flocken des feinen Norrland-Schnees beschert, die aber ebenso schnell wie sie gefallen waren, wieder verschwunden sind. Und auch der Wetterbericht sagt zumindest noch eine behagliche Woche mit Tageshöchsttemperaturen von 6 bis 8 Grad voraus.

In den Skigebieten laufen zwar seit einigen Tagen bereits die Schneekanonen, sie tun sich offensichtlich aber noch recht schwer. Auf dem Skihang in Arvidsjaur ist bislang lediglich ein verschwindend kleiner weiss schimmernder Fleck zu sehen.

Im Tourismus beginnen einige Unternehmer bereits leichte Anzeichen von Nervosität zu zeigen, und auch aus Autotesterkreisen werden die missmutigen Stimmen langsam hörbar. Denn bereits die vergangenen drei Winter waren alles andere als zufriedenstellend für diesen Wirtschaftszweig. Wir haben sogar Gerüchte gehört, dass die Suche nach neuen Standorten bereits im Gange sei.

Aber es gibt noch keinen Grund zur Beunruhigung. Winter und Schnee werden kommen. Und schenkt man den Langzeitprognosen Glauben, dann steht uns sogar ein sehr intensiver Winter bevor. Wir geniessen die noch behaglichen spätherbstlichen Tage, sehen sie aber mehr als eine Erholungspause im Sinne der „Ruhe vor dem Sturm“.

Kleiner Hinweis und dringende Bitte: Die Strassenverhältnisse sind zur Zeit bereits sehr tückisch. Überfrierende Nässe auf dem blanken Teer ist extrem gefährlich - weil während der Fahrt praktisch nicht erkennbar - und wird von vielen Besuchern der Region völlig unterschätzt. Daher die dringende Bitte, am Polarkreis gerade jetzt den Fuss vom Gas zu nehmen und besondere Vorsicht walten zu lassen. Denn bereits ein plötzlich aus dem Wald auf die Strasse springendes Rentier kann zur Katastrophe führen.

scharfkantige_jahreszeiten_1015


Ein Sinnbild der abrupten Übergänge: Im Schatten ist das Gras grau und von Frost bedeckt; auf der Sonnenseite schimmert es (noch) gülden.