TransEurope-FootRace - 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur

Heute eine Reportage mit einigen Eindrücken von der 51. Etappe (Sorsele - Arvidsjaur) des TransEurope-FootRace.

Als ich vor einigen Wochen zum ersten Mal von diesem transeuropäischen Marathon gehört und gelesen habe, musste ich spontan an Alan Sillitoes Buch “Die Einsamkeit des Langstreckenläufers” denken.

TransEurope-FootRace 2009 - 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur

Aber zuerst einige Fakten über das Sportevent: Beim TransEurope-FootRace laufen die Teilnehmer von Bari bis zum Nordkap. Der Lauf geht in 64 Etappen von Italien über Österreich, Deutschland, Schweden, Finnland zum Ziel in Norwegen.

Die dabei zurück zu legende Gesamtdistanz beträgt 4.485,6 km. Richtig gelesen. Die 68 gemeldeten Läufer (von denen heute noch 49 im Rennen waren) laufen eine Distanz von beinahe 4.500 Km. Die Etappenlängen liegen zwischen 44 und 95 Km. Läufer aus insgesamt 12 Nationen nehmen am Lauf teil.

Während ich mich intensiv frage, warum jemand diese unvorstellbaren Strapazen auf sich nimmt, muss ich wieder an Sillitoes “Einsamkeit des Langstreckenläufers” denken. Die Essenz aus dem Buch war, dass Colin - so die Hauptfigur im Buch - sich durch das Laufen einen Zugang zu seiner eigenen Identität erschlossen hat und begann, sich wirklich frei zu fühlen. So muss es wohl sein.

Einer der Teambetreuer mit denen wir heute gesprochen haben, hat die Frage, warum sich Menschen das eigentlich zumuten sehr clever und sympathisch mit der Gegenfrage “und warum fotografieren Sie?” beantwortet. Aha. Verstanden. Da geht es eben um eine Leidenschaft (und die schafft bekanntlich bisweilen Leiden, sonst würde sie ja nicht so heissen).

Zurück zum TransEurope-FootRace: Wir haben die 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur unterwegs, an Checkpoints und am Ziel in Arvidsjaur begleitet. Das Gefühl der Einsamkeit und eisernen Willens umgibt diesen Megalauf. Beeindruckend mit welcher Selbstdisziplin sich die Läufer Kilometer für Kilometer vorwärts kämpfen, um am Ziel - so sah es zumindest für uns aus - völlig erschöpft anzukommen. Trotzdem waren einige Läufer noch zum einem kurzen Interview bereit. Beeindruckend.

Überhaupt haben wir heute nur freundliche und positive Menschen getroffen:

Engagierte Betreuer, die bereitwillig und gerne über Ihre Erfahrungen und Eindrücke gesprochen haben. Unglaublich positive Streckenposten an den Checkpoints, die geradzu Energie verspüht haben. Und vor allem: Passionierte und trotzdem freundliche und aufgeschlossene Läuferinnen und Läufer.

Auch die Organisation dieses Laufes ist ein Meisterwerk. Ein Fahrzeutross mit viel Equipment muss organisiert werden. Täglich muss die Route markiert werden. Schliesslich wäre nichts ärgerlicher, als irgendwo mitten in Lappland als Läufer “falsch abzubiegen”.

Die eigenwillige Bilderauswahl in der Galerie soll dem besonderen Flair Rechnung tragen und eine Hommage und ein grosses “Danke schön” an die Läuferinnen und Läufer sowie die Organisatoren und alle Helferinnen und Helfer sein.

-> Hier gehts zur Bidergalerie vom TransEurope-FootRace, 51. Etappe, Sorsele-Arvidsjaur (41 Bilder).

Und noch ein paar ergänzende Links für alle, die sich mehr mit dem Lauf beschäftigen wollen:

Hier die offizielle Homepage des Laufes.

Und hier wird der Knipserkollege Helmut Dietz, der selbst aus dem Marathonsport kommt, über die letzten Etappen bis zum Nordkap bloggen und berichten. Viel Freude und Erfolg Helmut!

TransEurope-FootRace 2009 - 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur


Übrigens: Das im Artikel erwähnte Buch zum Verständis der Faszination des Laufens, Alan Sillitoes Einsamkeit des Langstreckenläufers können Sie über den Link zu Amazon bestellen (damit unterstützen Sie auch diese Website - denn das alles hier mache ich in meiner Freizeit.)