Familie Pinguin auf Reisen, oder: wie pädagogisch wertvoll sind heute Spielsachen?

Da ist uns über Weihnachten ein Übi-Ei (neudeutsch: Ü-Ei, sehr altdeutsch: Kinder Überraschungs Ei) in der Grösse XL ins Haus geflattert.

Die Schokolade, die ein aus Plastik bestehendes Spielsache umhüllt, ist vermutlich nicht ganz so gesund, doch sie würde nach Frau Lapplandblogs Aussage, wie früher schmecken.

Der Inhalt des Überraschungseis aber brachte uns ziemlich zum Staunen.

Die Rückseite des „Beipackzettels“ aus dem Übi-Ei
Die Rückseite des „Beipackzettels“ aus dem Übi-Ei


Der Eisbär aus Plastik auf der Vorderseite des „Beipackzettels“
Der Eisbär aus Plastik auf der Vorderseite des „Beipackzettels“ aus dem Übi-Ei


Eine kleine Geschichte dazu:

Herr und Frau Pinguin aus den äquatornahen Galápagos-Inseln gönnen sich eine Reise welche sich Frau Pinguin zu Ihrem Geburtstag gewünscht hatte.

Der Gattins Wunschziel war der Nordpol, um die dort lebenden Eisbären besuchen zu können.

Ihr Gatte buchte so denn eine Last-Minute-Reise über Zwitscher mit Schwalben-Airline, und am nächsten Morgen landeten die beiden in der Arktis.

Das Igluhotel indem das Ehepaar untergebracht war, machte mächtig Eindruck auf Frau Pinguin, und nachdem sie das Zimmer für gut befand, watschelten die beiden Richtung Bärensee.

Die Sonne gab ihr Bestes, damit die Reisenden einen unvergesslichen Tag verbringen konnten. Daher mussten sich die kleinen Pinguinischen Sonnenhütchen stramm gegen die Strahlen von Frau Sonne entgegen stemmen.

Über Eisschollen, Kräuter, Moose und Flechten spazierten sie zum Bärensee. Herr Pinguin klärte seine Frau darüber auf, dass etwa fünf Prozent der Bodenfläche in der Polarwüste bewachsen sind und dass es in dieser Gegend Kältesteppen und wegen der Erdkrümmung nur wenig Sonneneinstrahlung gäbe. Interessiert hörte Frau Pinguin ihm zu.

Endlich am See angelangt bot sich ihnen ein wunderbarer Anblick!

Frau Eisbär spielte mit ihrem Sohn, der auf einem kleinen Igludach herum tollte. Vater Eisbär rutsche bäuchlings den Gletscher herunter und Opa gönnte sich im Liegestuhl einen Lachanfall. Er las nämlich soeben das aktuelle Feuilleton in dem "Blatt der kalten Wüste", das von dem neuen Jungautor Frido Frier bedient wird.

Oma Eisbär räkelte sich wie jeden Dienstag in der Wanne auf der Scholle und genoss die Sonne bei ihrem Bad.

Ende der Geschichte. Schwenk zur heutigen Realität.

Leider ist diese an die Zielgruppe Kinder gerichtete Szenerie in den aktuellen Überraschungseiern gänzlich aus Plastik gebaut.

Die Gebrauchsanleitung und Warnhinweise sind auf Hochglanzpapier gedruckt.

Plastikspielzeug verniedlicht eine wegen eben desselben aussterbende Spezies und einen im Verschwinden begriffenen Kontinent.


Wie pervers ist das eigentlich?

Die Verantwortlichkeit für die Umweltschädlichkeit dieses Plastikspielzeuges liegt bei der Industrie, die solchen Schrott herstellt. Die Industrie wäre gut beraten, ihren Kunden umweltfreundliche Alternativen anzubieten! Denn wenn es die Kunden und Verbraucher schnallen, was da eigentlich vor sich geht, werden sie sich dem Kauf entziehen.

Scheint ein richtiges „Gretanisches Übi-Ei“ (oder ein trojanisches?) zu sein, dass sich da als kleine Aufmerksamkeit zu uns verirrt hat.

Das wird den Herstellern nicht gefallen, denn das oberste Ziel des marktwirtschaftlichen Strebens ist doch ewiges Wachstum (was immer das heissen mag, denn sogar die Theologie hat so ihre Probleme mit der Begriffsklärung, was denn eine Ewigkeit eigentlich ist).

Sollte dieser Beitrag von einem Verantwortlichen aus dem Kreise der Hersteller gelesen werden, so sei dieser gebeten eine Mail mit der Erklärung von "Ewigkeit" (aus dem Motto der Industrie "ewiges Wachstum“) zu verfassen.

Dann würden wir auch gerne wissen, was denn die Industrie zu tun gedenkt, um den Widerspruch zwischen Plastikspielzeug, deren Bildergeschichten und der politischen Wirklichkeit des Klimawandels aufzulösen.

Scharen von Kindern und Jugendlichen glauben schliesslich an den politischen Klimawandel und die Aussage „Wir sterben alle am Klimawandel“. Der Inhalt des Übi-Eis kann also Kindern und Jugendlichen schwere psychologische Schäden zufügen.

Denn so manches Kind sitzt sogar beim Therapeuten, wenn es die Lüge der Erwachsenen aufdeckt, dass es keinen Weihnachtsmann gibt. Wie schlimm wird es dann erst werden, wenn sie wegen des Klimawandels beim Therapeuten sitzen (denn nicht jeder kann gleich Greta werden)?

Die Therapien wegen des Wahnvorstellung eines Sterbens aufgrund des politischen Klimawandels ist Utopie?

Naja.

Weil es so schön zum Thema passt: „Wir müssen anfangen Babies zu essen" - Klimakonferenz gerät ausser Kontrolle (englisch mit deutschen Untertitel).