Faktencheck: Der Deutschlandfunk auf Irrwegen in der nordischen Geografie

Es ist löblich, dass der Deutschlandfunk jeden Freitagabend nach den 19 Uhr Nachrichten das Format „Nachrichtenleicht, einen Wochenrückblick in einfacher Sprache aus der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion“ anbietet. Zwar enthält auch dieser noch jede Menge Fremdworte, die dem Anspruch, Nachrichten in einfacher Sprache zu präsentieren diametral entgegen steht, aber der gute Wille ist erkennbar.

Was stecht hinter dem Deutschlandfunk?

Der Deutschlandfunk ist bekanntlich eines der nationalen Hörfunkprogramme des Deutschlandradios.

Als öffentlich-rechtlicher und werbefreier Rundfunksender wurde er 1.1.1962 in Köln gegründet. Im Gegensatz zu den Landesrundfunkanstalten der ARD deckte er die gesamte Bundesrepublik ab und wurde wegen seiner hohe Informations- und Nachrichtendichte geschätzt. Der gesetzgeberische Auftrag an den Deutschlandfunk war einst „ein umfassendes Bild Deutschlands zu vermitteln“. Faktisch richtete sich der Deutschlandfunk aber vorwiegend an DDR-Bürger, denen mit dem Programm eine Alternative zum Rundfunk der DDR gegeben werden sollte. Eine per Bundesgesetz errichtete Rundfunkanstalt zur Versorgung der bundesrepublikanischen Bevölkerung wäre aufgrund der Kulturhoheit der Länder nicht zulässig gewesen. Nach der Wiedervereinigung einigten sich die jetzt 16 Bundesländer mit Wirkung zum 1. Januar 1994 darauf, die Körperschaft des öffentlichen Rechts Deutschlandradio per Staatsvertrag unter einem gemeinsamen Dach von ARD und ZDF zu errichten und der Deutschlandfunk wurde in dieses Dach eingegliedert. Heutzutage ist er, wie im Prinzip alle sog. „öffentlich-rechtlichen“ Medien inhaltlich deutlich linkslastig ausgeprägt.

Aber zurück zu den „Nachrichtenleicht“ vom 9. Oktober 2020.

Hier war nämlich gleich zu Beginn der Sendung (von Sekunde 7 bis 20) folgendes zu hören (eigenes Transkript, da die Sendungen ausschliesslich als Audio-Dateien angeboten werden):

„Das Welternährungsprogramm von der UNO bekommt den Friedensnobelpreis. Das ist einer der wichtigsten Preise auf der Welt. Die Leute vom Nobelpreiskomitee haben die Entscheidung in der Hauptstadt Oslo in Finnland bekannt gegeben. …“

Tja, lieber Deutschlandfunk, da haben wir euch aber eiskalt bei haarsträubenden Fake-News erwischt. Es ist gut nachzuvollziehen, dass der Stand der Geografiekenntnisse in Anbetracht der mittlerweile miserablen schulischen Bildung generell mangelhaft ist. Deswegen leisten wir hier - aus nordischer Perspektive - gerne etwas Nachhilfe:

Die Hauptstadt von Dänemark heisst Kopenhagen.
Die Hauptstadt von Island heisst Reykjavík.
Die Hauptstadt von Schweden heisst Stockholm.
Die Hauptstadt von Finnland heisst Helsinki.
Und Oslo ist die Hauptstadt von Norwegen und ebendort hat das vom norwegischen Parlament bestimmte fünfköpfiges Komitee seinen Sitz, das den Preisträger des Friedensnobelpreises bestimmt. Und deswegen wird er auch in Oslo verliehen. (Kleiner Bonus: Für alle anderen Nobelpreise ist die Nobelstiftung in Stockholm zuständig und sie werden in Stockholm vergeben. Details dazu hier und hier und hier).

Also lieber Deutschlandfunk: Wenn schon „Nachrichtenleicht“, dann doch bitte wenigstens inhaltlich zutreffend; und bitte keine Fake-News verbreiten.