Endspurt

Um den ersten Advent herum geschieht ein für Aussenstehende merkwürdiges Phänomen in Nordschweden. Überall sind plötzlich Autos mit Weihnachtsbäumen auf dem Dach zu sehen. Wie die Pilze förmlich aus dem Boden schiessen so tauchen sie auf, um einige Tage später wieder von der Bildfläche zu verschwinden. 

Woran liegt das? Ganz einfach. Werden Weihnachtsbäume im deutlich wärmeren Deutschland gewöhnlicherweise erst einige Tage vor Weihnachten gekauft ist es hier Tradition, sie bereits zum ersten Advent nach Hause zu holen. Ich schreibe absichtlich "sie zu holen" und nicht "sie zu kaufen", denn die meisten Menschen hier - zumindest im Inland - wählen sie direkt im Wald aus und fällen sie selbst. Dann stehen die Weihnachtsbäume - oft mit bunten Lichterketten geschmückt - vor den Häusern, um kurz vor Weihnachten nach innen transportiert zu werden. Bei den weit unter null liegenden Durchschnittstemperaturen im Dezember ist die Haltbarkeit des Baumes kein Problem.  

Und pünktlich zum ersten Advent erstrahlt auch in den meisten Häusern hier eine lichterfrohe Weihnachtsbeleuchtung, die einen alle Gedanken ans Energiesparen und den Klimawandel ganz elegant vergessen lässt. 

Und die Weihnachtsmänner - eigentlich diskriminierend, denn warum gibt es denn bitteschön noch keine Weihnachtsfrauen? - laufen sich auch überall warm. Adventszeit in Lappland...

Schwedische Weihnachtsmänner