Survivor

Survivor - Elchjagd in Schweden 2018


Wir haben diese schmucke Dame auf den Namen „Survivor“ (übersetzt: Überlebende/r) getauft, denn sie hat zumindest die ersten beiden Wochen der Elchjagd in Västerbotten überlebt. Sehr neugierig stand sie da und hat uns aufmerksam beobachtet. Sie war so gut getarnt, dass ich sie gar nicht bemerkt hatte. Aber den aufmerksamen Blicken von Frau Lapplandblog war sie nicht entgangen.

Irgendwie geradezu fragend, ob sie denn jetzt mit einer Kugel oder nur mit dem Foto abgeschossen werden würde.

In unserem Fall natürlich das Letztere. Nach einigen Minuten hat sie dann eine elegante Hinterhandwende hingelegt und ist im Wald entschwunden.

Die Luft in Lappland ist zur Zeit wieder potentiell "bleihaltig", denn die Saison für die Elchjagd hat begonnen. In den vier nördlichsten Länen (Bundesländern) in Schweden (Norrbotten, Västerbotten, Jämtland und Västernorrland) beginnt die Elchjagd immer am ersten Samstag im September (dieses Jahr der 3.9), in den südlicheren Länen am zweiten Samstag im Oktober. Regionale Sonderregelungen können vorkommen.

Wer es für eine bestimmte Region ganz genau wissen möchte, kann sich hier sachkundig machen.

Was bedeutet die Elchjagd für Besucher und Touristen?

Die Elchjagd ist i. d. R. eine statische Ansitzjagd. Vereinfacht ausgedrückt: Die Jäger sitzen an einem Platz und warten darauf, dass ein Elch in ihrem jeweiligen Schussfeld auftaucht.

Es ist empfehlenswert, in der Jagdzeit die Augen offen zu halten, wenn man wandernd unterwegs sein sollte. Aktuelle Jagdgebiete sind daran zu erkennen, dass am Strassenrand verstreut viele Autos parken und meistens auch Jäger bereits von der Strasse aus sichtbar sind. Manche Jagdgesellschaften (leider viel zu wenige!!) sind sehr vorbildlich und stellen an den Strassen Hinweisschilder über ihr Jagdgebiet auf.

Somit können Spaziergänger, Fahrradfahrer, Angler usw. das ausgewiesene Gebiet meiden und bewegen sich nicht unfreiwillig in bleihaltige Luft hinein. Eine Gewehrkugel kann nämlich einige Kilometer weit fliegen.

Zwar tragen die meisten Jäger auf dem Ansitz Kleidung in Signalfarben, doch das nutzt nichts, wenn wir uns das besonderes Risiko im psychologischen Bereich innerhalb der Jagd anschauen:

Laufen Mensch oder Hund in das Schussfeld eines Elchjägers, ist das Risiko extrem gross, dass auf jeden Fall ein Schuss abgefeuert wird. Die Psyche des Jägers ist völlig auf Elch programmiert, und deswegen wird - wiederum vereinfacht gesagt - jedes Objekt das sich innerhalb seines Schussfeldes bewegt erst einmal mit dem Attribut „Elch“ belegt.

Die Gerichtsakten von Jagdunfällen belegen eindeutig, dass die Mehrzahl der Täter fest davon überzeugt waren, einen Elch beim Schuss vor sich gehabt zu haben (obwohl sich ein Mensch im Regelfall ziemlich deutlich von einem Elch unterscheidet).

Bitte, liebe Besucher: Jagdgebiete grossräumig meiden, Signalfarben tragen und wenn man dennoch in ein Jagdgebiet gerät durch Geräusche (lautes Rufen, Singen, Glöckchen an der Bekleidung o.ä.) auf sich aufmerksam machen. Bleiben Sie auf alle Fälle auf den Wegen.

A propos: Sehr häufig werden bei der Elchjagd auch Jagdhunde (so genannte „Verbeller“, „Stellende Hunde“) eingesetzt. Diese durchziehen mit einem GPS um den Hals mitunter grosse Gebiete um Elche zu stellen. Der Jäger sitzt währenddessen oft am heimischen Ofen, starrt auf seinen Computer oder ein mobiles Telefon und sobald sich das GPS Signal einige Minuten nicht mehr bewegt, schwingt sich der Jäger auf sein Quad und eilt zum Schuss.

Wir kommentieren diese Jagdmethode jetzt einmal nicht, aber es ist in Nordschweden auch eine sehr gängige Praxis.

Wer während der Jagdzeit mit seinem Hund unterwegs ist, muss also immer darauf gefasst sein, auf einem freilaufenden Jagdhund zu treffen. Dieser Hund sieht Ihren Hund möglicherweise als Rivalen um die Beute an und es kann zwischen den beiden Vierbeinern zu ungewollten und unschönen Situationen kommen.

Daher sollten Sie Ihren Hund angeleint halten - und das nicht nur in der Jagdzeit, sondern ganzjährig - denn schwedisch Lappland ist gross. Sehr gross.