Minus 22 und Himmelsphänomene in Lappland

Da waren es also minus 22 auf dem Weg in die nächste kleinere Siedlung, als der abendliche Himmel ein gar merkwürdiges Phänomen preisgab. Ich lasse das unkommentiert und habe nur den Kontrast erhöht, damit es schöner zur Geltung kommt.

Wir wandern übrigens im Moment mit Riesenschritten auf ein für uns sehr bedeutsames Ereignis zu. Aufmerksame LeserInnen werden wissen, worum es geht.

Die dringende Empfehlung lautet deswegen: Unbedingt im Laufe der nächsten Woche wieder vorbeischauen :-)

Minus 22 und Himmelsphänomene in Lappland
Ohne Kommentar

Der Lappland-Rasenmäher nach Ylva

Die Schneehöhe steigt und steigt. Der heutige Ausflug zum Rasenmäher (alias: Lappland-Schneetiefenmesser-Rasenmäher) war anstrengend und schweisstreibend:

Mehrere Hundert Meter durch ca. 45-50 cm Schnee bei „warmen“ minus 3 Grad. Sogar der mich begleitende Vierbeiner (der ansonsten Schnee liebt) har kräftig gepustet :)

Immerhin: Das Sturmtief Ylva war artig und hat die Oberflächen - von Rasenmäher wie Bäumen - schön blank gepustet.

Der Lappland-Rasenmäher nach Ylva 2017-11-25, 12.30
Stand: 25. November 2017, 12 Uhr 30

Ylva

Da hätten wir also den ersten grossen Schneesturm der Saison in Lappland überstanden. Nebenbei bemerkt: zwei Monate zu früh. Normalerweise entstehen diese Extremwetterlagen erst im Januar.

Wir läuft das ab? In der zurückliegenden Woche sind die Temperauren richtig tief gefallen (bis auf minus 22). Am ersten Tag des Unwetters herrscht dann eine beunruhigende Ruhe. Die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Die Temperaturen steigen dann plötzlich und über Nacht kommen die Winde auf, die sich dann bis auf Orkanstärke steigern. Der aktuelle Sturm hat vom schwedischen Wetterdienst übrigens den Namen "Ylva" erhalten.

Vorgestern waren es dann bis zum 80 Km/h in der Spitze. Dazu kam heftiger Schneefall. Das gibt bei den sich am Boden ständig drehenden Windrichtungen eine extrem dicht gepackte Schneedecke mit teils meterhohen Verwehungen. Der feine Schnee kriecht durch alle Ritzen und hinter Türen und Fenstern bilden sich kleinere Schneehäufchen.

Nach dem Sturm Ylva- Ausblick durch den Türspalt
Immerhin: Die Tür lässt sich noch einen Spalt öffnen.
Die Aussicht hingegen lässt nichts Gutes ahnen.



Sobald sich der Sturm zu legen beginnt, geht es ans Schneeschaufeln. Das dauert dann normalerweise einige Stunden. Die Temperaturen steigen weiter und der Schnee fühlt sich plötzlich wie Beton an. Die Räumaktion wird zunehmend schweisstreibender.

Lappland nach Ylva: 46 cm Neuschnee binnen 12 Stunden
Ylva hat uns 46 cm dicht gepackten Neuschnee
binnen 12 Stunden beschert...


Die Temperaturen steigen nun weiter auf bis plus ein Grad und der Schnefall verwandelt sich in Regen. Der auf den noch gefrorenen Boden fallende Regen bildet auf den Strassen eine geschlossene Eisdecke.

Den gesamten Schnee(matsch) zu beseitigen dauert einige Tage...

Tipp: Die schwedischen Medien warnen üblicherweise einen Tag bevor ein Unwetter hereinbricht. Und da gibt es nur eine gute Alternative: Zu Hause bleiben!

The same procedure as last year?

The same procedure as every year!
Winter soon...

Autumn in Lapland again

Praxistipp - Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihren Urlaub in Lappland buchen

Traumurlaub in Lappland? Da gibt es aber ein paar Sachen, an die Sie vor einer Buchung denken sollten!

Ich muss mir einfach mal mein Unverständnis und meine Schockstarre von der Seele schreiben. Das vor allem, um alle (potentiellen) Lapplandurlauber vor unseriösen Anbietern (die es leider mehr als genug gibt) zu warnen.

Die Woche war ich wieder einmal auf einer Tagung in einem Hotel in Norrbotten. Bei solchen Besuchen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, alle vor Ort verfügbaren Broschüren und Infoflyer duchzusehen. Es gibt ja immer noch etwas dazu zu lernen. Was ich da allerdings gefunden habe, übertrifft wieder einmal alles Vorstellbare. Die langjährige Tätigkeit als Jurist und Unternehmensberater hat mich für manche Problemkreise überdeutlich sensibilisiert.

Worum es geht:

Ein kleiner Flyer (mit grausigem Layout und vielen Typofehlern) hat mir verraten: Wieder sind einige Mitteleuropäer in Lappland aufgeschlagen, um das grosse Geld zu verdienen; getragen von der Liebe zu Schlittenhunden und dem Lockruf des Geldes. Unsere interne Bezeichnung dieser Kategorie heisst "Touristische Wellenreiter“: Auf der Welle des Strebens nach dem grossen Geld reiten wollen und dann eine Menge verbrannter Erde hinterlassen. 

Der unscheinbare Flyer enthielt einen Link zu einer Homepage - und die hatte es in sich. Mal abgesehen davon, dass das Konzept schon rein betriebswirtschaftlich keine Chance hat, gibt es einige Aspekte, die besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Bereits das spontane Überfliegen der Homepage, lässt uns erschaudern. Da wird der Transfer vom Flughafen und zu verschiedenen fakultativen Aktivitäten ebenso angeboten, wie das Servieren von Mahlzeiten und allerlei alkoholhaltigen Getränken. All das ist in Schweden erlaubnispflichtig und kann mit saftigen Bussgeldern, einer sofortigen Geschäftsuntersagung (= Betriebsstillegung) und auch mit Gefängnis (-> Alkohol) geahndet werden. Nachdem in Schweden das Öffentlichkeitsprinzip gilt, hat die Recherche sogleich ergeben, dass keine (!) der erforderlichen Erlaubnisse tatsächlich vorliegen.

Dann wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zunächst einmal munter drauf los diskriminiert. Von den unwirksamen Haftungsfreizeichnungen (à la: Der Gast ist immer schuld - wir nie) abgesehen, sind Zahlungsbedingungen die Krönung, die dem auf EU-Recht basierenden Reiserecht diametral entgegengesetzt gegenüber stehen. Will sagen: Vorkasse lange im Vorhinein ohne jegliche Absicherung - der Gast trägt das Insolvenzrisiko.

Ein weiterer Punkt: Der besagte Anbieter hat auf seiner Homepage keine Anbieterkennzeichnung und keine schwedische Organisationsnummer angegeben. Lediglich der Name einer natürlichen Person findet sich und dazu eine Telefonnummer, die allerdings nicht schwedisch ist. Auch hier ergibt die schnelle Recherche, dass überhaupt noch kein schwedisches Gewerbe angemeldet worden ist. Das Gästebuch verrät uns aber, dass bereits einige Gäste aus den vergangenen Monaten positive Bewertungen abgegeben haben. Buchen wir diese Einträge zugunsten der Betreiber als im Marketinginteresse geschriebene Eigenkommentare, besteht aber dennoch das ganz erhebliche Risiko damit auch noch auf das Radar des schwedischen Finanzamtes zu kommen (was alles andere als amüsant werden dürfte).  

Oh und besonders schön ist es immer, wenn den geneigten Besuchern auch Hundepatenschaften für einen der vierzig (!) Huskies angeboten werden. Hier wird dann gleich ganz kräftig zugelangt, denn es dürfen mehrere Hundert Euro für ein Jahr pro Hund gezahlt werden. Mehrfachpatenschaften für ein- und denselben Hund werden natürlich auch nicht ausgeschlossen. Nebenbei sei noch angemerkt, dass Hundehaltung ab einer bestimmten Anzahl von Hunden bei der jeweiligen Landesverwaltung angemeldet werden muss. Gerade bei Schlittenhundefarmen werden in Nordschweden gerne und häufig unangemeldete Kontrollen durchgeführt, die dann wegen der häufig völlig unzureichender Haltungsbedingungen zum Tierhaltungsverbot führen können.

Warum dieser Blogeintrag? Um alle diejenigen zu warnen, die einen "Traumurlaub mit Schlittenhunden" o.ä. planen und/oder buchen wollen.

Bitte liebe Urlauber: Aufmerksam die Angebote studieren und erst einmal in Ruhe nachdenken. Stellen Sie an den Anbieter Fragen und studieren Sie dessen Antworten. Fragen Sie nach Referenzen, d.h. Gästen, die Sie befragen können. Wenn es sich um kleine und unbekannte Anbieter handeln sollte, dann befragen Sie bitte auch Google und ggf. die Sprechstunde des Verbraucherschutzes (u.a. auch wegen der AGB und der vom Anbieter angegebenen Zahlungsbedingungen). 

Und bitte denken Sie auch an die armen Schlittenhunde, die teilweise unter erbärmlichen Bedingungen gehalten werden (insbesondere im Sommer, denn da bringen die Hunde keinen Umsatz sondern nur Kosten mit sich).

Ein positiver Nachsatz: Es gibt auch einige seriöse und tadellose Anbieter. Die Kunst ist es, diese als solche auch zu identifizieren.

immer_wieder_geht_die_sonne_auf
„Und immer, immer wieder geht die Sonne auf -
über den Guten wie den Bösen“


Ready for takeoff - arctic summer 2017

Lange Zeit war er völlig regungslos verharrt. Eine gefühlte Ewigkeit. Er stand unbeweglich auf einer kleinen Eisscholle. Ich fragte mich, was er wohl dachte oder beobachtete. Es wird sein Geheimnis bleiben. Nach einigen Minuten des gemeinsamen Ausharrens geschah es plötzlich und in Sekundenbruchteilen: Er plusterte sein Gefieder, breitete seine mächtigen Flügel aus und erhob sich mit ausladenden Flügelschlägen gen Himmel. Mir schoss es durch den Kopf: Ein Sinnbild für den Winter in Lappland. Danke, Kranich.



takeoff_summer_2017_lapland


Lappland im Mai: In den Flüssen treiben die Eisschollen und die etwas mehr abgelegen Buchten haben (Stand: 20. Mai) noch eine geschlossene Eisdecke. Die ist mitunter (Nicht ausprobieren - Lebensgefahr!) noch tragfähig.

Obwohl Eis und Schnee noch eindrucksvoll die Landschaft prägen, ist dieses Wochenende der Startschuss für den Sommer gefallen („Sommer - ready for takeoff“). Die Nachttemperaturen sind über dem Gefrierpunkt angelangt und die letzten beiden Tage hat das Thermometer einen Höhenflug hingelegt (in der direkten Abendsonne ist es auf 25 Grad geklettert). Für die kommenden Tage sind noch höhere Temperaturen angesagt.

Kurt und gut: Der Schalter ist wieder umgelegt und es wird - wie immer von heute auf morgen - Sommer. Sogar die ersten Insekten (lies: Mücken) schwirren bereits umher, und auf den Strassen mehren sich die Wohnmobile und Wohnanhänger. Die Anzahl der ausländischen Autokennzeichen hält sich noch in Grenzen, aber auch das wird sich in ein bis zwei Wochen ändern (der Sommerurlaub in Lappland ist bislang eher noch ein Insidertipp).

PS: Mit dem Start in den Sommer ist es auch an der Zeit für den obligatorischen Rückblick auf den arktischen Winter 2016/2017, der in den nächsten Tagen als Bilderstrecke veröffentlicht wird.

Aktuelle Reisewarnung für Lappland

Heute eine wichtige Mitteilung für alle hier eventuell mitlesenden Zugvögel:

Zur Zeit empfehlen wir allen Zugvögeln, die sich bereits auf dem Flug Richtung Lappland befinden oder einen Abflug in den nächsten Tagen planen dringend, Zwischenstopps in südlicheren und wärmeren Gefilden einzulegen, bzw. einzuplanen.

Warum das? Es ist im Moment für die Jahreszeit viel zu kalt. Plötzliche Schneestürme ziehen über das Land. Nachts sinkt das Thermometer auf minus 10 Grad. Der meteorologische Sommer lässt wohl noch länger auf sich warten, nachdem noch nicht einmal der meteorologische Frühling im ganzen Land angekommen ist.

Das SMHI hat vor einigen Tagen über die kältesten Mainächte seit mindestens 35 Jahren berichtet und sogar auf Öland ist Schneefall zu vermelden..

Die tagesaktuelle Jahreszeitenkarte des SMHI spricht eine deutliche Sprache: Frühling wird es, sobald die Tagesmitteltemperatur an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen über null Grad lag (dunkelgrün auf der verlinkten Karte). Grosse Teile von Väster- und Norrbotten befinden sich demnach noch immer im tiefen Winter (Stand: 09.05.2017) und vom Frühling (sowohl meteorologisch als auch rein praktisch) ist dieses Jahr bislang noch nichts zu spüren. Das wiegt umso schwerer, als das statistische Mittel des Sommeranfangs im Inland von Väster- und Norrbotten eigentlich um den 15. Juni herum liegt (Quelle).

Deswegen, liebe Zugvögel, fliegt bitte mit etwas beschaulicherem Tempo, um Euch das Frieren zu ersparen.

Eines der ersten Kranichpärchen im Mai 2017
„Infinity XIX“ - Eines der ersten Kranichpärchen im Mai 2017

Wenn in Lappland die Rasenmäher auftauen ist der Sommer nicht mehr fern [Update 2017-05-14]

Heute geht es um ein sicheres Zeichen, dass der Sommer am Polarkreis nicht mehr allzu weiter Ferne ist.

In der Eile nach dem ersten - wie üblich viel zu frühen und unerwarteten - Schneefall war er einfach am Rande eines grossen Rasenstücks vergessen worden: Der Rasenmäher, der den Sommer über treu seinen Dienst getan hatte.

Nachdem der Schnee am tauen ist erinnere ich mich und mache mich mit den Schneeschuhen auf die Suche. Irgendwo dort musste er sein.

Vorsichtig bewege ich mich über die geschlossene Schneedecke, die nicht mehr ganz stabil ist. Etwa ein Meter Schnee liegt derzeit noch auf den freien Flächen.

Ich nähere mich meinem Ziel und tatsächlich: Der Rasenmäher steht noch am vermuteten Platz und der Bügel ist sogar bereits wieder sichtbar.

Ich freue mich. Ein gutes Zeichen. Bald ist es wieder Sommer und ich stelle schon mal das Ölkännchen bereit, um dem treuen Helfer eine Inspektion angedeihen lassen zu können.

Ein gutes Zeichen: Die Rasenmäher tauen auf in Lappland.
Ein gutes Zeichen: Die Rasenmäher tauen auf in Lappland.

Update 2017-05-14

Trotz des nach wie vor viel zu kalten Wetters gibt es Hoffnung. Der Rasenmäher ist weiter aufgetaut und zum Vergleich gibt es ein Bild das gestern (13. Mai), also gut zwei Wochen nach dem ersten Bild aufgenommen worden ist.

rasenmaher_update_150514
Und so sieht es zwei Wochen später (2017-05-14) aus

Das Schwedische Meteorologische und Hydrologische Institut - Der schwedische Wetterdienst (kurz: SMHI)

Das liebe Wetter steht häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit und der Wetterbericht ist oft die Grundlage für Planungen aller Art. Anlass genug, einen Blick auf aktuelle Entwicklungen beim Schwedischen Wetterdienst zu werfen.

Ein geflügeltes Wort in Schweden lautet ungefähr so:

"Der norwegische Wetterdienst weiss vorher, wie das Wetter wird; der schwedische Wetterdienst weiss dann nachher, wie das Wetter gewesen war."

Das Schwedische Meteorologische und Hydrologische Institut (kurz: SMHI) ist eine staatliche Behörde, die dem schwedischen Umwelt- und Energieministerium unterstellt ist. Die Aufgabe des SMHI ist es, Prognosen für Wetter, Wind, Wasser sowie Klima und Umwelt zu erstellen. Die Arbeit ruht auf drei Säulen: Meteorologie, Hydrologie und Ozeanografie. Der Sitz der 1945 gebildeten Behörde war zu Beginn in Stockholm; seit 1975 ist sie in Norrköping angesiedelt.

Schweden ist in insgesamt 19 Distrikte aufgeteilt, für die Prognosen sowie aktuelle Unwetter- und Brandrisikowarnungen erstellt werden. 

Wie alle schwedischen Behörden erhält auch das SMHI von der Regierung - jeweils zum Jahreswechsel - einen sog. "Regleringsbrev" in dem der Auftrag der Regierung an die Behörde - unter Zugrundelegung der Vorgaben des jeweiligen Haushaltsplanes ("Statsbudget") - jährlich aktualisiert wird. 

Im aktuellen Regleringsbrev hatte die Regierung nun ein Einsehen in der Frage der Vorhersagegenauigkeit des SMHI (Quelle: DN vom 21.03.2017). 

In den vergangenen Jahren war die Vorgabe der Regierung an das SMHI wie folgt formuliert:

"Die Prognosen des SMHI sollen eine Vorhersagegenauigkeit von mindestens 85 Prozent aufweisen." 

Das Problem: In den zurückliegenden 10 Jahren hat das SMHI diese Vorhersagegenauigkeit leider nie erreichen könnn. Man ist zwar ziemlich nahe an die Vorgaben heran gekommen (will sagen: 83 Prozent), hat die Vorgaben aber letztlich nie erfüllen können.

Besonders bei den Unwetterwarnungen lag das SMHI sogar im Schnitt mit 29% daneben. Und all das obwohl das SMHI in den zurückliegenden Jahren in grossem Masse in die IT-Infrastruktur investiert hat, um die Prognosen detaillierter und zuverlässiger zu machen. Dennoch waren diese Massnahmen nicht vom erhofften Erfolg gekrönt.

Nun birgt gerade das Wetter mannigfaltige Risiken, die eine Vorhersage nicht einfach machen. Daher herrscht jetzt grosse Erleichterung beim SMHI, dass die Regierung ihre Vorgaben für das Jahr 2017 wie folgt verallgemeinert und umformuliert hat:

"Die Wetterprognosen des SMHI sollen eine gute Grundlage für die Entscheidungen der Allgemeinheit und der Beteiligten am gesellschaftlichen Leben bieten, und gleichzeitig eine langfristige Verbesserung der Vorhersagegenauigkeit beinhalten."

Die offizielle Begründung für die Veränderung ist übrigens, dass es gar nicht klar sei, ob eine Zuverlässigkeit von 85% überhaupt eine hinreichende Zuverlässigkeit ist. Das mag zu Überlegungen motivieren, ob es dann nicht besser gewesen wäre, die Vorgabe stattdessen auf 90% zu erhöhen. Nicht so in Schweden.

In der Praxis heisst das, dass die Prognosen nun mit noch mehr Vorsicht zu geniessen sind.

PS: Der weitaus treffsicherere norwegische Wetterdienst ist hier zu finden :)

Regen, Schnee oder Sonnenschein? Lass das nicht des SMHI Sorge sein :D
Regen, Schnee oder Sonnenschein? Lass das nicht des SMHIs Sorge sein :D

Angekündigte Obsoleszenz, Vergänglichkeit und der Kult des Konsumismus

Dem Thema der sog. „geplanten Obsoleszenz“ habe ich bereits zwei Artikel gewidmet: „Geplante Obsoleszenz - Kompaktkamera fails? Ein Erfahrungsbericht“ und „Geplante Obsoleszenz, Teil 2: Die kommende Europäische Produktnachkaufverordnung (EPNVO)“.

Heute kann das Repertoire der geplanten Obsoleszenz um eine neue Spielart erweitert werden, die der „angekündigten Obsoleszenz“.

In Schweden gilt bekanntlich, dass alle Fahrzeuge auch bei Tag mit Licht fahren müssen. Zugelassen sind dabei das klassische Abblendlicht und das modernere „Tagfahrlicht“ (nicht zu verwechseln mit dem klassischen Standlicht).

Das ist eine feine Sache für die Hersteller von Ersatzglühbirnen, deren Lebensdauer schliesslich endlich ist. Das das Licht ständig eingeschaltet ist, verschleissen folglich auch die Glühlampen schneller. Die vergangenen Jahre ist mir aufgefallen, dass das Wechselintervall der Birnen subjektiv irgendwie immer kürzer geworden ist. Nachdem vergangene Woche wieder einmal eine H7-Lampe auszuwechseln war, habe ich mir die Verpackung derselben genauer unter die Lupe genommen.

h7_lifetime


Dort ist die angekündigte Obsoleszenz sogar ganz deutlich aufgedruckt. Die Lebensdauer der neuen Birne eines namhaften Herstellers liegt - laut Beschreibung - bei ungefähr 500 Stunden. Das klingt nach viel, aber ein einfaches Rechenbeispiel bringt Licht ins Dunkel. Hier in Nordschweden sind lange Strecken zurück zu legen. Zwei bis vier Stunden Fahrzeit pro Tag sind an der Tagesordnung. Legen wir zwei Stunden zugrunde, so beträgt die Lebensdauer der Birne - basierend auf der Herstellerangabe - ungefähr 250 Tage. Kommen noch einige richtige Langstrecken hinzu, verkürzt sich die Lebensdauer in Tagen entsprechen.

Bereits eine schnelle Recherche lüftet den Schleier und führt zum sog. Phoebuskartell. Bekannt wurde das Kartell durch die Absprache zur Begrenzung der Lebensdauer von Glühlampen auf 1.000 Stunden. Es ist umstritten, ob es sich hierbei um eine legitime Normung oder eine illegitime Kartellabsprache handelte. Von Seiten der Beteiligten heisst es, dass Absprachen zur Lebensdauer von Glühbirnen heute nicht mehr existieren würden.

Ich habe also einfach einen alten Bekannten angerufen, der in der Branche tätig ist und mich nach den theoretischen Möglichkeiten erkundigt. Die Antwort hat mich in eine Art Schockstarre versetzt. Theoretisch wäre es nämlich kein Problem, Halogenbirnen für den Gebrauch im PKW mit einer Lebensdauer von 15.000 Stunden herzustellen (vergleichbare Birnen gibt es sogar auf dem Markt, z. B. für die Verwendung in Verkehrsampeln).

Aber was beklage ich mich. Geplante oder angekündigte Obsoleszenz sind doch bereits Schnee von gestern. Heutzutage haben Unternehmen solche technischen Regulierungen doch gar nicht mehr nötig. Es reicht völlig, wenn kurz nach dem Verkaufsstart eines Produktes etwas Neues auf den Markt geworfen wird. Die vor einem Jahr noch brandaktuelle Ware wird vom Konsumenten dann selbst freiwillig als überholt oder gar überflüssig eingestuft und durch die aktuelle Ware ersetzt. Die geplante Obsoleszenz wird so zur geplanten Vergänglichkeit der Ware. Die gesamte Elektronikbranche lebt davon, denn so gut wie kein Mensch braucht die ständig neuen Produktgenerationen. Ich nenne das den „Kult des Konsumismus“.

Das Problem dabei ist, dass mittlerweile unser gesamtes Wirtschaftssystem auf dieser Weltanschauung beruht.

Der Philosoph und Soziologe Zygmunt Bauman hat das ironisch zum Ausdruck gebracht. In seiner ethischen Richtschnur für das Konsumleben rät er, „es tunlichst zu vermeiden, dauerhaft zufrieden zu sein. Für eine Gesellschaft, die die Zufriedenheit der Kunden zu ihrem einigen Motiv und wichtigsten Ziel erklärt, ist ein wunschlos glücklicher Kunde weder ein Motiv noch das Ziel, sondern die furchteinflössendste aller Bedrohungen.“

Der Konsumismus ist also im Kern ein Kult der Unzufriedenheit, des Unglücks und der Undankbarkeit. Die Folgen sind Dauerstress, Selbstzweifel, Depressionen und Beziehungsprobleme.

In diesem Zusammenhang gewinnt auch der neue Begriff der „Stuffocation“ an Bedeutung. Das Kunstwort ist aus den Worten „stuff“ (Zeug) und „suffocate“ (ersticken) zusammen gesetzt: Der Mensch droht am gehorteten Zeug zu ersticken (die Alternative dazu ist die durch die „schmutzige“ Entsorgung der alten Produktgenerationen entstehende Umweltkatastrophe).

Der einzige Ausweg scheint mir ein bewusst einfacher Lebensstil, der sich auf das wirklich Notwendige beschränkt und mit einem klugen Umgang mit den begrenzten Ressourcen einher geht, zu sein. Gerade die Vorweihnachtszeit bietet sich an, darüber nachzudenken und Verzicht zu üben.

h7_obsoleszenz_mit_ansage


Lappland - Das liebe Wetter - Der liebe Winter

Heute wieder einmal - wegen der vielen Fragen, die uns dazu erreicht haben - ein Update zum Wetter. Wie sieht es aus dem Winteranfang in Lappland 2016?

Kurz gesagt: Es schneit und schneit. Im Langzeitvergleich ist der Winteranfang untypisch, denn es gibt viel zu viel Niederschlag (sprich: Schnee). Bislang gab es erst eine kurze richtige Kälteperiode (einige Tage bei minus 10 bis 20 Grad C). Ansonsten dümpeln die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum, was die perfekte Voraussetzung für Schneefall von der übelsten Sorte ist: Richtig nasser und schwerer Schnee.

Das "Snöskottning" (schwedisch für Schneeräumen) wird dadurch zur echten Knochenarbeit. Die grossen Flächen lassen sich zwar mit der Schneefräse (Gott sei Dank für diese Erfindung!) räumen, der schwere Schnee macht aber auch das zur Schwerstarbeit. Und die kleinen Wege, die Ecken und die Kanten werden ohnehin - wie immer - von Hand geräumt.

Um es mit den Worten von Frau Lapplandbog zu sagen: Andere gehen ins Bodybuilding - wir räumen Schnee :)

Die Langzeit-Wetterprognosen (z. B. von The Weather Company) verheissen derzeit auch nichts Gutes. Dezember und Februar sollen kälter und schneereicher werden, als es dem statistischen Durchschnitt entspricht. Lediglich der Januar soll etwas wärmer als normal werden.

In Zentimetern gemessen liegen derzeit (Stand: 26.11.2016) im Inland von Västerbotten ca. 35-40 cm Schnee. Das ist ungefähr das Doppelte des Langzeit-Durschnitts.

Die ungewöhnlich starken Schneefälle haben bereits mehrfach zu erheblichen Infrastrukturproblemen (Verkehrschaos und Stromausfälle) geführt. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Tipp: Alle Norrlandurlauber seien ermahnt, gute Nerven und viel Zeit mitzubringen und auf Unvorhergesehenes vorbereitet zu sein.

Ich verweise auf unsere fünfteilige Beitragsserie zu den "Wintervorbereitungen in Lappland", die hier zu finden ist.


wetter_nov_2016_lappland
Lappland - Schön anzusehen, aber beschwerlich: Grosse Mengen Schnee

Monotonie

Monotonie in der Südsee,
Melancholie bei dreißig Grad.
Monotonie unter Palmen,
Campari auf Tahiti, Bitter Lemon auf Hawaii.

- Ideal 1982 NDW (Neue Deutsche Welle) -


Nicht ganz so, aber ganz ähnlich.

Monotonie

Urlaubsreif? Ab nach Lappland, denn der Sommer hat begonnen!

Ende April geschieht in Lappland wieder das beinahe Unglaubliche: Das Wetter schaltet von Winter auf Sommer um, als ob eine unsichtbare Macht einen Schalter umgelegt hätte. Gab es im April noch einige kalte Nächte und Tagestemperaturen um den Nullpunkt, so hat sich das Wetter im Laufe der vergangenen Woche plötzlich und wie von Geisterhand einschneidend geändert. Die Nachttemperaturen liegen durchweg über null Grad und die Tagestemperaturen erreichen zwischen 10 und 18 Grad.

Um uns herum zwitschern plötzlich überall Vögel, als ob sie vom einen Tag auf den anderen hierher „gebeamt“ worden wären. Hummeln und Bienen ziehen ihre Kreise. Kurz: Die Natur explodiert.

Am Ufer von Seen und Flüssen treiben noch einige Eisschollen und Schneeinseln prägen das Landschaftsbild. In einigen Tagen werden sie verschwunden sein.

Das Eis auf den Flüssen und Seen verschwindet
Das Eis auf den Flüssen und Seen verschwindet



Die Schneeschmelze verwandelt Sümpfe und Moorflächen für zwei bis drei Wochen in kleine Ozeane aus denen malerisch die Bäume herausragen.

Wasserflächen noch der Schneeschmelze
Wasserflächen noch der Schneeschmelze


Die Rentiere sind aus ihren Winterquartieren ins Freie entlassen und durchstreifen die Natur auf der Suche nach nahrhaften Flechten.

Die Rentiere sind wieder unterwegs in Lappland
Die Rentiere sind wieder unterwegs in Lappland


Und binnen weniger Tage ist es Hochsommer in Lappland.

Schwedisch-Lappland ist bekannt für die malerischen arktischen Winter und wer die Region bislang nur im Winter erlebt hat, wird sie von Juni bis Mitte September kaum mehr wieder erkennen.

Eines aber verbindet Winter und Sommer hier: Ankommen in Schweden. Durchatmen und innerlich zur Ruhe kommen. Die Natur geniessen.

A propos: Wenn Sie sich wirklich urlaubsreif fühlen, ist Lappland der perfekte Erholungsort.

Der Februar 2016 in Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau auf den Monat Februar 2016 in Bildern.

-> Zur Bilderstrecke „Der Februar 2016 in Lappland in Bildern“

Der Januar 2016 in Lappland in Bildern

Zum Monatswechsel eine Rückschau auf den Monat Januar 2016 in Bildern. Dieses Jahr verfolge ich ein Projekt unter dem Namen „One Phone - One App - One Year“, über das ich hier schon ausführlich geschrieben habe.

Und wer auf Instagram ist, kann dem Projekt tagesaktuell folgen.

Für alle Nicht-Instagrammer poste ich um jeden Monatswechsel herum eine Auswahl der Bilder, die mir aus dem vergangenen Monat am besten gefallen.

-> Zur Bilderstrecke „Der Januar 2016 in Lappland in Bildern“

Wir leben noch - Lappland im Griff der Kälte

Die tägliche Lektüre des Pressespiegels verrät uns, dass es Lappland in den vergangenen Tagen in die internationale Presse geschafft hat, denn wieder einmal richtiger Winter in Lappland.

Ich sitze im Auto und beim Blick auf die Temperaturanzeige im Armaturenbrett kommt mir plötzlich die Frage: Warum ist es da draussen eigentlich doppelt so kalt wie in unserer Gefriertruhe?

Unter minus 30 Grad C verändern sich Leben und Alltag. Auch wenn Du nur kurz nach draussen gehst, packst Du Dich in mehrere Schichten Kleider ein und siehst wie ein Michelinmännchen aus.

Wenn es schnell gehen muss gibt es Missgeschicke; ein alltägliches Beispiel: Du bist beim Geschirrspülen und der Hund will raus (oder kurze Zeit später wieder rein). Also mit den Nassen Händen schnell die Tür geöffnet. Schwerer Fehler, denn Du frierst sofort an der Türklinke an und das tut weh.

Alles wird schwerfällig. Auf die Technik ist kein Verlass mehr. Der sonst stets zuverlässige Handgriff an der Autotür bricht bei minus 38 Grad einfach ab, wenn Du die Tür öffnen möchtest. Das Auto gibt ächzende Geräusche von sich und schleppt sich nur noch äusserst widerwillig über die Strasse. Bremsen und Kupplung werden schwerfällig und das Schalten gleicht dem Rühren mit einem Kochlöffel in einem Mürbeteig.

Langsamheit ist das Gebot der Stunde. Auch bei maximalem Frostschutz (so um die minus 45 Grad) muss daran gedacht werden, dass der Windchill-Faktor dramatisch zuschlägt.

Wer bei unter minus 30 Grad auch nur etwas zu schnell fährt riskiert, seinen Kühler binnen Minuten in eine Eisblock zu verwandeln. Und im Zweifel gibt es an der Stelle, an welcher der Motor dann seinen Geist völlig aufgibt, keinen Mobilfunkempfang und die Notfalltasche mit den warmen Stiefeln, der Fellmütze und dem Winteroverall liegt in der heimischen Garage statt im Kofferraum...

Der Schwede und die Schwedin nehmen das alles recht gelassen. In Arvidsjaur sind bei minus 30 Grad noch einige Radfahrer unterwegs gewesen und viele Schulkinder sind - dick eingepackt - zu Fuss unterwegs zum Unterricht.

Der Temperaturunterschied ist gewaltig. Beim Betreten des Hauses liegt das Temperaturgefälle mitunter bei 50 bis 60 Grad. Die Brille beschlägt sofort eisig.

Die vergangenen zwei Wochen hat sich das Thermometer am unteren Ende der Skala befunden. Die Temperaturen schwankten zwischen minus 25 und minus 40 Grad und haben uns wieder vor manche Herausforderungen gestellt.

Die extreme arktische Kälte führt dazu, dass Du wesentliche Teile des Tages schlicht damit verbringst, Holz in den Ofen der Heizung zu schichten. Das hat aber auch seine guten Seiten: Viel Zeit zum Nachdenken im warmen Heizraum.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist das Thermometer im steilen Winkel dann binnen einiger Stunden endlich von minus 33 auf minus 7 gestiegen. Und mittlerweile rechnen alle veröffentlichten Wettermodelle mit einer milden Winterphase, jedenfalls soweit es die Temperaturen angeht. Zu schreibender Stunde sind die nächsten Tage zwischen minus 10 und 20 Grad zu erwarten. Es könnte in den nächsten Tagen allerdings wieder ordentlich schneien. Die bisherige Gesamtschneehöhe liegt bei 65-70 cm, was ungefähr die Hälfte des ansonsten saisonüblichen Wertes zu dieser Zeit ist.

Minus 36 Grad - Warum ist es da draussen eigentlich doppelt so kalt wie in unserer Gefriertruhe?
Warum ist es da draussen eigentlich doppelt so kalt wie in unserer Gefriertruhe?

"Es werde Licht" - aber doch nicht so

Ein traumhafter Herbsttag und ein wunderschöner Waldspaziergang an einer Stelle, an die es uns bislang noch nicht verschlagen hatte. Ein Tag zum Geniessen.

Aber unvermittelt stehe ich plötzlich wie angewurzelt und reibe mir verwundert die Augen. Zugegeben, wir sind so einiges an "kreativer" (spricht: unanständiger und gesetzwidriger) Abfallentsorgung gewohnt und haben schon viel gesehen. Aber das Fundstück, das da vor und lag, hatte leider wieder einmal eine besondere Klasse.

Ungefähr zwei Kilometer querfeldein im Wald lag da ein Stapel mit eigentlich einmal sehr schönen und luxuriösen Lampen. Sauber demontiert und noch mit Glühbirnen in den Fassungen. Keine schlichten Lampen, sondern exklusive Modelle aus deutscher Produktion. Dem Zustand nach zu urteilen lagen sie da schon um die fünf Jahre.

Mal abgesehen von der Frage warum sich jemand die Mühe macht, eine so grosse Menge Elektroschrott für die "Entsorgung" zwei Kilometer durch den Wald zu schleifen, wo doch der nächste Recyclinghof mit dem Auto problemlos erreichbar ist, verwundert es auch sehr, warum die edlen Lampen nicht über eine der einschlägigen Onlineplattformen verkauft worden sind. Handelt es sich etwa um Diebesgut? Aber welcher Einbrecher würde sich schon Mühe machen, Deckenlampen erst fachgerecht abzumontieren, um sie dann im Wald zu entsorgen?

Wieder einmal eines dieser Rätsel, die sich nicht auflösen lassen werden.

Der aufmerksamen Leserschaft jedenfalls werden einige Artikel zum "speziellen" Umweltbewusstsein in Schweden in Erinnerung sein. Was haben wir nicht alles schon irgendwo tief im Wald gefunden: Autowracks, Stapel von alten Autobatterien, haufenweise Müllsäcke, und vieles mehr...

es_werde_licht_10_2015
Es werde Licht - „kreative“ Abfallentsorgung in Schweden

20. August

Der 20. August ist am Polarkreis in dreifacher Hinsicht ein bedeutsames Datum:

- Schwalbenschwärme ziehen in akrobatischen Flugmanövern über unsere Köpfe. Unter ihnen auch die drei kleinen Schwälbchen, die in einem Nest am Dachbalken unserer Scheune in schwindelerregender Höhe geschlüpft sind. Es war ein Naturschauspiel, sie aufwachsen zu sehen und die ersten Flugversuche zu verfolgen. Das war vor acht Wochen. Und nun bereiten sie sich auf eine mehrere tausend Kilometer lange Reise vor. Eigentlich sollten sie sogar schon unterwegs sein, denn normalerweise ist der 20. August das „Abflugdatum“ der Schwalbenschwärme. Wegen des derzeit sonnigen Wetters wird sich das Datum dieses Jahr um einige Tage verschieben.

- Es lässt sich nun (leider) nicht mehr verleugnen, dass es bald wieder kalt werden wird am Polarkreis. Just am 20. August, zog der Gerätewagen im Auftrag des Vägverkets seines Weges, um die „Snöstängsel“ (Schneestangen) für die kommende Wintersaison in den Boden zu bohren. Ein komisches Gefühl bei - ungewöhnlichen - 20 Grad Tagestemperatur. In Västerbotten sind die Markierungsstäbe aus leuchtend rotem Plastik gefertigt und haben mehrere Markierungen aus Signaltape, wohingegen auf den Nebenstrassen in Norrbotten noch echte Holzstangen zum Einsatz kommen. Diese werden wegen ihrer besonders geraden Form eigens aus Russland importiert und dann an mehreren Stellen mit Signalfarbe lackiert.

- Schliesslich ist der 20. August der Tag, an dem in unserem beschaulichen kleinen Dorf die Strassenbeleuchtung wieder in Betrieb genommen wird. Vor sieben Wochen noch ging die Sonne gar nicht unter; nun ist es ab 22 Uhr schon so dämmrig, dass die Strassenlaternen wieder einige Stunden ihr Licht spenden.

Snöstängsel aus Västerbotten - von innen betrachtet
Snöstängsel aus Västerbotten - von innen betrachtet

Strassenbau in Schweden

Eine längere Autofahrt hat uns am vergangenen Sonntag viele Kilometer über unbefestigte Wege geführt. Schweden ist ein weitläufiges Land und das Wegenetz umfasst 98.500 Km Staatsstrassen und 41.600 Km kommunale Strassen. Dazu kommen noch jede Menge privater Strassen, deren Unterhaltspflicht nicht bei der öffentlichen Hand liegt. Von den 98.500 Km Staatsstrassen fallen 72.100 Km in die Kategorie „sonstige Strassen“. Von diesen sind 19.300 Km, d. h. ungefähr 20% des Wegenetzes, „Schotterpisten“ (der grösste Teil davon in Nordschweden; Quelle: Trafikverket).

Das Wegenetz will unterhalten und im Winter auch geräumt werden. Eine herausfordernde Aufgabe, denn die langen und harten Winter führen dazu, dass Wege und Strassen wegen Frostschäden beinahe jährlich ausgebessert werden müssen. Manchmal scherzen wir auf Autofahrten wegen der Spurrillen, dass es jetzt an der Zeit wäre, die Kanus auszupacken um paddeln zu können.

Manchmal nimmt das skurrile Formen an, wie wir auf der besagten Fahrt am vergangenen Sonntag wieder einmal sehen durften. Ein Waldweg, der zu einem entlegenen Ortsteil führt, war vom Regen ausgespült und das Strassenbett hatte sich um ca. 20-30 cm gesetzt. Kratern gleich gab es Schlaglochfelder, die jeder Teststrecke für Autos Ehre gemacht hätten. Zwischen den Schlaglöchern ragten bedenklich hohe, einzelne Steinbrocken heraus. Hoch genug, um jeder PKW-Ölwanne ein jähes Ende bereiten zu können.

Ein findiger Kopf hatte das Problem auf eine sehr kreative - und farbenfrohe - Art und Weise gelöst, indem er (oder sie) alle herausragenden Steine mit roter Signalfarbe besprüht hat. Ob das eine vorbereitende Massnahme für die (hoffentlich) kommenden Unterhaltsarbeiten an dem Weg, oder nur als Hinweis für die Verkehrsteilnehmer gedacht war, war leider nicht heraus zu finden.

Unser Tipp an alle Schwedenreisenden und Urlauber: Das weit verzweigte Netz an unbefestigten (Wald-) Wegen führt oft zu bezaubernden Stellen. Hohe Aufmerksamkeit und angepasste Geschwindigkeit sind aber unbedingt anzuraten! Und mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen bitte vernünftig bleiben und keine Risiken eingehen. Erfahrungsgemäss ist das Mobilfunknetz draussen an entlegenen Stellen im Wald immer dann nicht vorhanden, wenn es dringend gebraucht wird.

Strassenbau in Schweden
Strassenbau in Schweden

Zwischenstand zum arktischen Sommer 2015

Zwischenstand zum arktischen Sommer 2015; die Fortsetzung.

Die kurze Version: Regen, Regen, Regen

Die mittellange Version: Regen, Kälte, Regen, Kälte

Die ausführliche Version: Der Sommer in Schwedisch-Lappland hat sich bislang als Totalausfall erwiesen. Er hat schlicht und ergreifend bislang nicht stattgefunden. Zusammen genommen waren es nur ungefähr zwei Wochen mit sommerlichen Temperaturen und ohne Niederschlag. Und nach dem Wettergefühl der Einheimischen beginnt mit dem August bereits die herbstliche Zeit. Ganz so dramatisch sehen wir das nicht, denn wir hatten die letzten Jahre ab und an auch einmal einen richtig schönen und warmen August. Aber für viele Schweden war der Sommer eine Belastung. Die schwedische Ferienzeit neigt sich dem Ende zu und die Daheimgebliebenen hatten kaum eine Chance, die „inneren Akkus“ für den Winter zu füllen.

Prägend für den arktischen Sommer 2015 in Lappland: Regen
Prägend für den arktischen Sommer 2015 in Lappland: Regen


Auch für die kürzlich hier schon erwähnten kommerziellen Beerenpflücker, die zu einem grossen Teil eigens aus Thailand hierher fliegen, ist die Katastrophe voll im Gange. Normalerweise können sie in zwei Monaten Sommerarbeit in Schweden genug verdienen, um ihre Familie zu Hause den Rest des Jahres zu ernähren. Dieses Jahr sehen wir ausnahmslos verzweifelte Gesichter. Von den begehrten Hjortronbeeren ist dieses Jahr fast keine Spur zu finden. Wo normalerweise ertragreiche Gebiete sind, gibt es dieses Jahr nichts. Auch die spätere Blau- und Preiselbeerernte sind akut gefährdet. Für die Beerenpflücker ist das deswegen so dramatisch, weil sie zum überwiegenden Teil erfolgsbezogen vergütet werden. Keine Ernte ergibt also fast keinen Lohn. Und auch der geringe Garantielohn ist gefährdet, denn die auftraggebenden Unternehmen sind in einer so dramatisch schlechten Saison von Insolvenz bedroht. Die mit einer befristeten Arbeitserlaubnis ausgestatteten ausländischen Saisonarbeiter haben aber praktisch keine Chance, das im schwedischen Recht vorgesehene Konkursausfallgeld geltend zu machen und müssen dann mit leeren Taschen wieder nach Hause fliegen (die Reisekosten zahlen sie natürlich selbst). Die Tragödien lassen sich nur erahnen.

Auch die schwedische Landwirtschaft stellt sich auf grosse Ernteausfälle ein. Kartoffelbauern berichten, dass bis zu 90% der Ernte bereits jetzt unwiderruflich verloren sind.

Und auch für viele Touristen ist der Sommer trist. Wer ein festes Urlaubsdach über dem Kopf und die richtige Kleidung hat, kann auch dem trüben Sommer viele reizvolle Seiten abgewinnen. Die Campingplätze aber sind gähnend leer und viele Wohnmobilisten, mit denen wir gesprochen haben, haben ihren Urlaub abgebrochen und sich wieder auf die Heimreise gemacht.

Kraniche und Rentiere am Wegesrand
Die Tierwelt nimmt es etwas gelassener: Kraniche und Rentiere am Wegesrand

Können Laternenpfähle im Sommer frieren?

Wir unterbrechen unsere Sommerpause heute mit einem kurzen Beitrag und widmen uns der Frage: Können Laternenpfähle im Sommer frieren?

Können Laternenpfähle denn im Winter frieren und wenn ja, wie ist das im Sommer? Bei einer kühlen Brise Seeluft vielleicht, oder bei einem plötzlichen Kälteeinbruch?

Und heisst es eigentlich Laternenpfahl oder Laternenpfosten?

Der verwunderte Leser mag sich jetzt vielleicht fragen, wie wir eigentlich auf diese - doch zunächst eher peripheren - Frage gekommen sind.

Sie merken schon, entweder geht es um Satire oder um Kunst. Letzteres ist der Fall.

Und damit wären wir mittendrin in einem neuen Beitrag aus der Serie: Achtung Kunst.

Bei einem Spaziergang an der "Uferpromenade" in der beschaulichen Kleinstadt Malå in Schwedisch-Lappland sind wir kürzlich auf eine interessante und sehr kreative Kunstinstallation gestossen.

Pfostenwärmer - Kunst am Laternenpfahl - 1
„Pfostenwärmer“


Der Uferweg, der einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Seite des Malåträsk gewährt und stark frequentiert ist, wurde in einen meditativen Pfad verwandelt. Der Kern des Gesamtkunstwerkes sind bekleidete Laternenpfähle. Gehäkelt, gestrickt und in Patchwork haben die Laternenpfosten wärmende Bekleidung bekommen: Zahlreiche "Handschuhe" oder "Wärmesocken" zieren die Reihe der Laternenpfosten.

Frau Lapplandblog bezeichnet die handgefertigten Kunstwerke, welche an den Laternen angebracht sind, schlicht und ergreifend als Pfostenwärmer.

Pfostenwärmer - Kunst am Laternenpfahl - 2
„Pfostenwärmer II“

Am Wegesrand des meditativen Pfades sind im Abstand von 10-20 Metern Schilder mit besinnlichen Zitaten angebracht. Mehrere Bänke laden zum Verweilen ein.

Bank am Wegesrand - Kunst am Laternenpfahl
„Besinnliche Parkbank - oder Parkbank der Besinnung?“


Eine innovative Installation, wir wir finden. Vom philosophischen Hintergrund, der sich in den Eingangsfragen andeutungsweise spiegelt, einmal ganz zu Schweigen.

Im beschaulichen Malå ist die Frage nach der Kälteempfindlichkeit von Laternenpfählen also, entgegen landläufiger Ansicht, nicht nur rein philosophischer Natur.

Pfostenwärmer - Kunst am Laternenpfahl mit Panorama
„Pfostenwärmer in Nationalfarben mit Panorama“


Das Jedermannsrecht ("Allemansrätten") - aber so bitte nicht!

"Das kann doch nicht wahr sein", so fuhr es mir durch den Sinn. Und meine Palette der Emotionen ging von ungläubigem Staunen über Fassungslosigkeit bis hin zu richtigem Ärger.

Was war geschehen? Es geht um das schwedische Jedermannsrecht , das sog. "Allemansrätten". Das Allemansrätten, eine alte Tradition in vielen nordischen Ländern, hat in Schweden seine Grundlage in der Regeringsformen (Link zum Gesetzestext der Regeringsformen), einem der schwedischen Grundgesetze.

Die geltende Regeringsformen, in der u. a. die staatsrechtliche Organisation des schwedischen Staates geregelt ist, ist am 1.1.1975 in Kraft getreten. Seit 1994 findet sich dort im zweiten Kapitel § 15 die Regelung

"Alle haben Zugang zur Natur nach Massgabe des Jedermannsrechtes".


Bereits von Alters her war das Allemansrätten aber bereits ein ungeschriebener schwedischer Rechtsgrundsatz, der durch die Neuregelung aus dem Jahre 1994 lediglich gesetzlich kodifiziert wurde.

Der genaue Umfang des Jedermannrechtes ergibt sich allerdings nicht aus der Regeringsformen, aber im schwedischen Umweltgesetzbuch, dem sog. "Miljöbalken" (Link zum Gesetzestext des Miljöbalken) finden sich einige detailliertere Regelungen, insbesondere in den Kapiteln zwei und sieben. Dort ist im siebten Kapitel § 1 die Regelung

"Jedermann, der das Jedermannsrecht in Anspruch nimmt oder sich sonst in der Natur aufhält, soll Rücksicht und Achtsamkeit im Umgang mit der Natur zeigen"



zu finden.

Die Detailauslegung des Jedermannsrechts wird vom schwedischen Amt für Naturschutz, dem sog. "Naturvårdsverket" vorgenommen. Der Obersatz lautet dabei

"Nicht stören und nicht zerstören".



Ausgangspunkt für die Auslegung des Inhalts sind zunächst alle in anderen Gesetzen ausdrücklich untersagten Tatbestände. Der dann verbleibende Freiraum wird vom Naturvårdsverket ausführlich beschrieben und ausgeformt.

Über den Umfang des Allemansrätten wird in den letzten 15 Jahren lebhaft diskutiert denn es gestattet viele Nutzungen, die von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung sind. So z. B. das kommerzielle Beerenpflücken. Jedes Jahr arbeiten sich Heerscharen von kommerziellen Beerenpflückern, die i. d. R. unter völlig unakzeptablen Bedingungen arbeiten, durch die Wälder Norrlands auf der Suche nach Preiselbeeren, Blaubeeren, Moltebeeren und vielen anderen Leckereien.

Über die bemitleidenswerten Beerenpflücker, die mit einem zeitlich begrenzten Arbeitsvisum oft aus Thailand und sogar China nach Schweden kommen, wäre noch viel zu sagen. Aber darum soll es heute nicht gehen.

Also zurück zum Allemannsrätten. Dieses ist auch bei vielen Touristen sehr beliebt - ermöglicht es doch z. B. das wilde Campen in der Natur.

Das Natutvårdverket sagt dazu:

Für eine Nacht darf man in der freien Natur zelten, vorausgesetzt, dass man den Grundbesitzer nicht stört oder Schaden in der Natur anrichtet. ... Es ist wichtig, das Zelt nicht in Sichtweite eines Wohnhauses oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aufzuschlagen. ... Das Jedermannsrecht erlaubt, für eine Nacht zwei bis drei Zelte aufzuschlagen. Da bei größeren Gruppen die Gefahr für Bodenschäden und sanitäre Probleme besteht, muss die Erlaubnis des Grundbesitzers eingeholt werden.



Für Nationalparks und Naturschutzgebiete gibt es Sondervorschriften.

Und wer würde es nicht lieben, in der freien Natur am Lagerfeuer zu sitzen?

Das Naturvårdsverket dazu:

Unter sicheren Bedingungen ist es erlaubt in freier Natur offene Feuer zu zünden. Doch so stimmungsvoll ein offenes Feuer auch ist, es birgt Risiken, denn jährlich werden große Waldbrände durch Fahrlässigkeit mit offenen Feuern verursacht. ... Es ist wichtig, einen geeigneten Platz für das Feuer zu wählen. Das Feuer darf sich weder ausbreiten noch Boden oder Pflanzen beschädigen. Kies oder Sandboden eignen sich gut als Bodengrundlage.Moos, Torfboden oder erdiger Waldboden eignen sich nicht so gut. Hier besteht nicht nur die Gefahr, dass sich das Feuer ausbreitet, es kann auch lange im Boden schwelen, um später aufzuflammen.Machen Sie auch nie Feuer auf oder direkt neben Felsen oder Klippen. Diese bersten durch die Hitze und es entstehen unwiderrufliche Schäden.Heruntergefallene Tannenzapfen und Zweige dürfen als Brennmaterial benutzt werden. Es ist nicht erlaubt, Bäume oder Büsche zu fällen oder Reisig, Zweige und Baumrinde von lebenden Bäumen zu schneiden. Auch die Wurzeln umgekippter Bäume (Sturmholz) dürfen nicht als Brennholz verwendet werden.



Für Nationalparks und Naturschutzgebiete gibt es auch hier wieder Sondervorschriften.

Zurück zum Ausgangspunkt meines Erlebnisses. Ort des Geschehens ist ein bezaubernder "wilder" Campingplatz, der bei vielen Norrlandurlaubern sehr beliebt ist. Einige übereifrige Touristen hatten für ein Lagerfeuer einen der wertvollen Bäume, die zur Uferbefestigung dienen, gefällt und zu Feuerholz verarbeitet. Und das war nicht der erste Baum, der an diesem Ort rücksichtslosen Touristen zum Opfer gefallen ist. Das zu sehen und zu verfolgen regt mich - ehrlich gesagt - unglaublich auf.

Deswegen liebe Urlauber:

Nicht stören und nicht zerstören. Und im Zweifel bitte den Ball bewusst flach halten! Denkt daran: Ihr seid auch Botschafter Eurer Kultur und Eures Heimatlandes. Und speziell alle Deutschen seien hier ermahnt, denn der Ruf von Deutschen leidet in unseren Breiten derzeit aus guten Gründen leider zunehmend.



Das Jedermannsrecht (
Ich traue meinen Augen nicht:
Hier wurden die Grenzen des Allemansrätten weit überschritten!

Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick mit Bildstrecke

Wer sich für Reisen nach Nordschweden interessiert, weiss es schon: Lappland ist ein Paradies für alle Winterfans und Wintersportler.

In unseren Breiten unter dem Polarkreis beginnt der richtige Winter schliesslich bereits im November. Genau genommen sind es nur vier Monate, die in Schwedisch-Lappland nicht vom Winter geprägt und in der Regel schneefrei sind (Juni-September).

Die Himmelstore öffnen sich in den Monaten November und Dezember und sorgen für reichlich Schnee. Mit "richtigen" Minusgraden ist von Januar bis März zu rechnen. Das Thermometer sinkt dann schon einmal auf die "Minus 40 Grad Marke".

Alle, die sich für Eisangeln, Schneemobile und Skifahren begeistern, finden bei uns ihr Paradies. Und von den Polarlichtern will ich erst gar nicht anfangen zu schwärmen.

Wie war nun die Wintersaison 2014/2015? Der Winter war schneereich (wenn auch nicht ausserordentlich) und relativ warm. Wochenlange Tiefsttemperaturen sind uns in dieser Saison erspart geblieben. Der Schnee hat sich allerdings lange gehalten. Wir schreiben heute den 17. Mai und an schattigen Stellen liegt noch immer Schnee. Anfang April gab es mehrere Wochen ein eher lästiges Schneematschwetter mit Tagestemperaturen um die Null Grad.

Die in dieser Gegend im Geheimen sehr aktiven Autotester bekannter Grosskonzerne waren - dem Vernehmen nach - von dieser Saison nicht sehr begeistert. "Zu warm" lautete einheitlich das von verschiedenen Quellen kolportierte Verdikt.

Impressionen aus diesem Winter haben wir für Sie in einer Serie mit Bildern in schwarz/weiss zusammengestellt.

-> Zur Galerie "Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick"

Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick

Bye, bye, Winter Wonderland

Das Wetter in Lappland ist sehr unbeständig und die Vorhersagen sind da so eine Sache. Böse Zungen behaupten gar, dass die Prognosen im nachhinein besser sind, als im vorhinein :-)

Wenn wir der aktuellen Langzeit-Wettervorhersage für die Region aber einmal Glauben schenken wollen, dann könnte (Konjunktiv!) die kommende Woche keine Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mehr aufweisen. Die tatsächliche Wintergrenze wäre damit gekommen.

Dem Schnee kann jedenfalls jetzt schon beim Auftauen zugesehen werden.

Wieder einmal heisst es „Bye, bye, Winter Wonderland“. Wir sehen uns bald wieder.

Bye, bye, Winter Wonderland - Little Planet
Ein 360-Grad-Rückblick auf die bald hinter uns liegende Wintersaison 2014/2015

"Snömögel" - Allergiegefahr bei der Schneeschmelze

Der Schnee schmilzt endlich und viele Menschen sind verschnupft. Überall wird geniesst und die Nasen laufen. Woran liegt das?

Eigentlich ist die Schneeschmelze ein Moment des Glücks. Nach der langen Wintersaison wird die Schönheit der vom Schnee monatelang verzauberten Landschaft endlich wieder sichtbar. Doch das Winterende birgt auch einen unschönen Nebeneffekt, die vielen Allergikern schwer zu schaffen macht (weltweit übrigens).

"Snömögel" heisst das Phänomen auf Schwedisch, dessen wissenschaftlicher Name "Microdochium Nivale" ist. Es handelt sich um einen Schimmelpilzbefall, der von einem Pliz aus der Gattung Fusarium verursacht wird (Link Wikipedia Schwedisch, Link Wikipedia Deutsch).

Wie sind wir auf die Themtatik aufmerksam geworden?

Eine schwedische Bekannte hat kürzlich berichtet, dass ihre Kinder beim Allergietest waren. Dort war die Sprache auch auf den Snömögel als mögliche Allergieursache gekommen.

Fusarien leben vor allem im Boden oder auf und in Pflanzen. Besonders gut gedeiht der schädliche Schimmelpilz wenn sich der Boden unter dem Schnee erwärmt und das Klima unter der verbleibenden Schneedecke feucht-warm wird. Nachvollziehbarerweise ist das Risiko in Nordschweden besonders gross, denn hier schaltet das Klima binnen kürzester Zeit von Winter auf Sommer um. Die Schneeschmelze ist schnell und i. d. R. von hohen Temperaturen begleitet. Ein wahrhaftes Paradies für Schimmelpilze, die sich - kleiner Tipp für potentielle Immobilienkäufer in Lappland - übrigens auch gerne in Häusern einnisten (und nur äusserst schwer wieder los zu werden sind). Bei etwa zwei bis acht Grad fühlt sich unser Schädling besonders wohl.

Das allergieauslösende Nebenprodukl des Schneeschimmels sind Mytotoxine. Und die haben es in sich. Für Menschen bestehen gesundheitliche Risiken bis zum Nierenversagen bei entsprechend hohen Konzentrationen. Besonders bei Patienten mit ohnehin angeschlagenem Immunsystem können verschieden Fusarien allerdings auch ernsthafte Fusariosen auslösen. Problematisch sind dabei oft allergische Reaktionen wie Sinusitis und Pneumonie. Die Therapie erfolgt symptomatisch und am besten ist es, befallene Flächen während der Schneeschmelze zu meiden. Sind die Temperaturen nach zwei bis drei Wochen dann auf Sommerwärme gestiegen, ist die Gefahr gebannt. Millionen von Pilzsporen sind auf den befallenen Flächen aber stets präsent und warten nur auf die nächste Schneeschmelze.

Wenn Sie unter dem schmelzenden Schnee also einen grau-braunen Boden sehen, wo in der Saison zuvor noch grünes Gras war ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Sie eine Winterschimmelpilzzucht vor sich haben. Nach dem Lehrbuch wachsen die vom Pilze befallenen Regionen kreisartig. Ein vollflächiger Befall ist aber leider auch nicht unüblich.

Was tun?

In Wissenschaft und Forschung wird das Thema derzeit noch stiefmütterlich behandelt. Im Handel sind verschiedene "chemische Keulen" erhältlich, deren Nebenwirkungen aber dem Mytotoxin des Schimmels alle Ehre machen dürften. In experimentellen Testreihen wird auch versucht, dem Schimmelpilzbefall durch Bakterien Herr zu werden. Aussagekräftige Studienergebnisse dazu sind noch nicht publiziert.

Der Snömögel hat auch beträchtliche wirtschaftliche Auswirkungen. Viele Golfplatzbetreiber - und Golfplätze gibt in in Lappland recht viele - klagen jedes Jahr über verdorbenes "Green".

Snömögel, Fusarium, Microdochium Nivale
Was legt die Schneeschmelze frei? Oft ist der „Snömögel“ mit im Spiel...

Bitte: Brot statt Böller

Eine Bitte an alle, die sich gerade mit dem Gedanken beschäftigen, was sie denn zum Silvesterfeuerwerk einkaufen sollen:

Lasst es bitte ganz einfach sein und investiert statt dessen in etwas Sinnvolles.

Das aus zwei Gründen:

1. Feuerwerke sind extrem ungesund für Mensch und Tier. Wer Haustiere hat, kann das ohne weiteres selbst beurteilen. Tragische Unfälle gehen Jahr für Jahr durch die Medien. In Österreich erleiden z. B. rund 1000 Menschen Jahr für Jahr schwere Hörschäden durch Silvesterböller.

Neue Studien belegen ausserdem ganz erhebliche Partilkelemissionen bei Feuerwerken.


Kurz gesagt: Feuerwerke sind zwar in den Augen mancher Betrachter schön anzusehen, aber eine große Belastung für Gesundheit und die Umwelt. Die Nebenwirkungen in Form von Gesundheitsgefährdungen, Umweltbelastung und Sicherheitsgefährdungen sind erheblich.




2. Mit dem Silvesterfeuerwerk wird - im wahrsten Sinne des Wortes - jede Menge Geld völlig sinnlos "verpufft". Die letzte belastbare Zahl stammt aus dem Jahr 2011; sie dürfte aber seitdem nicht gesunken sein.

Nach Informationen des Verbandes der pyrotechnischen Industrie werden Silvester 2011 rund 113 Millionen Euro für Knallkörper und Raketen ausgegeben.


Dieses Geld kann viel sinnvoller verwendet werden, z. B. so.

Also, liebe Leserinnen und Leser: Tut Euch und anderen etwas Gutes und verzichtet auf das Feuerwerk. Tut statt dessen lieber etwas Gutes und Sinnvolles! Danke!

Weihnachten und ein Rückblick auf das Jahr 2014

Das Jahr neigt sich wieder seinem Ende zu. Zeit für einen Rückblick.

Wetter

Der Winter hat sich von Oktober bis kurz vor Weihnachten recht lustlos dahin geschleppt. Bislang liegt - im Jahresvergleich - noch sehr wenig Schnee (so um die 40 cm) und die Temperaturen haben sich moderat gehalten. Pünktlich zu Weihnachten aber ist das Thermometer nach unten gestürzt und hat am Heiligen Abend die minus 30 touchiert. So soll es auch die kommenden Tage noch bleiben.
Im Gegensatz zu vielen mitteleuropäischen Wintersportgebieten darf Lappland aber dennoch bis auf weiteres als „schneesicher“ bezeichnet werden. Die amtliche Definition von „schneesicher“ lautet schliesslich:

„Standorte werden als schneesicher bezeichnet, wenn zwischen dem 16. Dezember und dem 15. April an mindestens 100 Tagen eine Schneedecke von mindestens 30 cm (Ski alpin) oder 15 cm (Ski nordisch) liegt.“

Das ist in unseren Regionen locker der Fall.


Weihnachten - Heiligabend

Wie üblich ist es zu Weihnachten sehr ruhig in Lappland. Ein Spaziergang durch die geradezu mystische Stille am Heiligabend ist Balsam für die Seele. Stundenlang war kein Auto auf den Strassen zu erspähen, bis gegen 20 Uhr kurzzeitig hektischer Verkehr einsetzte. „Familienwechsel“, oder besser gesagt „Wechsel der sozialen Wohngemeinschaft“ ist der Grund dafür. Bei den recht offenen Beziehungsverhältnissen in Schweden, bei denen mehrere „Särkullbarn“, d.h. Kinder, die nicht aus der aktuellen Lebensabschnittspartnerschaft entstammen die Regel sind, müssen eben viele Besuche gemacht werden, um alle Geschenke erfolgreich auszutauschen. Nicht gerade umweltfreundlich und offenbar sehr stressig, wie an der Durchschnittsgeschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer abzulesen war. Die hiesige Polizei hat für den Weihnachtsabend sogar eigens eine Warnung wegen der zur Zeit auf Wanderung in Richtung der wärmeren Küste befindlichen Elche heraus gegeben. Weihnachtsstress auf schwedisch. A propos: „Särkullbarn“ heisst übrigens - direkt übersetzt - „Kinder aus einem besonderen Wurf“. Man darf sich wundern.


Arktischer Winter und arktische Sonne

Habe ich eigentlich schon hinreichend über den arktischen Winter geschwärmt? Ich sage nur: Das Farbenspiel. Rot verwandelt sich in einen kühl-zarten Rosaton und das tiefe Himmelblau wird zu einem eisig-frostigen Stahlblau. Farbextreme, die im Auge des Betrachters äusserst gefällig sind. Und erst die Landschaft: Vom Wind kilometerlang glatt gezogene Schneeflächen, die von nur einigen Sträuchern und Bäumen unterbrochen sind. Ein wahrer Traum, ganz nach meinem Geschmack, und ein Paradies für Landschaftsfotografen. Für alle Nachahmer sei an dieser Stelle zur Sicherheit nochmals auf den einschlägigen Blogbeitrag „Im Griff der Kälte - Fünf Listen mit Tipps für Leben, Arbeit und Fotografie im Winter“ verwiesen.


Stichwort Auswandern

Der Boom ist ungebrochen. Nach wie vor wandern sehr viele Deutsche nach Nordschweden aus. Vielleicht denkt ja auch der ein oder andere Leser, oder die ein oder andere Leserin über die ruhigeren Tage am Jahresende darüber nach. Ein kleiner Hinweis sei daher an dieser Stelle erlaubt. Es gibt ein weises schwedisches Sprichwort das besagt: Jobs wachsen nicht auf den Bäumen. Als Grundregel gilt das umso mehr, je weiter nördlich man aufzuschlagen gedenkt. Leider haben wir im Laufe auch dieses Jahres wieder viel zu viele Auswanderergeschichten hören müssen, die letztlich an der Schaffung einer Einnahmequelle gescheitert sind. Also liebe potentielle Auswanderer: Plant und recherchiert gut (und lasst Euch am besten auch qualifiziert beraten), damit Euch eine Auswanderungskatastrophe erspart bleibt.

Soweit ein kleiner, weihnachtlicher Rückblick auf 2014. Den Ausblick auf das Jahr 2015 mit einem spannenden Langzeitprojekt gibt es in einigen Tagen.

Arktischer Winter in Lappland
Arktischer Winter - ein Traum für Fotografen
(Hinweis: Bild „out of cam“)

Hilfe, die roden meinen Wald ab (mit praktischen Tipps, was Sie in Schweden dagegen tun können)

Neulich in Lappland. Zu nachtschlafener Zeit klingelt das Mobiltelefon. Eine mir spontan nicht bekannte Nummer erscheint auf dem Display. Ich hebe ab und melde mich. Eine verzweifelt klingende Stimme am anderen Ende der Leitung ruft: "Hilfe - die roden gerade meinen Wald ab". Ich erhole mich erst einmal von meinem inneren Dialog, der ungefähr so lautete: "Warum rufen die alle immer mich an?". Aber ich bin ja gerne hilfsbereit und das wird alles seinen Grund haben. Also weiter im Text. Was war geschehen?

Im Laufe des Gespräches ergab sich etwas Klarheit. Der Anrufer betreibt in Norrbotten einen kleinen Tourismusbetrieb, der für seine traumhafte Lage in einem Wald bekannt ist (mittlerweile: war). Die bezaubernde Waldlage ist ein Alleinstellungsmerkmal. Ohne den Wald sinkt der Wert des Anwesens beträchtlich, denn dann ist der Platz für Naturliebhaber quasi wertlos. Das weitere Gespräch erhellte auch, dass es natürlich nicht um den "eigenen" Wald, sondern um den in fremdem Eigentum stehenden Wald rund um das Anwesen ging. Und das führt zu ganz wichtigen Fragen für alle, die hier oben ein Anwesen mit "traumhafter Waldrandlage" haben. Dieser Blogbeitrag soll etwas Licht ins Dunkel bringen.

Über die - für deutsche Verhältnisse - "grossräumige" Waldwirtschaft hatten wir schon einmal hier ("Kahlschlag - Forstwirtschaft in Lappland") und hier ("Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra") ausführlich berichtet.

Was aber kann getan werden, wenn die grossen Erntemaschinen plötzlich anrollen und der benachbarte Wald gleich einem Rasen gemäht wird?

Ist es erst einmal soweit gekommen, ist meistens nur noch wenig zu machen. Wer also "seinen" Wald bewahrt haben möchte, sollte sich in regelmässigen Abständen um einige Dinge kümmern. Aber erst einmal zu den Grundlagen.

Manche Waldgebiete sind in Schweden bereits gesetzlich vor einer Abholzung geschützt. Vier Typen von geschütztem Wald werden dabei unterschieden: Nationalparks, Naturreservate, Naturmonumente und Habitat-Schutz. Daneben gibt es noch sog. Natura 2000 Waldgebiete, die direkt durch europäische Vorschriften geschützt werden. Die vom jeweiligen Schutz erfassten Bestände werden vom Länsstyrelsen (d.h. der jeweiligen Landesverwaltung) verzeichnet und verwaltet. Für den Erhalt des benachbarten Waldes ist ein solcher Schutz gut. Allerdings darf in den Schutzbegieten in aller Regel nicht gebaut werden (und auch sonst sind mit dem Schutz verschiedenen Einschränkungen in der Nutzung verbunden).

Sie sollten sich also über den Gebietscharakter des (eigenen und anrainenden) Waldes erkundigen. Sie müssen dazu nicht direkt beim Länsstyrelsen nachfragen; die Bauämter auf den Gemeindeverwaltungen haben über ein EDV-System Zugriff auf die Karten mit den geschützten Gebieten.

Jede geplante Abholzung, die mehr als 0,5 Hektar betrifft, muss beim Skogsstyrelsen ("Waldwirtschaftsbehörde") mindestens sechs Wochen vor Beginn angezeigt werden. Der Wald muss ausserdem ein bestimmtes Alter erreicht haben, bevor eine Abholzung stattfinden darf. Für Nadelwald liegt dieses Alter i.d.R. zwischen 45 und 100 Jahren.

Ein schwedisches Gesetz aus dem Jahre 1993 schreibt vor, dass bei Abholzungen Umweltaspekte und die Produktionsziele gegeneinander abzuwägen sind. Auch "soziale Aspekte" sollen dabei berücksichtigt werden. In der Praxis hat das aber praktisch so gut wie keine Beschränkungen zur Folge. Meist werden die Produktionsziele höher gewichtet. Das auch deswegen, weil der Skogsstyrelsen einen Waldbesitzer entschädigen muss, wenn die Rodung nicht gestattet wird.


Einen interessanter Film über das schwedische "Waldmanagement" (englisch)


Weite Teile des Waldes sind im Besitz einiger weniger sehr grosser Gesellschaften. Glücklich schätzen darf sich, wer von Abholzungsplänen von Svea Skog oder der Norra Skogsägarna betroffen sein könnte. Beide Gesellschaften haben sich selbst verpflichtet, über die gesetzlichen Vorschriften hinaus, einen Anteil des Waldes zur Erhaltung der Natur zu schützen. Allerdings steht es dabei im Ermessen der jeweiligen Gesellschaft festzulegen, welche Gebiete dem freiwilligen Schutz unterfallen. Dankenswerterweise sind beide Gesellschaften aber auf einen guten Dialog mit den Anrainern aus. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, in der Planungsphase möglichst frühzeitig das Gespräch zu suchen. Die Norra skogsägarna sind zudem PEFC-certified. Das beinhaltet eine Verpflichtung zur sozialen Nachhaltigkeit.

Die Tipps und Empfehlungen für den Anrainer lauten also:

- Erkundigen Sie sich auf der Gemeinde oder beim Länsstyrelsen, ob die anrainenden Waldgebiete einem gesetzlichen Schutz unterstehen.

- Halten Sie Ausschau nach Markierungen, welche die Eingrenzung eines Abrodungsgebietes kennzeichnen. Entdecken Sie solche, ist höchste Eile geboten. Manchmal haben Sie noch Monate Zeit, manchmal aber auch nur Tage oder Stunden.

- Noch besser ist es, sich in regelmässigen Abständen (z. B. vierteljährlich) beim Skogsstyrelsen zu erkundigen, ob in der Nähe Ihres Anwesens grössere Abholzungen geplant sind.

- Falls Sie von einer geplanten Abholzung erfahren, suchen Sie umgehend den Dialog mit dem jeweiligen Waldeigentümer und legen Sie Ihre Position, d.h. warum Sie auf den Erhalt bestimmter Waldgebiete angewiesen sind (z. B. aus touristischen Gründen), dar.

Hilfe die roden meinen Wald ab
Nicht nur Biber und anderes Getier roden Wald...

Zehn praktische Tipps zum Stromausfall, oder: Lappland und die Herbststürme

Auf schwedischen Wetterseiten und in den Medien wird derzeit bereits wieder vor den im November zu erwartenden Herbststürmen gewarnt. Im Herbst und am Winteranfang sind heftige Stürme in Lappland an der Tagesordnung. Man gewöhnt sich daran. Manchmal fegen aber regelrechte Rekordstürme über das Land, so wie im vergangenen Jahr.

Stürme hinterlassen ihre Spuren. In manchen Gebieten wird der Wald hektarweise „umgemäht“. Viele kleinere Häuser werden Opfer der Windstärke und werden einfach „vom Winde verweht“; viele davon landen in weitem Umkreis vom ursprünglichen Standort in Einzelteilen. Bäume fallen auch auf bewohnte Häuser und richteten teilweise schwere Schäden an.

Was kann und sollte getan werden, um für Stürme und die oft aus ihnen resultierenden Stromausfälle gut gerüstet zu sein? Hier die wichtigsten und praxiserprobten Tipps:

Der erste Tipp für alle Hausbesitzer in arktischen Breiten lautet daher: Alle Bäume fällen, die bei Sturm auf das Haus fallen könnten!

Sturmwarnungen sollten in Lappland ernst genommen werden. Der zweite Tipp lautet, alles, was irgendwie weg geweht werden könnte, in Sicherheit zu bringen. Manchmal ist es geradezu grotesk, welche Gegenstände aus der entfernten Nachbarschaft nach einer Sturmnacht im eigenen Vorgarten zu finden sind.

Der dritte Tipp ist, bei Sturm das Haus nicht zu verlassen, vor allem nicht Auto zu fahren (wenn es nicht lebensnotwendig erforderlich ist).

Stromausfälle und Stürme: Das Stromleitungsnetz ist in unseren Regionen sehr weitläufig. Bei schweren Stürmen fallen regelmässig Bäume auf Leitungen, was zu Stromausfällen führt. In begrenztem Rahmen sind die hiesigen Netzbetreiber ganz gut gerüstet für solche Fälle, und die Ausfälle halten sich im Rahmen von einigen Stunden.

Übersteigen die Schäden aber von Anzahl und Streuung her ein bestimmtes Niveau, kommen die Einsatztrupps an ihre Grenzen.

Im Klartext: Stromausfälle können dann sehr lange andauern. Das können dann schon mal 24 Stunden sein. Auf den ersten Blick hört sich das nicht so dramatisch an (und im Sommer ist es das auch nicht). Jetzt reden wir aber über Winterzeit und Minusgrade. Elektrobetriebene Geräte sind allgegenwärtig, auch in den meisten Heizsystemen. Viele Haushalte haben hier z. B. ausschliesslich nur noch Wärmepumpen oder Erdwärmeanlagen. Diese sind zwar sehr sparsam, sehr praktisch und sehr bequem. Doch ohne Strom sind sie sofort ausser Gefecht.

Auch wer eine klassische Holzheizung hat sollte sich Gedanken machen, inwieweit er auf eine elektrisch betriebene Umwälzpumpe angewiesen ist. In älteren Häusern sind oft noch Heizungsleitungen mit grossem Durchmesser verbaut, die eine Selbstzirkulation im System ermöglichen. Ist das der Fall, ist Entspannung angesagt: Die Holzheizung kann vorsichtig und langsam aufgeheizt werden, bis der Warmwasserkreislauf von selbst in Gang kommt.

Die Schwedische Energiebehörde hat eine - interessante und zugleich erschreckende - Internetseite, auf der die Abkühlung für verschiedene Häusertypen nachvollzogen werden kann.

Die Unterschiede sind recht gross und das romantische Holzhaus im alten Stil kann sich schnell zur Kältefalle entwickeln: Nach 24 Stunden sind bei minus 10 Grad Aussentemperatur bereits bedrohlich geringe Temperaturwerte erreicht.

Tipp Nummer 4 lautet deswegen: Alternative Heizsysteme vorsehen, z. B. Beistellöfen mit Holz, Gas oder Petroleumbetrieb. Und zwar rechtzeitig. Details bitte mit dem zuständigen Schornsteinfeger abklären und an die gute Belüftung von Innenräumen denken. Bitte unbedingt alle Sicherheitsvorschriften und Sicherheitsmassnahmen einhalten!

Tipp Nummer 5: Kerzen, Teelichter und Petroleumlampen (nebst Brennstoff) bevorraten. Die Petroleumlampen bitte auch in guten Zeiten ausprobieren und äusserste Vorsicht beim Betrieb in Innenräumen walten lassen. Bitte unbedingt alle Sicherheitsvorschriften und Sicherheitsmassnahmen einhalten!

Tipp Nummer 6: Wie sieht es mit der Wasserversorgung aus? Viele Häuser auf den Dörfern und fast alle entlegenen Häuser haben eigene Brunnen. Heutzutage werden die Pumpen mit Strom betrieben. Ein Stromausfall führt dann unmittelbar dazu, dass es kein Wasser mehr gibt. Das ist nicht ohne. Die Faustformel sagt, ein Mensch kann drei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser und drei Monate ohne Nahrung auskommen. Beim Wasser ist da natürlich nur an das Trinkwasser gedacht. Im Haushalt erfüllt Wasser nun aber noch viele zusätzliche Aufgaben, z. B. für die Persönliche Hygiene, die Toilettenspülung, den Abwasch, usw. Deswegen: Entweder zusätzlich ein mechanisches Pumpwerk installieren oder immer einige Kanister auf Vorrat haben. Und auch wer keinen eigenen Brunnen hat, sollte, falls der Stromausfall länger als drei Stunden andauert zur Sicherheit beginnen, einige Kanister und die Badewanne zu füllen.

Tipp Nummer 7: Nahrungsmittelvorräte, die auch kalt verzehrt werden können!

Tipp Nummer 8: Taschenlampen bevorraten (moderne LED Typen mit geringem Stromverbrauch). Batterievorrat (einmal pro Jahr verbrauchen und austauschen).

Tipp Nummer 9: Kommunikation – wie kann man Hilfe rufen, wenn es erforderlich werden sollte? Das gute alte Festnetz in Lappland funktioniert tatsächlich noch ohne Strom. Allerdings nur da, wo es überhaupt noch Festnetz gibt. In vielen Regionen wurde das alte Netz bereits abgebaut. Die Mobiltelefonsendemasten haben oft eine eigene Notstromversorgung. Also immer ein voll geladenes Mobiltelefon im Regal haben und dieses auch wirklich nur im Notfall verwenden. Ein batteriebetriebenes Radio sollte auch zur Hand sein.

Tipp Nummer 10: Wenn es wirklich bedrohlich wird: Ist kein alternatives Heizsystem vorhanden und sinkt die Temperatur im Haus unter plus fünf Grad, muss gehandelt werden. Sehr schnell besteht dann die Gefahr, dass Wasserleitungen und eine wasserbetriebene Heizung einfrieren. Geschieht das, hat das ganze Haus meistens nur noch Schrottwert. Und das bedeutet: Wasser aus den Leitungen und dem Heizungssystem ablassen. In Schweden bezeichnet man das als „kaltstellen“. Das ist hier ein ganz gewöhnlicher Vorgang, wenn Häuser den Winter über nicht genutzt werden. Das Verfahren dazu sollte natürlich in warmen Zeiten gut geübt worden sein. Nichts ist ärgerlicher, als entweder nicht zu wissen, wie man das macht, oder festzustellen, dass der entscheidende Absperrhahn zugerostet ist. Beim Ablassen aus den Wasserleitungen die Wasserhähne im Haus aufdrehen, damit auch wirklich alles Wasser aus den Leitungen fliessen kann.

Wer noch weitere Ideen oder Tipps hat: Gerne in den Kommentaren posten!

Umgefallener Baum nach Sturm
Ein Sturm fällt schnell auch grosse Bäume -
und wehe, wenn diese auf Stromleitungen fallen...


Fünf Tipps für den Sommer in Nordschweden - Wetterkapriolen [Update]

Wetterdynamik: Minus 37 Grad sind alles andere als behaglich, aber eine nicht ungewöhnliche Wintertemperatur in unseren Breiten. Aber plus 37 Grad? Das fällt unter die Kategorie "Wetterkapriolen".

Der Sommer ist in Nordschweden dieses Jahr so angespannt, dass der amtliche schwedische Wetterdienst (SMHI) sogar eine Unwetterwarnung der Klasse eins dazu heraus gegeben hat. "Unwetter" steht in Schweden normalerweise für Schneestürme, überfrierenden Eisregen oder extreme Minusgrade. Nicht so in diesem Sommer. Das SMHI hat für weite Teile Schwedens ausdrücklich vor Temperaturen von 30 Grad (und darüber) gewarnt.

Eine kurze Telefonumfrage bei Freunden und Bekannten in Väster- und Norrbotten hat ergeben, dass die Warnung eher untertrieben ist. An mehreren Orten wurden die 30 Grad gestern deutlich überschritten und heute soll es noch einmal wärmer werden. Die Folge der hohen Temperaturen sind zahlreiche lokale Gewitter. Diese können mitunter sehr heftig sein. Die Waldbrandgefahr - gerade aufgrund von Blitzschlägen - wird in vielen Gebieten derzeit als akut eingestuft. 
 
Fünf Tipps für den heissen Sommer in Schweden:

1. Insektenschutz: Wärme steht (leider) immer auch für alle Arten von fliegendem Ungetier. Besonders wenn die Luftfeuchtigkeit nach Gewitterschauern in die Höhe schiesst, ist die Luft geschwärzt von Mückenschwärmen. Unser Tipp ist Mygga.

Fotografen passen bitte auf, denn das in den Insektenschutzmitteln enthaltene DEET greift  Kunststoffteile an.


2. Persönlicher Schutz - Insekten und Kreuzottern: Bei stechender Sonne gehört eine Kappe auf den Kopf zum Schutz vor einem Sonnenstich. Tragen Sie luftige Kleidung (Langarm und Langbein). Das hilft gegen Sonnenbrand und Insekten.  

Denken Sie an die in Lappland recht häufig vorkommenden Kreuzottern. Mehr dazu hier.

Schlangen lieben die Wärme und laufen bei den derzeitigen Temperaturen zur Höchstform auf. Tragen Sie in der Natur stabiles, hohes Schuhwerk und halten Sie die Augen offen. Achten Sie besonders auch darauf, wo Ihre vierbeinigen Freunde entlang tapern!


3. Trinken, trinken, trinken: Wenn Sie Spaziergänge oder Wanderungen unternehmen, nehmen Sie unbedingt etwas zu trinken mit. Keinen Kaffee oder Tee, sondern simples Wasser. Und vergessen Sie nicht regelmässig etwas zu trinken und nicht erst dann, wenn sich stechender Durst einstellt.


4. Keine Kinder und Tiere im Auto lassen! Sollte sich ja mittlerweile herum gesprochen haben, oder wollen Sie Ihre Kinder und Haustiere grillen? Hier gibt es die schockierende Tabelle mit Temperaturwerten, die von der Ärzte Zeitung publiziert wurde.

Leitsatz: "15 Minuten im geschlossenen Wagen unter praller Sonne können für Kleinkinder in diesen Tagen tödlich sein."


5. Wenn Sie mit dem Auto oder Wohnmobil unterwegs sind: Werfen Sie vor der Fahrt einen Blick in den Kühler und auf den Ölstand. Gerade nordische Autos - auch Mietwägen - sind in aller Regel sehr gut für den Winter gerüstet. Motorwärmer und Zusatzscheinwerfer sind unerlässliches Zubehör.

Aber richtig hohe Aussentemperaturen sind hier selten. Kontrollieren Sie daher regelmässig den Kühlwasser- und Ölstand. Und denken Sie daran, dass viele Autowerkstätten in diesen Regionen im Sommer urlaubsbedingt geschlossen sind.

UPDATE 2014-07-23: Das SMHI hat die Warnstufe mittlerweile für etliche Gebiete auf eine Klasse zwei Warnung angehoben. Die Skala geht von eins bis drei, wobei drei die höchste Warnstufe ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Hitzewelle noch bis zum Wochenende andauert.


37 Grad in Lappland - Fünf Tipps für den Sommer in Nordschweden
    

Heat Thunder Lightning

Heat Thunder Lightning

Die Erde atmet schwer. Eigentlich ist es mehr ein tiefes Seufzen. Erleichterung liegt in der Luft und dicke Nebelschwaden steigen auf. Das Grollen des Gewitters zieht langsam in die Ferne. 



Polarkreisdorf Juoksengi

Eingefleischten Norrlandkennern und -urlaubern ist das Tornedalen ein Begriff. Der 410 Km lange Torne Älv bildet den Grenzfluss zwischen Schweden und Finnland und mündet bei Haparanda und Tornio in den Bottnischen Meerbusen. Aus dem Eis des im Winter zugefrorenen Torne Älv wird in der Wintersaison übrigens auch das Eishotel in Jukkasjärvi errichtet.

Heute soll es aber um etwas anderes gehen. Durch das Tornedalen schlängelt sich der Reichsweg 99. An diesem liegt ca. 20 Km nordöstlich von Övertorneå das kleine Juoksengi. Durch den beschaulichen Ort (ungef. 350 Einwohner) verläuft der (nördliche oder arktische) Polarkreis. Und dieser hat dem Dorf den Titel „Polarkreisdorf“ beschert.

Polarkreisdorf Juoksengi
„Polarkreisdorf Juoksengi“




Hier verläuft er: Der arktische Polarkreis


Die Einwohner haben bereits vor Jahren einen Verein gegründet und einen touristischen Point of interest mit einem „Polarkreishaus“ errichtet. Zahlreiche Informationstafeln erklären, was es mit dem Polarkreis auf sich hat, und im zugehörigen Polarkreishaus ist während der Sommersaison für Bewirtung gesorgt. Dort gibt es für die durchreisenden Besucher auch ein Polarkreiszertifikat.

Das Polarkreishaus - Verwaist ausserhalb der Sommersaison
Das Polarkreishaus - Verwaist ausserhalb der Sommersaison


Ausserhalb der Saison ist die Besucherstation verwaist. Es wird aber kräftig umgebaut und erneuert. Derzeit durchläuft die Informationsstation eine regelrechte Runderneuerung: Die Informationstafeln werden ausgebessert, ein neuer überdimensionaler Globus wird aufgestellt und das gesamte Gelände wird landschaftsbaulich umgestaltet.

Die Besucherstation: Geprägt von einer Runderneuerung
Die Besucherstation: Geprägt von einer Runderneuerung


Vor den Informationstafeln markiert ein Holzpfahl die Stelle, an welcher der Polarkreis verläuft.

Wo der Holzpfahl steht, da soll er sein: Der Polarkreis
Wo der Holzpfahl steht, da soll er sein: Der Polarkreis


Für die Haarspalter unter uns: Ein Blick auf das genaue GPS verrät, was Geodäten schon lange bekannt ist: Durch die langsame Änderung der Neigung der Erdachse, verlagern sich auch die Polarkreise. Pro Jahr nähern sie sich den Polen um etwa 14,4 Meter. Theoretisch befindet sich der Polarkreis derzeit bei 66° 33’ 44’’ nördlicher Breite. Die markierte Stelle befindet sich bei 66° 33’ 634’’. Aber das sind nur einige Meter Abweichung und wir wollen da mal nicht „päpstlicher als der Papst sein“.

Knapp daneben: Das GPS beweist es - Der Polarkreis wandert
Knapp daneben: Das GPS beweist es - Der Polarkreis wandert


 

Tod am Strand - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Einer jener richtigen Hochsommertage in Lappland. Die Luft steht. Schon gegen 9 Uhr zeigt das Thermometer im verglasten Vorbau satte 45 Grad. Und im Freien sind es knappe 30.

Was tun? Ein Ausflug an den Strand! Kürzlich hatte ich einen sehr abgelegenen Uferstreifen entdeckt, dem ich nochmals einen Besuch abstatten wollte. Der Weg dorthin führt zwei Stunden durch den etwas kühleren Wald. Wunderbar.

Angekommen reibe ich mir verwundert die Augen. Dieser unberührte Strand ist anscheinend bei Rentieren sehr beliebt. Mehrere Totenschädel und Skelette liegen in der malerischen Landschaft. Ich lasse das Rätsel auf sich beruhen und wandere weiter. Lappland ist immer wieder für eine Überraschung gut.

Tod am Strand - Arktischer Sommer in Lappland 2013
„Tod am Strand“, ein Rentier-Friedhof in malerischer Landschaft

Malå in Lappland - einst ein Mekka für Naturliebhaber und Ornithologen - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Malå ist eine kleine, beschauliche Kommune in Västerbotten. Bei 3.203 Einwohnern auf 1.599 Quadratkilometern ist das auch kein Wunder. Ja und Malå hat auch beachtliche Vogelbestände  und ist ein Mekka für Ornithologen. Oh. Entschuldigung. War ein Mekka für Ornithologen. Oder noch genauer: Ist ein Mekka für Ornithologen gewesen.

Warum das? Vor drei Jahren kamen vermeintlich schlaue Köpfe auf die Idee, in Malå in grossem Umfang Windkraftwerke anzusiedeln. Völlig umweltfreundlich. Natürlich. Schneisen wurden in unberührte Wälder geschlagen. Felsen wurden gesprengt. Neue Hochspannungsleitungen gezogen. Und vieles mehr. Nun stehen jede Menge Windkraftwerke in dem, was einst unberührte Natur war. So hat es Malå auch auf die Top-20 Liste der Windkraftkommunen in Schweden geschafft.

Der lokalen Bevölkerung wurden die Wohltaten der Windkraft angepriesen. Die Nachteile wurden geflissentlich verschwiegen. Womit wir beim Thema wären. Dass Windkraftwerke systematisch Vögel schreddern ist nicht neu. In Malå war es anscheinend völlig unbekannt. Und das in einer Kommune, über deren ornithologische Artenvielfalt sogar ein eigenes Buch verfasst wurde: „Fåglar i Malå“ von Leif Bildström, Ingemar Olofsson, 2005, 273 Seiten, ISBN 91-631-7125-2.

Am vergangenen Wochenende haben Frau Lapplandblog und ich zu Studienzwecken einen Spaziergang in einem der Windparks unternommen. Und das Fundstück des Tages war alles andere als erfreulich (s.u.). Wer das Thema Windkraft in Lappland eingehend studieren möchte, dem sei die – mitunter schockierende - Serie von Frau Lapplandblog  ans Herz gelegt. Dort gibt es hier auch die weiteren Details zum traurigen Fund.
 
Nach Auskunft von Experten ist das übrigens erst der Anfang. Wenn die Zugsaison im Herbst beginnt, wird mich massenhaft getöteten Vögeln gerechnet…

Naturtouristen und insbesondere Ornithologen können jetzt also Malå getrost von der Liste streichen.

Von Windkraft geschredderter Vogel in Malå Lappland

Schweden ist, wenn sogar der Wald Nationalfarben trägt - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Schweden ist, wenn sogar der Wald Nationalfarben trägt - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Zugegeben, der Titel ist etwas reisserisch. Lässt er doch vermuten, der schwedische Wald sei latent nationalistisch eingestellt. Ist er nicht.

Die Bändchen in den Nationalfarben deuten vielmehr das baldige Ende dieses Waldes an. Mit solchen Platiskbändern werden die Aussenkanten eines Abrodungsgebietes gekennzeichnet. Die Farben stehen für die Gesellschaft, welche die Abholzung betreibt. Um welche Dimensionen es sich dabei handelt und wie es nach dem Abholzen weitergeht, ist in unserer Serie über die Wald- und Holzwirtschaft in Lappland nachzulesen.

Und in Lappland? Das Katzen-Karusell - Warnung: Cat-Content

Während ich diesen Blogartikel schreibe (Samstagvormittag gegen 9 Uhr), zieht gerade wieder ein Schneegestöber über uns. Immer wieder faszinierend. Immerhin befinden wir uns in der ersten Maiwoche. Nachdem sich der Schneefall wieder verzogen hat, sehe ich auf dem Auto des Nachbarn etwa 2 cm Neuschnee.


Erfahrungswerte

Um den Polarkreis in Lappland wendet sich das Klima erfahrungsgemäss in der zweiten Maiwoche recht radikal. Und so verspricht es auch die derzeitige Wettervorhersage. In der kommenden Woche sollen die Tagestemperaturen durchweg bei plus 10-12 Grad liegen. In den Nächten sinkt das Thermometer allerdings weiterhin unter den Gefrierpunkt. Überhaupt ist mit Nachtfrösten bis hinein in den späten Juni zu rechnen.


Katzen-Karusell


Deutlichstes Anzeichen für die jährliche Klimawende ist unsere Katze.
Im Winter mag der Kater das Haus gar nicht verlassen. Wenn doch, ist er nach spätestens einer Viertelstunde zurück und begehrt Einlass um sich sodann an den Ofen oder einen Heizkörper anzuschmiegen.

Seit einigen Tagen hat sich das Bild gewandelt und das „Katzen-Karusell“ hat begonnen. Kater will raus, steht nach einer Viertelstunde wieder vor dem Fenster, nur um eine weitere Viertelstunde später wieder nach draussen zu wollen.

Daher der Name des Phänomenes Katzen-Karusell. In einer Woche wird sich das dann dahingehend ändern, dass der Tiger dann nur seltener bei uns zu Gast ist. Ist ja auch verständlich, denn die kurze Sommerzeit muss optimal ausgenutzt werden.

Und in Lappland? Das Katzen-Karusell - Warnung: Cat-Content
"There is nothing worse than a sharp image of a fuzzy concept"
Ansel Adams

PS: Ich lege Wert auf die Feststellung, dass dieses Bild NICHT scharf ist ;)


Iglootel: Anfang und Ende

Die Wintersaison in Lappland ist langsam am Abklingen. Überall tropft und trieft es.  Die einst weisse Schneedecke hat sich in eine schmutzige Pampe verwandelt. Winter adé - Der Frühling steht vor der Tür und die Frühlingssonne schmilzt die Attraktionen des Winters wieder ein.

Wir hatten im Blog mehrmals über das Iglootel, das neue touristische Highlight in Abborrträsk (Arvidsjaur kommun), berichtet (Links: Bericht von der BauphaseInnenansichten und Einweihung).

Die Anlage hat nun vor einigen Wochen den Betrieb eingestellt und ist jetzt der wärmenden Sonne ausgesetzt. Der triumphale Bau aus Schnee und Eis hat sich in ein bizarres Mahnmal der Vergänglichkeit verwandelt. In einigen Tagen wird sich das Iglootel wieder „rückstandsfrei“ in sein Ausgangsmaterial verwandelt haben: reines Wasser.

Iglootel: Anfang und Ende
Schmelzendes Iglootel: Bizarres Mahnmal der Vergänglichkeit

Der Snöskoter – das liebste Kind des Schweden

Spätestens zu Ostern geschieht in Nordschweden um den Polarkreis in Lappland eine merkwürdige Veränderung der ansonsten unberührten Landschaft: Wo sich den Winter über bezaubernde Schneelandschaften gebildet haben, ist diese plötzlich von schachbrettartigen Linien durchpflügt. Die Snöskotersaison hat ihren Höhepunkt erreicht.

Der Snöskoter ist ein Schneemobil. Und Schneemobilfahren ist eine Leidenschaft der Schweden in unseren Breitengraden. Die freien Tage über Ostern werden zu ausgiebigen Spazier- und Ausfahrten genutzt. Wer es sich leisten kann, fährt dazu ins Fjäll. Auf den Zufahrtsstrassen in die Gebirge gibt es regelrechte Staus vor Ostern. Ein gänzlich unalltägliches Bild. Kolonnen vom Autos und alle mit bepackten Anhängern auf denen die gepflegten Schneemobile stehen.

Gross und Klein sind mit von der Partie, gibt es doch sogar spezielle „Kindersnöskoter“. Ganze Familien fahren, Karawanen gleich, kilometerlange Schneemobiltouren, auf denen natürlich auch ein Stopp zum Grillen oder zum Eisfischen eingelegt wird.

Für Landschaftsfotografen ist Ostern damit auch ein wichtiger Wendepunkt. Schöne Schneelandschaften sollten vor Ostern fotografiert werden, denn nach Ostern ist manch Idylle gar nicht mehr so schön anzusehen.

Allein ein bitterer Beigeschmack bleibt: Schweden liegt mit seinen Bemühungen zur Klimafreundlichkeit weltweit in der Spitzengruppe. Elektrohybridautos sind der grosse Renner und der umfängliche Windkraftausbau wird ebenfalls mit Klimaaspekten forciert (was freilich ein anderes Thema ist).  Schneemobile, grösstenteils noch mit Zweitaktmotoren ausgestattet, die jede Menge Lärm, Qualm und andere Emissionen verursachen, passen da nicht recht ins Bild. Aber die Schneeskoter sind eben das liebste Kind der Schweden. Offenbar wichtiger, als alle Bemühungen um die Rettung des Klimas in der Welt.


Nachösterliche Spuren der Liebhaberei

Kahlschlag - Forstwirtschaft in Lappland

Holz und Mineralerze sind die beiden natürlichen Hauptressourcen, die Lappland zu bieten hat. Waldbewirtschaftung und Forstwirtschaft sehen aber völlig anders aus, wie in den mitteleuropäischen Breitengraden.

„Wie alt bist Du?“ - Alle 80 bis 100 Jahre wird der Wald geerntet
„Wie alt bist Du?“ - Alle 80 bis 100 Jahre wird der Wald geerntet

 
Die vorhandenen Waldflächen sind gigantisch und der Wald in Lappland wird „geerntet“ (so das schwedische Wort), nicht abgeholzt oder gerodet. Wir reden hier über Quadratkilometer.

Der Forstwirtschaft am Polarkreis liegt ein anderes Verständnis der Zeitabläufe zugrunde. Wald ist sehr wertvoll und wird von Generation zu Generation weiter gegeben. Alle 80 bis 100 Jahre kann „geerntet“ werden. Die „Ernte“ geschieht heutzutage mit modernster Technik. Gigantisch grosse Maschinen ziehen querfeldein. Sie fällen, entasten und verstauen die Stämme auf der Ladefläche. Mit Ketten versehen gibt es praktisch keine Hindernisse für die Kolosse. Sie hinterlassen eine unwirtliche Landschaft, die einem Schlachtfeld gleicht.

„Strubbelkopf“ - Wo rohe Maschinengewalt am Werk ist
„Strubbelkopf“ - Wo rohe Maschinengewalt am Werk ist

 
Früher verblieben die Baumstümpfe als Dünger für den später neu gepflanzten Wald im Boden. Mittlerweile wurde sogar eine Spezialmaschine entwickelt, welche die Stümpfe aus dem Boden reisst. Aus dem Wurzelwerk werden nun Pellets für Heizanlagen hergestellt.

„Der Weg in den Wald“ - Spuren wie von einem Panzer
„Der Weg in den Wald“ - Spuren wie von einem Panzer

 
Egal ob Winter oder Sommer: Wald wird in Lappland immer geerntet, auch bei minus 30 Grad und zwei Metern Schnee. Für den Abtransport des Holzes werden – quer durch den Wald und die Landschaft – eigene Wege gezogen. Für den Mitteleuropäer sind die Dimensionen ungewohnt. Ganze Ökosysteme werden binnen Stunden „umgepflügt“. Die Tier- und Pflanzenwelt muss sich binnen kürzester Zeit anpassen und umstellen. „Zurück auf Start“ für die nächsten paar Jahrzehnte.

„Schätze am Wegesrand“ - Hunderte Kubikmeter Holz soweit das Auge reicht
„Schätze am Wegesrand“ - Hunderte Kubikmeter Holz soweit das Auge reicht

Obwohl die Walsarbeit stressig ist - es wird oft rund um die Uhr gearbeitet - sind die körperlichen Anstregungen heute passé. Und gute Laune scheint die Arbeit im Cockpit der Maschinen auch zu machen, wie dieses Fundstück beweist. Wahrscheinlich bei einer Fikapause enstanden.

„Sunny“ - Kreative Betätigung bei der Fikapause?
„Sunny“ - Kreative Betätigung bei der Fikapause?

Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience, Teil II

Im ersten Teil unserer Reportage über das neueste touristische Highlight in Schwedisch-Lappland hatten wir über die Bauphase des Iglootel berichtet.

Theke Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience
Theke - Iglootel Lapland

 
Mittlerweile ist die Anlage fertig gestellt und hat den Betrieb aufgenommen. Von aussen sieht das Bauwerk recht unscheinbar aus. Von innen allerdings offenbart sich die Iglusiedlung als eine faszinierende eigene Welt. Mit den labyrinthartigen Gängen und einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem entsteht eine Atmosphäre, die schwer in Worte zu fassen ist. Futuristisch - beinahe mit einem Touch von "Raumschiff Enterprise".
 
Für die Gäste stehen zehn Schlafiglus zur Verfügung, die eine beruhigende Schlichtheit und zugleich eine grosse Geborgenheit ausstrahlen. Ein 360-Grad-Panorama aus einem Schlafiglus gibt es hier zu bestaunen.
 
A propos Klima: Auch wenn ausserhalb der Siedlung minus 30 Grad herrschen und gerade ein Schneesturm über die Anlage pfeift, ist es innen behaglich.
 
Eine eigens aus Deutschland angereiste Gruppe von Künstlern hat die Innenwände der Anlage mit aus Schnee und Eis modellierten Kunstwerken in samischem Stil versehen.
 
-> Zur Fotostrecke: Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience, Teil II
 
-> Till bildspelet: Iglootel, del II

 

Schlafiglu Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience
Schlafiglu - Iglootel Lapland


 

Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht, Teil 1

Lappland ist bald um eine einzigartige Attraktion reicher: Einige Kilometer von Arvidsjaur entfernt entsteht unweit des Polarkreises derzeit die grösste Igluanlage Europas. Aus etwas 25.000-30.000 Kubikmetern Schnee entsteht eine Hotelanlage, die zu Weihnachten den Betrieb aufnehmen wird.

Die Iglusiedlung wird u.a. aus zwei grossen Hauptiglus (mit jeweils 8 Metern Durchmesser), einem Rezeptionsiglu und zehn Wohniglus (mit je 5 Metern Durchmesser) bestehen. In der Anlage wird es ausserdem eine Bar und eine Saunalandschaft geben.

Wir begleiten die Bauarbeiten fotografisch und haben vor Ort die Igluspezialisten interviewt.

"Weisses Gold": Zur Herstellung der Iglus wird Schnee verwendet. Nicht irgendein Schnee wie er vom Himmel fällt, sondern sehr kompakter Schnee, der mit Schneekanonen speziell hergestellt wird. Der Schnee muss sich nach dem Sprühen erst noch einige Zeit setzen, bis er die perfekte Konsistenz erreicht.

Danach wird an den Stellen, an denen die Iglus errichtet werden, ein überdimensionaler Ballon aufgeblasen. Auf diesen wird der Schnee in einem besonderen Verfahren aufgesprüht und verdichtet. Anschliessend wird die Luft aus dem Ballon gelassen und der "Rohbau" ist fertig. Der verdichtete Schnee fühlt sich an wie Beton.

Damit ist aber erst der Anfang getan. In kunstvoller Handarbeit werden nun die Innenflächen zunächst glatt gekratzt und dann - ähnlich wie beim Verputzen einer Wand - glatt gerieben. So entsteht eine glatte Innenwand. Für den Iglubau sind eigens zwei Spezialisten aus Österreich mit langjähriger Erfahrung nach Lappland gereist. Unter ihrer Anleitung und kritischen Aufsicht ist ein ganzes Team von Mitarbeitern unter Hochdruck mit dem Innenausbau beschäftigt. Ein sehr wichtiges Handwerkszeug der Iglubauer ist übrigens ein iPod, mit dem gerne Jazz bei den rhythmischen Schleifbewegungen gehört wird.

Die verwendeten Werkzeuge sind vielfältig. Hochdruckpumpen und Schneekanonen bilden den Ausgangspunkt. Für die Innenarbeiten kommen Motorsägen und viele verschiedene Schaufeln und Wandschaber zum Einsatz. Die Feinarbeit erfolgt schliesslich mit Hilfe eines Floss (Spezialwerkzeug, das auch zum Vergipsen werwendet wird).

Die Handarbeit ist nicht einfach, sind die Temperaturen doch auf dem Weg in den Keller. Derzeit herrschen ca. minus 10 Grad und für die kommenden Tage sind bereits minus 20 Grad angekündigt. Durch die im Bau noch offenen Iglus pfeift der Wind und gute Kleidung ist obligatorisch.

Die einzigartige Atmosphäre ist bereits jetzt in den Iglus zu spüren. Je nach Beleuchtung reicht die Stimmung von "romantisch" bis zu "stahlblau, nüchtern und kühl". Die Wohniglus wird es übrigens in zwei Ausführungen geben: als Standard- oder Romantik-Iglu. In der nächsten Woche werden die dann fertigen Iglus schliesslich noch mit Kunstwerken ausgeschmückt. Wir werden darüber weiter berichten.

Jede Igluanlage ist übrigens ein Unikat. Mit dem Ende der Wintersaison wird die Siedlung schmelzen, um zur nächsten Wintersaison wieder neu zu entstehen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem einzigartigen Erlebnisurlaub in Lappland sind, dürfte ein Aufenthalt im Iglootel ein echter Geheimtipp sein.

Arvidsjaur ist durch Direktflüge der Fluggesellschaft FlyCar von vier deutschen Flughäfen aus (München, Stuttgart, Frankfurt-Hahn und Hannover) komfortabel und bequem erreichbar.

-> Zur Fotostrecke: Iglootel - Eine Iglu-Hotelanlage entsteht, Teil I

-> Till bildspelet: Iglootel, del I



Weiter zu Teil 2 der Reportage.


Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht
Das Iglootel in Arvidsjaur / Lappland - ein Iglu-Hotel entsteht


 

Wie lange noch?

Wie lange noch?

Noch. Noch hängen sie.

Bald. Bald sind sie.

Vom. Vom Winde verweht.

Zurück. Zurück im Kontinuum der Natur.

Demnächst. Demnächst steht er vor der Tür und klopft an.

Der Winter in Lappland.

Wie lange noch? Der Winter in Lappland.

2.500 KW und eine Steckdose - Augen auf: Windkraft in Lappland

Aktuelle Entwicklungen in Lappland: In vielen Kommunen in Västerbotten spriessen derzeit die Windkraftwerke wie Unkraut aus dem Boden. 

So ein Windkraftwerk ist einhundert Meter hoch und hat eine Flügellänge von 50 Metern. Die Leistung beträgt ca. 2.500 KW (= 2,5 MW) je Kraftwerk. Im Regelfall stehen um die 10 bis 25 in Reih und Glied (wobei es auch deutlich grössere Windparks gibt). 

Eine merkwürdige Sache ist mir aber bei der letzten Reportage ins Auge gestochen: 2.500 KW und eine Steckdose. Direkt neben dem riesigen Windkraftwerk steht eine Steckdose. Ein Anschluss für den Motorwärmer im Winter. Als ob das grosse Windrad gerade mal genug Leistung für diese eine Steckdose hätte.  

2.500 KW und eine Steckdose - Windkraft in Lappland
„2.500 KW und eine Steckdose“


Am Rande noch ein Tipp für Urlauber, Auswanderer und Hauskäufer: Wenn Sie Ruhe und Natur lieben, sollten Sie sich vor Ihrem Lapplandurlaub, bzw. Ihrem Immobilienerwerb einen Überblick über die Windkraftsituation im Zielgebiet verschaffen. Die Windräder produzieren nämlich nicht nur Strom, sondern auch jede Menge Krach...

Summary: Hint - If you want to spend your holidays in Lapland or if you're thinking about buying a dacha or a house then please keep your eyes open for windmills. You should also observe the local planning, because windmills do not only produce electricity but also a lot of noise...

Sammanfattning: Stalltips - Om du vill tillbringa din semester i Lappland skulle du vara uppmärksamt om det finns vindkraftverk i det området du siktar pa. Det gäller självklart också när du vill köpa en sommarstuga eller ett hus. För vindkraftverken producerar inte bara elektricitet utan att riktigt mycket ljud...  

Über US622, DEET und Plastik

Der Peak in der Sommersaison scheint vorüber zu sein. In diesem Sommer war ungewöhnlich viel los: Wir waren auf dem Rücken von Pferden und auf Trainingswägen unterwegs, haben Anglergruppen begleitet und lagen bei Autorennen auf dem Teer. Natürlich fehlten auch einsame, verträumte Seen und Strände nicht. Tourismus-Fotografie - noch dazu in Lappland - ist eben eine spannende Sache. 

Einen Wermutstropfen gab es dieses Jahr: Die Insektenplage war extraordinär (und ist es immer noch). So viele Mücken, "Knotts" (die besonders unangenehmen und aggressiven Kriebelmücken), Bremsen und allerlei andere stechende und beissende Flugsaurier gab es seit Jahren nicht mehr. Die allgemeine Hoffnung zum Beginn der Saison war, dass die Fluggetierplage sich dieses Jahr wegen des sehr kühlen Sommeranfangs in Grenzen halten würde. Dem war aber leider nicht so. Im Gegenteil.

Stechmücke beim Angriff
„Das Grauen Lapplands: Flugsaurier beim Angriff“
Danke an
© Petra Fuelbert 2012 für das Bild (bei dem ich Modell stehen durfte...:)


Ich hatte schon einige Male über MyggA unsere "Allzweckwaffe" gegen unerwünschte, stechende Fluginsekten geschrieben.

Beim Fotografieren ist aber Vorsicht abgesagt, denn der Hauptinhaltsstoff von MyggA (und den meisten anderen Insektiziden zum Auftragen) ist DEET. Das hat einen unangenehmen Nebeneffekt: Es greift Kunststoffe an. Beim Kontakt mit DEET kommt es zur Materialauflösung. Viele Uhrenarmbänder, Handys und Sonnenbrillen sind dem schon zum Opfer gefallen.

ACHTUNG: Leider gilt das auch für die Kamerabelederung (bzw. Kameragehäuse aus Kunststoff) und anderes fotografisches Zubehör.

Häufiges Händewaschen hilft zwar, den meistens kommt die Chemie via Hände ans Plastik. Das ist aber mitten in einem Fotoshooting völlig unpraktikabel.

Hier kommt US622 ins Spiel. Genauer gesagt, die "US622 Myggspiraler". Ich war gegen diese Räucherteile zum Abbrennen bislang immer recht skeptisch. In der diesjährigen Verzweiflung habe ich ihnen aber eine Chance gegeben. Und siehe da: Die Wirkung ist zwar nicht so gut wie bei direkt aufgetragenem MyggA, aber dennoch ganz ordentlich. Für alle (Arbeits-)Situationen sind die Spiralen zwar nicht einsetzbar. In statischen Situationen und bei Windstille oder in halbgeschlossenen Räumen ist die Anzahl der Flugsaurier in einem Umkreis von ca. drei Metern um die glimmende Spirale deutlich gemindert. Die Brenndauer beträgt ca. zwei bis drei Stunden. Bei zwei in einem Abstand von ca. drei bis fünf Metern aufgestellten Spiralen lässt es sich arbeiten. Einziger Haken: Manchmal ist etwas Qualm zu sehen, der natürlich nicht ungeplant ins Bild geraten darf :)

US622 Myggspiral
„Hilfe in der Not: US622 Myggspiral - ohne DEET“

Lappland: Schnee und Eis adé!

Kurze aber wichtige Durchsage: Nach einem langen und zähen Kampf des Wetters ist es jetzt endlich soweit - Schnee und Eis adé in Lappland!

In der breiten Fläche (ausgenommen das Fjäll) sind wir jetzt zu ca. 98,5% schnee- und eisfrei und die ersten Tage mit richtig sengender Sonne liegen auch bereits hinter uns :)

Lappland: Schnee und Eis adé!
„Wo vor zwei Wochen noch ein gefrorener See war...“

Endlich ist es soweit: Tauwetter in Lappland 2012 / Töväder i Lapland 2012 / The thawing of Lapland 2012

Während sich die Menschen in Süd- und Mitteleuropa bereits an den Baggerseen räkeln und dort wahrscheinlich die ersten Hitzewellen im Anmarsch sind, ist es bei uns am Polarkreis in Schwedisch-Lappland endlich soweit: Richtiges Tauwetter.

Seit etwa 2 Wochen liegen die Tagestemperaturen über null Grad und damit beginnen die Eisschichten auf Flüssen und Seen und die Schneedecke in der Natur kräftig zu schmelzen.

Die fliessenden Gewässer sind mittlerweile nahezu völlig eisfrei. Auf stehenden Gewässern liegt zwar noch eine Eisdecke, diese sollte allerdings nicht mehr begangen werden!

Auch das Tierleben und die Pflanzenwelt haben jetzt „den Schalter umgelegt“:

Überall zwitschert es - die Zugvögel sind angekommen und bereits voll bei der Arbeit. Sträucher und Bäume beginnen zu spriessen und die ersten Mückenschwärme ziehen auch schon ihre Bahnen (bin heute sogar schon zweimal gestochen worden...).

Das faszinierende am Wetter in Lappland (und generell in den polaren Regionen) sind diese radikalen Wechsel. Gestern noch mit langer Winterunterwäsche und Daunenjacke, sind heute T-Shirt und Sportschuhe angesagt. Frühjahr und Herbst, so wie sie in Mitteleuropa vorkommen, sind hier auf zwei Wochen begrenzt.

Nachdem am Freitag dicke Wolkendecken über die Region gezogen sind uns es beinahe so aussah, als wolle es nochmals kräftig schneien, habe ich mich mit der Kamera bewaffnet und bin an einige bevorzugte Plätze gefahren, um dort das Tauwetter zu fotografieren. Alle Aufnahmen aus der Galerie stammen vom Freitagnachmittag (18. Mai).

-> Zur Galerie: Tauwetter in Lappland

-> Till bildspelet: Töväder i Lappland

-> To the gallery: The thawing of Lapland



Update 20/5-14 Uhr: Die schnelle Schneeschmelze zeigt jetzt auch ihre unangenehmen Nebenwirkungen in Form von ungewöhnlich starken „Frühjahrsüberschwemmungen“. Das schwedische Wetteramt (SMHI) hat deswegen für einige Gebiete in Norrbotten die höchste Alarmstufe ausgerufen und spricht von noch nie dagewesen Überflutungen.


Tauwetter in Lappland 2012 / Töväder i Lapland 2012 / The thawing of Lapland 2012
„Tauwetter in Lappland 2012 / Töväder i Lapland 2012 / The thawing of Lapland 2012“

Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur - Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur

Auf der Agenda für den Samstag stand eine Reportage von der diesjährigen Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur. Beinahe wäre daraus aber nichts geworden, denn das Wetter hat sich nach Kräften bemüht, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Im Angebot war ein mehrstündiger Schneesturm mit 20 cm Neuschnee und jeder Menge Schneeverwehungen. Zudem waren die Seitenstrassen nicht geräumt. Die Fahrt wurde beinahe zum Abenteuer. Aber Herausforderungen nehmen wir gerne an :)

Die Jagd und das Outdoorleben sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens in Nordschweden. Von den Einheimischen wird hier oben nicht hauptsächlich aus "Spass an der Freude" gejagt, sondern um die Tiefkühltruhe zu füllen. Bei den Jagdtouristen ist das freilich anders, aber die klammern wir hier einmal aus.

Die Liebe zum Leben in der freien Natur ist den Schweden generell "angeboren". So sind denn Jagd- und Outdoor-Ausstellungen ein Publikumsmagnet - sogar wenn im Mai noch Schneestürme über den Landstrich hinweg fegen. 

Das Flair ist speziell und dem durchschnittlichen Mitteleuropäer möglicherweise fremd. Waffen türmen sich auf den Tischen der Aussteller und Jung wie Alt fachsimpeln über Zielfernrohre, Messerklingen und Thermounterwäsche.

Frau Lapplandblog hat für Sie einige Eindrücke zum Miterleben eingefangen:  

-> Zur Galerie: Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur 5.5.

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur 5/5

-> To the gallery: Hunting fair in Arvidsjaur, may 5th


Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur 5.5. - Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur 5/5
„Präzision“

Aktuelles zu Wind und Wetter in Lappland

Wegen zahlreicher Nachfragen ein schnelles Wetter Update aus Lappland - auch mit fotografischen Implikationen.



- Der Winter schwindet. Aber
nach wie vor relativ langsam dieses Jahr. Es liegt noch übermässig viel Schnee. An schattigen Stellen sind es noch um die 50 cm. Obwohl die Wetterprognose täglich höhere Temperaturen verspricht hält sich beharrlich die Vermutung, dass das Wetter die Prognose nicht liest. Und sich folglich auch nicht daran hält. Die älteren Nachbarn und Bekannten sprechen bereits davon, dass es gefühlsmässig ein kaltes Jahr werden wird. 


- Im Schwesterblog gibt es bei Frau Lapplandblog jetzt in der linken Seitenleiste einen Wetterticker, der einmal täglich aktualisiert wird und von ihr auf ihre Art und Weise pfiffig geschrieben wird.


- Und wer das Wetter live sehen möchte: Unsere Lappland-Webcam sendet wieder! Nachdem der Webcam-Computer im vergangenen Jahr seinen Geist aufgegeben hatte, haben wir kürzlich wieder einen EDV-Oldtimer an Land ziehen können, der nun als Webcam-Server fungiert.


- Auch fotografisch kann das derzeitige Wetter sehr herausfordernd sein: Bei Landschafts- und Naturaufnahmen ist immer "irgendwo" Schnee im Bild (siehe unten). Und wenn dann die Sonne durch die Wolken schaut, sind gnadenlos ausgebrannte Stellen im Bild :) Auch bei Reportagen besteht das Problem, wobei dort ausgebrannte Stellen im Hintergrund i.d.R. nicht so problematisch sind.


Lappland - Immer ist der Schnee im Bild
„Tücke der Jahreszeit - Immer ist der Schnee im Bild“

Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll

Zwischen den bekannten Skigebieten Borgafjäll und Kittelfjäll liegt das weniger bekannte, aber umso schönere Saxnäs am Marsfjäll. Auch hier sind die Wintersportmöglichkeiten nahezu unbegrenzt und der Publikumsandrang ist deutlich geringer.

Ich mag die Fotografie im Fjäll, auch wenn sie bisweilen grössere Herausforderungen beinhaltet. Was tun, wenn der Helikopter zum Gipfel wegen Sturmes nicht starten kann? Dann geht es mit der Schneeraupe ("Schneekatze", "Snowcat") nach oben. Gepäck und bis zu 15 Personen können problemlos transportiert werden. Die Fahrt ist - verglichen zum Flug mit dem Heli - sehr gemächlich und eröffnet die Möglichkeit, die wunderbare Fjällandschaft langsam zu geniessen (soweit es der Schneesturm zulässt). Und wenn sich dann - oben angekommen - der Sturm gelegt hat, herrschen die fotografisch denkbar besten Arbeitsbedingungen. Einfach traumhaft.

In Saxnäs liegt aber auch das Künstlerparadies Ricklundgården. Die Einrichtung wurde in den 40er-Jahren von dem Künstlerehepaar Emma und Folke Ricklund ins Leben gerufen und wird heute von der Emma Ricklund Stiftung betrieben. Der Ricklundgården gibt Künstlern die Möglichkeit, sich eine Auszeit der kreativen Entwicklung zu nehmen. Die Warteliste ist lang und die Gäste sind durchweg hochkarätig. Bei unserem Besuch haben wir den bekannten schwedischen Maler Jan Sundström kennen gelernt, der sich spontan zu einer improvisierten Potrait-Session bereit erklärt hat (mehr dazu und Bilder gibt es hier im englischsprachigen Blog).

Wir haben einige Eindrücke aus Saxnäs, vom Marsfjäll und aus dem Ricklundgården in einer Galerie zusammen gefasst:

-> Zur Galerie: Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Saxnäs, Ricklundgården och Marsfjället

-> To the gallery: Saxnäs, the Ricklundgården and the Marsfjäll



Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll
„Blick aufs Fjäll vom Ricklundgården aus“

[Update] Die "Minus-40-Grad-Woche" mit Galerie und Mathematik

Zugegeben, es kostet Überwindung. Aber es lohnt sich. Wirklich.

Worum geht es? Die bislang kälteste Woche des Jahres in Lappland liegt hinter uns. Die sibirisch-arktische Kältewelle hat uns Temperaturen bis zu minus 40 Grad beschert. Das ist auch für hiesige Breitengrade recht kühl und frisch. Bei diesen Temperaturen kommt das Leben zum Erliegen. Nur wer unbedingt muss, verlässt noch das Haus.

Die Kälte bringt auch eine lebensfeindliche Stille mit sich. Es ist totenstill draussen, ja die ganze Natur ist wie tot.

Es hat Überwindung gekostet, trotzdem jeden Tag mindestens eine Stunde mit der Kamera raus zu gehen. Dick eingehüllt in mehrere Schichten Kleidung und mit fetter Pelzmütze. Aber es hat sich gelohnt. Das Licht war einfach absolut traumhaft und die Stille extrem inspirierend.

Minus 40 Grad sind aus einem weiteren Grund faszinierend: Bei exakt dieser Temperatur entspricht der Temperaturwert in Celsius genau dem Wert in Fahrenheit.

Bekanntlich lautet die Umrechnung F=Cx1.8+32 und C=(F-32)÷ 1.8, wobei 0 Grad C = +32 Grad °F sind. Das führt dazu, dass minus 40 Grad Celsius exakt minus 40 Grad Fahrenheit entsprechen.

Ich habe eine Galerie mit einigen Bildern - teils persönliche Bilder, teils Musterstücke aus Auftragsproduktionen - zusammen gestellt [Update 17.02. - neue Bilder ergänzt]:

-> Zur Galerie „Die minus 40 Grad Woche“

-> To the gallery „The week with 40 dergrees below zero“


Traumhaftes Licht bei minus 40 Grad C/F in Lappland
„Traumhaftes Licht bei minus 40 Grad C/F in Lappland“

Über Wetterkapriolen und Rentiere - Lappland in Bildern KW 46+47 / Veckans bilder v 46+47 / Lapland in pictures week 46+47

Über Wetterkapriolen und Rentiere - Wochenrückblick und Lappland in Bildern KW 46+47 / Veckans bilder v 46+47 / Lapland in pictures week 46+47 


-> Hier gehts zur Galerie „Lappland in Bildern KW 46+47“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Veckans bilder från Lappland v 46 och 47“

-> To the gallery „Lapland in pictures week 46+47“



Das liebe Wetter

Hier in Lappland beginnt sich Nervosität breit zu machen. Warum? Im Tourismus steht eine Hochsaison vor der Tür, aber der Schnee lässt noch immer auf sich warten. Es wird zwar langsam etwas kälter. Bis dato liegen aber nur einige cm Schnee.

Üblicherweise liegen um diese Zeit bereits 40-50 cm Schnee bei Temperaturen um die minus 10 bis 15 Grad. Dieses Jahr sind es lediglich ein paar Zentimeter pampiger Schnee und null bis minus 5 Grad. Skoter- oder Skifahren ist derzeit schlicht unmöglich (die Lage im Fjäll ist allerdings etwas besser). 

Rein privat ist uns das Recht, entfällt doch das lästige Schneeschieben derweilen. Für unsere Kunden im Tourismus aber bahnt sich eine mögliche Katastrophe an. Wenn es so weiter geht werden die Gäste über Weihnachten und Neujahr weder mit dem Skoter, noch mit dem Hundeschlitten fahren können. Und der Wetterbericht verheisst für die nächsten 10 Tage keine grosse Veränderung. Es soll nur etwas kälter werden.

Mancherorts kommen bereits Zweifel an der jahrelang gepriesenen "Schneesicherheit" auf. So weit würde ich nicht  gehen, und es ist noch nicht Weihnachten. In den verbleibenden Tagen kann sich die Lage noch deutlich verändern. Ein besonderes Klimajahr ist 2011 aber in jedem Fall - für Mensch und Tier



Was und zum nächsten Thema führt: Den Rentieren


Vergangene Woche haben wir im Rahmen eines Fotoauftrages wieder einmal Rentiere fotografiert. Es ging um die Bebilderung eines Forschungsberichtes. Forscher haben sich nämlich intensiv damit beschäftigt, wie der Wärmehaushalt der Rentiere funktioniert. Einerseits müssen sie extreme Kälte aushalten. Andererseits müssen Rentiere jederzeit für die Flucht vor Raubtieren gerüstet sein. Dabei geht es schon einmal von null auf bis zu 80 km/h. Wie ist das möglich, ohne dass die Rentiere dabei lebensgefährlich überhitzen?

Die Forschung hat nun herausgefunden, dass Rentiere ein aus mehreren Komponenten und Mechanismen bestehendes Wärmeregulierungssystem haben:

- Das Winterfell als "wärmende Aussenhülle" ist extrem dicht. "Bauartbedingt" wärmt es immer. Die Regulierung erfolgt durch zwei zusätzliche Mechanismen.

- Ein Regulierungssystem läuft über die Atemluft. Das Rentier zieht Kaltluft durch die Nase ein. Dadurch verdunstet das Wasser auf den Schleimhäuten und kühlt den extrem gut durchbluteten Nasenraum. Kaltes Blut wird dem Kreislauf zugeführt. Das kühlt punktuell und gleichzeitig zentral. Ähnlich wie z.B. bei Hunden kann der Effekt durch eine heraushängende Zunge beim Rennen verstärkt werden.

- In einer Flucht- oder Hochleistungssituation kommt ein weiterer Mechanismus hinzu. Anatomisch verlaufen beim Rentier die Venen und Arterien nebeneinander. Das kühlere venöse Blut kühlt so das wärmere arterielle Blut, insbesondere auf dem Weg in Richtung Kopf und Gehirn. 


Inside the old house - Lapland
„Inside the old house“


Schliesslich noch in eigener Sache

Stammleser werden es bemerkt haben. Die Blogfrequenz hier hat abgenommen. Es gibt weniger Artikel, dafür längere und mehr Bilderstrecken. Wir planen künftig regelmässige, wöchentliche oder zweiwöchentliche Updates als Wochenrückblick mit Bilderstrecke. Wer immer tagaktuell auf dem Laufenden sein möchte, schaut am besten einmal täglich bei Google+ oder Facebook vorbei. 

Neu: Die Lappland-Edition

Immer wieder haben uns Anfragen erreicht. Nun ist es soweit:

Ab sofort gibt es die Lappland-Edition mit Original-Abzügen und Kunstdrucken von ausgesuchten Fotografien, die charakteristisch für Lappland sind.

Kurz: Original-Kunstwerken aus Lappland. Natürlich in limitierter Auflage und handsigniert.

An den Start gehen 4 Editionen mit hochwertigen Abzügen und Prints:

Landscape, Nature, Black/White und Simplicity.

Viel Freude beim Durchstöbern der Galerien.

Und bitte daran denken: Damit wir die Lieferung als Geschenk zu Weihnachten sicherstellen können, bitte bis Ende November bestellen!

Autumn leaves - Preparing the runway for the winter

Autumn leaves - Preparing the runway for the winter
„Autumn leaves“

Herbst. Jahreszeit der Farben. Und herbstliche Melancholie. 

Farbenprächtige Blättermeere laden zu einem Vollbad ein.

Einfach eintauchen.

Das Bodenpersonal in Lappland bereitet unterdessen die Landebahn für den Winter vor.
Hoffentlich verzögert sich die Landung so lange wie möglich.

Musikempfehlung dazu: Autumn leaves in der Version von Eric Clapton aus seinem 2010er Album.

Svamp 2011 - Jahr der Pilze in Lappland

„Svamp“ ist Schwedisch und bedeutet „Pilz“. 2011 ist das Jahr der Pilze in Lappland.


Fliegenpilz in Lappland
„Red Ball“


In Sachen Vegetation hat jedes Jahr in Lappland seine Besonderheiten. So war 2010 z. B. ein Jahr der Beeren. Es gab massenhaft Hjortron, Blaubeeren und Preiselbeeren. Mit Beeren sieht es heuer äusserst mager aus. 

Pilze in Lappland
„Gruppenbild“


Dafür spriessen dieses Jahr geradezu überall alle Arten von Pilzen aus dem Boden. Darunter echte kulinarische Kostbarkeiten, wie der Karljohan (Stensopp, Steinpilz) oder gar der auch unter Schweden heiss begehrte Kantarell (Pfifferling), über dessen Ernte ich gerade eine Reportage mache.

Generell ist das Pilzesammeln in Schweden nicht so verbreitet. Nur der Kantarell bildet eine Ausnahme. Zu seinen Vorkommen - vornehmlich im Fjäll - pilgern ganze Scharen von Menschen, und entlang unscheinbarer Schotterpisten parken oft dutzende Autos von Pilzjägern am Strassenrand. 

Die hier im Bild festgehaltenen Exemplare sind übrigens nur optisch faszinierend und nicht zum Verzehr geeignet (es könnte ansonsten ein einmaliges Vergnügen werden). 

Ufo Pilze
„Ufo-Pilze“

Skandal wegen gefälschter Fotos in Schweden

Nun hat auch Schweden einen handfesten Skandal wegen gefälschter Fotos bei einem Fotowettbewerb. Der in Schweden tätige Naturfotogfraf Terje Hellesø hatte beim 20. Fotowettbewerb des schwedischen Naturvårdsverket (Amt für Natur- und Umweltschutz) mehrere mit Photoshop manipulierte Fotos eingereicht und dadurch den ersten Preis gewonnen.

Eine der gefälschten Aufnahmen des Preisträgers Terje Hellesjø
„Eine der gefälschten Aufnahmen des Preisträgers Terje Hellesjø“
Foto: Terje Hellesø / Naturvårdsverket 


Seit 20 Jahren veranstaltet das schwedische Naturvårdsverket (Amt für Natur- und Umweltschutz) einen Fotowettbwerb, bei dem die besten Naturaufnahmen prämiert werden. Der Wettbewerb ist in Schweden sehr populär und geniesst grosses mediales Interesse.

In der 2010er Wettbewerbsrunde gewann der in Schweden tätige Berufsfotograf Terje Hellesø (gebürtiger Norweger) mit einigen auf den ersten Blick spektakulären Aufnahmen. Der mit 15.000 SKR dotierte Preis war Hellesø  im Mai 2011 verliehen worden. Der Preisträger erhält zudem eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum in Stockholm.

Nach der Preisverleihung kamen allerdings Zweifel auf. Gunnar Glöersen, Mitarbeiter beim schwedischen Jägerverbund (Jägareförbundet) wies im Blog des Jägerverbundes als erster darauf hin, dass der prämierte Fotograf unglaublich viele seltene Raumtiere in sehr kurzer Zeit in der freien Wildbahn fotografiert haben will.

Eine bekannte schwedische Fotoseite griff das Thema auf. Binnen kurzer Zeit kamen dort mehrere hundert Kommentare zusammen und die Aufnahmen des Preisträgers wurden von einer grossen fotografischen Öffentlichkeit kritisch unter die Lupe genommen. Es dauerte nicht lange bis entdeckt wurde, dass einige der Tiere aus den prämierten Aufnahmen als freigestellte Objekte in Bildbanken im Internet frei verfügbar waren. 

Schliesslich kommentierte auch Preisträger Hellesø den Vorgang. Er habe alle getäuscht (einschliesslich seiner eigenen Familie; dazu sogleich mehr) und bitte um Verzeihung.

Die Geschichte zieht nun Kreise in verschiedene Richtungen.

- Zum einen ist die fotografische Community in Schweden in einer Art Schockzustand. Dass ein schwedischer Fotograf ein solches Vorgehen an den Tag legen könnte, war bislang schlicht undenkbar.

- Das zeigt sich u.a. auch darin, dass in den Wettbewerbsstatuten keine Regelungen zu Täuschungsversuchen enthalten sind. Auch eine Regelung, die Wettbewerbsteilnehmer zur Vorlage von RAW-Dateien verpflichtet, ist nicht vorgesehen. Deswegen darf Hellesø die Auszeichnung erst einmal behalten, bis die Juristen des Naturvårdsverkets die Rechtslage geklärt haben. Nicht zuletzt durch die Mängel in den Statuten des Wettbewerbes ist der Ruf des bislang angesehenen Wettbewerbes nun nachhaltig beschädigt

- Tragisch ist auch die familiäre Seite. In einem Interview des schwedischen Rundfunks hat die Ehefrau des Preisträger, Malin Hellesø - ebenfalls Fotografin - angegeben, dass sie selbst auch getäuscht worden sei. Ihr sei die Täuschung erst bekannt geworden, als ihr Mann ihr dies einige Zeit nach der Preisverleihung gebeichtet habe. 

- Im Verband der schwedischen Naturfotografen läuft derzeit die Debatte über einen Ausschluss Hellesøs aus der Vereinigung. Der Verband hat nämlich klare Regelungen dazu, dass derartige Bildmanipulationen unzulässig und unethisch sind.

- Zu guter Letzt droht dem Preisträger nun schliesslich auch handfester juristischer Ärger: Gegen Hellesø wurde mittlerweile eine Strafanzeige wegen Betruges gestellt. Denn wegen der gefälschten Bilder wurde eine grössere Summe öffentlicher Mittel verschwendet, weil Experten im Auftrag der Naturschutzbehörde auf die Suche nach den fotografierten seltenen Tieren gegangen waren. 

Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland

Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland
„Blick vom Storforsen - am Horizont das gleichnamige Hotel“


Heute wieder ein touristischer Geheimtipp für alle Lappland-Urlauber und Besucher. Ca. 40 Km nordwestlich von Älvsbyn (Norrbotten) befindet sich eine besondere Sehenswürdigkeit: Storforsen.

Was verbirgt sich hinter dem Namen? „Fors“ auf Schwedisch bedeutet „Stromschnellen“, „Stor“ bedeutet „Gross“. Über die „grossen Stromschnellen“ fliesst ein Nebenfluss des Piteälven (einer der Nationalflüsse Schwedens).

Storforsen ist der grösste naturbelassene Stromschnellenabschnitt Europas. Das gesamte Gebiet der Stromschnellen ist ein Naturreservat.

Der Storforsen überwindet auf eine Länge von 5 Kilometern einen Höhenunterschied von 82 Metern. Besonders sehenswert ist der letzte Abschnitt, auf den auch der grösste Höhenunterschied (von ca. 60 Metern) entfällt. Das Wasservolumen ist beeindruckend: Bis zu 1024 Kubikmeter Wasser fliessen pro Sekunde über die Stromschnellen. Der Durchschnittswert im Jahresmittel liegt bei 162 Kubikmetern.

Für Besucher gibt es mehrere ausgebaute Pfade, die bis zum letzten Abschnitt hinauf führen. Besonders löblich ist, dass auch Rollstuhlfahrer viele Pfade nutzen können.

Am Fusse des Storforsen liegt das gleichnamige Hotel. Viele der Zimmer und Konferenzräume haben einen wunderbaren Ausblick auf die Stromschnellen. Besonders beliebt für Hochzeiten ist die Kapelle neben dem Hotel. Sie ist auf den Storforsen ausgerichtet. Hinter dem Altar befindet sich ein überdimensionales Fenster mit Blick auf die Stromschnellen, was eine sehr besondere Atmoshäre für Trauungen schafft.

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Herzschmerz in Farbe - Abgesang auf den Sommer in Lappland

Abgesang auf den Sommer in Lappland
„Abgesang auf den Sommer in Lappland“


Behind the scenes:
Abendliche Exkursion zu einem meiner Lieblingsplätze. Der Weg dorthin ist nicht einfach und führt durch ein Sumpfgebiet. Angekommen, erlebe ich ein Feuerwerk am Himmel. Gülden und honigfarben leuchten die vorüberziehenden Wolken. Steine schweben scheinbar über dem Wasser. Die Wärme verfliegt. Es wird kühl und kühler. Ein Kranichpärchen zieht seine Kreise, trainiert für die grosse Reise und singt mit lauter Stimme den Abgesang auf den Sommer in Lappland.

Und wieder geht ein Tag vorüber

Und wieder geht ein Tag vorüber in Lappland
„Und wieder geht ein Tag vorüber...“


Behind the scenes:
Die Tage in Lappland werden kürzer und bescheren uns wieder traumhafte abendlich Lichtspektakel. Zeit, die Seele baumeln zu lassen und zu betanken: 

Und wieder geht ein Tag vorüber,
versinkt im Dunst der Dämmerung.
Unheimlich langsam zieht der Tag vorüber,
und schon erscheint der erste Stern.


Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie die Umwelt, oder einen Touristen

Naturreservat Lappland?
„Naturreservat Lappland?“


Behind the scenes:
Lappland wird gerne als “die letzte Wildnis Europas” beschrieben und beworben. Und in weiten Teilen stimmt das auch noch. Trotzdem sind auch hier leider Missstände zu beklagen. Und das auch noch ausgerechnet aus der “Öko-Ecke”. Konkret geht es um den Ausbau der Windkraft, die derzeit hier (wie lange noch?) hoch im Trend liegt. 

Um ganz deutlich zu sein: Im Vergleich zur Atomkraft sind mir Windkraftwerke immer noch hundertmal lieber. Keine Diskussion. 

Dass aber ausgerechnet in landschaftlich sehr schönen Gegenden mit erhaltungswürdiger Flora und Fauna die Windparks aus dem Boden schiessen, ist sehr bedauerlich.

Kürzlich hat es es ein Besucher kurz und bündig auf den Punkt gebracht: “Die Windkraft-Regionen in Lappland sind für mich als Besucher und Tourist gestorben. Hierher komme ich sicher nicht wieder.”

Umso mehr schade, als die unschönen “Stahlspargel mit Flügeln” für die nächsten 25-35 Jahre festbetoniert sind. So werden ganze Landstriche touristisch unbrauchbar gemacht. Aber es kommt noch schlimmer.

Einige Biologen und Naturkundler, die in den vergangenen Wochen hier zu Besuch waren, und für die wir in einigen Dokumentationsprojekten gearbeitet haben, zeigten sich sehr bestürzt über die immense Naturzerstörung. Kilometerlange Wege werden gezogen. Für die Hochspannungsleitungen entstehen breite Schneisen, die nicht nur hässlich sind, sondern Lebensräume seltener Arten zerschneiden und zerstören. 

Ganz zu schweigen von den Auswirkungen der permanenten Lärmentwicklung (gerade auch im tieffrequenten Bereich), den Lichtreflexen und dem Elektrosmog.

Leider gilt es auch hier, der Realität und den Fakten ins Auge zu sehen. Auch wenn es für manche unbequem sein mag. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen werden ihre Spuren hinterlassen. Frage sich nur, zu was das führen wird.


„Zerstörte Natur“

Wattwanderung in Lappland - Renaturierung kann reizvoll sein

Wattwanderung in Lappland - Renaturierung kann reizvoll sein
„Wattwanderung in Lappland - Renaturierung kann reizvoll sein“


Behind the scenes:
Von unserem Projekt zur fotografischen Dokumentation des Rückbaues und der Renaturierung von ehemaligen Tagebaugeländen in Lappland und den damit verbundenen Tücken hatte ich hier schon einmal berichtet. 

Die Tage hat es mich wieder einmal dorthin verschlagen. Ehemalige Grubengelände sind eine sehr tückische Sache. Der Tagebau wird nach und nach mit riesigen Massen Schutt, Abraum uns Erde verfüllt. Die Flächen wachsen dann relativ schnell wieder zu und werden zu Biotopen für allerlei Pflanzen und Tiere. Das Ergebnis sieht nach einigen Monaten wieder beinahe wie normaler Erdboden aus.

Die Tücke liegt aber darin, dass dieser Boden an manchen Stellen extrem instabil ist. Durch beständige Senkungen im Boden können sich grosse Hohlräume unter der Oberfläche bilden, die einen Menschen einfach verschwinden lassen können. Beim Umherstreifen sind also genaue Geländekenntnis und extreme Vorsicht gefragt. Ausreichende Sicherungsmassnahmen sind Pflicht. 

Fotografisch rechnet sich die Mühe dann aber oft in Form von sehr schönem fotografischem “Beifang”.  Unser Hauptauftrag ist in diesem Falle die langfristige Dokumentation der Verwandlung von Abbaugebiet in Biotop. Allerdings bieten sich auch darüber hinaus oft sehr reizvolle Anblicke. Das durch den erz- und mineralhaltigen Boden angereicherte Grubenwasser, das nach wie vor durch die Verfüllung durchsickert, birgt unglaubliche Farbeffekte und schafft bizarre Mondlandschaften im Makro- wie im Mikrokosmos. Für manche Perspektiven sind die Anglerhosen aber unabkömmlich es darf im Schlamm gewatet werden.


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Climate change - We have survived the winter, or: summer, soon...

Climate change - We have survived the winter, or: summer, soon...
„We have survived the winter“


Behind the scenes: Klimawandel, Vulkanausbrüche, Aschewolken, und vieles mehr füllt die Klimadiskussion rund um die Erderwärmung (Wiki-Svenska, Wiki-Deutsch). Ich bin kein Wissenschaftler, sondern nähere mich dem Problem pragmatisch-beobachtend. 

Aus dieser Perspektive war dieser Winter in Lappland ausgeprägt kalt. Und auch im Mai liegen die Temperaturen noch deutlich unter den Werten der beiden vergangenen Jahre. Im Wald und am Wegesrand finden sich noch immer einige kleine Schneenester.

Aber was ist schon ein Vergleichsmasstab von 2 Jahren im Kontext von globaler Erderwärmung? 2007 hatten wir Rekordwärme. Seitdem kühlt der Mikrozyklus in Lappland ab. Aber die Natur- und Tierwelt scheren sich anscheinend ohnehin nicht so viel um die kurzfristigen Rhythmen.

Ein Blick in die Tierwelt ist aufschlussreich. Dieses Jahr ist wieder ein Jahr der Nager und Kleintiere. Mäuse und Ratteninvasion auf den Feldern und um das Haus herum. Damit dürfte es nächstes Jahr wieder ein Jahr der Greifvögel werden. 

Zum Bild: Ich liebe es, der Entfaltung der Farnpflanzen zu zusehen. Sie haben die grosse Kälte des Winters überlebt und entfalten sich der Sonne entgegen. Und irgendwie haben sie eine “kollektive Klimaintelligenz” entwickelt, denn Wikipedia lehrt uns:

“Im Erdzeitalter Karbon vor etwa 400 Millionen Jahren bildeten Farne (in grösserer Form als heute, meist Baumfarne genannt) zusammen mit Schachtelhalmen und Bärlapppflanzen riesige Wälder und schufen somit die Basis für die heutigen Steinkohle-Vorkommen. Die ältesten fossilen Funde stammen aus dem unteren Devon. Sie sind somit wahrscheinlich älter als die Samenpflanzen, die erstmals im oberen Devon auftraten.”

Was Klimaveränderungen angeht, scheinen uns diese einfachen, aber sehr bezaubernden Pflänzchen einiges voraus zu haben.


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En promenade

Kranich - En promenade in Lappland
„En promenade“


Behind the scenes: Viele Kraniche (wirklich drollige Wesen, wenn man sie eine Weile beobachtet - laufen wie Flugsaurier) tummeln sich derzeit in Lappland. Hier ein eher seltener Anblick: Ein einsamer Kranich. Normalerweise sind sie immer als Pärchen unterwegs. Ob Nummer zwei etwas schon brütet?


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Klimaveränderung geschieht / Climate change happens / Klimatförändring pågår

Klimaveränderung geschieht / Climate change happens / Klimatförändring pågår
„Climate change happens“ - License picture / Buy print


Behind the scenes: Spuren des Klimawandels - Realität in Lapland 2011.




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Tree

tree in the winter in lappland
„Tree“ - License picture / Buy print




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Sky-Lines

Sky-Lines
„Sky-Lines“ - License picture / Buy print




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900 Tonnen Stahlbeton...

900 Tonnen Stahlbeton in Lappland
„900 Tonnen Stahlbeton - mitten in der Natur“


Behind the scenes: Wunderbares Februarwetter in Lappland am vergangenen Samstag. Zwischen minus 15 und minus 20 Grad. Wind gerade noch erträglich. Hatte mich entschlossen, einige entlegenere Baustellen für künftige Windkraftwerke zu besuchen und vielleicht auch zu fotografieren. Der Fussmarsch war nach Karte so ca. 15-17 Km. Natürlich mit einem treuen Vierbeiner als Begleitung. Die Wanderung war traumhaft schön, obwohl ziemlich anstrengend. Denn es ging erst einmal so ca. 5 Km nur bergauf, teilweise durch Tiefschnee.

Oben angekommen, waren die Baustellen dann auch ganz aufschlussreich. Das lässt mich immer wieder sehr nachdenklich werden. Neunhundert (900) Tonnen Stahlbeton umfasst ein (!) Fundament für ein Windrad. Meistens werden ganze Schwärme zwischen 10 und 40 Stück errichtet. Gebuddelt und betoniert wird auch im tiefsten Winter. Damit der Beton abbindet wird eine riesige Plane über die Baustelle gezogen. Rundherum stehen 5-7 grosse Notstromaggregate. An jedem ist ein gigantisches Gebläse angeschlossen, das den Beton bewindet. Gespenstische Installation. Ziemlich laut. Autark zudem, denn kein Mensch war weit und breit zu sehen. Die Aggregate mahlen eintönig und lärmend vor sich hin. Was ich mich frage betrifft die Gesamt-Energiebilanz. Hat da mal jemand nachgerechnet, wieviel Energie im gesamten Prozess von Erschliessung, über die Wegarbeiten, Sprengarbeiten, Grabungsarbeiten, usw. usw. bis hin zu mobilen Betonwerken, da eigentlich aufgewendet wird? Wie “öko-logisch” ist das eigentlich wirklich?

Mit vielen Fragen beladen habe ich mich schliesslich wieder auf den Heimweg gemacht. Mit einem schönen Umweg über eine Route, von der aus kein Windkraftwerk zu sehen ist. Nur ein Stückchen unberührte Natur.



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Eistauchen / Ice diving / Is dykning

Eistauchen / Ice diving / Is dykning


Tauchen Sie ein in wunderbare Welten im, unter und mit dem Eis:

-> Hier gehts zur Galerie „Eistauchen in Lappland“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Is dykning i Lapland“

-> To the gallery „Ice diving in Lapland“


PS: Wenn Sie Tauchprofi sind und an Tauchgängen im Eis Interesse haben, dann ist das winterliche Lappland für Sie ein Paradies!

Eistauchen / Ice diving / Is dykning

Bald gehts richtig rund in Lappland

Nicht nur die Pilze schiessen in diesem Herbst in Lappland inflatorisch aus dem Boden. Auch die Windkraftwerke. Denn die alternative Energiegewinnung in Form von Windkraftwerken ist derzeit voll im Trend. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang durchaus geteilte Ansichten (und Aussichten im sprichwörtlichen Sinne), denn sichtbar oder unsichtbar hängt von Standort und Abstand ab.

In Piteå ist derzeit z. B. ein Windpark mit über 1.000 Windkraftwerken in Planung. Hier im Inland beschränken sich die Parks i.d.R. auf "kleinere Ansammlungen" von 5-50 Stück.

Windkraft in Lappland - bald gehts rund


Dieses Exemplar hat jedenfalls gerade auf "möglichst wenig sichtbare Parkstellung" umgeschaltet, wohl um sich besser in die natürliche Umgebung einzufügen.

Es bleibt abzuwarten, welche Effekte die zahlreichen Neubauten auf Umwelt und Tourismus haben werden.



Dactylorhiza fuchsii / Common spotted orchid / Fuchs' Knabenkraut

Die Sommerreise durch Lappland hat mich heute durch mooriges Gebiet geführt. Eine Pflanze hat die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Eine wilde Orchidee. Genauer eine Dactylorhiza fuchsii (engl. Common spotted orchid, deutsch: Fuchs' Knabenkraut).

Dactylorhiza fuchsii / Common spotted orchid / Fuchs' Knabenkraut

Es handelt sich um eine in hiesigen Breiten gelegentlich vorkommende Pflanze.

Wikipedia belehrt uns: “Das Fuchs' Knabenkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 90 Zentimetern erreicht. Der markige Stängel ist nicht hohl. Die Laubblätter werden 5 bis 10 (bis 12) cm lang, die Spitze des obersten Laubblattes ist bei dieser Art weit vom Blütenstand entfernt. Die Laubblätter sind oberseits dunkelgrün, unterseits heller und besitzen meist querovale Flecke. Die unteren Blätter sind rosettig gehäuft, das unterste Laubblatt ist auffallend kurz und stumpf.”

Die charakteristischen Blätter sind im zweiten Bild zu sehen.

Dactylorhiza fuchsii / Common spotted orchid / Fuchs' Knabenkraut


Sommer in Lappland III



Sommer in Lappland II

Sommer und Urlaub in Lappland

Sommer in Lappland

Sommer in Lappland ist einfach herrlich!

(Hier ist die nächste Zivilisation übrigens gute 15 Km entfernt :)

Sommer in Lappland

Sommer in Lappland


Die Flugsaurier schlagen wieder zu...

Es ist schwül. Schwankende Temperaturen aber höchste Luftfeuchtuigkeit. Ein Paradies für Mücken, Schnaken und alle anderen Sorten an fliegendem Getier. Auf MyggA als Helfer in der Not, hatten wir ja schon verschiedentlich hingewiesen :)

Hier hatte sich ein Flugsaurier unbekannter Gattung auf der Fensterscheibe niedergelassen. Da das Makro sowieso gerade auf der Kamera war, drängte sich das Motiv geradezu auf :)

Insekt hinter Scheibe Glas


Tipp: Alternative Mückenbekämpfung

Beim Besuch in meiner Hau- und Hof-Autowerkstatt ist mir eine simple und alternative Art der Mückenbekämpfung ins Auge gestochen:

Ein kleiner Blecheimer und zwei Holzscheite. Unbedingt auf eine feuerfeste Unterlage achten. Anzünden. Ab und an ein Büschel grünes Gras o.ä. ins Feuer geben. Und den Eimer so ausrichten, dass man selbst immer im leichten Strom des Rauches sitzt oder steht. Zuverlässig, einfach und kostengünstig.

Nicht in der Umgebung brandgefährlicher und brennbarar Stoffe und Materialien zu verwenden! Nutzung und Anwendung auf eigene Gefahr!

Alternative Mückenbekämpfung

Sommer und Winter / Sommar och vinter

Dieselbe Stelle zu zwei unterschiedlichen Jahreszeiten: Vergleichsbilder finde ich immer sehr schön und lehrreich.

Hier zwei Ansichten einer Stelle, einmal aus dem zeitigen Frühjahr und einmal aus der letzten Woche. Nummer 1 bei einigen Minusgraden und noch einigem Schnee; Nummer 2 bei einigen Plusgraden und Sonnenschein.

Der Standpunkt war nicht 100% derselbe, weil mir letzte Woche eineinhalb Meter Schnee als Untergrund gefehlt haben, um an genau dieselbe Stelle zu gelangen :)

Erstaunlich, wie sich die Natur in einigen Wochen verändern kann, oder?







En försommarpromenad ute i skogen / Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald

Frühsommerwetter von der besten Sorte. Wechselndes Licht zwischen praller Sonne und tiefem Schatten. Eine gute Priese Wind. Wie geschaffen für eine Wanderung durch den farbenfrohen Wald Lapplands. Fotografische Eindrücke in der Galerie:

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En försommarpromenad ute i skogen / Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald

Auerhennen Gelege

Die reiche Natur Lapplands bietet immer wieder schöne Überraschungen. Nachdem der Schnee nun weitgehend verschwunden ist, bin ich auf meinen Wanderungen wieder weit draussen an weitgehend unberührten Stellen unterwegs. So auch vorhin.

In der Nähe eines kleinen Flusslaufes flog plötzlich ungefähr einen Meter vor mir eine Auerhenne laut protestierend auf. Ich hatte Sie nicht bemerkt, denn Auerhennen sind durch die Farbe ihres Federkleides sehr gut getarnt (und ich muss zugeben, dass ich auch gerade das Kranichpärchen am Fluss beobachtet habe).

Einen Schritt weiter lag also die Stelle, an der die Henne gerade aufgeflattert war. Am Fusse eines Baumes ein schlichtes Nest aus kleinen Zweigen, einige kleine Federchen und - die Hauptsache - vier prachtvolle Eier, ungefähr in der Grösse von “normalen” Hühner-Speiseeiern. Nun war Eile angesagt, denn ich wollte die Henne nicht beim weiterbrüten stören. Schnell mehrmals geknipst und dann möglichst schnell wieder diese Stelle verlassen.

Auerhahn und Birkhahn gibt es hier übrigens noch zuhauf und Lappland ist ein echtes Paradies für Naturfotografen (auch wenn ich mich eigentlich nicht zu dieser Spezies rechne; aber wer lässt sich die Gelegenheit schon entgehen :).

Vielleicht ist das Gelege auch eine Symbolik für das morgige Pfingstfest: Etwas ist im Werden.

Allen Leserinnen und Lesern „Frohe Pfingsten!“

Auerhennen Gelege Eier Auerhahn Auerhenne
- Das ist das Auerhennen Gelege herangezoomt -

Auerhennen Gelege Eier Auerhahn Auerhenne
- Und so sieht das Nest in der Totale aus -

Naturreservate in Lappland: Natur pur - auch im Winter und: Blackout oder Stromausfall

Das Leben hier ist mitunter abenteuerlicher als in Mitteleuropa. Von gestern auf heute sassen wir einige Stunden in der Finsternis. „Blackout“ oder Stromausfall, wie man auf Altdeutsch gesagt hat. Kommt hier im Winter öfter einmal vor. Aber dass es so zeitig im Winter schon gleich ein mehrstündiger Ausfall ist, verwundert. Das unnormal warme Wetter mit reichlich Schnee setzt anscheinend auch den Stromleitungen ordentlich zu.

Habe vorhin beim Spaziergang kurz mit einem Nachbarn gesprochen, der hier seit 60 Jahren lebt. Er meinte, so einen komischen Winteranfang hätte er sein Leben lang noch nicht erlebt. Eigentlich müsste es schon deutliche Dauerminusgrade haben. Soweit zum Wetter. Mehr dazu bei Elises Wetternachsage.

Jetzt aber zur Natur. Eigentlich schon beinahe komisch, dass hier - inmitten der unberührten Natur - trotzdem noch spezielle Naturreservate ausgewiesen sind. Eine dieser Stellen liegt an einer meiner Wanderrouten. Noch lässt sich durch den Schnee dorthin wandern. War zwar ziemlich anstrengend, aber die Stimmung, die Ruhe und der Ausblick dort haben für die Strapazen entschädigt. So sieht ein Naturreservat in Lappland im Winter aus. Ein paar Vögel und zwei Elche sind mir begegnet. Die waren mit der Taschenknipse aber leider nicht würdig einzufangen :)

Naturreservat in Lappland im Winter

Elises-Lappland-Wetter

Wir sind bekanntlich ständig für unsere Leserinnen und Leser im Einsatz und bemühen uns um die Erweiterung unserer Webangebote. Als Erweiterung zu unserer altbekannten Lappland-Wetter-Webcam haben wir einen eigenen kleinen Wetterdienst mit ins Angebot genommen.

Viele Leser haben nicht die Zeit, das Wetter in der Webcam mehrmals täglich zu besichtigen. Deswegen haben wir „Elise Elch“ für Sie engagiert. Elise wird Sie in einer in unserem Schwesterblog eigens eingerichteten Blogrubrik über das aktuelle Wetter auf dem Laufenden halten.

Und Elise selbst ist auch schon eine grafische Augenweide. Also am besten regelmässig bei Elises-Lappland-Wetter vorbeischauen und den Wetterbericht sowie Elise in allen ihren grafischen Variationen geniessen.

-> Hier gehts zu Elises-Lappland-Wetter


- Elise Elch und das Lappland-Wetter :) -

Reger Flugverkehr in Lappland: Insekten im Garten - Makro

Insekten in Lappland

Pünktlich zu Midsommar hat der Sommer Lappland jetzt wirklich: Seit ein paar Tagen scheint die Sonne. Und heute waren die ersten Massen an Bienen, Hummeln, usw. zu sehen. Also schnell das Micro-Nikkor auf die Kamera und ab in den Garten.

Die Pusteblumen (Gewöhnlicher Löwenzahn, Taraxacum officinale) scheinen besonders begehrt zu sein. Da herrschte regelrechtes Gedränge auf manchen Blüten.

Die Nachbarn haben mich bestimmt für völlig bekloppt gehalten falls sie gesehen haben, wie ich durch den Garten gerobbt bin. Ein völlig faszinierender Mikrokosmos. Wunderbare Tierwelt.

Für alle Natur- und Insektenfans habe ich eine kleine Galerie aufgelegt:

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Teil 2: Richtiges Verhalten in Bärengebieten

Braunbär Bär in Lappland
(Seltener Moment: Braunbär in Lappland)

Hier in Lappland gibt es Bären. Für alle Besucher, Urlauber und Touristen daher hier die wichtigsten Grundregeln zu den Fragen:

- Wie kann ich Begegnungen vorbeugen?
- Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einem Bären begegne?

Vorbeugung

• Im unbekannten Risikogebiet (z.B. in bewaldetem Gelände, beim Pilz- oder Beerensammeln): Geräusche machen. Singen Sie oder unterhalten Sie sich. Ein Bär wird so auf Sie aufreksam und wird sich im Regelfall selbst entfernen.

• Die bei vielen Outdooranbietern erhältlichen “Bärenglocken” sind zwar hübsch und sehr beruhigend für die Psyche des Menschen, aber für Lappland nicht unbedingt geeignet. Manche Rentiere tragen auch Glocken. Das kann dazu führen, dass der Bär angelockt wird, statt ferngehalten.

Unterwegs mit Hund / Hunden

• Hunde nie frei laufen lassen, sondern immer angeleint. Ein freilaufender Hund kehrt bei Gefahr normalerweise zum Mensch zurück und lenkt den Bären damit auf den Menschen. Der angeleinte Hund kann den Menschen durch sein verhalten auf eine Gefahrennähe aufmerksam machen (vorausgesetzt man hat sich mit dem Verhalten und der Sprache seines Hundes hinreichend beschäftigt).

Besondere Vorbeugung für Trekker / Camper / Wohnmobilisten

• Vorsicht im Umgang mit Nahrungsmitteln. Verwahren Sie Nahrungsmittel sicher.

• Lassen Sie niemals Nahrungsmittelreste oder Abfall in der Natur zurück. Ein Bär kann die Düfte verknüpfen und verbindet den Geruch des Menschen mit Nahrung und kann dadurch zur akuten Gefahr werden.

• Niemals (never ever!) Bären anfüttern!

Bärensichtung auf Distanz

• Bleiben Sie zunächst ruhig stehen und sondieren Sie die Lage. Geniessen Sie den Anblick.

• Achten Sie darauf, ob es sich um eine Bärin mit Jungen handelt. Ist das der Fall sofort ruhig den Rückzug antreten.

• Befindet sich der Bär beim Fressen oder an einer Beute sofort ruhig den Rückzug antreten.

• Nähern Sie sich niemals einem Bär (auch nicht um ihn besser beobachten oder fotografieren zu können)!

• Ist der Bär auf grosser Distanz können Sie ihn “im Bogen” umlaufen. Ansonsten umkehren und langsam (!) auf demselben Weg, auf dem Sie gekommen sind, zurückgehen. Bedenken Sie dabei die Windrichtung. Bären riechen extrem gut.

• Denken Sie daran Geräusche zu machen, die Sie als Mensch ausweisen.

Begegnung mit Bären

• Verhalten Sie sich so ruhig wie möglich. Unter keinen Umständen wegrennen. Sobald Sie wegrennen fallen Sie ins Beuteschema!

• Unter keinen Umständen weiter auf den Bär zugehen. Keine schnellen oder ruckartigen Bewegungen.

• Machen Sie auf jeden Fall mit menschliche Geräusche.

• Keine Panik wenn sich der Bär auf die Hinterbeine stellt. So verschafft sich der Bär einen duft- und sichtmässigen Überblick. Das ist also nicht per se aggressives Verhalten. Nutzen Sie diesen Moment, um mit ruhigen aber deutlichen menschlichen Lauten auf sich aufmerksamm zu machen.

• Begegnung auf Nahdistanz (unter ein paar Metern) kann der Bär als Angriff auffassen.

Bärenangriff

• Vorab: Sehr, sehr selten.

• Meist nur eine “Abwehrende Scheinattacke”: Bär brummt und rennt auf den Menschen zu, um kurz vor dem Menschen anzuhalten und abzudrehen. Stehenbleiben. Wenn sich der Bär abwendet ruhig (!) zurück gehen.

• Echter Angriff: Flach auf den Bauch legen. Hände im Nacken verschränken. Regungslos liegen bleiben. Beten. Im Regelfall schnuppert der Bär den Menschen ab um festzustellen, dass der Mensch nicht in sein Beuteschema fällt. Hat sich der Bär wieder entfernt, langsam aufstehen und langsam entfernen. Bleiben Sie mindestens einige Minuten liegen.

• Jede Gegenwehr bei Bärenangriffen ist völlig zwecklos und steigert nur die Aggressivität des Bären.

• Nochmals: Niemals Wegrennen oder versuchen, auf einen Baum zu klettern. Wer wegläuft fällt ins Beuteschema und Bären laufen auf Kurzstrecke 50-60 km/h schnell. Und auf Bäume (bis zu ca. 15 meter) klettern Bären auch atemberaubend schnell.

Extrem kühler Sommeranfang in Lappland / Extremt kylig start på sommaren i Lapland

Der bisherige Sommeranfang lässt vom eigentlichen Sommer wenig erahnen. Bislang gab es nur zwei „richtig sommerliche“ Tage und das ist nun auch schon wieder zwei Wochen her.

Unser Nachbar meinte dazu vorhin ganz ironisch: „Mensch, in einer Woche ist Midsommar. Dann werden die Tage wieder kürzer und der Winter kommt. Wenigstens das ist sicher.“

Das SMHI (Sveriges Meteorologiska och Hydrologiska Institut, zu deutsch und vereinfacht: Der amtliche Wetterdienst) hat jetzt in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass der diesjährige Sommeranfang zu den kühlsten in den letzten 50 Jahren gehört. Allerdings bedeute das - rein statistisch - nicht, dass der gesamte Sommer „unterkühlt“ bleiben müsse. Das SMHI verweist dabei auf den Sommer 1955, in dem es am 8. Juni in Skåne noch ergiebig geschneit hatte. Trotzdem gehörte der anschliessende Sommer zu den schönsten Sommern der letzten 50 Jahre.

Tipp für Urlauber: Kontrollieren Sie vor Ihrer Abfahrt / Abreise hierher nochmals die 10-Tages-Voraussagen. Rechts in der Menüleiste finden Sie Links zu verschiedenen Wetterdiensten.

Schwimmreifen
(Fällt das Baden dieses Jahr ins Wasser?)

Skellefte Älven: Lågt vattenstånd / Skellefte Älv: Geringer Wasserstand

In Anbetracht der Jahreszeit herrscht derzeit ein relativ geringer Wasserstand am Skellefte Älv. Die herausragenden Baumstümpfe bieten die Anmutung einer „Mondlandschaft“ und laden zu langen „Strandspaziergängen“ ein.

Zeichen des Sommers: Leider stellen sich nun auch die lapplandtypischen Mücken ein. Durch den kräftigen Wind der letzten Tage ist es aber im Moment noch gut erträglich. Vielleicht sollten wir einmal über alle brauchbaren Methoden zur Mückenabwehr berichten? Lassen Sie uns Ihre Meinung dazu wissen!

Geringer niedriger Wasserstand am Skellefte Älv

Inte bra... / Gar nicht gut...

Manchmal gilt es einfach nur zu dokumentieren. Und oft ist das, was ich da weit draussen in Feld und Flur finde alles andere als das, was ich suche...

Umweltverschmutzung Alte Autobatterie

Nedsmutsning av miljön i Lappland / Umweltverschmutzung in Lappland

Manchmal geht die Umweltverschmutzung beinahe eine Synthese mit der Umwelt ein, so wie hier:

Umweltverschmutzung in Lappland - Alter Autoreifen

Aurora borealis

Habe heute mal wieder die Aufnahmen der letzten 6 Monate gesichtet und in ein paar neue Gruppen aufgeteilt. Schliesslich muss man die benötigten Aufnahmen ja auch wieder finden können :) Dabei sind mir zwei besonders schöne Polarlichter aufgefallen. Hier sozusagen als Winter-Nachlese.




Polarlichter

Wieder einige sehr schöne Polarlichter am Himmel.



Malå: Der Verkehr auf dem Malån ist eröffnet

Auf dem Malån tummeln sich jetzt Snöscoter und Fussgänger. Ein Malabor hat mir heute berichtet, dass auch Autos und Lastwagen dort fahren. Die diversen Fahrspuren sind zu erkennen.



Vargar i Västerbotten och Lappland / Wölfe in Västerbotten und Lappland

På den hemsidan av Västerbottens Länsstyrelsen finns det mycket interessant information om vargar in Västerbotten. De finns också ett möjllighet att ser var den markerade vargen just nu är.

Auf der Homepage der Landesverwaltung von Västerbotten gibt es eine Seite mit sehr interessanten Informationen über Wölfe in Västerbotten. Es gibt dort auch die Möglichkeit die Position eines mit einem Sender markierten Wolfes zu verfolgen.



8. Dezember 2007: Klimatdagen och dålig väder

Den 8 december är den internationella klimatdagen. Runt om i världen kommer engagerade människor att för tredje året i rad gå ut på gatorna och kräva att världens Politik agerar i tid.

Och vädrtet i Norrland är mycket dåligt: Från 0 till 3 grad och det rega hela tid. Darför finns det ingen foto här idag.

Mond, Mars, Venus oder Eiszeit?

Auf den ersten Blick muten die Motive wie Bilder von einem anderen Planeten an. Tatsächlich sind es Bruchstellen auf einem gefrorenen, verschneiten See. Futuristisch schön.









Stein...

Manchmal denke ich mir, ich sollte eine ganze Fotostrecke nur mit Steinen machen. Die Vielfalt und Schönheit sind so beeindruckend. Hier nur ein kleines Beispiel.