Klara Nordin: Septemberschuld - Der nächste Lappland-Krimi ist erschienen

Klara Nordin: Septemberschuld - Der nächste Lappland-Krimi ist erschienen


Die langen und kalten Winternächte um den Polarkreis in Lappland sind die geeignete Zeit, um in aller Ruhe Bücher zu lesen. Denn was gibt es schöneres, als bei klirrenden minus 30 Grad vor dem knisternden Ofen auf dem kuscheligen Sofa zu liegen, Beine und Füsse in eine Decke eingehüllt, eine schnurrende Katze auf den Oberschenkeln zu haben, und in die Welt eines Buches einzutauchen?

Welche Lektüre kann ich heute empfehlen?

Nach Ihrem Erstlingswerk "Totenleuchten" hat Klara Nordin vor drei Monaten "Septemberschuld", das zweite Werk Ihrer Reihe von Lappland-Krimis veröffentlicht.

Diesmal taucht Sie tief in die Welt der samischen Ursprungsbevölkerung ein. Das Buch beginnt mit einer sehr blutigen Leiche, die unter sehr mysteriösen Umständen ums Leben gekommen zu sein scheint. Ihrem in Totenleuchten begonnenen Leitthema, dass die Tatausführung einen Bezug zur Schlachtung von Rentieren hat, führt Sie gekonnt weiter. Mehr sei nicht verraten.

Auch in Septemberschuld ist Klaras Gabe, ganz unterschiedliche Handlungsstränge gekonnt zu verflechten, faszinierend. Viele Charaktere sind uns dabei bereits aus Totenleuchten bekannt. Ihre Personenbeschreibungen zeichnen Psychogramme der Beteiligten (und Unbeteiligten), die wiederum geradezu erschreckend zutreffende, tiefe Einblicke in die (nord-)schwedische Seele zeigen. Und die Handlung ist, wie sie bei einem richtig guten Krimi sein soll. Am Anfang undurchsichtig. Dann gibt es verschiedene Spuren, denen der Leser gedanklich folgt, und im letzten Viertel des Buches entfaltet sich eine ungeheure Geschichte (die eine der "Heiligen Kühe" der Wirtschaft in Nordschweden berührt). Mehr sei auch dazu nicht verraten. Nur so viel: Die Spannung hält von der ersten bis zur letzten Seite.

Ihre Hausaufgaben hat Klara Nordin auch dieses Mal wieder gelungen gemacht. Die detailreichen Schilderungen der Locations sind besser als jeder Reiseführer.

Prädikat: Auch Septemberschuld ist Pflichtlektüre für Krimiliebhaber, die Ihr Herz an Nordschweden verloren haben. Und auch alle anderen Krimibegeisterten kommen voll auf ihre Kosten.

Septemberschuld ist erschienen bei Kiepenheuer & Witsch und hat 336 Seiten. Das Buch kostet 9,99 Euro und ist auch als Ebook erhältlich. Bei Audible gibt es Septemberschuld auch als Hörbuch.

-> Mehr Infos und eine Bestellmöglichkeit gibt es auf der Homepage der Autorin: www.klaranordin.de

Renmärkning - Erleben Sie einen Hauch von Wildwest in Lappland

Ende Juni erreicht uns gegen Mittag eine SMS. Heute abend sei der beste Zeitpunkt. Wir sollten uns ab ca. 19 Uhr bereit halten. Genauere Details würden folgen. Einige Minuten später dann eine weitere SMS, es geht um eine Reportage über das diesjährige Renmärkning. 

Auf der längeren Anfahrt zum Termin beschleicht mich - während Frau Lappland den Wagen im Tiefflug, aber dennoch sicher über ungeheuerlich-abenteuerliche Waldwege steuert, welche die Bezeichnung "Weg" eigentlich nicht mehr verdienen - ein Gefühl, das ich selten habe. Wenn wir hier irgendwo eine Panne haben, findet uns nie jemand. Schon allein deswegen, weil der aktuelle Standort beinahe unmöglich zu beschreiben wäre. Glücklicherweise sind wir im Konvoi unterwegs.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Renmärkning"? Wie der Name andeutet geht es um Rentiere. Viele Angehörige der Samen (der samischen Ursprungsbevölkerung in Lappland) gehen nach wie vor der traditionellen Rentierzucht nach. Die Rentiere leben den grössten Teil des Jahres in der freien Natur, gelten aber dennoch als zahme Tiere. 

Im späten Frühjahr werden die Kälbchen geboren. Da die Herden frei umherstreifen gibt es ein Problem: Die Zuordnung der Rentiere zu ihren Besitzern. Manche Rentiere tragen ein bestimmtes Halsband oder sind farblich markiert. Halsbänder können aber verloren gehen und die Farbe verschwindet aus dem Fell. Von Alters her gibt es deswegen eine spezielle Art der Markierung und wer zu schwache Nerven hat, sollte jetzt besser nicht weiterlesen. 

Die Tiere eines Besitzers werden jeweils mit einem speziellen Muster der sog. "Renmärke" gekennzeichnet. Das geschieht nach alter Weise durch ein "Schnittmuster" im Rand der Ohren. Die Kennzeichnung erstreckt sich auf beide Ohren und aus dem Gesamtmuster beider Ohren ergibt sich die Zuordnung zum Besitzer. Klingt kompliziert? Ist es für Aussenstehende auch. Der Aufbau der Markierungen folgt einer bestimmten Ordnung. Das jeweilige Sameby (entspricht der Verwaltungseinheit) und die Familienbezeichnung sind die Obermerkmale, die mit Untermerkmalen für den jeweiligen individuellen Besitzer ergänzt werden. Die samische Verwaltung ist modern und so gibt es eine Webseite (und auch eine Version für ältere Mobiltelefone mit einem SMS-Dienst), mit deren Hilfe die genauen Kennzeichnungen ermittelt werden können. 

Das Renmärkning ist ein grosses Ereignis, das üblicherweise um Midsommar herum stattfindet. Rentiere sind sehr schlau und haben einen guten Instinkt. Zu dieser Zeit sammeln sie sich von sich aus an bestimmten Plätzen. Der Herdenverband, der aus mehreren Hundert Rentieren bestehen kann, bietet einen grösseren Schutz gegen Raubtiere (z. B. Bären oder Wölfe). Nach aktuellen Schätzungen und Statistiken fallen ein Drittel der Rentiere jedes Jahr Raubtieren um Opfer, ein anderes Drittel kommt bei Verkehrsunfällen zu Tode. Die Rentierzucht ist ein hartes Gewerbe.

Der Schutzinstinkt der Rentiere hat eine weitere Folge: Die Sammelplätze sind meistens sehr abgelegen und nur schwer zu erreichen.

Ist die Zeit gekommen versammeln sich - meist mit extrem kurzer Ankündigungsfrist, denn die Rentiere bestimmen den Zeitplan - alle Familien, deren Rentiere vor Ort sind. Das Renmärkning beginnt. Wildwest-Romantik ist es für die Beteiligten allerdings nicht, sondern harte und vor allem sehr viel Arbeit. 

Frühmorgens werden die Tiere in einen oder mehrere Round-Pens mit einem Durchmesser von 100-300 Metern getrieben. Die Kälbchen folgen dicht ihren jeweiligen Müttern. Dann stellen sich mehrere Rentierhüter mit grossen Notizblöcken in die Herde und halten Ausschau nach ihnen bekannten Muttertieren. Ist ein Tier identifiziert eilt ein anderer Helfer mit einer Fangschlinge zur Stelle. Die Fallschlinge ist an einer grossen ausziehbaren Stange befestigt.

Sehr behutsam wird das Kälbchen nun eingefangen, was oft nicht beim ersten Versuch gelingt. Tritt das Kälbchen in die Schlinge, zieht der Helfer an der Stange und die Schlinge um einen der Hinterläufe zieht sich zu. Der Helfer zieht weiter und geht gleichzeitig auf das Kälbchen zu, das dann meist schon am Boden liegt. Beinahe liebevoll setzt sich der Helfer auf den Rücken des jungen Rentieres und fixiert dessen Hinterläufe mit seinen Beinen. Dann eilt der Besitzer herbei, zückt sein traditionelles Messer, und schneidet die Kennzeichnung in die Ohren. Der ganze Vorgang dauert nicht länger als zwei, drei Minuten und geht mit einer unbeschreiblichen Ruhe vonstatten, um das Tier keinen unnötigen Belastungen und keinem Stress auszusetzen. Bei mehreren Hunderten von Tieren dauert das ganze Märkning mitunter einen Tag, oder gar länger. Die Helfer aus den einzelnen Familien wechseln sich ab und wer gerade frei hat, grillt etwas oder macht ein Nickerchen. Damit wird das Renmärkning auch zum sozialen Ereignis und zur Kommunikationsplattform. 

Alle Beteiligten sind dankbar, wenn das Wetter mitspielt. Mitunter regnet es in Strömen, was die Arbeit nur noch härter und beschwerlicher macht. Wir hatten Glück: Mildes Wetter, kein Regen und vor allem keine Mückeninvasion.

"Das Renmärkning ist für uns das, was Erntedank für die Landwirte ist", erklärt der Vorsitzende des Samebys. "Hier dürfen wir die Früchte unserer Arbeit sehen".

Am Rande: Es ist äusserst unhöflich, ja geradezu unanständig, einen Rentierzüchter danach zu fragen, wieviele Rentiere er denn besitzt. Die Frage gleicht der Frage, wieviel Geld sich gerade auf dem Bankkonto befindet. Deswegen fragen Sie bitte erst gar nicht, und ersparen Sie sich Peinlichkeiten.

Eine Sache fällt uns auf. Das Alter der Anwesenden ist bunt gemischt, Jung und Alt helfen mit, essen gemeinsam und unterhalten sich. Die Teenager fallen aus dem Raster der Gleichaltrigen. Nur zwei konnten wir erspähen, die während der Arbeitspausen mit einem Smartphone hantierten. Wobei einer dieser Teens höchstwahrscheinlich über beide Ohren verliebt war und mit seiner Liebsten eine Reihe von SMS verschickte.

Die übrigen nehmen "völlig normal" und mit voller Aufmerksamkeit am sozialen Leben der Gruppe teil. Die Naturverbundenheit scheint gegen die technische Reizüberflutung zu helfen.

Rein fotografisch ist das Renmärkning beeindruckend. In freier Wildbahn haben Rentiere eine Fluchtdistanz von etwa 10 Metern. Beim Renmärkning ergibt sich aber die Chance auf Tuchfühlung (besser: Fellfühlung) zu gehen. Und inmitten hunderter Rentiere mit der Kamera auf dem Boden zu liegen ist ein neues Erlebnis, zudem eines das Material und Kleidung fordert.  

Zwei Stunden später verlassen wir den Sammelplatz der Rentiere und das Renmärkning wieder, wissend, dass die harte Arbeit dort noch mehrere Stunden weiter gehen wird. Die Bilder für die Reportage sind im Kasten. Der Heimweg - diesmal ohne Konvoi, aber dank Frau Lapplandblog ohne Zwischenfälle - führt uns gegen Mitternacht an traumhaften und bezaubernden Landschaften vorbei. 

Wir haben die Freigabe, einige Begleitbilder der Reportage hier in einer Bilderstrecke zu zeigen:

-> Zur Bilderstrecke: Renmärkning 2014

Renmärkning
Renmärkning

Sameviste Koppsele - ein Blick in die samische Kulturhistorie

Etwa 15 Kilometer hinter Malå steht an der Strasse in Richtung Sorsele ein unscheinbares Hinweisschild mit der Aufschrift „Koppsele“. Ein kleiner Weg führt etwa einen Kilometer in den Wald hinein. Am Ende des Weges befindet sich eine Wendeplatte. Von dort aus führt ein mit roten Markierungen versehener Pfad durch ein etwa 45 Hektar grosses Naturreservat zum Ziel. Etwa zwei Kilometer darf der Besucher durch die reizvolle, bewaldete Landschaft wandern, bis schliesslich die alte Sameviste erreicht ist.

Eine Sameviste (manchmal auch nur als Viste bezeichnet) ist eine vorübergehende Siedlung, die von der nativen Bevölkerung Lapplands, den Samen (sie werden oft auch Sami genannt) in früheren Zeiten genutzt wurde. Die Samen folgten ihren in Abhängigkeit von den Jahreszeiten wandernden Rentierherden. An bestimmten Plätzen verweilten die Herden über einen längeren Zeitraum. An diesen Weideplätzen wurden Visten gebaut. Etwas vereinfacht könnte man eine Sameviste als „Sommerdorf eines samischen Familienverbandes“ bezeichnen.

Die Sameviste Koppsele stammt im Ursprung aus dem 17. Jahrhundert. Durch regelmässige Umbauten und Erneuerungen ist die heute sichtbare Bausubstanz der dortigen Hütten etwas jünger. Die älteste sichtbare Datierung in Form einer alten Inschrift verweist auf das Jahr 1819.

Der Name Koppsele soll auf das schwedische Wort für Tasse „Kopp“ zurückgehen, denn die Siedlung liegt in einer tassenähnlichen Vertiefung.

Ein geschichtsträchtiger Platz also, der manche Schätze birgt. Die Sameförening in Malå hat deswegen in Zusammenarbeit mit der Malå Kommun und dem Landesmuseum von Västerbotten ein umfangreiches Projekt zur archäologischen Untersuchung des gesamten Areales und zum Wiederaufbau beschädigter und zerstörter Gebäude initiiert. Im Sommer wurde eine erste Ausgrabungsetappe durchgeführt, die zahlreiche Fundstücke zu Tage geführt hatte. Mit Hilfe der Ausgrabungsergebnisse lässt sich der Alltag in die zurückliegenden Jahrhunderte rekonstruieren.

Im Zuge des Projektes wurde auch der Pfad zur Viste neu markiert und eine Holzbrücke erneuert. Neue Informationstafeln informieren die Besucher über wissenswerte Fakten und Details.

Nur noch wenige Gebäude, darunter eine klassische Wohnkåta, sind erhalten. Bei diesem Projektes wurde in Koppsele nun eine weitere Härbre im alten Stil errichtet. Eine Härbre ist ein traditioneller frei stehender Speicher (eine kleines Lagerhaus für Feldfrüchte). Charakteristisch für eine Härbre ist der besondere Unterbau: Die Härbre steht erhöht auf Pfeilern, die auf grossen Steinen ruhen. Sinn der Konstruktion ist die bestmöglichste Lüftung, damit der eingelagerte Inhalt trocken und schimmelfrei bleibt. Die neue Härbre in Koppsele war in Malå in traditioneller Weise und Ausführung gebaut worden und wurde dann in Einzelteilen nach Koppsele transportiert, um dann am Samstag (12. Oktober) in einem Zug aufgebaut und eingeweiht zu werden.

Einige freiwillige Helfer und Besucher waren gekommen um mit anzupacken und bei dem historischen Ereignis mit dabei zu sein. Jörgen Stenberg, Vorsitzender der Sameförening in Malå erläuterte die Geschichte und die Bedeutung des Platzes. Eine Nachkommin der letzten bekannten Familie, die in Koppsele regelmässig gewohnt hatte, durfte feierlich als Erste den Neubau erklimmen. Ein Repräsentant der Kommune betonte die Wichtigkeit des Projektes und der noch sehr junge Baumeister durfte Glückwünsche für sein erstes Meisterwerk entgegen nehmen.

Wir waren mit dabei und haben den Tag für unsere Leserinnen und Leser in Film und Bild dokumentiert.

-> Hier geht’s zur Galerie „Sameviste Koppsele“

-> Und hier der Film aus Koppsele


 

Nachlese: Samehelg 2012 im Lappstan in Malå

Vor vier Wochen war wieder einmal das jährliche „Samehelg“ („Samisches Wochenende“) in Malå angesagt. Unser Bericht kommt wegen hoher Arbeitsbelastung in den zurückliegenden Wochen leider etwas verspätet.

Eingeladen war wieder in den „Lappstan“ (grammatikalisch richtig und auf Hochschwedisch heisst es „Lappstad“) in Malå. Eine „Lappstad“ ist das Gegenstück zur „Kyrkstad“. Über die Gammelstads kyrkstad in Luleå – und deren Geschichte - hatten wir vor einiger Zeit hier schon einmal berichtet.

Richtete sich die Kyrkstad an die bäuerlichen Bewohner der ländlichen Gebiete, war die Lappstad das Gegenstück dazu für die Sami, die Angehörigen der nativen Bevölkerung Lapplands (Sapmis).

Der Besuch dort lohnt sich. Besonders die Lappstad in Malå ist sehr idyllisch. Die majestätische Bewaldung taucht die ganze Anlage ist ein faszinierendes diffuses Licht und die Hütten und Kåtas sind durchweg in sehr gutem Zustand.

Beim samischen Wochenende wurde wieder ein Potpourri aus Kultur, Kulinarischem und Aktivitäten angeboten, einschliesslich eines musikalischen Abendprogrammes. Wir laden Sie mit einer Bilderstrecke zu einem Rundgang ein.

-> Zur Galerie: Samehelg 2012 im Lappstan in Malå

-> Till bildspelet: Samehelgen 2012 på Lappstan i Malå



Samehelg 2012 im Lappstan in Malå
„Samehelg 2012 in Malå“
 
 

Colors of Sapmi – Ein persönliches Projekt über faszinierende Farben

Die wunderbaren Farben der samischen Trachten haben mich schon immer fasziniert. So ist über die vergangenen Monate ein Projekt entstanden.

-> Auf meinem englischsprachigen Blog gibt es die Details und eine Bildergalerie dazu.

Colors of Sapmi – Ein persönliches Projekt über faszinierende Farben
„Colors of Sapmi“

Über Wetterkapriolen und Rentiere - Lappland in Bildern KW 46+47 / Veckans bilder v 46+47 / Lapland in pictures week 46+47

Über Wetterkapriolen und Rentiere - Wochenrückblick und Lappland in Bildern KW 46+47 / Veckans bilder v 46+47 / Lapland in pictures week 46+47 


-> Hier gehts zur Galerie „Lappland in Bildern KW 46+47“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Veckans bilder från Lappland v 46 och 47“

-> To the gallery „Lapland in pictures week 46+47“



Das liebe Wetter

Hier in Lappland beginnt sich Nervosität breit zu machen. Warum? Im Tourismus steht eine Hochsaison vor der Tür, aber der Schnee lässt noch immer auf sich warten. Es wird zwar langsam etwas kälter. Bis dato liegen aber nur einige cm Schnee.

Üblicherweise liegen um diese Zeit bereits 40-50 cm Schnee bei Temperaturen um die minus 10 bis 15 Grad. Dieses Jahr sind es lediglich ein paar Zentimeter pampiger Schnee und null bis minus 5 Grad. Skoter- oder Skifahren ist derzeit schlicht unmöglich (die Lage im Fjäll ist allerdings etwas besser). 

Rein privat ist uns das Recht, entfällt doch das lästige Schneeschieben derweilen. Für unsere Kunden im Tourismus aber bahnt sich eine mögliche Katastrophe an. Wenn es so weiter geht werden die Gäste über Weihnachten und Neujahr weder mit dem Skoter, noch mit dem Hundeschlitten fahren können. Und der Wetterbericht verheisst für die nächsten 10 Tage keine grosse Veränderung. Es soll nur etwas kälter werden.

Mancherorts kommen bereits Zweifel an der jahrelang gepriesenen "Schneesicherheit" auf. So weit würde ich nicht  gehen, und es ist noch nicht Weihnachten. In den verbleibenden Tagen kann sich die Lage noch deutlich verändern. Ein besonderes Klimajahr ist 2011 aber in jedem Fall - für Mensch und Tier



Was und zum nächsten Thema führt: Den Rentieren


Vergangene Woche haben wir im Rahmen eines Fotoauftrages wieder einmal Rentiere fotografiert. Es ging um die Bebilderung eines Forschungsberichtes. Forscher haben sich nämlich intensiv damit beschäftigt, wie der Wärmehaushalt der Rentiere funktioniert. Einerseits müssen sie extreme Kälte aushalten. Andererseits müssen Rentiere jederzeit für die Flucht vor Raubtieren gerüstet sein. Dabei geht es schon einmal von null auf bis zu 80 km/h. Wie ist das möglich, ohne dass die Rentiere dabei lebensgefährlich überhitzen?

Die Forschung hat nun herausgefunden, dass Rentiere ein aus mehreren Komponenten und Mechanismen bestehendes Wärmeregulierungssystem haben:

- Das Winterfell als "wärmende Aussenhülle" ist extrem dicht. "Bauartbedingt" wärmt es immer. Die Regulierung erfolgt durch zwei zusätzliche Mechanismen.

- Ein Regulierungssystem läuft über die Atemluft. Das Rentier zieht Kaltluft durch die Nase ein. Dadurch verdunstet das Wasser auf den Schleimhäuten und kühlt den extrem gut durchbluteten Nasenraum. Kaltes Blut wird dem Kreislauf zugeführt. Das kühlt punktuell und gleichzeitig zentral. Ähnlich wie z.B. bei Hunden kann der Effekt durch eine heraushängende Zunge beim Rennen verstärkt werden.

- In einer Flucht- oder Hochleistungssituation kommt ein weiterer Mechanismus hinzu. Anatomisch verlaufen beim Rentier die Venen und Arterien nebeneinander. Das kühlere venöse Blut kühlt so das wärmere arterielle Blut, insbesondere auf dem Weg in Richtung Kopf und Gehirn. 


Inside the old house - Lapland
„Inside the old house“


Schliesslich noch in eigener Sache

Stammleser werden es bemerkt haben. Die Blogfrequenz hier hat abgenommen. Es gibt weniger Artikel, dafür längere und mehr Bilderstrecken. Wir planen künftig regelmässige, wöchentliche oder zweiwöchentliche Updates als Wochenrückblick mit Bilderstrecke. Wer immer tagaktuell auf dem Laufenden sein möchte, schaut am besten einmal täglich bei Google+ oder Facebook vorbei. 

Reportage: Mit Laptop und GPS - neue Wege in der Rentierhaltung



Kürzlich hatten wir im Rahmen eines Fotoauftrages die Möglichkeit, den Rentierhalter Jan Rannerud auf einer grösseren Tour durch Wald und Flur zu begleiten. Es ging um den Einsatz moderner Technik bei der Rentierhaltung. Aus der Fülle der entstandenen Aufnahmen haben wir einige ausgewählt, die nicht in der Printausgabe des Norran zu sehen waren, und einen eigenen Text dazu verfasst. Der Text gibt auch ein paar Einblicke „behind the scenes“.

-> Hier gehts zur Reportage: Mit Laptop und GPS - neue Wege in der Rentierhaltung

-> Klick här så kommer du till reportaget: Bärbara datorer och gps - nya metoder inom renskötseln




Samehelgen in Malå 2009 / Samehelgen i Malå

Samehelgen in Malå 2009 / Samehelgen i Malå

Am vergangenen Wochenende (22./23.) war in Malå wieder „Samehelgen“, das Wochenende der samischen Kultur. Veranstaltet wird das Samehelg vom Malå sameby.

Es gab wieder viel zu sehen und viele Aktivitäten. Besonders gefallen haben uns einige ausgewählte samische Kunsthandwerksarbeiten. Bei den Aktivitäten gab es viel vom Lassowerfen für jung und alt bis zu einem Schiesswettbewerb für die Erwachsenen.

Wir haben für Sie wieder einige Eindrücke eingefangen und bedanken uns bei den Veranstaltern für ein gelungenes Wochenende.
  
-> Hier gehts zur Galerie: Samehelgen in Malå 2009

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Samehelgen i Malå 2009

Samehelgen in Malå 2009 / Samehelgen i Malå

Samisk konst / Samische Kunst

Heute habe ich eine beeindruckende samische Künstlerin kennen gelernt, die in Handarbeit und individuell Glasgravur mit samischen Motiven erstellt: Lena Sandberg Johansson. Jedes Stück ist ein einmalig schönes Unikat. Echter Geheimtipp!
Mehr Infos gibts auf Lenas Homepage.


Samische Kunst Glasgravur

Samiska färger / Samische Trachtfarben

Samentracht Samische Kleidung Tracht der Samen in Lappland
(Upptäckt i Malå /
entdeckt in Malå)

Samehelgen i Lappstan i Malå 22./23./24.08.2008


Übers Wochenende war wieder Samehelgen (Wochenende der Samen) im Lappstan in Malå.
Hier gehts zur Foto-Reportage, die am Samstag während der Wettbewerbe entstanden ist.
Die Reportage zeigt auch viele schöne Seiten des Lappstan in Malå.



Idag är det Samernas Nationaldagen

Idag är det högtidsdag i Sápmi. Den samiska flaggan hissas på hel stång och nationaldagen firas på många olika sätt.

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Heute ist der Samische Nationaltag.

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