Fototipp: Photo Ninja mit Unterstützung für Kameras von Fujifilm

Seit dem letzten Bericht über Photo Ninja - vor etwa einem Jahr - hat sich wieder viel getan. Die Versionsuhr steht mittlerweile auf 1.2.2 (mit einer 1.2.3 Beta, dazu sogleich mehr).

Was hat sich getan? 

- Eine Vielzahl neuer Kameras sind dazu gekommen. Darunter auch die aktuellen Modelle von Fujifilm. Und in der 1.2.3 Beta wird nun auch die Highlight Recovery für X-Trans Sensoren unterstützt. Da wir keine Fuji im Hause habe, können wir aus eigener Anschauung dazu nichts berichten. Das Feedback, das wir von Fuji-Anwendern bekommen, ist aber durchweg positiv. 

- "Unter der Haube" wurde viel optimiert, was vor allem auch der Geschwindigkeit zugute gekommen ist. Das Arbeiten geht - auf einem zeitgemässen Computer - jetzt richtig flüssig vonstatten. Probleme mit Abstürzen haben wir selbst nur einige Male auf dem PC (jedoch nicht auf dem Mac) erlebt. Hersteller Picturecode gibt jedenfalls an, das Programm sei noch stabiler geworden. Nachdem wir im Haus wieder auf eine reine Mac-Umgebung umgestiegen sind, haben wir aber keine Lust einen PC aus der Mottenkiste zu holen, um das zu testen. 

- Zahlreiche Detailverbesserungen.

Wer eine genaue Übersicht über die Evolution der Software haben möchte, sei auf das Change Log verwiesen.

Was ist unser Urteil nach eineinhalb Jahren Photo Ninja? 

Wir sind immer noch begeistert von der Bildqualität und dem "Look" (RAW-Converter sind ja immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks).

Wer einen RAW-Converter der Spitzenklasse sucht, dem sei Photo Ninja nochmals ausdrücklich ans Herz gelegt. 

Photo Ninja 1.2.2a

Update: Photo Ninja von Picturecode macht Evolutionssprung

Vor kurzem hatte ich Photo Ninja von Picturecode einem Test unterzogen. Seitdem ist Photo Ninja bei uns übrigens im Dauereinsatz. Was soll ich sagen? Kurz und gut: Wir sind begeistert. Die Bildqualität ist unglaublich gut und die vielen smarten und durchdachten Funktionen erleichtern den fotografischen Alltag ungemein.

Beim Initialtest hatte ich auf die fehlende Batch-Bearbeitung hingewiesen. Diese wurde nun mit dem Update auf die Version 1.05 ergänzt. Wiederum auf sehr smarte Art und Weise:
Sind alle Bilder bearbeitet (sichern nach der Bearbeitung jeweils nicht vergessen) werden die gewünschten Bilder - am besten in der übersichtlichen Browseranzeige - ausgewählt. Dann ein CTRL-Klick (Mac) oder ein Rechtsklick (PC) und im Menü „Batch render“ auswählen. Praktische, einfache und sehr gute Implementierung.

Wer weiter in die Zukunft von Photo-Ninja schauen möchte, kann sich die aktuellste Beta herunterladen, die Plugins für die gängigen Bildbearbeitungsprogramme (z. B. Photoshop) enthält. Ich bin noch dabei, die aktuellste Beta zu testen und werde dann ein weiteres Update posten.

Update: Photo Ninja von Picturecode macht Evolutionssprung
Neu: „Batch render“ mit Photo Ninja

Review: Photo Ninja von Picturecode - RAW Konvertierung der Spitzenklasse

Obwohl das Fotografieren in JPG - nicht zuletzt durch die immer besser werdenden kamerainternen Engines in den neuen m4/3 Kameras - wieder deutlich an Popularität gewonnen hat, ist RAW für alle qualitätskritischen Aufnahmen nach wie vor Pflicht. Der Haken an der Sache liegt freilich darin, dass die eigentliche Arbeit dann oft erst am Computer anfängt. RAW-Dateien wollen entwickelt, d.h. umgewandelt und bearbeitet werden. Ein leistungsfähiger RAW-Konverter, der sich gut in den eigenen Workflow einpasst, ist also gefragt. Auf dem Markt tummeln sich einige Kandidaten und kürzlich ist ein "neuer Stern am Himmel" verfügbar geworden: Photo Ninja von Picturecode.
 
Die Softwareschmiede Picturecode dürfte als Hersteller der Noise Ninja Plugins weithin bekannt sein. Vor einiger Zeit hat man sich bei Picturecode entschieden, die reine Plugin-Entwicklung einzustellen und die vorhandene Technologie und das vorhandene Know-How stattdessen in die Entwicklung eines neuen "High-End" Raw-Konverters zu investieren.
 
An dieser Stelle sei ein kleiner persönlicher Exkurs gestattet: In Sachen RAW-Entwicklung habe ich die letzten Jahre auf Bibble gesetzt. Geschmeidiger Workflow und hervorragende Geschwindigkeit bei guter Qualität. Und das sowohl auf dem Mac, wie auf dem PC. Den Boliden Lightroom mochte ich nie richtig leiden und Aperture war ja auf den Mac beschränkt (was in unserer hybriden EDV nicht schön gewesen wäre).
 
Dann allerdings kam im Dezember 2011 überraschend die Nachricht, dass Bibble an Corel verkauft worden ist. Soweit so gut. Große Entwicklungspläne wurden kommuniziert und Hoffnungen geweckt. Heute, ein gutes Jahr später, dürfen die Anwender leider feststellen,
dass das Projekt, des auf den neuen Namen "Afer Shot Pro" getauften Bibble-Nachfolgers als gescheitert betrachtet werden kann.

Es gab keine Updates zu neuen Kameramodellen und die im ersten Release vorhandenen Bugs fristeten munter weiter ihr Dasein. Jammerschade. Wie aus dem entspr. Unterforum bei Corel zu entnehmen ist, migrieren immer mehr der früheren Bibble-Poweruser zu anderen Programmen.

Für "Brot & Butter" Sachen verwende ich After Shot Pro zwar noch immer wegen der Gewöhnung und der guten Geschwindigkeit (jedenfalls für Aufnahmen mit Kameras, die von der vorliegenden Version noch unterstützt werden), die Unzufriedenheit ist jedoch gewachsen. Seit einiger Zeit bereits war ich auf der intensiven Suche nach einem hervorragenden RAW-Konverter für ausgesuchte Bilder. Und hier kommt Photo Ninja ins Spiel. Ende des Exkurses.
 
Mit keinem geringeren Anspruch, als einer der besten RAW-Konvert auf dem Markt zu sein, ist Photo Ninja ins Rennen gegangen. Die Software ist - wie schon gesagt - noch recht jung und liegt derzeit in der Version 1.04 vor. Trotz der geringen Versionsnummer gibt es praktisch keine nennenswerten Kinderkrankheiten mehr (mir ist jedenfalls bislang nichts aufgefallen).
 
Was zeichnet Photo Ninja aus? In erster Linie eine äusserst gute Bildqualität, die durch einen faszinierend grossen Detailreichtum und eine für meine Begriffe nahezu perfekte Farbumsetzung geprägt ist. Aber der Reihe nach. Was bereits bei der Installation positiv auffällt ist, dass die Programmierer ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht haben. Lediglich einige wenige MB landen auf der Festplatte - verglichen mit mehreren Hundert MB bei den eingeführten RAW-Boliden. Schlanker Programmcode lässt u.a. darauf schliessen, dass alles so effektiv wie möglich programmiert ist. Pluspunkte also gleich zu Beginn.
 

Die Oberfläche von Photo Ninja im Überblick
Die Oberfläche von Photo Ninja im Überblick


Die Programmoberfläche ist aufgeräumt und übersichtlich. Eine Laufleiste am unteren Bildschirmrand zeigt die zur Auswahl stehenden Bilder, die sich an der gewählten Quelle befinden. Links befindet sich eine Spalte mit den zur Verfügung stehenden Bearbeitungsmöglichkeiten. Oben in der Leiste findet sich an gewohnter Stelle das Histogramm. Hinter den einzelnen Punkten verbergen sich Untermenüs, die bei ihrer Auswahl aufklappen und jeweils eine Anzahl Bearbeitungsoptionen freigeben. Die einzelnen Bearbeitungsbereiche sind sehr durchdacht und gut gruppiert. Ganz nach dem Motto von Picturecode "Von Profis für Profis".
 
Öffnet man ein Bild, führt das Programm standardmäßig eine Rettung der Highlights durch, deren Ergebnis sich dann in den Einstellungen im Bereich Exposure befindet. Ich habe mit einigen Extrembeispielen experimentiert und bin von den Resultaten recht angetan. Und bei Bildern, bei denen mit Intention ausgebrannte Stellen vorkommen sollen, lässt sich die Automatik in den Einstellungen im Bereich Exposure problemlos und geschmeidig wird zurück stellen.
 
Die Bildbearbeitung dürfte meistens im Bereich Exposure beginnen. Dort empfiehlt sich die - standardmässig bereits vorgewählte - Einstellung Smart Lightning. Diese kombiniert die Belichtung out of the cam mit einer Dosis Illumination (dazu sogleich mehr) und einer etwas aggressiveren Highlight Rettung.

Photo Ninja - Der Bereich Exposure
Der Bereich Exposure

 
A propos Illumination: Der Regler Illumination beinhaltet ein "adaptive lightning". Normalerweise würde man einfach mit der Belichtung hochgehen. Das gefährdet aber schnell die Highlights. Abhilfe schafft die Illumination, die den globalen Kontrast erhöht und gleichzeitig die Highlights komprimiert. Wer den Spezialkonverter RPP auf dem Mac kennt, dem kommt diese Funktion vielleicht bekannt vor. Die Ergebnisse sind verblüffend, insbesondere wenn der an die Belichtungskorrektur gekoppelte Modus (kleine Doppelpfeile) gewählt wird. Ich finde die Einstellung zur Illumination gigantisch praktisch, wenn kritische Highlights im Bild enthalten sind.
 
Natürlich gibt es im Bearbeitungsbereich Exposure einen sehr fein ansprechenden Regler für die Rettung der Highlights, der mit einem Regler zur Vermeidung unerwünschten Farbstichs in den geretteten Bereichen im Bereich Color Correction im Zusammenspiel steht.
 
Der Erwähnung wert ist auch der ebenfalls unter Exposure zu findende Regler Detail. Er erinnert stark an die Clarity bei Lightroom. Die Details heben feine Details und Strukturen hervor und eignen sich bei Anwendung im negativen Reglerbereich hervorragend, um Potraits mit sanfterer Haut zu versehen.
 
Übrigens: Alle einmal gewählten Einstellungen lassen sich selbstverständlich als eigene Presets speichern.
 

Photo Ninja - Als Noise Reduction kommt Noise Ninja 3 zum Einsatz
Als Noise Reduction kommt Noise Ninja 3 zum Einsatz


Für die Rauschunterdrückung gibt es unter dem Namen Noise Ninja 3 ein Modul, in dem eine weiterentwickelte Version des ohnehin schon hervorragenden Noise Ninjas mit feinen Einstellmöglichkeiten am Werk ist. Da gibt es nicht viel mehr zu sagen. Die Ergebnisse sind schlicht erster Güte.

Photo Ninja - Beinahe magisch - Der Bereich zur Korrektur von CAs
Beinahe magisch - Der Bereich zur Korrektur von CAs

 
Ein besonderes Hightligt ist der Bereich CAs. Was Photo Ninja hier - im Regelfalle mit automatischer Analyse - bewerkstelligt, ist schlicht phänomenal. Ich habe z.B. ein älteres f2.8er Sigma Tele, das ich aus persönlichen Gründen heiss und innig schätze. Leider ist der Oldtimer mit heftigen CAs gesegnet. In anderen RAW-Konvertern hat das immer zu einem fast unendlichen Getüftele mit manuellen Einstellungen geführt. Photo Ninja hat das Problem nun gelöst. Und das vollautomatisch. Die heftigen CAs sind einfach fast völlig verschwunden.

Photo Ninja - Die Vignetten-Korrektur
Die Vignetten-Korrektur

 
Schliesslich sind noch die intelligente Vignetten-Korrektur und das Modul zur Korrektur von Verzerrung und Perspektive löblich zu erwähnen. Die Vignetten-Korrektur hat einen guten Automatikmodus. Lediglich bei Verzerrung und Perspektive ist Handarbeit angesagt, wobei die gefundenen Resultate wiederum als Presets für später dienen können.

Photo Ninja - Der Bereich für Entzerrung und Korrektur der Perspektive
Der Bereich für Entzerrung und Korrektur der Perspektive

 
Was bei allen Bearbeitungen möglicherweise negativ auffällt ist, dass jeweils "Apply" oder "Cancel" gewählt werden muss (obwohl die Regler natürlich eine Live Vorschau haben). Das mag altertümlich anmuten. Mich stört es nicht.

Photo Ninja - Die Optionen für die Bildausgabe als JPG oder TIFF
Die Optionen für die Bildausgabe als JPG oder TIFF

 
Ist ein Bild fertig bearbeitet, kann es als JPG oder TIFF gespeichert werden. Die Einstellungsmöglichkeiten - die als Presets gespeichert werden können - finden sich im Screenshot. Es findet sich dabei alles, was erforderlich ist.

Eine Batchbearbeitung gibt es im Moment (leider) noch nicht. Diese steht aber auf der To-Do-Liste der Entwickler.
 
Die derzeit unterstützten Kameras und RAW-Formate gibt es hier nachzulesen.
 
Ich habe mit RAWs aus verschiedenen Nikon und Olympus m4/3 Modellen getestet. Bei allen hat sich die überragende Qualität von Photo Ninja unter Beweis gestellt.
 
Die internen Berechnungen scheinen sehr rechenintensiv. Das ist - wie der Hersteller selbst erklärt - der hohen Qualität geschuldet. Ein zeitgemässer Rechner ist daher kein Fehler. Was nahtlos zum nächsten Punkt führt. Photo Ninja gibt es für Windows-PCs und Macs, wobei künftige Versionen nur für 64-Bit Systeme erscheinen werden. Technisch kann ich die Entscheidung nachvollziehen; sehr schade finde ich es trotzdem.
 
Was noch äusserst positiv auffällt, ist die unkomplizierte und schnelle Kommunikation mit Picturecode. Alle meine Anfragen und Anregungen wurden innerhalb kürzester Zeit beantwortet. Schlicht vorbildlich im Vergleich zu anderen Softwareherstellern.
 
Auf der Homepage des Herstellers finden sich instruktive Tutorials und die Möglichkeit zum Download einer Demoversion (für die ein zwei Wochen gültiger Code angefordert werden muss).
 
Dem geneigten Leser dürfte nicht entgehen, dass ich von Photo Ninja begeistert bin. Die Bearbeitung nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch als bei gängigen Konkurrenten. Die zu erzielenden Ergebnisse und der "Look" der Bilder entschädigt aber bei weitem für den höheren Aufwand.
 
Ich überlade dieses Review nicht mit einer Masse an Screenshots von Vergleichsbildern sondern möchte alle interessierten Leser ermutigen, sich mit Hilfe der kostenlosen zwei-Wochen-Demo selbst ein Bild zu machen. Ich bin ziemlich sicher, dass viele Blut lecken werden...
 
Die Vollversion kostet USD 129 und beinhaltet kostenlose Updates für die Dauer von 12 Monaten. Wer bereits eine Noise Ninja Vollversion sein eigen nennt, kann die Vollversion für USD 79 erwerben.
 
Mein Fazit: Für mich der bislang der Qualitätsmässig beste RAW-Konverter. Klare Empfehlung - eigentlich sogar ein "must have".

Update: Die Version 1.05 unterstützt jetzt auch Batch-Processing