1. März bis 15. Mai - Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau "Lappland in Bildern" umfasst heute den Zeitraum vom 1. März bis 15. Mai.

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Der Februar 2016 in Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau auf den Monat Februar 2016 in Bildern.

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Gänsehaut, der kalte Krieg und die Zukunft

Eine Reise in die Vergangenheit: Auf einer Fahrt in Richtung Finnland vor einigen Tagen hatte uns eine kurze Pause abseits der E4 wieder einmal eine Gänsehaut beschert. Nur einige Kilometer von der E4 entfernt, auf der sich im Sommer Scharen von Touristen bewegen, sind wir auf einen idyllischen Platz gestossen. Ein kleiner Waldspaziergang hat uns jedoch abrupt in die Abgründe vergangener Realitäten geführt. 

In den heissen Zeiten des kalten Krieges (nach Lehrbuch die Zeit von 1947 bis 1989) war Schweden von den westlichen Bündnispartnern als eines der Hauptaufmarschgebiete (zutreffender wäre wohl der Begriff „Schlachtfelder“) eines möglichen Ost-West-Konfliktes, sprich einer Invasion aus dem Osten, ausersehen worden (und das obwohl Schweden zu keiner Zeit Mitglied der NATO war). Das Wettrüsten in unvorstellbarem Ausmass hatte seine Spuren auch in Schweden hinterlassen.

Unser kleiner Waldspaziergang führte uns somit mitten in ein Feld aus Panzersperren und Bunkeranlagen, die uns eine Gefühl von Gänsehaut beschert haben. Den Überresten geheimer Flugfelder sind wir im Inland schon häufiger begegnet, aber so grossflächige und massive Verteidigungsanlagen waren sogar für uns neu. 

Unsere journalistische Ader erwachte und wir begannen, uns im nächsten Dorf bei Anwohnern etwas näher über die jüngere Geschichte zu erkundigen. Bereitwillig wurde uns von grossen und weitläufigen Bunkeranlagen mit meterdicken Betonwänden und Armierungseisen in Unterarmstärke berichtet, die auch direkten Angriffen mit Kernwaffen standhalten sollten. Die meisten Anlagen sind seit dreissig Jahren verwaist, die Eingänge wurden verschlossen. Einige Objekte aber werden von Vereinen gepflegt und können besichtigt werden.

Die Stimmung an diesen Orten ist eigenartig. Die Natur hat sich ihren Teil zurückgeholt und Rentiere weiden zwischen tonnenschweren Betonklötzen; Kraniche ziehen friedlich ihre Bahnen am Himmel. Die Anmutung von Chaos und Zerstörung scheint aber dennoch atmosphärisch konserviert und bedrückt die Stimmung des Besuchers.

Der rüstige Rentner, mit dem wir uns angeregt unterhalten haben, war in Gesprächslaune. Nennen wir ihn Lars. 

Lars zeichnete in groben Zügen das grosse Bild der vergangenen Zeiten.

Bekanntlich hatte Schweden in den 70er-Jahren geradezu aberwitzig hohe Steuersätze durch die Kombination von Ertrags- und Substanzsteuern. Der schwedenkundige Leser erinnert sich an populäre Beispiele wie Astrid Lindgren oder ABBA. Die zu zahlende Steuerlast hatte dazu geführt, dass die Steuern und Abgaben mehr als 100 Prozent der Einnahmen ausmachten. Normalerweise wird das als Teil der wirtschaftlichen Blütezeit Schwedens in den Nachkriegsjahren bis zum Ende der 70-er Jahre gesehen und in diesem Kontext bewertet: Der Lebensstandard und das Wohlfahrtssystem waren europaweit legendär, was die sprudelnden Steuereinnahmen verschlang. 

Lars war kritischer und zeichnete ein anderes Bild. „Was meinst Du“, fragte er, „wo ein Grossteil der ganzen Steuermillarden hin gegangen sind?“. Und er berichtete uns von den geheimen Grossbaustellen unvorstellbaren Ausmasses. „Das hat alles unglaublich viel Geld gekostet, und seit dreissig Jahren gammelt alles vor sich hin“, fuhr er fort, um uns dann zu belehren, „dass Schweden zu dieser Zeit an der Weltspitze mit den Pro-Kopf-Rüstungsausgaben gelegen hatte“. Wir fragten nicht nach, woher er die gute Kenntnis der Zusammenhänge besitzt.  

Er rundete seinen kleinen Vortrag ab: „Die in Schweden sehr schwere Finanz- und Bankenkrise der späten 80-er und frühen 90-er Jahre hatte dann das Geld versiegen lassen, und die Entspannung zwischen Ost und West gegen Ende der 80-er Jahre hatte das alles hier obsolet werden lassen. Die Ruinen bleiben uns als Erinnerung erhalten.“  

Wir packten zusammen und setzten unsere Reise gen Finnland fort. Die Gedanken kreisten nun Kilometer für Kilometer um die eindrücklichen Bilder und die Berichte von Lars.

Uns verbindet die Hoffnung, dass die Ruinen weiter verfallen und die Zeiten des kalten Krieges gezählt sind.

Möge Schweden weitere 200 Jahre in Frieden leben. 

Panzersperren: Die Natur erobert sich das Gebiet zurück
Panzersperren: Die Natur erobert sich das Gebiet zurück


Diese tonnenschweren Kolosse wären im Ernstfall <br />mit einem Handgriff auf die Strasse zu rollen gewesen.
Diese tonnenschweren Kolosse wären im Ernstfall
mit einem Handgriff auf die Strasse zu rollen gewesen.


Polarkreisdorf Juoksengi

Eingefleischten Norrlandkennern und -urlaubern ist das Tornedalen ein Begriff. Der 410 Km lange Torne Älv bildet den Grenzfluss zwischen Schweden und Finnland und mündet bei Haparanda und Tornio in den Bottnischen Meerbusen. Aus dem Eis des im Winter zugefrorenen Torne Älv wird in der Wintersaison übrigens auch das Eishotel in Jukkasjärvi errichtet.

Heute soll es aber um etwas anderes gehen. Durch das Tornedalen schlängelt sich der Reichsweg 99. An diesem liegt ca. 20 Km nordöstlich von Övertorneå das kleine Juoksengi. Durch den beschaulichen Ort (ungef. 350 Einwohner) verläuft der (nördliche oder arktische) Polarkreis. Und dieser hat dem Dorf den Titel „Polarkreisdorf“ beschert.

Polarkreisdorf Juoksengi
„Polarkreisdorf Juoksengi“




Hier verläuft er: Der arktische Polarkreis


Die Einwohner haben bereits vor Jahren einen Verein gegründet und einen touristischen Point of interest mit einem „Polarkreishaus“ errichtet. Zahlreiche Informationstafeln erklären, was es mit dem Polarkreis auf sich hat, und im zugehörigen Polarkreishaus ist während der Sommersaison für Bewirtung gesorgt. Dort gibt es für die durchreisenden Besucher auch ein Polarkreiszertifikat.

Das Polarkreishaus - Verwaist ausserhalb der Sommersaison
Das Polarkreishaus - Verwaist ausserhalb der Sommersaison


Ausserhalb der Saison ist die Besucherstation verwaist. Es wird aber kräftig umgebaut und erneuert. Derzeit durchläuft die Informationsstation eine regelrechte Runderneuerung: Die Informationstafeln werden ausgebessert, ein neuer überdimensionaler Globus wird aufgestellt und das gesamte Gelände wird landschaftsbaulich umgestaltet.

Die Besucherstation: Geprägt von einer Runderneuerung
Die Besucherstation: Geprägt von einer Runderneuerung


Vor den Informationstafeln markiert ein Holzpfahl die Stelle, an welcher der Polarkreis verläuft.

Wo der Holzpfahl steht, da soll er sein: Der Polarkreis
Wo der Holzpfahl steht, da soll er sein: Der Polarkreis


Für die Haarspalter unter uns: Ein Blick auf das genaue GPS verrät, was Geodäten schon lange bekannt ist: Durch die langsame Änderung der Neigung der Erdachse, verlagern sich auch die Polarkreise. Pro Jahr nähern sie sich den Polen um etwa 14,4 Meter. Theoretisch befindet sich der Polarkreis derzeit bei 66° 33’ 44’’ nördlicher Breite. Die markierte Stelle befindet sich bei 66° 33’ 634’’. Aber das sind nur einige Meter Abweichung und wir wollen da mal nicht „päpstlicher als der Papst sein“.

Knapp daneben: Das GPS beweist es - Der Polarkreis wandert
Knapp daneben: Das GPS beweist es - Der Polarkreis wandert


 

Stippvisite in Luleå III - E.T. und die Technik - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Stippvisite in Luleå III - E.T. und die Technik - Arktischer Sommer in Lappland 2013


Behind the scenes: E.T. habe ich bei der kürzlichen Stippvisite in Luleå auch getroffen. Und das ist eigentlich auch nur logisch. Luleå ist schliesslich eine High-Tech-Hochburg.

Die Luleå Tekniska Universitet (Technische Universität Luleå, Infos auf Deutsch hier) ist in etlichen Bereichen weltweit führend. Und in Kooperation mit dem Esrange Weltraumbahnhof in der Nähe von Kiruna kann man in Luleå sogar Raumfahrttechnik studieren. Nebenbei ist die LTU auch die nördlichste Technische Universität in den skandinavischen Ländern.
 
Neben der LTU ist das Cluster an Produktionsfirmen aus dem Bereich Video-, Film- und Fernsehproduktionen ein wichtiges technisches Standbein.
 
Ach ja, und dass Facebook kürzlich sein grosses Europa-Rechenzentrum in Luleå aufgebaut hat, dürfte sich mittlerweile auch herum gesprochen haben. Grund dafür war übrigens das Klima. Die Kälte hilft Kühlkosten sparen und das scheint sich ganz gut zu rechnen.

Sonntägliche Weite - Arktischer Sommer in Lappland 2013



Sonntägliche Weite in Älvsbyn - Arktischer Sommer in Lappland 2013


Behind the scenes: Sonntägliche Weite. Wunder der Schöpfung. Solche Momente machen mich sprachlos. In der Nähe von Älvsbyn, Norrbotten, Lappland.

Stippvisite in Luleå II - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Stippvisite in Luleå II - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes:  Teil zwei der Stippvisite in Luleå.

Seehäfen haben etwas bezauberndes. Das Flair der grossen weiten Welt. Weltenreisende. Alles verbunden mit dem Charme von Schrott und Unrat. Dazu robuste Technik. Im Hafen von Luleå gibt es ein Monument, das für mich all das auf den Punkt bringt: Den alten Hafenkran, mit dem das Hafenbecken regelmässig ausgebaggert wird. Wie bei einer regelmässigen Kur zur Erneuerung.

Stippvisite in Luleå - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Stippvisite in Luleå - Arktischer Sommer in Lappland 2013

Behind the scenes: Gestern war ich auf geschäftlicher Stippvisite in Luleå, Regionhauptstadt von Norrbotten, des nördlichsten Bundeslandes Schwedens. Hier ein Ausblick auf den Hafen. Im Hintergrund die berühmte Eisbrecherflotte, die derzeit gerade ihren Sommerschlaf hält.
 
Luleå ist übrigens eine traumhaft schöne Stadt, die idyllisch am Meer gelegen ist, und über die eine stetige Brise weht. Der salzige Wind des Meeres verzaubert die Stadt im Sommer mit einem südländischen Flair. Allen Norrland-Urlaubern sei ein Abstecher sehr ans Herz gelegt. 

Aus und dahin - Iglootel Lappland schmilzt in den Tod

Über die Entstehung und das Dahinwelken des Iglootel Lappland hatten wir im letzten Halbjahr schon mehrfach berichtet.
 
In der vergangenen Woche hat es uns nochmals zum Iglootel gezogen und es hat sich gelohnt. Bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen in Lappland (um die 20 Grad bei sonnigem Wetter seit ca. 10 Tagen) hat sich die imposante Anlage in eine eigenartige Wunderwelt aus Schneeresten und Wasser verwandelt, die einen sehr vergänglichen "Lost Place" darstellt.
 
Zur Gallerie: Das Iglootel Lappland schmilz in den Tod

Aus und dahin - Iglootel Lappland schmilzt in den Tod
Ein bizarrer Wachhund aus Schnee hat sich „herausgetaut“

Iglootel: Anfang und Ende

Die Wintersaison in Lappland ist langsam am Abklingen. Überall tropft und trieft es.  Die einst weisse Schneedecke hat sich in eine schmutzige Pampe verwandelt. Winter adé - Der Frühling steht vor der Tür und die Frühlingssonne schmilzt die Attraktionen des Winters wieder ein.

Wir hatten im Blog mehrmals über das Iglootel, das neue touristische Highlight in Abborrträsk (Arvidsjaur kommun), berichtet (Links: Bericht von der BauphaseInnenansichten und Einweihung).

Die Anlage hat nun vor einigen Wochen den Betrieb eingestellt und ist jetzt der wärmenden Sonne ausgesetzt. Der triumphale Bau aus Schnee und Eis hat sich in ein bizarres Mahnmal der Vergänglichkeit verwandelt. In einigen Tagen wird sich das Iglootel wieder „rückstandsfrei“ in sein Ausgangsmaterial verwandelt haben: reines Wasser.

Iglootel: Anfang und Ende
Schmelzendes Iglootel: Bizarres Mahnmal der Vergänglichkeit

Startschuss: "GO IGLOOTEL"

Unter grossem medialen Interesse und mit einer Vielzahl hochkarätiger Besucher aus Politik, Wirtschaft und Tourismus ist vor einigen Stunden das Iglootel offiziell eröffnet worden. Wir hatten bereits über die Bauphase und Fertigstellung berichtet.

Bei bestem lappländischen Wetter und unter sternklarem Himmel fand nun in Abborrträsk die offizielle Einweihung mit ca. 100 geladenen Gästen statt. Das Iglootel-Team hatte eine gelungene Eröffnungsfeier auf die Beine gestellt.
 
-> Zur Fotostrecke: Offizielle Einweihung Iglootel Lapland
 
-> Till bildspelet: Invigning Iglootel


Die Leitung des Iglootel nimmt Glückwünsche zur Einweihung entgegen
Die Leitung des Iglootel nimmt Glückwünsche zur Einweihung entgegen

Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience, Teil II

Im ersten Teil unserer Reportage über das neueste touristische Highlight in Schwedisch-Lappland hatten wir über die Bauphase des Iglootel berichtet.

Theke Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience
Theke - Iglootel Lapland

 
Mittlerweile ist die Anlage fertig gestellt und hat den Betrieb aufgenommen. Von aussen sieht das Bauwerk recht unscheinbar aus. Von innen allerdings offenbart sich die Iglusiedlung als eine faszinierende eigene Welt. Mit den labyrinthartigen Gängen und einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem entsteht eine Atmosphäre, die schwer in Worte zu fassen ist. Futuristisch - beinahe mit einem Touch von "Raumschiff Enterprise".
 
Für die Gäste stehen zehn Schlafiglus zur Verfügung, die eine beruhigende Schlichtheit und zugleich eine grosse Geborgenheit ausstrahlen. Ein 360-Grad-Panorama aus einem Schlafiglus gibt es hier zu bestaunen.
 
A propos Klima: Auch wenn ausserhalb der Siedlung minus 30 Grad herrschen und gerade ein Schneesturm über die Anlage pfeift, ist es innen behaglich.
 
Eine eigens aus Deutschland angereiste Gruppe von Künstlern hat die Innenwände der Anlage mit aus Schnee und Eis modellierten Kunstwerken in samischem Stil versehen.
 
-> Zur Fotostrecke: Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience, Teil II
 
-> Till bildspelet: Iglootel, del II

 

Schlafiglu Iglootel Lapland - Arctic Snow Experience
Schlafiglu - Iglootel Lapland


 

Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht, Teil 1

Lappland ist bald um eine einzigartige Attraktion reicher: Einige Kilometer von Arvidsjaur entfernt entsteht unweit des Polarkreises derzeit die grösste Igluanlage Europas. Aus etwas 25.000-30.000 Kubikmetern Schnee entsteht eine Hotelanlage, die zu Weihnachten den Betrieb aufnehmen wird.

Die Iglusiedlung wird u.a. aus zwei grossen Hauptiglus (mit jeweils 8 Metern Durchmesser), einem Rezeptionsiglu und zehn Wohniglus (mit je 5 Metern Durchmesser) bestehen. In der Anlage wird es ausserdem eine Bar und eine Saunalandschaft geben.

Wir begleiten die Bauarbeiten fotografisch und haben vor Ort die Igluspezialisten interviewt.

"Weisses Gold": Zur Herstellung der Iglus wird Schnee verwendet. Nicht irgendein Schnee wie er vom Himmel fällt, sondern sehr kompakter Schnee, der mit Schneekanonen speziell hergestellt wird. Der Schnee muss sich nach dem Sprühen erst noch einige Zeit setzen, bis er die perfekte Konsistenz erreicht.

Danach wird an den Stellen, an denen die Iglus errichtet werden, ein überdimensionaler Ballon aufgeblasen. Auf diesen wird der Schnee in einem besonderen Verfahren aufgesprüht und verdichtet. Anschliessend wird die Luft aus dem Ballon gelassen und der "Rohbau" ist fertig. Der verdichtete Schnee fühlt sich an wie Beton.

Damit ist aber erst der Anfang getan. In kunstvoller Handarbeit werden nun die Innenflächen zunächst glatt gekratzt und dann - ähnlich wie beim Verputzen einer Wand - glatt gerieben. So entsteht eine glatte Innenwand. Für den Iglubau sind eigens zwei Spezialisten aus Österreich mit langjähriger Erfahrung nach Lappland gereist. Unter ihrer Anleitung und kritischen Aufsicht ist ein ganzes Team von Mitarbeitern unter Hochdruck mit dem Innenausbau beschäftigt. Ein sehr wichtiges Handwerkszeug der Iglubauer ist übrigens ein iPod, mit dem gerne Jazz bei den rhythmischen Schleifbewegungen gehört wird.

Die verwendeten Werkzeuge sind vielfältig. Hochdruckpumpen und Schneekanonen bilden den Ausgangspunkt. Für die Innenarbeiten kommen Motorsägen und viele verschiedene Schaufeln und Wandschaber zum Einsatz. Die Feinarbeit erfolgt schliesslich mit Hilfe eines Floss (Spezialwerkzeug, das auch zum Vergipsen werwendet wird).

Die Handarbeit ist nicht einfach, sind die Temperaturen doch auf dem Weg in den Keller. Derzeit herrschen ca. minus 10 Grad und für die kommenden Tage sind bereits minus 20 Grad angekündigt. Durch die im Bau noch offenen Iglus pfeift der Wind und gute Kleidung ist obligatorisch.

Die einzigartige Atmosphäre ist bereits jetzt in den Iglus zu spüren. Je nach Beleuchtung reicht die Stimmung von "romantisch" bis zu "stahlblau, nüchtern und kühl". Die Wohniglus wird es übrigens in zwei Ausführungen geben: als Standard- oder Romantik-Iglu. In der nächsten Woche werden die dann fertigen Iglus schliesslich noch mit Kunstwerken ausgeschmückt. Wir werden darüber weiter berichten.

Jede Igluanlage ist übrigens ein Unikat. Mit dem Ende der Wintersaison wird die Siedlung schmelzen, um zur nächsten Wintersaison wieder neu zu entstehen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem einzigartigen Erlebnisurlaub in Lappland sind, dürfte ein Aufenthalt im Iglootel ein echter Geheimtipp sein.

Arvidsjaur ist durch Direktflüge der Fluggesellschaft FlyCar von vier deutschen Flughäfen aus (München, Stuttgart, Frankfurt-Hahn und Hannover) komfortabel und bequem erreichbar.

-> Zur Fotostrecke: Iglootel - Eine Iglu-Hotelanlage entsteht, Teil I

-> Till bildspelet: Iglootel, del I



Weiter zu Teil 2 der Reportage.


Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht
Das Iglootel in Arvidsjaur / Lappland - ein Iglu-Hotel entsteht


 

Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur - Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur

Auf der Agenda für den Samstag stand eine Reportage von der diesjährigen Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur. Beinahe wäre daraus aber nichts geworden, denn das Wetter hat sich nach Kräften bemüht, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Im Angebot war ein mehrstündiger Schneesturm mit 20 cm Neuschnee und jeder Menge Schneeverwehungen. Zudem waren die Seitenstrassen nicht geräumt. Die Fahrt wurde beinahe zum Abenteuer. Aber Herausforderungen nehmen wir gerne an :)

Die Jagd und das Outdoorleben sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens in Nordschweden. Von den Einheimischen wird hier oben nicht hauptsächlich aus "Spass an der Freude" gejagt, sondern um die Tiefkühltruhe zu füllen. Bei den Jagdtouristen ist das freilich anders, aber die klammern wir hier einmal aus.

Die Liebe zum Leben in der freien Natur ist den Schweden generell "angeboren". So sind denn Jagd- und Outdoor-Ausstellungen ein Publikumsmagnet - sogar wenn im Mai noch Schneestürme über den Landstrich hinweg fegen. 

Das Flair ist speziell und dem durchschnittlichen Mitteleuropäer möglicherweise fremd. Waffen türmen sich auf den Tischen der Aussteller und Jung wie Alt fachsimpeln über Zielfernrohre, Messerklingen und Thermounterwäsche.

Frau Lapplandblog hat für Sie einige Eindrücke zum Miterleben eingefangen:  

-> Zur Galerie: Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur 5.5.

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur 5/5

-> To the gallery: Hunting fair in Arvidsjaur, may 5th


Jagd- und Outdoor-Ausstellung in Arvidsjaur 5.5. - Jakt och Friluftsmässa i Arvidsjaur 5/5
„Präzision“

Neu: Die Lappland-Edition

Immer wieder haben uns Anfragen erreicht. Nun ist es soweit:

Ab sofort gibt es die Lappland-Edition mit Original-Abzügen und Kunstdrucken von ausgesuchten Fotografien, die charakteristisch für Lappland sind.

Kurz: Original-Kunstwerken aus Lappland. Natürlich in limitierter Auflage und handsigniert.

An den Start gehen 4 Editionen mit hochwertigen Abzügen und Prints:

Landscape, Nature, Black/White und Simplicity.

Viel Freude beim Durchstöbern der Galerien.

Und bitte daran denken: Damit wir die Lieferung als Geschenk zu Weihnachten sicherstellen können, bitte bis Ende November bestellen!

Schwedischer Pragmatismus: Elchjagd vom Sofa aus

Schwedischer Pragmatismus: Elchjagd vom Sofa aus
„Elchjagd vom Sofa aus“


Behind the scenes: Die Jagd steht in Nordschweden hoch im Kurs. Allerdings weniger um des Vergnügens willen, als viel mehr um die Tiefkühltruhe zu füllen. Wir haben für ein Fachportal die ungewöhnlich pragmatische und unspektakuläre Herangehensweise der schwedischen Jäger fotografiert. 

Im Laufe des letzten Monats sind so eine Reportage und eine Serie mit ungewohnten Perspektiven der Jagd in Nordschweden entstanden. Das hier gezeigte Bild bringt den ruhigen Pragmatismus für meinen Geschmack am besten auf den Punkt:

Statt eines Hochsitzes oder eines unbequemen Dreibeines hatte sich einer der Jäger einen komfortablen Sessel mitgebracht, um sich dort auf den Ansitz zu begeben. Das ist schwedischer Pragmatismus.

Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland

Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland
„Blick vom Storforsen - am Horizont das gleichnamige Hotel“


Heute wieder ein touristischer Geheimtipp für alle Lappland-Urlauber und Besucher. Ca. 40 Km nordwestlich von Älvsbyn (Norrbotten) befindet sich eine besondere Sehenswürdigkeit: Storforsen.

Was verbirgt sich hinter dem Namen? „Fors“ auf Schwedisch bedeutet „Stromschnellen“, „Stor“ bedeutet „Gross“. Über die „grossen Stromschnellen“ fliesst ein Nebenfluss des Piteälven (einer der Nationalflüsse Schwedens).

Storforsen ist der grösste naturbelassene Stromschnellenabschnitt Europas. Das gesamte Gebiet der Stromschnellen ist ein Naturreservat.

Der Storforsen überwindet auf eine Länge von 5 Kilometern einen Höhenunterschied von 82 Metern. Besonders sehenswert ist der letzte Abschnitt, auf den auch der grösste Höhenunterschied (von ca. 60 Metern) entfällt. Das Wasservolumen ist beeindruckend: Bis zu 1024 Kubikmeter Wasser fliessen pro Sekunde über die Stromschnellen. Der Durchschnittswert im Jahresmittel liegt bei 162 Kubikmetern.

Für Besucher gibt es mehrere ausgebaute Pfade, die bis zum letzten Abschnitt hinauf führen. Besonders löblich ist, dass auch Rollstuhlfahrer viele Pfade nutzen können.

Am Fusse des Storforsen liegt das gleichnamige Hotel. Viele der Zimmer und Konferenzräume haben einen wunderbaren Ausblick auf die Stromschnellen. Besonders beliebt für Hochzeiten ist die Kapelle neben dem Hotel. Sie ist auf den Storforsen ausgerichtet. Hinter dem Altar befindet sich ein überdimensionales Fenster mit Blick auf die Stromschnellen, was eine sehr besondere Atmoshäre für Trauungen schafft.

-> Hier gehts zur Galerie „Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Naturreservat Storforsen“

-> To the gallery „Naturreservat Storforsen in Norrbotten / Lappland“




Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland

Heute einige Worte und Tipps zu einem Thema, das mich seit längerer Zeit beschäftigt. In den zurückliegenden Jahren haben haben wir viele Auswanderer kennen gelernt, die sich in Schweden (insbesondere hier in Lappland) niedergelassen haben. Beinahe alle haben eine Immobilie hier erworben. Sehr viele haben dabei - aus verschiedenen Gründen - heftige Bauchlandungen erlebt. Gerade in der vergangenen Woche habe ich wieder eine so haarsträubende Geschichte gehört, dass ich nun ein paar Zeilen zum Thema schreibe (und mir damit bestimmt nicht nur Freunde mache - aber es muss gesagt und geschrieben werden). Weitere Infos und Tipps zum Auswandern mit Plan gibt es übrigens in unserem Anfang 2011 erscheinenden Buch „Auswandern mit Plan“.

Worauf sollten Sie also achten, beim Immobilienkauf in Schweden (insb. Norrland / Lappland):

1. Nehmen Sie sich Zeit. Treffen Sie NIEMALS impulsive Schnellentscheidungen! 

2. Recherchieren Sie ausführlich über Ihr Zielgebiet und tragen Sie so viele Informationen wie möglich zusammen. Im Web finden Sie eine beinahe unendliche Informationsfülle. 

Bewerten Sie alle Informationen nüchtern: Eine "bezaubernde Alleinlage im Wald" kann bei minus 25 Grad im tiefsten Winter zum Horrortrip werden, wenn Sie Ihren Weg dorthin selbst räumen müssen. Denken Sie an alle Aspekte und auch daran, dass Sie einmal älter werden könnten.

3. Planen Sie eine Reise in Ihr Zielgebiet und besichtigen Sie alle Objekte selbst. Setzen Sie sich niemals selbst unter Druck! Denken Sie bitte an die unterschiedlichen Jahreszeiten. Bei einer Schneehöhe von eineinhalb Metern sieht alles ganz anders aus, als im Sommer.

Soweit Sie der Sprache nicht hinreichend mächtig sind, nehmen Sie eine(n) einheimischen Sprachkundigen mit. Das sollte kein Beauftragter oder Mitarbeiter eines Maklerbüros sein. 

Fragen Sie dann vor Ort intensiv bei ortsansässigen Organisationen und Einheimischen nach. Ansprechpartner können z.B. sein: Die Gemeindeverwaltung (kommune) und ortsansässige Handwerker. Auch die ortsansässigen Banken sind wichtige Ansprechpartner und haben meist sehr gute Informationen und eine gute Übersicht über den lokalen Immobilienmarkt. Vergessen Sie nicht, die (potentiellen neuen) Nachbarn zu fragen. Die wissen nämlich in aller Regel interessante Details. Vergessen Sie auch nicht, sich nach der grossflächigen Planung zu erkundigen (z.B. die Frage, ob in der Nachbarschaft ein Windpark entstehen soll, oder ob Mineralrechte vergeben wurden (Grubenausbau), usw.).

Und bitte vergessen Sie - besonders, wenn Sie von Nicht-Schweden kaufen - nicht zu fragen, warum das Objekt verkauft wird.

4. Lassen Sie Ihr Traumhaus von einem ortsansässigen Fachmann begutachten. Gerade im Inland sind die Häuser völlig anders als in Kerneuropa gebaut. Oft stammen die Häuser aus einer Zeit, in der es noch keine richtigen Bauvorschriften gab. Es handelt sich in der Regel um Holzhäuser. Diese sind mit häufig von Problemen geplagt und mit Mängeln behaftet, die in Kerneuropa in dieser Form unbekannt sind (z.B. häufig ausgeprägte Schimmelprobleme ("Mögel"), die zu Gesundheitsgefährdungen und erheblichem Beseitigungsaufwand führen). Über ortsansässige Bausachverständige kann Ihnen meistens das Bauamt auf der jeweiligen Gemeinde einen Tipp geben. Auch Banken sind hier wieder gute Informationsquellen. Beachten Sie das nicht, kann der Traum sehr schnell zum Albtraum werden. 

5. Vergleichen Sie die Preise mit denen auf dem innerschwedischen Markt. Makler, die auf Auswanderer spezialisiert sind, vermitteln oft Objekte zu völlig überhöhten Preisen. Mehrfach habe ich von 5 bis 10-fach überhöhten Preisen gehört.

Für Ihre Marktrecherchen bieten sich die innerschwedischen Plattformen an. Die wichtigsten Links zur Immobiliensuche auf dem schwedischen Markt sind:

www.blocket.se und www.hemnet.se

6. Der Immobilienkauf geht einfach und schlicht vonstatten. Es gibt keine zwingende notarielle Beurkundung. Es genügt eine Vereinbarung auf dem sprichwörtlichen "Butterbrotpapier". Seien Sie bitte auch hier sehr zurückhaltend und vorsichtig. Wenn Sie sprachlich nicht verstehen, was Sie unterschreiben, dann unterschreiben Sie bitte nicht. Holen Sie Expertenrat ein. Auch hier sind die ortsansässigen Banken oft eine wertvolle Hilfe. Über die Bank bekommen Sie z.B. schnell und unkompliziert Grundbuchauskünfte und Hinweise zu eventuellen Belastungen.

7. Zu guter Letzt: Wir wünschen Ihnen für Ihr Auswanderungs- oder Immobilienprojekt von Herzen alles Gute. Planen Sie, denken Sie und handeln Sie bitte wohlüberlegt!

Nachtrag: Einen weiteren Tipp zu Schneelast und Dachlawinen finden Sie hier.

Renovierungsbedürftig / In need of some repair
- Renovierungsbedürftig? / In need of some repair? - 

Treehotel in Harads / Lappland

Schon seit einiger Zeit stand ein Besuch im Treehotel in Harads auf unserer Wunschliste ziemlich weit oben. Das Treehotel ist Lapplands derzeit wohl innovativste Idee in Sachen Tourismus. Anfang der Woche war es nun endlich so weit.

So kann ein Hotelzimmer aussehen - Meisterwerke in Planung, Design, Baukunst und Umweltverträglichkeit:

Treehotel in Harads Lappland The Cabin


Der Besuch hat uns so begeistert und inspiriert, dass eine ausführliche Foto-Reportage entstanden ist.

-> Hier gehts zur ausführlichen Reportage: Treehotel

-> To the reportage: Treehotel

-> Till reportaget: Treehotel


Treehotel in Harads Lappland The Microcube
- Der „Microcube“ ist mittlerweile bereits legendär
und lockt zahlreiche Besucher an -


Herbststimmung / Autumn feel

Herbststimmung / Autumn feel

Behind the scenes: Herbst. Er ist da. Ein Bild von der Fahrt nach Luleå vergangene Woche. Traumhafte Szene. Leider etwas abseits der Strasse. Hat mich ein paar klitschnasse Schuhe und Socken gekostet, da das Motiv sich in einem Moor versteckt hat. Die spannende Aufgabe bestand anschliessend darin, Schuhe und Socken auf der Lüftung im Auto binnen einer Stunde wieder trocken zu bekommen. Aber was tut man nicht alles für ein gutes Motiv.

Übrigens: Auch das Blog hat auf „hernstlich“ umgestellt. Falls Sie es (noch) nicht sehen, einfach einmal den „Reload“-Button drücken. Voilà.

Der Letzte macht das Licht aus / Last one turns out the lights - Klubbvikens Havsbad Luleå Skärgård

Der Letzte macht das Licht aus / Last one turns out the lights

Behind the scenes: Shot this one as well on a stop at Klubbvikens Havsbad on the very lovely tour with the MS Kungsholm through the Luleå Skärgård last week.

The tourist season there is over now and everything is being prepared for the winter. Even these nice and romantic lamps.

If you ever should happen to be in Luleå under the summertime be sure to visit the Skärgård and take a tour with the MS Kungsholm.

You can find a lot more information about this attractive area on the homepage of the Luleå municipality (on the site is even a translation tool available if your Swedish shouldn’t be so good).

And please don’t take the title of this blogentry too literally since the lights will be lighted again next year. See you there next year!

Sunset over Klubbvikens Havsbad (Luleå Skärgård)

Sunset over Klubbviken Havsbad (Luleå Skärgård)

Behind the scenes: Shot on a stop at Klubbvikens Havsbad on a very lovely tour with the MS Kungsholm through the Luleå Skärgård last week.

Aufgenommen auf der Rast auf Klubbvikens Havsbad bei einer sehr schönen Tour mit der MS Kungsholm durch den Luleå Skärgård diese Woche.

Have a nice weekend everybody! Relax!


UNESCO Weltkulturerbe in Lappland: Gammelstads kyrkstad in Luleå

Am Montag hatte ich die grosse Ehre an einer exclusiven Führung durch die Gammelstads kyrkstad in Luleå unter der Leitung des weltbekannten Historikers Kjell Lundholm teilzunehmen. Ein Besuch in der Kyrkstad ist meiner Meinung nach ein “Muss” für alle Urlauber, die hoch in den Norden Schwedens reisen. Zudem ein idealer nördlicher Endpunkt einer Schwedenrundfahrt.

Der Begriff Kyrkstad lässt sich am besten mit “Kirchdorf” übersetzen. Insgesamt 71 alte Kirchdörfer dieser Art gibt es, von denen allerdings nur wenige in gutem Zustand erhalten sind. Die Geschichte der Kirchdörfer beginnt im 16. Jahrhundert. Sie wurden für die Bevölkerung geschaffen, die - für damalige Verhältnisse - weit entfernt von den Kirchen wohnten. Denn der regelmässige Kirchgang war damals “staatsbürgerliche Pflicht”. Bis zu 32 „Kirchen-Pflichtbesuche“ pro Jahr konnten sich ergeben. An- und Abreise am selben Tag waren aber aufgrund der weiten Wege undenkbar, und nahmen oft mehrere Tage in Anspruch. Daher wurden kleine Hütten als Übernachtungsmöglichkeiten gebaut. In der kyrkstad in Luleå entstanden so über 400 Hütten (“kyrkstugor”). Die Hütten sind netzförmig um die zentrale Kirche herum gebaut.

Gammelstads kyrkstad in Luleå
- Von überall aus gut sichtbar: Die zentrale Kirche -

Die Hütten werden auch heute noch von traditionsbewussten Menschen genutzt. Die Nutzung geschieht übrigens aufgrund einer abenteuerlichen rechtlichen Konstruktion. Eigentum kann nur an den Hütten selbst - als “fliegende Gebäude” - erworben werden. Grund und Boden gehören nach wie vor der Kirche. Um die Hütten aber auch tatsächlich nutzen zu dürfen, bedarf es zusätzlich einer besonderen Erlaubnis des königlichen Beauftragten. Die Eigentümer und Nutzer müssen sich dabei an viele Vorschriften halten. Die Nutzung ist u.a. nur von Freitag bis Montag, aber nicht in der Zeit von Montag bis Freitag gestattet. Ausserdem gibt es in den kleinen Hütten keinen Strom (da habe ich allerdings einige Ausnahmen gesehen), kein fliessendes Wasser und keine Toiletten. Sanitätsräume befinden sich in Form von Gemeinschaftsanlagen auf dem Gelände.

Gammelstads kyrkstad in Luleå
- Der Turm der alten Kirche -

Zentral in der kyrkstad liegt die alte Kirche. Ein relativ schlichter Bau, errichtet aus risiegen Steinen. Eingeweiht wurde sie im Jahre1492 und war damals noch katholisch. Die Hüttenbauten um die Kirche herum entstanden allerdings erst nach der Reformation, nachdem das Königshaus den evangelischen Glauben und auch die Kirchenpflicht eingeführt hatte.


- Detail an der Kirche -


Besonders interessant und erfreulich ist der Umstand, dass das Kirchendorf Gammelstad mit zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Schweden hat lediglich 14 Objekte zu verzeichnen, die zum Weltkulturerbe gehören (Stand: 2010). Neben der Gammelstads kyrkstad gehören dazu:

Der Marinehafen von Karlskrona, Das Stora Alvaret - Agrarlandschaft von Süd-Öland, Die Hansestadt Visby auf der Insel Gotland, Die Radiostation Grimeton in Varberg, Die Felszeichnungen von Tanum, Der Skogskyrkogården bei Stockholm, Die Wikingersiedlungen Birka und Hovgården, Das Schloss Drottningholm , Die Eisenhütte Engelsberg bei Fagersta, Der Kopparberget - Großer Kupferberg in Falun , Die Höga Kusten , Laponia in Lappland und der Struve-Bogen in Norrbotten.


- Nebengebäude der Kirche -


Noch ein Wort zu Kjell Lundholm. Der Historiker, der im Laufe seiner Karriere u.a. Leiter des Norrbotten-Museums war, hat rund 25 kulturhistorische Bücher und über 300 Fachartikel verfasst. Seine souveränen Geschichtskenntnisse in beinahe allen denkbaren Bereichen sind überaus beeindruckend. Das Wissen sprudelt bei ihm sozusagen aus jeder Pore. Und äusserst unterhaltsam waren Vortrag und Führung noch dazu. Sollten sie des Schwedischen mächtig sein und sich Ihnen eine Gelegenheit zu einer Führung oder einem Vortrag von Kjell bieten: Nutzen Sie diese einmalige Chance!

Ich liebe Belegexemplare - "Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter"

Alle Phasen des fotografischen Schaffens haben ihre speziellen Highlights. Selbst nach der Beendigung eines Auftrages: Belegexemplare.

Am Freitag ist wieder ein ganz wunderbares Belegexemplar hier eingegangen:

Das Buch “Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter” von Fredrik Kullberg. Druckfrisch vom ICA Bokförlag.

Auf Deutsch: “Die 100 bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten in Schweden”.

Der Autor beschreibt in dem kleinen Bildband, der als Reiseführer der besonderen Art aufgemacht ist, auf 128 Seiten 100 besonders attraktive Plätze in ganz Schweden. Einige davon liegen auch in Väster- und Norrbotten.

Im vergangenen Jahr waren wir im Rahmen eines grossen Tourismusprojektes im Umkreis von etwa 500 Km unterwegs und haben eine Menge touristischer “Points of interest” (wie es so schön auf Neudeutsch heisst) fotografiert. Darunter auch einige, die im jetzt neu erschienenen Reiseführer der besonderen Art enthalten sind.

Das Projekt hatte unglaublich viel Spass gemacht und daher freuen wir uns über das Belegexemplar der Neuerscheinung ganz besonders. Umso mehr, als wir auch noch - quasi als “Leckerli” - ziemlich zentral auf dem Cover zu sehen sind :)

Das Buch sei allen, die die besonderen Seiten Schwedens kennen lernen wollen, warm ans Herz gelegt.

Mehr Infos zum Buch gibt es hier und hier.

Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter

Fettisdagen und Semlor - Fastnachtsdienstag und schwedische Fastensemmeln (mit Rezept)

Heute geht es um die Semmel. Genauer gesagt um die schwedische Fastensemmel. Was hat es damit auf sich?


Der Fettisdagen (Fastnachtsdienstag) ist der letzte Tag vor dem Beginn der österlichen Busszeit am Aschermittwoch. Zwar ist in Schweden Fastnacht (Fasching) unbekannt, der Faschingsdienstag wird aber trotzdem traditionell gefeiert. Der Tradition gemäss werden an diesem Tag die “Semlor” (auch “fettisdagsbulle” genannt, “Fastensemmeln”) verzehrt. Wer es ganz traditionall mag, verspeist sie als Nachtisch zu Bohneneintopf.

Die Semla (Plural: “Semlor”) ist ein kalorienreiches Hefeteiggebäck mit Mandel- und Sahnefüllung. Wir haben auch heute wieder keine Mühen gescheut und einige Exemplare für ein Fotoshooting produziert. Deswegen gibt es heute hier beides: Fotos und das Rezept für alle Schwedenfans.


Rezept für 8 Semlor

Zutaten für den Teig:

25 Gramm Frischhefe
50 Gramm Butter (ungesalzen)
150 ml Milch
40 Gramm Zucker
Eine Priese Salz
300 Gramm Mehl
1 Ei
Puderzucker für die Garnierung

Zutaten für die Füllung:

175 Gramm Mandelmasse
150 Gramm Schlagsahne

Zubereitung:

Butter schmelzen und Milch einrühren. Hefe aufbröseln und zugeben. Zucker und Salzpriese zugeben. Mehl zugeben und so lange kneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. In einer Schüssel bei Zimmertemperatur abgedeckt gehen lassen (ca. 30-60 Minuten).

Dann Teig nochmals gründlich durchkneten und kleine Stücke abteilen. Aus diesen kleine Kugeln formen (ungefähr halb so gross, wie die Semlor nachher werden sollen). Diese auf Backpapier legen und nochmals ca. 30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen.

In der Zwischenzeit Backofen auf ca. 225 Grad vorheizen.

Ei aufschlagen und die Teigkugeln mit dem aufgeschlagenen Ei bepinseln. Dann in den Ofen (mittlere Schiene) und ca. 10 Minuten backen (exakte Zeit sehr schwer zu bestimmen: beobachten!). Den Ofen während des Backvorganges nicht öffnen!

Dann die Backlinge aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen oberes Viertel abschneiden (mit einiger Übung im klassischen Dreicksschnitt) und im unteren Teil ein Loch aushöhlen (am einfachsten mit einem Teelöffel). Die entnommene Masse nun mit der leicht vorgewärmten Mandelmasse mischen (verkneten). Jeden Backling nun mit 2-3 Esslöffeln der Masse füllen. Dann die Sahne aufschlagen und oben draufgeben (am schönsten mit Spritzbeutel und grober Sterntülle). Dann die abgeschnittenen Deckel wieder auflegen und leicht mit Puderzucker bestäuben. Und fertig sind die Semlor. Und jetzt bei einer guten Tasse Kaffee geniessen und von Schweden träumen :)

Und so sollten sie dann aussehen (wobei unsere ersten Versuche zugegebenermassen bei weitem nicht so ästhetisch waren - auch hier gilt “Übung macht den Meister”).

Rezept und Backanleitung by Petra Fuelbert.


“Semlor - one for you and one for me”


Lappland-News KW 4/2010

- Skotercross VM 2010 (Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM)

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Am 27. März findet in Malå nun zum dritten Mal die Skotercross VM statt. Und es wird dieses Jahr nochmals spannender, denn der internationale Motorsport-Weltverband hat das Reglement geändert.

Bislang wurde in Malå die letzte Teilausscheidung der Weltmeisterschaft gefahren. Dieses Jahr wird in Malå nicht nur die letzte Teilausscheidung, sondern das alleinentscheidende Rennen gefahren. Der Termin wurde eigens so gelegt, dass Fahrer aus allen Ländern der Welt teilnehmen können.

Die Änderungen schlagen sich auch in den erwarteten Zuschauerzahlen nieder: Waren es 2009 insgesamt 6.300 Besucher am Wettkampftag, rechnen die Organisatoren in diesem Jahr mit über 10.000 Besuchern. Zum Vergleich: Die Malå kommun hat etwa 3.500 Einwohner.

Also liebe Motorsportfreunde: Unbedingt den 27. März vormerken!

Übrigens: Für Journalisten, Fotografen oder Filmleute können wir auch in diesem Jahr wieder eine Ferienwohnung anbieten. Und wie immer gilt auch dieses Jahr: Wer zuerst kommt, erhält den Zuschlag. Also schnell mailen oder durchklingeln.

Weblinks:

Die offizielle Homepage der Skotercross VM 2010

Aktueller Bericht in Norran


- Jojk soll in die Liste des UNSECO Weltkulturerbes aufgenommen werden

Der Jojk, ein faszinierend-wohlklingender lautmalerischer Gesang der Sami (native Ursprungsbevölkerung), wurde für die Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes vorgeschlagen. Das berichtet der Norran heute aktuell.

Wer sich in die Welt des Jojk einmal hinein hören möchte, wird u.a. hier bei YouTube fündig.


- Sehr viele Wildunfälle derzeit in Västerbotten

Aufgrund des untypisch warmen Winterwetters sind viele Wildtiere derzeit „überaktiv“. Erhöhte Aufmerksamkeit auf Lapplands Strassen ist daher unbedingt angesagt (Quelle).

Und auch heute zum Abschluss wieder ein Bild aus der Herbstserie vom vergangenen Jahr.


- Sunset -

Lappland-News KW 3/2010

Und hier sind sie, die Neuigkeiten aus Lappland für die KW 3/2010:

- Eine schöne Neuigkeit ist aus dem Tierpark in Lycksele zu vermelden:

Dort gibt es jetzt Webcams mit einem Live-Stream aus dem Bären- und Wolfsgehege. Insbesondere die Webcam aus dem Wolfsgehege ist derzeit zur Tageslichtzeit eine meiner Lieblingswebadressen. Schöner als jeder Bildschirmschoner. Und eine einmalige Gelegenheit, das Sozialverhalten eines Wolfsrudels zu studieren.

Gefunden im Folkblad hier.

-> Hier der Link zur Webcam aus dem Wolfsgehege.

-> Hier der Link zur Webcam aus dem Bärengehege.


- Ist die Zukunft des legendären Sürströmming in Gefahr?

Blogleser haben schon öfter über eine besondere schwedische Delikatesse gelesen: Das Sürströmming. Doch diese Fischspezialität geht einer ungewissen Zukunft entgegen. Warum ist das so?

Von Seiten der EU gibt es ein Verbot für den Verkauf von dioxinhaltigen Fisch. Das Umweltgift Dioxin lagert sich insbesondere in fetthaltigem Fisch ab. Das betrifft leider häufig auch den Ostseehering, der die Basis für die vergorenen Sürströmmingsfische bildet. Noch bis 2012 gibt es für die Ostseeheringe eine Ausnahmeregelung der EU. Wie der Norran berichtet ist es aber sehr fraglich, ob diese Ausnahmeregelung verlängert wird. Sollte das nicht der Fall sein, würde das auch das Ende der Sürströmmingstradition bedeuten.

Unser Tipp: Nutzen Sie die Chance und besuchen Sie Lappland zum Sürströmmingsessen solange das noch möglich ist.


- Künftig noch mehr Direktflüge nach Umeå?

Air Baltics will demnächst weitere Direktflüge von Vasa und Riga (Lettland) nach Umeå anbieten. Die Handelskammer unterstützt das Vorhaben berichtet das Folkblad.


- Lappland: Reizvoll im Winter -

Lappland-News KW 2/2010

Die wichtigste Neuigkeit aus Lappland: Das Wetter schlägt seine Kapriolen.

Kurz nach Weihnachten sind die Temperaturen abgesackt und wir hatten zwei Wochen richtig gut kühl mit einigen Tagen um die minus 30 Grad. Seit nun „Daisy“ in Deutschland eingefallen ist, ist es hier plötzlich richtig warm. Einigermassen untypisch für die Jahreszeit in diesem Breitengraden. Seit zwei Tagen herrschen nun Temperaturen um die 0 Grad und heute ist das Thermometer kurzzeitig sogar über die 0 geklettert. Das führt zu Problemen, die normalerweise erst im April auftreten:

Extrem hohes Risiko für gefährliche Dachlawinen. Durch die zu hohen Temperaturen wird der Schnee richtig schön zusammen gebacken und eisig. Dachlawinen werden plötzlich zur potentiell tödlichen Gefahr.
Auch Norran hat heute für die Problematik sensibilisiert und gewarnt.

Was gibt es sonst noch an Neuigkeiten? Das Strassenbild verändert sich.
Der Transportstyrelsen (die zentrale Strassenverkehrsbehörde) hat über eine Änderung informiert. Die „Kontrollmärken“, d.h. die kleinen bunten Klebeschildchen auf de Nummernschildern sind zum 1. Januar abgeschafft worden. Bislang gab es ein neues Klebemärkchen jeweils dann, wenn die allfällige KfZ-Steuer bezahlt war. Das ist nun nicht mehr so, und das letzte Märkchen bleibt nun kleben. Frei nach dem Motto: Alles hat seine Zeit.


Ein Foto von heute passend zur Jahreszeit: Menü mit Getränk :)

1. Advent: Julmarknad und Skyltsöndag in Arvidsjaur

Dieses Jahr fallen sie wieder einmal zusammen: Der erste Advent und der Skyltsöndag. In Arvidsjaur war das heute ein willkommener Anlass, einen Weihnachtsmarkt zu feiern - und das von 12 bis 20 Uhr!

So haben wir uns entschlossen, zum Skyltsöndag dieses Jahr den Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur zu besuchen und eine Reportage zu machen. Das Wetter hat es uns zugegebenermassen nicht leicht gemacht. Nachdem es die letzten 3 Wochen immer um die null Grad hatte, ist das Thermometer gestern richtig gefallen. Und so waren es in Arvidsjaur heute gegen 15 Uhr so um die minus 15 Grad. Die ersten richtig kühlen Wintertage kosten immer etwas Eingewöhnung und Umstellung. Und so ist uns heute die Kamera fast in der Handschlaufe angefroren :) Aber wir scheuen keinen Einsatz und haben für Sie sogar einen kleinen Film gedreht.

Nun müssen wir unseren Lesern in Deutschland aber noch erklären, was sich hinter dem Begriff Skyltsöndag eigentlich verbirgt. Am Skyltsöndag - klassischerweise das letzte Wochenende im November - werden die Schaufenster („Skyltfönster“) auf den Weihnachtsschmuck umgestellt. Es hat sich eingebürgert, dass auch viele Privathäuser an diesem Wochenende den Weihnachtsschmuck in Form von bunten Aussenbeleuchtungen anbringen. Der erste Skyltsöndag wurde übrigens 1953 in Stockholm gefeiert. Und wie bereits bei der Einführung des Skyltsöndag im Jahre 1953 fiel er auch dieses Jahr auf den ersten Advent.

All das wurde nun heute mit dem Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur gefeiert, auf dem - trotz der kühlen Temperaturen - reger Andrang herrschte. Aufgefallen ist uns, dass keine klassischen Weihnachtslieder zu vernehmen waren. Einen Weihnachtsmann mit langem Bart gab es allerdings :) Ansonsten waren auffallend viele Besucher mit auffallend grossen Hunden vertreten (was aber völlig geschmeidig und problemlos war).

-> Hier gehts zur Bildergalerie vom Weihnachtsmarkt in Arvidsjaur

-> Klick här så kommer du till bildspelet från julmarknaden i Arvidsjaur


Ausserdem haben wir für Sie einige bewegte Bilder eingefangen:

-> Und hier gehts zum Film (YouTube) / Här kommer du till filmen (YouTube)

Julmarknad und Skyltsöndag in Arvidsjaur

Street view in Arvidsjaur

Auf der Fahrt durch Arvidsjaur ist mir heute beim Vorbeifahren ein Motiv so zu sagen „in den Augenwinkel gefallen“.

Blick in den Rückspiegel. Bremsen. Rückwärtsgang. Griff in die linke Jackentasche (= Kamera). Knips :)

Street view in Arvidsjaur

Daily Minox 2009-09-24: Luleå day 2 - At the hotel + Måsen at Norrbottens Teater

Daily Minox 2009-09-24: Luleå day 2 - At the hotel
- Ein Eindruck vom Hotelflur in Luleå -

A propos: Luleå ist übrigens immer einen Besuch wert. Eine sehr interessante Stadt, auch in Sachen Kultur.

Mittwoch durfte ich die Abendvorstellung im Norrbottens Teater geniessen. Måsen (Die Möwe) von Anton Tjechov stand auf dem Spielplan. Das gesellschaftskritische Stück wurde vom Ensemble in einer beeindruckenden Aufführung hochinteressant und mitreissend dargeboten.

Der Schluss ist nichts für schwache Nerven, aber die konsequente Auflösung der aufgebauten Spannung. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Måsen wird noch bis 5.12. gespielt und ist alleine schon eine Reise nach Luleå wert!

Daily Minox 2009-09-23: Luleå day 1 - No flags

Daily Minox 2009-09-23: Luleå day 1 - No flags

TransEurope-FootRace - 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur

Heute eine Reportage mit einigen Eindrücken von der 51. Etappe (Sorsele - Arvidsjaur) des TransEurope-FootRace.

Als ich vor einigen Wochen zum ersten Mal von diesem transeuropäischen Marathon gehört und gelesen habe, musste ich spontan an Alan Sillitoes Buch “Die Einsamkeit des Langstreckenläufers” denken.

TransEurope-FootRace 2009 - 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur

Aber zuerst einige Fakten über das Sportevent: Beim TransEurope-FootRace laufen die Teilnehmer von Bari bis zum Nordkap. Der Lauf geht in 64 Etappen von Italien über Österreich, Deutschland, Schweden, Finnland zum Ziel in Norwegen.

Die dabei zurück zu legende Gesamtdistanz beträgt 4.485,6 km. Richtig gelesen. Die 68 gemeldeten Läufer (von denen heute noch 49 im Rennen waren) laufen eine Distanz von beinahe 4.500 Km. Die Etappenlängen liegen zwischen 44 und 95 Km. Läufer aus insgesamt 12 Nationen nehmen am Lauf teil.

Während ich mich intensiv frage, warum jemand diese unvorstellbaren Strapazen auf sich nimmt, muss ich wieder an Sillitoes “Einsamkeit des Langstreckenläufers” denken. Die Essenz aus dem Buch war, dass Colin - so die Hauptfigur im Buch - sich durch das Laufen einen Zugang zu seiner eigenen Identität erschlossen hat und begann, sich wirklich frei zu fühlen. So muss es wohl sein.

Einer der Teambetreuer mit denen wir heute gesprochen haben, hat die Frage, warum sich Menschen das eigentlich zumuten sehr clever und sympathisch mit der Gegenfrage “und warum fotografieren Sie?” beantwortet. Aha. Verstanden. Da geht es eben um eine Leidenschaft (und die schafft bekanntlich bisweilen Leiden, sonst würde sie ja nicht so heissen).

Zurück zum TransEurope-FootRace: Wir haben die 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur unterwegs, an Checkpoints und am Ziel in Arvidsjaur begleitet. Das Gefühl der Einsamkeit und eisernen Willens umgibt diesen Megalauf. Beeindruckend mit welcher Selbstdisziplin sich die Läufer Kilometer für Kilometer vorwärts kämpfen, um am Ziel - so sah es zumindest für uns aus - völlig erschöpft anzukommen. Trotzdem waren einige Läufer noch zum einem kurzen Interview bereit. Beeindruckend.

Überhaupt haben wir heute nur freundliche und positive Menschen getroffen:

Engagierte Betreuer, die bereitwillig und gerne über Ihre Erfahrungen und Eindrücke gesprochen haben. Unglaublich positive Streckenposten an den Checkpoints, die geradzu Energie verspüht haben. Und vor allem: Passionierte und trotzdem freundliche und aufgeschlossene Läuferinnen und Läufer.

Auch die Organisation dieses Laufes ist ein Meisterwerk. Ein Fahrzeutross mit viel Equipment muss organisiert werden. Täglich muss die Route markiert werden. Schliesslich wäre nichts ärgerlicher, als irgendwo mitten in Lappland als Läufer “falsch abzubiegen”.

Die eigenwillige Bilderauswahl in der Galerie soll dem besonderen Flair Rechnung tragen und eine Hommage und ein grosses “Danke schön” an die Läuferinnen und Läufer sowie die Organisatoren und alle Helferinnen und Helfer sein.

-> Hier gehts zur Bidergalerie vom TransEurope-FootRace, 51. Etappe, Sorsele-Arvidsjaur (41 Bilder).

Und noch ein paar ergänzende Links für alle, die sich mehr mit dem Lauf beschäftigen wollen:

Hier die offizielle Homepage des Laufes.

Und hier wird der Knipserkollege Helmut Dietz, der selbst aus dem Marathonsport kommt, über die letzten Etappen bis zum Nordkap bloggen und berichten. Viel Freude und Erfolg Helmut!

TransEurope-FootRace 2009 - 51. Etappe von Sorsele nach Arvidsjaur


Übrigens: Das im Artikel erwähnte Buch zum Verständis der Faszination des Laufens, Alan Sillitoes Einsamkeit des Langstreckenläufers können Sie über den Link zu Amazon bestellen (damit unterstützen Sie auch diese Website - denn das alles hier mache ich in meiner Freizeit.)




Några intryck från Luleå / Einige Eindrücke aus Luleå

Hemma igen efter 3 spännande dagar i Luleå. Några intryck.
Wieder zuhause nach 3 spannenden Tagen in Luleå. Einige Eindrücke.


Die Stiftskirche.


Reizvolle Architektur.










Kunsthochschule.


Hafen.


„Skyline“.


Schaufenster.


„Skyline by night“.

Omkring Hedberg: Insnöad / Rund um Hedberg: Eingeschneit






En dag i Arjeplogs området

I söndags åkte vi lite runt i Arjeplogs området. Am Sonntag waren wir in der Umgebung von Arjeplog unterwegs.



Das Ende der Wolkenfront mit Aussicht ins "Blaue".



Blick auf den Hausberg in Arjeplog.



Aussicht nach Norwegen: Dort ist der Himmel blau :)

I Arvidsjaurs Flygplats

Heute war ich wieder einmal auf dem Flugplatz in Arvidsjaur. Über den Flugplatz in Arvidsjaur besteht übrigens die einfachste und bequemste Anreisemöglichkeit nach Malå.

Im Winter finden sich hier bekanntlich viele Autofirmen und Autoteilehersteller zum Testen ein. Der Winter in Lappland bedeutet Hochkonjunktur für die Autotester. Gestern nacht sind mir auf einer nahezu unbekannten und unwegsamen Nebenstrasse z. B. 14 Testwägen nacheinander begegnet. Darunter auch einige sog. "Erlkönige", d.h. neue Automodelle, die hier schon getestet werden. Leider war es zu dunkel zum Fotografieren :(

In der Ankunftshalle des Flugplatzes in Arvidsjaur steht nun in Lebensgrösse das altbekannte "Michelinmännchen", um die Gäste des Reifenherstellers Michelin zu begrüssen. Bitte nicht falsch verstehen: Ich will hier keine Werbung betreiben, aber das Männchen ist einfach schön anzusehen und weckt so nostalgische Gefühle :)



Arvidsjaur im Advent

Nachdem ich immer wieder einmal - so auch heute - Besucher vom Flugplatz in Arvidsjaur abhole, habe ich das mit einigen Einkäufen und einem kleinen Stadtbummel durch Arvidsjaur verbunden.



Ordentlich aufgereihte Laternen im Industriegebiet.



Ein Blick in die weihnachtlich geschmückte Innenstadt.



Hier noch eine Merkwürdigkeit: Das ist kein Rettungsring, sondern ein aufblasbarer Winter-Rammschutz für eine Strassenlaterne. Irgendwie komisch, aber sehr auffällig.