Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra

Kürzlich hatten wir über die grossflächige und langfristige Waldbewirtschaftung in Lappland berichtet.

Sind die unglaublich grossen Holzmassen einmal geerntet, wird ein grosser Teil zur industriellen Weiterverarbeitung in - meist ortsnahe - Sägewerke verfrachtet.

Vergangenen Samstag hatte das in Malå ortsansässige Sägewerk von Setra Tag der offenen Tür. Eine interessante Gelegenheit, einmal einen Blick hinter die Kulissen dort zu werfen. Normalerweise bietet sich Besuchern und vorbeifahrenden Touristen nur der Anblick von aussen, der allerdings auch schon das faszinierend grosse Holzlager preisgibt. Richtig spannend wird es aber erst hinter den Werkstoren (die dem Besucher aus Sicherheitsgründen normalerweise verschlossen sind).

Das Holz aus Norrland ist wegen seiner dichten Struktur und Festigkeit übrigens weltweit sehr nachgefragt. Die am Tag er offenen Tür produzierten Chargen wurden z. B. für Abnehmer in Japan verarbeitet.

Im Werk in Malå sind etwa 80 Angestellt damit beschäftigt ein jährliches Holzvolumen von ca. 163.000 Kubikmetern Holz zu verbeiten. Eine gewaltige Menge. Dahinter stecken eine sehr gute und effektive Organisation, und ein beeindruckender Maschinenpark. Verglichen mit den alten ländlichen Sägewerken, die mit Wasserkraft betrieben wurden, und meist nur über ein einziges, grosses Kreissägeblatt verfügten, mutet der moderne Sägewerkbetrieb teilweise geradezu futuristisch an.

Der Tag der offenen Tür war übrigens ein grosser Erfolg. Viele Besucher verschafften sich einen Einblick in die Abläufe des Werkes. Ein grosses Dankeschön an Setra und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor Ort für die freundliche Aufnahme der Besucher und die Unterstützung bei unserer Reportage.

Zur Bildstrecke: Industrielle Holzverarbeitung bei Setra in Malå


Holzwirtschaft am Polarkreis, Teil 2: Zu Besuch bei Setra
Blick hinter die Kulissen: Eines der Kontroll- und Steuerzentren im Sägewerk

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Loppis und Auktion in Schweden

Loppis und Auktion in Schweden
„Auktionator im vollen Einsatz“

Behind the scenes: Urlaubern und Touristen in Schweden haben bestimmt schon das Schild “Loppis” am Strassenrand gesehen. Das ist die Kurzform von “Loppmarknad”, was übersetzt “Flohmarkt” bedeutet. Ab Juni schiessen die “Loppisar”, d.h. die Flohmärkte geradezu aus dem Boden. Hinter einem Loppis kann sich vieles verbergen. Vom kleinen Tapeziertisch mit einigen Sachen bis hin zu ganzen Lagerhallen mit unüberschaubarem Angebot. Reinschauen lohnt sich oft, denn oft gibt es wahre Schätze für beinahe umsonst.

Der Tipp lautet, sich VORHER zu überlegen, was man denn eigentlich braucht. Sonst endet ein Loppisbesuch gerne mit einem vollen Kofferraum :)

Als besondere Formen werden der „Garageloppis“ und der „Flyttloppis“ unterschieden. Ersterer ist ein kleiner privater Garagenflohmarkt, zweitererdient dazu vor einem Umzug all das anzubieten, was nicht mehr benötigt wird. Im ländlichen Raum gibt es aussderdem den „Bondloppis“, d.h. den Flohmarkt auf dem Bauernhof (meist in einer alten Scheune oder einem alten Stall).

Der Schwede denkt beim Thema Loppis sehr praktisch und kauft häufig tatsächlich benötigte Alltagsgegenstände. Das geht vom Vogelkäfig bis zum Rasenmäher. Daneben gibt es aber sehr häufig auch altes Geschirr, Möbel und allerlei Zierrat. Mitunter findet man alte Grammophone, Schmuckstücke, usw. Für Liebhaber von Antiquitäten ist der Loppis Pflichtprogramm. Auf dem Loppis darf übrigens normalerweise über den Preis gefeilscht werden.

Neben dem Loppis gibt es aber noch eine weitere Verkaufsplattform, die es zu besuchen lohnt: Die Auktion. Auktionen finden oft statt, wenn Häuser nach Todesfällen (oder Umzug ins Altenheim) geräumt werden. Dann soll alles “auf einen Rutsch” verkauft werden (was beim Loppis so nicht zu realisieren ist). 

Der Hausrat - und oft auch Maschinen und Geräte - wird zusammen gestellt und dann versteigert. Die Auktionen werden in lokalen Nachrichtenblättern oder an den Schwarzen Brettern (“Anslagstavla”) bekannt gegeben. 

Das führt i.d.R. zu richtigen Volksfesten. Manchmal kommen wahre Volksmassen. Denn die Auktion ist meistens mit einer gehörigen Portion Unterhaltung verbunden. Ein guter Auktionator versteht es, mit Humor durch die Versteigerung zu führen. 
Normalerweise besteht die Möglichkeit alle Waren vor dem Beginn der Auktion zu besichtigen, und sich die eigenen Wünsche zu speichern. Das ist auch wichtig, denn während der eigentlichen Auktion geht es dann immer sehr schnell zu.

Ein besonders beliebter Auktionsgegenstand ist die “Fyndlåda” (“Fundkiste”). Hier werden in Kartons viele thematisch passende Dinge gepackt und als Paket versteigert. Da es sich meistens um sehr viele Kartons handelt, kann das zu mancher Überraschung führen. In Anbetracht eines durchschnittlichen Preises von ca. 1 bis 5 Euro pro Karton bei Haushaltswaren ist das eine spannende und oft sehr lohnenswerte Angelegenheit. 

Auch spezielle Waren werden derart gebündelt, z.B. Elektrogeräte, Handwerkszubehör, usw. Diese Pakete können dann - je nach Inhalt - zu regelrechten Bieterschlachten führen. 

Der Auktionator bestimmt - je nach dem Gang und Verlauf der Auktion - fexibel selbst, welche Stücke er einzeln aufruft und welche Stücke er als Pakete anbietet. 

Der Tipp zur Auktion lautet, brauchbare Sprachkenntnisse mitzubringen und sich erst einmal eine Auktion und die dortigen Gepflogenheiten in Ruhe anzusehen. Denn sonst kann eine hastige Handbewegung des unbedachten Auktionsteilnehmers schnell dazu führen, dass man plötzlich irgend etwas ersteigert hat (was man im Regelfall gar nicht unbedingt haben will). 

Loppis und Auktion in Schweden
„Grosses Publikum auf der Auktion - trotz Regens“

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23. Februar: Zeit für die schwedischen Leseratten - Dags för årets stora bokrea

Heute wieder ein Beitrag aus der Rubrik Kultur. Es ist wieder an der Zeit für die Woche des “bokrea”. Hinter dem Begriff verbirgt sich die jährliche Bücherwoche, eine Art “Bücher-Ausverkauf”. Dieses Jahr startet der grosse Ausverkauf heute, d.h. am 23. Februar 2011.

Buchhandlungen im ganzen Land verkaufen ab dem heutigen Tag Bücher zu herabgesetzten Preisen. Von besonders beliebten Büchern werden sogar spezielle Auflagen für den jährlichen Ausverkauf gedruckt. In der Vergangenheit war der Bücherausverkauf für den Buchhandel sogar wichtiger als das Weihnachtsgeschäft. Das hat sich in den vergangenen Jahren aber ungefähr ausgeglichen.

In den grösseren Städten gibt es einen so grossen Zulauf am Starttag des Ausverkaufes, dass manche Buchhandlungen bereits um Mitternacht öffnen. 

Spezielle Verkaufskanäle für Bücher gibt es in Schweden nicht mehr. Früher durften Bücher nämlich nur exclusiv über Buchhandlungen verkauft werden. Heute nutzen auch viele Einzelhandelsgeschäfte und Warenhäuser die Gelegenheit und bieten zu dieser Woche verbilligte Bücher an.

Etwas Ordnung gibt es aber im System. So bestimmt die schwedische Buchhändlervereinigung (Svenska Bokhandlarföreningen (SBF)) z. B. jährlich das Startdatum für den Ausverkauf. Das von der SBF 2009 eingeführte Verbot, Bücher für Kunden auf den Ausverkauf vorzubestellen, wurde 2010 wieder aufgehoben.

Historisch gibt es den Bücherausverkauf in Schweden seit den 20er Jahren. Damals nutzten die Verlage die Gelegenheit, ihre Restbestände abzuverkaufen. Nachdem das Interesse am Bücherausvefrkauf in den 70ern stark gesunken war, erfreut er sich seit den 80ern wieder gesteigerter Beliebtheit und die Umsätze nehmen seitdem wieder Jahr für Jahr zu.

23. Februar: Zeit für die schwedischen Leseratten - Dags för årets stora bokrea
„Dags för årets stora bokrea - auch in Malå“




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Skördemarknad i Rentjärn / Herbst- / Erntemarkt in Rentjärn 2009-09-20

Skördemarknad i Rentjärn / Herbst- / Erntemarkt in Rentjärn 2009-09-20


Der Herbstmarkt in der Malå-kommun findet traditionsgemäss in Rentjärn, einem Dorf ca. 10 Km von Malå - in Richtung Norsjö/Skellefteå - entfernt, statt. Eine Vielzahl an Ausstellern und Besuchern waren zu verzeichnen und auch das Wetter zeigte sich von der besten herbstlichen Seite.

Wir haben für Sie wieder eine Auswahl an Eindrücken zusammen getragen.


-> Hier gehts zur Galerie: Herbst- / Erntemarkt in Rentjärn 2009-09-20

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Skördemarknad i Rentjärn 2009-09-20


Skördemarknad i Rentjärn / Herbst- / Erntemarkt in Rentjärn 2009-09-20

(Für die fotografisch interessierten MitleserInnen: Alle Aufnahmen mit dem neuen AFS-Nikkor 35mm f1.8. Heute an der D40. Mit nur kleiner Handschlaufe an der Kamera die fast optimale, leichte und kleine Kombi für schnelle Fotografie im Street-Photography-Style. Das AFS 35mm f1.8 ist ein „Normalobjektiv“ in Anlehnung an den legendären HCB. Ich kann die Linse uneingeschränkt empfehlen: Quasi Instant-Autofokus, Superscharf, Sehr gute Lichtstärke für das Spiel mit der Schärfentiefe (oder Tiefenschärfe :))

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Vintermarknad i Malå 13./14.02.2009 / Wintermarkt in Malå 13./14.02.2009



Freitag / Samstag war wieder der traditionelle Wintermarkt (Vintermarknad) in Malå.

In einer kleinen Fotoreportage habe ich hauptsächlich einige „Close-Ups“ mit sehenswerten oder einfach schönen Details für alle Leser zusammengestellt.

Hier gehts zur Fotoreportage: Mikrokosmos des Wintermarktes in Malå 2009.

Klick här så kommer du till reportaget.




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Näringslivsdag 2008 i Malå / Tag der Wirtschaft in Malå 2008

Heute haben sich die meisten der ortsansässigen Unternehmen in Malå auf dem Tag der Wirtschaft (Näringslivsdag) präsentiert. Die Veranstaltung ist mit einer deutschen Gewerbeschau vergleichbar und wird jährlich von der Organisation „företagarna“ ausgetragen.

Umrahmt wurde der Tag von hochinteressanten Vorträgen, u.a. von Torbjörn Holmlund, dem Genie hinter der grossen Elch (dazu demnächst viel mehr) und von Matilda Henningsson (ALMI). Hier einige Eindrücke:





Weiterer Höhepunkt war die öffentliche Vergabe der Auszeichnung „besonders verdienter Einwohner von Malå“. Hier die glücklichen Preisträger:








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Fiske-Expressen in Malå


Heute war der Fiske-Express wieder auf dem Torget in Malå.
Alles was das Fischer- und Anglerherz begehrt!

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Reportage: Fyndhörnan i Malå / Die Fundgrube in Malå


Und hier folgt der nächste Beitrag aus der Reihe "Wirtschaft und Handel in Malå". In dieser Reihe stelle ich für Sie in loser Reihenfolge Unternehmen und Geschäfte in Malå vor, insbesondere kleinere und/oder besonders spezialisierte. Ich halte diese Informationen für besonders wichtig, gerade für Besucher, Touristen oder potentielle Einwanderer.

Heute möchte ich Ihnen "Fyndhörnan", die Fundgrube, in Malå vorstellen. Und hier gehts zur Reportage - Klick här so kommer du till reportaget.

(Information för företagare eller andra intresserade personer: Om ni är intresserad i ett peportage om ert företag eller er affär skicka gärna ett mail. Hör av er!)

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Reportage: Snickeri / Schreinerei Ove Nilsson in Springliden


In der neuen Rubrik "Wirtschaft und Handel in Malå" möchte ich Ihnen in loser Reihenfolge einige Unternehmen und Geschäfte in Malå vorstellen, insbesondere kleinere und/oder spezialisierte. Ich halte diese Informationen für besonders wichtig, gerade für Besucher, Touristen oder potentielle Einwanderer.

Die erste Reportage gilt Ove Nilssons (Kunst-)Schreinerei in Springliden:
Und hier gehts zur Reportage - Klick här so kommer du till reportaget.


(Information för företagare eller andra intresserade personer: Om ni är intresserad i ett peportage om ert företag eller er affär skicka gärna ett mail. Hör av er!)



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