Das neue HEIF Bildformat in iOS 11 - die unbemerkte Revolution [UPDATE 2017-06-23]

Vor einigen Tagen (genau am 5. Juni) hat Apple auf der WWDC die Details zum kommenden iOS 11 öffentlich bekannt gegeben. IOS 11 soll im Herbst erscheinen und bringt allerlei Veränderungen und Verbesserungen „unter Haube“. Daneben wurde der Öffentlichkeit auch ein Detail vorgestellt, dass zu grossen Veränderungen im gesamten Bild- und Fotomarkt führen wird. Es geht um das neue Dateiformat für Fotos und Videos. Es hört auf den Namen HEIF (der enthaltene Video-Codec hat den Namen HEVC) und ist relativ neu.

Die scheinbar nebensächliche Änderung, die bislang auch noch kein besonderes mediales Echo gefunden hat, gibt Anlass zur Frage was uns das neue HEIF Format mittelfristig bescheren könnte.


Zuerst einige Fakten

HEIF steht für „High Efficiency Image File Format“ und wurde 2015 von der MPEG-Group präsentiert.

Die technischen Daten und- vor allem die erzielbare Kompressionsrate - sind solide. Die „coding performance“ liegt bei Bildern im Schnitt bei 2,39 wohingegen das altbewährte JPEG gerade mal 1.66 erzielt. Bei gleicher Qualität haben die im HEIF Format gespeicherten Bilder also im Schnitt nur 50-60% der Dateigrösse von vergleichbaren JPEGs. Die auf der offiziellen Homepage von HEIF verfügbaren Beispiele sind schlicht beeindruckend. Wir halten allerdings fest: HEIF ist - wie JPEG - kompressionsbedingt verlustbehaftet (dazu später mehr).

Technisch gibt es also nichts zu meckern; im Gegenteil. Die Probleme liegen an anderen Stellen.


Ein kleiner Ausblick in die Zukunft

Mit iOS 11 wird Apple das neue Format auf allen Geräten, die mindestens über einen A9 Prozessor verfügen, einführen. Im Klartext: Ab einem iPhone 7 wird HEIF künftig die Standardvorgabe sein. In der iOS11-Betaversion der nativen Photo-App kann diese Einstellung zwar auf „Kompatibel“ (d.h. JPEG) geändert werden, aber Hand aufs Herz: Nur wenige Anwender werden überhaupt so weit in die Voreinstellungen vordringen. Und damit wird eine Lawine in Gang gesetzt, die zu erdrutschartigen Veränderungen führen wird.


Wie wird Apples Strategie aussehen?

Wir kennen die bewährte Strategie von Apple. Es werden Fakten geschaffen. Was Apple für gut, richtig und zukunftsweisend hält, wird implementiert. Alte und bisherige Standards werden dabei gerne radikal „über den Haufen geworfen“. Und Rückzieher sind nicht vorgesehen. Wenn Apple also ein neues Bildformat einführt wird damit klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass das der künftige Standard sein wird. Punkt.

Natürlich wird es einen auf relativ kurze Zeit befristeten Übergang geben, in dem auch das alte JPEG Format noch unterstützt wird. Auf künftigen Gerätegenerationen wird es aber bald ausschliesslich noch HEIF geben und das gesamte Ökosystem von Apple wird binnen ca. drei bis fünf Jahren auf HEIF umgestellt. Ich gehe davon aus, dass Apple auch die Marktmacht hat, dem Markt einen Systemwandel in Sachen Bildformat aufzuzwingen. In einigen Jahren wird das HEIF Format alle digitalen Systeme und Plattformen als neuen Standard dominieren.

Wer bei JPEG bleiben möchte wäre dann mittelfristig darauf angewiesen, mit alten Geräten und alten iOS Versionen weiter zu arbeiten. Da Apple aber keine Sicherheitsupdates mehr für ältere iOS Versionen bereit stellt, wird ein zusätzlicher Zwang zum Upgrade auf neue Geräte- und Systemversionen ausgeübt. Diese unterstützen dann freilich bald nur noch das neue Format.

Nebenbei: Inwieweit das neue Bildformat von „alten Apps“ verarbeitet werden kann, ist derzeit noch offen. Da die meisten Apps die vom iOS bereit gestellten Bildformate lesen und schreiben können ist es gut denkbar, dass JPEGs über im Betriebssystem vorhandene Bibliotheken für eine Übergangszeit weiterhin geöffnet und gespeichert werden können. Wahrscheinlicher ist es, dass JPEG Bilder zwar geöffnet, dann aber nur im neuen Format wieder gespeichert werden können. Grössere Softwareschmieden werden ihre Apps zeitnah auf den nativen Support des neuen Formates umstellen; kleinere Softwareschmieden könnten damit grössere Schwierigkeiten haben (oder möglicherweise dann eben einfach keine Updates mehr zur Verfügung stellen).


Wie verhält es sich nun mit JPEG?

Das gute alte JPEG Format gibt es nun schon bereits seit 25 Jahren. Es hat sich als Standard durchgesetzt und wird von Computern, Betriebssystemen und Kameras im Prinzip aller Hersteller verwendet. Billionen von Bildern sind weltweit in diesem Format gespeichert und archiviert. Ich will hier bewusst nicht die Diskussion „RAW vs JPEG“ lostreten. In den Bilddatenbanken - gleich ob privat oder bei kommerziellen Anbietern - werden die Endergebnisse jedenfalls in aller Regel im JPEG Format gespeichert. Der Zeitraum innerhalb dessen sich JPEG als Standard etabliert hat entspricht ungefähr der Epoche der Digitalfotografie und des neuen „digitalen Zeitalters“. Fotoamateure wie Profis, die gesamte Archiv- und Stockfotowelt, beinahe alle Homepages im WWW, Grafiker, Designer, usw., sind auf JPEG „geeicht“.


JPEG als schützenswertes Kulturgut

Damit ist JPEG - ähnlich wie andere Kulturgüter - eigentlich bereits deswegen schützenswert, weil es beinahe die gesamte Bilderinnerung des bisherigen digitalen Zeitalters des letzten Vierteljahrhunderts enthält und darstellt (im eigentlichen Wortsinn). Um es deutlich zu machen: Wir reden hier über das digitale Bildgedächtnis der Epoche, in der wir die bewegendsten Veränderungen der Menschheitsgeschichte erlebt haben.

Findet nun ein Wechsel zu einem neuen Standardformat (HEIF) innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne statt, droht der Verlust eines erheblichen Teils unseres kulturellen Erbes sowie der Dokumentation der Neuzeit. Damit meine ich natürlich nicht Millionen von Katzenbildern auf Facebook, sondern Bilder, die einen Einblick in das wahre Leben zeigen. Der grösste Teil des digitalen Bildergedächtnisses wird derzeit im WWW publiziert. Wie lange künftige Browserversionen das bald veraltete JPEG Format noch unterstützen werden, steht in den Sternen.

Denn das Problem, dem wir bald begegnen könnten besteht darin, dass es keine Möglichkeit mehr geben könnte, JPEGs zu öffnen und zu bearbeiten. Die Situation könnte vergleichbar mit der älterer digitaler Datenträger werden. In meinen Schränken türmen sich - meist aus nostalgischen Anwandlungen - alte Disketten, Backupbänder, ZIP-Disks und vieles mehr. Zugegeben, alte Floppydisks geben wunderbare Kaffeetassenuntersetzer ab. Die auf ihnen enthaltenen Daten sind aber mit realistischem Aufwand nicht mehr wiederherstellbar. Könnte es sich mit Bildern im JPEG Format in einigen Jahren genauso verhalten?


Geplante Obsoleszenz?

Ein Wandel im Bildformat beinhaltet auch eine besonders perfide Form der geplanten Obsoleszenz, denn die Anwender, die den „Anschluss nicht verlieren wollen“, werden zum Umstieg auf neue Systeme gezwungen. Für ältere Systeme wird es bald keine Updates mehr geben, die eine Bearbeitung des neuen Formates ermöglichen. Spiegelbildlich wird es auf neuen Systemen immer schwerer werden, das alte JPEG Format zu bearbeiten. Gerade deswegen ist es so wichtig, dass das alte „Format der digitalen Erinnerung“ - sprich JPEG - fest in allen künftigen Betriebssystemen „verdrahtet“ wird.

Eine kurze Recherche im Internet ergibt, dass es derzeit noch keine Desktop-Bildbearbeitungssoftware gibt, die das neue HEIF Format unterstützt. Die Nachrüstung dürfte für die meisten Plugin-basierten Systeme kein Problem sein. Aber die Hersteller werden das nur für die aktuellen Programmversionen anbieten, denn schliesslich sollen die Anwender ja zum Kauf von Upgrades animiert werden.

Sicher, es wird in der Umstellungsphase Batch-Conversion-Tools geben (vielleicht sogar eine automatische Umwandlung in der Cloud), mit denen eine Fülle von Bildern „in einem Rutsch“ in das neue Format konvertiert werden können.

Da dabei allerdings von einem verlustbehafteten Format in ein anderes verlustbehaftetes Format konvertiert wird, wird die Bildqualität in jedem Fall darunter leiden. Bestimmt wird es auch webbasierte Umwandlungstools geben, von denen ich allerdings aus prinzipiellen Gründen abraten würde (oder wollen Sie Ihr gesamtes Bildarchiv irgendwelchen dubiosen Seitenbetreibern zur Verfügung stellen?).


Bitte keine Missverständnisse

Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin kein Technikfeind oder ein Feind des Fortschritts an und für sich. Die reine Qualität des neuen Formates ist - soweit es sich aus den technischen Beschreibungen und den zur Verfügung gestellten Beispielen beurteilen lässt - beeindruckend. Der Gedanke, dass die vorhandenen Speicherkapazitäten mit doppelt so vielen Bildern gefüllt werden könnten, ist eine grosse Versuchung. Stromverbrauch und Umwelt würden auch einen Benefit haben.

Meine Kritik richtet sich vielmehr gegen die radikale Veränderung (oder gar Zerstörung) ganzer Ökosysteme im Bereich der Fotografie. Die fotografische Infrastruktur und der fotografische Workflow werden sich an vielen Punkten grundlegend ändern. Ich bin gespannt, wann die ersten Kamerahersteller das neue HEIF Format als Bildformat anbieten werden. Um das wieder in den Zusammenhang mit der geplanten Obsoleszenz zu stellen: Könnte es sein, dass bald Millionen funktionstüchtiger Kameras nur deswegen auf dem Elektronikschrott landen, weil sie kein „in-camera-HEIF“ anbieten?


Philosophischer Ausblick

Wehmütig denken wir an Omas „Fotokarton“ mit einer Fülle von Abzügen aus mehreren Jahrzehnten zurück. Vielleicht mag die bevorstehende Bildformatrevolution für mitdenkende Zeitgenossen ein Anlass sein, wieder mehr analog zu denken und zu fotografieren?


UPDATE 2017-06-23 - Das Problembewusstsein wächst

1. Auf Pyrolim.de ist ein sehr schöner Artikel zum Thema erschienen, der zum Nachdenken anregt.

2. Auch Kwerfeldein.de hat das Thema aufgegriffen und meinen Artikel als Gastbeitrag veröffentlicht.

3. Meine Nachfragen bei verschiedenen Softwareschmieden waren ernüchternd. Die allermeisten haben das Problem schlicht noch nicht auf dem Schirm, zeigten sich aber äusserst interessiert. In einer Antwort wurde darauf hingewiesen, dass HEIF ein "sehr kompliziertes" Format sei.

4. Auch juristisch kommen Zweifel am neuen Codec auf, denn es scheinen Patente im Spiel zu sein die bei einer kommerziellen Verwendung dazu führen können, dass Lizenzgebühren anfallen.

5. Lichtschein am Horizont: Die aktuelle Beta des GraphicConverter vom 2017-06-22 unterstützt HEIF ab Mac OS 10.13.


das_neue_heif_format
Screenshot von der offiziellen HEIF-Homepage
(hier im guten alten JPEG Format dargestellt und gespeichert)

Warum Instagram für Fotografen „tot“ ist

In der guten alten Zeit des Internets hatte alles noch so gut angefangen. Das war vor vielen Jahren, in der „guten alten Zeit“

Idealistische Menschen (meist vom Typ des „Weltveränderers“) entdeckten das WWW und sahen darin eine Chance, dem allgemeinen Bewusstseinswandel näher zu kommen. Es sei nur an das 1994 erschienene Buch „Cyberia“ von Duoglas Rushkoff erinnert (link zum PDF). 
Die Lektüre lohnt sich übrigens auch heute noch, denn plötzlich erscheinen die Anfänge des WWW in einem geradezu romantisch-verklärten Schein. Aber es kam, was kommen musste: Die Wirtschaft erkannte den ungeheuren Wert der Onlinewelt und übernahm diese in der Folge. Anfangs in kleinen Schritten, schliesslich mit Siebenmeilenstiefeln. 

Gary Vayerchuk - als exemplarischer Vertreter eines Marktwirtschaftlers - hat es in einem seiner Talks geradezu perfekt auf den Punkt gebracht:

„When I first saw the internet I suddenly realized, sh*t I can make money with this thing“.

Die sozialen Medien haben - auch wenn sie erst viel später als das WWW in die Gänge kamen - dieselbe Entwicklung durchgemacht. Zum Beginn ging es um echte soziale Netzwerke (im Stil von „power to the people“) und die Neuigkeitenströme waren chronologisch. Dann kamen immer mehr Werbeanzeigen ins Spiel und schliesslich wurden die Algorithmen „optimiert“, sodass dem User nur noch die Nachrichten präsentiert wurden von denen das System annahm, sie würden ihn interessieren und ihm gefallen. Quasi nebenbei wurden über die Jahre riesige Datenmengen über die User angehäuft, aus denen sich mittlerweile fast alles über das jeweilige Individuum ableiten lässt. Das Beste an diesem Geschäftsmodell ist, dass die User sich aller dieser Daten freiwillig und völlig kostenlos begeben haben. Je tiefer man in dieser Materie gräbt, desto schauderhafter wird es.

Nun soll es hier ja um Instagram und Fotografen gehen. Instagram begann als eine spektakuläre Foto-Sharing-Plattform, der allerdings das zündende Geschäftsmodell gefehlt hatte. Nach der Übernahme durch das beinahe allmächtige Facebook wurde das von dort bewährte Geschäftsmodell dann schnell implementiert und Instagram dadurch aus künstlerischer Perspektive ruiniert.

Mit den vielen Werbeeinblendungen könnte man ja noch leben. Schliesslich muss eine Plattform ja irgendwie auch Geld verdienen. Seit Instagram aber im vergangenen Jahr seinen Algorithmus für die Anzeige der Postings im Stil von Facebook „optimiert“ hat, ist die Plattform was gute Fotografie angeht schlichtweg „tot“. Ich will hier nicht in alle Details eintauchen, sondern stattdessen auf einen echten Augenöffner hinweisen, der gerade bei Petapixel erschienen ist: 

„Instagram Created a Monster: A No B.S. Guide to What’s Really Going On“.

Hier berichtet endlich mal ein Fotograf der selbst auf die dunkle Seite der Macht geraten war um sichtbar zu bleiben, offen und ehrlich mit welchen Tricks mittlerweile gearbeitet wird um auf der Instagram-Erfolgskurve zu klettern. Und natürlich geht es dabei auch darum eine Menge Geld zu investieren, um „sichtbar“ zu bleiben.

Was ist die Alternative? Wer fotografiert möchte damit (hoffentlich) etwas zum Ausdruck bringen und seine Bilder deswegen auch zeigen. Dabei sollte die eigene „Hoheit“ erhalten bleiben. Ich möchte selbst entscheiden, was ich wann und wie zeige und möchte auch die Möglichkeit haben, wieder zu löschen. Diese Chance habe ich mittlerweile praktisch nur noch auf einer eigenem Webpräsenz und auf dem eigenen Blog. Hier schlägt kein Algorithmus zu der bestimmt, wer was zu sehen bekommt. Und ich habe auch die Möglichkeit, so lange Texte zu schreiben wie ich möchte.

Zusammenfasung: Wer relevant bleiben möchte, sollte das - aus künstlerischer Perspektive - sinkende Schiff der sozialen Medien verlassen und stattdessen unbedingt eine eigene Webpräsenz haben. Ich bin übrigens gerade dabei, meine Präsenz in den meisten sozialen Medien abzuwickeln.


PS: Wer guten Input zum Nachdenken sucht, der sei in diesem Zusammenhang auf CJ Chilvers hingewiesen.

Analoger Neuigkeitenstrom - heute keine News
Analoger Neuigkeitenstrom - heute keine News


Photojournalismus - quo vadis? Die Masken fallen!

Sonntagsreflexionen: Es schmerzt mich in der Seele zu sehen (und macht mich gleichzeitig geradezu aggressiv), welche Auswüchse im Photojournalismus zur Zeit sichtbar werden. Ich schreibe bewusst „sichtbar werden“, denn gegeben hat es sie vermutlich chon viel länger.

Die Seriosität, Objektivität und Ernsthaftigkeit sind verloren gegangen. Jetzt wird nach den Methoden des Marktes gearbeitet. Schummeln und Betrügen gehören genauso dazu, wie der eigentliche Skandal des aktuellen Souvid Detta Falles. Warum es geht, dazu mehr im ersten verlinkten Artikel, um den - meiner Meinung nach - noch viel schlimmeren Skandal geht es im zweiten Artikel.

Link 1: F**k Photojournalism: It’s Time for the Industry to Change Before It Dies

Link 2: Two Scorpions Crossing a Stream

Neue Serie "Kitchen Sink" - Essenskultur und Kultur in Schweden

Als ich kurz vor Weihnachten in einer echt schwedischen Küche stand, wurde mein Blick geradezu magisch vom Spülbecken abgezogen. Mein Blick schweifte dorthin und dieser Augenblick war geradezu eine Offenbarung.

Was sagt ein Abfluss im Spülbecken über die Essenskultur und überhaupt über die Kultur eines ganzen Landes aus? Sehr viel! Drei Monate lang habe regelmässig diese schwedische Küche besucht. Dabei sind jede Menge Bilder entstanden.

Vor einigen Tagen habe ich nun mein neues Projekt "Kitchen Sink" abgeschlossen. Eine Serie in der es um die Essenskultur und generell die Kultur in Schweden aus der Perspektive eines Ausgusses im Küchenwaschbecken geht.

-> Zur Serie "Kitchen sink"



Eines der Bilder aus der neuen Serie „Kitchen Sink“

Winter-Minimalismus in Lappland - Dez. 2016

In Sachen Fotografie tendiere ich immer mehr zum "Keep it simple" und zum Minimalismus. Der Winteranfang in Lappland bietet dafür ungeahnte Möglichkeiten. Nichts ist schöner als zu beobachten, wie die wachsende Schneedecke die Landschaft nivelliert und zunehmend "vereinfacht". Besonders reizvoll wird es, wenn nur noch einige Spitzen aus der Schneedecke herausragen.

Dann ist erst einmal Schwerstarbeit angesagt: Mit hohen Winterstiefeln, oder besser gleich mit den Schneeschuhen geht es in die freie Naur auf der Suche nach würdigen Motiven. Und die sind dann meistens an unzugänglichen und unbequemen Stellen zu finden, oder wollen aus schwer erreichbaren Perspektiven betrachtet werden. Nach einigen Stunden schliesslich sind dann Fotograf und Kamera durchnässt, aber glücklich (was die Frage aufwirft, ob eine Kamera glücklich sein kann, aber egal?). Aber die erhoffte Serie ist im Kasten. Und das alles sogar ohne lästiges Stativ.

-> Zur Bilderstrecke: Winter-Minimalismus 2016 in Lappland

Winter-Minimalismus in Lappland - Dez. 2016

Über Künstler, Kunst und Skalierbarkeit [Nachtrag / Update 2016-11-13 und 2016-11-26]

Künstler erkennst du daran, dass sie etwas erschaffen das nicht skalierbar ist.

Henning Wüst, meinem lieben Freund Thomas S. gewidmet


Nachtrag / Update 2016-11-13:

Zu diesem Artikel kam - auf verschiedenen Kanälen - erstaunlich viel Feedback rein. Martin hat in den Kommentaren geschrieben und seinen Mut möchte ich „belohnen“ indem ich seine Frage hier hinein kopiere und zum Anlass nehme, das Thema noch etwas tiefer und breiter zu illustrieren.

Martin schrieb:

Hallo Henning,
inwiefern ist Kunst denn nicht skalierbar? Und klappt dann auch das konsequente Weiterdenken, wonach alles nicht Skalierbare zugleich Kunst wäre?
BG, Martin



Ausgangspunkt war meine Aussage: „Künstler erkennst du daran, dass sie etwas erschaffen das nicht skalierbar ist.“

Nähern wir uns dem Begriff der Skalierbarkeit. Ganz allgemein beschreibt beschreibt Skalierung eine Größenveränderung. Der Begriff wird von dem italienischen Wort „scalae“, was Treppe bedeutet, abgeleitet. Allgemein beschreibt Skalierung eine Größenveränderung. Im betriebswirtschaftlichen Sinne steht die Skalierbarkeit für eine spezielle Eigenschaft einer Geschäftsidee bzw. eines Geschäftsmodells. Die Definitionen des Begriffs ausserhalb der IT-Welt (wo er in einem rein technischen Sinne verwendet wird) sind nicht völlig einheitlich.
Im Kern geht es bei der Skalierbarkeit aber immer um die Expansionsfähigkeit eines Modells (oft eines Geschäftsmodells). Kann bei einem Geschäftsmodell z. B. der Umsatz signifikant gesteigert werden, ohne dass die Kosten überproportional mitwachsen, oder gar grössere Investitionen notwendig sind, dann ist es gut skalierbar. Die mittlerweile klassischen Beispiele aus der Betriebswirtschaft sind fast alle im Internethandel - insbesondere im Softwarevertrieb - zu finden.

Der Grundgedanke lässt sich aber ohne weiteres auch auf Bereiche ausserhalb der reinen Geschäftswelt übertragen.

Was bedeutet das für den Bereich der Kunst, insbesondere der Fotografie?


1. In der Fotografie spielt die Skalierbarkeit bereits bei der Auswahl der Fotomotive eine grosse Rolle. Skalierbar sind Allerweltsmotive. Oder etwas präziser formuliert: Alle Motive, die eine längere zeitliche Beständigkeit und Dauer haben. Der legendäre Half Dome im Yosemite Park zum Beispiel. Er ist zweifellos eine sehr hübsche Location. Aber eben eine der am meisten Fotografierten weltweit. Die Anzahl der möglichen Bilder vom Half Dome ist im Prinzip unbegrenzt. Das führt aber nicht dazu, dass irgendein künstlerischer „Return“ grösser würde. Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Anzahl der Bilder sinkt der künstlerische „Return“ und die Masse der Bilder stechen künstlerisch nicht heraus. Anders mit nicht skalierbaren, vergänglichen Motiven, die es nur eine sehr kurze und begrenzte Zeit gibt.

Das stützt die von Martin als Frage aufgeworfene These, dass fehlende Skalierbarkeit ein Indiz für Kunst ist.


2. Das gilt übrigens ganz allgemein für alle Tätigkeiten. Nehmen wir einen begnadeten Frisör als Beispiel, der seinen Weg vom Lehrling über den Gesellen bis zum Meister absolviert hat. Die meisten Frisöre, die es so weit geschafft haben, bleiben auf dieser Stufe stehen. Ganz wenigen gelingt der Sprung über die nächste Klippe, d. h. zum Künstler. Worauf das genau beruht, ist eine andere Fragen. Die berühmten 10.000 Stunden von Malcolm Gladwell spielen bestimmt eine wichtige Rolle, aber auch andere Faktoren haben Einfluss. Der Künstler ist im Beispiel der einzelne Frisör selbst. Ganz praktisch am Beispiel des Frisörsalons heisst das: Da gibt es einen Menschen, einen Frisör, und der ist Künstler in seinem Fach. Alle die anderen Angestellten im Salon spiegeln nur seinen / ihren Abglanz und leben von seinem / ihrem Renommee. Da lässt sich auf der künstlerischen Seite nichts skalieren. Nimm den Künstler aus der Gleichung und der Salon bricht zusammen. Was auf der Kundenseite zieht ist die Möglichkeit zu eben diesem Salon zu gehen und sich so auch im Abglanz des Künstlers zu sonnen, ohne diesen oder diese dort aber auch nur jemals zu Gesicht bekommen zu haben.

Auch das stützt die von Martin als Frage aufgeworfene These, dass fehlende Skalierbarkeit ein Indiz für Kunst ist.

Nota bene: Das Beispiel des Frisörs ist ein geschäftliches Grunddilemma, das für alle Freiberufler gilt, einerlei ob Anwalt, Arzt, Dozent, usw.


3. Viele Medien in der Kunst sind als solche nicht skalierbar. Das ist eine der Erklärungen, warum viele Fotografen von der Renaissance der Analogfotografie so begeistert sind. Die fehlende (oder besser: systemimmanent begrenzte) Skalierbarkeit übt eine künstlerische Faszination aus. Denn sie rückt die Fotografie in die Ecke der Malerei. Ein gemaltes Bild ist ein Unikat. Ein Polaroidfoto ist ein Unikat. Das Negativ eines analogen Bildes ist ein Unikat, das zumindest in der Möglichkeit Abzüge zu erstellen so eingeschränkt ist, dass die Abzüge den Hauch der Nichtskalierbarkeit haben (deswegen auch die i. d. R. limitierte Anzahl an Abzügen).

Auch das stützt die von Martin als Frage aufgeworfene These, dass fehlende Skalierbarkeit ein Indiz für Kunst ist.

Für den Massenmarkt gibt es hier - analog zu dem oben als Beispiel angeführten Frisörsalon - den Abglanz des Künstlers in Form von Kunstdrucken und Reproduktionen. Aber selbst wenn diese qualitativ extrem hochwertig sind, so sind sie an und für sich eben eines nicht: Echte Kunst, denn die analoge Kunst ist eben nicht skalierbar.

So ist es mit dem Bildkünstler wie mit dem Frisörkünstler: Man kann eine eigene Welt um sie herum bauen um möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, mit ihrem Abglanz in Kontakt zu kommen. Mehr aber eben auch nicht. Das macht auch den bezaubernden und beinahe unwiderstehlichen Charme der Kunstausstellung aus: Werden echte, d.h. nicht skalierbare Originale ausgestellt, ist die Ausstellung die einzige Möglichkeit dem Abglanz der Künstlers so nahe zu kommen, wie es eben geht.


4. Was uns zur finalen Frage führt: Wie sieht es mit der Digitalfotografie aus?

Was die Skalierbarkeit angeht, so sieht es ausgesprochen schlecht aus. Denn die Möglichkeit der unbegrenzten digitalen Kopierbarkeit des Endergebnisses stellt die künstlerische Natur per se in Frage. Warum gibt es viele Camera-Apps, die versuchen die Nichtskalierbarkeit nachzuahmen. Da muss geschüttelt werden, da ist das aufgenommene Bild erst nach Minuten oder gar Stunden, oder wenn ein virtueller Film vollgeknipst ist, sichtbar. Von manchen Apps wird auch der virtuelle „Kommissar Zufall“ in Form „zufällig“ hinein gerechneter Bildstörungen und Effekte bemüht. Alles vergeblich, denn selbst wenn man diesen „Krücken“ ihre Berechtigung im Erstellungsprozess zusprechen würde, so bleibt das digitale Endprodukt, das Bild, doch kopierbare Massenware (sprich im allerbesten Fall meisterhafte Gebrauchsfotografie aber keine Kunst).

Vielleicht müssen wir sogar den Schluss ziehen, dass die digitale Fotografie generell einfach bestenfalls nur meisterhaft, aber eben niemals wirklich künstlerisch sein kann?

Ich freue mich auf eine breitere Diskussion.


Nachtrag / Update 2016-11-26:

Eine Leserzuschrift, die mich sehr bewegt hat, möchte ich hier noch als Nachtrag anhängen. Don, seines Zeichens Pastor, schreibt mir (leicht gekürzt):

Du darfst die Vergänglichkeit als Kriterium nicht vergessen. Du hast das unter Punkt 1 schon angesprochen. Schliesslich geht es um eine ganz grunssätzliche Frage.

Die Bibel bringt das für mich am besten auf den Punkt. In Psalm 90 Vers 12 heisst es:

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."

Und genau darum geht es. Das der Vergänglichkeit unterworfen sein ist der Knackpunkt. Was machst Du, wenn Du Bilder machst? Du versucht, die Vergänglichkeit aufzuhalten. Den Augenblick "festzuhalten" und "einzufrieren". Das entspricht einem menschlichen Grundbedürfnis. Denn der Mensch weiss, dass er der Vergänglichkeit, d.h. dem Tod, anheim gegeben ist.

Warum werden Denkmäler errichtet, Potraits gemalt, Pyramiden gebaut und Familiendynastien gegründet? Um den Hauch der Unsterblichkeit zu erreichen. Um etwas zu schaffen, das über den Tod hinaus reicht. Um sich selbst, oder jemanden oder etwas, das man verehrt, zu "verewigen". Der Versuch ist aber von vornherein zum scheitern verurteilt, denn die Schöpfung und der Mensch sind der Vergänglichkeit unterworfen und da beisst keine Maus einen Faden ab. Die eigentliche Frage ist eine solche geistlicher Natur und härt auf den Namen "ewiges Leben". Und das gibt es nur bei Gott und nicht durch Denkmäler, Portraits, Dynastien oder Fotografien.


Eis - nicht skalierbare Kunst

Ist vielleicht alles schon gesagt und geschrieben?

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“



Zugegeben, ich schreibe gerne. Und ich habe mein Herz schon etwas an das wunderbare Schwedisch-Lappland verloren. Das Blogschreiben hat sich im Laufe der Jahre zu einer liebgewonnenen Gewohnheit, ja zu einem guten Freund im Alltag entwickelt.

Seit 2007 schreiben wir hier rund um Lappland, über Wetter und Landschaft, Küche und Kochen, Mentalität und das Auswandern. Die Anzahl der Blogeinträge bewegt sich mittlerweile im grösseren vierstelligen Bereich. Neben allgemeinen Berichten über Menschen, Ereignisse und Events gibt es jede Menge Spezialtipps zu einzelnen Themen und Bereichen, angefangen von der richtigen Kleidung im Winter über Kochrezepte bis hin zu Tipps zum Immobilienkauf.

Manchmal „schlägt“ mich die Idee für einen neuen Blogbeitrag ganz spontan, manchmal ist sie das Ergebnis von eingehender Beobachtung und manchmal von ausgiebigem Nachdenken.

Im Moment stelle ich mir ganz ernsthaft die Frage, ob denn nach acht Jahren nicht eigentlich alles gesagt und geschrieben ist? Immer öfter stelle ich fest, dass wir zu Themen bereits etwas geschrieben haben. Und Wiederholungen sind ja bekanntlich nicht unbedingt die Krone der Weisheit.

Das Lapplandblog hat sich über die Jahre vom eigentlichen Blog mittlerweile zu einem ausgewachsenen Lappland-Wiki entwickelt. Mit Hilfe der Suchfunktion lässt sich zu fast allen Themen Wissenswertes und Informatives hervorlocken.


Kurz und gut: Es geht um die Zukunft dieses Blogs. Verschiedene Optionen liegen auf dem Tisch und ich habe mir eine Frist für die Entscheidung gesetzt.

Ich teile diese Gedanken und Überlegungen hier ganz offen und bitte um Feeback aus der Leserschaft:

Gibt es (noch) Themen und/oder Bereiche, die von besonderem Interesse sind? Habt Ihr konstruktiven Input?

Oder gibt es da draussen einen würdigen Nachfolger, der dieses Projekt übernehmen möchte?


-> Kontakt

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366 - One Phone - One App - One Year

366 - One Phone - One App - One Year


Vorgeschichte


Ich bin es leid, denn ich habe im vergangenen Jahr einfach viel zu viele „gestochen scharfe Bilder, die mit knackscharfen Optiken“ erstellt worden sind gesehen, die aber auch wirklich null Aussage und Inhalt hatten. Bilderschrott.

All die stinklangweiligen (aber „rasiermesserscharfen“) Bilder von Motiven, die es in derselben Form in 100 Jahren - vorausgesetzt es gibt unsere Welt dann noch und wir haben es in der Zwischenzeit nicht geschafft, sie völlig an die Wand zu fahren - noch genau so geben wird, wie es sie heute gibt. Warum um alles in der Welt muss man das einhunderttausendste Bild eines ausgelatschten Motives machen und dann auch noch zeigen? Ein Bild, das aussieht wie all die anderen Bilder desselben Motives, die es bereits gibt?

Kleiner Tipp am Rande: Gerade die vergänglichen Motive sind es, die den ideellen und künstlerischen Wert eines Bildes ausmachen. Aber zurück zum Thema.

Der technische Overkill sinnentleerter Fotografie hat mich im Laufe des Jahres immer mehr abgestossen inklusive der dazugehörigen Diskussionen über rein technische fotografische Details und Aspekte.

Wo wird denn darüber geredet und in den diversen Foren geschrieben was gute Bilder ausmacht und wie sich echte Bildaussagen verstärken lassen?

Es widert mich einfach nur noch an. 

Hinzu kommt: Die Hardwarehersteller bescheren uns im laufenden Takt neue Megapixelmonster mit der Suggestion, diese seien fotografisch (über-)lebensnotwendig (und würden zu besseren Bildern führen). 

Ich bin dessen einfach müde und kann und will es nicht mehr hören und lesen. Ich verstehe ja, dass die Wirtschaft in Schwung gehalten werden muss, aber bitte nicht zulasten der Bilder, um die es in der Fotografie doch schliesslich geht (oder habe ich da etwas falsch verstanden?).

Eigentlich geht es doch genau um das Gegenteil des Equipment-Overkills: Restriktionen und Beschränkungen sind der Freund der Kreativität.

Und das hat mich vor einigen Wochen auf eine Idee gebracht.


One Phone - One App - One Year

Zur Zeit sind „365er-Projekte“ ganz beliebt. Es geht darum, an jedem Tag des Jahres (mindestens) ein Bild zu machen und dieses dann zu veröffentlichen. Oft gibt es ein Oberthema der Serie. Ganz beliebt sind z. B. solche Fotoprojekte, die rein analog fotografiert werden, oder die mit nur einer Kamera und einem Objektiv erstellt werden. Die Beschränkungen, die zu mehr Kreativität führen, lassen grüssen.

Nach den überaus erfreulichen Erfahrungen mit der neuen iPhone-App „Argent Film Simulator“ habe ich mich entschieden, einen - bislang unüblichen - Weg zu beschreiten: Ein Jahr nur mit einem iPhone und einer einzigen App (und bei dieser hauptsächlich mit nur zwei Filmsimulationen). 

Ehrlich zugegeben bangt es mir etwas vor dem Aufwand und deswegen greife ich einen Gedanken auf, den der geschätzte Kollege Stefan Groenveld für sein Jahresprojekt aufgebracht hat. Ich werde jeden Tag mindestens ein Bild zur Serie machen. Da es manchmal zeitlich extrem eng ist, werde ich die Bilder nicht unbedingt jeden Tag posten, sondern mir vorbehalten, jeweils einen Schwung Bilder zu veröffentlichen. Das dürfte auch für die Leser und Betrachter beizeiten einfacher und angenehmer sein. 
 
Das ganze Projekt steht übrigens unter dem Titel „Wind Of Change“ (Hintergrüne dazu gibt es hier).

-> Auf Instagram könnt Ihr dem Projekt hier folgen.

Besonders prickelnd: Das neue Jahr 2016 ist bekanntlich ein Schaltjahr, was die Sache noch attraktiver und herausfordernder macht. Denn statt 365 gibt es sogar 366 Tage und folglich Bilder :)

Allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in das neue Jahr!
  

Im Betatest: Argent Film Simulator App für iOS

Vorbemerkung

Worauf der Charme von Bildern im Retro-Style, d.h. im Stil von klassischen Film- und Entwicklerkombinationen, oft veredelt mit Farbfiltern und getöntem Papier, beruht, wäre eine Frage an die Psychologen und Verhaltensforscher. Vielleicht gibt es eine Korrelation mit dem Alter der Fotografen und Betrachter? Oder vielleicht ist es einfach nur eine Alternative für alle, die der Dunkelkammer leid geworden sind? Ich weiss es nicht. Jedenfalls gehöre auch ich zur Gruppe der Retro-Fans und deswegen hat mich die Nachricht, die mich vor einigen Wochen erreichte, sehr neugierig gemacht: Die Entwicklung einer neuen und sehr vielversprechenden App für die Filmsimulation unter iOS geht in die Endphase.

Kritiker könnten argumentieren, dass es bereits hinreichend viele solche Apps gibt. Ja und Nein. Die neue App "Argent Film Simulator" hat das Zeug dazu, etwas Besonderes zu sein. Der Entwickler hinter der App ist Sean M Puckett, ein Urgestein in Sachen Filmsimulation. Er entwickelte bereits vor etlichen Jahren die legendären Plugins Andy (für V4) und Andrea (für V5) für den RAW-Konverter Bibble (den es bekanntlich seit 2011 leider nicht mehr gibt). Auch für den - wenig geglückten - Nachfolger von Bibble, AfterShot Pro, entwickelte Sean ein Plugin namens Nostalgia, den Nachfolger von Andy und Andrea. Viele Fotokünstler haben seinerzeit Bibble und AfterShot Pro gerade wegen der phänomenalen Plugins von Sean genutzt.


Die Neuigkeit

Vor einigen Wochen erfuhr ich, dass Sean an einer App (die auf den Namen "Argent Film Simulator" hört) arbeitet, die eine Weiterentwicklung seines klassischen Plugin-Konzeptes ist. Nach einem kurzen Mailaustausch habe ich die neue App seit geraumer Zeit als Betatester unter der Kur. Und um es für die eiligen Leserinnen und Leser kurz zu machen: Die App ist ein Volltreffer.


Das Konzept

Das Konzept der App ist pures WYSIWIG ("What You See Is What You Get", oder auf Deutsch: "Was du siehst, ist was du bekommst."). Alle Einstellungen und Änderungen werden direkt in der Preview dargestellt. Und die Preview ist charmanterweise immer als Hintergrundbild sichtbar. Die Einstellungen werden als Overlays dargestellt. Das ist unglaublich praktisch.

Sean hat sich dem Konzept "less is more" verschrieben und so sind die Bedienelemente und Menüs sehr aufgeräumt und übersichtlich.

Argent Film Simulator - Aufgeräumt und übersichtlich: Die Standardansicht
Aufgeräumt und übersichtlich: Die Standardansicht


Am unteren Bildschirmrand

Am unteren Bildschirmrand gibt es ein grosses Einstellrad für die Belichtungskorrektur (bei Autoexposure), bzw. die manuelle Einstellung der Belichtung. Nun zu den restlichen Bedienelementen an dieser Stelle.

Ganz links lässt sich die Vignette einstellen, daneben der Button, über den die Presets abgerufen werden (dazu später mehr). In der Mitte der grosse Auslöser, der durch die mittigen Halbkreise die Verschlussgeschwindigkeit und die Verwackelungsgefahr anzeigt (je mehr Halbkreise, desto längere Verschlusszeit). Rechts daneben der Button, der die Funktion des Autofokus festlegt und ganz rechts die Auswahl des Seitenverhältnisses (darunter auch einige eher unübliche Formate). Der Button für das Seitenverhältnisses gibt über Swipe zusätzlich den Zugriff auf verschiedene Hilfslinienmuster frei.

An Presets gibt es acht Bänke mit je sechs Presets. Das genügt auch einem weitgefächerten Bedürfnis nach individueller Auswahl.

Die Bedienerführung ist so einfach wie möglich. Die Buttons lassen sich durch klicken in ihrem Status weiterschalten. Einige können zusätzlich auch durch ein Swipe nach oben oder unten bedient werden.

Argent Film Simulator - Ein Klick auf das Symbol mit den drei Punkten gibt zusätzliche Bedienelemente frei
Ein Klick auf das Symbol mit den drei Punkten gibt zusätzliche Bedienelemente frei


Am oberen Bildschirmrand

Am oberen Bildschrimrand lassen sich durch einen Klick auf das Symbol mit den drei Punkten die Werkzeuge für den Belichtungsmodus (auto oder manuell), den Weissabgleich, die Fokusmethode, den Flip-Mode (180-Grad Rotation an oder aus), den Selbstauslöser und die Kameraauswahl (front oder rear) bedienen. Klingt viel komplizierter als es ist, und die meisten Einstellungen hier werden ohnehin eher selten benötigt (abgesehen vom Weissabgleich). Der Weissabgleich ermöglicht auch den Einsatz einer Graukarte, denn er lässt sich "locken". Für die schwarz/weissen Presets kann es sich empfehlen, den Weissabgleich fest auf Tageslicht einzustellen.

Argent Film Simulator - Bei der Auswahl eines Presets werden die Informationen dazu angezeigt
Bei der Auswahl eines Presets werden die Informationen dazu angezeigt


Zwischenstand

Nach drei Wochen mit der neuen App kann ich sagen, dass die Anordnung der Bedienelemente und die Bedienung selbst flüssig und organisch gut sind. Alles ist "an der richtigen Stelle" und die Bedienung geht nach sehr kurzer Eingewöhnung zügig von der Hand.

Argent Film Simulator - Mächtiges Werkzeug unter der Haube: Der Preset-Editor
Mächtiges Werkzeug unter der Haube: Der Preset-Editor


Verborgene Power: Der Preset-Editor

Bislang haben wir uns nur mit der Standardoberfläche befasst. Das Konzept hinter der App ist - wie schon gesagt - WYSIWYG. Alle Presets für die einzelnen Filmsimulationen - die bereits ab Werk mit geschmackvoller Auswahl belegt sind - lassen sich mit einem mächtigen Editor individuell bearbeiten. Nicht alle Standard-Presets mögen jedem Anwender gefallen und viele Anwender werden den Look einer speziellen Film- und Entwicklerkombination haben wollen. Hier kommt der mächtige Preset-Editor ins Spiel. Die einzelnen Filme sind aus Gründen des Copyright nicht immer exakt mit der Originalbezeichnung benannt (z. B. "Fuj Velvet 100"), aber der Kenner wird sofort erkennen, was jeweils gemeint ist.

Wer früher schon mit den Plugins von Sean gearbeitet hat, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Für jeden Preset lässt sich eine individuelle Kombination aus Film, Papier (soweit nicht Slidefilm), Anpassungen und Tönung (bei s/w) festlegen. Zusätzlich lässt sich wählen, ob eine digitale, lineare Sättigungskurve oder eine filmtypische solche verwendet werden soll.

Im oberen Bereich des Editors findet sich die Auswahl einer Fülle von Filmen. Viele davon sind bekannte Klassiker, aber auch einige "Exoten" befinden sich darunter. Für jeden Geschmack dürften sich eine passende Auswahl finden.

Die blauen Symbole stehen für schwarz/weiss Filme, die grünen für Farbfilme. Die sich vom Look nahestehenden Filme sind durch hellere und dunklere Symbole hervorgehoben. Gefüllte Quadrate stehen für Sofortbildfilme, halbe Quadrate für Diafilme, gefüllte Kreise für Negativfilme und halbe Kreise für Positivfilme. Die gelbe Hervorhebung gibt an, welche Kombination gerade aktiv ist. Alle Änderungen werden stets sofort im Sucherbild im Hintergrund sichtbar. Sehr praktisch ist die Möglichkeit mit einem Finger langsam über die Auswahlbuttons zu streichen, und die Änderungen im Hintergrund live zu sehen.

Zusätzlich lassen sich noch Farbfilter und die Entwicklungszeit (Negativ und Papier) angeben. Ein nettes Feature aus den Desktop-Plugins findet sich auch hier: Alle Filme lassen sich erzwungenermassen als schwarz/weiss oder Farbfilm entwickeln, was in vielen Fällen interessante Effekte gibt.

Der Editor ist - wie schon gesagt - sehr mächtig. Die meisten User werden sich aber für Ihre "Favoriten" entscheiden. Die können dann in einer der Presetbänke gespeichert werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich alte es simpel: Meine Favoriten sind in logischer Folge (erst die Farb- dann die schwarz/weiss-Presets) in der ersten Presetbank gespeichert, und dadurch jederzeit in Griffweite.

Wer sich einen visuellen Eindruck der Fähigkeiten verschaffen möchte, kann auf Instagram dem Hashtag #ArgentFilmSim folgen.

Die neue App setzt iOS 9 (und damit mindestens ein iPhone 4S) voraus.

Sean hat mir heute mitgeteilt, dass die App gerade für die Veröffentlichung im App-Store eingereicht wurde. Sie dürfte ein ein bis zwei Wochen verfügbar sein. Es wird eine Freeware-Version geben, bei der es nicht möglich ist, Änderungen in den Presets zu speichern. Eine überaus faire und anwenderfreundliche Lösung, die es ermöglicht, die App ausfürhlich zu testen, bevor man die volle Funktionalität über einen In-App-Kauf freischalten möchte.

Mein Fazit: Sie drei Wochen benutze ich ausschliesslich fast nur noch Argent Fil Simulator und bin von den Ergebnissen sehr begeistert. Ein echter Geheimtipp.


UPDATE 2015-12-24: Kurz vor Weihnachten ist Argent Fim Simulator 1.0 nun im Apple AppStore gelandet.

Kompositorische Herausforderung vs. Chaos - Schritt für Schritt zum endgültigen Bild

Zugegeben, Fotos durch die Kabinenfenster eines Flugzeuges sind vermutlich eines der inflationärsten Motive überhaupt. Und es scheint auch ganz klar, warum das so ist: Was sollen denn über Stunden auf engem Raum „eingesperrte“ Menschen ohne WLAN oder Netzanbindung mit ihren smarten Mobiltelefonen tun?

Jedenfalls erliege auch ich immer wieder der Versuchung, durch das "Tor zur freien Welt da draussen" ein vernünftiges Bild zu machen. So vor einigen Tagen in Stockholm Arlanda nach dem Boarding und kurz vor dem Abflug gen Polarkreis. Aus organisatorischen Gründen dieses Mal mit SAS nach Skellefteå und nicht direkt nach Arvidsjaur.

Nach einem kurzen Smalltalk mit dem Sitznachbarn schweifte mein Blick in der proppenvollen Boing umher. Die Aussicht durch das "fliegende Bullauge" fing unbewusst meine Aufmerksamkeit. Da ging kompositorisch etwas vor sich. Viele Linien und schöne Formen; dazu noch reizvoller Fahrverkehr von Bodenfahrzeugen im Hintergrund. Aber irgendwie ein "Overkill" an Farben und Formen. Also habe ich etwas beobachtet, und kurz vor dem "Rolling back" einen Klick gemacht (und das Bild dann schnell wieder vergessen, um mich in eine interessante Diskussion mit dem schwedischen Sitznachbarn zu vertiefen).

Bei der Sichtung der Aufnahmen aus Stockholm ist mit das gute Stück dann wieder in die Hände gefallen.

Ein sehr gutes Beispielbild dafür, wie eine Aufnahme in der Nachbearbeitung "reift" durch Beschneiden ("Cropping") und Farbe vs. schwarz/weiss. Da mich immer wieder Fragen erreichen, möchte ich das anhand dieses Beispiels einmal Schritt für Schritt zeigen.

Warnung: Dieser Blogeintrag enthält viele Bilder.

Warnung 2: Bildwahrnehmung ist eine sehr subjektive Geschmacksfrage. Was mir gefällt, muss anderen überhaupt nicht gefallen. Es geht mir um den Ansatz und die Fragen, die zur subjektiv besten Version führen.

Beginnen wir mit der Originalaufnahme, wie sie aus dem iPhone kam.

original


Erste Überlegung: Ist die Wirkung des Bildes als schwarz/weiss Bild besser? Stören die Farben, indem sie von der Geometrie der Formen ablenken? Also wandeln wir das Bild (im Beispiel mit dem DXO FilmPack als Kodak T-Max 100 ohne Filmkörnung) in schwarz/weiss um.

original_s_w


Der untere Teil der Aufnahme profitiert, der obere Teil leidet. Denn die fahrbare Rampe in rot setzt einen interessanten Akzent und leitet den Blick des Betrachters.

Das ganze Bild ist aber überladen und Bilder im Hochformat gefallen mir generell nicht so gut (wahrscheinlich ein Relikt aus der Zeit, als ich viel für Zeitungen fotografiert habe). Ausserdem ist das Bild viel zu überladen und verwirrend. Einzelne Teile sind aber sehr reizvoll. Also werden wir das virtuelle Skalpell ansetzen, und nach dem besten Crop suchen.

crop_1_s_w


Gefällig, aber wie sieht es horizontal, bzw. vertikal gespiegelt aus?

crop_1_s_w_horz

Horizontal gespiegelt.

crop_1_s_w_horz_vert

Und zusätzlich noch vertikal. Diese Version gefällt mir nicht so gut. Der Favorit ist eindeutig die nur horizontal gespiegelte Version.

Dann hätten wir da noch die obere (vorhin weggeschnittene) Bildhälfte. Die sieht im Originalcrop so aus:

crop_2_color

Das Thema hier wäre „Ankommen und Abfliegen“. Auch hier wieder der Test mit schwarz/weiss:

crop_2_s_w

Schwer zu sagen, aber die rote Rampe setzt einen feinen Akzent. Hier wäre der Originalcrop mein klarer Favorit.

Im Interview bei Fabian Wüst vom Spiegelreflexkamera Portal

Manchmal hält das Leben schöne Überraschungen bereit. Ich wusste z. B. nicht, dass ich einen Namensvetter habe, der auch als Fotograf und Videoproduzent tätig ist. Umso mehr hat es mich gefreut, als mich vergangenen Woche eine Interviewanfrage von Fabian Wüst erreichte. Fabian betreibt u. a. auch das Spiegelreflexkamera Portal.

Im Interview geht es um Schweden, Kameratechnik und mein jüngstes Projekt "The city never sleeps".

Genug der Vorrede: Hier geht es zum Interview auf dem Spiegelreflexkamera Portal

Bye Bye DSLR...

Rückblick: Die zurückliegenden zehn Jahre habe ich mit dem klassischen "Backstein um den Hals", sprich einer DSLR (meist aus dem Hause Nikon) fotografiert. Die Bildqualität war gut und wurde von Gehäuse zu Gehäuse sogar immer besser. Das Handling war in Fleisch und Blut übergegangen. Aber irgendwann gab es einen Knacks.

Bestandsaufnahme: Die "Backsteine" haben mit der Zeit ihren eigenen Tribut gefordert. Nacken und Rücken haben sich aufgrund des Eigengewichtes der Apparate mehr und mehr gemeldet. Auch aufgrund der körperlichen Fehlhaltungen, die ein Fotograf mit dem Fotoapparat um den Hals einnimmt.

Bei Reportagen haben sich die abschreckend grossen Kameras zunehmend als störendes Hindernis und Barriere zu Menschen entwickelt. Meine Unzufriedenheit wuchs zunehmend.

Nach Jahren mit Nikon-DSLRs um den Hals kam gegen Mitte vergangenen Jahres der Wendepunkt. Der fotografische Drive liess nach, Aufträge wurden zur Belastung und die persönlichen Projekte lagen darnieder.

Lag es vielleicht am zunehmenden Alter, oder etwa doch am verwendeten Werkzeug?

Seit geraumer Zeit hatte ich den Trend zu kompakten Kameras, insb. M4/3 (Micro-Four-Thirds), mit einem kritischen Blick auf die Qualität und das Handling verfolgt. Der Gewichtsunterschied im Vergleich zu den "Backsteinen" war schon beträchtlich und die Qualität in 90% der Einsatzfelder absolut zufriedenstellend.

Und - mal Hand aufs Herz - wer braucht denn bei Reportagen wirklich die 36MP einer D800, die einem eigentlich nur die Festplatte verstopfen und den Workflow ausbremsen? Bei Reportagen für die Tageszeitung reichen bereits 6MP für eine Vollseite, und für Zeitschriften und Broschüren tun es 12MP allemal. Zunehmend gibt es auch Aufträge und Projekte bei denen Print überhaupt nicht mehr im Fokus steht, sondern es nur noch um Bilder fürs WWW geht. Theoretisch wäre da viel schon mit einem aktuellen Mobiltelefon machbar. 

Lösung: Gesagt, getan.

Vor einigen Monaten gab es im Kamerabestand einige Veränderungen. Nikons mussten gehen und Olympus und Lumix hielten Einzug. Bislang habe ich es nicht bereut (im Gegenteil), und die Freude an der Arbeit ist zurück gekehrt. Nacken und Wirbelsäule haben sich entspannt. Sehr praktisch ist auch, dass sich die Grösse des Packvolumens deutlich verringert hat. Von Kundenseite kamen übrigens keinerlei Anmerkungen in Sachen Bildqualität. Eher hier und dort Freude über Bilder im 4:3 Format, die sich oft besser eignen als das alte 3:2 Format.

Rein psychologisch hat es sich am Anfang bisweilen etwas komisch angefühlt, mit den relativ "winzigen" Kameras vor Ort zu erscheinen. Dezente Rückfragen haben aber ergeben, dass Kunden sich daran überhaupt nicht stören. Wichtig ist dem Kunden nämlich im Wesentlichen das Ergebnis.

Was bei vielen Fotografen mit denen ich gesprochen habe ein Hindernis für den Umstieg zu sein scheint, ist die Macht der Gewohnheit. Neues System bedeutet Umgewöhnung. Das braucht Zeit. Und Bedienungsfehler in der Eile kommen gar nicht gut. Etwas Zeit für den Umstieg sollte also einkalkuliert werden. Und gleich ein einmaliges Ereignis - z. B. eine Hochzeit - mit einem neuen System zu fotografieren, halte ich für gar keine gute Idee. 

Bei mir hat es drei bis vier Monate gedauert, bis Bedienung und Handling "geflutscht" haben.

Ein Wermutstropfen sind die Sucher bei M4/3. Die elektronischen Sucher sind für meinen Geschmack nicht das Gelbe vom Ei und die optischen Sucher sind - im Vergleich zu den DSLRs - deutlich düsterer. Auf der anderen Seite bin ich am experimentieren, das Display als Vorschau zu verwenden. Gerade unübliche Perspektiven werden dadurch mitunter sehr vereinfacht. Bei Reportagen ergibt sich ein weiterer Vorteil: es sieht nicht gleich so "professionell" aus, was die Menschen im Bild oft entkrampft.

Habe ich alle DSLRs endgültig ausrangiert? Nein, (noch) nicht alle. Manchmal sind sie noch gefordert. Aber immer seltener (2015 z. B. bislang noch gar nicht). 

Ausblick: Die technische Entwicklung hat die kleineren Kamerasysteme - allen voran M4/3 - mit den klassischen DSLRs gleichziehen lassen, jedenfalls in den Bereichen, in denen wir fotografisch unterwegs sind. Wer gerne wandfüllende Landschaften drucken möchte, wird ohnehin im Mittelformat beheimatet sein. Die Tage der DSLRs sind jedenfalls mittelfristig passé.

Frau Lapplandblog dazu:

"Frau, halt mal". Schwups hatte ich Herrn Lapplandblogs neue Errungenschaft in der Hand. 

Im Gegensatz zu meinem "uralten Knochen", einer Nikon D70, ein Federleichtgewicht zwischen meinen Fingern. Ein Nichts. Seine Neue nimmt auf meiner Handinnenfläche ihren Platz ein. Der Arm wird durch das Eigengewicht nicht gen Fussboden nach unten gezogen. Die Fingermuskulatur nicht beansprucht, weil sie nichts festhalten muss.

"Mann? Wie ist das eigentlich mit Objektiven? Kann ich da auch nah und fern knispeln?" 

Herr Lapplandblog nimmt mir die Lumix aus der Hand, stellt sie auf "on" und gibt sie mir wieder zurück. Er erklärt mir, dass es unterschiedliche Objekte gibt, dreht am vorhandenen Objekt, lässt mich durch das Display schauen. Das Sofa, das wir anfokussieren, ist jetzt nahe. Er stellt das Objektiv erneut ein und unser Sofa ist weiter weg. 

"Interessant." Denke ich mir und lese seinen Blogbeitrag über seine Neue Korrektur. Bei seinem letzten Satz gibt es von mir aber Protest!

"Du willst komplett umsteigen?" Aus der Küche kam ein kräftiges "ja" zurück.

"Und mit dem kleinen Apparat kannst du so Bilder machen, wie vorher? Auch für die Arbeit?"

Wieder kam ein aussagekräftiges "ja" ins Zimmer zu mir herüber gewabert. 

"Für dich mag das stimmen, dass du deine "Alten" in Rente schickst. Ich aber knisple nicht wie ein Touri der hier in schwedisch Lappland auf Elchjagd geht. Ich brauche etwas in der Hand." 

Herr Lapplandblog's Kopf schaut um den Türrahmen herum in meine Richtung und wir beide verfallen in schallendes Gelächter.

"Nicht im Test" - eine neue Bilddatenbanksoftware für Mac OS X

Eigentlich, ja eigentlich wollte ich hier einen ausführlichen Testbericht einer neuen Fotodatenbanksoftware posten. Den Namen verschweige ich einstweilen da ich nicht weiss, worauf genau die sogleich zu schildernden Probleme beruhen.

Bislang tut hier als Bilddatenbanksoftware immer noch das gute alte iView Media Pro 3 seinen Dienst. Das hat zwar schon etliche Jahre auf dem Buckel, läuft aber wie das sprichwörtliche Schweizer Uhrwerk. Der Haken an der Geschichte ist, dass die Software noch aus der PowerPC-Zeit stammt und die letzte OSX-Version unter der diese Softwarearchitektur noch - unter Rosetta emuliert - läuft, ist 10.6.8. Und das ist ja mittlerweile auch nicht mehr ganz taufrisch (10.6 - alias "Snow Leopard" wurde 2009 vorgestellt und 2011 von 10.7 abgelöst). Mit dem zunehmendem Alter der eingesetzten Maschinen läuft die Lebensuhr von iView Media Pro 3 also ab.

Eine neue Software muss also her. Die ins Auge gefasste neue Software fällt durch ihre ausgesprochene Schlankheit auf. Die Installation geht schnell vonstatten und die Software macht auch einen gut durchdachten Eindruck. Also an den Test: Import eines Teils aus dem Bildbestand, ungefähr 250.000 Dateien. Nachdem nach vier Tagen immer noch kein weiterer Fortschritt beim Import zu verzeichnen ist, breche ich den Vorgang ab. Auch der Versuch mit 70.000 Bildern führt zu demselben Ergebnis. Mein Zutrauen in den Testkandidaten verflüchtigt sich zusehends. Mit einigen wenigen Bildern (100-500 Stück) klappt der Import. Aber das kann ja so nicht gemeint sein, denn im digitalen Zeitalter sammeln sich schnell mehrere hunderttausend Bilder an. Der Test wird an dieser Stelle also abgebrochen. Der Hersteller ist informiert. Vielleicht klappt es ja nach einem Update...

Foto-Futter: Gabi Ben-Avraham

Das Foto-Futter heute zum Thema Inspiration.

Gabi Ben-Avraham (Gabi steht für Gavriel) stammt aus Tel Aviv und betreibt die Fotografie als Ausgleich für die Seele. Im "normalen" Berufsleben ist er für eine IT-Firma tätig. Nach einer über zwanzigjährigen Pause har er vor zwei Jahren wieder angefangen zu fotografieren, nachdem er eine Digitalkamera geschenkt bekam. Die Geschichte klingt unspektakulär, aber seine Bilder sind alles andere als das.

Beeindruckende und inspirierende Bilder im zeitgemäss fortgeschriebenen Stil der alten Street-Photography Meister. Besonders gefallen uns seine in schwarz-weiss gehaltenen Serien. Er gibt mit seinen Bildern tiefe Einblicke in das tägliche Leben in Tel Aviv, die zum Verweilen einladen.

Auch alle, die in Sachen Reportage und Fotojournalismus unterwegs sind, können hier etwas lernen. Prädikat: sehr empfehlenswert!

Unbedingt reinschauen und geniessen: Gabi Ben-Avraham

Foto-Futter: Gabi Ben-Avraham


PS: ...und wenn sogar Frau Lapplandblog begeistert ist, dann will das etwas heissen...

The city never sleeps - ein persönliches Projekt

Heute ein Beitrag der sich nicht unmittelbar den arktischen Regionen Schwedens, sondern der bezaubernden Hauptstadt Stockholm widmet. Meine ganz persönliche Hommage an diese liebenswerte Stadt.

Stockholm, die Hauptstadt Schwedens, hat mich schon immer fasziniert. Einerseits eine pulsierende Weltstadt, andererseits ist da dieser besondere Charme, der Stockholm auszeichnet. Die schwedische "Lugn och ro" (lässt sich hier am besten mit "Ruhe und Beschaulichkeit" übersetzen) durchsäuern das ansonsten hektische Leben und geben der Stadt die besondere und liebenswerte Atmosphäre.

Über die vergangenen sechs Monate war ich immer wieder in Stockholm, um diese spezielle Stimmung der Stadt einzufangen. Und so ist im Rahmen dieses Projektes, das ich auf den Namen "The city never sleeps" getauft habe, eine Bilderserie in klassischem schwarz/weiss entstanden, die ich ich vor einigen Tagen veröffentlicht habe (Link).

Stockholm - “The city never sleeps“ - In the shadows
“The city never sleeps“ - In the shadows

Mehr Bilder? Aber ja doch! Auf Instagram.

Verschiedene Leserinnen und Leser haben nach mehr Bildern nachgefragt. Kein Problem.

Auf Instagram gibt es mehr Bilder aus dem laufenden Alltag in Schweden und Lappland.

Auch viele Outtakes aus neuen Serien und Projekten sind dort zu sehen.

Weihnachten und ein Rückblick auf das Jahr 2014

Das Jahr neigt sich wieder seinem Ende zu. Zeit für einen Rückblick.

Wetter

Der Winter hat sich von Oktober bis kurz vor Weihnachten recht lustlos dahin geschleppt. Bislang liegt - im Jahresvergleich - noch sehr wenig Schnee (so um die 40 cm) und die Temperaturen haben sich moderat gehalten. Pünktlich zu Weihnachten aber ist das Thermometer nach unten gestürzt und hat am Heiligen Abend die minus 30 touchiert. So soll es auch die kommenden Tage noch bleiben.
Im Gegensatz zu vielen mitteleuropäischen Wintersportgebieten darf Lappland aber dennoch bis auf weiteres als „schneesicher“ bezeichnet werden. Die amtliche Definition von „schneesicher“ lautet schliesslich:

„Standorte werden als schneesicher bezeichnet, wenn zwischen dem 16. Dezember und dem 15. April an mindestens 100 Tagen eine Schneedecke von mindestens 30 cm (Ski alpin) oder 15 cm (Ski nordisch) liegt.“

Das ist in unseren Regionen locker der Fall.


Weihnachten - Heiligabend

Wie üblich ist es zu Weihnachten sehr ruhig in Lappland. Ein Spaziergang durch die geradezu mystische Stille am Heiligabend ist Balsam für die Seele. Stundenlang war kein Auto auf den Strassen zu erspähen, bis gegen 20 Uhr kurzzeitig hektischer Verkehr einsetzte. „Familienwechsel“, oder besser gesagt „Wechsel der sozialen Wohngemeinschaft“ ist der Grund dafür. Bei den recht offenen Beziehungsverhältnissen in Schweden, bei denen mehrere „Särkullbarn“, d.h. Kinder, die nicht aus der aktuellen Lebensabschnittspartnerschaft entstammen die Regel sind, müssen eben viele Besuche gemacht werden, um alle Geschenke erfolgreich auszutauschen. Nicht gerade umweltfreundlich und offenbar sehr stressig, wie an der Durchschnittsgeschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer abzulesen war. Die hiesige Polizei hat für den Weihnachtsabend sogar eigens eine Warnung wegen der zur Zeit auf Wanderung in Richtung der wärmeren Küste befindlichen Elche heraus gegeben. Weihnachtsstress auf schwedisch. A propos: „Särkullbarn“ heisst übrigens - direkt übersetzt - „Kinder aus einem besonderen Wurf“. Man darf sich wundern.


Arktischer Winter und arktische Sonne

Habe ich eigentlich schon hinreichend über den arktischen Winter geschwärmt? Ich sage nur: Das Farbenspiel. Rot verwandelt sich in einen kühl-zarten Rosaton und das tiefe Himmelblau wird zu einem eisig-frostigen Stahlblau. Farbextreme, die im Auge des Betrachters äusserst gefällig sind. Und erst die Landschaft: Vom Wind kilometerlang glatt gezogene Schneeflächen, die von nur einigen Sträuchern und Bäumen unterbrochen sind. Ein wahrer Traum, ganz nach meinem Geschmack, und ein Paradies für Landschaftsfotografen. Für alle Nachahmer sei an dieser Stelle zur Sicherheit nochmals auf den einschlägigen Blogbeitrag „Im Griff der Kälte - Fünf Listen mit Tipps für Leben, Arbeit und Fotografie im Winter“ verwiesen.


Stichwort Auswandern

Der Boom ist ungebrochen. Nach wie vor wandern sehr viele Deutsche nach Nordschweden aus. Vielleicht denkt ja auch der ein oder andere Leser, oder die ein oder andere Leserin über die ruhigeren Tage am Jahresende darüber nach. Ein kleiner Hinweis sei daher an dieser Stelle erlaubt. Es gibt ein weises schwedisches Sprichwort das besagt: Jobs wachsen nicht auf den Bäumen. Als Grundregel gilt das umso mehr, je weiter nördlich man aufzuschlagen gedenkt. Leider haben wir im Laufe auch dieses Jahres wieder viel zu viele Auswanderergeschichten hören müssen, die letztlich an der Schaffung einer Einnahmequelle gescheitert sind. Also liebe potentielle Auswanderer: Plant und recherchiert gut (und lasst Euch am besten auch qualifiziert beraten), damit Euch eine Auswanderungskatastrophe erspart bleibt.

Soweit ein kleiner, weihnachtlicher Rückblick auf 2014. Den Ausblick auf das Jahr 2015 mit einem spannenden Langzeitprojekt gibt es in einigen Tagen.

Arktischer Winter in Lappland
Arktischer Winter - ein Traum für Fotografen
(Hinweis: Bild „out of cam“)

Everyday Differences - Travel-Photography einmal anders. Ein Gastbeitrag von Friederike Lorenz

Vorwort: Das grosse WWW hat mich kürzlich zu einem faszinierenden Projekt geführt, das Travel und Fotografie verbindet: Everyday Differences. Deswegen kommt heute hier Friederike Lorenz, eine der Mitbegründerinnen des Projektes, zu Wort.

Everyday Differences

Design, Fotografie und Reisen, beziehungsweise der Aufenthalt in einem anderen Land, wie kann man das nicht lieben? Neues entdecken. Bekanntes wieder erkennen. Erinnerungen sammeln. Und diese mit anderen Menschen teilen. Ist das nicht immer wieder spannend?

Wenn man in einem fremden Land ankommt, zieht man automatisch Vergleiche mit der Heimat. "Oh, schau, die roten Holzhäuser - so was gibt es bei uns nicht" oder "die Taxi-Autos sehen hier ganz anders aus als Zuhause!" oder "Ich habe die Milch im Supermarkt erst gar nicht gefunden - die Verpackung ist ganz anders". Das sind Sätze, die man im Ausland vielleicht schon einmal gesagt hat. Bei interessierten Fotografen und Hobbyknipsern wird dann schnell die Kamera gezückt und der Unterschied im Alltäglichen eingefangen.

Für diese Fotos entsteht eine neue Plattform und Community: "Everyday Differences".

Hier kann jeder angemeldete User Fotos von Dingen seines Alltags hochladen, oder Dinge, die ihm auf seiner Reise aufgefallen sind. Wenn viele mitmachen können bald mit einem Klick zum Beispiel Polizeiautos, Briefkästen, Ampelmännchen, Straßenschilder weltweit miteinander gegenübergestellt werden, oder der visuelle Alltag eines Landes entdeckt werden.

Eine völlig neue Art zu entdecken, zu reisen und zu recherchieren oder seine Fotos der Welt zu zeigen. Wie sehen Straßenlaternen in China aus? Oder die Post auf den Malediven? Henning zeigt uns auf diesem Blog schon vieles aus dem Alltag aus Lappland. Es wird spannend sein, seine Alltagsgegenstände und Erlebnisse mit vielen anderen aus der ganzen Welt zu vergleichen.

Auf der Seite von Everyday Differences können die Bilder auf der Plattform nach Ländern sortiert werden, oder nach Kategorien (z.B. "Briefkästen"). Man kann sich auch eine Übersicht auf einer Karte anzeigen lassen. Es kann von der Community auf Feedback zu interessanten Bildern durch Kommentare und Favoriten ausgedrückt werden.

Die Plattform richtet sich an alle, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Die Spaß an Design und den visuellen Unterschieden haben. Die gerne Fotografieren und sich Fotos ansehen. Für die das Alltägliche nicht gleich langweilig sein muss. Die gerne reisen, entdecken und stöbern. Die sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kulturen freuen können.

Sind Sie so jemand? Finden Sie das Projekt so interessant wie wir? Dann helfen Sie uns, das Projekt zu realisieren. Hier geht's entlang! Lesen Sie noch mehr Informationen. Auch kleine Beiträge helfen. Ab 10,- € sind Sie dabei und für jeden Betrag gibt es eine tolle Revanche – wie das eben so ist beim Crowdfunding. 

Vielen Dank und viel Spaß beim Entdecken - Everyday Differences

Everyday Differences - Travel-Photography einmal anders
Z. B.: Alltagsgegenstand Briefkasten - eine grosse internationale Bandbreite

Stilfragen - Warum man auch "schlechte" Bilder archivieren sollte

Die aktuelle Anfrage eines Fotokunden soll Anlass sein, sich mit der Frage von "Bilderausschuss" zu beschäftigen.

Vergangene Woche meldete sich eine bekannte schwedische Autorin, die auf der Suche nach einem Bild für das Cover ihres demnächst erscheinenden neuen Buches ist. Sie hat genaue Vorstellungen und konnte das gesuchte Motiv und die Ausführung auch genau beschreiben. Sie war bislang aber nirgendwo fündig geworden. Es geht um ein sehr mystisches und unklares Bild, das keiner der üblichen Kategorien entspricht. Oder, rein fotografisch gesprochen, um ein Bild, das normalerweise direkt nach der ersten Sichtung in die virtuelle Tonne gewandert wäre.

Das gesuchte Motiv ist zudem auch noch unüblich und selten. Via Google hatte sie ein Bild, das "in die richtige Richtung" geht hier in einem sehr alten Blogeintrag gefunden (was - nebenbei bemerkt - durchaus erstaunlich ist). Natürlich war die im Blog gezeigte Version von der fotografischen Umsetzung gut. Sie wollte aber eine bewusst "unsaubere", "unscharfe" und - nach Mainstream-Massstäben - "schlechte" Version.

Und damit sind wir mitten im Thema:

Oft wird Fotografinnen und Fotografen empfohlen, nur die "Keeper", d.h. die besten Bilder - einerlei ob Einzelaufnahmen oder aus Serien - zu archivieren, und ansonsten erbarmungslos weg zu werfen. Es gibt auch gute Gründe für diese Argumentation. Zwar sind die Kosten für Speichermedien heutzutage beinahe vernachlässigbar geworden, aber die Katalogisierung und Verschlagwortung stellen doch einen nicht unerheblichen Aufwand dar.

Trotzdem bin ich - was den "Ausschuss" betrifft - anderer Meinung als der Mainstream. Das Problem liegt doch darin, die Kriterien für Ausschussbilder festzulegen. Denn welche Bilder ein Kunde in der Zukunft vielleicht einmal brauchen wird, lässt sich im Vorhinein nicht sagen.

Daher ermutige ich dazu, auch "ungelungene" Bilder ins Archiv zu nehmen. Vielleicht nicht alle Aufnahmen aus einer missglückten oder misslungenen Serie, aber jedenfalls einige. Der schöne Nebeneffekt davon ist auch, aus den im Archiv dokumentierten Fehlern lernen zu können.

Das führt auch gleich zum nächsten Punkt. Es wird in der Regel auch allgemein geraten, nur die besten Bilder zu zeigen und zu veröffentlichen. Im Prinzip stimmt das ja, aber auch hier stellt sich die Frage nach den Kriterien. Welche sind die besten Bilder? Ich denke es geht darum, was den individuellen und persönlichen Stil am besten zum Ausdruck bringt. Und das können (müssen?) dann durchaus auch Bilder sein, die nach der Meinung des fotografischen Mainstreams zu einem gewissen Zeitpunkt eben als "schlecht" gelten. Das ist ein Grundprinzip des Fortschritts, denn ansonsten würden wir immer nur auf der Stelle treten.

Zurück zum Bild für das Buchcover. Als kreativer „Jäger und Sammler" hatte ich auch einige - nach derzeitigen allgemeinen Massstäben - „missglückte“ Varianten aus der Bilderserie archiviert. Und darunter war auch genau das von der Kundin gesuchte Bild. Zeigen darf ich es hier im Zusammenhang leider nicht, aber das Buch wird Anfang 2015 erscheinen, und ich werde dann dezent darauf hinweisen.

Will ich meinen Namen als Fotograf mit diesem Bild in Verbindung gebracht haben? Selbstverständlich, denn es geht - wie gesagt - um den individuellen und persönlichen Stil!

Renmärkning - Erleben Sie einen Hauch von Wildwest in Lappland

Ende Juni erreicht uns gegen Mittag eine SMS. Heute abend sei der beste Zeitpunkt. Wir sollten uns ab ca. 19 Uhr bereit halten. Genauere Details würden folgen. Einige Minuten später dann eine weitere SMS, es geht um eine Reportage über das diesjährige Renmärkning. 

Auf der längeren Anfahrt zum Termin beschleicht mich - während Frau Lappland den Wagen im Tiefflug, aber dennoch sicher über ungeheuerlich-abenteuerliche Waldwege steuert, welche die Bezeichnung "Weg" eigentlich nicht mehr verdienen - ein Gefühl, das ich selten habe. Wenn wir hier irgendwo eine Panne haben, findet uns nie jemand. Schon allein deswegen, weil der aktuelle Standort beinahe unmöglich zu beschreiben wäre. Glücklicherweise sind wir im Konvoi unterwegs.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Renmärkning"? Wie der Name andeutet geht es um Rentiere. Viele Angehörige der Samen (der samischen Ursprungsbevölkerung in Lappland) gehen nach wie vor der traditionellen Rentierzucht nach. Die Rentiere leben den grössten Teil des Jahres in der freien Natur, gelten aber dennoch als zahme Tiere. 

Im späten Frühjahr werden die Kälbchen geboren. Da die Herden frei umherstreifen gibt es ein Problem: Die Zuordnung der Rentiere zu ihren Besitzern. Manche Rentiere tragen ein bestimmtes Halsband oder sind farblich markiert. Halsbänder können aber verloren gehen und die Farbe verschwindet aus dem Fell. Von Alters her gibt es deswegen eine spezielle Art der Markierung und wer zu schwache Nerven hat, sollte jetzt besser nicht weiterlesen. 

Die Tiere eines Besitzers werden jeweils mit einem speziellen Muster der sog. "Renmärke" gekennzeichnet. Das geschieht nach alter Weise durch ein "Schnittmuster" im Rand der Ohren. Die Kennzeichnung erstreckt sich auf beide Ohren und aus dem Gesamtmuster beider Ohren ergibt sich die Zuordnung zum Besitzer. Klingt kompliziert? Ist es für Aussenstehende auch. Der Aufbau der Markierungen folgt einer bestimmten Ordnung. Das jeweilige Sameby (entspricht der Verwaltungseinheit) und die Familienbezeichnung sind die Obermerkmale, die mit Untermerkmalen für den jeweiligen individuellen Besitzer ergänzt werden. Die samische Verwaltung ist modern und so gibt es eine Webseite (und auch eine Version für ältere Mobiltelefone mit einem SMS-Dienst), mit deren Hilfe die genauen Kennzeichnungen ermittelt werden können. 

Das Renmärkning ist ein grosses Ereignis, das üblicherweise um Midsommar herum stattfindet. Rentiere sind sehr schlau und haben einen guten Instinkt. Zu dieser Zeit sammeln sie sich von sich aus an bestimmten Plätzen. Der Herdenverband, der aus mehreren Hundert Rentieren bestehen kann, bietet einen grösseren Schutz gegen Raubtiere (z. B. Bären oder Wölfe). Nach aktuellen Schätzungen und Statistiken fallen ein Drittel der Rentiere jedes Jahr Raubtieren um Opfer, ein anderes Drittel kommt bei Verkehrsunfällen zu Tode. Die Rentierzucht ist ein hartes Gewerbe.

Der Schutzinstinkt der Rentiere hat eine weitere Folge: Die Sammelplätze sind meistens sehr abgelegen und nur schwer zu erreichen.

Ist die Zeit gekommen versammeln sich - meist mit extrem kurzer Ankündigungsfrist, denn die Rentiere bestimmen den Zeitplan - alle Familien, deren Rentiere vor Ort sind. Das Renmärkning beginnt. Wildwest-Romantik ist es für die Beteiligten allerdings nicht, sondern harte und vor allem sehr viel Arbeit. 

Frühmorgens werden die Tiere in einen oder mehrere Round-Pens mit einem Durchmesser von 100-300 Metern getrieben. Die Kälbchen folgen dicht ihren jeweiligen Müttern. Dann stellen sich mehrere Rentierhüter mit grossen Notizblöcken in die Herde und halten Ausschau nach ihnen bekannten Muttertieren. Ist ein Tier identifiziert eilt ein anderer Helfer mit einer Fangschlinge zur Stelle. Die Fallschlinge ist an einer grossen ausziehbaren Stange befestigt.

Sehr behutsam wird das Kälbchen nun eingefangen, was oft nicht beim ersten Versuch gelingt. Tritt das Kälbchen in die Schlinge, zieht der Helfer an der Stange und die Schlinge um einen der Hinterläufe zieht sich zu. Der Helfer zieht weiter und geht gleichzeitig auf das Kälbchen zu, das dann meist schon am Boden liegt. Beinahe liebevoll setzt sich der Helfer auf den Rücken des jungen Rentieres und fixiert dessen Hinterläufe mit seinen Beinen. Dann eilt der Besitzer herbei, zückt sein traditionelles Messer, und schneidet die Kennzeichnung in die Ohren. Der ganze Vorgang dauert nicht länger als zwei, drei Minuten und geht mit einer unbeschreiblichen Ruhe vonstatten, um das Tier keinen unnötigen Belastungen und keinem Stress auszusetzen. Bei mehreren Hunderten von Tieren dauert das ganze Märkning mitunter einen Tag, oder gar länger. Die Helfer aus den einzelnen Familien wechseln sich ab und wer gerade frei hat, grillt etwas oder macht ein Nickerchen. Damit wird das Renmärkning auch zum sozialen Ereignis und zur Kommunikationsplattform. 

Alle Beteiligten sind dankbar, wenn das Wetter mitspielt. Mitunter regnet es in Strömen, was die Arbeit nur noch härter und beschwerlicher macht. Wir hatten Glück: Mildes Wetter, kein Regen und vor allem keine Mückeninvasion.

"Das Renmärkning ist für uns das, was Erntedank für die Landwirte ist", erklärt der Vorsitzende des Samebys. "Hier dürfen wir die Früchte unserer Arbeit sehen".

Am Rande: Es ist äusserst unhöflich, ja geradezu unanständig, einen Rentierzüchter danach zu fragen, wieviele Rentiere er denn besitzt. Die Frage gleicht der Frage, wieviel Geld sich gerade auf dem Bankkonto befindet. Deswegen fragen Sie bitte erst gar nicht, und ersparen Sie sich Peinlichkeiten.

Eine Sache fällt uns auf. Das Alter der Anwesenden ist bunt gemischt, Jung und Alt helfen mit, essen gemeinsam und unterhalten sich. Die Teenager fallen aus dem Raster der Gleichaltrigen. Nur zwei konnten wir erspähen, die während der Arbeitspausen mit einem Smartphone hantierten. Wobei einer dieser Teens höchstwahrscheinlich über beide Ohren verliebt war und mit seiner Liebsten eine Reihe von SMS verschickte.

Die übrigen nehmen "völlig normal" und mit voller Aufmerksamkeit am sozialen Leben der Gruppe teil. Die Naturverbundenheit scheint gegen die technische Reizüberflutung zu helfen.

Rein fotografisch ist das Renmärkning beeindruckend. In freier Wildbahn haben Rentiere eine Fluchtdistanz von etwa 10 Metern. Beim Renmärkning ergibt sich aber die Chance auf Tuchfühlung (besser: Fellfühlung) zu gehen. Und inmitten hunderter Rentiere mit der Kamera auf dem Boden zu liegen ist ein neues Erlebnis, zudem eines das Material und Kleidung fordert.  

Zwei Stunden später verlassen wir den Sammelplatz der Rentiere und das Renmärkning wieder, wissend, dass die harte Arbeit dort noch mehrere Stunden weiter gehen wird. Die Bilder für die Reportage sind im Kasten. Der Heimweg - diesmal ohne Konvoi, aber dank Frau Lapplandblog ohne Zwischenfälle - führt uns gegen Mitternacht an traumhaften und bezaubernden Landschaften vorbei. 

Wir haben die Freigabe, einige Begleitbilder der Reportage hier in einer Bilderstrecke zu zeigen:

-> Zur Bilderstrecke: Renmärkning 2014

Renmärkning
Renmärkning

Fototipp: Photo Ninja mit Unterstützung für Kameras von Fujifilm

Seit dem letzten Bericht über Photo Ninja - vor etwa einem Jahr - hat sich wieder viel getan. Die Versionsuhr steht mittlerweile auf 1.2.2 (mit einer 1.2.3 Beta, dazu sogleich mehr).

Was hat sich getan? 

- Eine Vielzahl neuer Kameras sind dazu gekommen. Darunter auch die aktuellen Modelle von Fujifilm. Und in der 1.2.3 Beta wird nun auch die Highlight Recovery für X-Trans Sensoren unterstützt. Da wir keine Fuji im Hause habe, können wir aus eigener Anschauung dazu nichts berichten. Das Feedback, das wir von Fuji-Anwendern bekommen, ist aber durchweg positiv. 

- "Unter der Haube" wurde viel optimiert, was vor allem auch der Geschwindigkeit zugute gekommen ist. Das Arbeiten geht - auf einem zeitgemässen Computer - jetzt richtig flüssig vonstatten. Probleme mit Abstürzen haben wir selbst nur einige Male auf dem PC (jedoch nicht auf dem Mac) erlebt. Hersteller Picturecode gibt jedenfalls an, das Programm sei noch stabiler geworden. Nachdem wir im Haus wieder auf eine reine Mac-Umgebung umgestiegen sind, haben wir aber keine Lust einen PC aus der Mottenkiste zu holen, um das zu testen. 

- Zahlreiche Detailverbesserungen.

Wer eine genaue Übersicht über die Evolution der Software haben möchte, sei auf das Change Log verwiesen.

Was ist unser Urteil nach eineinhalb Jahren Photo Ninja? 

Wir sind immer noch begeistert von der Bildqualität und dem "Look" (RAW-Converter sind ja immer auch eine Frage des persönlichen Geschmacks).

Wer einen RAW-Converter der Spitzenklasse sucht, dem sei Photo Ninja nochmals ausdrücklich ans Herz gelegt. 

Photo Ninja 1.2.2a

Limited edition print collection

Limited edition print collection

Now available: Limited edition print collection

Jetzt erhältlich: Limited edition print collection


"The Visual Toolbox" von David DuChemin - Das perfekte fotografische Weihnachtsgeschenk

Was, liebe Leserin, lieber Leser, können Sie fotografiebegeisterten Menschen zu Weihnachten schenken?

Eine gute Frage. Mit den Fotografiebegeisterten ist das ja bekanntlich so eine Sache. Denn bei ihnen schlägt das berühmt-berüchtigte "Gear Acquisition Syndrome (GAS)" gerne, häufig und heftig zu. Besonders gerne zu Weihnachten. Die Begehrlichkeiten sind oft gross.

Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sollten dem entschieden und energisch entgegen treten.  Schenken Sie statt - im Zweifel ohnehin unnötiger - Ausrüstung und Zubehör lieber fotografisches Know-How. Womit wir beim Thema wären.

In der fotografischen Know-How-Schmiede Craft & Vision ist kürzlich ein neues Buch von David DuChemin erschienen. 

"The Visual Toolbox" ist ein ausführlicher fotografischer Werkzeugkasten, bzw. Workshop, der aus 50 Lektionen besteht. Auf 200 Seiten führt David den wissbegierigen Leser von "Read Your Manual" über "Learn To Isolate" bis hin zu "Study The Masters". 

Der Clou ist nicht nur das profunde Wissen, sondern auch der wunderbar flüssige Stil von David. Seine Ausführungen sind prägnant auf den Punkt gebracht und wirken manchmal beinahe schlicht und pragmatisch. Aber sie haben es in sich. Das merkt der Leser spätestens bei den am Ende jeder Lektion enthaltenen Übungsaufgaben. 

Lektion 34 dreht sich zum Beispiel darum, abzuwarten. Das klingt einfach. Ebenso wie die zugehörige "Hausaufgabe". Eine ganz andere Sache ist es aber, sich eine landschaftlich reizvolle Stelle als Motiv zu suchen, lange und geduldig auf den passenden Vordergrund (z. B. ein Tier) zu warten und während dessen alle denkbaren und möglichen Gestaltungsoptionen zu durchdenken. 

Fazit: Wer das Buch Lektion für Lektion mit allen Übungsaufgaben tatsächlich durcharbeitet, wird einen grossen Gewinn aus ihm ziehen können.

Hinzu kommt: Arbeitet der mit dem Buch Beschenkte das Werk ernsthaft durch, hat er mehrere Monate Freude an seinem Weihnachtsgeschenk und einen gewaltigen Know-How-Zuwachs. Er (oder sie) wird ihnen dann dankbar sein.   

Der Preis von 20 USD für die PDF-Ausgabe ist günstig und der edle Schenker kann zudem einfach und bequem von zu Hause aus einkaufen.  

Mein Fazit: Ein perfektes Geschenk für alle Fotografiebegeisterten. Deutlich besser als einige weitere fotografische Staubfänger im fotografischen Equipment-Glasschrank. 

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Rezension: The Visual Toolbox von David DuChemin - Das perfekte fotogafische Weihnachtsgeschenk

Im Test „Perfectly Clear“ von Athentech – Schlussfolgerungen aus dem "JPEG-Modus"

Wie bereits erwähnt, sah unser fotografischer Sommer anders aus, als erwartet.

Diesen Sommer waren wir in der Hauptsache für – meist schwedische – Zeitungen unterwegs. Sehr spannend – und zugleich mitunter stressig. Die zeitlichen Vorgaben für die Ablieferung der Files waren i. d. R. sehr eng, was zum „JPEG-Modus“ („schneller Reportagemodus“) geführt hat. Und zu einer weiteren Frage: Wieviel Bildretusche ist erlaubt?

Von Zeitung zu Zeitung unterscheidet sich das zwar im Detail, aber wir folgen im Zweifel der Faustformal: Nur das ist erlaubt, was auch in der Dunkelkammer mit einfachen Mitteln hätte gemacht werden können. Das bedeutet:

- Keine Veränderungen von Details;
- Zulässig sind Veränderungen von Helligkeit, Kontrasten oder Farben;
- Zulässig ist massvolles Dodge und Burn.

Was darüber hinaus geht, muss im Einzelfall mit der jeweiligen Bildredaktion abgestimmt und als Montage oder Retusche gekennzeichnet werden (ob die Redaktion das bei der Veröffentlichung dann ebenfalls angibt, ist deren Problem).

Der Zeitdruck vor Ort führt manchmal dazu, dass Belichtung oder Weissabgleich nicht so perfekt sind, wie bei einem geplanten Fototermin im Tourismus. Und meistens gibt es eben auch nur „einen Take“.

Das zusammengenommen hat uns vor die Frage nach einem guten, einfachen und schnell einzusetzenden Tool für die reine JPEG-Nachbearbeitung geführt. Ein Photoshop-Plugin sollte es sein. Auf dem Markt tummeln sich verschiedene Lösungen. Nach einer Recherche sind wir auf Perfectly Clear von Athentech aufmerksam geworden.

Als frühere Bibble-Anwender waren uns das Produkt und die Technologie bekannt. Im alten Bibble 5 hatte die vereinfachte Version von Perfectly Clear bisweilen gute Dienste geleistet (und im Nachfolger AfterShot Pro ist es ebenfalls noch enthalten). Manchmal waren die Resultate aber auch weniger berauschend. Die Zeit von Bibble ist aber nun schon einige Jahre her, und Athentech hat das Plugin in der Zwischenzeit weiter entwickelt.

Gesagt, getan. Nachdem es von Perfectly Clear auch eine App fürs iPhone gibt, haben wir zunächst in diese investiert, um uns einen ersten Eindruck von der weiter entwickelten Technologie zu verschaffen. Der spontane Eindruck war recht positiv, also war der Test des Photoshop-Plugins die logische Schlussfolgerung.


Verkleinertes Originalbild „out of the cam (OOC)“

Das hier zur Veranschaulichung verwendete Bild ist zugegebenermassen extrem: Ein Foodfoto, aufgenommen unter grauenhaftem und dunklem Licht mit der guten alten Nikon D200 (die "Rausch- und Farbstichkönigin" war hier als Reservebody mit im Koffer) bei 1/60, f4, ISO 900. Das Bild stammt aus einer Reportage über ein neues Restaurant und sollte halbseitig in der Zeitung erscheinen. Out of the cam ist es - sagen wir es positiv - nur als "ausbaufähig" zu bezeichnen.


Perfectly Clear kommt aufgeräumt und übersichtlich daher

Die Korrektureinstellungen von Perfectly Clear sind übersichtlich und oft liefert bereits die Standardvorgabe schnell brauchbare Ergebnisse. Bei unserem Testbild allerdings hilft die Standardvorgabe nicht weiter. Wegen der extremen Farbabweichung haben wir die Voreinstellung "Farbstich entfernen" zur automatischen Korrektur des Weissabgleiches ausgewählt. Im Prinzip wäre das auch manuell über den Regler "Farbkorrektur" zu machen gewesen. Aber unter Zeitdruck ist die Vorgabe die erste und schnelle Auswahl. Ansonsten sind im ersten Schritt alle Einstellungen auf Vorgabe. Dem Finetuning sind allerdings keine Grenzen gesetzt.


Hier mit Korrektur am Weissabgleich und Rauschunterdrückung

Nun zeichnet sich der bewährte Kamera-Oldtimer aus dem Hause Nikon nach heutigen Massstäben durch heftiges Rauschen aus. Bei ISO 900 ist ein OOC Bild bereits deutlich über der kritischen Grenze (die bei der Verwendung für Zeitungs-Print - je nach Einsatzbereich - irgendwo zwischen 400 und 800 liegt).


100% Crop aus dem OOC

Deswegen haben wir im zweiten Take einfach die Rauschunterdrückung mit der Vorgabe "Night Scene" verwendet und das Ergebnis ist brauchbar.


100% Crop aus dem mit Perfectly Clear bearbeiteten Bild
Gesamtbearbeitungsdauer: 15 Sekunden!


Die im Schnellverfahren korrigierte Version wurde so auch gedruckt

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Blickwinkel dieser Besprechung ist die möglichst schnelle und geschmeidige Bearbeitung vieler Bilder mit brauchbaren Ergebnissen für die Publikation in Tageszeitungen. Es steht völlig ausser Frage, dass mit manueller Detailarbeit und einzelnen Spezialplugins viel bessere Ergebnisse erzielt werden können. Aber darum geht es hier nicht.

Fazit: Für den zeitkritischen „JPEG-Modus“ ist Perfectly Clear von Athentech unser neues Tool der Wahl. Und auch ausserhalb dieses Anwendungsbereiches ist das Plugin eine wertvolle Hilfe, um Bildern einen schnellen "Punch" zu geben.

Unser Tipp: Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, kann beim Hersteller Athentech eine 30-Tage-Demoversion downloaden.

Fototipp des Monats: Timothy Archibald

Wer sich für empathische Portraitfotografie erster Güte begeistern kann, wird bei Timothy Archibald fündig werden.
 
Besonderer Geheimtipp ist seine Serie "echolilia".

"Infinity" und ein Rückblick auf den Sommer in Lappland

Rückblick? Auf den Sommer? Ja. Wie im letzten Blogeintrag schon kurz erwähnt, hat der Herbst am Polarkreis Einzug gehalten. Blätterbüschel in schillernden Farben schmücken die Bäume und wirbeln durch die Luft. Der Wind hat sich vor einigen Tagen schlagartig verändert, ist jetzt durchdringend und kalt. Die Fleecejacke kommt wieder zum Einsatz. Diese abrupten Jahreszeitenwechsel sind ein Merkmal des polaren Klimas.  

Also Blick zurück auf den Sommer. Der Sommer ist regelmässig umtriebig und quirlig. Zum Sommeranfang erwachen binnen Tagen nicht nur die Pflanzen- und Tierwelt, sondern auch die Menschen um uns herum zu neuem Leben. Der „Sommermodus“ wird eingeschaltet. Denn Menschen, Tiere und Pflanzen wissen – bewusst oder unbewusst -, dass die Sommersaison nur kurz ist im Vergleich zum langen, kalten und dunklen polaren Winter.

Und so war auch unser Sommer mit verschiedenen Grossprojekten angefüllt. Auf der fotografischen Seite waren wir diesen Sommer fast ausschliesslich für die Presse unterwegs. Ungewöhnlich, aber bereichernd. Der Terminkalender war gut gefüllt, und Reportageeinsätze machen einfach unglaublich viel Spass. Sie haben nur eine systembedingte Nebenwirkung: den allgegenwärtigen Termindruck.

Ich nenne das scherzhaft den fotografischen „JPEG-Modus“. Für Kunden im Tourismusbereich wird mit weniger Zeitdruck gearbeitet. Das heisst dann Aufnahmen in RAW mit teilweise recht umfangreicher Nachbearbeitung. Ganz anders bei Aufträgen von Zeitungen. Die Deadline für die Einlieferung der Bilder liegt bei zwei bis drei Stunden. Lebenslanges Lernen und kontinuierliche Verbesserungen sind angesagt, und die vielen Reportageeinsätze haben unseren Workflow an einigen Punkten in Frage gestellt um dann zu Verbesserungen zu führen. Dazu demnächst ein eigener Blogartikel.

In den nächsten Tagen werde ich in einer kleinen Serie einige der Reportagebilder zeigen, die uns selbst am besten gefallen haben. Dazu gibt es jeweils Hintergrundinfos zum Event, bzw. der Veranstaltung.

Die in vieler Munde befindliche „Work-Life-Balance“ ist gerade in der stressigeren Sommersaison wichtig. Deswegen planen wir uns immer auch feste Zeiten für persönliche Projekte ein. Aus einem dieser Projekte stammt auch das Bild unter dem Titel „Infinity“.

Wer sich in der Stimmung wieder findet: Das Bild gibt es übrigens auch als Print. Bei Interesse bitte Mail.


Infinity - Die Seele baumeln lassen
Die Seele baumeln lassen - Infinity am Polarkreis


Nicht nur Michael Kenna hat seinen Lieblingsbaum

Viele werden den Film "Hokkaido" über Michael Kennas Leidenschaft für einen bestimmten Baum in Japan gesehen haben.
 
Ich musste spontan an diesen Film denken, als ich vergangene Woche wieder einmal meinen eigenen, ganz persönlichen Lieblingsbaum in Lappland besucht habe.
 
Entdeckt hatte ich ihn vor etwa 6 Jahren, als ich auf der Suche nach ganz anderen Motiven war. Völlig spontan habe ich mich in ihn verliebt, wie er da so bezaubernd ausgerichtet im Wasser lag. Die Stelle ist abgelegen und schwer zugänglich. Lange Teile des Jahres ist er fast ganz vom Wasser bedeckt und damit unsichtbar. Im Winter ist er praktisch gänzlich unerreichbar (und liegt ohnehin unter ein bis zwei Meter Schnee).
 
Seit unserer ersten Begegnung habe ich ihn bestimmt schon ein dutzend mal besucht, und jedesmal habe ich eine neue interessante Perspektive gefunden. Die "Schokoladenperspektive" ist die hier gezeigte. Beim letzten Versuch habe ich mit verschiedenen Langzeitbelichtungen experimentiert. Nicht ganz einfach, denn um zu dem guten Stück zu gelangen durfte ich erst einmal einige Meter durchs Wasser waten, um mich dann am Wurzelwerk hochzuhangeln. Trotzdem ist es mit jedesmal den Besuch wert.


Mein Lieblingsbaum in Lappland

Tausche Olympus Pen-Mini (E-PM1) gegen Fuji X10 (oder X20)

Vergangenes Jahr im September hatte ich mir eine Olympus Pen-Mini (E-PM1) zugelegt. Das Pen-System mit Micro-4/3 liefert eine beeindruckende Bildqualität und ist zudem unglaublich handlich. Eines aber fehlt mir, um richtig warm zu werden: ein optischer Sucher. Schade, aber so ist es.

Deswegen lege ich die Kamera hiermit in den Ring:

Olympus E-PM1 (Pen-Mini), 14-42mm Objektiv, OVP, fast nie genutzt

im Tausch gegen

Fuji X10 oder X20.

Portfolio Relaunch

In eigener Sache: Sommerputz und Grossaufräumen auf der Haupt-Homepage.

„Relaunch“, wie das so schön heisst (und das sogar ganz ohne Beta-Phase):

Meine Fotografen Portfolio-Site erscheint wieder in neuem Glanz.






PS: Herzlichen Dank an die Nerven und für die Mithilfe der besten Ehefrau der Welt!

Deine Stimme zählt - Aktion der Fotocommunity: Welchen deutschsprachigen Blog zum Thema Fotografie haltet Ihr für den besten von allen?

Das Team der Fotocommunity hat mich am Wochenende über eine aktuelle Aktion informiert: Die Wahl des besten deutschsprachigen Blogs zum Thema Fotografie.

Ich weiss auch nicht genau warum, aber wir sind auch nominiert :)

Hier gibt es weitere Infos und die Möglichkeit mit abzustimmen.

Spannende Preise werden unter allen Teilnehmern bei der Abstimmung übrigens auch verlost. Und natürlich sind wir nicht böse, wenn jemand für uns abstimmen möchte.

Arctic summer Workshop – Fotoworkshop am Polarkreis in Lappland

Die arktische Region rund um den Polarkreis in Schwedisch-Lappland hat nicht nur im Winter fotografisch viel zu bieten. Viele fotografische Highlights und Herausforderungen verbergen sich gerade unter der – im Sommer nicht mehr vorhandenen - Schneedecke.

Deswegen werden wir in der Kalenderwoche 33 einen besonderen Fotoworkshop veranstalten.  

Die Programmübersicht:

Montag, 12.08. - Anreise und Begrüssung

Dienstag, 13.08. – Forgotten Places. Tauchen Sie ein in eine vergessene Welt. Fotografische Herausforderungen: Perspektive, Details und Dokumentation. Ausführliche Bildbesprechung.

Mittwoch, 14.08. – Morgen- und Abendlicht am Polarkreis. Fotografische Herausforderung: Wasser, Spiegelungen, Licht und Schatten. Ausführliche Bildbesprechungen.

Donnerstag, 15.08. – Reportage beim Besuch der schwedischen Königsfamilie in Lappland. Fotografische Herausforderung: Portrait und Reportage.  Ausführliche Bildbesprechung und Grillabend.

Freitag, 16.08. – Verlassenheit der Architektur. Fotografische Herausforderung: Storytelling. Ausführliche Bildbesprechung. Alternativ: Abreise für die TeilnehmerInnen mit begrenztem Zeitbudget.

Samstag, 17.08. – Zeit für eigene Exkursionen. Routenvorschläge mit Points of Interest werden zur Verfügung gestellt. Ausführliche Bildbesprechung.

Sonntag, 18.08. – Zeit für eigene Exkursionen. Routenvorschläge mit Points of Interest werden zur Verfügung gestellt. Ausführliche Bildbesprechung. Gemütliches Zusammensein und Abrundung.

Montag, 19.08. – Heimreise

Der Workshop richtet sich an ambitionierte Fotografen. Es geht nicht um technische Grundlagen, sondern um die Weiterentwicklung des eigenen fotografischen Ausdrucks.
Die Teilnehmerzahl ist auf max. 7 Teilnehmer begrenzt. Alle TeilnehmerInnen sollten gut zu Fuss sein.

Bei Interesse ist eine Verlängerung mit individuellen Coachings möglich.

Die TeilnehmerInnen buchen die Anreise und die Übernachtungen selbst. Adresslisten, Weblinks und Empfehlungen werden selbstverständlich zur Verfügung gestellt. Ein eigener Mietwagen ist sehr empfehlenswert. Wir helfen gerne beim Austausch zwischen TeilnehmerInnen um Car-Sharing zu ermöglichen.

Eine ausführliche Beschreibung mit Preisen und Details senden wir Ihnen ab 6. Juni gerne als PDF zu. Mailen Sie uns einfach (im Betreff bitte Fotoworkshop angeben).

Arctic summer Workshop – Fotoworkshop am Polarkreis in Lappland
Arktischer Sommer am Polarkreis


PHOTOGRAPH - Ausgabe drei ist gerade erschienen

PHOTOGRAPH  - Inspiration und Know-How für Fotografen und Fotografiebegeisterte

Im November vergangenen Jahres hatte ich erstmals über das neue Foto-Magazin „Photograph - a quarterly magazine for creative photographers“ von David duChemin, verlegt von Craft & Vision,  berichtet. Gerade wurde nun die dritte Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift veröffentlicht.

Getreu des Konzeptes, das dem Magazin zugrunde liegt, geht es bei PHOTOGRAPH um Inspiration und fotografisches Know-How.

Ausgabe Nummer drei umfasst 113 Seiten und liegt als PDF vor. Ich empfehle die Lektüre auf einem iPad, denn dann kommen die zahlreichen wunderbaren Bilder am besten zur Geltung.

In der aktuellen Ausgabe werden die Portfolios von drei Fotografen gefeatured:
-          Hengki Koent Joro
-          Kevin Clark und
-          Dave Delnea

Mir haben es besonders die oft sehr minimalistischen, in schwarz/weiss gehaltenen Bilder von Hengki Koent Joro angetan.

Ausserdem gibt es im Heft dreizehn weitere Artikel von Spitzenfotografen, u.a. John Pau Caponigro, Younes Bounhar und Chris Orwing. Und natürlich ist auch Artikel vom „Chef“ David duChemin enthalten.

Alle Artikel sind – wie bereits in den bisherigen beiden Ausgaben - wohltuend fundiert, herausfordernd und anspruchsvoll. Alle Artikel sind von einer Sache durchzogen, welche das Magazin so wunderbar macht: Niveau.

Das Magazin ist als Einzelheft für USD 8 zu haben. Das Jahresabo kostet USD 24. Ich meine, eine sinnvolle Investition in die eigene fotografische Entwicklung.  

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.
 

 PHOTOGRAPH - Ausgabe drei ist gerade erschienen

Foto-Futter 19/2013

Guten Appetit beim heutigen Foto-Futter!

- Bruce Percy vorzustellen
wäre das sprichwörtliche „Eulen nach Athen tragen“. Als Fotograf und Autor einer Reihe hochwertiger Ebooks ist er weit bekannt. Derzeit hat Bruce eine Aktion, bei der es sein 42-seitiges Ebook „Simplifying Visualisation“ als PDF zum kostenlosen Download gibt (nach unten scrollen bis zum Titel des Buches). Die Aktion bei Bruce läuft bis zum 31. Mai. Eine klare Empfehlung!


- Bei Michael von Fotografr gibt es auch einiges zu verschenken. Schaut einfach mal in seinen Blogpost „Fotografie-Bücher und Fotoausrüstung: 42 Geschenke für meine Leser“. Michaels Aktion läuft bis zum 8. Mai.


- In eigener Sache: Fotourlaub am Polarkreis Sommer 2013. Wer sich für Workshops oder Fotoreisen nach Lappland interessiert, sollte sich jetzt bei uns melden.


- Es liegt wahrscheinlich am Alter - ein kleiner Nachtrag zum Foto-Futter der vergangenen Woche. Ich hatte über empfehlenswerte „Referenzen“ zum Thema Fotojournalismus geschrieben und hier muss natürlich auch noch der Photo Booth des New Yorker erwähnt werden.


- Ausblick: Im Moment arbeite ich an zwei Reviews. Es geht um Bücher. Nicht direkt zum Thema Fotografie, aber aus der geschäftlichen Perspektive sehr spannend. Stay tuned!


Lappi Winter - Made in Sweden

- Behind the scenes: „Regionale Winterreifen“ in Lappland hören auf den Namen „Lappi Winter“ und sind - natürlich - „Made in Sweden“. Die stilvollen Reifen haben ihren Dienst für diese Saison allerdings getan. Jetzt ist es endlich an der Zeit für die Sommerreifen.

Einen guten Start in die Woche allerseits!

Foto-Futter 18/2013

Druckfrisch zum Sonntag: Das Foto-Futter.
 

- Die Top-Empfehlung der Woche ist das Blog "Mostly True" des bekannten Fotojournalisten Kenneth Jarecke. Eine Fundgrube an Einsichten in den Fotojurnalismus. Es lohnt sich, sich Seite für Seite durch die Archive zu wühlen. Viele Goldnuggets warten auf den Leser!
 

-
Da wir gerade beim Thema Fotojournalismus sind. Die beiden "Referenzen" für hochwertigen Fotojournalismus haben immer etwas zu bieten:
Das Lens-Blog der New York Times bietet eine beinahe unendliche Fülle an Bildern höchster Qualität. 
• Dasselbe gilt auch für die Lightbox der Time.
 
 
- Die Sony World Photography Awards wurden vergeben. Besonders bewegend sind die Bilder der Norwegerin Andrea Gjestvang. Anschauen!


 - Fotografische Psychogramme mit Hilfe von Büropflanzen. Saskia Groneberg ist für ihre Diplomarbeit kreuz und quer durch Deutschland gereist und hat Büropflanzen fotografiert. Dadurch lassen sich interessante Rückschlüsse auf die Beschäftigten und das Betriebsklima ziehen. Über ihr Projekt berichtet sie im Spiegel-Interview (mit Bilderstrecke).

 
- Auf Kwerfeldein ist ein tiefgründiges Interview mit dem Fotografen Rüdiger Beckmann nachzulesen. Das erste Drittel des Interviews ist etwas zäh, dann aber sagt Rüdiger etliche sehr bedenkenswerte Sätze zum Internet und zu sozialen Medien. Pflichtlektüre.
 

 - Nicht nur fotografisch: Einige wertvolle Tipps für das (auch geschäftliche) Überleben in stürmischen Zeiten hat Seth Godin diese Woche gebloggt.
 

- „The tubes of life“ - Mein Bild der Woche entstammt einer Serie aus einem persönlichen Projekt, in dem es um die Verworrenheit des Lebens geht.

 

The tubes of life - Entworrenheit des Lebens
„Entworren?“ - The tubes of life

Foto-Futter 17/2013

Heute gibt es wieder Input für alle Fotografen, Fotografinnen und Fotobegeisterten.
 
-  Demnächst ist der Rollout für eine fotografische Revolution: Die Google-Glasses.
 
Bei einem vermuteten Preis von ca. 1.500 Dollar nicht wirklich ein Schnäppchen, aber eben avantgardistisch und spektakulär. Unsere Wahrnehmung der Welt könnte sich – wieder einmal – ändern. Die möglichen Einsatzgebiete und Anwendungsmöglichkeiten scheinen uferlos. Daher stürzen sich auch die Marketingabteilungen auf die Innovation.  Ein interessanter Artikel dazu findet sich bei SearchEngineWatch: How Will Google Glass Change Internet Marketing?

 
- Fotografie alleine reicht zur Sicherung des Auskommens oft nicht mehr aus. Mehr ist gefragt. Rosh Sillars hat deswegen den Combination-Code entwickelt. Demnächst erscheint sein neues Buch zum Thema. Auf seinem Blog gibt es jetzt schon einen Artikel, der sehr gute Einsichten vermittelt:  11 Combination Code concepts that will change your life.
 

-   Aus der fotografischen Know-How-Schmiede Craft & Vision von David duChemin gibt es ein neues, kostenloses Ebook: Craft & Vision 2 - More Ways to Make Stronger Photographs. Ein kurzes Review gibt es hier und ich kann das Buch wirklich empfehlen.

 
-  Manche publizierten Bilder – gerade im WWW – sind schlichtweg fürchterlich. Warum das so geworden ist und welche Chancen sich daraus für Fotografinnen und Fotografen ergeben, beleuchtet ein Artikel auf PetaPixel: Publishers need better photography to stay relevant on the web.
   
 
-  Thematisch passt dazu ein Artikel vom Usability Guru Jakob Nielsen sehr gut, den ich in der letzten Woche auf meinem englischen Blog vorgestellt habe:  Worth considering: Jakob Nielsen - Photos as web content.

Jakob Nielsen bringt es auf den Punkt: Finger weg von generischen Stockfotos und „Invest in good photo shoots. A great photographer can add a fortune to your website's business value.“
 

 -  Last but not least möchte ich noch auf einen Artikel von Virtual Photography Studio hinweisen: 7 Secrets To A Strong Photographic Portfolio That Most People Will Tell You Not To Do.


- Und was tut sich so bei uns, rund um den Polarkreis? Eisschmelze ist angesagt.
 

Eisschmelze in Lappland


Das wars für heute. Ein schönes Wochenende allerseits und einen guten Start in die neue Woche!
 

 

Bilder eines Schriftstellers - Fotografien des Schriftstellers Arno Schmidt im Oldenburger Landesmuseum

Lappland ist für viele "weit vom Schuss". Stimmt, aber eben nur teilweise. Glücklicherweise gibt es ja technische Hilfsmittel. Dank der Audio-on-Demand Angebote des Deutschlandfunks können wir auch hier "am Ball" des kulturellen Geschehens in Deutschland bleiben. Womit wir beim Thema wären.
 
Der legendäre Schriftsteller Arno Schmidt - bekannt für sein Bemühen um neue Prosaformen, die inhaltlich von einer kulturpessimistischen Weltsicht geprägt waren - hat sich - was mir bislang unbekannt war - auch fotografisch betätigt. Im Oldenburger Landesmuseum gibt es vom 13. April bis 14. Juli nun die Ausstellung "Arno Schmidt. Fotografien" zu bestaunen.
 
Die wenigen Nachweise auf der Seite des Landesmuseums und die über Google zu findenden Bilder haben mich sehr angesprochen. Aus meiner Sicht ist die Ausstellung eine klare Empfehlung für alle Fotografiebegeisterten.
 
Aufmerksam geworden bin ich auf die Ausstellung übrigens durch die Sendung Kultur heute vom 12.04.2013. In der Sendung interviewte Moderator Christoph Schmitz den bekannten Kunstexterten Jan Philip Reemtsma zum Thema. Die Sendung kann über Audio-on-Demand nachgehört werden, was ich hiermit ebenfalls ausdrücklich empfehlen möchte.
 
 

Neues kostenloses Ebook von Craft & Vision

Im Dezember 2011 hatte die fotografische Know-How-Schmiede Craft & Vision ihr erstes kostenloses Ebook präsentiert: 11 Ways to Improve Your Photography.
 
Nun liegt das zweite kostenlose Werk vor: Craft & Vision 2 - More Ways to Make Stronger Photographs.
 
Auf 45 Seiten finden sich Artikel von
- David DuChemin: Introduction, Learn to isolate, Try it in black & white, Redeem the light)
- Martin Bailey: Shooting in manual mode, Make sharper images
- Nicole Young: Learn to see the light)
- Sean McCormack: Balance your flash with ambient light
- Piet van den Eynde: Shoot more, develop less und
- Dave Delnea: Pursue consistency.
 
Wie von Craft & Vision gewohnt sind die einzelnen Beiträge von hoher Qualität und sehr inspirierend. Kurz gesagt: Bei dem Preis (kostenlos!) kann ich nur eine Empfehlung geben und die heisst ZUGREIFEN.
 
-> Hier gehts zu Craft & Vision und zum kostenlosen Download
 

Neues kostenloses Ebook von Craft & Vision

Update: Photo Ninja von Picturecode macht Evolutionssprung

Vor kurzem hatte ich Photo Ninja von Picturecode einem Test unterzogen. Seitdem ist Photo Ninja bei uns übrigens im Dauereinsatz. Was soll ich sagen? Kurz und gut: Wir sind begeistert. Die Bildqualität ist unglaublich gut und die vielen smarten und durchdachten Funktionen erleichtern den fotografischen Alltag ungemein.

Beim Initialtest hatte ich auf die fehlende Batch-Bearbeitung hingewiesen. Diese wurde nun mit dem Update auf die Version 1.05 ergänzt. Wiederum auf sehr smarte Art und Weise:
Sind alle Bilder bearbeitet (sichern nach der Bearbeitung jeweils nicht vergessen) werden die gewünschten Bilder - am besten in der übersichtlichen Browseranzeige - ausgewählt. Dann ein CTRL-Klick (Mac) oder ein Rechtsklick (PC) und im Menü „Batch render“ auswählen. Praktische, einfache und sehr gute Implementierung.

Wer weiter in die Zukunft von Photo-Ninja schauen möchte, kann sich die aktuellste Beta herunterladen, die Plugins für die gängigen Bildbearbeitungsprogramme (z. B. Photoshop) enthält. Ich bin noch dabei, die aktuellste Beta zu testen und werde dann ein weiteres Update posten.

Update: Photo Ninja von Picturecode macht Evolutionssprung
Neu: „Batch render“ mit Photo Ninja

Fotozubehör zu verschenken und zum Tausch - Frühjahrsputz bei der Fotoausrüstung

Heute gibt es ein besonderes Osterei: Zu Ostern findet immer der traditionelle Frühjahrsputz in den Fotokisten statt. Es hat sich wieder einiges angesammelt, was für den einen oder anderen interessant sein könnte. Computersachen sind auch mit dabei.
 
Es gibt zwei Listen: Zu verschenken und zum Tausch.
 
- Verschenken ist hoffentlich selbsterklärend (lediglich das Porto für den Versand hätte ich gerne). Pro Person bitte jeweils nur ein Artikel, damit möglichst viele Interessenten eine Chance haben.
 
- Bei den Sachen in der Tauschliste tausche ich gegen Objektive für Nikon oder m4/3. Wenn Ihr also eine Linse habt, die Ihr nicht mehr braucht, seid Ihr im Rennen.
 
Alle Teile sind "as is" und haben beim letzten Einsatz funktioniert. Bei Interesse bitte Email. Ihr wisst schon: Wer sich zuerst meldet, bekommt den Zuschlag...
 

Fotozubehör zum Tausch

Zum Tausch
 
- Für alle, die schon immer in die Foveon-Welt eintauchen wollen:
Sigma DP1, Originalverpackung, Originalzubehör, Zusatzakku
 
- Leica D-Lux 2, Ledertasche, Originalverpackung, Originalzubehör, No-Name-Ladegerät (Original ist verloren gegangen), Zusatzakku
 
- Kiev 60, analoge Spiegelreflex-Mittelformatkamera mit Volna 80mm f2.8 Normalobjektiv, Prismensucher mit Belichtungsmesser, zusätzlich der alternative Lichtschachtsucher, Blitzadapter, Passende Originaltasche.

- Bei Interesse bitte Email
 

Fotozubehör zu verschenken

Zu verschenken
 
- Extension Tube Set für Pentax K/M, Originalverpackung
 
- Ladegerät Canon CB-2LXE für Akku NB-5L inc. zwei Akkus
 
- Ladegerät Canon CB-2LVE für Akku NB-4L incl. Akku
 
- Lade-/Dockingstation für Casio Exilim EX-V7. Die defekte Kamera gibt es gerne dazu.
 
- Externes USB Modem Apple MA034
 
- Ovolab Phlink Telephone Adapter incl. Originalsoftware
 
- TEAC externes USB 3,5 Zoll Diskettenlaufwerk

- Bei Interesse bitte Email
 

Was Fotografen über die neue Google Bildersuche wissen müssen

Was Fotografen über die neue Google Bildersuche wissen müssen
 
Ein Gastbeitrag von Michael Schilling. Michael Schilling ist bundesweit als Portrait- und Hochzeitsfotograf tätig.
 
Man stelle sich vor, man könne auf Google nicht nur suchen, sondern die Artikel auch direkt lesen, ohne Google verlassen zu müssen. Was wie aus einem Science-Fiction-Film klingt, wird mit der neuen Google Bildersuche bittere Realität und hat erhebliche Nachteile für Fotografen.
 
In der Google Bildersuche werden zu einem Suchbegriff zunächst Miniaturbilder (Thumbnails) angezeigt. Klingt man auf eines der Suchergebnisse, so wurde bisher die Webseite, in der das Bild eingebunden ist, geladen sowie rechts weitere Informationen über das Bild angezeigt.

Die alte Google Bildersuche


Das war eine Lösung, die beiden – Google und den Betreibern von Webseiten – einen Nutzen brachte. Google durfte die Miniaturbilder anzeigen und brachte den Betreibern Besucher auf deren Webseiten.
 


Von der Suchmaschine zur weltgrößten Bildergalerie

 

Die neue Google Bildersuche


Damit ist in der neuen GoogleBildersuche Schluss. Google will nun einen anderen Weg gehen und die Inhalte direkt und in voller Größe anzeigen. Ein Besuch der eigentlichen Webseite wird dadurch überflüssig. Die Folgen sind dramatisch.
 

Besucherrückgang von durchschnittlich 60 Prozent

 Besucherrückgang bei der neuen Google Bildersuche


Ein Besucherrückgang von 60 Prozent könnte bedeuten, dass sich etliche Webseiten nicht länger finanzieren lassen. Blogger investieren oftmals mehrere Stunden damit für ihren Artikel zu recherchieren, ihn zu bebildern und in Worte zu fassen. Weniger Werbeeinnahmen bedeuten dann, dass qualitativ hochwertiger Content nicht mehr erstellt werden kann, da der Blogger weniger Zeit in seinen Content investieren kann. Doch gerade dies, nämlich hochwertigen Content, wünscht sich Google in seinen Suchergebnissen.
 
Fotografen müssen davon ausgehen, dass weniger potentielle Kunden den Weg auf ihre Webseite finden. Das bedeutet weniger Auftragsarbeiten und weniger verkaufte Nutzungsrechte.

 
Googles leere Versprechungen
 
Laut Google soll dem Webseiten-Betreiber weniger Übertragungskosten (Traffic) entstehen, jedoch mehr Besucher als zuvor auf deren Webseiten bringen. Beide Aussagen sind an Ironie nicht zu übertreffen. Google speichert die großen Bilder nicht sondern bindet sie per Hotlink vom Server des Betreibers ein. Mit jeder Darstellung des großen Bildes entsteht Traffic, und zwar beim Betreiber der Webseite, ohne dass er einen Gegenwert in Form eines Besuchers erhält.

 
Urheberrechte und Google
 
Google nimmt sich das Recht heraus, Urheberrechte zu missachten. Jeder andere, der so agiert würde eine strafbewehrte Unterlassungserklärung und eine Schadenersatzforderung wegen Verstoßes gegen das Urheberrechterhalten.
 
Offensichtlich ist den Google-Juristen aber klar, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen, wenn diese Art der Bildersuche in einem Land eingeführt wird.

 
Yahoo mit ähnlicher Bildersuche juristisch gestoppt
 
Diese Erfahrung musste die Yahoo! Deutschland GmbH bereits machen. Der Fotografenverband Freelens warf Yahoo die massive Verletzung von Urheberrechten vor und forderte zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung auf. Innerhalb weniger Tage musste Yahoo in Deutschland von der neuen Bildersuche auf die alte Version umstellen.

 
Das Prinzip Bildersuche
 
Würde man die Vorgehensweise der neuen Bildersuche auf die Websuche anwenden, so sähe das Szenario wie folgt aus: Google würde zu einem Suchbegriff, wie bisher die Ergebnisse anzeigen. Nach einem Klick auf eines dieser Ergebnisse würde sich jedoch nicht die eigentliche Webseite öffnen, auf der der Suchende den vollständigen Artikel lesen könnte. Stattdessen würde Google den vollständigen Artikel anzeigen oder ihn per Sprachausgabe vorlesen lassen. Welchen Grund sollte ein Suchender dann noch haben, die eigentliche Webseite aufzurufen?

 
Unterschriftensammlung gegen die neue Google Bildersuche

 Verteidige dein Bild

 
-->> Mitmachen: Bis Ende März sammelt der Düsseldorfer Werbe- und Hochzeitsfotograf Michael Schilling Unterschriften gegendie neue Google Bildersuche. Bereits über 1.700 Betreiber von Webseiten, darunter viele Fotografen, haben die Petition bereits unterzeichnet.
 

Ergänzung: Und weil es im Zusammenhang sehr gut passt, sei zum Thema "Contenthoheit" ergänzend noch auf einen aktuellen Blogartikel von Olaf Bathke verwiesen.
 

Im Griff der Kälte - Fünf Listen mit Tipps für Leben, Arbeit und Fotografie im Winter

Vor exakt einem Jahr hatte ich über die "Minus-40-Grad-Woche" am Polarkreis in Lappland gebloggt.
 
Anfang Februar ist - nach dem Klimazyklus - erfahrungsgemäss eine der kältesten Perioden des Winters in den skandinavischen Ländern. In diesem Jahr war und ist es bislang nicht ganz so kalt wie in den früheren Jahren, aber dennoch schwingt sich das Thermometer nach Sonnenuntergang (derzeit gegen ca. 16 Uhr) um die +/- minus 30 Grad ein.
 
Auch andere Erdteile werden derzeit von Winter- und Kältephänomenen geplagt (siehe z. B. die verheerenden Blizzards in den USA).
 
Für alle, die sich der Kälte nicht entziehen können oder wollen, habe ich die wichtigsten 5 Listen zu Tipps für den Umgang mit der Kälte bei Leben, Arbeit und Fotografie zusammen gestellt:
 
1. Tipps für den Umgang mit der Kälte
 
2. Wintervorbereitungen: Mobilität und Auto
 
3. Fotografieren in der Kälte: 8 Fototipps für Eis, Schnee und Winter
 
4. Tipps zur mobilen Fotografie - Mit dem Smartphone durch den Winter
 
5. Polarlichter (Nordlichter, Aurora borealis) richtig fotografieren
 

 Snowcap at minus 25 C
Snowcap at minus 25 C

 

Foto-Futter-Extra: Ram Trucks Super Bowl Comercial "Farmer" - Football und Photography

Was hat der Super Bowl mit Fotografie zu tun? Es soll heute nicht um Sportfotografie gehen, sondern um Inspiration der Extraklasse.
 
Aber der Reihe nach: Der Super Bowl ist bekanntlich eines der grössten jährlichen Sportereignisse in den USA. Genauer gesagt: Das Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga National Football League. Dieses Finale erreicht in den USA regelmäßig die höchsten TV-Einschaltquoten des Jahres. In Zahlen sind das durchschnittlich 90 Millionen Zuschauer (der Rekord lag sogar einmal bei um die 140 Millionen).
 
Besonders interessant sind die Werbespots (die bei diesem Event zu Rekordpreisen zu haben sind: Wir reden über ca. 3 Millionen Dollar für 30 Sekunden Werbezeit). Legendär ist mittlerweile z. B. der 1984 von Apple zur Super5 Bowl XVIII geschaltete Werbespot.
 
Am vergangenen Sonntag war es nun wieder einmal an der Zeit für den Super Bowl (Nummer XLVII in New Orleans, die siegreichen Baltimore Ravens gegen die San Francisco 49ers).
 
Und ein Werbespot stach mit Abstand heraus: Der Ram Trucks Commercial unter dem Titel "Farmer".
 
 
 
Womit wir mitten im Thema wären. In diesem brillianten und ergreifenden Spot werden eine Reihe von hervorragenden Fotografien zu einer Story verwoben. Die Aufnahmen sind atemberaubend - sowohl von der Güte der Einzelbilder, wie auch vom Storytelling. Die Agentur "The Richards Group" hat für die Produktion zehn Weltklassefotografen engagiert, was sich im Ergebnis deutlich wider spiegelt.
 
Der Foto-Futter-Tipp ist: Bitte unbedingt die Portfolios dieser zehn Meister ihres Faches in Ruhe durchsehen. Eine Augenweide und eine Quelle der Inspiration. Es geht um:
 
William Allard,
 
Andy Anderson,
 
Jim Arndt,
 
Daniel Beltra,
 
Mark Gooch,
 
Andy Mahr,
 
Kurt Markus,
 
David Spielman,
 
Matt Turley und
  
Olaf Veltman.
 

Polaroid memories - Once upon a time

Ein zeitiger Frühjahrsputz. Ein- und Ausräumen. Kartons umräumen. Die in der Abstellkammer immer beiseite geschobenen Kisten. Umzugskartons, um genau zu sein. Kennen Sie auch, oder?
 
Jedenfalls, dieses Mal geht es den Pappmonstern an den Kragen. Löblich, oder? Der Einsatz wird belohnt, denn da findet sich eine ältere Schachtel mit Polaroids. Willkommener Anlass für eine Kaffeepause mit Bilderschau.

Ein Polaroid sticht heraus. Nach kurzer Gedankenakrobatik klärt sich, dass es sich um eine Aufnahme aus dem Jahr 1980 handeln muss. Sie zeigt - die damals schon sehr betagte - Grossmutter, die fasziniert ein Polaroid in der Hand hält. Dasselbige entwickelte sich gerade vor ihren Augen, und so etwas hatte sie weder zuvor gesehen, noch in ihren kühnsten Träumen erwartet. Das war der berühmte "Polaroid-Effekt" in der Praxis. Heute werden den nur noch wenige kennen. Damals war das der letzte Schrei. Auf der Rückseite ist das Polaroid übrigens beschriftet mit "Geknipst + schon fertig?".
 
Bei der zweiten Tasse Kaffee beginnen die Gedanken philosophisch umher zu streifen. Diese Polaroids. Als "schnelle Unikate" waren sie so unverschämt künstlerisch. Die Geschwindigkeit ist uns erhalten geblieben (siehe) aber die Tangibilität ist verloren gegangen.

Jammerschade, denn Papierbilder sind anfassbar und vermitteln dadurch ein Erlebnis und einen - künstlerischen und/oder monetären - Wert in sich. Das können Instagram & Co eben nicht. Erst recht nicht die "Likes" (wie immer sie auf den verschiedenen Plattformen auch heissen mögen).

Wäre übrigens noch eine Geschäftsidee: "Bestelle einen Abzug, auf dem alle deine Likes zu einem bestimmten Foto zu sehen sind. Das Format des Abzuges wird an die Anzahl der Likes angepasst. Wir drucken bis zu 13 x 30000 cm, was max. 1 Million Likes entspricht. Im Abo gibt es 15% Rabatt."
 
Setzen. Leichte Verbeugung genügt.
 
Ach Oma. Hättest Du gedacht, dass es einmal so weit kommen würde?

Polaroid memories - Once upon a time

 
 

Review: Photo Ninja von Picturecode - RAW Konvertierung der Spitzenklasse

Obwohl das Fotografieren in JPG - nicht zuletzt durch die immer besser werdenden kamerainternen Engines in den neuen m4/3 Kameras - wieder deutlich an Popularität gewonnen hat, ist RAW für alle qualitätskritischen Aufnahmen nach wie vor Pflicht. Der Haken an der Sache liegt freilich darin, dass die eigentliche Arbeit dann oft erst am Computer anfängt. RAW-Dateien wollen entwickelt, d.h. umgewandelt und bearbeitet werden. Ein leistungsfähiger RAW-Konverter, der sich gut in den eigenen Workflow einpasst, ist also gefragt. Auf dem Markt tummeln sich einige Kandidaten und kürzlich ist ein "neuer Stern am Himmel" verfügbar geworden: Photo Ninja von Picturecode.
 
Die Softwareschmiede Picturecode dürfte als Hersteller der Noise Ninja Plugins weithin bekannt sein. Vor einiger Zeit hat man sich bei Picturecode entschieden, die reine Plugin-Entwicklung einzustellen und die vorhandene Technologie und das vorhandene Know-How stattdessen in die Entwicklung eines neuen "High-End" Raw-Konverters zu investieren.
 
An dieser Stelle sei ein kleiner persönlicher Exkurs gestattet: In Sachen RAW-Entwicklung habe ich die letzten Jahre auf Bibble gesetzt. Geschmeidiger Workflow und hervorragende Geschwindigkeit bei guter Qualität. Und das sowohl auf dem Mac, wie auf dem PC. Den Boliden Lightroom mochte ich nie richtig leiden und Aperture war ja auf den Mac beschränkt (was in unserer hybriden EDV nicht schön gewesen wäre).
 
Dann allerdings kam im Dezember 2011 überraschend die Nachricht, dass Bibble an Corel verkauft worden ist. Soweit so gut. Große Entwicklungspläne wurden kommuniziert und Hoffnungen geweckt. Heute, ein gutes Jahr später, dürfen die Anwender leider feststellen,
dass das Projekt, des auf den neuen Namen "Afer Shot Pro" getauften Bibble-Nachfolgers als gescheitert betrachtet werden kann.

Es gab keine Updates zu neuen Kameramodellen und die im ersten Release vorhandenen Bugs fristeten munter weiter ihr Dasein. Jammerschade. Wie aus dem entspr. Unterforum bei Corel zu entnehmen ist, migrieren immer mehr der früheren Bibble-Poweruser zu anderen Programmen.

Für "Brot & Butter" Sachen verwende ich After Shot Pro zwar noch immer wegen der Gewöhnung und der guten Geschwindigkeit (jedenfalls für Aufnahmen mit Kameras, die von der vorliegenden Version noch unterstützt werden), die Unzufriedenheit ist jedoch gewachsen. Seit einiger Zeit bereits war ich auf der intensiven Suche nach einem hervorragenden RAW-Konverter für ausgesuchte Bilder. Und hier kommt Photo Ninja ins Spiel. Ende des Exkurses.
 
Mit keinem geringeren Anspruch, als einer der besten RAW-Konvert auf dem Markt zu sein, ist Photo Ninja ins Rennen gegangen. Die Software ist - wie schon gesagt - noch recht jung und liegt derzeit in der Version 1.04 vor. Trotz der geringen Versionsnummer gibt es praktisch keine nennenswerten Kinderkrankheiten mehr (mir ist jedenfalls bislang nichts aufgefallen).
 
Was zeichnet Photo Ninja aus? In erster Linie eine äusserst gute Bildqualität, die durch einen faszinierend grossen Detailreichtum und eine für meine Begriffe nahezu perfekte Farbumsetzung geprägt ist. Aber der Reihe nach. Was bereits bei der Installation positiv auffällt ist, dass die Programmierer ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht haben. Lediglich einige wenige MB landen auf der Festplatte - verglichen mit mehreren Hundert MB bei den eingeführten RAW-Boliden. Schlanker Programmcode lässt u.a. darauf schliessen, dass alles so effektiv wie möglich programmiert ist. Pluspunkte also gleich zu Beginn.
 

Die Oberfläche von Photo Ninja im Überblick
Die Oberfläche von Photo Ninja im Überblick


Die Programmoberfläche ist aufgeräumt und übersichtlich. Eine Laufleiste am unteren Bildschirmrand zeigt die zur Auswahl stehenden Bilder, die sich an der gewählten Quelle befinden. Links befindet sich eine Spalte mit den zur Verfügung stehenden Bearbeitungsmöglichkeiten. Oben in der Leiste findet sich an gewohnter Stelle das Histogramm. Hinter den einzelnen Punkten verbergen sich Untermenüs, die bei ihrer Auswahl aufklappen und jeweils eine Anzahl Bearbeitungsoptionen freigeben. Die einzelnen Bearbeitungsbereiche sind sehr durchdacht und gut gruppiert. Ganz nach dem Motto von Picturecode "Von Profis für Profis".
 
Öffnet man ein Bild, führt das Programm standardmäßig eine Rettung der Highlights durch, deren Ergebnis sich dann in den Einstellungen im Bereich Exposure befindet. Ich habe mit einigen Extrembeispielen experimentiert und bin von den Resultaten recht angetan. Und bei Bildern, bei denen mit Intention ausgebrannte Stellen vorkommen sollen, lässt sich die Automatik in den Einstellungen im Bereich Exposure problemlos und geschmeidig wird zurück stellen.
 
Die Bildbearbeitung dürfte meistens im Bereich Exposure beginnen. Dort empfiehlt sich die - standardmässig bereits vorgewählte - Einstellung Smart Lightning. Diese kombiniert die Belichtung out of the cam mit einer Dosis Illumination (dazu sogleich mehr) und einer etwas aggressiveren Highlight Rettung.

Photo Ninja - Der Bereich Exposure
Der Bereich Exposure

 
A propos Illumination: Der Regler Illumination beinhaltet ein "adaptive lightning". Normalerweise würde man einfach mit der Belichtung hochgehen. Das gefährdet aber schnell die Highlights. Abhilfe schafft die Illumination, die den globalen Kontrast erhöht und gleichzeitig die Highlights komprimiert. Wer den Spezialkonverter RPP auf dem Mac kennt, dem kommt diese Funktion vielleicht bekannt vor. Die Ergebnisse sind verblüffend, insbesondere wenn der an die Belichtungskorrektur gekoppelte Modus (kleine Doppelpfeile) gewählt wird. Ich finde die Einstellung zur Illumination gigantisch praktisch, wenn kritische Highlights im Bild enthalten sind.
 
Natürlich gibt es im Bearbeitungsbereich Exposure einen sehr fein ansprechenden Regler für die Rettung der Highlights, der mit einem Regler zur Vermeidung unerwünschten Farbstichs in den geretteten Bereichen im Bereich Color Correction im Zusammenspiel steht.
 
Der Erwähnung wert ist auch der ebenfalls unter Exposure zu findende Regler Detail. Er erinnert stark an die Clarity bei Lightroom. Die Details heben feine Details und Strukturen hervor und eignen sich bei Anwendung im negativen Reglerbereich hervorragend, um Potraits mit sanfterer Haut zu versehen.
 
Übrigens: Alle einmal gewählten Einstellungen lassen sich selbstverständlich als eigene Presets speichern.
 

Photo Ninja - Als Noise Reduction kommt Noise Ninja 3 zum Einsatz
Als Noise Reduction kommt Noise Ninja 3 zum Einsatz


Für die Rauschunterdrückung gibt es unter dem Namen Noise Ninja 3 ein Modul, in dem eine weiterentwickelte Version des ohnehin schon hervorragenden Noise Ninjas mit feinen Einstellmöglichkeiten am Werk ist. Da gibt es nicht viel mehr zu sagen. Die Ergebnisse sind schlicht erster Güte.

Photo Ninja - Beinahe magisch - Der Bereich zur Korrektur von CAs
Beinahe magisch - Der Bereich zur Korrektur von CAs

 
Ein besonderes Hightligt ist der Bereich CAs. Was Photo Ninja hier - im Regelfalle mit automatischer Analyse - bewerkstelligt, ist schlicht phänomenal. Ich habe z.B. ein älteres f2.8er Sigma Tele, das ich aus persönlichen Gründen heiss und innig schätze. Leider ist der Oldtimer mit heftigen CAs gesegnet. In anderen RAW-Konvertern hat das immer zu einem fast unendlichen Getüftele mit manuellen Einstellungen geführt. Photo Ninja hat das Problem nun gelöst. Und das vollautomatisch. Die heftigen CAs sind einfach fast völlig verschwunden.

Photo Ninja - Die Vignetten-Korrektur
Die Vignetten-Korrektur

 
Schliesslich sind noch die intelligente Vignetten-Korrektur und das Modul zur Korrektur von Verzerrung und Perspektive löblich zu erwähnen. Die Vignetten-Korrektur hat einen guten Automatikmodus. Lediglich bei Verzerrung und Perspektive ist Handarbeit angesagt, wobei die gefundenen Resultate wiederum als Presets für später dienen können.

Photo Ninja - Der Bereich für Entzerrung und Korrektur der Perspektive
Der Bereich für Entzerrung und Korrektur der Perspektive

 
Was bei allen Bearbeitungen möglicherweise negativ auffällt ist, dass jeweils "Apply" oder "Cancel" gewählt werden muss (obwohl die Regler natürlich eine Live Vorschau haben). Das mag altertümlich anmuten. Mich stört es nicht.

Photo Ninja - Die Optionen für die Bildausgabe als JPG oder TIFF
Die Optionen für die Bildausgabe als JPG oder TIFF

 
Ist ein Bild fertig bearbeitet, kann es als JPG oder TIFF gespeichert werden. Die Einstellungsmöglichkeiten - die als Presets gespeichert werden können - finden sich im Screenshot. Es findet sich dabei alles, was erforderlich ist.

Eine Batchbearbeitung gibt es im Moment (leider) noch nicht. Diese steht aber auf der To-Do-Liste der Entwickler.
 
Die derzeit unterstützten Kameras und RAW-Formate gibt es hier nachzulesen.
 
Ich habe mit RAWs aus verschiedenen Nikon und Olympus m4/3 Modellen getestet. Bei allen hat sich die überragende Qualität von Photo Ninja unter Beweis gestellt.
 
Die internen Berechnungen scheinen sehr rechenintensiv. Das ist - wie der Hersteller selbst erklärt - der hohen Qualität geschuldet. Ein zeitgemässer Rechner ist daher kein Fehler. Was nahtlos zum nächsten Punkt führt. Photo Ninja gibt es für Windows-PCs und Macs, wobei künftige Versionen nur für 64-Bit Systeme erscheinen werden. Technisch kann ich die Entscheidung nachvollziehen; sehr schade finde ich es trotzdem.
 
Was noch äusserst positiv auffällt, ist die unkomplizierte und schnelle Kommunikation mit Picturecode. Alle meine Anfragen und Anregungen wurden innerhalb kürzester Zeit beantwortet. Schlicht vorbildlich im Vergleich zu anderen Softwareherstellern.
 
Auf der Homepage des Herstellers finden sich instruktive Tutorials und die Möglichkeit zum Download einer Demoversion (für die ein zwei Wochen gültiger Code angefordert werden muss).
 
Dem geneigten Leser dürfte nicht entgehen, dass ich von Photo Ninja begeistert bin. Die Bearbeitung nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch als bei gängigen Konkurrenten. Die zu erzielenden Ergebnisse und der "Look" der Bilder entschädigt aber bei weitem für den höheren Aufwand.
 
Ich überlade dieses Review nicht mit einer Masse an Screenshots von Vergleichsbildern sondern möchte alle interessierten Leser ermutigen, sich mit Hilfe der kostenlosen zwei-Wochen-Demo selbst ein Bild zu machen. Ich bin ziemlich sicher, dass viele Blut lecken werden...
 
Die Vollversion kostet USD 129 und beinhaltet kostenlose Updates für die Dauer von 12 Monaten. Wer bereits eine Noise Ninja Vollversion sein eigen nennt, kann die Vollversion für USD 79 erwerben.
 
Mein Fazit: Für mich der bislang der Qualitätsmässig beste RAW-Konverter. Klare Empfehlung - eigentlich sogar ein "must have".

Update: Die Version 1.05 unterstützt jetzt auch Batch-Processing
 

Android Apps für Fotografen - Meine Top Drei

Smartphone-Fotografie: Der Trend ist ungebremst. Ich möchte heute nicht über Gründe und Entwicklungen spekulieren. Nur soviel: Es macht Spass, mit dem Smartphone zu fotografieren. Es ist einfach "smart". Das Smartphone ersetzt mir z. B. mittlerweile oft die klassische "Hosentaschenknipse". Besonders für private Bilder und für "Behind the scenes". Und nebenbei fällt mir auf, dass diese Sorte Bilder auch immer häufiger in kommerziellen Produktionen zum Einsatz kommen.
 
Nach längerer Testphase habe ich mich im vergangenen Jahr für einen Androiden entschieden. Keine "Glaubensfragen" (IPhone contra Androiden) an dieser Stelle. Dafür aber meine Top Drei Android Apps, die auf das Fotografen-Smartphone gehören.
 

1. Bilder machen
 
Foto-Apps gibt es wie Sand am Meer. Ich habe viele durchprobiert. Da gibt es alle möglichen Effekte und Verschnörkelungen. Nur wenige Apps sind auf das Wesentliche reduziert. Kurz und gut: Wer aus der Fotografen-Ecke kommt, der braucht Vignette für Android.
 
Schlank und unverschnörkelt. Filter und Effekte, die im fotografischen Workflow vertraut sind. Schnell und pragmatisch. Regelmässige Updates. Und das zu einem äusserst günstigen Preis.
 

2. Bilder sichern
 
Nach der Beinahe-Katastrophe von Instagram (statt aller nur ein Link und ein Hinweis auf meine eigenen Gedanken dazu) gilt jetzt erst Recht: Keine Bilder mehr in den Umlauf ohne deutliches Wasserzeichen!
 
Warum? Hand aufs Herz: abgesehen von Plattformen die meinen, sich plötzlich Rechte an den Inhalten sichern zu wollen (und unabhängig davon, ob das juristisch zulässig oder nicht zulässig ist), gilt: Was im Web auftaucht und sichtbar wird, kann in Umlauf geraten. Egal, wie das Urheberrecht aussieht, denn Hemmschwellen gibt es in der digitalen Welt fast nicht mehr. Eine Alternative wäre lediglich, gar keine Bilder mehr in die wunderbare digitale Welt zu setzen. 
 
Watermarking Apps gibt es nicht so fürchterlich viele. Mein Tipp ist Add Watermark. Die App ist komfortabel und bietet viele sinnvolle Optionen, darunter: Text- und Grafikwatermarks (die frei platziert werden können - mit PNGs auch transparent), Resizing und eine komfortable Sharing-Funktion, mit der die Bilder auf Wunsch auch gleich auf Instagram, Facebook, Twitter usw. verbreitet werden können.
 
Es gibt eine Freeware und eine - sehr günstige - Bezahlversion. Ich empfehle die Letztere, denn bei der Freeware ist das Skalieren auf eine feste Grösse begrenzt.
 

3. Energie!
 
Der neuralgische Punkt der allermeisten Smartphones liegt in den Elektronen. Zu schnell ist der Akku leer, wenn viel gearbeitet wird. Da es und ja vornehmlich ums Fotografieren geht, kann an anderen Stellen Energie gespart werden. Nichts ist ärgerlicher, als wenn der Akku gerade dann schlapp macht, wenn das Traummotiv vor das Smartphone kommt, oder?
 
Das ultimative Werkzeug zum Energiesparen hört auf den Namen Juice Defender. Eine kleine App, die dem Smartphone bei Nichtbenutzung den Datenverkehr ausdünnt, und dadurch jede Menge Energie spart. In der Standardeinstellung kommen eingehende Anrufe und SMSe immer durch. Lediglich der energiefressende Datenverkehr wird eingeschränkt. Klingt viel komplizierter als es in der Praxis ist. Mit Juice Defender lässt sich die Akkulaufzeit gut und gerne um mindestens die Hälfte verlängern.
 
Für die allermeisten Anwender genügt übrigens die Freeware, die mit vordefinierten Presets kommt.
 
Am Rande und auch zum Thema Energie: Speziell für den Winter habe ich neulich bereits einige Tipps für die Smartphone-Fotografie zusammen gestellt.
 

Meine Entscheidung im Fotografr-Foto-Dreikampf Runde 3: "Mein bester Foto-Tipp"

Michael "Omori" Kirchner, Herausgeber von "Fotografr", hatte mich gefragt, ob ich auch in der dritten Runde des Foto-Dreikampfes als Juror zur Verfügung stehe. So kam ich nun nochmals zu der grossen Ehre, Mitglied der Jury sein zu dürfen.
 
In der dritten Runde des Foto-Dreikampfes ging es um die Aufgabe, den besten Foto-Tipp zu geben. Die Thematik war ansonsten recht frei gehalten. Lediglich ein Zusammenhang mit der Fotografie im weitesten Sinne war gefordert.
 
Die Kriterien für die Bewertung waren:
 
- Wie originell ist der Beitrag?
- Ist der Text verständlich und unterhaltsam?
- Ist der Betrag inhaltlich korrekt?
- Wie informativ ist der Inhalt?
 
Die dritte Runde war mit knapp 120 Einsendungen sehr spannend und ich muss zugeben, dass die Auswahl wieder alles andere als einfach war (und ich eigentlich gerne 5 Sieger gekürt hätte :).
 
Mit in der Jury waren die geschätzten Kollegen Stefan Groenveld, Torsten Mühlbacher, Hendrik Roggemann, Ralf Nöhmer, Manuel Mauer, Sven Wickenkamp, Manfred "Zoomyboy" Huszar, und Stefan Neuweger.
 
Nun zu meiner Auswahl. Oft sind es die einfachen Tipps, die am besten sind (und das sind zugleich oft die am schwersten zu befolgenden...).

Voran stellen möchte ich aber eine Honourable Mention. Patrick Opierzynski hat in den Beiträgen zum Wettbewerb eine Geschichte berichtet, die "ans Herz geht". Kein Tipp im engeren Sinne - ausser vielleicht der, dass man immer eine geladene Sofortbildkamera dabei haben sollte. Die Geschichte ist aber so eindrücklich, dass ich sie an den Anfang stellen möchte (und ich hoffe, dass Patrick gegen das lange Zitat seines Beitrages keine Einwendungen hat - falls ja bitte kurze Rückmeldung):
 
"Was ist mein bester Foto-Tipp? Ich glaube diese Frage lässt sich nicht wirklich einfach beantworten, da die Fotografie an sich so unglaublich vielschichtig und abwechslungsreich ist, dass es nicht möglich ist, für eine ganz bestimmte Situation einen ganz bestimmten Tipp zu geben. Da sich jede Foto-Situation von einer anderen unterscheidet.
 
Trotzdem möchte ich eine kleine Geschichte erzählen, die sich im weitesten Sinne um die Entstehung
dieses Fotos rankt:
 
Im Rahmen meines „Radio Nowhere“-Projektes war ich mal wieder mit meinem alten Grundig Radio und meiner Digitalkamera unterwegs. Als „Location“ hatte ich mir den Dattel-Hamm-Kanal ausgesucht. Neben meiner DSLR trug ich auch noch eine alte Polaroid-Kamera in meiner Tasche herum ... So lief ich also mit meinen zwei Kameras und einem alten Radio durch die Gegend, als mir ein älterer Herr auf dem Fahrrad entgegen kam. Wir grüßten uns, er fuhr weiter und ich ging ebenso meines Wegs. Als es plötzlich hinter mir klingelte sah ich, dass der Herr umgedreht hatte und wieder auf mich zukam.
 
„Sind Sie Fotograf?“, fragte er mich interessiert und ich antwortete, dass die Fotografie mein Hobby sei und ich momentan dabei wäre einige Ideen um zu setzten. Während wir ein wenig plauderten zeigte er plötzlich auf die drei große Kühltürme, die unweit von uns aus der grünen Landschaft ragten und erzählte mir, dass er dort über 50 Jahre beschäftigt gewesen sei. „Bis vor einem Jahr, da kam dann die Rente“. Da er so viele Erinnerungen mit diesem Platz verbinde, würde er mindestens einmal die Woche mit dem Fahrrad an seiner ehemaligen Arbeitsstätten vorbeifahren. Es sei ihm unheimlich schwer gefallen, sich von all dem zu trennen.
 
„Über 40 Jahre dort drüben“, er zeigte auf die drei Türme, „und ich hab kein Foto mit diesen drei Riesen drauf. Aber mit diesen komischen digitalen Dingern ist datt ja immer so ’ne Sache“, er deutete auf meine DSLR, “ da bringt mir datt Foto ja nüscht, wenn ich keinen Computer hab‘.“
 
Der Groschen war in diesem Moment noch nicht bei mir gefallen – erst als er sich verabschiedete, mir einen schönen Tag und alles Gute wünschte, schoss mir durch den Kopf, dass ich in meiner Kameratasche noch die alte Polaroid-Kamera versteckt hatte. Ich rief den Mann zurück und bat ihn, sich und sein Fahrrad mit den drei Türmen im Hintergrund zu positionieren, in Richtung Kamera zu schauen und einmal „CHEEEESE“ zu sagen. Ein wenig verwundert leistete er meinem Wunsch Folge und grinste umso breiter, als er erkannte, dass ich eine Sofort-Bild-Kamera in den Händen hielt und deren Auslöser drückte.
„Datt ist ja doll – Die gibt’s auch noch?!“, sagte er als wir nebeneinanderstanden und ich mit dem Polaroid wedelte. Langsam erschienen der Mann und sein Fahrrad – vor seinem ehemaligen Arbeitsplatz.
 
Ich gab ihm sein Foto, wünschte ihm einen schönen Tag und alles Gute. „Danke, danke, vielen Dank“, sagte er und eine Träne kullerte ihm über seine Wange. „Danke, danke“, rief er mir hinterher.
 
Ein kleines Foto, aus einer uralten Kamera – fernab von Megapixeln, Zoom und hochvergüteten Linsen – aber ein Bild, das einen Menschen unheimlich glücklich gemacht hat. Für mich ein wunderbarer Moment…
 
Und ob dies nun ein wirklich Tipp war weiß ich nicht – Doch vielleicht sagt es etwas Allgemeines darüber aus, was Fotografie in uns auslösen kann, auch wenn es sich nur um ein kleines Bild aus einer Sofort-Bild-Kamera handelt. Und genau das ist es, was einem bewusst werden sollte, wenn man durch den Sucher in die Welt hinaus schaut – Fotos sind Emotionen. Und mit dieser Erkenntnis, lassen sich wunderbarste Fotos machen."

Text im kursiven Zitat von Patrick Opierzynski
 
Nun meine drei Tipp-Favoriten, wobei die Reihenfolge der Nennung keine Wertung darstellt:
 

Nummer 1: „Rechenschaft ablegen - mit dem fotografischen Jahrbuch“ von Christian Ahrens
 

Nummer 2: Habt keine angst euch dreckig zu machen! von Marco Bergner
 
Marco schreibt: "Habt keine angst euch dreckig zu machen! Für ein gutes Foto lohnt es sich auch durch den Dreck zu kriechen..."
 

Nummer 3: „Kameraeinstellungen überprüfen“ von Conny Hilker
 

Extra: Weihnachts-Fotofutter

Geschenke ausgepackt? Festmahlzeit(en) verspeist? Familienkrach mit Anstand überlebt?
 
Kommen wir zum nächsten Punkt: Langeweile am zweiten Weihnachtsfeiertag? Dem kann abgeholfen werden.
 
Einige Stunden hochkarätige Videos von der Photoshelter Luminance Konferenz 2012. Insgesamt 25 Vorträge von jeweils ungefähr 30 Minuten warten auf den interessierten Betrachter.
 
Spannende Themen rund um die Fotografie. Meine persönlichen Favoriten sind der Vortrag von Zack Arias zum Thema Social Media und der Vortrag von David Burnett zu seinen "analogen Abenteuern"
  
Hoffe, der Tag ist damit gerettet :)

Frisch ausgepackt: Das Weihnachts-Foto-Futter 2012
Frisch ausgepackt: Das Weihnachts-Foto-Futter 2012

22.12. - Wir leben noch und was ist sonst so geschehen?

Die gute Nachricht zuerst: Den 21.12. haben wir - aus Gesamtweltperspektive gesehen - mit Anstand gemeistert. Will sagen: es gibt uns noch. Ist doch schon mal was.
 
Passiert ist trotzdem etwas. Witzigerweise gerade um das vielbeschworene Datum herum. Instagram hat den Selbstmord geprobt. Und jede Menge Vertrauen verspielt. Und User verloren. Vor allem ernsthafte Amatuer- und Profifotografen.
 
Eigentlich wollte ich ja eine Linkliste zum Thema hier einstellen. Nachdem dann innerhalb eines Tages bereits mehr als 40 lesenswerte Links beisammen waren, war die Menge einfach zu gross. Die Geschichte dürfte sich mittlerweile ohnehin flächendeckend herum gesprochen haben. Und nun ist Instagram gerade dabei, auf Raten zurück zu rudern.
 
Was mich eigentlich stört ist nicht die Tatsache, dass - für den User kostenfreie Soziale Medien - ein Geschäftsmodell entwickeln müssen, wenn sie überleben wollen. Seit ich 2009 "Free: The Future of a Radical Price" von Chris Anderson gelesen habe, war mir das System von Facebook & Co endgültig klar. Und Hand aufs Herz: als User wissen wir, dass unsere Daten die Handelsware sind, mit der die Gewinne gemacht werden. Denkende Anwender überlegen daher, was sie von sich preisgeben. Insofern eine Art "faires Geschäft".
 
Was mich stört ist die dreiste 180-Grad-Wende, die sich nach der Übernahme von Instagram durch Facebook vollzogen hat. Als Facebook vor wenigen Monaten den Milliarden-Deal der Instagram-Übernahme bekanntgab, lautete das Statement von Mark Zuckerberg: Auch unter dem Dach des weltgrößten Online-Netzwerks soll sich nichts ändern.
 
Aha. Die Halbwertszeit dieser Aussage war durchaus begrenzt. Einige Monate später bereits wurde die Umstellung auf die neuen "terms of service" bekannt gegeben, denen zufolge sich Instagram Veröffentlichungs- und Verwertungsrechte an allen hochgeladenen Bildern sichern wollte (alle juristischen Fragen und Zweifel zur Zulässigkeit blende ich der Einfachheit halber hier aus).
 
Jedenfalls: Für mich - und viele andere User weltweit - war und ist das eine wesentliche Änderung. Eine ziemlich wesentliche sogar. Wir wissen, wie die Geschichte weiter geht. Grosse Proteste zwingen Instagram jetzt dazu, zurück zu rudern. Das ist gut. Im Kern aber bleibt der Vertrauensverlust. Ich nenne das unehrlich und unseriös.
 
Vielleicht gab es gute wirtschaftliche Gründe für den Schwenk. Ein Geschäftsmodell für Instagram zu entwickeln ist nicht ganz trivial. Aber bitte nicht durch den Verstoss gegen gegebene Zusagen.
 
Deswegen habe ich meinen Account dort nun auf Eis gelegt und ein eigenes Moblog (mobiles Fotoblog) gestartet mit Einblicken in das Alltagsleben eines Fotografen am Polarkreis.
 
Meine Bitte: bookmarken und täglich dort vorbeischauen :) Danke.

Perspektive 22.12.2012 - Es geht weiter!
Perspektive 22.12.2012 - Es geht weiter!

Vorschau mit Vorbehalt

Vor dem Weltuntergang?
 
Er ist in aller Munde und derzeit in vielen Medien nachzulesen: Der Maya-Kalender. Und nach einer Auslegungsvariante desselben steht das Ende der Welt sozusagen "vor der Tür". Konkret soll es um den 21.12 gehen. Und bis dahin sind es ja nur noch ein paar Tage. Was den Blogautor wiederum vor Herausforderungen stellt: Soll ich jetzt noch viele neue Artikel schreiben? Denn wenn die Welt in ein paar Tagen untergeht wäre die Mühe vergeblich.
 
Arbeitsthese: Ich schreibe auf jeden einen Artikel für den Fall, dass die Welt nicht untergeht. Für den alternativen Fall bereite ich keinen Artikel vor. Wer sollte ihn denn dann auch lesen? Fragen über Fragen. Als Blogger hat man es eben nicht leicht...
 
(Klarstellung fürs Protokoll und um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, ich glaube nicht an das Maya-Kalender-Gedöns!)
 
Jetzt aber im Ernst: Vorschau (unter dem Vorbehalt, dass die Welt nicht untergeht :)
 
Die angekündigte ruhigere Zeit hier im Blog habe ich für eine Anzahl Reviews genutzt. Bücher und Software stehen ganz oben auf der Liste. Einige Artikel werden hier erscheinen; andere werden als Gastbeiträge auf anderen Blogs veröffentlicht werden. Als kleinen "Appetithappen" lass ich schon mal raus, dass sich in Sachen RAW-Konverter etwas richtig Grosses getan hat. Etwas, das in Sachen Bildqualität vielen Fotografen grosse Freude bereiten dürfte. Damit aber genug der Andeutung.
 
Und sonst?
 
Der Winter hat in Lappland nun mit allen seinen "Segnungen" Einzug gehalten. Kälte, Wind und Schnee sind vollzählig vertreten. Für alle, bei denen der Winter auch bereits vollumfänglich angekommen ist, ein Bild unter dem Titel "Etwas Warmes braucht der Mensch".
 
Einen guten Start in die Woche allerseits!

Lagerfeuer: Etwas Warmes braucht der Mensch
Etwas Warmes braucht der Mensch - besonders im Winter

 
 

Meine Favoriten beim fotografr Foto-Wettbewerb

Michael "Omori" Kirchner, geschätzter Fotografenkollege und Herausgeber von "fotografr" hat kürzlich zu einem Foto-Wettbewerb aufgerufen. Die erste Runde des Wettbewerbs steht unter dem Titel "Mein fotografisches Highlight 2012". Insgesamt 150 Teilnehmer haben ihr "Bild des Jahres" eingereicht. Darunter zahlreiche sehr gute und beeindruckende Bilder.
 
Michael hat mich gefragt, ob ich bereit wäre in der Jury zur Auswahl der Siegerfotos mitzumachen. Eine grosse Ehre und gleichzeitig keine leichte Aufgabe, bei so vielen beeindruckenden Einsendungen.
 
Die Bewertung von Wettbewerbseinsendungen ist immer eine individuelle und sehr persönliche Sache. Spricht mich ein Bild an? Bewegt es mich und lädt es mich zum Verweilen ein?
 
Ich bin gespannt auf das Endergebnis, denn die Jury ist persönlich und fotografisch gut gemischt: Stefan Groenveld, Torsten Mühlbacher, Robert Kneschke, Hendrik Roggemann, Ralf Nöhmer, Manuel Mauer, Sven Wickenkamp, Manfred Huszar und Stefan Neuweger sind neben mir mit dabei.

 
Hier nun meine drei Favoriten, die ich an Michael gemeldet habe (wobei die Reihenfolge der Nennung keine Rangordnung enthält):
 
- Ungewissheit von Andrea Grewe-Hagemann

Das Bild enthält etwas "Ur-Menschliches". Die Mischung von Weite, Sehnsucht und Ungewissheit. Eine Kurzfassung des Menschseins.

 
- Hallgrímskirkja von Elisa Häntschel

Schlicht. Schön. Majestätisch. Himmlisch.
 

- Gargoyle von Marcel Felbor

Eine ungewohnte und mir bislang unbekannte Perspektive über Paris.

Projekt November Blues - Und was ich von den Bären lerne

Mitte Oktober begeben sich die Braunbären bei uns in Lappland zu ihren Überwinterungsplätzen, die sie den Sommer über ausgekundschaftet und ausgesucht haben. Die Bären, die ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen, sind sehr clever. Warum den kalten Winter hindurch umherstreifen, wenn es sich den Winter über gemütlich ruhen lässt? Den Winter über schöpfen die Bären so Kraft für die nächste Saison.
 
Die Wintersaison über werde ich hier im Blog etwas kürzer treten. Die Frequenz wird sinken. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet Bilder von den laufenden Projekten auf Instagram und den einschlägigen Sozialen Medien (siehe Menüleiste links).
 
Seit einigen Wochen habe ich mich bei meinen persönlichen Fotoprojekten absichtlich eingeschränkt. Ausserhalb von kommerziellen Aufträgen bleiben die "richtigen" Kameras im Schrank und nur ein Smartphone begleitet mich. Ganz privat ist das übrigens kein iPhone.
 
Die Beschränkung ist gut für die Kreativität und zwingt zur Beschränkung auf das Wesentliche. Die letzten drei Wochen ist so die Serie "November Blues" entstanden: Das Thermometer ist unter Null angekommen. Der Schnee verwandelt die Landschaft und gibt nur noch wenige Details frei. Wasser wird zu Eis. Die Nacht übernimmt den Tag. Wenige Stunden ist es nur noch hell. Und dennoch gibt es faszinierend Lichtblicke; Momentaufnahmen auf dem Weg zum Ruhepunkt des Winters: November Blues


-> Zur Galerie: November Blues

-> Till bildspelet: November Blues


Projekt November Blues - Und was ich von den Bären lerne
November Blues


PS: Die Serie ist - je nach Wunsch - ganz oder in Teilen als Print erhältlich. Anfragen bitte per Mail.

Rezension: PHOTOGRAPH - a quarterly magazine for creative photographers

Rezension: PHOTOGRAPH - a quarterly magazine for creative photographers
 
Dass ich ein Fan der fotografischen Publikationen von David DuChemins Verlag Craft & Vision bin, dürfte sich bereits herum gesprochen haben. Und meine Begeisterung ist nun nochmals gestiegen. Vergangene Woche hat nämlich das jüngste Baby aus der Know-How-Fotoschmiede das Licht erblickt. Und das hat es in sich.
 
Mit "PHOTOGRAPH" stellt Craft & Vision eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift vor, bei der sich alles ums Bild dreht. Die Erstausgabe hat satte 133 Seiten (A4) und liegt praktischerweise als PDF vor. Sowohl auf dem Screen, wie auch auf einer Leseplatte (z. B. einem iPad)kommen Layout und vor allem die zahlreichen Bilder für meinen Geschmack besser zur Geltung, als es in einer Printausgabe der Fall wäre.
 
A propos Print-Zeitschriften: Einerseits scheint der Printbereich - bis auf spezialisierte Nischenmedien - im endgültigen Abwärtstrend zu sein. Andererseits sieht es insbesondere gerade auf dem Markt der Fotozeitschriften recht düster und traurig aus. Ich nutze jede Chance auf Flughäfen die gut sortierten Zeitschriftenkioske nach Fotozeitschriften zu durchforsten. Die Resultate sind mehr und mehr ernüchternd. Das geht es vor allem und in erster Linie um Schnick-Schnack, will sagen: um Kameras, Objektive und allerlei Zubehör. Und was dann tatsächlich zur Fotografie geschrieben wird, ist meistens entweder absolut grundlegend (und in der Regel aus einem im gleichen Verlag erschienenen Anfängerbuch entnommen) oder es ist teiweise auch schlicht falsch. Das scheint David DuChemin genau so zu sehen, und deswegen dürfen wir uns jetzt über "PHOTOGRAPH" freuen.
 
Die Autorenliste der ersten Ausgabe flösst geradezu Ehrfurcht ein. Neben David DuChemin sind dort Namen wie Art Wolfe, Bruce Percy und Nate Parker zu lesen. Das bürgt für hohe Qualität.
 
Erklärter Schwerpunkt des neuen Magazines ist die Kombination aus der Präsentation von hervorragenden Künstlern und ihren Portfolios mit vielen thematischen Artikeln.
 
Zu jedem der präsentierten Fotografen gibt es im Anschluss an das Portfolio einen Frage & Antwort Teil in dem sich der Künstler vorstellt und Einblicke in seine Arbeitsweise gibt. In dieser Ausgabe hat es mir Bruce Percys Portfolio "Iceland" besonders angetan. Ich kann mich gar nicht daran satt sehen.
 
Neben den Fotografen-Präsentationen enthält die Erstausgabe weitere 11 Artikel. Wohltuend fundiert und anspruchsvoll. Da geht es um Komposition, Kreativität und vieles mehr. Alle Artikel sind von einer Sache durchzogen, welche das Magazin so wunderbar macht: Niveau.
 
Gibt es auch etwas, das mich stört? Ganze vier Seiten (von 133). Auf denen wird nützliches Fotozubehör vorgestellt. Das ist gut und richtig. Interessiert mich in diesem Magazin aber nicht. Vom prozentualen Anteil her (4/133) ist das verschmerzbar.
 
Summa summarum: Eine wohltuende und niveauvolle Fotozeitschrift, bei der es um das Wesentliche geht - die Fotografie.
 
Das Magazin ist als Einzelausgabe für USD 8 zu beziehen oder im Jahresabo für USD 24 zu abonnieren. Ein empfehlenswertes Schnäppchen.
 
-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.


 Rezension: PHOTOGRAPH - a quarterly magazine for creative photographers

 

Einfach mal "Danke"...

Viel wird getestet und geschrieben. Ich habe den Eindruck, dass dabei oft das bewährte Handwerkszeug aus dem täglichen Einsatz zu kurz kommt. Deswegen heute ein „Danke“ an:
 

- Bibble (jetzt: Corel AfterShotPro)
 
Auf breiter Front haben sich Lightroom und Aperture durchgesetzt. Ohne Frage zwei hervorragende Programme. Wir entwickeln und bearbeiten unsere RAWs seit Jahren mit Bibble (jetzt: AfterShotPro) und sind nach wie vor vollauf zufrieden. Extrem schnell, modular mit vielen hilfreichen Plugins und für Neueinsteiger auch noch beinahe unschlagbar günstig.
 
 
- Adobe Photoshop
 
Eine Hommage an Photoshop zu schreiben, wäre das sprichwörtliche Tragen der Eulen nach Athen. Neulich habe ich einen der Uralt-Macs aus den 90'er Jahren aus dem Archiv gekramt. Unter System 7 lief da noch ein Photoshop 2.5.1. Was soll ich mehr sagen...
 

- Photowiz Plugins
  
So richtig kraftvoll wird Photoshop natürlich mit leistungsfähigen Plugins. Zu unseren absoluten Favoriten zählen die Helfer aus der Photowiz Serie der deutschen Softwareschmiede The Plugin Site. Aus unserem Workflow sind sie nur schwer weg zu denken. Geheimtipp!
 
 
- Graphic Converter
 
Das bewährte „Schweizer Taschenmesser“ für Dateiformate von Thorsten Lemke. Heute nicht mehr ganz so viel im Einsatz, aber immer noch in manchen Situationen ein Retter in der Not.
 
Fortsetzung folgt.
 
 

Tipps zur mobilen Fotografie - Mit dem Smartphone durch den Winter

Heute soll jetzt es um Tipps für die Fotografie mit dem Smartphone im Winter gehen,

Allgemeine Tipps für das Fotografieren in der Kälte hatte ich Anfang des Jahres schon hier ausführlich beschrieben.
 
Und wer sich in der Kälte hier im Norden dem Fotografieren von Polarlichtern widmen möchte, wird hier fündig.
 
Nun aber zum Fotografieren mit dem Smartphone in der Kälte:

1. Da haben wir zunächst einmal das generelle Kälteproblem

Die meisten Smartphones lieben von Haus aus keine Kälte. Und insbesondere das unter vielen Fotografen heiss geliebte iPhone macht hier gar keine besonders gute Rolle.

Das Hauptproblem liegt in der Batterie (d.h. dem Akku). Die Elektronen in einer abkühlenden Batterie fliessen "langsamer" und der innere Widerstand im Akku nimmt zu. Deswegen liefert der Akku immer weniger Energie. Das Problem ist im Prinzip dasselbe, wie bei "richtigen" Digitalkameras. Nur sind die Akkus von DSLRs schlichtweg grösser dimensioniert. Deswegen dauert die Zeit bis zum "Coolout" dort länger.

Hinzu kommt, dass Fotoapps auf Smartphones in aller Regel ohnehin wahre Stromfresser sind, was auch bei zivilisierten Temperaturen zur schnellen Ermüdung der Akkus führt.
 
Geladene Reserveakkus in der Innentasche könnten eine Hilfe sein, wenn es sich
a. nicht um ein iPhone mit fest eingebautem Akku handelt, oder
b. der Austausch der Akkus allzu "friemelig" ist. Schon der Akkutausch bei der DSLR ist bei minus 30 Grad alles andere als angenehm. Ein filigranes Smartphone zu öffnen, um den Akku zu tauschen ist bei grosser Kälte rein praktisch beinahe unmöglich.
 
Wer alle Akkuleistung fürs Fotografieren braucht, sollte das Telefon in den Flugzeugmodus schalten. Durch den abgeschalteten Sende- und Empfangsteil sinkt der Stromverbrauch.

Der Extratipp lautet deswegen übrigens auch, die Akkus immer bei Zimmertemperatur zu laden und nicht per Autoladekabel im eiskalten Wagen.
 
Ich habe mit verschiedenen Smartphones vom iPhone bis zu "Billig-Smartphones" experimentiert und dabei festgestellt, dass die Billig-Handys von Haus aus oft viel weniger Strom verbrauchen als ihre luxuriöseren Geschwister. Einschlägigen Labortests zufolge schneiden Samsung Galaxy Androiden hier am besten ab (was sich mit meinen unwissenschaftlich ermittelten Ergebnissen deckt).
 
Die Abhilfe liegt darin, das Smartphone möglichst nahe am Körper, z. B. in warmen Innentaschen, zu tragen. Die Zeit in der Kälte ist auf ein Minimum zu reduzieren, was z. B. bedeutet, dass mit dem Upload mit Instagram bitte zugewartet wird, bis Mensch und Smartphone wieder im Warmen sind.
 

2. Das führt aber direkt zum nächsten Problem: Der Kondenswasserbildung.
 
Schnelle und starke Temperaturwechsel von Kälte zu Wärme führen dazu, dass die Luftfeuchtigkeit in der wärmeren Luft am und im kalten Smartphone kondensieren kann. Ist das an der äusseren Hülle vielleicht noch verschmerzbar (weil die Geräte hermetisch verschlossen, oder gar wassergeschützt sind), kann Kondenswasser im Inneren schnell zum elektronischen Tod führen.

Deswegen gilt hier dasselbe, wie für alle Digitalkameras. Beim Verbringen in die Wärme soll das Smartphone in einem geschlossenen Behälter sein (Plastiktüte genügt) und langsam "auftauen". Unter keinen Umständen schnell und mit Hilfsmitteln (Fön, oder auf der Heizung) erwärmen!
 
Unterwegs ist das aber leichter gesagt, als getan. Denn schon der Wechsel nach 5 Minuten bei minus 30 Grad ins gemütlich warme Auto kann ernste Probleme mit sich bringen. Das Smartphone immer in der Kälte zu belassen ist wegen des unter 1. angesprochenen Akkuproblemes auch keine Alternative.
 

3. Der Touchscreen.

In der Kälte gibt es ein weiteres Problem. Die Touchscreens reagieren immer behäbiger und versagen irgendwann ihren Dienst. Und ist das Telefon erst einmal richtig ausgekühlt kann ein unbedachter Atemhauch zur spontanen Eisbildung auf dem Screen führen.
 
Auch die Bedienung mit den Fingern kann zum selben Effekt führen und die blossen Finger kühlen ja selbst schnell aus.

Abhilfe schaffen können spezielle Handschuhe mit denen sich der kapazitive Touchscreen gut bedienen lässt. Ob Ihnen das die Investition von 30-50 Euro in spezielle Handschuhe wert ist, müssen Sie selbst entscheiden. Mir fehlt bei den bisher getesteten Handschuhen schlichtweg das Feingefühl.
 
Meine persönliche Alternative sind Handschuhe für die Jagd, auf die ich durch Zufall auf einem Flohmarkt gestossen bin: Eine Kombination aus Fäustling und Halbfingerhandschuh. Der Fäustling lässt sich nach oben klappen und legt die Finger frei. Im innenliegenden Fingerhandschuh gibt es keine Fingerkuppen. Für den Jäger gibt das den Weg zum Abzug frei und für mich den Weg zum Touchscreen :)

 
4. Von verschiedenen Seiten werden - gerade für den Wintereinsatz - Schutzhüllen empfohlen. Dem kann ich mich nicht anschliessen. Wer immer eine Schutzhülle verwendet, mag das auch im Winter tun. Spezielle Kälteschutzhüllen haben sich bei mir als wirkungslos erwiesen.

Viel Erfolg bei der Smartphone-Fotografie im Winter!
Wer noch weitere Tipps hinzufügen möchte, bitte in die Kommentare posten. Danke!


Minus 30 Grad
„Minus 30 Grad können sehr unangenehm sein - besonders für Smartphones“

Rezension: Social Media für Fotografen

Heute steht ein Buch zur Rezension, bei dem es nicht unmittelbar ums Fotografieren geht, das aber ein für alle Fotografen (gleich ob Hobby oder Professionelle) interessant sein könnte.

Im mitp-Verlag ist gerade das Buch "Social Media für Fotografen" von Bela Beier erschienen. Auf 272 Seiten (Softcover, Format 17 x 24 cm, Euro 29,95) verspricht das Buch "Alles, was Sie über Facebook, Google+, Twitter, Blogs und Foto-Plattformen wissen sollten".
 
Schon auf den ersten Seiten fällt auf, dass sich Bela im richtigen "Fachjargon" bewegt. Er verwendet viele Beispiele aus der fotografischen Wirklichkeit. Ein Pluspunkt, denn einige vergleichbare Werke sind sehr allgemein gehalten und erschweren dem aus der Fotografie kommenden Neuling in Sachen Soziale Medien das Verständnis.
 
A propos Neuling: Das Buch richtet sich definitiv an Einsteiger. Es werden sehr viele Grundlagen erklärt. Das ist gut. Wer sich allerdings schon in Sozialen Medien bewegt und Erfahrungen gesammelt hat, dürfte nicht allzu viel Neues entdecken können. Alle Neueinsteiger, die sich bislang ausschliesslich mit klassischen Marketingmethoden beschäftigt haben, werden grossen Nutzen aus dem Werk ziehen können.
 
Positiv fallen zunächst das gut lesbare Layout und die übersichtliche Gliederung auf. Auch wenn die Gliederung dazu verführen mag, gezielt in einzelne Bereich zu springen, würde ich dem Einsteiger die Lektüre des ganzen Buches empfehlen. Denn Bela beginnt konsequent und mit der wichtigen Frage nach einer Strategie. Danach folgen drei Kapitel zur eigenen Homepage (schliesslich die Basis dessen, was später via Soziale Medien in Umlauf gebracht werden soll).
 
Anschliessend geht es in Kapitel 5 um die Grundlagen der SEO ("Search Engine Optimization").
 
Bis hierher schreibt Bela über das "Fundament", sprich die Grundlagen. Nun geht es an die Arbeit. Bela nimmmt den Leser an die Hand bei der Einrichtung einzelner Accounts. Im Detail geht es z.B. um Gmail, XING, die Fotocommunity und Facebook.
 
Fotocommunity? Ja, richtig gelesen: Fotocommunity. Das vermag ich nun nicht ganz nach zu vollziehen. Für professionelle Fotografen dürfte die Fotocommunity eher unattraktiv sein. Und neben XING hätte ich mir noch mehr Details zu LinkedIn gewünscht. Auch zu Google Reader, Google Analytice, Link Shortener und Flickr bietet Bela Input.
 
Sehr ausführlich widmet sich Bela dem Anlegen eines Facebookaccounts und dem Einrichten von WordPress für einen Blog oder eine Homepage. Hier findet der Anfänger viele Tipps und Hinweise. Allerdings dürfte die Halbwertszeit vieler Details begrenzt sein.  
 
Im letzten Kapitel rundet Bela das Buch mit einem Ausblick auf die mögliche Zukunft der Sozialen Medien ab.
 
Im umfangreichen Anhang präsentiert Bela einen "Social Media Atlas", in dem er die einschlägigen Netzwerke und Services übersichtlich darstellt.
 
Leseproben stehen beim Verlag zum Download bereit.
 
Fazit
 
Positiv: Social Media für Fotografen ist ein umfassendes Werk für alle Fotografen, die in die Nutzung von Sozialen Medien neu einsteigen wollen. Das Buch vermittelt einen guten Überblick und hilft mit vielen Details bei den ersten Schritten. Wer sich dann weiter vertiefen will, wird sich in weitere Netzwerke und Plattformen einarbeiten und seine eigenen Schwerpunkte setzen.
 
Negativ: Die Auswahl der Schwerpunkte (Gmail, XING, die Fotocommunity und Facebook) kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich hätte mir Detailausführungen zu Google+ und z.B. 500px gewünscht.
 

 Social Media für Fotografen von Bela Baier

 
 

Foto-Futter 41/2012

- Das Blogsterben geht weiter
 
Jüngster Kandidat in der Reihe der des Bloggens müde Gewordenen ist Leichtscharf. Einige Gedanken zur derzeitigen Blogmüdigkeit und zum Blogsterbern gibt es hier und hier.
 
Von verschiedenen Seiten wird verlautbart, dass es sich nicht nur um Fotoblogs handelt, sondern dass eine nicht ganz rational erklärbare Entwicklung auf breiter Front vor sich geht.
 

- Jetzt aber eine erfreuliche Nachricht


Bei Craft & Vision waren die monatlichen Podcasts (u.a. mit David DuChemin) bislang den Premium-Abonnenten vorbehalten. Das hat sich vor einigen Tagen geändert und ich kann die Podcasts einfach nur empfehlen. Hier gehts zur Liste und zum Download.
 


- Vernachlässigt Nikon das DX-Segment - eine seiner "Cashcows" - sträflich?


Thom Hogan ist überzeugt, dass dem so ist und hat den DX-Monat ausgefrufen.

 
- Soziale Medien

Ich lese gerade Social Media für Fotografen und darf ein Review im Laufe der Woche ankündigen.

 
- A propos Socziale Medien

Ich bin übrigens als architectofvision auch auf Instagram zu finden.
 
 
- Was kann ein Like auf Facebook alles bedeuten?

Eine ganze Menge! Bei Rosh Sillars gibt es einen guten Artikel dazu "17 Types of Facebook Likes".
 
 
Das wars für heute. Gutes Licht und einen guten Start in die Woche!
 

Epidemie?

Moment - erst einmal den Mundschutz überstreifen. Könnte ja gefährlich werden. Wer weiss?
 
Wikipedia belehrt uns:
 

Aus epidemiologischer Sichtweise wird von einer Epidemie gesprochen, wenn in einem bestimmten Zeitraum die Inzidenz (als Anzahl der neuen Erkrankungsfälle) zunimmt.


 
Der Begriff „Erkrankungsfälle“ trifft die heutige Thematik vielleicht nicht zu 100%. Aber ganz im Ernst.

Unter den deutschsprachigen Fotoblogs tritt gerade ein merkwürdiges Phänomen auf: Blogmüdigkeit, die bis zum Blogtod reicht.
 
Damit mir bitte niemand etwas unterstellt, das ich so nicht geschrieben und/oder gemeint habe: Ich kritisiere keinen der geschätzten Bloggerkolleginnen und Kollegen. Es fällt mir einfach nur schmerzlich auf.
 
Innerhalb kurzer Zeit sind einige bekannte und beliebte Fotoblogs vom Netz gegangen (teilweise ist der komplette Content verschwunden). Andere Blogger sind der Trolle ermüdet, und haben die Kommentarfunktionen stillgelegt. Wieder andere sind in die faktische Totenstarre übergegangen, indem die Blogfrequenz zum Erliegen gekommen ist. Und eine letzte Gruppe schreibt ganz offen über derzeitige Überlegungen zur aktiven blogtechnischen Sterbehilfe.
 
Jetzt frage ich mich:
 
1. Wo liegen die Ursachen?
2. Ist das ansteckend?
 
Die Ursachenforschung ist interessant. Die ersten Symptome sind leicht zu übersehen. Ein Burnout im Blog ist schnell erreicht. Insbesondere, wenn sich ein innerer Leistungsdruck aufbaut. Wer die eigene Blogger-Seelenhygiene gut im Griff hat, reagiert wahrscheinlich mit der Senkung der Blogfrequenz. Andere Charaktäre drücken auf den Exit-Knopf beim sprichwörtlichen letzten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
 
Was ich aber nicht verstehe (es will mir einfach nicht in den Kopf) ist, warum im Prinzip alle Kandidaten noch auf diversen sozialen Medien vertreten sind (und dort mitunter viel und fleissig schreiben und diskutieren). Auch hier gilt wieder "Keine Kritik". Aber ich wäre für Input und Meinungen zu diesem - aus meiner Sicht - Widerspruch sehr dankbar.
 
Was dann zur Frage nach der Ansteckungsgefahr führt. Was wird als Schutz derzeit empfohlen? Den Computer zuklappen, zur Kamera greifen und fotografieren (gerne ausserhalb des Büros oder Wohnzimmers).

Epidemie oder Blogsterben?
„Epidemie / Blogsterben ?!“

Menüführung und Markentreue

Igitt. Verwirrung. Das habe ich nun davon, dass der Kamerapark bisweilen mit neuen Modellen erweitert wird.

Wer denkt sich denn nur so etwas aus? Die Rede ist von den Menüs und der Menüführung. Seitenlang, unübersichtlich und dazu noch schlecht durchdacht.

Um keine Entrüstungsstürme los zu treten verkneife ich es mir, hier einen Screenshot vom fraglichen Kameradisplay zu posten. Meine Erkenntnis gibts aber trotzdem:
 
1. Ich verstehe die Schlichtheit und den Charme einer M immer besser...
 
2. Das neumodische Menügedöns erhöht - quasi als Marketinginstrument - die Markentreue. Bei den bewährten Arbeitstieren aus dem Hause Nikon werden die Menüs von Modellgeneration zu Modellgeneration zwar umfangreicher, die Systematik bleibt aber dem Grunde nach erhalten. Um mir die Gedankenakrobatik zu ersparen, bleibe ich Nikon eher treu.
 
3. Vielleicht hilft die Gehirnakrobatik ja auch gegen das Einrosten der Hirnwindungen.
 
Weitere Ideen?

Inspiration

Sicher, ein Besuch auf der Photokina wäre bestimmt interessant gewesen. Mir persönlich hat die Berichterstattung von Thom Hogan aber vollauf gereicht.

Und wenn ich dieses Zitat von Thom lese

„Short answer: we care more about our gear than images.This message was repeated many times throughout the show. I rarely saw people step up and study the ubiquitous images“



dann bin ich froh nicht gefahren zu sein :)

Was zum eigentlichen Thema dieses Eintrages führt: Inspiration.

Ich weiss, es ist schon viel darüber geschrieben worden und das Thema Inspiration steht (ebenso wie die „Kreativität“) in der Gefahr, etwas abgenutzt zu werden. Aber dennoch. Meine ganz persönlichen Gedanken und Erfahrungen.

Ich finde Inspiration häufig in der Einsamkeit, draussen in der Natur:

Einer der letzten schönen Herbsttage mit (knappen) Plusgraden. Einige letzte Mücken ziehen verzweifelt ihre Runden. Zu schwach schon, um noch zu stechen.

Fallendes Laub wird von faszinierenden Spinnenfäden begleitet, die auf der Suche nach Beute durch den Wind gleiten.

Tiefgrünes Moos am Rande eines Moores lädt Dich zum Verweilen ein.

Wasser in allen Formen ist besonders anziehend. Es schärft den Blick und reinigt die Seele; lädt zur Kontemplation ein.

Vielleicht findest Du eine Wiese. Beim Hindurchschreiten kannst Du die Form der sich unter Deinen Füssen bewegenden Grashalme beobachten und wenn Du eine Pause machen möchtest, dann leg Dich der Länge nach bäuchlings ins Gras und betrachte die Welt aus dieser Perspektive durch einen grünen Vorhang.

Die Gedanken beginnen zu kreisen. Existentielles vermengt sich mit Profanem. Die Ruhe zieht Dich in ihren Bann. Nur einige Tierlaute sind hier und da zu hören. Aber sie stören nicht, denn sie sind ein Teil der Kulisse.

Und dann stellen sich die wirklich wichtigen Fragen: Warum mache ich überhaupt Bilder?


Natiur - Quelle der Inspiration
„Tankstelle für Inspiration“

Foto-Futter-Extra: Fotografie ist keine Religion

Heute eine Extraausgabe Foto-Futter zur Photokina vom 18.-23.09.2012 in Köln:
Die Fotowelt steht wieder einmal Kopf. Muss das eigentlich so sein?

Pünktlich und passend zur Photokina hat Sascha Rheker einen äusserst lesenswerten Blogartikel veröffentlicht, dem ich mich gerne anschliesse:

Sascha Rheker: Fotografie ist keine Religion

David DuChemin „Portraits of Earth“ - Kurzrezension

Die Craft & Vision Edition hat sich bekanntlich dem Ziel verpflichtet, fotografisches Know-How in Ebook-Form zu erschwinglichem (eigentlich besser: unschlagbarem) Preis anzubieten. Die Autoren sind renommiert und manchmal schreibt auch der „Chef“ David DuChemin selbst.

Vor einigen Tagen ist ein neues Ebook von David selbst erschienen „Potraits of Earth“, eine Einführung in die Landschaftsfotografie.

Für mich ist es nicht nur Inhalt, denn der muss selbstverständlich fundiert sein, sondern gerade auch der Schreibstil, der ein Buch wirklich interessant und lesenswert macht. Und ich bekenne gerne, dass mich Davids Stil sehr anspricht. Auf den Punkt, aber dennoch humorvoll und erfrischend.

„Portraits of Earth“ - Im jüngsten Craft & Vision Ebook geht es also um Landschaftsfotografie. Ich finde das interessant, ist David doch weithin als „Humanitarian Photographer“ und für seine ausdrucksstarken Portraits bekannt. David befindet sich auf einer fotografischen (und anscheinend auch philosophischen) Reise. Während Portraits den Sinn für die Vergänglichkeit des Seins wecken und schärfen, bringt die Landschaftsfotografie die Unvergänglichkeit zum Tragen. Die ausdrucksstarken Bilder im Buch untermalen das eindrucksvoll.

In bewährter Weise ist das Buch zugleich ein Arbeitsbuch mit vielen Tipps, Tricks und Aufgaben für den Leser.

Auf 64 Seiten (A4) beginnt David seinen Rundgang durch die Landschaftsfotografie mit den Themen: Ausrüstung / Gear, Licht, Komposition mit Linien und Linienführung. Das Kapitel über Ausrüstung ist erfrischend kurz und widmet sich Objektiven, Stativen und Filtern. Die Kapitel Licht und Komposition dürften selbsterklärend sein. Mit vielen Bildern erklärt David seine textlichen Ausführungen.

Danach finde ich die weitere Aufteilung des Ebooks besonders charmant: Er untergliedert nach den Elementen in Land, Wasser, Schnee und Detailaufnahmen. Jeweils mit einer Menge Tipps und Tricks, von denen einige schlicht und simpel wirken, aus Erfahrung aber essentiell (und manchmal sogar existentiell) sind.

Wer sich mit der Landschaftsfotografie beschäftigen möchte, für den ist das Buch ein idealer Ausgangs- und Startpunkt. Eine klare Empfehlung!

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version, auf die es auch einen Einführungsrabatt gibt. Der Preis liegt mit USD 5 wie immer auf rekordverdächtig günstigem Niveau.

Und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 9. September 2012, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt (d.h. Einen Preis von USD 4), diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: EARTH4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher aus der Reihe Craft & Vison kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes EARTH20 ganze 20% Rabatt auf Ihre Bestellung beim Kauf von 5 oder mehr Büchern.

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.



Foto-Futter KW 38/2012: Ming Thein

Ein echter Aufsteiger in der fotografischen Blogwelt ist der aus Malaysia stammende Fotograf Ming Thein. Und ein sehr empfehlenswerter noch dazu. Im Februar 2012 begann er zu bloggen und bereits im Juni erreichte er die 500.000er Besuchermarke. Dafür muss es einen Grund geben. Zudem bloggt Ming bewundernswert viel, ohne dass die Qualität darunter leiden würde.

Seine Artikel geben einen authentischen Einblick in seine Welt als professioneller Fotograf mit interessanten Spezialisierungen. Er bloggt viele Fotos, die einen ganz eigenen – meiner Meinung nach sehr sympathischen und ansprechenden – Stil aufweisen.

Beonderes Hightligt sind aber seine Artikel zu generellen fotografischen Themen. Und auch „Gearheads“ kommen nicht zu kurz.

Kurz: Mings Blog ist ein Muss im RSS-Reader.

Foto-Futter KW 38/2012: Ming Thein

Forgotten places and lost families: Ein persönliches Projekt über die Urbanisierung in Schweden

Auf meinem englischsprachigen Blog habe ich gerade ein persönliches Projekt vorgestellt, dass mich die letzten Monate sehr beschäftigt hat.

Es geht um die seit mehr als 100 Jahren fortschreitende Urbanisierung in Schweden (insbesondere Nordschweden, bzw. Lappland). 

Die Landflucht hat ihre Spuren hinterlassen: Massen verlassener Häuser und Gehöfte. Oft sehen diese so aus, als hätten die früheren Bewohner ihre alte Heimat "Hals über Kopf" verlassen (müssen?). Manchmal stehen die jahrzehntealten Marmeladengläser noch im Schrank, oder der Tisch ist noch gedeckt. Gespenstisch und zugleich unglaublich faszinierend. 

-> Mehr Details (auf Englisch) und eine Galerie mit einigen Bildern gibt es hier.

Die ganze Bilderserie wird demnächst als Teil einer Wanderausstellung unterwegs sein. Sobald ich die genauen Daten dazu habe, gibt es hier ein Update.

Forgotten places and lost families: Ein persönliches Projekt über die Urbanisierung in Schweden
„Forgotten places and lost families“


Retro-Vintage-Hype

Ein Artikel, der kürzlich auf Jörg M. Colbergs Seite "Conscientious" erschienen ist, hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Es geht um ein Phänomen; eigentlich sogar um eine existentielle Frage in der Fotografie (und der Kunst ganz generell): Gibt es eine Entwicklung in der Fotografie als Kunst? Gibt es generell "neue" kreative Entwicklungen? Manches spricht dagegen.

Ich gehöre zu einer Generation, die noch mit echten Polaroidbildern aufgewachsen ist. Gerne denke ich zurück an die alte Polaroidkamera, die meine Tante in den 70er Jahren hatte. Wir Kinder durften zusehen, wie die Kamera (meistens jedenfalls, denn manche Filme haben "geklemmt") die Bilder ausspuckte und sich langsam die Details und Konturen abzeichneten. "Nicht anfassen und nicht pusten" lauteten die ermahnenden Worte. Nur das behutsam leichte Hin- und Herwedeln des Fotos war in dieser kritischen Phase erlaubt. Und wer eines der begehrten Bilder mitnehmen durfte wurde stets ermahnt, das Bild nicht aus seinem weissen Rahmen auszuschneiden wegen "der giftigen Chemikalienrückstände", die im Rahmen seien. Denke ich heute an den damaligen Polaroidstil wärmen mir diese Erinnerungen immer noch das Herz. (Echtes) Polaroid war (ist) die exemplarische Verkörperung der analogen Fotografie.

Nun gibt es in der digitalen Fotowelt seit geraumer Zeit einen Retro-Vintage-Hype. Apps bieten den Retrostil an und verschiedene Photoshop-Aktionen versprechen ein Ergebnis, das dem Original nahe kommen soll.

Die Krone der Bildbearbeitung im Polaroid-Stil ist das kleine Programm "Polaroid" (für Mac und PC), das den Entwicklungsvorgang sogar zeitlich nachbildet.

Vollständig echtes "Analog-Feel-Retro" sozusagen (Moment bitte; ich muss noch Schutzhelm, Handschuhe und den gepolsterter Overall anziehen, bevor ich weiter schreibe).

Beim Frühstück entspann sich gestern jedenfalls eine längere Diskussion über die Frage des "Retro-Vintage-Hype". Gibt es überhaupt so etwas wie "Retro". Leben wir nicht ständig im Gewohnten? Die Essenz der Diskussion:

1. Retro steht für Stabilität. Rein technisch müsste Retro eigentlich sogar für "analog" stehen. Wenn da nicht, ja, wenn da nicht die Bequemlichkeit wäre. Und die zunehmende Beschleunigung. "Dynaxity" nennt sich dieses Phänomen (das von dem 2008 verstorbenen Prof. Dr. Heijo Rieckmann ausführlich beschrieben wurde). Dynaxity ist ein Kunstwort aus den Bestandteilen "Dynamik" und "Komplexität". Beides nimmt stetig zu. Exponentiell, wie es den Anschein hat. Retro und Vintage wecken die Erinnerung und stillen die Sehnsucht nach der "guten alten Zeit", in der alles noch schöner, langsamer und überhaupt: besser, war.

Denn psychologisch gehören der Wunsch nach Sicherheit, Geborgenheit und Stabilität zu den menschlichen essentiellen Grundbedürfnissen. Je unstetiger, unsicherer und unwirtlicher das Umfeld wird, desto grösser die Sehnsucht und das Streben.

2. Kunsthistorisch - und hier ist Frau Lapplandblog sehr gut bewandert - ist es generell fraglich, inwieweit es kreative Neuerungen überhaupt noch gibt. Mit zunehmender philosophischer Sättigung schlägt die Gier nach dem Bestehenden, nach dem was "auf dem Silbertablett serviert wird" zu. Es ist schlicht viel einfacher und bequemer zu konsumieren oder allenfalls zu kopieren, als zu erschaffen.

3. Interessant ist allerdings, dass Bilder im Retro-Vintage-Style auch Teenager und Twens ansprechen. Eine Generation, die diese Bilder im analogen Stil eigentlich nicht mehr kennen dürfte. Zwei Erklärungsansätze bieten sich an:

- Gerade Bilder im Polaroid-Look basieren oft auf Schlichtheit. Häufig einfache, aber effektive Kompositionen. Diese Bilder sind oft gut und leicht verständlich und lesbar. Etwas, das eine Generation, die in einer extrem schnelllebigen Zeit aufgewachsen ist und lebt, per se ansprechen dürfte.

- Die Generation der Teens und Twens giert nach Neuem. Viele der heutigen Teens und Twens gehören der "Vollsättigungs-"Generation an. Immer mehr, immer schneller - so die Lebensdevise. Neue Trends werden gerne konsumiert (auch wenn es sich dabei eigentlich um Retro-Vintage handelt). Schliesslich schlummern auch (und vielleicht gerade) in den Seelen der Teens und Twens die oben schon erwähnten Wünsche und Sehnsüchte. Vielleicht bringen Retro-Vintage Bilder auch diese Seite zum Schwingen.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus alledem ziehen?

Mir geht es nicht darum, über Trends und Entwicklungen den Stab zu brechen.

Und - Hand aufs Herz - : Ganz persönlich mag ich den Retro-Vintage-Look auch ganz gerne leiden. Schauen wir mal, wie sich der Trend weiter entwickelt.

Eine ganz andere Sache ist die Frage nach dem Einsatz von Apps, die den Retro-Vintage-Look produzieren, für Reportageeinsätze. Das gehört in einem anderen Blogartikel.

Space-Invaders meet Polaroid
„Doppelter Vintage-Retro: Space-Invaders meet Polaroid“

Geplante Obsoleszenz - Kompaktkamera fails? Ein Erfahrungsbericht.

Entrümpelung im Kompaktkamera-Archiv bei einem verspäteten Frühjahrsputz (in Lappland sind die Jahreszeiten bekanntlich nach hinten verschoben). Da lagen also 13 Kompaktkameras aus den letzten fünf Jahren vor uns auf dem Tisch. Nummer 14 (eine Canon IXUS 950IS) fehlt, weil wir sie im vergangenen Jahr separat verschrottet haben.

Zuerst das Rätsel: Zwei davon funktionieren noch einwandfrei. Die Preisfrage ist, welche?

Kompaktkameras haben es bei uns im Haushalt zugegebenermassen nicht leicht. Sie begleiten uns immer und überall hin (auch wenn die grosse Ausrüstung im Einsatz ist). Oft geht es bei Wind, Wetter und tiefsten Temperaturen auf abenteuerliche Touren. Ein realistischer Dauertest sozusagen. 

Also liebe Kamerahersteller: Wenn Ihr unter harten realistischen Einsatzbedingungen testen wollt, nehmt bitte Kontakt mit uns auf!

Zurück zum Thema: Der traurige Befund ist nun, dass 12 von 14 in den vergangenen fünf Jahren von uns eingesetzten Kompaktkameras überhaupt nicht mehr, oder nur noch mangelhaft funktionieren.  

Die Ausfallrate und die Ausfallzeitpunkte sind allerdings manchmal sehr merkwürdig. Manche Kameras verabschieden sich nach relativ kurzer Zeit mit merkwürdigen Fehlermeldungen. In den kleinen Gehäusen steckt jede Menge Elektronik und Ausreisser kann es bekanntlich immer einmal geben. Deswegen habe ich alle Modelle mit den jeweiligen Fehlern auch gegoogelt und bin bei fast allen fündig geworden.  

Generalisiert würde ich sagen: Je neuer die Kamera, desto kürzer die Lebensdauer. Und das macht natürlich stutzig, denn eigentlich sollten Elektronik und Mechanik immer besser und zuverlässiger werden.

Mich beschleicht der Verdacht, dass bei manchen Produkten die sogenannte "geplante Obsoleszenz" im Spiel sein könnte. Um was geht es dabei? 

Wikipedia definiert das so: "Gemeint ist ... ein Teil einer Produktstrategie, bei der schon während des Herstellungsprozesses bewusst Schwachstellen in das betreffende Produkt eingebaut, Lösungen mit absehbarer Haltbarkeit und/oder Rohstoffe von minderer Qualität eingesetzt werden, die dazu führen, dass das Produkt schneller schad- oder fehlerhaft wird und nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden kann."


So etwas scheint bei vielen Produkten - gerade in der Unterhaltungselektronik - heute üblich zu sein (und ist auch in verschiedenen Medien immer öfter nachzulesen), wie zum Beispiel hier.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann einfach zum Begriff "Geplante Obsoleszenz" sich im Netz auf die Suche machen und sich dann wundern. Allen, die tiefer in die Thematik einsteigen wollen, sei das Portal „MURKS? NEIN DANKE!“ empfohlen.

Wie sieht es konkret mit unseren Verschrottungskandidaten aus?

Eine Nikon L12 (gekauft 2007) hat das laut Suchergebnissen normale Stromversorgungsproblem. Neue Batterien oder Akkus? Beim Einschalten zeigt das Display "Akkukapazität erschöpft" und die Kamera schaltet sich wieder ab. Das gleiche Verhalten legt eine Pentax Optio WP an den Tag.

Eine Casio EX-V7 (die wir ansonsten sehr geschätzt haben) zeigt den laut Suchergebnissen sehr häufigen "Objektivfehler 2" und ist dadurch unbrauchbar.

Eine Sigma DP1 und eine Leica D-Lux 2 haben so grosse Staubpartikel im Objektiv, dass die Flecken praktisch nicht mehr zu retuschieren sind. Bereits beim Kauf waren jeweils mehrere winzige wie Sensorflecken aussehende Spots vorhanden. Mein Verdacht geht dahin, dass es sich um Abrieb aus der Objektivmechanik handelt.

Bei der Leica C-Lux 2 muss zur Ehrenrettung gesagt werden, dass sie einen schweren Sturz eingesteckt hat, bevor sich die äusseren Verschlusslamellen nicht mehr schlossen.

Relativ gut geschlagen haben sich die Canons: Die digitale Ur-IXUS (die immerhin 2,1 Megapixel liefert) funktioniert noch wie eh und je. Natürlich sind die Bilder im Prinzip für nichts mehr zu brauchen.

Eine Powershot A40 mochte nach einigen Jahren keine Energie mehr zu sich nehmen. Egal ob neue Akkus oder Batterien: Sie erwachte nicht mehr zum Leben.

Eine IXUS 950IS hat sich mit geschätzten 15.000 Auslösungen in drei Jahren tapfer geschlagen, bis die Objektivmechanik versagt hat.  

Viel schlechter hat eine IXUS 100IS abgeschnitten. Sie versagte bereits nach ca. 6 Monaten mit defekter Objektivmechanik.

Die Canon S95 funktioniert nach ca. 6 Monaten bislang noch einwandfrei.

Die beiden noch einwandfrei funktionierenden Modelle aus dem Konvolut kommen also beide aus dem Hause Canon.

Geplante Obsoleszenz - Kompaktkamera fails? Ein Erfahrungsbericht.

Geheimtipp: Den härtesten Belastungen sind die Kameras dann ausgesetzt, wenn sie in die Hände von Frau Lapplandblog geraten. Die Sterblichkeitsrate in diesem Falle ist statistisch deutlich erhöht. Frau Lapplandblog hat übrigens auch das schöne Kamera-Stilleben dekoriert. 





Smartphones - Geliebt, gehasst, genutzt...

Im Artikel über meine Trendforschung in Stockholm hatte ich unter der Überschrift "Der Trend zur mobilen Fotografie" auch einen Absatz über Smartphones geschrieben (wörtlich schrieb ich über "iPhones und Androiden"). Auf meine kritischen Ausführungen hin habe ich auf verschiedenen Kanälen erstaunlich viel Feedback bekommen. Anlass genug, das Thema nochmals zu vertiefen.

Keine Sorge, ich führe die Grundsatzdiskussion zur Erforderlichkeit von Equipment (Stichwort: "Wer macht jetzt eigentlich die Fotos, der Fotograf oder die Kamera") jetzt nicht zum zehntausendstenmal. Und die tatsächliche Qualität der Bilder aus dem Smartphone ist von kompetenteren Stellen nun auch schon so oft untersucht worden, dass es langweilig wird.

Mir geht es zuerst mehr um die psychologischen Komponenten, die da z. B. wären: 

- Die Versuchung, einfach noch mehr zu knipsen, weil es mit dem allgegenwärtigen Smartphone ja noch einfacher ist;
- der Spagat zwischen dem "immer erreichbar und online sein" (Stichwort: Gleich auf Facebook & Co mit den Bildern) und der bizarrerweise daraus folgenden (!) kommunikativen Vereinsamung im nahen Umfeld;
- was einher geht, mit immer oberflächlicheren Beziehungen im Allgemeinen.
- usw, usf.

Was steckt dahinter? Die "Verführung durch die Technik". Für viele sind die technischen Errungenschaften letztlich eine Art von Droge. Und Drogen führen zu Abhängigkeiten. Deswegen auch der "immer mehr haben will"-Reflex. Nichts anderes als schlicht eine Abhängigkeit. Und genau das führt dann - meines Erachtens nach - auch zu den geschilderten negativen Auswirkungen.

Der Ausweg? Innere Distanz. Mache Dich frei: Ein Werkzeug ist ein Werkzeug. Nicht mehr. Nicht weniger. Selbstverständlich darf ich mich an einem guten Werkzeug freuen. Aber es bleibt ein Werkzeug. Das geschaffene Werk, d.h. das Bild, zählt. 

Und da sind wir plötzlich wieder mittendrin in der Diskussion über das Equipment. Das richtige Werkzeug für den richtigen Zweck. Und in der Tat sind Smartphones manchmal ein sehr geeignetes fotografisches Arbeitsmittel. Unauffällig und unverfänglich. Manchmal sind sie aber einfach auch fehl am Platz. Und bitte dran denken: Sie sind Werkzeuge und sollen nicht zur Droge werden.

Als Nachtrag und Zusatz hier Frau Lapplandblogs Kommentar zum Thema, nach einer eingehenden Diskussion auf dem heimischen Sofa: "Die Technik kann sich so schnell und hoch entwickeln, wie sie will; die Entwicklung des Menschen ist konnte leider nicht mit Schritt halten".

Selbstportrait mit dem iPhone in Stockholm
„Geliebt, gehasstm genutzt - Selbstportrait mit dem iPhone“

A propos: Aufgenommen im Schaufenster einer sehr bekannten Goldschmiede in Stockholm. Mit „grosser Kamera“ wäre ich hier wahrscheinlich unangenehm aufgefallen, arbeiten doch die Goldschmiede im Hintergrund an wertvollen Schmuckstücken.


Trendforschung und ein persönliches Aha-Erlebnis

Fotografische Trendforschung und ein persönliches Aha-Erlebnis

Eine Bestandsaufnahme, Fragen und Schlussfolgerungen

Ich bin schwerpunktmässig in Sachen Tourismus-, Reportage- und Travel-Fotografie in Lappland tätig. Die Tourismusbranche ist sehr kurzlebig und ständig auf der Suche nach neuen Ideen und Konzepten. Immer besser, immer schöner und - vor allem - immer spektakulärer muss es sein. Up-to-date zu sein, ist also ein "Muss". Dazu ist Stockholm mein ganz persönlicher Tourismus-Barometer. Deswegen bin ich üblicherweise mehrere Male im Jahr dort um Kontakte zu pflegen, und aktuelle Trends und Entwicklungen zu verfolgen.

So war diese Woche wieder einmal Stockholm angesagt. Den touristischen Teil lasse ich hier einmal weg, aber die aktuellen Fototrends waren überdeutlich.

Vorab ein Disclaimer: Die Fakten, die ich nun schildere, sind meine eigene Wahrnehmung und die Prozentsätze sind mit Strichlisten an verschiedenen touristischen Brennpunkten in Stockholm von mir ermittelt worden. Ich nehme nicht in Anspruch, dass es sich um hundertprozentig repräsentative und statistisch belastbare Ziffern handelt, doch die Trends sind sehr deutlich und die Schlussfolgerungen mehr als naheliegend. Jetzt aber Butter bei die Fische.

Der klassische Tourist hat immer eine Kamera dabei. Ich rechne dabei mit (mindestens) einer Kamera "pro Familie". Familie kann sein ein (verheiratetes oder unverheiratetes) Paar oder eine grössere Familie mit Kindern.

Noch im vergangenen Jahr hat es sich überwiegend um Kompaktkameras aller möglicher Marken gehandelt. Dieses Jahr ist der Trend zu "grösseren Kameras" evident. Meine aktuelle Zählung in Stockholm diese Woche hat folgende Werte ergeben:

- ca. 50% der Kameras waren DSLRs;
- ca. 10% der Kameras waren spiegellose Systemkameras;
- ca. 40% der Kameras waren Kompaktkameras.

Von den DSLRs waren

- ca. 70% Einsteigergehäuse;
- ca. 20% "Prosumer"-Gehäuse;
- ca. 10% Profigehäuse.

Übrigens: Immerhin eine gute alte Analogkamera wurde gesichtet :)

Auch das touristische Fotoverhalten hat sich verändert. Früher, d.h. als noch mehr Touristen mit Kompaktkameras unterwegs waren, wurde weniger fotografiert (von den analogen Zeiten, als Filme noch richtig Geld gekostet haben, reden wir jetzt gar nicht). Die Nutzer von DSLRs und spiegellosen Kameras "knipsen" deutlich mehr. Selbst bei "einfachen Szenen", wie z. B. der Wachparade vor dem Königspalast hat sich die Szenerie - will sagen: das Kameragewitter - angehört, als ob ein Superstar über den Roten Teppich gehen würde. Mir wurde geradezu schummerig. Schwer zu sagen, wie viele zigtausend Bilder von Touristen während der Saison in Stockholm täglich geknipst werden. Das anfallende Datenvolumen ist unvorstellbar.

Zum Spass habe ich in Foto- und Elektronikgeschäften vor Ort nachgefragt und dort die Bestätigung erhalten: Nach Aussagen der Verkäufer hat sich der Verkauf von Speicherkarten an Touristen im Laufe der letzten Jahre vervielfacht.

Ich kann mir beim besten Willen partout nicht vorstellen, dass alle diese Millionen Bilder katalogisiert, archiviert oder gar ausgedruckt werden (an zeitintensive Nachbearbeitung will ich erst gar nicht denken).

Auch die Betrachtbarkeit "auf der Kamera" unterscheidet sich bei DSLRs und spiegellosen Systemkameras von der bei Kompaktkameras: Letztere werden gerne einmal herumgereicht, um die Bilder vom letzten Urlaub oder der besuchten Hochzeit herum zu zeigen. Bei einer grösseren und sperrigeren Kamera dürfte das nicht ohne weiteres so der Fall sein.

Anders herum gesagt: Es wird nicht mehr "gesehen", "wahrgenommen" und "erlebt", sondern schlicht "drauflosgeknipst". Der unbewusste Hintergedanke dabei ist wohl "Hauptsache geknipst", denn dann kann ja alles später noch "in Ruhe" betrachtet werden.

"Es kostet ja nichts, lieber einige Bilder zu viel zu machen", wie ein deutscher Tourist mir auf meine Nachfrage zu seinem Fotoverhalten wörtlich sagte.

Dazu kommt dann noch der Trend der mobilen Fotografie. Smartphones sind allgegenwärtig. Ohne Strichliste gezählt, wandeln in Stockholm ca. 50% der Menschen (Touristen wie Einheimische) mit einem iPhone umher; ca. 35% mit einem Androiden. Einige wenige (bedauernswerte) Menschen scheinen bislang (noch?) nicht im Besitz dieser technischen Errungenschaft zu sein.

Die Wortwahl "wandeln" ist übrigens mit Absicht gewählt. Früher einmal gingen Menschen umher und haben um sich geschaut. Manchmal haben sich sogar spontane Unterhaltungen ergeben. Heutzutage ist das nicht mehr der Fall. Die Mehrzahl der Menschen geht über das Smartphone gebeugt umher. Da werden Emails und SMS geschrieben, oder die lieben Tierchen im virtuellen "Pet Shop" gepflegt und gefüttert. ES IST NICHT AUSZUHALTEN! (oder vielleicht werde ich auch nur alt...).

Ja, und geknipst wird mit den Smartphones natürlich auch. In rauhen Mengen und im Snapshot-Party-Stil (und die Bilder landen in der überwiegenden Mehrzahl höchstwahrscheinlich direkt auf Facebook & Co.)

Hand aufs Herz: Ich bekenne mich auch schuldig, knipse ich doch auch ab und an mit dem iPhone. Ja, ich habe auch schon iPhone-Aufnahmen an Kunden verkauft und die Kunden waren sogar sehr zufrieden. Denn das Mobiltelefon ist fast immer zur Hand und bei Reportagen oft deutlich unverfänglicher als eine grössere Kamera. Denn wer hat schon etwas gegen ein Bild mit einem Mobiltelefon einzuwenden? Aber zurück zum Thema.

Was folgt aus alle dem?

- Weite Teile der klassischen Tourismusfotografie sind "tot". Vieles von dem, was vor 20 Jahren noch im "Merian" zu sehen war, gibt es heutzutage zehntausendfach auf Festplatten. Das haut keinen mehr vom Sockel.

- Die kreative Tourismusfotografie boomt nach wie vor. Denn Reiseanbieter, Agenturen und all die anderen Kunden im Bereich Tourismus wollen (jetzt erst recht) ihre Destinationen "bezaubernd" fotografiert wissen. Auf eine Art und Weise, die sich von den Knipsebildern der Touristen selbst deutlich abhebt. Schlüssige Konzepte und Storytelling stehen hoch im Kurs.

- Die klassischen "Hotel-", "Flugzeugaussteige-" und "Partyfotografen" werden überleben. Denn sie bieten Papierbilder an. Und die haben einen unschlagbaren Vorteil gegenüber den virtuellen Snapshots für Facebook. Tangibilität schlägt, denn Papierbilder sind anfassbar und vermitteln dadurch einen Wert in sich (in dieser Fallgruppe meistens völlig unabhängig von der fotografischen Qualität).

- Schliesslich, und auch wenn es mittlerweile schon beinahe "ausgeleiert" klingt:

Anders sein ist definitiv besser, als nur den allgegenwärtigen Mainstream perfektionieren zu wollen. Letzteres sieht sich grosser Konkurrenz ausgesetzt. Ersteres ist unnachahmlich, wenn es authentisch geschieht.


Mein Aha-Erlebnis dazu war ein Graffiti, das ich am letzten Tag in Stockholm auf dem Weg zu einem Termin im Vorbeigehen aus dem Augenwinkel entdeckt habe. Irgendein Sprayer hatte auf einer Baustellenwand den Satz "FIND YOUR OWN WAY" verewigt. Weil gerade in Eile, habe ich auf dem Absatz kehrt gemacht und zum iPhone gegriffen. Später habe ich realisiert, dass das quasi die Bestätigung der Antwort auf meine Fragen und Überlegungen war.

Die Sprayerei mit dem tiefen Wahrheitsgehalt hat mir übrigens so gut gefallen, dass ich das Bild auch gerade zum Startbild auf meiner Homepage erhoben habe :-)

Find your own way
„Writing on the wall - Graffiti aus Stockholm“

15. Mai 2012 - A day in the World - Expressions of Humankind

Der 15. Mai ist ein fotografisch bedeutsamer Tag, soll heute doch ein weltweiter fotografischer "Snapshot" des universalen Geschehens aufgenommen werden. Nicht weniger als eine Scheibe "Digitales Weltkulturerbe" soll in einer weltumspannenden Kollaboration heute entstehen. 

Das Projekt "A day in the World - Expressions of Humankind" wird von einer schwedischen Stiftung getragen. 

Bereits 2003 hatte Jeppe Wikström, "Masterbrain" hinter der Stiftung, zu einem schwedenweiten Projekt unter dem Titel "Ein Tag in Schweden" aufgerufen, bei dem 3.000 Fotografen teilgenommen haben. Dieses Jahr liegt die Messlatte bedeutend höher, sind doch alle Menschgen weltweit aufgerufen, ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Umfeld am 15. Mai zu dokumentieren.

Für alle, die sich an diesem weltumspannenden Projekt beteiligen wollen: Auf der Homepage der Stiftung ist erklärt, wo und wie die Fotos hochgeladen werden können.

Mein Beitrag: Ein Bild aus Lappland "Dornige Wege aus dem Dunkel ins Licht".

A day in the world - May 15th in Swedish-Lapland
„A day in the world - May 15th in Swedish-Lapland“

Schwarz-Weiss liegt in der Luft... / Black&white is in the air...

Schwarz-Weiss liegt in der Luft. Ein fotografischer Rückblick aus den letzten beiden Wochen.

Wahrscheinlich ist es ein fotografisch-metaphysisches Phänomen. Und sicher hat es etwas mit der Marke "auf dem Olymp" zu tun. Aber der Reihe nach.

Die letzten beiden Wochen fühlte ich mich rein privat geradezu magisch zu scharz-weiss hingezogen. Eine Phase, wie sie bisweilen vorkommt. Dazu übrigens noch eine, die im Trend liegt (wie schon den Foto-Trends 2010 vorhergesagt):

"Alle ... Trends weisen in die Richtung Schwarz/Weiss. Wir werden 2010 eine Renaissance der Schwarz/Weiss Fotografie erleben: Motivbetont, Einfach, Künstlerisch, Gefühlsbetont."

Warum aber liegt schwarz-weiss gerade jetzt "in der Luft"?

Die Erklärung liegt auf der Hand. Gerade eben - d.h. am 10. Mai - hat die deutsche Traditionsmarke Leica ihr jüngstes Kind aus der legendären M-Serie vorgestellt, die M Monochrom. Eine Kleinbild-Vollformat Digitalkamera, die einen schwarz-weiss Sensor hat und herausragende Bildqualität im Sinne der guten alten Zeit verspricht.

Zitat von der Leica-Website:

"Unvergleichliche Schärfe
Die Leica M Monochrom liefert mit ihrer vollen nativen Auflösung von 18 Megapixeln 100 % schärfere Bilder als Farbsensoren. Da ihr Sensor keine Farbe „sieht", liegen für jedes einzelne Pixel echte Helligkeitswerte vor. Das heißt, der Sensor liefert direkt ein „echtes" Schwarz-Weiß-Bild. In Kombination mit der brillanten Abbildungsleistung der Leica Objektive und der perfekten Abstimmung des Sensors auf das M-System entstehen Bilder mit herausragender Schärfe und natürlicher Brillanz in unvergleichlicher Bildqualität."


Die ersten Testberichte überschlagen sich geradezu mit Lob und Begeisterung und die derzeit verfügbaren Testbilder sind - mit Understatement - sehr ansprechend. Glückwunsch Leica zu diesem Wurf!

Passend dazu eine Galerie mit einer Auswahl schwarz-weiss Aufnahmen aus den vergangenen beiden Wochen (geht auch (noch?) ohne die neue Monochrom):

-> Zur Galerie: Schwarz-Weiss liegt in der Luft

-> To the gallery: Black&white is in the air...


Schwarz-Weiss liegt in der Luft... / Black&white is in the air...

Foto-Futter: Ragnar Axelsson

Heute im Foto-Futter wieder ein besonderer fotografischer Leckerbissen: Es geht um den isländischen Fotografen Ragnar Axelsson ("RAX"). 

Als ich ihn und sein Portfolio entdeckt habe, hat es mir schlicht den Atem verschlagen. Und das kommt nicht so häufig vor.

Ragnar arbeitet seit 1976 hauptberuflich als Fotograf bei der grössten isländischen Tageszeitung "Morgunbladid" ("Morgenblatt"). Als Reporter hat er beinahe alles fotografiert, was sich in den letzten 30 Jahren in Island abgespielt hat. 

Noch viel spannender aber sind seine persönlichen Projekte, die auf seiner eigenen Homepage zu finden sind. 

Seine grosse Leidenschaft gilt den arktischen Regionen. Über Jahre hinweg hat er die aussterbende Kultur der Inuit auf Grönland, Baffin Island und in Canada dokumentiert (meist übrigens analog und schwarz/weiss). Die Reportagen sind atemberaubend und berührend. So trägt Ragnars jüngstes Projekt auch den Titel "Last Days of the Arctic" ("Die letzten Tage der Arktis"). Aus dem Projekt sind ein Buch und ein Film entstanden. Der dokumentarische Film war 2011 auf Arte zu sehen, ist dort aber nicht mehr in der Mediathek enthalten.

Daher ein besonderes Schmankerl an dieser Stelle: Im schwedischen Fernsehen lief der Film vor einigen Tagen (Englische Version mit schwedischen Untertiteln). Wer sich an den schwedischen Untertiteln nicht stört, kann die Doku "Last Days of the Artic" bis zum 13. Mai hier bei SVT online ansehen.

Eine kürzere Fassung die nur aus Bildern besteht, ist hier auf YouTube zu sehen. 

Grosse mediale Aufmerksamkeit hatte auch sein Projekt "Faces of the North" ("Gesichter des Nordens") mit dem gleichnamigen Buch, das 2004 erschienen ist.

Die Liste von Ragnars Veröffentlichungen, Awards und Ausstellungen ist lang. Und sie sind allesamt hochverdient.

Nettes Detail am Rande: Ragnar ist übrigens "nebenbei" auch ausgebildeter Privatpilot, was ihm in seiner Arbeit sehr zustatten kommt.

Foto-Futter: Der isländische Fotograf Ragnar Axelsson
„Blick auf die Homepage von Ragnar Axelsson“

Aktuelles zu Wind und Wetter in Lappland

Wegen zahlreicher Nachfragen ein schnelles Wetter Update aus Lappland - auch mit fotografischen Implikationen.



- Der Winter schwindet. Aber
nach wie vor relativ langsam dieses Jahr. Es liegt noch übermässig viel Schnee. An schattigen Stellen sind es noch um die 50 cm. Obwohl die Wetterprognose täglich höhere Temperaturen verspricht hält sich beharrlich die Vermutung, dass das Wetter die Prognose nicht liest. Und sich folglich auch nicht daran hält. Die älteren Nachbarn und Bekannten sprechen bereits davon, dass es gefühlsmässig ein kaltes Jahr werden wird. 


- Im Schwesterblog gibt es bei Frau Lapplandblog jetzt in der linken Seitenleiste einen Wetterticker, der einmal täglich aktualisiert wird und von ihr auf ihre Art und Weise pfiffig geschrieben wird.


- Und wer das Wetter live sehen möchte: Unsere Lappland-Webcam sendet wieder! Nachdem der Webcam-Computer im vergangenen Jahr seinen Geist aufgegeben hatte, haben wir kürzlich wieder einen EDV-Oldtimer an Land ziehen können, der nun als Webcam-Server fungiert.


- Auch fotografisch kann das derzeitige Wetter sehr herausfordernd sein: Bei Landschafts- und Naturaufnahmen ist immer "irgendwo" Schnee im Bild (siehe unten). Und wenn dann die Sonne durch die Wolken schaut, sind gnadenlos ausgebrannte Stellen im Bild :) Auch bei Reportagen besteht das Problem, wobei dort ausgebrannte Stellen im Hintergrund i.d.R. nicht so problematisch sind.


Lappland - Immer ist der Schnee im Bild
„Tücke der Jahreszeit - Immer ist der Schnee im Bild“

Der Fotograf und die Kunst des Wartens: Kairos - der "Decisive Moment" in der Zeit

Der Fotograf und die Kunst des Wartens: Kairos - der "Decisive Moment" in der Zeit

Ein Plädoyer

Alles kommt zu dem, der warten kann...

- Chilenisches Sprichwort -

Mit zunehmendem Alter stellt sich Geduld ein. Wie habe ich es in jungen Jahren gehasst, diesen Satz  zu hören. Mittlerweile hat mich ein Stück der Weisheit wohl selbst erwischt: Vergangene Woche habe ich ein Bild aufgenommen, auf das ich geschlagene vier Jahre gewartet habe. Ein guter Anlass, einige Gedanken über die Kunst des Wartens in der Fotografie aufzuschreiben.


Lange genug warten können, ist das Geheimnis jeden Erfolges...
Nicht zu lange warten, das andere...

- Rainer Haak -

Ich höre innerlich schon das "Ja, aber...". Und um es zu Beginn schon klar und deutlich zu sagen: Das Warten ist - zumindest in der Fotografie -  nicht immer eine Tugend. Manchmal zählen Schnelligkeit und Intuition. Etwa bei Reportagen über Unglücksfälle. In der überwiegenden Zahl der Fälle aber, zahlt sich das Warten aus.

Führen wir also keine Scheindiskussionen um den heissen Brei, sondern kommen wir zur Sache. Das eigentlich schockierende in Sachen Warten liegt für mich darin, dass es in Diskussionen und Workshops häufig gar nicht vorkommt. Fotografen sind bekanntlich viel lieber technikverliebt und lesen gerne Rezensionen über die neuesten technischen Errungenschaften. Der mehr "philosophische" Teil des Handwerks und der Kunst ist viel weniger beliebt.


Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann.

- Leo N. Tolstoi -

Dann gibt es da auch noch die gelegentlich geäusserte Ansicht, man solle vorsorglich immer mal auf den Auslöser drücken (habe ich sinngemäss so kürzlich beim allseits bekannten und hass-geliebten Ken gelesen). Aus Sorge um das gute Motiv. Denn schliesslich sei es ja durchaus möglich, dass das perfekte Motiv verschwindet oder sich unwiederbringlich verändert, bevor das Licht und die Umstände stimmig und passend sind.

So eine Phase habe ich auch durchlaufen, und die hausinterne Bildbank mit allerlei unterdurchschnittlichen Bildern gefüttert. Beim Scouting, der Suche nach guten Motiven, hat das seine Berechtigung. Woanders indes nicht. Vom Motiv des bereits erwähnten "4-Jahres-Bildes" hatte ich so etwa 50 verschiedenen Variationen aus 4 Jahren auf der Festplatte. Das hat mir geholfen, die innere Visualisierung der idealen Bedingungen zu verfeinern. Nachdem aber die endgültige Version im Kasten war, ist der Ordner mit den Scouting-Bildern in den Papierkorb und ins Daten-Nirvana gewandert.

Ich höre den Einwand: Was wäre geschehen, wenn die bezaubernde kleine Scheune in der Zwischenzeit abgebrannt wäre? Klare Ansage: Pech gehabt. In diesem Falle wären die Scouting-Bilder ebenfalls in den Papierkorb gewandert. Hätte mich das frustriert? Ganz gewiss, aber das ist ein Teil des Lebens. Was uns zum wichtigsten Punkt führt.


Alles Warten ist Warten auf den Tod.
- Franz Werfel -

Worin liegt eigentlich die Kraft des Wartens? Ich denke, Franz Werfel bringt es in seinem Zitat auf den Punkt. Im Lichte des Wartens, enthüllt sich die Bedeutung des zum Bild werdenden Motives. Denn erst in der existenzialistischen Spannung auf ein Ende oder das Ende hin, beginnen Menschen und Dinge ihr wahres Sein zu offenbaren.


Am Schluss ist das Leben nur eine Summe aus wenigen Stunden, auf die man zulebte. Sie sind; alles andere ist nur ein langes Warten gewesen.
- Erhart Kästner -

Im Altgriechischen gibt es zwei Begriffe für die Zeit: "Chronos" und "Kairos". "Chronos" ist der Begriff für die permanent vergehende Zeit (daher der Begriff der Chronologie). "Kairos" hingegen meint den "richtigen Zeitpunkt".

Die Frucht des Wartens liegt demnach im Kairos, dem Zeitpunkt, in dem alles "perfekt zusammen läuft".

Fotografisch gesprochen: Der Kairos ist  der "Decisive Moment" der Zeit, die Gunst der Stunde, der besondere, entscheidende und kritische Augenblick.

Und danach streben wir, oder?  Auch wenn es dauert.

Der Fotograf und die Kunst des Wartens: Kairos - der
„Fenster mit Aussicht - Die Kunst des Wartens“

"One-Hour Photographer" von Rosh Sillars



Die fotoliterarische Woche neigt sich dem Ende zu und heute gibt es noch einen besonderen Leckerbissen: "One-Hour Photographer" von Rosh Sillars.

Das Ebook ist auf seine ganz eigene Art sehr speziell. Warum das? Langatmige und (zu) ausführliche Bücher zu schreiben ist einfach. So kompakt wie möglich "auf den Punkt zu kommen" ist indes eine Kunst. Dieser Kunst hat sich Rosh gewidmet.

Er hat sich das Ziel gesetzt, alle grundlegenden Informationen, die ein angehender Profifotograf haben sollte, zusammen zu fassen. Aber nicht nur irgendwie, sondern in einem Buch, das in einer Stunde gelesen werden kann.

Um spontanen Protesten sogleich entgegen zu wirken: Selbstredend geht es um einen Überblick und viele Denkanstösse für die To-Do-Liste. Auf 42 Seiten (A4, in der PDF-Version) ist die Detailtiefe aus der Natur der Sache heraus begrenzt. Den Ansatz finde ich aber sehr charmant. Ermöglicht er doch, sich schnell über Möglichkeiten, Risiken und Nebenwirkungen zu informieren.

Übrigens: Wer Rosh noch nicht kennt - Er ist als People-Fotograf in Detroit beheimatet und ist nebenbei noch ein "Social-Media-Guru" im Bereich kreativer Berufe.

In seinem neuesten Buch führt Rosh den Leser in 14 Kapiteln durch die wichtigsten Eckpunkte. Der Clou dabei: Er deckt dabei sowohl den fotografischen Teil (Kapitel 1 - 7), wie auch den geschäftlichen Teil (Kapitel 8 - 14) ab. Diesen Ansatz halte ich für sehr effektiv, denn leider wird bei der Überlegung in das Profilager einzusteigen, allzu oft nur an einen der beiden Teile (meistens den ersten) gedacht. Da Rosh ein Marketing-Spezialist ist, geht es im Business-Teil natürlich schwerpunktmässig um diesen Bereich (ohne allerdings den Rest zu vergessen).

Kurz gesagt: Wer sich als Fotograf in der modernen Welt selbstständig machen möchte, ist mit einem Blick in "One-Hour Photographer" als Einstieg sehr gut beraten. Das Buch hilft, eine realistische Einschätzung in Bezug auf die gewünschte Berufswahl treffen zu können. 

-> Auf der speziellen Homepage zum Buch gibt es einen Auszug als Download und den Link zu Amazon, wo das Buch für den Kindle für USD 7,85 erhältlich ist. Meiner Meinung nach eine lohnenswerte Investition, wenn der (vermeintliche) Traumberuf "Fotograf" ins Visier geraten ist.

"Der Hochzeitsfotograf" von Steffen Stilpirat Böttcher



Und weiter geht es mit der fotoliterarischen Woche im Lapplandblog. Heute steht ein Buch zur Besprechung, dem man die Leidenschaft mit der es geschrieben wurde, deutlich anmerkt: "Der Hochzeitsfotograf" von Steffen Böttcher.

Steffen Böttcher, alias Stilpirat, ist Hochzeitsfotograf. Nicht irgendeiner, sondern einer der "Top 10" in Deutschland. Vergangenes Jahr hat er unter dem Titel "Der Hochzeitsfotograf" ein Ebook heraus gegeben, in dem er seine Essenz dieses Genres auf den Punkt bringt. 

Hochzeitsfotografie ist ein eher unübliches Thema hier im Blog. Da ich aber in den letzten Monaten von Workshopteilnehmern häufiger auf das Thema angesprochen worden bin, möchte ich diese hochwertige Buchempfehlung nicht schuldig bleiben.

Das Buch richtet sich an alle ambitionierten Fotografen, die sich ernsthaft mit der Hochzeitsfotografie befassen wollen. Es ist teilweise sehr subjektiv geschrieben, aber das ist gut so. Steffen lässt seine Leser an vielen persönlichen Erlebnissen teilhaben und gewährt so Einblicke, die über rein theoretische Abhandlungen nur viel schlechter vermittelbar wären. Und er schildert auch "Beinahe Katastrophen" aus seiner Arbeit, was ihn sehr sympathisch macht. 

In den ersten Abschnitten seines Buches widmet sich Steffen dem Equipment und seinem Business-Konzept. Nicht ohne allerdings zuerst einige ernste Worte zu der Frage "Traumberuf Hochzeitsfotograf?" gesagt zu haben. Sein klares Statement zu Qualität in der Spitzengruppe gefällt mir gut, nicht nur aus künstlerischen, sondern gerade auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das "Abschreckungspotential" der Hochzeitsfotografie bei allen Lesern ankommt. Immerhin ist dieser Job mit sehr hoher Verantwortung beladen, denn Pannen lassen sich im Nachhinein in aller Regel nicht mehr ausbügeln.

Relativ ausführlich schreibt Steffen über das von ihm eingesetzte Equipment und er hält nicht hinter dem Berg, das aus seiner Sicht das Beste gerade gut genug ist. Sein Objektivpark mag nicht unbedingt erforderlich sein. Ein Gehäuse mit zeitgemässen High-ISO-Fähigkeiten ist jedenfalls wichtig und seine mehrfach wiederholte Mahnung zum (mehrfachen) Backup für alle (!) eingesetzten Equipmentteile (bis hin zum GPS für die Anfahrt) kommt einer Lebensversicherung gleich.

Den Hauptteil des Buches bilden die drei Säulen von Steffens Tätigkeit, Vorbeitung, Durchführung und Nachbearbeitung. Was auf den ersten Blick banal klingen mag, stellt sich im Detail als Sammlung wichtiger Einsichten und Tipps dar. Viele davon sind in anderen Büchern zum Thema nicht in der vorliegenden Vollständigkeit und Ehrlichkeit zu finden. Bei der Lektüre spüre ich Steffens Leidenschaft zwischen den Zeilen und freue mich darüber. Bei aller Leidenschaft kommt aber auch der professionell nüchtern-geschäftliche Teil nicht zu kurz. Etwa bei den angesprochenen Rechtsfragen (wobei ich als Jurist allerdings erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit einer Gerichtsstandsvereinbarung gegenüber dem Brautpaar habe), oder bei den Marketingfragen. 

Im Abschnitt über die Durchführung (zweite Säule) finden sich jede Menge Praxistipps, die für sich genommen den Preis des Buches um ein Vielfaches aufwiegen. Und im - kürzeren - Abschnitt über die Nachbearbeitung findet sich der Vorschlag für eine sehr charmante Art der Präsentation der entstandenen Bilder (mehr verrate ich nicht, der Leser soll ja auch noch einige Aha-Erlebnisse haben). 

Und bevor ich es vergesse zu erwähnen: Das Buch ist durchgängig sehr ansprechend bebildert. Die Bilder aus Steffens Repertoire dienen einerseits als gute Beispiele und verdeutlichen andererseits die Wichtigkeit eines eigenen Stiles.

Sehr positiv sind schliesslich auch die zahlreichen im Buch enthaltenen Checklisten zu vielen verschiedenen Bereichen.

Fazit: Wer sich mit dem Gedanken trägt in die Hochzeitsfotografie einzusteigen, sollte sich Steffens Buch zu Gemüte führen. Auch wenn einige Aussagen sehr subjektiv sind gelingt es Steffen gekonnt, alle wichtigen Aspekte rund um die Hochzeitsfotografie abzudecken und dem Leser viele "goldene Perlen" zu servieren.

Von meiner Seite aus eine klare Empfehlung und der Preis ist rekordverdächtig knapp kalkuliert: Das Ebook mit 74 Seiten ist als PDF für 9 Euro zu haben.

-> Mehr Infos, das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe zum Download gibt es hier direkt bei Steffen.

David DuChemin "Forget Mugshots" - 10 Steps To Better Portraits

- Ein Kurs in Buchform: In zehn Schritten zu besseren Potraits -

David DuChemin



In dieser Woche werde ich einige neue Bücher aus dem Gebiet der Fotografie vorstellen.

Allesamt persönliche Empfehlungen und bei allen geht es um Kompetenzerweiterung, will sagen: Es gibt etwas dazu zu lernen.

Den Anfang macht das kürzlich bei Craft & Vision erschienene "Forget Mugshots" von David Du Chemin. David hat - als World- und Humanitarian-Photographer - profunde Erfahrung mit der Portraitfotografie. Sein Portfolio spiegelt das auch beeindruckend wieder. Damit ist er prädestiniert, sein Wissen und seine Erfahrung dazu in Buchform zu teilen.

Er führt den Leser in 10 Schritten zu besseren Portraitaufnahmen und beginnt mit dem - meiner Meinung nach - wichtigsten Punkt: Eine Beziehung aufzubauen. Sicherlich gibt es viele spannende und wichtige Fragen rund um die Objektivwahl und das richtige Licht (denen sich David in späteren Kapiteln auch widmet). Aber in erster Linie geht es doch um den Menschen, der vor der Kamera steht. Ein gutes Portrait ist ein Blick in die Seele, ein Psychogramm.

Bei unserem spontanen und improvisierten Portrait-Shooting mit dem Künstler Jan Sundström im Künstlerparadies Ricklundgården in der vergangenen Woche musste sehr sehr an "Forget Mugshots" denken (das ich gerade einen Tag zuvor gelesen hatte).

Unsere Bedingungen waren denkbar schlecht:

- Technisch eingeengt (ungeplanter "Zufall", ich hatte nur eine Kamera um den Hals, kein Kunstlicht, Ausrüstung im Auto);

- Zeitlich eingeengt (Zeitvorgabe ca. drei Minuten).

Die einzige Chance war es also, in der Kürze der Zeit eine Beziehung zu Jan aufzubauen, um sein "wahres Ich" als Künstler empfinden und fotografieren zu können.

Zurück zum Buch: David liegt meiner Meinung nach völlig richtig, wenn er den Beziehungsaufbau in der Portraitfotografie an die erste Stelle stellt.

Neben dem Aufbau einer Beziehung sind Geduld und Zeit wünschenswert (wenn es auch in der Praxis oft leider sehr schnell gehen muss). Und selbstverständlich sind die Augen und das im Zusammenhang mit den Augen stehende "richtige" Lächeln ("Duchenne-Lächeln") von grosser Bedeutung. David deckt alle diese Bereiche (und viele mehr) in seinem neuen Ebook ab.

Alle Kapitel werden mit "creative excercises" abgerundet, also kreativen Aufgaben und Übungen denen sich der Leser stellen sollte, um das Gelesene in der Praxis zu vertiefen.

Kurz und bündig: Wer sich ernsthafter mit der Portraitfotografie beschäftigen möchte, sollte auf jeden Fall einen Blick in Davids neuestes Buch werfen.

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version.

"Forget Mugshots" hat 35 Seiten (A4) und kostet - wie bei Craft & Vision üblich - USD 5 (ca. EUR 3,80).

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Gerade erschienen: Das neue Buch von Britta Stenberg

Eine erfreuliche Nachricht für alle Liebhaber guter schwedischer Literatur. Auf der Buchmesse in Umeå wurde am vergangenen Wochenende das neue Buch der bekannten nordschwedischen Autorin Britta Stenberg veröffentlicht. 

Der Roman "Som en krympfotad" schildert ineinander verwoben die Geschichte von Kråkan, einen jungen chaotischen Mann, der einfach keine Ordnung in sein Leben bekommt, und Eskil, einen Taxifahrer, dessen Lebensende plötzlich unerwartet nahe bevorsteht. Die beiden versuchen mit allen Möglichkeiten, ihre Leben zu ordnen. Bis unerwartete Wendungen eintreten. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Für alle, die des Schwedischen mächtig sind, ist das Buch ein echter Geheimtipp und unbedingt lesenswert!

Was uns darüber hinaus persönlich sehr freut: Britta hatte uns gebeten, das Bild fürs Buchcover zu fotografieren. Das Bild sollte den Inhalt des Romanes symbolisieren. Nach ausführlichen Diskussionen zur Story haben wir den Rückspiegel ins Auge gefasst: Vergangenheit, Zukunft und ein Taxi.

Im Buchhandel ist das Buch noch nicht erhältlich, wer aber ganz schnell sein eigenes Exemplar haben möchte, kann sich bereits jetzt direkt an Britta wenden (bitte auf Schwedisch).

Britta Stenberg - Som en krympfotad

Im Fokus: Tierfotografin Kathrin Jung

Im Fokus: Tierfotografin Kathrin Jung

Es ist uns eine besondere Freude, heute die Fotografin Kathrin Jung als Gast im Interview zu haben. Kathrin Jung ist 39 Jahre jung und lebt mit einem Pferd, einem Hund, sechs Katern und Ihrem Mann, dem Webdesigner Robert Jung, in der Nähe von Berlin.

Ihre erklärte Passion gilt der Tierfotografie. Unserer Meinung nach gehört Sie zu den Besten auf diesem Gebiet. Deswegen ist es eine Ehre für uns, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen hat.

Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
„Kathrin Jung ist spezialisiert auf Tierfotografie“, Foto: Robert Jung


-> Kathrin, wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Als Kind habe ich meinem davon wenig begeisterten Vater die heilige Spiegelreflexkamera aus dem Schrank entwendet und angefangen ohne Ende draufzudrücken.

Meine Tiere waren schon immer meine Modelle und eine kleine Kamera hatte ich immer bei mir. Die Filme habe ich dann vom Taschengeld entwickeln lassen und mich immer irre auf die Fotos gefreut.

Erst 2006 gab es die ernste Wendung in Form einer Canon 20D und einem 70-200 2,8 L USM und ab sofort war kein 4-Beiner mehr vor mir sicher.


-> Auf was bist Du spezialisiert?


Hunde, Pferde und Katzen.

Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung


-> Warum (gerade und nur) Tiere?

Tiere gehören zu meinem Leben, sie geben so viel Liebe und Energie. Ein Tier mit seiner Ausstrahlung und Lebensfreude fotografisch festzuhalten ist das, was mich begeistert.

Das Herz muss hüpfen! Und meines hüpft eben bei Tieren - nicht bei Babys oder Architektur. Das ist wie es ist.



-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Berufung.

Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung


-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?

Ich habe kein Vorbild. Stattdessen habe ich einen hohen Anspruch an mich selbst. Ich bin Perfetktionistin und möchte immer alles zu 100%.

Location, Wetter, Licht, Model. Alles muss stimmen und genau vorbereitet sein.
Geht es los zum Shooting habe ich die fertigen Bilder im Kopf. Die Location und Hintergründe werden passend zur Farbe und Größe des Modells ausgesucht und während des Shootings durchaus mehrmals gewechselt und angepasst.

Das Modell soll Spaß haben und darf auf keinen Fall überfordert werden. Sicherheit steht immer an erster Stelle.

Ich habe ein ausgesprochen feines Gespür für Tiere und merke sofort, ob sich das Modell in der ungewohnten Shootingsituation wohl fühlt und konzentriert mitarbeitet, ob es Durst bekommt, oder eine Pause braucht. So entscheide ich immer im Sinne des Tieres wie das Shooting gestaltet wird und wie es für alle Beteiligten zu einem positiven Erlebnis wird.


-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Bestes Erlebnis...

Grundsätzlich sind die Tiere alle begeistert bei der Sache, auch die, die erst einmal 30 min zum "auftauen" brauchen. Sie stehen im Mittelpunkt, alle anwesenden Menschen kümmern sich nur um das Modell - dem somit alle Aufmerksamkeit und Energie zuteil wird.

Die Tiere genießen es, ich merke das und freue mich daran. Beim Shooting geben sie alles und danach schlafen sie meist sehr lange und sehr tief *lacht*.

Bemerkenswert war für mich das Shooting mit der 18-jährigen Dackeldame Cindy. Sie war komplett blind und taub. Das wusste selbst die Besitzerin nicht. Es stellte sich beim Shooting heraus.

Uns blieb nur die Motivation mit lecker riechenden Belohnungshappen an der Angel. Über zwei Stunden (mit Pausen) probierten wir die tiefergelegte Dackeldame dazu zu bewegen, die Ohren nett hochzunehmen oder auch mal langsam von A nach B zu laufen. Ich lag so flach es ging am Boden, sprang oft auf um mich dann gleich wieder hinzuwerfen, damit die kurzbeinige Cindy keinen Schritt umsonst tut.

Als wir dann das Shooting beendet hatten - Kamera im Auto - Verabschiedung, da legte Cindy plötzlich los. Sie rannte auf dem Parkplatz herum - fegte um die Ecken, wir standen fassungslos da und ich rannte nach der Kamera. Ich habe für die Besitzerin unbeschreiblich wichtige Aufnahmen machen können von Cindy, im Galopp mit einem Lächeln im Gesicht. Cindy ist 6 Monate später in den Hundehimmel gegangen und die Fotos haben für ihr Frauchen eine große Bedeutung.


Und das Schlimmste Erlebnis... hmmm - die Technik...

Ich hatte einen Shootingtermin bei einem Hundezüchter: Ein Wurf mit 8 Welpen - was bei der großen schweren Rasse sehr selten ist - sollte nebeneinander aufgereiht festgehalten werden, bevor sie schon am nächsten Tag zu den neuen Besitzern (auch ins Ausland) gegeben werden sollten. Daneben noch Actionaufnahmen und Portraits der Zuchttiere.

Die Ausrüstung ( 2 EOS 1D Mark III und 2 x 70-200 2,8 L USM) war wie immer top in Schuss und alle Einstellungen (AF-Punkt) hatte ich überprüft. Das Shooting lief prima. Alle hatten Spaß und die kleinen Welpen haben toll mitgemacht. Zu Hause stellte ich dann fest - dass die Mark III mit den Welpenbildern 20cm Frontfokus hatte! Ich kann mich an keine Erschütterung der Ausrüstung, wie z.B. ein Schlagloch erinnern, die dazu geführt haben könnte, dass sich der AF verstellt. Nun arbeite ich gern mit offener Blende und ziele sehr genau (angeboren *lacht*). Dass heißt, ich hatte kaum "danebengezielte" Bilder die nun vielleicht mit dem verstellten Frontfokus scharf gewesen wären. Tja, wie bringt man das dem Züchter bei: Shooting vorbei, die Welpen aus dem Haus und auf den Fotos sind statt der Hunde die Grashalme knackscharf.


Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung

-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Da habe ich keine speziellen Wünsche. Jedes Tier hat eine Seele. Jedes Tier ist auf seine Art schön und einzigartig. Einen tollen Hengst mit zwei Meter langer Mähne bei Sonne am Strand in Spanien zu fotografieren - das ist keine Herausforderung.

Aber wenn es gelingt, das braune Pony mit Stehmähne auf der Koppel des ländlichen Reitvereins in Brandenburg dazu zu begeistern, seine schönsten Hopser vorzuführen und davon Aufnahmen zu machen, die der Besitzerin die Tränen in die Augen treiben, dann bin ich zufrieden.



-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Ich möchte mir keine Zeit nehmen, mir darüber Gedanken zu machen - das mag falsch sein - aber ich will es irgendwie auch gar nicht wissen...


Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung

-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Hinsehen. Zeit nehmen. Nicht knipsen, sondern mit Herz fotografieren.

Kathrin, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und alles Gute für Dich, Deine Familie und Deine Fotografie!


(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)

Dies und das

Hier im Blog war es die letzten Wochen etwas ruhiger. Viel Arbeit und viele Projekte haben die Zeit geradezu aufgesaugt. Zwei Dinge gibt es aber zu berichten:

Die letzten drei Wochen habe ich u.a. für eine Motorzeitung eine Reportage über Wildunfälle und deren Vermeidung bebildert. Sehr spannend und gleichzeitig sehr herausfordernd. Mehr Hintergrundinfos und Details über den Auftrag, das Fotoprojekt und die Durchführung sind hier in meinem englischsprachigen Blog nach zu lesen.

Vergangene Woche hat mich Michael Kirchner von Fotografr interviewt. Es ging u.a. um die Arbeit als Fotograf am Polarkreis, die sich in manchem von der Arbeit in mitteleuropäischen Breiten unterscheidet. Das Interview ist hier online bei Fotografr.de zu finden.

Henning Wüst Fotograf in Lappland
„Ausnahmsweise ein Portrait von mir selbst / Ich bin übrigens links im Bild“
Foto: Petra Fuelbert

Foto-Futter: Knut Skjærven

Heute etwas Foto-Futter als „Tiefkühlkost“, hatten wir doch die bislang kälteste Nacht des Jahres am Polarkreis in Lappland. Das Thermometer hat sich bedenklich nahe an minus 40 Grad genähert. Freunde und Bekannte in der Nähe hatten sogar Temperaturen unter minus 40 zu verzeichnen. Immerhin ist jetzt - gegen 9 Uhr -  strahlender Sonnenschein bei "nur noch" minus 34 Grad. Trotzdem ist es im Moment nicht besonders einladend, das Haus ohne akute Notwendigkeit zu verlassen.

Was tun bei dieser Kälte? Die Katze schmiegt sich an den knisternden Kaminofen. Die Hunde haben sich unter der Bettdecke verkrochen.Mensch nutzt die Zeit, um sich - in der Nähe des Ofens - durch Mails, Bücher und Broschüren zu lesen, die sich angesammelt haben.  

Für alle, die das Haus heute auch nicht unbedingt ungezwungen verlassen wollen, habe ich eine fotografische Delikatesse anzubieten:

Den in Kopenhagen lebende norwegische Fotograf Knut Skjærven. Seine Bilder im Street-Style sind beeindruckend. Unglaublich gute Kompositionen - in bester Art des "Decisive Moments" nach HCB -, die zum Verweilen einladen. Doch nicht nur das. Knut bringt einen profunden philosophischen Hintergrund mit, was in seinen Bildern deutliche Spuren hinterlässt. 

Zu sehen gibt es Knut u.a. in seinem Blog

PHENOMENOLOGY AND PHOTOGRAPHY

und seinem Blog 

Berlin Black And White.

Auf Facebook ist er unter 

Knut Skjærven - Street Photography

zu finden.

Mit diesem Augenschmaus wünschen wir vom Polarkreis aus ein schönes Wochenende!

Fotografieren in der Kälte: 8 Fototipps für Schnee und Winter

Im Februar und März steht nun die kälteste Zeit des Jahres am Polarkreis bevor und die Wetterprognosen melden für die nächsten Tage auch bereits arktische Temperaturen. Minus 35 bis minus 40 Grad sind hier dann keine Seltenheit.

Auch auf Deutschland rollt eine Kältewelle zu und die Daily Mail titelte am 29.1. sogar "Forget global warming" und führte aus, dass - wegen des Abebbens  der Sonnenaktivität -eine neue Eiszeit vor der Tür steht.

Mehr als genug Gründe, einige praxiserprobte Tipps vom Polarkreis für die Fotografie - insbesondere die Digitalfotografie - zu präsentieren:


1. Dein Feind: Das Kondenswasser

Nach einer langen Fototour draussen sind Kameraausrüstung und Fotograf meistens gut durchgefroren. Also schnell nach drinnen in die Wärme und genau hier liegt eines der grössten Probleme: Die Kondensation.

Wird das eiskalte Equipment in warme Räume verbracht, kondensiert Feuchtigkeit der warmen Rauminnenluft an der noch kalten Fotoausrüstung. Im Extremfall bildet sich binnen Sekunden ein Eispanzer an der Kamera und auf den Objektiven. Noch unangenehmer wird es, wenn kondensierendes Wasser in die Kamera oder in das Objektiv eindringen. Das kann schnell dazu führen, dass sich die Kamera in einen Haufen Elektronikschrott und das Objektiv in ein Feuchtbiotop verwandeln!

Was tun? Die Abhilfe besteht im langsamen Aufwärmen. Besonders wichtig ist es, die Fotoausrüstung zum Aufwärmen unbedingt in ein geschlossenes Behältnis (Plastiktüte reicht) zu packen. Dann kann sich keine Feuchtigkeit von der Rauminnenluft an Kamera und Objektiven niederschlagen.

Die Nutzer von Consumer Gehäusen aus Kunststoff fahren bei dieser Problematik übrigens besser, als die Nutzer von Profigehäusen aus Metall. Denn letztere kühlen durch und durch. Wer die Wahl hat, nimmt also besser eine Cam aus Kunststoffgehäuse mit in die Kälte.

Zurück zum Auftauen: Bitte gaaanz langsam. Die Fotoausrüstung nicht gleich in die gute Stube neben die Heizung legen. Ich lege die Kamera z. B. - wenn es draussen unter Null Grad hat und ich längere Zeit draussen unterwegs war - in der verschlossenen Fototasche immer erst für ein bis zwei Stunden in den schwach geheizten Vorraum.

Extratipp:  Wenn Sie es ganz eilig haben, Ihre Fotos zu begutachten nehmen Sie die Speicherkarte aus der Kamera bevor Sie die Kamera mit ins Haus nehmen. Gerade SD-Speicherkarten sind relativ unempfindlich. Während sich die Kamera langsam im Vorraum gemütlich aufwärmt, können Sie mit dem Kartenleser schon die Fotos von der Karte laden.


2. Mehr Energie: Das Akkuproblem

Heutige Lithium-Ionen Akkus sind zwar um Längen besser, als die alten Ausführungen in Nickel-Metallhybrid (oder gar Nickel-Cadmium) dennoch mögen sie grosse Kälte nicht allzu sehr. Kurz: Die Sache mit der Stromversorgung ist ein leidiges Thema.

Die Ursache für das Schwächeln der Akkus liegt in der Verlangsamung der chemischen Prozesse in den Akkus bei Kälte. Deswegen  kursiert der Tipp die Akkus aus der Kamera zu nehmen, wenn man die Kamera gerade nicht braucht, und die Akkus in die Innen- oder  Hosentasche zu stecken.

Das funktioniert zwar, wer aber schon einmal versucht hat bei minus 30 Grad den Akkufachdeckel aufzufriemeln zieht daraus die Erfahrung, das nur zu tun, wenn es wirklich sein muss.

In der Praxis habe ich zwar immer einen (oder mehrere) Ersatzakkus in einer warmen Innentasche. Gewechselt wird aber nur, wenn es gar nicht (mehr) anders geht.

Erstaunlicherweise sind die Akkus heutiger DSLRs relativ kälteunempfindlich. Bei unseren modernen Nikons halten die Akkus bei minus 10 bis 20 Grad im Durchschnitt 3 Stunden bei etwa 500 Aufnahmen durch. Das allerdings unter Nutzung aller Energiesparoptionen.


3. Alles so dunkel hier: Die richtige Belichtung

Strahlender Sonnenschein in einer Schneelandschaft kann wunderbar sein. Das gilt allerdings nicht für die automatische Belichtungsmessung, denn im Schnee versagt die Automatik. Die Schneedecke reflektiert Licht aus allen Richtungen. Das führt zu extrem viel Streulicht, was dem Belichtungsmesser zu viel Licht signalisiert. Die Folge ist Unterbelichtung, d.h. zu dunkle Bilder.

Was tun? Zur Korrektur sollten Sie eine Belichtungskorrektur zwischen +1 oder +2 Blendenstufen ("EV") wählen. Sicherheit schafft ein Blick auf das Histogramm nach der Aufnahme.


4. Ist der Schnee wirklich "schneeweiss"?

Auch der Weissabgleich im Schnee ist tückisch. Für das menschliche Auge sieht Schnee weiss aus, auch wenn er es eigentlich nicht ist. Unser Gehirn weiss eben, dass Schnee weiss ist und ist damit dem kamerainternen Weissabgleich überlegen.

Der Schnee reflektiert das auf ihn treffende Licht und nimmt dabei dessen Farbe auf. So kann Schnee im Schatten tatsächlich  tiefblau, im Sonnenlicht orange und in der Abenddämmerung rosarot sein. Gerade der Blaustich stört oft.

Was tun? Hier hilft letztlich wieder nur die Aufnahme im RAW-Format mit nachträglicher Korrektur des Weissabgleichs.


5. Alles klar und deutlich?

Bei trübem Winterwetter werden die Aufnahmen oft sehr kontrastarm.  Dem kann durch eine stärkere oder schwächere Kontrasteinstellung in der Kamera begegnet werden. Das ist aber meist umständlich und unflexibel. Denn schaut die Sonne durch die Wolken führt das umgehend zu extremen Kontrasten.  Die beste Abhilfe ist auch hier die Aufnahme im RAW-Format.

Extratipp: Wer auf das JPG Format angewiesen ist (z.B. bei Kompaktkameras) kann sowohl die Belichtung, als auch den Weissabgleich sehr effektiv mit Color-Washer von The Plugin Site korrigieren.


6. Alles unter Kontrolle: Gute Sicht im Sucher?

Verglichen mit den Suchern guter alter Filmkameras, sind die Sucher moderner DSLRs in der Regel klein und dunkel. Mit einer Sonnen- oder Skibrille ist es meist sehr schwer das ganze Sucherbild zu sehen. Die Abhilfe ist schwierig. Spezielle Sucheraufsätze können helfen, sind aber teuer. Persönlich trage ich - soweit irgend möglich - bei Fotosessions keine Sonnen- oder Skibrille.

Noch übler sind die Benutzer von Kompaktkameras ohne optischen Sucher dran. Bei gleissendem Licht in schneebedecktem Terrain ist auf dem Kameramonitor oft nicht mehr viel zu sehen. Dann wird eine Bildkomposition unmöglich. 


7. Alles so schön bunt hier: Auswirkungen der Kälte auf die Elektronik

Auch die interne Kameraelektronik reagiert auf die Kälte. Da z. B. auch der Sensor durch die winterliche Kälte “gekühlt” wird, reduziert sich das Bildrauschen. Nach unseren Erfahrungen blühen auch die Farben bei tiefen Temperaturen auf.

Der Praxistipp lautet: In Ruhe ausprobieren, bevor es im Ernstfall darauf ankommt und dann unerwartete Ergebnisse zu Tage treten!


8. Mit Nebel kann zu rechnen sein

Ein Missgeschick ist schnell geschehen: Sie sollten es übrigens unbedingt vermeiden, draussen bei Kälte versehentlich auf die Linse zu hauchen. Ist mir an Neujahr bei minus 20 Grad passiert. Die Linse ist sofort mit einer dünnen Eisschicht angefroren. Der Effekt sah zwar auf den Fotos gut aus. War aber trotzdem äusserst ärgerlich.


Und wer noch einige allgemeine Hinweise zum Umgang mit der Kälte und zur richtigen Kleidung sucht, wird in diesem Blogartikel fündig.


Wer noch Fragen zum Thema hat, schreibt diese bitte einfach in einen Kommentar.

Winterlandschaft in Lappland bei minus 35 Grad C
„Winterlandschaft in Lappland bei minus 35 Grad C“

"Es zieht" und: Cover-Design-Projekte

Im Sommer 2010 hatte ich einige Blogeinträge zu sog. "Forgotten Places" in Lappland gebloggt. Das hier ist quasi eine Art Fortsetzung der damaligen Serie.

Verlassene und verfallene Häuser und andere Objekte im tiefen Winter. Einerseits sehr spannend, andererseits nur sehr schwer zu erreichen. Liegen doch mittlerweile zwischen einem und eineinhalb Meter Schnee. Die Langlaufskier sind zwar eine Option, aber das Risiko des gnadenlosen Einsinkens besteht immer. Nur die treuen Vierbeiner, die mich auf solchen Extremabstechern manchmal begleiten, haben es da einfacher. Und sie amüsieren sich offensichtlich prächtig, wenn ihr Mensch sich wieder einmal auf allen Vieren aus einer Schneeverwehung heraus gräbt. Sie sind für dieses Klima geschaffen, fühlen sich "pudelwohl" (obwohl es keine solchen sind :) und finden das immer ganz toll.

Was uns zum eigentlichen Kern der Thematik führt: Warum treibe ich mich an solchen Stellen im tiefsten Winter herum? 

„Location Scouting“ (wie es so schön heisst) in eigener Sache. Wie es sich so ergeben hat, habe ich im Moment viel mit dem Fotodesign für Buchcover zu tun. Eine Gruppe nordschwedischer Schriftsteller - bzw. deren Verleger - hat eine Bildserie für die Cover einer zusammenhängenden Bücherreihe in Auftrag gegeben.

Eine super spannende Sache. Zuerst einmal geht es darum den Inhalt der Werke zu erfassen, um eine passende und angemessene Bildsprache entwickeln zu können. Das alles natürlich mit Geheimhaltungsvereinbarung, da der Inhalt der Werke nicht vorab bekannt werden darf. Dann geht es in die Gespräche mit dem Verlag und einem Designer. Die Autoren sind in den gesamten Prozess fest eingebunden. Die Vorentscheidung ist vergangene Woche auf zwei unterschiedliche Vorschläge gefallen und derzeit fotografiere ich gerade beide Serien. Eine von beiden wird es dann werden. Das hat mich auch zum Haus ohne Fenster geführt. Die Endentscheidung wird fallen, sobald sich die Gruppe beide Serien als fertige Muster angesehen hat. Ich bin gespannt und ab morgen darf der Designer dann an die Arbeit gehen.

In diesem Objekt hier zieht es gewaltig durchs Fenster.
„Es zieht durch’s Fenster“

Making the Print, Bibble und AfterShot

Heute im Angebot: Gemischte Fotografika. Die vergangenen Tage haben sich zwei fotografische Nachrichten angesammelt, über die ich kurz berichten möchte.


-1- Neues Ebook von Craft & Vision: "Making the Print von Martin Bailey"


Making the Print von Martin Bailey


In der Masterclass-Serie ist bei Craft & Vision gerade das neue Ebook "Making the Print" von Martin Bailey erschienen. Es enthält eine sehr gute Einführung in die Grundlagen des Fine-Art-Printing für Digitalfotografen.

Auf 65 Seiten deckt das Buch die Bereiche Auswahl von Drucker und Papier, Farbmanagement und Farbprofile, Schärfen, Kalibrierung, Fine-Tuning und vieles mehr, ab. In bewährter Craft & Vision Methodik führt der Autor den Leser anhand zahlreicher Screenshots und Beispiele durch den Workflow des Fine-Art-Printing.

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 21. Januar 2012, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: PRINT4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher aus der Reihe Craft & Vison kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes PRINT20 20% Rabatt auf Ihre Bestellung beim Kauf von 5 oder mehr Büchern.

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.






-2- "Panta rhei" ("Alles fliesst") ist der wohl bekannteste, dem griechischen Philosophen Heraklit zugeschriebene Ausspruch. Keine Sorge, es geht jetzt nicht um eine philosophische Diskussion der Flusslehre. Es geht mehr um ein aktuelles Beispiel.

Mit einer Träne im Knopfloch ist folgendes zu verkünden: Bibblelabs, die Softwareschmiede aus der das legendäre Bibble stammt, hat vor einigen Tagen der Verkauf der Technologie an Corel bekannt gegeben. Kurz zuvor war noch das letzte Wartungsupdate Bibble 5.2.3 veröffentlicht worden. Bibble wird nun nicht mehr weiter entwickelt.

Das Nachfolgerprodukt aus dem Hause Corel hört auf den Namen "AfterShot" und ist inhaltlich und vom Funktionsumfang praktisch ein Bibble 6. Registrierte Anwender von Bibble 5 können bis zum 31. Januar für einen symbolischen Preis upgraden/umsteigen.

Einerseits sehr erfreulich, dass die Technologie des schnellsten und besten RAW-Konverters auf dem Markt weiter lebt. Andererseits scheint es fraglich, ob Corel die bisherigen Linux und Mac-Versionen mit dem gleichen Einsatz und Elan weiter pflegen wird. Ist Corel doch klar und deutlich auf den Win-PC Markt ausgerichtet. AfterShot 1 liegt noch als Multi-Plattform-Software vor. Die Entwicklung bleibt abzuwarten.

Meine Praxistipps für alle Bibble-Anwender sind:

1. "Never touch a running system": Solange Sie nicht auf neue Importfilter für neue Kameramodelle angewiesen sind, bleiben Sie bei Bibble.

2. Nutzen Sie das Angebot zum nahezu kostenlosen Umstieg auf AfterShot (auch wenn Sie die neue Software einstweilen noch nicht einsetzen wollen). Achtung: Das Update zu Vorzugsbedingungen gibt es nur bis zum 31. Januar!

3. Wenn Sie Bibble 5 weiter nutzen (was ich - wie gesagt - im Zweifel empfehle), installieren Sie unbedingt das letzte Wartungsupdate (5.2.3). Es enthält einige neue Feautures, kleinere Bugfixes und (nochmals) einen erstaunlichen Geschwindigkeitsschub.

2012 naht

2012 naht ... - Eine kurze Unterbrechung unseres Winterschlafes am Polarkreis mit Rückblick, Ausblick, Änderungen und Neuigkeiten

Nun schreiben wir also bald 2012. Viel wird gemunkelt über dieses Jahr. Wir bleiben aber mit beiden Beinen auf dem Boden und starten in das neue Jahr mit einigen Weiterentwicklungen.

Relaunch 2012

Zum Jahreswechsel haben wir unsere Fotografie-Homepage komplett neu designed und dort auch einen separaten Fotografie-Blog aufgelegt. Dazu gleich mehr.

Auch hier im Lapplandblog hat sich etwas verändert beim Design und den Inhalten. Vor allem geht es uns um Vereinfachung und Reduktion, sodass Lesbarkeit und Verständlichkeit immer weiter optimiert werden.

Spannungsfeld Fotografie und Lappland

Hier im Lapplandblog haben wir bislang immer mit der Spannung zwischen rein fotografischen und auf Lappland bezogenen Beiträgen gelebt. Um auch dies weiter zu vereinfachen, gibt es jetzt den separaten Fotografie-Blog. Dort bloggen wir ab 2012 auf Englisch.

Aber keine Sorge: Natürlich geht es auch hier im Lapplandblog weiter. Hier bleibt es bei Deutsch und gelegentlichem Schwedisch. Natürlich gibt es auch hier weiterhin viele Bilder und auch das ein oder andere fotografische Thema. Allerdings mehr mit Bezug zu Auswandern, Urlaub, Tourismus, Reisen und - natürlich - dem Schwerpunkt Schwedisch-Lappland.

Experiment soziale Medien

2011 war für uns ein offensiv experimentelles Jahr in Sachen soziale Medien. Stammlesern wird auffallen, dass die Buttons zu Google+Facebook und Twitter mit dem Relaunch wieder aus der Seitenleiste verschwunden sind.

Warum? Wir haben im vergangenen Jahr viel experimentiert, Vorträge zum Thema soziale Medien gehalten und Artikel dazu geschrieben. Rein persönlich haben uns die derzeit verfügbaren Plattformen aber schlichtweg (noch) nicht richtig "begeistert" (wobei Google+ auf dem richtigen Weg zu sein scheint). 

Aber: Zu viel Zeit geht bei der Beschäftigung mit den virtuellen Welten verloren. Und Hand aufs Herz: Nur wenige neue Beziehungen mit echtem Tiefgang sind hinzu gekommen. Natürlich sind wir auch weiterhin auf den bisherigen Plattformen aktiv. Nur gehen wir das ab 2012 viel entspannter und mit viel geringerer Priorität an. Wer Kontakt zu uns aufnehmen möchte, tut das am besten via Mail oder Telefon :-)

Was hat sich sonst so getan?

- Malå durfte seine Ambulanzstation behalten. Die Proteste, die wir über einen längeren Zeitraum fotografisch begleitet haben, haben schliesslich Erfolg gezeitigt. 

- Der weitere Ausbau der Windkraft in Västerbotten wird aus der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen. Auch hier bilden sich Bürgerinitiativen und erste Proteste beginnen.

- Die Einwanderer strömen nach wie vor ungebremst hierher. Leider erleben wir immer wieder schlimme Tragödien. Viele beginnen beim Hauskauf. Hier haben sich teilweise regelrechte Mondpreise etabliert Aus aktuellem Anlass möchten wir deswegen nochmals auf unsere Tipps zum Immobilienkauf in Lappland hinweisen. Unsere Tipps helfen hoffentlich, einige Katastrophen und menschliche Tragödien zu verhindern.

Und jetzt allen Leserinnen und Lesern einen guten Start
in das neue und spannende Jahr 2012!


Irisierende Wolken Photometeore in Lappland
„Apokalyptischer Touch“


Behind the scenes: Passend zum Jahreswechsel 2011/2012 ein Bild mit "apokalyptischem Touch". Ein Naturschauspiel, das den arktischen Winter auszeichnet: Irisierende Wolken (Photometeore). Ein farbenfrohes Spektakel, das in Verbindung mit dem Sonnenuntergang und verhangenem Himmel endzeitliche Gefühle hervorrufen kann. Die Uferlinie ist übrigens absichtlich nach rechts abschüssig. Eine Reminiszenz an die brodelnde Wirtschaftskrise. Nebenbei: Sehr romantisch war der Anblick ebenfalls. 
 

KW 50, Jahresrückblick und Winterschlaf

KW 50, Jahresrückblick und Winterschlaf

Warnung: Dieser Blogpost ist länger, umfangreicher und nachdenklicher als gewöhnlich.

Jahresrückblick
Ein offenes Geheimnis: Mit zunehmendem Alter beschleunigt sich die Zeitwahrnehmung überproportional schnell. Einfach gesagt: Es scheint, als würde die Zeit immer schneller vergehen. Als mir das meine Oma vor 30 Jahren sagte, habe ich noch darüber gelacht. Heute weiss ich, dass sie Recht hatte.

2011 können wir also demnächst ad acta legen. Es war ein bewegtes und sehr angefülltes Jahr. Jedenfalls für uns. Mehr und mehr Aufträge von Zeitungen und Magazinen - in aller Regel Reportagen - flatterten ins Haus. Darunter fast nur herausfordernde, spannende Themen und Aufgabenstellungen. Viele Hochs und Tiefs des Lebens haben wir gesehen und fotografiert. Und es hat viel Spass und Freude gemacht. Und vielleicht ist es uns ja auch gelungen mit zu helfen, die Welt ein klein wenig besser und schöner mit zu gestalten.

Die Schattenseite ist, dass im zweiten Halbjahr sogar die persönlichen Projekte beinahe zum Erliegen kamen. Das soll sich aber 2012 wieder ändern.


Lappland

Der Blick durch das Fenster offenbart trübes, nebliges und verschneites Wetter. Richtig "dicke Suppe" da draussen. Die Skoterfahrer und Schlittenhundler freuen sich, denn nun fängt ihre Saison (endlich) an.

Von Weihnachtsstimmung ist allerdings - abgesehen von der Masse an Prospekten im Briefkasten - derzeit noch nichts zu spüren.

Fotografie
A propos Dunkelheit sei ein kleiner technischer Schlenker gestattet. Derzeit ist Lappland wieder einer der besten Plätze, um die High-ISO Qualität von Kameras zu testen. Besonders bei quirligen Reportagen ist das Limit hier schnell erreicht.

High-ISO führt uns übrigens nahtlos zu den Weihnachtsgeschenken, die wir hier im Haushalt bereits vor einigen Jahren abgeschafft haben. Gleiches gilt für den Weihnachtsbaum, den wir lieber in der Natur betrachten. Wenn aber, ja wenn wir aber einen Weihnachtsbaum hätten, könnte ich mir dieses Jahr sehr gut eine Fuji X10 unter demselben liegend vorstellen. Ich schwärme ja selten für Technik, aber seit ich vor einigen Tagen etwas mit einer X10 experimentieren konnte, bin ich begeistert. Eine kompakte, robuste "Immer-Dabei" und mit bezaubernden High-ISO Fähigkeiten, die reportagetauglich zu sein scheint. Sollte uns zufällig jemand aus der Leserschaft eine Freunde zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel machen wollen...

Winterschlaf - "Drei Wochen ohne"
Drei Wochen, d.h. bis zum 6. Januar gehen wir jetzt wieder in den Winterschlaf. Das betrifft nicht nur das Blog, sondern umfasst auch die Abstinenz in den sozialen Medien. "Drei Wochen ohne" lautet das Motto. Es ist wieder an der Zeit, den inneren Kompass neu einzunorden. Wer uns in dieser Zeit erreichen will, möge bitte zum Telefon oder zur Email greifen.

Meinungsumfrage
Vom "neu Einnorden" der Dinge im Leben haben wir eben schon gesprochen. Feedback hilft da weiter.

Was denken Sie / denkt Ihr? Was wünschen Sie sich hier / wünscht Ihr Euch hier?

Wir freuen uns über Kommentare und Wünsche für die wir immer ein offenes Ohr haben. Einfach einen Kommentar hinterlassen, oder eine Mail senden.

Frohe Weihnachten und einen guten Start in das Neue Jahr!

Und nun wünschen wir allen Leserinnen und Lesern

“Frohe Weihnachten und einen guten Start in das Neue Jahr!”



Wochenrückblick KW 49: 14 Tage bis Weihnachten und ein ungewöhnliches Casting

Wochenrückblick aus Lappland: 14 Tage bis Weihnachten und ein ungewöhnliches Casting

Das Wetter bessert sich. Zumindest aus touristischer Sicht. Gestern fegte das erste richtige Schneegestöber des Jahres über uns hinweg und nun haben sich einige cm Schnee angesammelt. Den Prognosen nach bleibt der Schnee auch liegen und Lappland erweist sich - dem Klimawandel zum Trotz - noch immer als schneesicher. Auf den umliegenden Skihängen laufen die Schneekanonen trotzdem seit Tagen im Dauerbetrieb, denn für die Pisten reicht der Schnee noch nicht. Einige erste Hundeschlitten sind auch schon unterwegs. Die Schneeskoter bleiben aber einstweilen noch in der Garage, denn für die Ketten wäre es pures Gift, jetzt schon zu fahren. Immerhin: Die Tourismussaison scheint auch dieses Jahr wieder gerettet :)

Thema Fotografie: Vor einigen Tagen hatten wir ein - zumindest für uns - ungewöhnliches Casting. Für einen grossen Reitverein sollten Bilder für  Weihnachtskarten und einen Kalender geschaffen werden. Aber da durfte natürlich nicht jedes Pferd mit aufs Foto. Nein, ein Casting wurde durchgeführt. Viele Pferde mit ihren Besitzern und jeder wollte natürlich seinen Liebling in der Auswahl haben (weswegen die Auswahl strikt der Kunde gemacht hat). Etwas ungewohnt das Ganze. Mit Menschen und Hunden haben wir ganz gute Routine. Aber die Kommunikation mit Pferden hat sich als bedeutend herausfordernder erwiesen. Wenn Frau Lapplandblog nicht das beneidenswerte Händchen für Tiere hätte, hätte die Aktion mindestens zehnmal so lange gedauert. Unser Eindruck: Pferde sind bedeutend sturer, als alle Tierarten, die wir bislang vor der Linse hatten :) Nichtsdestotrotz ist das Shooting zur grossen Zufriedenheit unseres Kunden verlaufen und im Bild ist der Gewinner zu sehen, der es auf die Weihnachtskarten geschafft hat (allerdings nicht mit dieser Pose).  

Weihnachtliches Pferd in Lappland
„Shooting Star“

Kostenlos: "11 Ways to Improve Your Photography", Hrsg. David DuChemin, von Craft & Vision

Kostenloses Ebook: "11 Ways to Improve Your Photography", Hrsg. David DuChemin, von Craft & Vision

Weihnachten für Fotografen naht. Warum? Bei Craft & Vision, der fotografischen Know-How-Schmiede, ist gerade wieder ein neues Ebook erschienen.

Das Beste (neben dem - wie immer hochwertigen Inhalt - Inhalt) aber ist der Preis: Der Download ist kostenlos!

Kostenlos:


Auf 69 Seiten (A4) finden sich 11 Artikel vom Craft & Vision-Autorenteam:

Piet van den Eynde - Make your images more dynamic
David DuChemin - Tame your digital exposures
Martin Bailey - The power of the print
Michael Frye - Learn to direct the eye
Alexandre Buisse - Understand the stages
Andrew S. Gibson - Create projects and collaborate
Nicole S. Young - Refine your composition
Eli Reinholdtsen - The power of the moment
Piet van den Eynde - Forget lens stereotypes
Stuart Sipahigil - Slow down and learn to see
David DuChemin - Make stronger portraits

Ein erfrischendes und beeindruckendes Buch. Erfrischend, weil es Lust macht zur Kamera zu greifen. Beeindruckend, weil die Artikel sehr animierend sind, sowohl in handwerklich-praktischer, als auch in fotografisch-philosophischer Richtung.

Kurz: Eine kostenlose Schatzgrube und eine Art "Best Of" Sammlung von Craft & Vision für Fotografen, die Laune auf mehr macht.

--> Für die Leser des Lapplandblogs geht es hier lang zum kostenlosen Download.

Das kostenlose Angebot gilt bis zum Jahresende.

Kostenlos:

Neuerscheinung: Ein Buch über Komposition in der Fotografie - Beyond Thirds von Andrew S. Gibson

Neuerscheinung: Ein Buch über Komposition in der Fotografie - Beyond Thirds von Andrew S. Gibson



Bei Craft & Vision ist gerade ein neues Ebook erschienen: Beyond Thirds von Andrew S. Gibson. Andrew ist ein erfahrener Fotograf und Autor, der bei Craft & Vision bereits mehrere Werke veröffentlicht hat.

David DuChemin, Herausgeber der Craft & Vision Reihe, hat uns wieder vorab ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Im jüngsten Ebook geht es um Komposition. Bekanntlich ein grundlegendes Thema in der Fotografie. Wie der Titel ("Beyond Thirds") schon verrät, geht es um mehr als die Komposition nach festen Regeln. Auf 38 Seiten (DIN A4) entfaltet Andrew anhand zahlreicher Beispiele die "Konstruktionsregeln" des Bildaufbaus jenseits der einfachen Formeln.

Wer sich ernsthafter mit Komposition und Bildaufbau beschäftigen möchte, sollte auf jeden Fall einen Blick in Andrews neuestes Buch werfen.

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version, auf die es auch einen Einführungsrabatt gibt.

Der Preis liegt - USD 5 - wie immer auf äusserst günstigem Niveau.


Und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 19. November 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: BT4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher aus der Reihe Craft & Vison kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes BT20 20% Rabatt auf Ihre Bestellung beim Kauf von 5 oder mehr Büchern.

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.




Neu: Die Lappland-Edition

Immer wieder haben uns Anfragen erreicht. Nun ist es soweit:

Ab sofort gibt es die Lappland-Edition mit Original-Abzügen und Kunstdrucken von ausgesuchten Fotografien, die charakteristisch für Lappland sind.

Kurz: Original-Kunstwerken aus Lappland. Natürlich in limitierter Auflage und handsigniert.

An den Start gehen 4 Editionen mit hochwertigen Abzügen und Prints:

Landscape, Nature, Black/White und Simplicity.

Viel Freude beim Durchstöbern der Galerien.

Und bitte daran denken: Damit wir die Lieferung als Geschenk zu Weihnachten sicherstellen können, bitte bis Ende November bestellen!

Making Light II - Das Ebook zum fortgeschrittenen entfesselten Blitzen von Piet van den Eynde

Making Light II - Das Ebook zum fortgeschrittenen entfesselten Blitzen von Piet van den Eynde


Kürzlich hatte ich Band 1 von Piet van den Eyndes "Making Light" vorgestellt, in dem es um alle Grundlagen des entfesselten Blitzens ging.

Nun ist als Ergänzung gerade der zweite Band erschienen, in dem sich Piet fortgeschritteneren Techniken widmet.

Auf 77 Seiten erklärt Piet die Arbeit mit mehreren Blitzen, Modifiern, und einiges mehr. Auch der zweite Band wird wieder abgerundet mit 10 hochinteressanten Fallstudien.

Für alle Leser des ersten Bandes, die sich weiter in das entfesselte Blitzen vertiefen wollen, ist der zweite Band geradezu ein "must have".

Wie üblich gibt es das Ebook bei Craft & Vision als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version.

Der Preis - USD 5 - liegt wie immer auf günstigem Niveau und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 24. Oktober 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: MAKINGLIGHT4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes MAKINGLIGHT20 insgesamt 5 Bücher zum Preis von 4 (=20% Rabatt).

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Im Fokus: Fotograf Michael Kirchner

Michael "Omori" Kirchner lebt als Fotograf in Heidelberg und bloggt im FOTOGRAFR - Magazin für Fotografie.

Mit Michael verbindet mich etwas ganz besonderes, ist er doch in Heidelberg beheimatet und tätig. In der Stadt, in der ich meine Jugend verbracht habe. Also „Bühne frei“ für Michael, der neben seinem Händchen für erstklassige Fotos auch noch eine weitere grosse Stärke hat: Er ist ein sehr sympathischer Mensch und es macht ausgesprochen Freude, mit ihm zusammen zu arbeiten!


- Michael Kirchner -


-> Michael, wie bist Du zur Fotografie gekommen?


Als ich mit der Fotografie angefangen habe, hat es mir sehr geholfen, mich mit anderen Interessierten auszutauschen. Feedback und Diskussionen in einer Fotogruppe sind durch keine Internet-Community zu ersetzen. Sowohl in meiner Heimatstadt Hildesheim, als auch in Heidelberg, wo ich jetzt wohne, habe ich mich durch die Teilnahme an solchen Gruppen nicht nur fotografisch weitentwickeln können, sondern habe auch gute Freunde gefunden. Und ich bin Fotografen wie dem Heidelberger Fotokünstler Johannes Kornfeld sehr dankbar, weil er mich in seinem Atelier in die Grundzüge der Studiofotografie eingeweiht hat.

-> Auf was bist Du spezialisiert?

Auf der einen Seite biete ich People- und Werbefotografie für Firmen an, auf der anderen Seite Beauty- und Aktfotografie für Privatpersonen. Das verbindende Element ist, dass bei mir eigentlich (fast) immer Personen vor der Kamera stehen.

Im Fokus: Fotograf Michael Kirchner
- copyright Michael Kirchner -


-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Fotografieren ist eine Leidenschaft. Wobei es mir nicht so sehr um den technischen Aspekt dabei geht, sondern um die Arbeit mit Menschen. Ich finde es spannend, mit Leuten zu arbeiten, die vielleicht das erste mal vor der Kamera stehen und ein wenig nervös sind. Oder mitzuerleben, wie ein Newcomer-Model von Shooting zu Shooting sicherer wird und an Selbstvertrauen gewinnt.

-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?

Große Vorbilder habe ich eigentlich nicht. Es sind eher einzelne Eigenschaften, die mich an bestimmten Fotografen beeindrucken. Bei Jim Rakete ist es zum Beispiel die Art, bescheiden und unspektakulär, trotzdem aber mit Leidenschaft und Hingabe an seiner Fotografie zu arbeiten.

-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Gute Erlebnisse gibt es glücklicherweise recht viele. Wenn zum Beispiel ein brasilianischer Fußballspieler über das ganze Gesicht strahlt, weil ich im Studio extra für ihn brasilianische Sambamusik besorgt habe. Oder wenn mir eine Kundin stolz berichtet, wie gut ihrem Freund die Beautyfotos gefallen, die sie in meinen Studio gemacht hat.

Ein richtig schlimmes Erlebnis steht mir erst noch bevor. Manchmal male ich mir aus, was passiert, wenn nach einem unwiederholbaren Shooting die Speicherkarte nicht mehr lesbar ist oder alle Fotos unscharf oder sonstwie technisch nicht in Ordnung sind. Bisher ist aber alles gut gegangen.


-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Da gibt es eigentlich keine konkreten Wünsche. Oder ich kann auch sagen: Es ist ganz gut so, wie es jetzt läuft. Besonders viel Spaß macht mir ein Shooting immer, wenn der Mensch vor der Kamera mit derselben Begeisterung an ein Shooting herangeht wie ich. Wenn er eigene Ideen einbringt und die Arbeit vor der Kamera genießt. Mein Ziel ist, in Zukunft noch mehr mit Leuten zu arbeiten, die eine grofle Kamerapräsenz haben, also zum Beispiel mit Schauspielern oder Musikern.

Im Fokus: Fotograf Michael Kirchner
- copyright Michael Kirchner -


-> Eine ganz persönliche Frage, die bestimmt viele Leser interessiert: Wofür steht eigentlich „omori“?

Der Name "Omori" ist ein japanischer Eigenname, den ich vor über 10 Jahren bei einem Aufenthalt in Tokyo aufgeschnappt habe. Seit dieser Zeit verwende ich ihn als Pseudonym und als Name für mein Fotostudio. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Kunden und Fotografenkollegen eher an den Namen "Omori" erinnern als an meinen bürgerlichen Namen, vielleicht weil er so ungewöhnlich klingt.


-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Im Amateurbereich gibt es bereits heute ein Inflation von Fotos. Durch die technische Entwicklung bei den Mobiltelefonen ist eine Kamera immer und überall verfügbar. Viele der so entstehenden Fotos werden aber nie als Foto gedruckt und landen als Datenleiche auf irgendeiner Festplatte. Vielleicht ist die Unzufriedenheit mit dieser Situation der Grund dafür, dass viele Amateure zurück zu Fine Art Print oder der analogen Fotografie finden.

In der Berufsfotografie reicht es heute nicht mehr, wie vielleicht vor einigen Jahren noch, sich über die Technik definieren. Technik und Know How stehen heutzutage jedem interessierten Laien zur Verfügung. Was sich aber nicht so leicht erwerben lässt, sind Erfahrung, Kreativität und die Fähigkeit, Menschen vor der Kamera so zu führen, dass eindrucksvolle Fotos entstehen. Daher werden gute Fotografen (wie beispielsweise Jim Rakete) immer gefragt sein.


-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Nicht einfach losgehen, eine Kamera dabei haben und hoffen, dass einem das richtige Motiv schon über den Weg laufen wird. Sondern mit einer ganz klaren Idee und einem Konzept beginnen und dieses dann umsetzen.


Michael, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)

Im Fokus: Fotograf Klaus Schroff

Es ist wieder an der Zeit, einen Fotograf in unserer Rubrik „Im Fokus“ vorzustellen. In dieser Folge interviewen wir Klaus Schroff, der am schönen Bodensee sein Studio hat.

Klaus Schroff beschäftigt sich nun schon seit über 25 Jahren mit der Fotografie in den verschiedensten Bereichen. Seit über 10 Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in der sensiblen Fotografie von und mit Menschen.

Das Zusammenspiel zwischen Akteur und dem Fotografen, sowie dessen Einfühlungsvermögen sind der Schlüssel zum Einfangen wichtiger und einmaliger Momente. Landschafts-, Detailaufnahmen und kreative Bildbearbeitungen mit durchaus unkonventionellen Sichtweisen komplettieren das breite Spektrum seiner Arbeit.

Ausstellungen:

2006 Gemeinschaftsausstellung mit anderen Fotografen über die Basilika in Rankweil (A)
2010 Einzelausstellung “Gesichter der Mettnau” in Radolfzell (D) mit Landschaftsimpressionen der Halbinsel Mettnau
2010 Einzelausstellung „Musik was my first Love“ in Konstanz (D) mit musikalischen Fotografien
2011 Einzelausstellung "Fotos mal anders" in Singen (D) mit kreativen Bildbearbeitungen

Wer durch das Interview und die Bilder neugierig wird, findet mehr Bilder und Informationen hier:

- Schroffe-Bilder
- Hochzeitsfotograf am Bodensee
- Klaus Schroff auf Facebook

Im Fokus: Fotograf Klaus Schroff
- Klaus Schroff -

-> Klaus, wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Über meinen Vater. Schon von klein auf habe ich meine Umwelt genau wie er mit der Kamera erkundet und dokumentiert. An der Faszination daran hat sich bis heute nicht geändert.

-> Auf was bist Du spezialisiert?

Auf die sensible Fotografie von und mit Menschen. Dieses Thema ist unglaublich vielschichtig. Jeder Mensch ist anders und möchte das natürlich auch auf dem Foto sein.
Es macht einfach Spass, sich dieser Herausforderung bei jedem Shooting zu stellen. Der "gute Draht" zwischen Akteur und Fotograf ist für mich dabei sehr wichtig für ein gutes Bild - sei es Hochzeit, Konzert oder Portrait. 


-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Ein Job der handwerkliches Arbeiten und innerlichen Bezug erfordert. Fotografieren ist für mich der perfekte Mix zwischen Emotion, Aufregung, Adrenalin, Erholung und Entspannung. 

Fotograf Klaus Schroff
- copyright Klaus Schroff -


-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?

Hmm, ich habe eigentlich gar kein spezielles Vorbild. Ich hatte noch nie das Bedürfnis, den Stil von einem anderen Fotografen zu kopieren, das Bild auf diese Art gibt es ja schon. Eine ander Sicht der Dinge gibt es geben nur aus einer anderen Sicht auf das Motiv. Ich schaue mir aber immer gerne Fotos an und nehme  so natürlich viele Inspirationen auf.

-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Das Beste ist jedesmal wenn der Kunde bei den Bildern lächelt und sagt: "ja, das bin ich".
Das Schlimmste ist versagende Technik.


-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Eine Idee die schon lange in mir brodelt ist ein Buchprojekt mit geistig und körperlich behinderten Menschen bei ihrem Spass am und mit dem Leben. 

-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Prognosen sind immer etwas schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. :) 

Eigentlich sehe ich die Zukunft der Fotografie sehr entspannt. Die technische Entwicklung ist eher eine Konsumentwicklung. Höher, schneller, weiter. Es ist hip geworden, eine Kamera zu haben und noch hipper, sie gleich durch das Nachfolgemodell auszutauschen.

Trotz der unglaublichen Menge der Auslösungen jeden Tag hat sich die Menge der "guten" Fotos auf der Welt nicht wirklich signifikant erhöht.

Ein Fotograf konnte gestern ein gutes Bild machen, kann es heute und wird es morgen auch können. Fernab jedes Technikhypes und ganz egal mit was für einem Gerät. Außerdem merke ich bei meinen Kunden, dass der Wunsch nach Fotos, die auch im Kopf bleiben durch die große Menge der Knipsbilder eher größer statt kleiner wird - und das ist  ja eine wünschenswerte Entwicklung.


-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Mache das was Dir gefällt, stehe zu einer Arbeit, beschränke Dich auf das Wesentliche, näher ran. Eine neue Kamera macht keine besseren Bilder. Und natürlich üben, üben, üben.

Klaus, danke dass Du Dir die Zeit genommen hast!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)


Fotograf Klaus Schroff
- copyright Klaus Schroff -

The Inspired Eye III von David DuChemin

The Inspired Eye III von David DuChemin
Ebook, erschienen bei Craft & Vision

The Inspired Eye III von David DuChemin


Eine Rezension

Gerade ist ein neues Ebook "The Inspired Eye III" von David DuChemin erschienen. Das Buch ist ein kreativer Kick für alle, die sich mit Fotografie befassen.


Keine Frage, ich schätze David und mag seinen Stil sehr. Mit diesem Buch hat er sich nun selbst übertroffen. Es geht um den kreativen Prozess. Und David gibt dem Leser einen kräftigen kreativen Kick. Um es etwas deutlicher zu sagen (man verzeihe mir bitte die Ausdrucksweise): Es geht um einen kräftigen Tritt in den Hintern. Das kann weh tun. Ist aber in diesem Falle sehr heilsam.

Wir alle kennen die Symptome: Wir reden gerne viel über Fotografie. Wir reden gerne über alle möglichen technischen Fragen, usw. Aber das reicht eben bei weitem nicht.
Wir blicken oft ehrfürchtig zu den "Grossen Meistern", die ja ach so viel Talent haben und denen alles so leicht fällt. Das stimmt nicht.  

David räumt in seinem neuesten Buch über den kreativen Prozess radikal mit diesen Mythen auf und kommt deutlich auf den Punkt. Der Inhalt des Buches ist das Destillat aus einem langen inneren Prozess. 

David schreibt darüber, wie der kreative Prozess am Laufen gehalten wird. Er stellt klar heraus, dass es in erster Linie um harte Arbeit geht. Nicht die Anzahl der "fluffig-künstlerischen" Ideen - über die wir oft so gerne philosophieren und tagträumen - ist entscheidend, sondern eine Idee anzupacken und bis zum Ende umzusetzen. Das zeichnet den erfolgreichen Künstler (und überhaupt die allermeisten erfolgreichen Menschen) aus. Viele schöne Ideen zu haben ist einfach. Eine Idee umzusetzen, ist Kunst. 

Letztlich ist es wir mit dem Sport: Es geht um hartes Training und harte, ausdauernde Arbeit. Aus Diskussionen, dem Zusehen und Lesen von Fachartikeln allein, wachsen keine Muskeln. Mit der Kreativität ist es nicht anders.

David ist schonungslos offen und kritisch in seiner Darstellung und verwendet sehr anschauliche Bilder und Vergleiche. Z. B. der Vergleich des Fotografen mit dem Schriftsteller. Der Schriftsteller muss anfangen zu schreiben, zu verwerfen, zu schreiben, zu verfeinern, usw. Dem Fotografen kommt die digitale Technik dabei sehr zustatten. Das Experimentieren und die Annäherung an "das" Bild ist heutzutage viel einfacher geworden. Plastisch nachvollziehbar stellt David das anhand einer Serie von 12 "Skizzenaufnahmen" vom ersten Scouting bis zum fertigen Bild dar. 

Mit aussagekräftigen Zitaten untermauert David den Gang durch den kreativen Prozess. Mein Tipp: Ausdrucken und als "Wakeup-Calls" an die Wand hängen.

Im Laufe der Lektüre wird es immer klarer und deutlicher: Es geht schlichtweg um harte und beständige Arbeit. Die Begriffe "Talent" und "Begabung" werden i.d.R. völlig überstrapaziert. Im Gegenteil: Der wirklich Talentierte muss nur umso härter arbeiten, um sein volles Potenzial ausschöpfen zu können.

Auch die psychologische Seite kommt nicht zu kurz. Ist es doch oft schlicht und ergreifend Angst, die uns von der kreativen Arbeit abhält. Denn was wäre, wenn niemand unsere Bilder mag? Die Lösung ist einfach: Meistens sollten wir das, wovor wir die meiste Angst haben, zuerst in Angriff nehmen. Just do it.

Kann ich dieses Buch empfehlen? Vorbehaltlos. Es ist extrem herausfordernd, wenn sich der Leser auf den Inhalt einlässt. Aber die Belohnung entschädigt reichlich.

Prädikat: Äusserst empfehlenswert - "must read".

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version für die auch einen Einführungsrabatt gibt.
Der Preis - USD 5 - liegt wie immer auf günstigem Niveau.


Für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 24. September 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: EYETHREE4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher aus der Reihe Craft & Vison kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes EYETHREE20 20% Rabatt auf Ihre Bestellung beim Kauf von mindestens 5 Büchern.

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The Inspired Eye III von David DuChemin

Skandal wegen gefälschter Fotos in Schweden

Nun hat auch Schweden einen handfesten Skandal wegen gefälschter Fotos bei einem Fotowettbewerb. Der in Schweden tätige Naturfotogfraf Terje Hellesø hatte beim 20. Fotowettbewerb des schwedischen Naturvårdsverket (Amt für Natur- und Umweltschutz) mehrere mit Photoshop manipulierte Fotos eingereicht und dadurch den ersten Preis gewonnen.

Eine der gefälschten Aufnahmen des Preisträgers Terje Hellesjø
„Eine der gefälschten Aufnahmen des Preisträgers Terje Hellesjø“
Foto: Terje Hellesø / Naturvårdsverket 


Seit 20 Jahren veranstaltet das schwedische Naturvårdsverket (Amt für Natur- und Umweltschutz) einen Fotowettbwerb, bei dem die besten Naturaufnahmen prämiert werden. Der Wettbewerb ist in Schweden sehr populär und geniesst grosses mediales Interesse.

In der 2010er Wettbewerbsrunde gewann der in Schweden tätige Berufsfotograf Terje Hellesø (gebürtiger Norweger) mit einigen auf den ersten Blick spektakulären Aufnahmen. Der mit 15.000 SKR dotierte Preis war Hellesø  im Mai 2011 verliehen worden. Der Preisträger erhält zudem eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum in Stockholm.

Nach der Preisverleihung kamen allerdings Zweifel auf. Gunnar Glöersen, Mitarbeiter beim schwedischen Jägerverbund (Jägareförbundet) wies im Blog des Jägerverbundes als erster darauf hin, dass der prämierte Fotograf unglaublich viele seltene Raumtiere in sehr kurzer Zeit in der freien Wildbahn fotografiert haben will.

Eine bekannte schwedische Fotoseite griff das Thema auf. Binnen kurzer Zeit kamen dort mehrere hundert Kommentare zusammen und die Aufnahmen des Preisträgers wurden von einer grossen fotografischen Öffentlichkeit kritisch unter die Lupe genommen. Es dauerte nicht lange bis entdeckt wurde, dass einige der Tiere aus den prämierten Aufnahmen als freigestellte Objekte in Bildbanken im Internet frei verfügbar waren. 

Schliesslich kommentierte auch Preisträger Hellesø den Vorgang. Er habe alle getäuscht (einschliesslich seiner eigenen Familie; dazu sogleich mehr) und bitte um Verzeihung.

Die Geschichte zieht nun Kreise in verschiedene Richtungen.

- Zum einen ist die fotografische Community in Schweden in einer Art Schockzustand. Dass ein schwedischer Fotograf ein solches Vorgehen an den Tag legen könnte, war bislang schlicht undenkbar.

- Das zeigt sich u.a. auch darin, dass in den Wettbewerbsstatuten keine Regelungen zu Täuschungsversuchen enthalten sind. Auch eine Regelung, die Wettbewerbsteilnehmer zur Vorlage von RAW-Dateien verpflichtet, ist nicht vorgesehen. Deswegen darf Hellesø die Auszeichnung erst einmal behalten, bis die Juristen des Naturvårdsverkets die Rechtslage geklärt haben. Nicht zuletzt durch die Mängel in den Statuten des Wettbewerbes ist der Ruf des bislang angesehenen Wettbewerbes nun nachhaltig beschädigt

- Tragisch ist auch die familiäre Seite. In einem Interview des schwedischen Rundfunks hat die Ehefrau des Preisträger, Malin Hellesø - ebenfalls Fotografin - angegeben, dass sie selbst auch getäuscht worden sei. Ihr sei die Täuschung erst bekannt geworden, als ihr Mann ihr dies einige Zeit nach der Preisverleihung gebeichtet habe. 

- Im Verband der schwedischen Naturfotografen läuft derzeit die Debatte über einen Ausschluss Hellesøs aus der Vereinigung. Der Verband hat nämlich klare Regelungen dazu, dass derartige Bildmanipulationen unzulässig und unethisch sind.

- Zu guter Letzt droht dem Preisträger nun schliesslich auch handfester juristischer Ärger: Gegen Hellesø wurde mittlerweile eine Strafanzeige wegen Betruges gestellt. Denn wegen der gefälschten Bilder wurde eine grössere Summe öffentlicher Mittel verschwendet, weil Experten im Auftrag der Naturschutzbehörde auf die Suche nach den fotografierten seltenen Tieren gegangen waren. 

Über Pilze und Inspiration in der Fotografie

Über Pilze und Inspiration in der Fotografie
„Ein Baumpilz - Inspiration aus der Natur“


Behind the scenes: Herbstzeit ist Pilzzeit in Lappland. Neben des verschiedenen essbaren Varianten gibt es auch die weniger verträglichen Arten. Die zeichnen sich aber sehr häufig durch besondere Schönheit aus. So wie dieser Baumpilz, der durch Form und Farbe besticht. 

Was uns zur Frage nach der Inspiration führt. Jeder Fotograf - überhaupt jeder Künstler und Kreative - hat seine ganz eigenen und individuellen Inspirationsquellen. Wenn es mich nach Inspiration hungert, gehe ich meistens auf ausgedehnte Outdoor-Touren. Gestern waren es so um die 30 Km auf gebahnten und ungebahnten Wegen quer durch die Natur (was gleichzeitig auch ein gutes Training für die bevorstehende Wintersaison ist). Farben, Formen, Geräusche und tiefe Stille. Für mich die beste Quelle für Inspiration.  

Drei Gedanken zum 1. September

Richtig klassische Glühbirnen - Geschätzt aus den 50-er Jahren
„Richtig klassische Glühbirnen“


Drei Gedanken zum 1. September


Ein denkwürdiges Datum. Aus verschiedenen Gründen.

Ad 1: Good-Bye Lightball, Good-Bye Heatball...

Eine weitere Ära geht zu Ende: Am 1. September geht das von der EU verfügte Aus für "klassische" Glühbirnen in die nächste und vorletzte Runde. Denn nun dürfen Glühbirnen ab 60 Watt innerhalb der EU weder hergestellt noch in diese importiert werden. Nur die vorhandenen Lagerbestände dürfen noch abverkauft werden. 

Merkwürdigerweise fällt das übrigens zeitlich mit drastischen Preiserhöhungen bei den Energiesparlampen zusammen. 

Nachdem auch das alternative "Heatball-Konzept" zu scheitern scheint sei allen Liebhabern klassischer Glühbirnen ein Urlaub in Lappland ans Herz gelegt. In den hiesigen Elektrofachmärken, Geschäften und Supermärkten befinden sich nach subjektivem Empfinden noch Lagerbestände, die einige Jahre weit reichen dürften. Und wer Glück hat, kann auch richtig alte Raritäten auf dem Speicher oder auf dem Flohmarkt (Loppis) ergattern.


Fliegenpilz in Lappland
„Herbstbote: Fliegenpilz“


Ad 2: Jahreszeiten - Der Zeiger rückt weiter

Der 1. September markiert in Nordschweden klassischerweise den ersten meteorologischen Herbsttag. Die meteorologische Definition dafür lautet: "Der Herbst ist in einem bestimmten Gebiet angekommen, wenn die Tagesmitteltemperatur an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 10 Grad C liegt."

Das Schwedische Meteorologische Institut (vergleichbar mit dem amtlichen Wetterdienst) hat dazu eine täglich aktualisierte Karte, auf der die Ausbreitung des Herbstes visualisiert ist. So wie es aussieht, ist er zumindest bei uns bereits gelandet.


Ad 3: Zuletzt noch eine spannende fotografische Neuigkeit

Heute hat Fuji offiziell die kleine Schwester der bereits jetzt geradezu legendären X100 vorgestellt. Sie hört auf den Namen X10, bietet einen 2/3-Zoll Sensor, ein 28-105 mm Zoom (KB-Äquivalent) mit ordentlicher Lichtstärke und einen optischen Sucher.

Die Pressemeldung klingt sehr gut und macht sehr neugierig. Liebe Leute bei Fuji: Schickt doch mal eine X10 zum Test rüber! 

Featured: Detroit Photographer Rosh Sillars

Heute eine Empfehlung für alle Leser, die sich auch im amerikanischen Raum tummeln. Vor einigen Tagen bin ich auf die Webseite und das Portfolio von Rosh Sillars aufmerksam geworden: Detroit Photographer - www.rosh.com.

Rosh ist als People-Fotograf in Detroit / Michigan beheimatet. Mit Detroit bin ich persönlich sehr verbunden, weil ich einige liebe Freunde und Bekannte dort habe. Als ich vergangene Woche für einen meiner Bekannten einen Fotografen vor Ort gesucht habe, bin ich auf Rosh gestossen.

Sein Portfolio hat mich spontan begeistert: Er versteht es, auf natürlich Weise Menschen in ihrer Umgebung zu fotografieren. Und ausserdem teilt er bereitwillig sein Wissen als Fotograf und Experte für Soziale Medien in Workshops, Vorträgen und Podcasts. Unbedingt mal dort vorbeischauen!

Im Test: NoiseControl für MacOS X von ThePlugin Site

Im Test: NoiseControl für MacOS X von ThePlugin Site

Einleitung

Vergangene Woche, genauer am 16., flatterte eine Pressemeldung von ThePlugin Site ins Haus. NoiseControl, das neueste Plugin aus der Serie „PhotoWiz“ liegt jetzt auch für MacOS X vor.

Regelmässige Blogleser wissen es bereits. Ich bin ein grosser Fan der unter dem Namen „PhotoWiz“ vertriebenen Photoshop-Plugins der kleinen deutschen Softwareschmiede ThePlugin Site aus Nürnberg. Und die Pressemeldung zu NoiseControl hat natürlich sofort mein Interesse erweckt.

B/W-Styler, Contrast Master und Color Washer aus der Serie „PhotoWiz“ haben wir früher bereits getestet.

Hinweis: Screenshots und illustrative Beispiele zum Test von NoiseControl finden sich in der Galerie zum Testbericht (neues Fenster).

Eine Demoversion des Plugins kann hier beim Hersteller angefordert werden.


Stichwort: Entrauschen digitaler Bilder

Das neue Plugin NoiseControl widmet sich - wie schon der Name verrät - der Noise Reduction, auf gut Deutsch: dem Entrauschen von digitalen Bildern.

Bevor es in den ausführlichen Test geht, einige Vorbemerkungen zum Verständnis.

Moderne DSLRs haben - verglichen mit früheren Digitalkameragenerationen - von Haus aus ein sehr gutes Rauschverhalten. Waren ISO 1600 bei der guten alten D1H (oder ISO 800 bei der D1X) eine wirklich grosse Herausforderung, sind heute ISO 6400 mit der D3 ganz gut zu hantieren.

Viele kostenbewusste Anwender, insbesondere jene, die ihr Geld mit Fotos verdienen und die nicht regelmässig und häufig auf hohe ISO-Werte zurückgreifen müssen, setzen aber ot noch ältere Kameras ein. Warum auch wechseln, wenn ein Kamerawechsel ausser Kosten keine Resultate einbringt?

Zum anderen gibt es - kommerziell wie nicht-kommerziell - aus verschiedenen Gründen immer wieder Aufnahmen, die mit kleinem Sensor gemacht werden. Dort schlägt das Rauschen bei höheren ISO-Werten dann in aller Regel richtig zu.

Schliesslich gibt es die Gruppe der „Pixel-Peeper“, bei denen immer alles in 100%-Ansicht perfekt sein muss. Mit den Jahren habe ich mich in dieser Hinsicht stark verändert. Am „pixel peeping“ habe ich keine Freude mehr. Pragmatismus lautet die Devise.

Für mich ist mittlerweile der intendierte Verwendungszweck der Aufnahmen entscheidend. Bilder für den hochauflösenden Druck müssen selbstverständlich hochoptimiert sein. Schon für die Tageszeitung kann und darf der Nachbearbeitungsaufwand aber viel geringer sein. Trotzdem ist bei bestimmten Verwendungsarten das saubere Entrauschen Pflicht.


Entrauschen und der Workflow

Das Entrauschen hat auch viel mit dem Workflow zu tun. Wenn nicht gerade Zeitdruck herrscht, arbeite ich häufig mit RAW. Im RAW-Workflow verwende ich Bibble. Meiner Meinung nach der beste (und vor allem auch der schnellste) RAW-Konverter auf dem Markt. In Bibble ist standardmässig die Basisversion von Noise Ninja integriert. Für die normalen Fälle ist die Noise Reduction also bereits im RAW-Workflow angesiedelt. Noise Ninja hat aber seine Eigenheiten und kann mit manchen Rauschmustern aus bestimmten Kameras nicht umgehen.

Bei den Aufnahmen aus dem Sigmas ist die Entwicklung mit SPP angesagt. Hier gefällt die Sigma eigene Entrauschung eher selten.
Und ausserdem gibt es immer wieder einmal Situationen, bei denen ich mit out-of-the-cam JPGs arbeiten muss.

Aus verschiedenen Gründen ist also eine zusätzliche Lösung zum Entrauschen angesagt. Bislang habe ich dafür NeatImage unter Photoshop eingesetzt. Und hier kommt nun NoiseControl ins Spiel. Das neue Plugin muss gegen das altbewährte NeatImage (v4.7 Pro) antreten.


NoiseControl im Überblick

Dir Installation des Plugins ist völlig unkompliziert und geht rasch vonstatten. Der Installer prüft, welche Host-fähigen Applikationen sich auf der Festplatte befinden und fragt nach, für welches Programm das Plugin installiert werden soll. NoiseControl ist mit einer Vielzahl an Host-Applikationen kompatibel. Eine genaue Liste findet sich auf der Seite des Herstellers.

NoiseControl wird - wie die meisten andern Photoshop-Plugins auch - über das Filter-Menü aufgerufen. Dort findet sich nach der Installation ein Unterpunkt „Photo Wiz“ unter dem sich NoiseControl aufrufen lässt.

Das Plugin lässt sich in den Preferences auf Deutsch oder Englisch einstellen. Wird dort dann noch der Reiter „Hilfe“ ausgewählt, werden zu fast allen Einstellungsmöglichkeiten sehr gute und verständliche („kontextsensitive“) Hilfetexte angezeigt.

NoiseControl bietet zwei Modi: Einfachmodus und Hauptmodus. Für den Einstieg bietet sich der Einfachmodus an. Im Hauptmodus fühlt sich der Anwender möglicherweise erst einmal erschlagen von den vielen Optionen und Einstellmöglichkeiten. Wer schon mit anderen Plugins aus der PhotoWiz Serie gearbeitet hat, wird sich bei der Bedienung gleich heimisch fühlen.

Nähern wir uns dem Plugin also über den Einfachmodus. Auf der linken Fensterseite findet sich die Vorschau. Am besten bewährt sich dort Split-View bei 100% (wichtig!). Mir einem Klick auf Reset (oben rechts) werden alle evtl. vom vorherigen Einsatz gespeicherten Werte wieder auf Standard gesetzt.

Wie andere Plugins zum Entrauschen bietet NoiseControl eine Auto-Analyse. Die Auto-Analyse kann sowohl das gesamte Bild, wie auch nur bestimmte Bildbereiche in die Analyse einbeziehen.

Zusätzlich können die von der Auto-Analyss gefundenen Einstellungen manuell verfeinert werden. Im Einfachmodus ist die Anzahl der Optionen erfrischend und clever beschränkt, um den Anwender erst einmal nicht unnötig zu verwirren.

Sind die idealen Werte gefunden, können die Einstellungen als kameraspezifisches Preset für einen bestimmten ISO-Wert gespeichert werden. Einige allgemeine Presets werden zur Verdeutlichung des Funktionsumfanges ab Werk mitgeliefert. Sind einmal eigene Presets erstellt, können diese automatisch „passend“ zu den EXIF-Daten im Bild abgerufen und angewendet werden.

Wer tiefer einsteigen will, schaltet in den Hauptmodus um. Der Auto-Tab sieht dort zwar aus, wie im Einfachmodus. Unter den weiteren Tabs (Manuell, Ton, Farbe, Korrektur) finden sich dann allerdings jede Menge Möglichkeiten zum Finetuning. Die kontextsensitive Hilfe und die hervorragende Dokumentation sind dabei von grosser Hilfe. Die Arbeit im Hauptmodus verlangt dem Anwender einiges ab, führt aber zu den besten Resultaten. Und die können dann - wie bereits gesagt - als kamera- und ISO-spezifische Presets gespeichert werden.


Im praktischen Test

Für den Test habe ich meine „Rausch-Königin“ eingesetzt: eine ältere Leica D-Lux 2. Sie hat bereits in der niedrigsten ISO-Stufe (ISO 80) einiges an Rauschen anzubieten und steigert sich dann bis hin zum eigentlich Unerträglichen bei ISO 400. Ich habe mehrere out-of-the-cam JPGs mit verschiedenen ISO-Werten aufgenommen und sowohl mit NeatImage (dort mit den über die Jahre von mir verfeinerten Einstellungen), als auch mit NoiseControl (im Einfachmodus mit Anpassungen) nachbearbeitet. Die Resultate sind als 100%-Crops in der Bildergalerie zum Test zu sehen. Alle Bilder sind mit ISO-Wert und verwendeter Software gekennzeichnet.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mit NoiseControl bei diesen Beispielen nicht im Hauptmodus experimentiert habe. Weiteres Finetuning ist hier also ohne weiteres noch möglich. Bei NeatImage ist zu berücksichtigen, dass das Plugin ab Werk mit einem Spezialprofil für die verwendete Kamera versehen ist und auf meine über 3 Jahren hinweg verfeinerten Individualeinstellungen zurück greift. Insofern sind die Testvoraussetzungen günstiger für NeatImage, was in der Bewertung zu berücksichtigen ist.

In Sachen Geschwindigkeit ist NoiseControl deutlich langsamer als NeatImage. Die Resultate sprechen aber für sich. Und sind die richtigen Einstellungen einmal gefunden, lassen sich Bilder in NoiseControl auch bequem als Batch bearbeiten.

NeatImage liefert im Vergleich mehr „plastikartige“ Ergebnisse. NoiseControl ist angenehmer und nicht so „glattgebügelt“. Die Kontraste bei NeatImage sind viel deutlicher ausgeprägt. Wohl auch eine Folge der harten Herangehensweise. Mir gefallen die Resultate von NoiseControl deutlich besser. Sie sehen viel „natürlicher“ aus.


Fazit

Auch mit NoiseControl ist Plugin Site wieder ein grosser Wurf gelungen.

Vom Anwender wird (zunächst einmal) mehr verlangt, als bei anderen Plugins. Der investierte Aufwand zahlt sich aber aus. Die Resultate sprechen für sich und bieten ein natürlich und organisch entrauschtes Bild ohne der Gefahr zu erliegen, die Entrauschung zugunsten eines „Plastik-Looks“ zu übertreiben.

Wer Noise Reduction benötigt, sollte in jedem Fall einen Blick auf NoiseControl werfen, um sich selbst überzeugen zu können.

Der vergleichsweise günstige Preis von USD 50 macht das Plugin zusätzlich attraktiv.

-> Screenshots und illustrative Beispiele finden sich in der Galerie zum Testbericht (neues Fenster).


Zusammenfassende Bewertung

Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut):

Funktionalität: 5
Anwenderfreundlichkeit: 4,5
Geschwindigkeit: 4
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5

Gesamtbewertung: 4,75

Unser Fazit: “Must have”

Making Light -Eine Einführung in das entfesselte Blitzen von Piet van den Eynde

Vorstellung und Kurzrezension: Making Light
Eine Einführung in das entfesselte Blitzen
von Piet van den Eynde


Making Light II - Das Ebook zum fortgeschrittenen entfesselten Blitzen von Piet van den Eynde


Grundsolide, sehr gut strukturiert und sehr anschaulich. Das sind die Charakteristika des neuen Ebooks in der Reihe Craft & Vision. David DuChemin, der Herausgeber, war wieder so freundlich, uns vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen.

Das 63-seitige Buch (im A4 Querformat) ist in 9 Kapitel aufgeteilt. Von den Grundlagen (“Bitte den Blitz abnehmen”) über Fragen des erforderlichen Equipments, bis hin zu komplexen Anwendungssituationen deckt Piet eine grosse Bandbreite des entfesselten Blitzens ab.

Nach der Einführung in das Thema folgt etwas Theorie und dann sogleich ein Kapitel über viele Aspekte des entfellten Blitzens im fotografischen Alltag (inner- wie ausserhalb des Studios).

Der Stil des Buches ist sehr angenehm. Hier schreibt jemand, der das Thema verinnerlicht und durchdrungen hat. Knapp und präzise, aber zugleich sehr pädagogisch.

Kurz gesagt: Das Ebook beantwortet die meisten Fragen, die ich in Workshops zu diesem Thema regelmässig gestellt bekomme.

Sehr erfreulich ist, dass Piet technische Details und Fragen sowohl für die Canon, als auch für die Nikon-Welt behandelt. Besonders gelungen und von hohem praktischen Nutzen finde ich die checklistenartigen Schritt-für-Schritt Anleitungen für Canon, bzw. Nikon Anwender in den Kapiteln 6 und 7.

Wir üblich ist das Buch vollgepackt mit vielen anschaulichen Bildbeispielen und Abbildungen (jeweils mit Erläuterungen) .

Als “Schmankerl” gibt es im letzten Kapitel neun Fallstudien anhand von Bildern, bei denen Piet genau seine Vorgehensweise beschreibt.

Fazit: Ein hervorragendes Buch für den Einstieg in das entfesselte Blitzen. Grundsolide, sehr gut strukturiert und sehr anschaulich. Kurz: Sehr epfehlenswert!

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist - wie immer - die ausdruckbare PDF-Version.

Der Preis - USD 5 - liegt wie immer auf günstigem Niveau und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 21. August 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: LIGHT4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes LIGHT20 insgesamt 5 Bücher zum Preis von 4 (=20% Rabatt).

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Making Light - Eine Einführung in das entfesselte Blitzen von Piet van den Eynde

Gastbeitrag bei Phil Porter: Pushing the limits - Getting into the flow

Wichtige Durchsage: Wer gerne etwas zu Kreativität und Flow in der Fotografie lesen möchte, ist herzlich eingeladen bei Phil Porter im Blog vorbei zu schauen.

-> Dort ist gerade mein Gastbeitrag „Pushing the Limits - Getting into the flow“ veröffentlicht worden.

Outdoor-Food-Shooting in der Tourismus-Fotografie

Outdoor-Food-Shooting in der Tourismus-Fotografie
„Outdoor-Food-Shooting: Die Grillspiesse stehen bereit“


Behind the scenes:
Im Moment sind wir gerade mit einer grösseren Serie Outdoor-Food Aufnahmen in der Tourismus-Fotografie beschäftigt. Es geht um sehr individuelle Reisepakete, die mit Erlebnissen in der Natur verbunden sind. Und da gehört natürlich auch das Essen im Freien mit dazu, will heissen z. B. Grillen am Lagerfeuer u.ä.  Der Kunde - ein Anbieter im sehr hochwertigen Reisesegment - möchte eine möglichst natürliche Atmosphäre eingefangen haben. Die Bilder sollen für Print und Web verwertet werden.

Gar nicht so ohne, denn das Location-Scouting gehört mit zu unseren Aufgaben (wir kennen schliesslich unsere Umgebung ganz gut). Auf der Shotlist sind verschiedene “Outdoor-Mahlzeiten”. 

So sind wir denn zur Zeit häufig parallel unterwegs, einmal um die idealen Plätze zu zeigen, zum anderen  um oft auch gleich in medias res zu gehen. Die Stimmung ist immer sehr gut, denn anschliessend wird das Gekochte (oder Gebratene) dann vom ganzen Team (in diesem Falle idR 5-7 Personen) verspeist.

Es kommt dem Kunden mehr auf die richtige Stimmung und das richtige Flair an und so ist kein aufwendiges Food-Styling erforderlich (will sagen und für Insider: alles ist und bleibt essbar).

Von den eigentlichen Aufnahmen dürfen wir leider hier nichts zeigen, aber vom „Drumherum“. Deswegen im Bild eine Batterie vorbereiteter Grillspiesse (persönlich handgeschnitzt vom Fotografen), während wir auf den passenden Sonnenstand gewartet haben (ca. 30 Minuten vor dem “Go”).

Leben und Tod - Details einer Bebilderung

Vor zwei Wochen entwickelte sich aus einer guten Bekanntschaft in Lappland ein spannender Auftrag. Der Auftraggeber hat freundlicherweise seine Zustimmung gegeben, über die Sache - allerdings noch anonym - zu berichten, um einen Einblick in die Überlegungen bei der Produktion und Auswahl - sowohl fotografisch, wie auch schriftstellerisch-redaktionell - zu ermöglichen. 

Es geht um die Bebilderung eines Bändchens mit dem herausfordernden Titel “Leben und Tod”. In dem kleinen Bildband widmet sich der Verfasser dem Gang des Lebens anhand der Symbolik der Jahreszeiten. Die einzelnen Abschnitte bestehen aus Kurzgeschichten und Gedichten. 

Der Autor bat um die Teilbebilderung von “Herbst” und “Tod”, einmal zu einer Kurzgeschichte und einmal zu einem Gedicht. Das besonders Spannende daran ist, dass es sich um einen schwedischen Autor und eine schwedische Buchausgabe handelt, die sich an schwedische Leser richtet. Die kulturelle Einbettung der Symbolik ist also nicht ganz unwichtig. Die ausdrücklichen Wünsche des Autors waren Einfachheit und Naturbezogenheit. Gefragt war seitenfüllendes Hochformat für die Publikation im ca. A6-Format.

Herbst des Lebens - Leben und Tod - Details einer Bebilderung
„Herbst“


Für den Herbst fiel die Wahl auf ein ganz schlichtes Bild sterbender, herbstlicher Blätter. Hier spricht die Farbe ganz deutlich. Sehr ausdrucksstark und “spätsommerlich”. Nicht mehr in voller Blüte und Kraft. 

Unter den Blättern liegen bereits einige herabgefallene verwelkte Nadeln und kleine Äste. Der Bezug zur Ewigkeit; die Todesnähe. Die herbstliche Pflanze wächst aus einer Steinspalte. Aus der Tiefe und der Geborgenheit. Gut verwurzelt. Mit Fundament.

Kreis des Lebens - Leben und Tod - Details einer Bebilderung
„Kreis des Lebens“


Für den Winter sollte ein Bild “den Kreis” zwischen Tod und Leben schliessen. Im zu bebildernden Gedicht geht es um die Enkel und Urenkel des Verstorbenen. Neues Leben, das auf dem vergangenen Leben beruht. Hier fiel die Wahl auf ein Bild in dem aus einem halb-verwitterten Baumstumpf neues grünes Schilfgras spriesst. Im Hintergrund ein Stück der Uferlinie und einige Steine. Im Licht des frühen Abends fotografiert kommen die Farben harmonisch zur Geltung. Die Steine und die Uferlinie stehen für ewigen Kreislauf und Kontinuität. Der obere Bildrand ist absichtlich so knapp beschnitten. Das bringt zum Ausdruck, dass der Fortgang der Geschichte, die Zukunft, offen ist. Wohin die Reise der grünen Sprosse geht, ist noch unklar und ungewiss. 

Der Band wird voraussichtlich im Oktober erscheinen. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

Foto-Futter 27/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Wieder druckfrisch: Das aktuelle Foto-Futter mit Input und Know-How rund um die Fotografie


• Fotofeinkost


- Der Augenschmaus ist heute wieder besonders exquisit: Matt Stuart.

Matt macht schlichtweg beeindruckende Aufnahmen und hat einen faszinierenden eigenen Stil entwickelt. Unbedingt in alle Galerien reinschauen. Hinweis zur Navigation: In Matts Galerien immer auf das Bild klicken, dann geht es weiter.


• Know-How

- Eine sehr häufige Frage, ist die Frage nach der Tiefe in der Fotografie: „Wie schaffe ich Tiefe und Räumlichkeit in meinen Bildern“. Oft gestellt. Diese Woche nun ist die Antwort in Buchform erschienen: „A Deeper Frame“ von David DuChemin

Mich freut das ganz besonders, nachdem es um David - nach seinem Unfall in Italien - einige Zeit gar nicht gut stand. Aber nun ist er - auch wenn er noch nicht wieder laufen kann - wieder beinahe ganz der Alte. Und das spricht auch deutlich aus seinem diese Woche erschienenen Ebook. Prädikat: Sehr empfehlenswert. Zur Rezension bitte hier entlang.


• Technik

- Vielleicht nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen, aber sehr amüsant und interessant: Bei Lens Rentals hat man sich die Mühe gemacht 50 (!) UV-Filter auf ein Objektiv zu schrauben

Und das sinnvollerweise noch im Vergleichstest: 50 qualitativ gute Filter gegen 50 nicht so gute. Die Ergebnisse sind aufschlussreich.


- Ansonsten hagelt es derzeit wieder Vorstellungen von neuen Kameras, Objektiven, usw. Interessant scheint die neue Olympus PEN E-P3 Serie zu sein BTW: Liebe Leute bei Olympus, die würden wir hier gerne mal testen!.


- Eine neue Technologie macht derzeit sehr von sich reden: Lytro

Es geht um eine Kamera, die nicht nur eine Ebene, sondern ein ganzes Lichtfeld aufnimmt. Der Clou dabei ist, dass die Schärfeebene nachträglich ausgwählt werden kann (zum Verständnis am besten die Beispiele auf der Homepage von Lytro ansehen).
 
Im Spätjahr soll eine erste praxistaugliche Kamera erscheinen. In Blogs und Foren wird nun heftig gestritten, ob das denn noch Fotografie sei. Aber sind wir doch mal ehrlich: Das könnte ein Verkaufsschlager werden. Das werden die - durchaus berechtigten - Diskussionen nicht verhindern können. Der Haken ist eher der, dass die Auflösung bei den ersten marktreifen Modellen sehr gering ausfallen dürfte. Nichtsdestotrotz könnte Lytro in ein paar Jahren eine echte Zukunftstechnologie sein.


- Immer wieder erhalte ich Fragen nach dem Motto “Soll ich meine Kamera updaten, oder nicht?”. Bei Thom Hogan gibt es dazu eine ganz wunderbare tabellarische Übersicht (für die Nikon Modellpalette), die eigentlich keine Fragen mehr offen lässt.


• Tools

- Bibble der beste und schnellste RAW-Konverter auf dem Markt, entwickelt sich weiter zum absoluten Geheimtipp für digitale schwarz/weiss Fotografie. Neben der Fülle an bereits vorhandenen Plugins (kürzlich hatte ich über Gelatin berichtet), gibt es nun ein weiteres neues Plugin:  Silicon Bonk. Das Plugin ist derzeit noch unter Weiterentwicklung und mit weiteren Funktionen darf gerechnet werden. Bereit jetzt ist es aber in jedem Fall eine weitere Bereicherung für die digitale schwarz/weiss Fotografie.


• Eigenes

- Abgesang: Da durfte ich mich nun diese Woche von einem Objektiv verabschieden. Das altgediente und geschätzte 18-200er von Nikon - eine hervorragende Allround-Linse für die Freizeit und für schnelle Reportagen im DX-Format -  hat seine Dienste nun endgültig eingestellt. Schade, wenn ich bedenke, was wir gemeinsam so alles durchgemacht haben. Mancher Kratzer weckt Erinnerungen. Und mit dem Staub und Dreck, der sich innen im Objektiv befindet (Codename “Luftpumpe”) könnte sich sicher so mancher Kriminalist über Monate analytisch beschäftigen. Aber nun ist es wohl endgültig vorbei, denn der Kostenvoranschlag rechtfertigt eine Reparatur leider nicht mehr. Das führt mich zu der Frage: Hat unter der werten Leserschaft jemand irgendeine taugliche DX-Linse für Nikon (18-200, 18-105, 18-125, Sigma 17-70, o.ä.) günstig abzugeben? Falls ja, bitte mailen. Danke!


- Kommentare: Viele User haben um die Rückkehr der Kommentarfunktion direkt hier im Blog gebeten. Wir gehen daher nun mit Disqus als Kommentarsystem in eine neue Runde. Feedback dazu ist gerne willkommen.


So, das wars für heute. Einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche allerseits!



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“A Deeper Frame” von David DuChemin

Vorstellung und Kurzrezension: “A Deeper Frame” von David DuChemin

Vorstellung und Kurzrezension: “A Deeper Frame” von David DuChemin


Eine der häufigsten Fragen, die mir in Kursen und Workshops gestellt wird, lautet “Wie bekommt ich Tiefe und Räumlichkeit in meine Bilder?”. Eine oft sehr berechtigte, und dazu noch eine sehr gute Frage. Die Antwort ist oft nicht ganz trivial, denn es sind verschiedene Aspekte zu bedenken. Und ein wenig kunstgeschichtlicher Hintergrund ist im Regelfalle auch hilfreich. Jetzt gibt es hervorragende Antworten, Lösungsansätze und Übungsaufgaben in Buchform.

Denn genau um die Frage nach der Tiefe und Räumlichkeit geht es in der exzellenten Neuerscheinung “A Deeper Frame” von David DuChemin. David, der Herausgeber der Craft & Vision Serie war wieder so freundlich, uns vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen.

Dieses Buch vorstellen zu dürfen ist übrigens eine besondere Freude. Aus verschiedenen Gründen. Zum einen grenzt es an ein Wunder, dass David nach seinem schweren Unfall in Italien überhaupt noch unter uns weilt und Bücher schreiben kann. Zum anderen ist es seit 6 Monaten das erste Buch in der Craft & Vision Serie, das David wieder selbst verfasst hat.

David widmet sich zunächst den Grundlagen “Was bedeutet eigentlich Tiefe?” und “Warum Tiefe?”, um sich dann dem Thema Perspektive zu zu wenden. In seiner bekannt anschaulichen Art zu schreiben, reduziert er die klassischen Regeln der Perspektive auf für den fotografischen Alltagseinsatz anwendbare Prinzipien. Unterlegt werden seine Ausführungen - wie gewohnt - mit vielen Bildern, die das Geschriebene anschaulich (und atemberaubend) erläutern.

Danach widmet er sich dem Bildaufbau mit “dreidimensionaler Stafflung”, um anschliessend auf die Bedeutung der verwendeten Brennweite einzugehen. Auch hier wendet David wieder die ihm eigene “Reduktionsweisheit” an, um physikalisch-technische Zusammenhänge mit für jedermann nachvollziehbaren Begriffen zu beschreiben.

Der nächste Bereich im Buch widmet sich der Schärfe als Gestaltungselement von räumlichem Eindruck, gefolgt von der Bedeutung von Farbe und Licht (Beleuchtung und Ausleuchtung). Das letzte Kapitel widmet sich schliesslich der emotionalen Tiefe.


Fazit: Alles in allem ein schlichtweg hervorragendes Buch zur Thematik, das alle relevanten fotografischen Bereiche des Themas abdeckt und den Leser mit Übungsaufgaben an die Hand nimmt und zur eigenen Weiterentwicklung einlädt.

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist - wie immer - die ausdruckbare PDF-Version.
Der Preis - USD 5 - liegt wie immer auf günstigem Niveau und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 2. Juli 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: DEEP4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes DEEP20 insgesamt 5 Bücher zum Preis von 4 (=20% Rabatt).

Zum zwölften Ebook von David gibt es ausserdem noch ein Extrapaket: 12 Ebooks aus der Craft & Vision Serie für zusammen USD 40 (=34 % Rabatt). Dazu einfach den Promotion Code DEEPER12 beim Checkout im Warenkorb angeben.

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Vorstellung und Kurzrezension: “A Deeper Frame” von David DuChemin




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iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test

iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test

Einleitung

Der “Bilderklau” - gerade im Internet - nimmt immer dreistere Formen an, wie jüngste Beispiele aus der fotografischen Blogwelt deutlich illustrieren. Und wer selbst einmal die Zugriffsstatistiken seiner Homepage oder seines Blogs auf Detailniveau studiert, wird nahezu garantiert fündig. Teilweise werden Bilder einfach geklaut und als eigene Bilder des Diebes verkauft (ideell oder gar kommerziell), teilweise werden Bilder mit Deep-Links direkt anderswo eingebunden. Ersteres offenbart gesteigerte kriminelle Energie, zweiteres generiert kostenpflichtigen Traffic.

Wie schützen, lautet die gute Frage. Auf dem Markt streiten unsichtbare Wasserzeichen gegen sichtbare Wasserzeichen. Die Unsichtbaren, die mit spezieller Software direkt in die Bilddateien hinein geschrieben werden, geniessen nicht den besten Ruf. Zudem haben sie keine abschreckende Wirkung. Werden Bilder geklaut und skaliert und/oder komprimiert ist zudem fraglich, inwieweit sie erhalten bleiben. Die Spezialanbieter halten sich mit konkreten Angaben dazu meistens sehr bedeckt.

Aus diesen Gründen halte ich sichtbare Wasserzeichen für die bessere Alternative. Ein grösseres sichtbares Wasserzeichen zu entfernen ist in aller Regel mit so grossem Aufwand verbunden, dass von der Aktion Abstand genommen wird. Ausserdem können mit sichtbaren Wasserzeichen auch die für eine Kontaktaufnahme wichtigen Informationen (z.B. Name und/oder Webadresse) mit verbreitet werden. So kann ein Bilderklau möglicherweise sogar zum viralen Marketing mutieren.

Unter Fotografen ist das Thema Watermarking auch eine Philosophiefrage. Die meisten Fotografen stempeln ihre Bilder allerdings mittlerweile mit Watermarks. Manche Kolleginnen und Kollegen halten allerdings prinzipiell nichts davon. Andere machen es nur bei Bildern, die so gross sind, dass sie im Print verwendet werden könnten. Ich will hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen, sondern beschränke mich auf meine eigene Meinung. Und die lautet: „Ja“ zum Wasserzeichen.


iWatermark Pro

Womit wir beim eigentlichen Thema wären. Wie lassen sich Bilder einfach und zuverlässig, und im Batch mit flexiblen Wasserzeichen versehen? Seit mehreren Jahren setze ich dafür iWatermark ein. Die Software hat jetzt einen Versionssprung gemacht und aus iWatermark ist iWatermark Pro geworden. Dieses Review basiert auf der Version 0.96b2, d.h. auf einer sehr weit fortgeschrittenen Beta. Die Beta ist bereits käuflich erwerbbar und wer bislang bereits iWatermark eingesetzt hat, bekommt die neue Version übrigens zum Vorzugspreis.


Systemvoraussetzungen

Das neue iWatermark Pro gibt es zur Zeit ausschliesslich für den Mac. Es setzt mindestens MacOS 10.5 voraus und ist bereits für das kommende MacOS 10.7 optimiert. Sehr erfreulich ist, dass unter MacOS 10.5 auch noch die alte PowerPC Systemarchitektur unterstützt wird.

Neu ist, dass nun ebenfalls eine Version für iPhone und iPad existiert.

Windows Anwender (WinXP+) müssen sich derzeit noch mit der klassischen iWatermark Version 3.1.6 zufrieden geben.


Preis

Die Vollversion schlägt mit USD 30 zu Buche. Anwender, die vor Juni 2011 die klassische Version von iWatermark erworben haben, können bis zum 30.6. zum Vorzugspreis von USD 15 upgraden.


Was ist iWatermark Pro und was ist es nicht?

iWatermark Pro ist kein Ersatz für eine Bildbearbeitungssoftware (z.B. Photoshop), sondern ist auf die speziellen Bedürfnisse des Watermarking und alle damit im Zusammenhang stehenden Aufgaben ausgerichtet. iWatermark Pro ändert grundsätzlich nie etwas an den originalen Bilddateien. Der Workflow sieht so aus, dass dem Programm ein Ordner mit zu bearbeitenden Dateien vorgegeben wird und iWatermark Pro dann die veränderten Dateien in einen neuen, anderen Ordner speichert. Die Originale belieben stets erhalten. Dieser Workflow ist sicher und zweckmässig zugleich. So lassen sich z.B. die fertig bearbeiteten Bilder aus einem Kundenauftrag oder einem Shooting auf Knopfdruck und “in einem Rutsch” für eine Webgalerie verkleinern, und zugleich mit IPTC-Tags und Wasserzeichen versehen.


Aufbau und Funktionen

Vom Aufbau her werden sich Anwender der klassischen Version schnell zurecht finden. Die Oberfläche wurde allerdings “geliftet” und sieht jetzt moderner aus. Neu ist auch, dass der Ausgabebereich immer unteren Teil des Fensters zu sehen ist. Im unteren Teil des Fensters findet sich auch der Button “Start Processing” mit dem der Bearbeitungsdurchgang gestartet wird.

A propos Bearbeitungsdurchgang: Was mir spontan aufgefallen ist, ist dass die neue Pro-Version um ein Vielfaches schneller geworden ist.

Die einzelnen Funktionsbereiche der Software können über eine Menüleiste mit grafischen Tabs ganz oben im Programmfenster ausgewählt werden.

iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test


Im Funktionsbereich “Main” - zugleich der Startbildschirm - wird der Eingabeordner ausgewählt. Ausserdem kann hier eingestellt werden, was das Programm eigentlich machen soll. Zur Auswahl stehen mehrere Optionen, die nebeneinander angewendet werden können:

- Watermarking
- Skalieren (ggf. mit Änderung der Auflösung)
- Erhalten der ursprünglichen Metadaten (EXIF und IPTC)
- Einbetten neuer IPTC oder XMP Metadaten
- Vorgabe für die Namen der veränderten Dateien
- Bildformat und ggf. Komprimierungsgrad (zur Auswahl stehen JPG, TIFF, PSD und PNG)

Im Funktionsbereich “Filtering” können - nach verschiedenen Kriterien - nur bestimmte Bilder aus dem Eingabeordner zur Bearbeitung ausgewählt werden.

Im Funktionsbereich “Resizing” kann ausgewählt werden, wie die Ausgabebilder skaliert werden sollen. Daneben kann eine alternative Auflösung ausgewählt werden (was die Bearbeitungszeit allerdings erhöht, denn dann werden die Bilder umgerechnet). Letzteres ist im Regelfalle nicht erforderlich.

Im Funktionsbereich “Renaming” wird festgelegt, wie die bearbeitenden Dateien umbenannt werden sollen. Ausserdem können das Ausgabeformat und der Komprimierungsgrad (bei JPG) der Ausgabedateien eingestellt werden.

Sollen für die Ausgabedateien Thumbnails erstellt werden, lässt sich das detailliert über den Funktionsbereich “Thumbnails” einstellen.

Sehr schön finde ich den Funktionsbereich “Metadata”. Hier können den Ausgabedateien IPTC bzw. XML Tags zugewiesen werden. Die zugewiesenen Sets können auch im- oder exportiert werden. So lassen sich z.B. einfach und komfortabel Kontaktdaten und Informationen zum Copyright und zur Lizenz einbinden.

Unter “Advanced” verbirgt sich z.B. die Möglichkeit, den Ausgabedateien Profile zu zu weisen.

Alles in allem ist die Programmoberfläche sehr funktional, übersichtlich und aufgeräumt.


Insbesondere: Funktionsbereich Watermarking

Den Kernbereich von iWatermark Pro bildet das eigentliche Watermarking. Dafür gibt es einen speziellen Watermark-Editor, der über den Button “Watermark Editor” auf der Hauptseite (Main) aufgerufen wird.

iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test


Hier gleich ein praktischer Tipp: Um das Watermarking anschaulich zu gestalten sollte nach dem ersten Aufruf des Watermark Editors auf das Menü mit dem Zahnrad oben rechts geklickt und dann unter dem Menüpunkt “Backgrounds Preview” die Option “Input Photos” ausgewählt werden. Dann wird die Vorschau immer unmittelbar auf die im Eingabeordner befindlichen Bilder angewendet. Das verschafft einen viel besseren Eindruck der Wirkung, als die Vorschau auf einem eintönigen Hintergrund.
Im Watermark Editor stehen nun zahlreiche Optionen für die Erstellung von Wasserzeichen zur Verfügung: Editierbare Textobjekte, Grafische Wasserzeichen, Barcodes und QR-Codes.

Zuerst zu Text-Watermarks: Hier können neben freien Texten auch zahlreiche Tags aus den in den Bildern enthalten EXIF-Daten oder IPTC/XML-Daten verwendet werden. Eine sehr charmante und praktische Funktionalität.

Übrigens sind mehrere Watermarks gleichzeitig anwendbar (was auch die exotischsten Bedürfnisse befriedigen sollte).

Bei Grafik-Watermarks gibt es neben der Einbindung von eigenen Dateien auch verschiedene fertige Vorgaben, z.B. die bekannten Logos der Creative Common Lizenzen.

Sehr grosse Neugier hat die Funktion zur Generierung und Einbindung von Barcodes und QR-Codes geweckt. Leider funktionieren diese beiden Funktionen in der 0.96b2 noch nicht.

Die einmal erstellen Watermarks lassen sich dann über die Tabs im unteren Bereich des Watermark Editors auf vielerlei Art und Weise verändern:

- Skalierung
- Auswahl von Hintergrundfarbe und Rahmen
- Hinzufügen von Schatten
- Drehen
- Hinzufügen verschiedener Effekte (z.B. Dodging, Emboss, uvm.)
- Hinzufügen von Transparanz
- Genaue Feinpositionierung

Ich finde viele der Manipulationsmöglichkeiten äusserst begrüssenswert, erschweren sie doch das Entfernen der Wasserzeichen via Photoshop für potenzielle Bilderdiebe zusätzlich ganz erheblich.

Jedes Watermark (bzw. jedes Set von Watermarks) lässt sich als Preset für die spätere Verwendung abspeichern.

Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Und sind die erforderlichen Sets erst einmal erstellt, können sie künftig ohne den Editor aufzurufen direkt über ein Menü auf dem Startbildschrim aufgerufen werden.


Fazit

iWatermark Pro ist ein wirklich gelungener Wurf. Praktisch, einfach in der Handhabung und zuverlässig im Betrieb, rechnet sich die Investition schnell wieder.

Keine andere mir bekannte Software für das Erstellen und Einbetten von Watermarks kann mit dem spezialisierten Funktionsumfang mithalten. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist sehr gut. iWatermark ist die Allround-Lösung für das Skalieren und Watermarken von Bildern und ein wertvoller Helfer für die Erstellung von Galerien.

Zudem kann der Hersteller der Software auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken, die sich in der Software augenscheinlich nieder geschlagen hat. Die noch vorhandenen kleinen Mängel werden in der finalen Version 1.0 sicher behoben sein.

Mit dieser Massgabe bewerte ich iWatermark Pro mit dem Prädikat: Sehr empfehlenswert.


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Foto-Futter 25/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Wieder druckfrisch: Das aktuelle Foto-Futter mit Input und Know-How rund um die Fotografie


• Augenschmaus und Empfehlung

Sehr schöne klassische Schwarz/Weiss-Fotografie gibt es bei Cole Thompson. Seine Portfolios sind es wert, durchstöbert zu werden. Und in seinem Blog finden sich häufig echte Perlen, wie z. B. der Artikel “Am I Looking, Am I Seeing?”


• Fotofeinkost

- Im Blog der New York Times findet sich
ein lesenswertes Interview mit dem Magnum-Fotografen Elliott Erwitt, der gerade für sein fotografisches Lebenswerk ausgezeichnet wurde.



- Geht der Fotojournalismus vor die Hunde?
Dieser Frage widmet sich der bekannte russische Fotograf Vladimir Vyaktin in einem Artikel, der als Reaktion auf die diesjährigen Gewinner des World Press Photo Contests entstanden ist. Vladimir geht hart aber ehrlich (und meiner Meinung nach leider zutreffend) zur Sache.



- Alternde und verbleichende Fotos: Kollektiver Gedächtnisverlust?
Beim Online-Photographer ist diese Woche ein Artikel von Ctein erschienen, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Ctein - von Berufes wegen Fotorestaurator - schätzt, dass bereits ein Drittel der Aufnahmen aus dem 20. Jahrhundert alterungsbedingt verloren ist (und erklärt das mit interessanten Details). Immerhin gibt es - seiner Meinung nach - einen Hoffnungsschimmer: Seit der digitalen Ära dürfte die Überlebensrate von Bildern gestiegen sein (ordnungsgemässe Backups vorausgesetzt).
Äusserst lesens- und bedenkenswert ist im Zusammenhang übrigens auch der danach erschienene Artikel "Eight Ways To Preserve Your Pictures".


- Grenzenlose Abgründe - war mein erster Gedanke, als ich diesen Artikel von Michael Kirchner auf Fotografr gelesen habe. Auch die Kommentare sind nicht uninteressant. Das wahnsinnige Fazit: Aufpassen, denn der Opferschutz wird immer mehr zum Täterschutz und der Geschädigte muss sich schliesslich rechtfertigen. Nicht mehr auszuhalten. Michael, meiner Meinung nach hast Du völlig richtig gehandelt, zumal Du Dich auch noch loyal für einen Kollegen mit eingesetzt hast. Nebenbei: Wehedem, wenn den täterschützenden Kommentatoren dann einmal selbst die Bilder „geklaut“ werden. Dann bin ich aber mal gespannt auf die Reaktionen :)


• Podcast

Vielen Lesern wird David DuChemin ein Begriff sein. David ist nicht nur ein begnadeter Fotograf und Workshop-Leiter, sondern u.a. auch Herausgeber der Craft & Vision Serie. Vor 2 Monaten hatte er auf einem Workshop in Italien einen schweren Unfall, der ihn nun bis zur vollständigen Genesung an den Rollstuhl gefesselt hat. Trotzdem sprüht David vor Inspiration und Kreativität. Gleichzeitig hat ihn der Unfall auch sehr geprägt. In der vergangenen Woche hat David 2 längere Interviews gegeben, die als Podcast zu hören sind. Meiner Meinung nach gehören die beiden Interviews mit zum Besten, was in Sachen Fotografie, Kreativität, Vision und Expression in diesem Jahr veröffentlicht wurde. Und es geht um noch mehr. Etliche Grundfragen des Lebens tauchen ebenfalls auf. Also: Unbedingt die Podcasts runterladen und anhören!

Direktlink: Podcast Nummer 1 bei Depth of Field

Direktlink: Podcast Nummer 2 bei Martin Bailey Photography


• Tools

Vom Plum-Software ist eine wichtige Neuigkeit zu vermelden: iWatermark - das Standard-Tool für Batch-Watermarking und Resizing - hat einen Versionssprung gemacht. Die neue Version ist nicht nur um einiges schneller geworden, sondern bietet auch etliche charmante, neue Funktionen, z.B. die Erstellung von QR-Codes uvm.


Einen schönen Sonntag allerseits und einen guten Start in die Woche!


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Zur Dichotomie von E und U in der Fotografie, oder: Schande über uns

Zur Dichotomie von E und U in der Fotografie, oder: Schande über uns
„Dichotomie von E und U - Regeln brechen, aber welche?“


Behind the scenes:
Heute ein emotional-nestbeschmutzender Beitrag. Ein aktueller Podcast mit David DuChemin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Es geht um Kreativität, Vision und Expression (Ausdruck) als Fokuspunkte der Fotografie. Wobei die Perspektive eigentlich viel weiter ist. Es geht um Grundfragen der Kunst. Welcher Kontrast zu den “üblichen” Diskussionen in vielen Fotoblogs und Fotoforen, bei denen es gebetsmühlenartig immer wieder nur um Technik (“Gear”) geht. Aber die Technik ist nur ein Mittel zum Zweck. Mehr nicht.

Haben Sie etwa schon einmal ein Diskussion zwischen Schriftstellern über Schreibmaschinen oder PC-Schreibprogramme gesehen oder gehört? Bei Fotografen liegt leider die Wahrscheinlichkeit für solche - zu 99 Prozent unsinnigen und überflüssigen -Diskussionen deutlich höher. Schande über uns.

Über Kunst und die Ausdrucksformen der Kunst sollten wir diskutieren; darüber, warum ein Bild den Betrachter bewegt. Nicht darüber, ob es mit einem iPhone oder einer D3X aufgenommen worden ist.

Ein Blick über den Tellerrand schadet bekanntlich nicht. In dem Werk “Zur Dichotomisierung von hoher und niederer Literatur” (Hrsg. Büger/Bürger/Schulte-Sasse) habe ich mich kürzlich über den Unterschied von “E” (wie: ernsthaft) und “U” (wie: unterhaltsam) belesen und dabei folgenden Leitsatz ausgegraben:

“Die Trennung von ernsthaft und unterhaltsam wird in der Regel über die Frage geregelt, ob sich ein Werk die Regeln selbst setzt oder ob es Ihnen folgt.” 

Wie sieht das heutzutage in der Fotografie aus der Perspektive von Kreativität, Vision und Expression aus? Unterscheiden wir auch - bewusst oder unbewusst - zwischen E und U? Darf - oder muss gar - der Künstler (lies: Fotograf) nicht die Regeln brechen? Oder scheitert das nicht oft bereits daran, dass viel zu viele Fotografen zwar alles über technische Details, aber wenig über Gestaltung, Komposition und fotografische Regeln gelernt haben, deswegen aber nie zum regelbrechenden Meister ihrer Kunst werden können? Schande über uns.


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Howling Wolf - Aus der Not eine Tugend machen

Howling Wolf in Lappland
„Howling Wolf in Lappland“


Behind the scenes:
Auch freie Tage ohne Fotoauftrag können echte fotografische Herausforderungen beinhalten, oder: Aus der Not eine Tugend machen.

Einer der ersten richtig schönen Tage des Jahres. Bezauberndes Wetter in Lappland. Sonnig und leichter Wind. Ein abgelegener Fluss. Familie unterwegs.

Einer der uns begleitenden Vierpfoter witterte eine Herde Rentiere (oder anderes Getier...) auf der anderen Seite des Flusses, warf den Kopf elegent nach hinten und begann lautstark zu jaulen. Herrlich. Und zudem ein herrliches, ungestellt-natürliches Fotomotiv. 

Es gab nur ein klitzekleines Problem. Ein paar Minuten vorher hatte sich Vierpfoter Nummer 2 beherzt ins Wasser geschwungen und meine Kamera dabei mit einem kräftigen Schwung Wasser gebadet. Im Objektiv befand sich vermutlich genug Wasser, um ein angereichertes Feuchtbiotop über längere Zeit aktiv halten zu können.

Blick durch die Linse? Düster und “nebelig”. Potentieller Totalschaden. Eigentlich nicht so berauschend, aber wie geschaffen für genau diese Situation. Und so entstand denn die Aufnahme des “Howling Wolf”. Und die Kamera ist übrigens gerade mit Trocknen beschäftigt.

Lehre: Aus der Not eine Tugend machen, d.h. mit dem vorhandenen Equipment im befindlichen Zustand das Beste herausholen.


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Im Fokus: Fotograf Michael Schilling

Es ist wieder an der Zeit für ein Fotografen-Portrait. Vor einiger Zeit lernten wir, u.a. via Facebook, Michael Schilling kennen und schätzen.

Michael Schilling (43) ist bundesweit als Portrait- und Hochzeitsfotograf tätig. Und Michael fotografiert nicht nur brilliant, sondern ist dazu noch ein äusserst netter, umgänglicher und sympathischer Mensch. Wenn wir nochmals heiraten würden, wäre Michael unser Hochzeitsfotograf.

Wer mehr über den Düsseldorfer Fotografen erfahren möchte, der kann sich per Facebook, Twitter oder XING informieren und mit ihm Kontakt aufnehmen. Telefonisch ist er unter +49 211 22 96 69 08 zu erreichen.



-> Michael, wie bist Du zur Fotografie gekommen?


Lassen wir mal aus, dass ich als Kind Feuerwehrmann werde wollte. (lacht). Als Jugendlicher wurde mir klar, dass mein berufliches Leben mit Medien zu tun haben soll. Und so schnupperte ich in verschiedene Berufe herein: Schülerpraktikum als Tontechniker, Reporter und Fotojournalist für eine Tageszeitung und Redakteur beim Hörfunk. Heute bin ich sehr froh, dass ich durch Praktika und freie Mitarbeit meinen Traumberuf finden durfte: die Fotografie.



-> Auf was bist Du spezialisiert?


Nun, ich arbeite zweigleisig, als Fotograf und als Fotojournalist. Beide Bereiche sollte man sauber voneinander trennen, denn im Journalismus dokumentiert man, während der Fotograf seiner Kreativität auch in der Nachbearbeitung freien Lauf lassen darf.

Am häufigsten werde ich als Hochzeitsfotograf gebucht. Ferner stehen Portrait- und Imagefotos z.B. für Firmenbroschüren oder zur Online-Verwendung auf dem Programm. Für Sportler und Künstler fertige ich Fotos für Autogrammkarten, CD-Cover und Pressematerial an.

Als Fotojournalist lichte ich Prominente für Zeitschriften und Pressebildagenturen ab. Das können Bilder für ein Homestory sein, aber auch von Filmpremieren, Preisverleihungen, Charity- und Galaveranstaltungen. Zu vielen Promis und deren Managern pflege ich ein freundschaftliches Verhältnis, so dass sie mich oftmals auch für Studioshootings anfragen.



Nena in concert © 2011 by Fotograf Michael Schilling
- Nena in concert © 2011 by Fotograf Michael Schilling -


-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Ein Handwerk ist Fotografie sicherlich nur für die Handwerkskammern. Vielleicht mache ich auch etwas falsch und sollte beim Fotografieren einen Blaumann tragen. (lacht). Mit der Bezeichnung Job kann ich mich auch nicht so recht anfreunden. Für mich ist Fotografie eine Profession, eine Berufung. Das klingt vielleicht etwas hoch gegriffen, aber wenn man nicht aus Leidenschaft zur Kamera greift, dann wird man nur durchschnittlich bleiben.



-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?


Auch wenn ich viele Leser an dieser Stelle enttäuschen werde, aber ich habe keine Vorbilder. Seien wir doch mal ganz ehrlich: Nach welchen Kriterien werden wir gebucht? Man präsentiert seine Mappe und wenn die Bilder dem Kunden gefallen, dann gibt es einen Auftrag. Dem Kunden müssen die Bilder gefallen, nicht unbedingt dem Fotografen oder einem Kunst-Professor.



-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?


Das schlimmste Erlebnis war für mich, als Mensch mit Höhenangst, in rund 15 Meter Höhe auf einem schmalen Brett stehen zu müssen, um ein Motiv aus der gewünschten Perspektive fotografieren zu können. Das hat sich auch ganz spontan vor Ort erst so ergeben, sonst hätte ich Zeit zur Vorbereitung gehabt und sicherlich eine andere Option gefunden.

Die besten Erlebnisse sind natürlich die Kunden, die ein wow über die Lippen bringen, wenn sie die Bilder sehen. Das sind auch jene, die einen an jeden Bekannten und Kollegen weiterempfehlen. Und das ist das beste Marketing, welches man betreiben kann.




-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?


Die Toten Hosen. Auf der letzten Tournee stand ich fünf Mal in der ersten Reihe. Doch auch wer nur ein einziges Konzert der Hose gesehen hat, der wird deren Show nie vergessen. Erinnern wir uns nur mal an Rock am Ring: Campino klettert mit Gipsbein auf das Dach über der Bühne, stürzt beinahe ab, zündet oben ein bengalisches Feuer und während all dem, sing der Kerl auch noch weiter. Das ist der pure Wahnsinn! Auf einer Tournee im Graben stehen zu dürfen und die Show in Bilder festhalten zu dürfen, dies wäre mein größter Wunsch. Vielleicht lesen die Hosen das ja oder die Jungs von ihrem Lable JKP. (lacht).



-> Wir lesen gerne Deinen Status auf Facebook. Du hast oft ziemlichen Stress. Wie gehst Du damit um?


Stress kommt bei mir nur auf, wenn ich fotojournalistisch arbeite. Die Veranstaltungen finden meist alle abends statt und gehen inklusive Aftershow-Party nicht selten bis in die frühen Morgenstunden. Im Klartext bedeutet dies: Bereits während des Fotografierens eine
Bildauswahl treffen, diese zwischendurch beschriften und per UMTS auf den Server schicken. Da kann man bei größeren Veranstaltungen schon einmal ins Rotieren kommen, zumal man, auch wenn man gerade auf den Laptop blickt, kein Motiv verpassen sollte. Jeden Tag möchte ich mir diesen Stress nicht antun, aber im Großraum Köln finden ja auch nicht so viele hochwertigen Promi-Veranstaltungen statt.

Das Fotografieren von Hochzeiten oder die Arbeit im Studio sind da für mich der optimale Ausgleich.



Madlen Kaniuth © 2011 by Fotograf Michael Schilling
- Madlen Kaniuth © 2011 by Fotograf Michael Schilling -



-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?


Im Zeitschriften-Segment geht der Trend hin zum Bewegtbild, obwohl ich das nur für einen reinen Hype halte. Es ist etwas völlig neues, wenn man eine Zeitschrift aufschlägt und statt eines Fotos tatsächlich einen kurzen Videoclip zu sehen bekommt. Technisch ist das bereits
möglich, wohl aber noch zu kostenintensiv.

Mit jeder neueren Kamera kann man bereits in HD-Qualität Videos aufzeichnen. Es wurde ja sogar bereits mit einer DSLR eine komplette Folge der TV-Serie "Dr. House" gedreht. Nur mit Kamera und Stativ, also ohne spezielles Filmzubehör, sollte man allerdings nicht zu hohe Erwartungen an eigene Aufnahmen stellen.

Allerdings kann sich eine solche Funktion auch nachteilig auf Fotojournalisten auswirken, besonders auf Sportveranstaltungen. Während der Olympischen Spiele sollen nur Kameras ohne Videofunktionen zugelassen gewesen sein, da zum Filmen ja ganz andere Rechte benötigt werden. So etwas könnte natürlich jederzeit auch für die Fußball-Bundesliga gelten.

Digitale Spiegelreflexkameras werden in den nächsten Jahren mit einer völlig neuartigen Sensortechnologie auf den Markt kommen, die gar nicht mehr rauschen. Dadurch werden sich wiederum neue Möglichkeiten ergeben. Doch schauen wir nicht zu weit in die Zukunft, lassen uns nicht vom Megapixel-Wahn blenden und machen einfach das Beste, was mit
derzeitigem Equipment möglich ist.




-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?


Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen, oftmals die Wege verlassen und auch mal bereit sein, sich in den Matsch zu legen, um ein gutes Bild zu machen.

Fotografieren darf nichts mit Bequemlichkeit und Komfort zu tun haben. Im Mittelpunkt muss immer das Bild stehen. Bevor man ein Objekt fotografiert, sollte man mindestens einmal rund herum gegangen sein, um überhaupt beurteilen zu können, aus welcher Position aus einem Bild ein besonderes Bild werden könnte.

Wer unter schwierigen Verhältnissen, wie Blitzen bei Mischlicht, technisch perfekte Bilder schießen kann, der wird auch unter optimalen Bedingungen im Studio keine Probleme haben. RAW bietet die optimale Bildqualität, aber es ist keine Ausrede für schlampige Arbeit. "Das kann ich ja noch in Photoshop machen" - stimmt, aber nur zum Teil und
bei wenigen Bildern, da Zeit eben auch Geld ist.



Michael, danke dass Du Dir die Zeit genommen hast!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)


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Berufsbild Kameradisplaydesinfektor - Über Golgafrincham, Kameradisplays, Mobiltelefone und EHEC

Um die Displays von Digitalkameras ranken manche Mysterien. Ich spreche heute ausnahmsweise einmal nicht von der fotografischen Seite, sondern von den ausgehenden Gesundheitsrisiken. Mindestens zwei Risiken wären hier zu nennen:

- Der chronisch deformierte Nasenrücken. Er entsteht, wenn der Fotograf die Kamera zu fest an das Gesicht drückt. Die Nasenspitze wird dabei i.d.R. fest an das rückseitige LCD-Display gedrückt. Das hinterlässt nicht nur unschöne Spuren auf dem Display - dazu sogleich mehr - sondern setzt den Nasenrücken einem beständigen Druck aus. Mit der Zeit kann das zu einer chronischen Nasenspitzenverformung (Deformation) führen. Ist es erst einmal soweit gekommen, kann Abhilfe meist nur noch auf schönheitschirurgischem Wege gefunden werden. Dem Vernehmen nach laufen vor den Verwaltungsgerichten bereits erste Verfahren auf Anerkennung als Berufskrankheit. Aber dieses Phänomen betrachten wir in einem späteren Blogeintrag. 

- Heute geht es um die zweite, derzeit viel aktuellere Problematik: Die Keimansammlung und deren Übertragung. Ausser Frage, dass die ständig den Umwelteinflüssen ausgesetzte Nasenspitze ein Reservoir für Keime und Erreger aller Art ist. Von Keimen, die sich im Fotografen selbst vermehren und über das Ausatmen verbreitet werden (von Niesanfällen bei einem Schnupfen möchte ich hier gar nicht erst sprechen) einmal ganz abgesehen. Zwar haben sich einige Hersteller der Produktion von Kameradisplayschutzfolien verschrieben, um die Problematik des Nasenabdrucks auf dem Display zu umgehen. Letztlich ist das aber Kosmetik, denn weder wird der Nasenrücken-Deformations-Syndrom, noch der Keimreservoir-Problematik dadurch effektiv entgegen gewirkt. 
Ich sehe hier nicht unerhebliche Gesundheitsrisiken, die den Beruf des Fotografen über kurz oder lang in das Aus befördern können.

Wissenschaftliche Forschungen haben schon vor mehreren Jahren die Übertragungsproblematik durch Elektrogeräte untersucht. So berichtete der Spiegel bereits im August 2006 unter der Überschrift “Schmutzige Handys” über das Übertragungsrisiko durch Keimansammlungen auf Mobiltelefonen.

Die Onlinepublikation Technology Review hat das Thema im Februar 2007 aufgegriffen, Computertatstaturen unter die Lupe genommen und ist zu demselben alarmierenden Ergebnis gekommen. 

Originalzitat aus dem Artikel in der Technology Review: “Als der Mikrobiologe Dr. Charles Gerba von der Universität von Arizona vor zwei Jahren verschiedene Lebensbereiche untersuchte, zeigte sich, dass an Computerarbeitsplätzen im Schnitt 400 mal mehr Keime finden sind als auf einer Klobrille. Das schmutzigste Objekt auf einem Schreibtisch ist das Telefon mit knapp 4000 Mikroben pro Quadratzentimeter. Die Tastatur liegt bei etwas über 500 krabbelnden Keimen pro Quadratzentimeter (gefolgt von Maus, Faxgerät und Kopierer).”.

Telefoninterviews mit Infektionsschutzärzten bestätigten die Vermutung: Kameradispplays stehen im Verdacht eine erhebliche und ernstzunehmende Quelle für die Übertragung mitunter gefährlicher Krankheitserreger zu sein. Die Problematik wird besonders brisant durch den Umstand, dass Profi-Fotografen oft zu Assignments kreuz und quer durch die Welt jetten und damit die Verbreitung von Erregern begünstigen.

Auswege aus der sich anbahnenden Krise?

Fotografen müssen gesetzlich verpflichtet werden, Ihre Kameradisplays in regelmässigen Abständen zu desinfizieren. Bei Landschaftsfotografen mindestens täglich, bei Portrait- und People-Fotografen zwingend nach jedem Shooting. Die ordnungsgemässe Durchführung der Desinfektionen ist durch ein Kameradisplaydesinfektionslogbuch nachzuweisen (dieses ist autorisierten Personen auf Verlangen zur Kontrolle vorzulegen). Eine Kontrollbehörde ist einzurichten. Ausserdem müsste gesetzlich eine Pflichtschulung “Grundregeln der Hygiene beim Umgang mit elektronischen Digitalkameras” zur Berufsausübungsvoraussetzung gemacht werden.

Das ist keineswegs so trist und düster, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn hier bahnt sich ein neues und zukunftsträchtiges Berufsbild an, nämlich das eines Kameradisplaydesinfektors. Künftig werden am Set nicht nur Assistenten, Stylisten und Visagisten, sondern auch Kameradisplaydesinfektoren zum gewohnten Bild gehören.

Am wichtigtsan aber bleibt “Don´t panic”! :)



Übrigens:  Der internationale Towel-Day hat sich gerade wieder einmal gejährt und das Motto des Tages - “Don´t panic” - scheint wieder einmal aktuell wie selten. 

Und der Kameradisplaydesinfektor ist selbstverständlich ein ehrenvoller Nachfahre des Telephondesinfizierers. Kleine Nachhilfestunde für die jüngeren Leser, die Douglas Adams wahrscheinlich nicht mehr gelesen haben (zu meiner Zeit war das allgemeinbildende Pflichtlektüre):

Der Telephondesinfizierer ist ein fiktiver Beruf aus Douglas Adams Film “Per Anhalter durch die Galaxis”.

Telephondesinfizierer desinfizieren Telefone und verhindern damit Seuchen, die durch Ohrmuscheln nicht desinfizierter Telefone übertragen werden.

Der Hintergrund der Geschichte ist folgender: Auf dem Planeten Golgafrincham wurde der Beruf des Telephondesinfizierers von der angeblichen Bevölkerungsgruppe der Idioten durchgeführt, die auf diesem Planeten angeblich ein Drittel der Bevölkerung ausgemacht haben soll. Die Telephondesinfizierer haben ausserdem gleichzeitig weitere unsinnige Berufe, wie z.B. des des Versicherungsvertreters, ausgeübt. Die Telephondesinfizierer des Planeten Golgafrincham wurden deswegen im Raumschiff Arche B ausgesetzt und strandeten dann vor Urzeiten auf der prähistorischen Erde .

Die Unsinnigkeit des Berufsfeldes des Telephondesinfizierers wird allerdings dadurch in Frage gestellt, dass die Einwohner von Golgafrincham an einer Seuche ausstarben, die durch ein nicht desinfiziertes Telefon verursacht worden sei. 

Have a nice day and „Don´t panic!“ :)

Das Handwerkszeug des Kameradisplaydesinfektors (natürlich mit Handtuch)
„Das Handwerkszeug des Kameradisplaydesinfektors (natürlich mit Handtuch)“



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Foto-Futter 21/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Wieder druckfrisch: Das aktuelle Foto-Futter 21/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie


• Herausfordernder Augenschmaus


Heute empfiehlt Frau Lapplandblog das Portfolio von Christy Wootens “Real Life Photography”.



• Fotofeinkost


- Fotojournalismus aktuell - “I was thinking as a photographer”: Im internationalen Blog der Nachrichtenagentur Reuters gibt es einen Bericht, der unter die Haut geht.

Es geht um eine Situation, die man die man vielleicht nicht unbedingt erleben muss. Ein regelmässig für Reuters tätiger Fotograf war mit seiner Familie auf Flugreise, als plötzlich eines der Triebwerke des Airbus in Flammen aufging und die Crew sofort eine Notlandung vorbereitete. An diesem Punkt bewies der Fotografenkollege geradezu unglaubliche Kaltblütigkeit und griff zur Kamera, um die Situation zu dokumentieren.


- Gerade für Fotojournalisten, aber auch generell im Rahmen vieler Fotoprojekte, ist Storytelling durch Bilder ein Muss. Bei Scott Bourne gibt es eine interessante Checkliste dazu.


- Bei Nachbelichtet gibt es einen sehr lesens- und bedenkenswerten Artikel mit dem Titel “Von der Kunst nicht zu fotografieren”.


- Um die möglichen juristischen Nebenwirkungen eines iPhone für Naturfotografen geht es in einem amüsanten Artikel bei Maclife.



• Aus dem Testlabor


- An erster Stelle möchte ich nochmals an unseren grossen Vergleichstest zu Portfolio-Tools für Mac OS X erinnern.


- Im Testlabor befinden sich derzeit Focal Blade von The Plugin Site “Sharpening at its best” und iCalamus “Desktop Publishing für Mac OSX”. Die ausführlichen Tests kommen in nicht allzu ferner Zukunft.



• Know-How-Input


- Für kreative, fotografische Bastler ist die Seite Do It Yourself Photography immer wieder eine Fundgrube und einen Blick wert.


Das wars für heute. Und jetzt bitte alle zur Kamera greifen und Bilder machen gehen!


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Vergleichstest: Portfolio-Tools für Mac OS X im Vergleich

Der Vergleichstest: Portfolio-Tools für Mac OS X im Vergleich

Bilder wollen gezeigt werden. Einerlei, ob eine schöne Slideshow von den Urlaubsbildern für das private Blog oder eine Präsentation für einen Kunden erstellt werden soll. Und die Krönung ist natürlich die Erstellung von Portfolios zur Präsentation der eigenen Fotografie.

Mittlerweile gibt es dafür einige Tools auf dem Markt, die das Vorgehen sehr vereinfachen und ansehnliche Resultate liefern. Drei davon nehmen wir in diesem Vergleichstest unter die Lupe: Soundslides, Slideshow und FlippingBook.

Die Reihenfolge der Testkandidaten ist übrigens rein zufällig gewählt. Jedes der Programme hat seine Stärken und Schwächen. Neben den speziellen Tools gibt es natürlich auch die Möglichkeit, Galerien über eingebettete Viewer wie z. B. Slimbox o.ä. zu erstellen. Das beinhaltet aber oft eine nicht so geschmeidige Navigation und i.d.R. auch kein Autoplay.

Die vorgestellten Programme sind so unterschiedlich, dass es schwer fällt einen Testsieger zu küren. Jeder Anwender muss seine eigenen Kriterien aufstellen und dann entscheiden. Diese Auswahl zu erleichtern ist das Ziel dieses Vergleichstests. Zu jeder getesteten Software gibt es eine eigene Bildergalerie mit Screenshots und natürlich ein Musterportfolio.

Für den Test haben wir 9 Bilder im Format 600 x 450 herausgesucht, denen sich die einzelnen Programme stellen mussten. Die Grösse der 9 Files beträgt zusammen 868 KB.

Für den ganzen Test gilt: Testsystem waren jeweils zwei Macs (Macbook und Powerbook, jeweils unter Mac OS X 10.5.8).



Kandidat 1

Beginnen wir mit einem echten Klassiker: Soundslides


Soundslides (Link zur Homepage von Soundslides) ist ein Tool aus der Praxis für die Praxis. Entwickelt wurde die Software von Joe Weiss, der selbst als Fotojournalist tätig ist. Soundslides ist sehr verbreitet und bestimmt haben Sie schon etliche Portfolios gesehen, die mit der Software erstellt wurden. Soundslides ist an den Erfordernissen der journalistischen Praxis ausgerichtet: solide, durchdacht und sehr funktional. Die Standard-Version verlangt nach einem Soundfile im MP3 Format, die Pro-Version erstellt auch Slideshows ohne Soundtrack. Die Bilder müssen im JPG-Format vorliegen. Die Ton- (soweit erwünscht) und Bilddateien müssen mit externen Programmen vorbereitet werden. Bei den Bildern umfasst das insbesondere die Skalierung und Optimierung für die Bildschirmanzeige (Schärfen).

An dieser Stelle sei auf eine wichtige Grundüberlegung für die meisten Programme (teilweise Ausnahme: Flipping Book) hingewiesen. Die Entscheidung für Hochformat oder Querformat muss vor der Erstellung der Slideshow getroffen werden. Die Formate zu mischen ist zwar theoretisch möglich, sieht aber äusserst bescheiden aus. Optimalerweise sollten alle verwendeten Bilder auf die exakt gleichen Pixelmasse verkleinert und/oder beschnitten werden.

Zurück zu Soundslides. Für die Slideshow gibt es etliche sehr durchdachte Optionen, welche die Bedürfnisse aus der Praxis abdecken. Angenehme und zweckmässige Farbpaletten sind im Standardumfang enthalten. Eigene Presets können erstellt und gespeichert werden. Captions und Credits können zu jedem Bild standardmässig oder auf Klick dargestellt werden. Auch für die Übergänge stehen eine Vielzahl praxistauglicher Varianten zur Auswahl. Die Bildübergänge können auf Klick oder als Autoplay mit einstellbarer Länge erstellt werden.

Beim Exportieren der Slideshow gibt Soundslides einen Datei-Ordner mit einer Fülle an Dateien aus. Das eigentliche Portfolio wird dabei im Flash-Format generiert. Ein Export in einen Movie bietet Soundslides nicht an. Verschiedentlich wird das kritisiert. Ich halte diese Kritik für nicht berechtigt, denn das Ausgabeergebnis von Soundslides via Flash kann sich absolut sehen lassen. Für eine Präsentation auf CD oder DVD muss jeweils einfach nur auf den jeweiligen Ordner verlinkt werden. Jeder Ordner enthält eine eigene “index.html” Datei.
Für eine Veröffentlichung der Slideshow im Web muss der gesamte Ordner auf den Server geladen werden. Soll die Slideshow in eine Webseite eingebunden werden, muss dann mit einem Embed-Tool, das über eine Webseite des Herstellers erreichbar ist, der Embed-Code für die Flash Dateien erstellt werden. Dieser kann dann in eine Webseite eingebunden werden. Das ist der einzige Kritikpunkt, der mich stört. Denn wer garantiert die Verfügbarkeit dieses Online-Tools, das für den Embed-Code benötigt wird? Und in Content Management Systeme ist die Einbindung beschwerlich, weil immer ein händischer Zwischenschritt erforderlich ist. Das erschwert den Workflow.

Für die neueste Version von Soundslides (1.9.4) gibt es jetzt auch die Möglichkeit, die generierten Flash-Slideshow über einen Online-Konverter auf der Homepage des Herstellers in einen Movie (MP4) umzuwandeln. Leider unterstützt dieser derzeit noch nicht alle Übergänge.

Für den Fotografen “on the road” ist das Programm meiner Erfahrung nach aber ein Goldstück. Lassen sich doch fertige Slideshows auf dem Notebook erstellen und die fertigen Mediaordner an die Redaktion senden. Dort kann dann der Embed-Code für die Publizierung im Websystem der Zeitung gefixt werden.

Aus den 9 Bildern hat Soundslides einen Publishing-Ordner mit einer Grösse von 7,2 MB erstellt.

Anmerkung zum Testsystem: Soundslides ist anspruchslos und genügsam, was die Systemvoraussetzungen angeht. Es gibt auch eine Windows-Version.

-> Hier gehts zum mit Soundslides erstellten Portfolio (neues Fenster)

-> Hier gehts zu den Screenshots von Soundslides (neues Fenster)



Kandidat 2

Der nächste Kandidat ist ein Programm mit movieorientiertem Ansatz: Slideshow von Apimac
(Link zur Homepage von Slideshow).

Slideshow erstellt Filme, Flash-Videos (FLV), lauffähige Slideshows für Windows und Mac OS X, und erstellt auch via iDVD fertige Projekte auf DVD. Die Programmoberfläche ist sehr übersichtlich gehalten und leitet den Anwender in 4 Schritten vom Import zum Export. Auch für Slideshow gilt, dass die verwendeten Audiodateien und Bilder mit externer Software vorbereitet werden sollten. Auch hier sollten die Bilder im JPG-Format vorliegen und für die Bildschirmanzeige skaliert und optimiert sein.

Eine eventuell zu lange Audiodatei wird von Slideshow passend abgeschnitten. Schön sind die einblendbaren “Closed Captions”, die zwei Zeilen umfassen. Sie können auf bestimmte EXIF-Daten zurückgreifen oder einen freien Text enthalten, und sehen wie ansprechende Untertitel aus. In der Farbauswahl ist Slideshow einfacher als Soundslides gehalten. Insgesamt ist Slideshow einfach und unkompliziert. Bei den Ausgabeoptionen ist zusätzlich ein editierbarer “Abspann” auswählbar. Der mit Slideshow exportierte Film hat eine Grösse von 9,2 MB.

Wir haben uns übrigens für den MP4-Export entschieden. Slideshow exportiert hier als “.m4v”, auf den wir direkt verlinken. Ob alle Browser - insbesondere unter Windows - diesen Filetyp anzeigen können, ist für uns allerdings etwas zweifelhaft (Leser, die Windows verwenden können das einfach selbst prüfen).

Anmerkung zum Testsystem: Bis Version 9.6 läuft Slideshow unter PPC, ab Version 9.7 setzt die Software einen Intel-Prozessor voraus.

-> Hier gehts zum mit Slideshow erstellten Portfolio (Direktlink zum Film, neues Fenster)

-> Hier gehts zu den Screenshots von Slideshow (neues Fenster)



Kandidat 3

Der jüngste Kandidat im Test ist FlippingBook Photographer
(Link zur Homepage von FlippingBook).

Kurz nach Fertigstellung des Tests haben wir erfahren, dass FlippingBook Photographer vom Hersteller durch die neuere Software FlippingBook Photo Album ersetzt worden ist. FlippingBook verfolgt ein charmantes Konzept, indem es ein klassisches Portfolio-Buch mit Hilfe von Flash nachbildet. Mit Seiten zum Umblättern und dem passenden Sound dazu. Für die Erstellung des Buches wird der Anwender mit einem Assistent durch die erforderlichen Schritte geführt. Die Tücke liegt etwas in den Optionen, insbesondere der Grösse. Denn FlippingBook skaliert und schneidet die Inhalte automatisch passend für die ausgewählte Grösse. Das hat Vor- und Nachteile. Wer den Experimentieraufwand nicht scheut, wird mit interessanten und sehr ansehnlichen Ergebnissen belohnt, zumal die Software verschiedene Layout-Optionen für die Verteilung der Bilder auf die Seiten anbietet. Damit lassen sich Bilder im Hoch- und Querformat in einem Portfolio mischen. Für die farbliche Gestaltung stehen eine Vielzahl an Optionen zur Verfügung. Eine Untermalung mit Sound ist nicht vorgesehen.

Beim Export erstellt auch FlippingBook einen Ordner, der eine “index.html” Datei enthält. Der ganze Ordner muss auf den Server geladen werden. Ein Embed in Webseiten ist nicht vorgesehen. Es muss vielmehr auf die Index-Datei im Ordner verlinkt werden. FlippingBook hat aus den Bildern einen Ordner mit 4,4 MB erstellt.

Anmerkung zum Testsystem: FlippingBook setzt Mac OS 10.5 voraus und läuft mit PPC und Intel. Die Nachfolgersoftware Photo Album setzt Mac OS 10.6 voraus und läuft nur noch mit Intel Prozessor.

-> Hier gehts zum mit FlippingBook erstellten Portfolio (neues Fenster)

-> Hier gehts zu den Screenshots von FlippingBook (neues Fenster)


Wenn es Fragen zu einem der Programme (oder zu mehreren) gibt, bitte in die Kommentare posten!
Viel Freunde mit den eigenen Portfolios!


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Foto-Futter 20/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Und hier kommt wieder druckfrisch das aktuelle Foto-Futter 20/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie


• Das heutige Fotografenportrait
ist ein richtiger Geheimtipp und wird Ihnen wieder redaktionell von Frau Lapplandblog präsentiert. Es eröffnet völlig neue Perspektiven und es es geht um eine Herausforderung:

Loren Worthington zeigt eine ungewohnte Welt aus einer ungewohnten Perspektive. Seit seinem 21. Lebensjahr ist Loren querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gebunden. Er fotografiert die Rollstuhlsportszene in Arizona. Seine Fotos sind nicht nur oft aus ungewohnter Perspektive, sondern allesamt auch richtig gut.


• Fotofeinkost

- Bei Craft & Vision ist wieder ein neues Ebook erschienen: Extreme Perspectives von Alexandre Buisse. Alexandre gibt in der bewährten Craft & Vision Methodik eine Einführung in die Fotografie im Gebirge und führt den Leser in einige der entlegensten Gebiete der Welt. Wie immer geballtes Know-How für Landschaftsfotografen zum charmenten Preis.

- Bei Mike Johnston gibt es einen wunderbaren Artikel unter der Überschrift “The Three Biggest Mistakes Amateur Photographers Make”. Unbedingt lesenswert.

- Wer sich für Luftaufnahmen interessiert und gerne einmal aus dem Heli knipsen möchte, dürfte sich für den Artikel “Aerial Photography” von Jason Hawkes interessieren.


• Zwei Weisheiten

Schliesslich möchte ich auf zwei bemerkenswerte TED-Talks verweisen, die ein “must see” sind:

Ric Elias spricht über “3 things I learned while my plane crashed”

und Eli Pariser spricht über “Beware online filter bubbles”.


Das war es mal wieder für heute.
Aus Lappland wünschen wir einen wunderbaren und guten Start in die Woche!



PS: Der abschliessende fotografische Gedanke stammt heute von Ansel Adams:

You don’t take a photograph, you make it.




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Foto-Futter 18/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

• Der heutige fotografische Augenschmaus wurde redaktionell von Frau Lapplandblog zusammen gestellt:

- Es geht unter Wasser. Bezaubernde Welten in den Tiefen des Meeres gibt es bei Michele Davino aus Italien zu sehen.

- Empfehlung Nummer zwei sind die fotografischen Wunderwelten von Mike Levy.



• Gute Fotofeinkost: Heute möchte ich zwei meiner “all-time-high” Links vorstellen, die in den Bookmarks ganz oben stehen:

- The Online Photographer von Mike Johnston. Ein oft sehr tiefsinniges Blog, das es zudem schon sehr lange gibt und das Fotografie mit vielen anderen Bereichen des Lebens in Verbindung stellt. Mike schreibt auf bewegende Weise und oft sehr persönlich. Lesenswert.

- The Luminous Landscape ist einer der Klassiker schlechthin. In den Archiven finden sich Tonnen von hochinteressantem fotografischen Lesefutter.



• Zu Risiken und Nebenwirkungen photogeshoppter Stockfotos fragen Sie Ihre Kunden..., oder: Was man wirklich nicht tun sollte!

Wer erinnert sich nicht noch an die Werbung für die Gelben Seiten; die mit dem Statement “Hätten Sie mal besser jemanden gefragt, der sich damit auskennt!”? An genau diese Werbung musste ich denken, als ich diesen Artikel im Blog bei Rob Haggart gelesen habe.

Worum ging es? Eines der führenden Magazine für vegetarische Ernährung (VegNews Magazine) hatte ein Gericht mit Bild gedruckt. Vegetarische “Spare Ribs” wurden da vorgestellt. Dumm nur, dass es sich um ein Bild echter - und alles andere als vegetarischer - Spare Ribs gehandelt hat. Die Agentur hatte das Bild für ein paar Cent bei iStockphoto eingekauft. Die Knöchelchen wurden flugs mit Photoshop entfernt und fertig war das kulinarisch-vegetarische Essvergnügen. Allerdings wurde die Rechnung ohne die Leser gemacht, denn kurz nach der Veröffentlichung tauchte ein Bildvergleich auf dem Blog eines einem Hardcore-Vegetariers auf.

Ein Fall, der in die Kategorie „Marketing-Supergau“ einzusortieren ist. Nachhaltiger kann der gute Ruf wohl kaum verbrannt werden. Das Magazin schob eine Entschuldigung nach in der darauf abgestellt wurde, das fotogeshoppte Stockfoto sei “aus Kostengründen” verwendet worden. Man kann eben auch am falschen Ende sparen. Und besonders vertrauenserweckend ist es nun auch nicht, wenn vorgestellte Gerichte nur auf Basis von auf Vorrat produzierten Fotos “virtuell” erschaffen werden.

Kurz und gut - Die Lehre aus dem Fall: Finger weg von Stock und Photoshop. Lieber in echte (!) und individuelle Fotos investieren. Es lohnt sich.



• Weil es thematisch (“PR-Supergau”) so schön zum vorangehenden Artikel passt. Kai Müller - alias Stylespion - ist eine Grösse in der Blogwelt. Und gute Fotos macht er noch dazu. Und schreiben kann er auch. Was geschieht, wenn Kai irgendwo in Berlin aus einem Plattenladen fliegt, ist hier nachzulesen.

Merke: Die Welt ist ein Dorf geworden. Und alles spricht sich rum. Manche Katastrophe kann so schnell zum Super-Gau werden.



Sehr bewegend ist es, was David DuChemin vor einigen Tagen widerfahren ist. Wir bin sehr dankbar, dass es ihm den Umständen entsprechend sehr gut geht. David, wir denken an Dich und wünschen Dir gute und schnelle Genesung!

Übrigens: Auch Davids Text direkt nach der Schilderung des Unfalles ist sehr lesens- und bedenkenswert!



• Schliesslich möchte ich nochmals hinweisen auf unseren Test von Color Washer, dem Schweizer Taschenmesser für JPG-Fotografen in Sachen Weissabgleich und Belichtungskorrektur.



Das wars für heute.
Aus Lappland wünschen wir einen wunderbaren und guten Start in die Woche!





PS: Der abschliessende fotografische Gedanke:


„Trying to be prepared for everything makes you prepared for nothing.“

Therefore: Carry Less!





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Color Washer von The Plugin Site - Das Schweizer Taschenmesser für JPGs

Einleitung

Bei The Plugin Site aus Nürnberg gibt es ausgesuchte und exquisite Photoshop-Plugins. Besonders begeistert uns die Serie “PhotoWiz”, in welcher der Anbieter einige ausgesuchte Spezialplugins aus eigener Entwicklung anbietet. B/W-Styler und Contrast Master aus dieser Serie haben wir bereits getestet. Heute werfen wir einen Blick auf Color Washer.


Color Washer

Color Washer ist ein Schweizer Taschenmesser für JPGs.

Wie ist das zu verstehen?

Mit den DSLRs (und manchen Kompakten, z.B. der Leica D-Lux) gibt es die Möglichkeit in RAW zu fotografieren. Aber - Hand aufs Herz - wer hat immer die DSLR oder eine Luxuskompakte dabei? Oft reist eben nur eine kleine “Knipse” in der Jackentasche mit. Und da die verwendete Kamera in den allermeisten Fällen ohnehin so gut wie keine Rolle spielt, lassen sich auch damit richtig gute Motive einfangen. Nur sind die dann eben im JPG-Format.

Welche Rolle spielt das Aufnahmeformat?

Ziel des Fotografen ist es, das vor dem Betätigen des Auslösers visualisierte Bild zu schaffen. Das beinhaltet oft auch Nachbearbeitung. Wenn z.B. Schnee im Bild ist, was in den hiesigen Gefilden mindestens die Hälfte des Jahres regelmässig so ist, ist der Weissabgleich ein stetes Problem. Der Schnee ist gerne ziemlich blau. Das mag rein physikalisch sogar seine Richtigkeit haben. Im Bild aber stört es oft evident. Keine Problem mit RAW-Dateien. Hier lässt sich die Farbtemperatur komfortabel und praktisch ohne Qualitätsverlust korrigieren. Damit wird der Schnee dann weiss. Dasselbe gilt auch für Belichtungskorrektur und Detailbelichtungskorrektur.


Das Originalbild zur Demonstration: Schnappschuss im Vorbeifahren mit einer kleinen Kompaktkamera in aller Eile aufgenommen. Denkbar ungünstige Lichtsituation. Schneehügel von hinten mit direkter Sonne beleuchtet. Reflektionen im Schnee neben dem Hauptmotiv. Hauptmotiv voll im Schatten. Weissabgleich und Farbstich. Kurz: Schnee viel zu blau - Belichtung für den Schnee, also in den Schatten viel zu dunkel.

Mit den JPG-Dateien aus einer einfachen Kompaktkamera sind beide Operationen deutlich komplizierter. Zwar lassen sich evtl. Belichtungskorrekturen mit Photoshop durchführen. Wenn es an den Weissabgleich und die Beseitigung von Farbstichen geht, wird es mit den normalen Bordmitteln aber oft schon kompliziert. Und genau hier kommt der Color Washer ins Spiel.

Wie der Name schon verrät, “wäscht” der Color Washer die Farben und korrigiert einen fehlerhaften Weissabgleich und Farbstiche. Ausserdem bietet das Plugin mehrere praktische Funktionen für die - auch selektive - Belichtungskorrektur (eine Art “D-Lightning” um es in Nikon-Sprache zu sagen).

Das Plugin kommt aufgeräumt und übersichtlich daher. Bereits die Autodetect-Einstellung liefert zu 85% das gewünschte Ergebnis. Reicht das nicht aus, gibt es weitere Einstellungen und einen Expertenmodus, der eine Feinabstimmung ermöglicht. Dasselbe gilt übrigens für die Belichtungskorrektur.

Wir haben den Color Washer über die zurückliegenden Monate als “Schweizer Taschenmesser” für JPG-Dateien schätzen gelernt und sprechen eine klare Empfehlung aus.

Color Washer von The Plugin Site - Das Schweizer Taschenmesser für JPGs

Color-Washer: So sieht die aufgeräumte Oberfläche im „Easy Mode“ aus. Hier mit geteilter Vorschauansicht.


Installation und Kompatibilität

Die Installation ist völllig problemlos. Color Washer gibt es in zwei unterschiedlichen Versionen:

Eine Standalone-Version für Windows-Rechner (die sich auch als externer Editor für Lightroom nutzen lässt) und ein Photoshop-Plugin.
Und die Plugin-Version für Mac OS X und Windows, die wir aus Gründen des einfacheren Workflows empfehlen. Diese Version versteht sich mit einer Vielzahl von Photoshop-Plugin kompatiblen Host-Applikationen (genaue Liste gibt es auf der Herstellerseite).


Die Vorschau

Besonders wichtig bei Plugins ist eine komfortable und aussagekräftige Vorschau. Im Vorschaufenster des Color Washers lässt sich entweder das gesamte bearbeitete Bild oder nur eine Ausschnittsvergrösserung anzeigen. Natürlich gibt es auch eine “Split View” (mit verschiedenen Aufteilungsoptionen). Dait sind Original und bearbeitete Version gleichzeitig und nebeneinander zu sehen.


Hier mittels Autodetect für den Blaustich korrigiert. Die Korrektur trifft die Lichtverhältnisse ziemlich genau. Mit Feintuning könnte bei Bedarf noch etwas nachjustiert werden.



Und hier zusätzlich noch mit Belichtungskorrektur für die Aufhellung der Schatten.


Fazit

Unserer Meinung nach ein “must have” für alle, die es auch immer wieder mit JPGs aus der Kamera zu tun haben. Einfach, bequem und schnell lassen sich alle Probleme rund um einen fehlerhaften Weissabgleich und Farbstiche sowie die allermeisten Belichtungskorrekturen in den Griff bekommen.

Und der Support des Herstellers ist sagenhaft: Alle Anfragen wurden - sogar am Wochenende - binnen weniger Stunden kompetent und erschöpfend beantwortet. Ein wertvolles zusätzliches Plus.

Eine Demoversion kann hier beim Hersteller angefordert werden.

Der Preis liegt bei USD 49,95. Ein echtes Schnäppchen.


Zusammenfassende Bewertung

Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut):

Funktionalität: 5
Anwenderfreundlichkeit: 5
Geschwindigkeit: 4,5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5

Gesamtbewertung: 4,75

Unser Fazit: “Must have” für JPG-Fotografen




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Foto-Futter 16/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Und hier ist wieder druckfrisch das aktuelle Foto-Futter mit Input und Know-How rund um die Fotografie. Heute mit ausgesuchten Häppchen.


Augenschmaus

Der heutige Augenschmaus ist eine echte Delikatesse. Echte Natur- und Wildlife-FOTOGRAFIE.

Vincent Munier versteht es auf einzigartige Weise, Natur und Wildlife fotografisch einzufangen und zu präsentieren. Er hebt sich sich damit wohltuend von den meist ziemlich ausgetretenen Wegen dieses Genres ab. Eine seiner Leitphilosophien ist die Reduktion. Vincents Website ist ein besonderer Wurf. Achtung: Suchtpotential!


• News und mehr


- In der vergangenen Woche wurde ich bei einem Workshop wieder mit vielen Fragen vom Stile “Was muss ich mir denn an Ausrüstung jetzt noch unbedingt zulegen?” überschüttet. Das macht mürbe. Und traurig.

Als Antwort passt da ganz wunderbar ein aktueller Blogartikel von Stefan Groenveld aus Hamburg: Es ist nicht die Kamera!

Balsam für die Augen und das Gemüt. Muss Stefan mal fragen, ob ich den Artikel künftig ausdrucken (ggf. übersetzen) und verteilen darf.


- A propos Workshop. Da können ja manchmal erschütternde Dinge passieren. Ein echter Krimi ist diese Begebenheit, die bei David Zisers Digital Protalk nachzulesen ist.


- Die fotografische Neuerscheinung der Woche ist das neue Ebook von Craft & Vision “The Power of Black & White in Lightroom, A Masterclass” von Piet Van den Eynde, das ich an dieser Stelle gerne nochmals empfehle. Für alle Lightroom-Anwender, die an der digitalen schwarz/weiss-Fotografie interessiert sind, geradezu ein “muss”.


- Die zurückliegenden Woche stand für mich fotografisch wieder hauptsächlich im Zeichen von Leckerbissen. Food-Photography war angesagt. Ich liebe das, denn meistens dürfen die kulinarischen Leckereien nach dem Shooting auch noch verkostet werden :)


- Und zum Abschluss ein kleiner Ausblick auf die bevorstehende Blogwoche. Es wird hier im Blog eine dreiteilige Serie über schwedische Osterbräuche geben und ein umfangreicherer Vergleichstest ist in der Endbearbeitung. Dazu verrate ich aber noch nicht, um was es geht. Stay tuned!


Einen besinnlichen Start in die Osterwoche allerseits!




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“The Power of Black & White in Lightroom, A Masterclass” von Piet Van den Eynde

Vorstellung und Kurzrezension: “The Power of Black & White in Lightroom, A Masterclass” von Piet Van den Eynde

In meiner Prognose zu den Fototrends für 2010 hatte ich im Dezember 2009 eine Renaissance der Schwarz/Weiss-Fotografie prognostiziert (“Motivbetont, Einfach, Künstlerisch, Gefühlsbetont”). Der Trend ist gelandet, wie Flickr und viele Blogs deutlich widerspiegeln. Und ich denke, dieser neue Trend steht erst an seinem Anfang und wird uns noch mindestens zwei bis drei Jahre begleiten.

Gerade deswegen freut es mich besonders, heute von der aktuellen Neuerscheinung in der Serie von Craft & Vison “The Power of Black & White in Lightroom, A Masterclass” von Piet Van den Eynde berichten zu dürfen.


“The Power of Black & White in Lightroom, A Masterclass” von Piet Van den Eynde


Das imposante Buch von Piet Van den Eynde ist das bislang umfangreichste bei Craft & Vision erschienene Ebook und umfasst 200 Seiten. Der Preis liegt trotzdem noch - wie bereits bisher - bei 5 USD. Nach wie vor also nicht mehr als ein guter Kaffee in einem guten Kaffeehaus. Beeindruckend.

David DuChemin, der Herausgeber der Craft & Vision Serie war wieder so freundlich, uns vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen.

Das neue Werk richtet sich gezielt an alle Lightroom-Anwender und führt durch fast alle Aspekte der digitalen schwarz/weiss-Umwandlung mit Hilfe von Lightroom. Ich verhehle hier nicht, dass ich persönlich zwar Bibble bevorzuge. Aber es dürte klar sein, dass Lightroom eine sehr grosse Anwenderschaft und grosse Verbreitung hat.

In 10 Kapiteln führt Piet den Leser von den Grundlagen (“Do’s and Dont’s”) bis in alle Feinheiten der schwarz/weiss-Konversion mit Lightroom. Das geht von den Bordwerkzeugen über Prests bis hin zu Plugins von Drittanbietern. Eingerahmt werden die einzelnen Erklärungen mit jeder Menge beeindruckender Fotos.

Wie von Craft & Vision gewohnt, werden die sehr gut nachvollziehbaren Erläuterungen zu den einzelnen Methoden und Werkzeugen von “Case Studies” abgerundet.


Fazit: Wieder ein klar empfehlenswertes Ebook. Piet ist es gelungen, praktische alle Aspekte digitaler schwarz/weiss-Fotos mit Hilfe von Lightroom abzudecken. Für alle an der digitalen schwarz/weiss-Fotografie interessierten Anwender von Lightroom geradezu ein “muss”.

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist - wie immer - die ausdruckbare PDF-Version. Da dieses Ebook so umfangreich ist, besteht der Download übrigens aus 4 einzelnen Teilen, um die Downloadzeiten möglichst kurz zu halten.

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 16. April 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: BWLIGHT4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes BWLIGHT20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

“The Power of Black & White in Lightroom, A Masterclass” von Piet Van den Eynde




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Foto-Futter 14/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Ist es eigentlich normal, wie schnell die Zeit vergeht? Jetzt aber schnell ran ans aktuelle Foto-Futter 14/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie!


An erster Stelle sollen heute die beiden besten fotografischen Aprilscherze prämiert werden:

1. Preis: Der erste Preis geht an Robert Kneschke für einen Blogeintrag, der in jeglicher Hinsicht überzeugend und einfach gigantisch ist. Robert, you made my day! Um mein altes Juristenherz ist es mir richtig warm geworden und das Fotografenherz hatte eine grosse Sympathiewallung für die EU zu verzeichnen: “EU-Kommission schlägt Maßnahmen zur Reduzierung der Bilderflut vor“.


2. Preis: Der zweite Preis geht an die Rogge & Pott GbR für die Erfüllung des mutmasslich ultimativen Wunsches aller (noch) Analogfotografen: „RE 35 - Digital Cartridges for analog 35mm cameras“. So einfach wie einst Polaroid und so digital wie demnächst bald Raumschiff Enterprise.



Jetzt aber ganz ernst weiter im Text:

- Nein. Das ist kein Aprilscherz mehr. Auch wenn es so klingt. Solltest Du Dich, lieber Leser, zufällig einmal mit einem Space-Shuttle in den Raum verirren und dann auch noch die offizielle Astronautenkamera der NASA (eine Hasselblad 500c) dabei haben, dann hilft Dir dieses Manual sicher weiter. Im Ernst: Ein sehr beeidruckendes Werk gibt es da bei Hasselblad als PDF zum Download: “Hasselblad's Photography Manual for Astronauts“. Steht z.B. sogar etwas über Schärfentiefe und Tiefenschärfe im Weltraum drin :D
(Gefunden bei Ken)


- Thom Hogan hat sich - quasi als Nachlese zu den jüngsten weltweiten Katastrophen - lesenswerte Gedanken zur Risikominimierung im fotografischen Workflow gemacht.


- Im Blog von Detlef Motz gibt es einige Zeilen, die unbedingt lesenswert sind.

Ich zitiere auszugsweise: „50 Prozent aller Kompaktkameras werden bereits von Frauen gekauft. ... Die Zeiten, als mehrheitlich die Männer bei Fotowettbewerben mit kreativen Foto gewonnen haben, sind ebenfalls Geschichte. Frauen sind oft kreativer und benötigen für gute Bilder als Statussymbol keine SLR. Sie fotografieren ungezwungener emotionaler und gehen (leider) seltener in einen Fotoclub”. Die Gründe dafür sind auch bekannt.“

Dem ist nichts hinzu zu fügen. Danke für die deutliche Ansage!


So das war es für heute. Allen Mitleserinnen und Mitlesern einen guten Start in die Woche!




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Foto-Futter 12/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Zum Wochenanfang wieder eine Ausgabe des aktuellen Foto-Futters mit mit Input und Know-How rund um die Fotografie:


Augenschmaus

-> Für Auge und Gemüt sind im Onlineauftritt der Daily Mail beeindruckende Wolken über dem Mount Everest zu bestaunen.


Aus der Fotowelt

-> Aparte Idee: Begehbares Portfolio

Über einen lesenswerten Artikel bei Michaels Lichtmaschinenkunst bin ich auf die Idee eines begehbaren Portfolios gekommen. Warum nicht einmal eine begeh- und betretbare Fotopräsentation in Form von Fussmatten?


-> Beim Focus gab es die Woche einen wunderbaren Artikel zu Risiken und Nebenwirkungen der Naturfotografie. Lesen und herzhaft lachen (ist auch medizinisch äusserst wertvoll bei der derzeitigen Weltlage)!


-> Auf Macnews gibt es einen interessanten Artikel unter dem Titel “Ist das iPhone eine richtige Kamera?”


Trotz allem (oder gerade deswegen?), was sich in der Welt derzeit vor unseren Augen abspielt, allen Leserinnen und Lesern einen guten Start in die Woche.


iPhone-Cube
„iPhone-Cube“ - License picture / Buy print





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Foto-Futter 10/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

• Zum Einstieg heute eine fotografische Delikatesse, die auch gleich noch einen Bezug zu Skandinavien hat.

Der Reihe nach: Facebook hat seine wirklich guten Seiten. Durften wir doch via Facebook Oliver Fell kennen lernen. Oliver hat im vergangenen Sommer insgesamt 8.000 Km quer durch Skandinavien (geographisch eigentlich mehr längs, als quer) auf dem Motorrad zurück gelegt und dazu einen der schönsten und treffendsten Reiseberichte verfasst, den wir bislang gelesen haben. Sein Bericht ist zudem mit etlichen Fotos allerfeinster Güte gespickt.

-> Hier gehts zu Olivers Skandinavien Reisebericht

Ausserden hat Oliver auch ein kleines, aber sehr feines Blog mit ausgesucht schönen schwarz/weiss-Fotografien - hauptsächlich (aber nicht nur) rund um das Thema Motorrad.


• Da wir gerade über Facebook gesprochen haben: Rosh Sillars hat sich einige Gedanken zu den derzeitigen Umstellungen bei Fanpages auf Facebook aus Sicht der Fotografen gemacht. Er sieht die Veränderungen durchweg positiv.


• Und gleich noch ein Artikel von Rosh mit aktuellem Bezug zu dieser Seite. Es geht um die weiterhin rasanten Veränderungen in der digitalen Welt. Haben wir uns gerade so schön in unserer gewohnten PC-Ecke eingewöhnt ist die Gefahr gross, schnell wieder den Anschluss zu verlieren. Mehr und mehr werden von Endanwendern im Web “mobile devices”, d.h. iPads, iPhones, iPods, usw, genutzt. Ich habe mir nach der Lektüre des Artikels mal einige Statistiken zur Hand genommen. Und tatsächlich: Die Anzahl von Seitenbesuchern mit mobilen Endgeräten steigt sprunghaft an. Ein Ansporn, der mir keine Ruhe gelassen hat. Nun ist also auch die Portfolio-Homepage “www.ArchitectOfVision.com” speziell für mobile Endgeräte optimiert. Aber keine Sorge: Beim Betrachten vom PC aus ändert sich nicht viel. Aber z. B. vom iPad aus gibt es ein speziell angepasstes und besonders schlankes Layout. Vielleicht kommt diese optimierte Variante auch noch hier fürs Blog. Gibt es Meinungen oder Wünsche aus der Leserschaft dazu?


Im Blog von Chase Jarvis gibt Scott wertvolle Tipps und Einblicke zum Thema „Sortieren grosser Bildbestände nach einem Shooting“.


• Vor einem Jahr hatte ich hier im Blog die erste Auflage von Robert Kneschkes Buch “Stockfotografie” rezensiert. Diese Woche ist nun per Post die aktualisierte und noch umfassendere zweite Auflage “des Kneschke” angekommen. Bereits die erste Auflage hatte sich in kürzester Zeit die Auszeichnung als deutschsprachiges Standardwerk in Sachen Stockfotografie verdient. Die zweite Auflage hat nun etliche Seiten zugelegt (jetzt 478 Seiten) und ich bin brennend gespannt auf die Lektüre. Rezension folgt.


• Und zum Abschluss noch der Hinweis auf einen sehr schönen Reisebericht mit Highlight :) - Es geht um die Reise von Stefan und Sabine nach New York. Alle 8 Teile gibt es hier im Blog bei Stefan Groenveld (Geheimtipp: Tag 6 :).


Eine gute Woche allerseits!




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Rezension: The Bibble Survival Guide von Andreas F.X. Siegert und Marco Frissen

Rezension: The Bibble Survival Guide von Andreas F.X. Siegert und Marco Frissen

Heute steht ein spannendes und sehr ergiebiges Buch zur Rezension. Ein Buch, das die Arbeit mit der RAW-Entwickler-Software Bibble an vielen Punkten noch mehr zum Vergnügen macht, als das ohnehin schon der Fall ist. Es geht um den “Bibble Survival Guide” von Andreas F.X. Siegert und Marco Frissen.

Rezension: The Bibble Survival Guide von Adreas F.X. Siegert und Marco Frissen


Vorab noch einige Worte zum Gegenstand des Buches: Es geht um Bibble.

Bibble ist eine (eigentlich nicht nur “eine”, sondern “die”) Software zur Entwicklung von RAW-Dateien. Unter den verschiedenen Softwarepaketen, die sich für diese Aufgabe einsetzen lassen, nimmt Bibble eine herausragende Stellung ein. Bibble ist zum einen speziell für den Workflow von Fotografen entwickelt. Zum anderen ist Bibble der wohl schnellste auf dem Markt befindliche Konverter. Ausserdem ist Bibble plattformübergreifend für Windows, Mac OS X und Linux erhältlich. Ein weiterer Pluspunkt, der mir persönlich sehr gut gefällt ist auch, dass Bibble auch auf der nicht allerneuesten Hardware seine Dienste verrichtet. Und seit einiger Zeit bietet das Programm auch die Möglichkeit zur Bilderverwaltung. Schliesslich verfügt Bibble über eine offene Schnittstelle für Drittanbieter für Plugins zu Erweiterung des Funktionsumfanges. Einige der Plugins - die meisten sind Free- oder günstige Shareware - sind geradezu spektakulär.

Bibble gibt es als Lite- oder als Pro-Version. Das Buch richtet sich an die Anwender beider Versionen. Die Unterschiede zwischen den beiden unterschiedlichen Versionen werden im Text jeweils gekennzeichnet.

Nun aber zur eigentlichen Rezension. Seit der Version 5, die 2009 vorgestellt wurde, hat Bibble nochmals kräftig an Funktionsumfang zugelegt. Zwar gibt es auf der Homepage des Herstellers einige sehr gute Lehrvideos und ein Manual. Wie das aber mit Programmhandbüchern manchmal so ist, decken diese zwar alle Funktionen technisch korrekt ab, sind aber nicht richtig am fotografischen Workflow und dem praktischen Einsatz ausgerichtet.

In genau diese Bresche springt nun der seit Januar 2011 erhältliche Bibble Survival Guide von Adreas F.X. Siegert und Marco Frissen. Auf 220 Seiten nehmen die Autoren, beide erfahrene Fotografen und IT-ler, den Leser an der Hand und leiten ihn in durchdachter und logischer Folge durch die Arbeit mit Bibble anhand des praktischen Workflows. 
Das Buch liegt als Ebook im PDF-Format vor, das sich bei Bedarf auch problemlos ausdrucken lässt. Eine praktische und umweltschonende Lösung.  Der Preis liegt bei 23 Euro. Das Buch kann über die Homepage zum Buch via Kagi online bestellt werden.

Nach der Aussage der Autoren, beide ausgewiesene Spezialisten, die auch in den Foren zu Bibble als geschätzte Kontributoren aktiv sind, richtet sich das Buch eher an fortgeschrittene Anwender. Nach der eingehenden Lektüre wurde ich das Buch auch vorbehaltslos allen Bibble-Einsteigern empfehlen. Schliesslich können bei der Lektüre einige Kapitel „für später“ aufgespart werden, sind dann aber zur Hand, wenn die Vertiefung gefragt ist. 
 
Das Buch, dessen ausführliches Inhaltsverzeichnis übrigens auch auf der Homepage zum Buch zu finden ist, beginnt bei den Grundlagen und Grundeinstellungen. Nebenbei eine witzige Geschichte: Spannend empfand ich auch die kurze geschichtliche Einführung zu Bibble. Denn dass der Name auf die Hauskatze des ursprünglichen Entwicklers zurück geht, war mir auch neu.

Zu den Grundlagen gehört z. B. ein Kapitel über Farbmanagement. Eine essentielle Materie, deren Nichtbeachtung in aller Regel zu Enttäuschungen und Problemen führt. Ich habe schon einige Darstellungen dieses Themas gelesen. Selten aber eine – trotz der eher „spröden“ Materie – so spannende und lebendige. Das beruht nicht zuletzt auf gut ausgewählten Beispielsbildern und Grafiken. Die Beispielsbilder können ihre Wirkung im PDF voll ausspielen, denn gedruckt kommen veranschaulichende Beispielsbilder meistens nicht so gut zur Geltung.
 
Das ist überhaupt eine der Stärken des Buches: Der Stil ist äusserst angenehm und umgänglich. Selbst wenn der Leser über das ausführliche und präzise Stichwortverzeichnis am Ende des Buches nur ein bestimmtes Thema gesucht und gelesen wird, zieht das Buch den Leser in den Bann und fordert zum Weiterlesen auf. Bemerkenswert.

Das Buch basiert auf der aktuellen Version Bibble 5.2. Der allergrösste Teil des Inhaltes lässt sich aber völlig problemlos auf die Versionen 5 und 5.1 anwenden (obwohl das Update auf 5.2 für alle User kostenlos ist und es folglich keinen Grund gibt, es nicht zu nutzen).

In den einzelnen Kapiteln finden sich viele Aussagen, die auf profunde Kenntnisse und Erfahrungen der Autoren schliessen lassen. So wird im Kapitel über den Weissabgleich z. B. kritisch der Mythos hinterfragt, dass sich in RAW ja alles nachträglich richten lasse. Auch bei den Details zur Belichtungskorrektur sind die Autoren wohltuend realistisch und geben klare Hinweise, was zu reparieren ist und was besser nicht.

Relativ ausführlich erklären die Autoren alle Abläufe um die seit Bibble 5 existierenden Ebenen und Regionen, ohne dabei allerdings in Schwärmerei zu verfallen. So weisen die Autoren bei den Heal & Clone Ebenen darauf hin, dass die reine Heal-Funktion oft kontraproduktiv übertreibt und raten stattdessen zum Einsatz des Clone-Tools.

Auch das Kapitel zum Thema Nachschärfen sucht in praxisrelevanter Ausführlichkeit und Präzision seinesgleichen. Ein umfangreiches Kapitel widmet sich später der in Bibble relativ jungen Bilderverwaltung. Und als besonders nützliche Abrundung findet sich gegen Ende des Buches ein sehr hilfreiches “How-To”-Kapitel. Das ausführliche Stichwortregister am Ende des Buches rundet das Werk ab und ermöglicht das schnelle Auffinden der relevanten Textpassagen.

Fazit: Dem Leser der Rezension wird es nicht entgangen sein. Das Buch hat mich begeistert. Eine Wohltat in der Mischung aus profundem Know-How und einer äusserst angenehm zu lesenden Darstellung. Von meiner Seite aus daher volle Punktzahl und eine klare Empfehlung!



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“The Evocative Image” (“Das bewegende Bild”) von Andrew S. Gibson

Und schon geht es weiter mit der Woche des Buches. Bei Craft & Vision ist wieder ein neues Ebook erschienen:

“The Evocative Image” (“Das bewegende Bild”) von Andrew S. Gibson. 

“The Evocative Image” (“Das bewegende Bild”) von Andrew S. Gibson


Wieder zuerst ein grosses Dankeschön an David DuChemin, den Herausgeber der Craft & Vision Serie. Er war wieder so freundlich, uns vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen.

Der Autor des neuen Ebooks, Andrew S. Gibson, ist uns bereits aufgrund seiner - ebenfalls bei Craft & Vision erschienenen - Trilogie “The Magic Of Black & White” bekannt. Andrew ist als Fotograf und Autor bekannt. Er schreibt u.a. für das EOS magazine und Phototuts+. Fotografisch ist er auf Fine Art spezialisiert.

Im neuen Ebook “The Evocative Image” wendet er sich nun ausführlich einem Thema zu, das fast alle Fotografen bewegen dürfte: Wie kann ich meine Fähigkeiten verbessern, meine Gefühle in meinen Bildern zum Ausdruck zu bringen. Er erklärt Wege, Stimung und Atmosphäre (besser) zum Asudruck zu bringen.

Anhand vieler Beispiele nimmt Andrew den Leser auf 63 Seiten an die Hand und geht dann Schritt für Schritt durch viele Variationen des fotografischen Ausdruckes (“Expression”). Das geht von der Interpretation eines Motives, Lichtstimmungen (“Golden Hour”, “Blue Hour”) über Low-Light, extreme Blendenwerte und Teleobjektive bis hin zu sehr unüblichen und inspirierenden Gedanken und Ansätzen.

Sehr positiv empfinde ich es, dass Andrew viele praktische Übungen (“Creative Exercise”) in das Buch einfliessen lässt. Sie ermöglichen es dem interessierten Leser, das Erlernte auch gleich praktisch umzusetzen. 

Fazit: Klare Empfehlung. Andrew zeigt auf kreative und sehr angenehm zu lesende Weise den Weg vom einfachen “Bilder aufnehmen” zum “Bilder machen” im Sinne von aktivem Gestalten auf.  

Nebenbei: Wer das im Buch Erlernte dann auch in der Praxis umsetzen und vertiefen möchte, darf sich gerne bei uns für einen Workshop melden. Es gibt noch freie Plätze für den Sommer.

Das eBook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version.

Das besonders charmante an den Craft & Vision Ebooks ist übrigens nicht nur der hochwertige Inhalt sondern das fast unschlagbare Preis-/Leistungsverhältnis. Das Ebook kostet wiederum nur 5 USD pro Stück (nach heutigem Tageskurs etwa 3,64 Euro - weniger als ein guter Kaffee oder Espresso im Bistro). 

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 28. Februar 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: EVOCATIVE4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes EVOCATIVE20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

“The Evocative Image” (“Das bewegende Bild”) von Andrew S. Gibson




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Foto-Futter 8/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Und hier wieder das aktuelle Foto-Futter der Woche. Heute zu allen Themenbereichen ein Zweierpack.


Augenschmaus-Empfehlungen fürs Wochenende

- Birgit Fischer - Die Lichtbildnerin


- Das 18mm Photoblog von Stephanie Freundt aus Lidköping



In eigener Sache

Beim Aufräumen fiel mir ein Hoya UV-Filter (67mm) in die Hände. Wer den haben möchte, meldet sich bitte per Mail. Ihr wisst schon: Wer zuerst kommt...



Wettbewerbe

- Bei Gizmodo gibt es einen interessanten Wettbewerb zu Street-Photography in scharz/weiss

Einsendeschluss ist der 21. Februar. Die Regeln sind überschaubar einfach (“Take a candid photo of someone on the street...and do so in black and white”) und der Wettbewerb klingt sehr spannend. 



-
Etwas (mit Understatement) anspruchsvoller ist die 2011er Runde der Photocrati Fund Competition

Dafür locken hier auch angemessene Preisgelder, die für ein Photoprojekt verwendet werden sollen. Ende der Einreichungsfrist ist der 1. April 2011.


Fotografischer “High-End-Luxus”

- Leica hat von der bereits jetzt legendären M9-Rangefinder eine exclusive “Titanium-Edition” aufgelegt. Weltweit gibt es davon nur 500 Stück. Die Luxusausführung kommt mit einem Summilux-M 35mm f/1.4 (natürlich ebenfalls in Titanium-Ausführung). Das Paket gibt es für schlappe USD 26.500. 

Mehr Infos und ein hübsches “Unboxing-Video” gibt es bei Eric Kim.

Ich habe nur so meine Zweifel, ob eines dieser edlen Stücke jemals bestimmungsgemäss verwendet werden wird. Wahrscheinlich landen alle direkt in den Safes von Ölscheichs :)


- Auch bei Nikon gibt es ganz neu eine Limited Edition, mit der man als Liebhaber von Festbrennweiten an Nikon FX Kameras ausgesorgt haben dürfte. Nur insgesamt 100 Boxen mit dem f1.4er-Trio bestehend aus je einem Nikkor AF-S 24mm f/1.4, 35mm f/1.4 und 85mm f/1.4 werden käuflich zu erwerben sein. Das luxuriöse Lichtstärken-Paket ist zudem noch ein echtes Schnäppchen. Gegenüber dem Einzelkauf soll man ca. 1.000 Euro sparen können.

Via Nikon-Rumors.



Soziale Medien

- Eine Umstellung bei Facebook hat unangenehme Nebenwirkungen für Fotografen. Nun lassen sich Bilder bis zu 2048 Pixel (lange Kante) auf Facebook hochladen. Klingt gut. Die Sache hat aber einen grossen Haken: Alle Betrachter können sich das Bild in dieser hohen Auflösung runterladen. Es gibt derzeit keine Option in den Voreinstellungen, das zu verhindern. Autsch. Sehr ärgerlich, denn mit Bildern in dieser Auflösung lässt sich schon einiges anstellen.

Der Workaround besteht derzeit nur darin, KEINE so grossen Bilder bei Facebook hochzuladen.

Mehr Infos dazu bei Rob Haggart.



- Und bei Rosh Sillars NewMediaPhotographer gibt es einen aktuellen Podcast zum Thema Facebook für Fotofgrafen.



Einen fotogenen Sonntag allerseits!



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Foto-Futter 7/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Heute wieder mit bewusster Beschränkung auf die fotografische Essenz der vergangenen Woche. Ein Thema und Highlight das wieder geeignet ist, den ganzen Sonntag (oder Rest der Woche oder noch mehr) zu füllen:

Der World Press Photo Contest kürt jährlich die besten Pressebilder des Jahres.

Am 11. Februar wurden die Sieger für das Jahr 2010  bekannt gegeben. Es handelt sich um Perlen des Fotojournalismus. 

Allerdings eine deutliche Warnung vorab: Manche der Themen und Bilder sind nichts für schwache Nerven. Nichtsdestoweniger geht es um die Realität des Lebens auf diesem Planeten. Und wegsehen ändert nichts. Im Gegenteil. Wir reden hier schliesslich über Fotojournalismus. Meine Empfehlung daher: Tief durchatmen, eine Tasse Kaffee kochen und in aller Ruhe, Sensibilität und Überlegtheit durch die Bilder und Galerien streifen, um sich der Realität zu stellen. Vielleicht kommt ja auch der Wunsch nach etwas Engagement zur Verbessung des Elends auf dem Planeten auf? Falls ja: Bitte nicht unterdrücken, sondern etwas tun. Zurück zum Thema.

Die aus Südafrika stammende Fotografin Jodi Bieber wurde für das beste Pressefotos des vergangenen Jahres ausgezeichnet. 

Es handelt sich um ein Portrait von Bibi Aisha. Bibi Aisha ist eine junge afghanische Frau, die eine für unsere Breitengrade unvorstellbare Geschichte und Torturen hinter sich hat. Das Portrait schockiert und bewegt zugleich und bringt eine erschreckende Geschichte perfekt auf den Punkt. 

Der Contest besteht aus verschiedenen Kategorien und alle in den einzelnen Kategorien prämierten Bildserien sind unbedingt sehenswert. Zu allen Siegergalerien geht es hier lang. 

Übrigens lohnt sich das Durchforschen der Galerien auch rein fotografisch. Wer einen fotojournalistischen Stil entwickeln oder ausbauen möchte, findet hervorragende Beispiele dafür, wie mit Bildern Storys erzählt und Bildaussagen auf den Punkt gebracht werden können. Gerade letzterer Punkt sticht bei vielen der prämierten Aufnahmen absolut ins Auge.

 
Einen nachdenklichen Sonntag allerseits!



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Foto-Futter 6/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Das heutige Foto-Futter gehört in die Kategorie "Delikatesse" und steht unter dem Motto Inspiration gewinnen und Horizont erweitern.

Wir fokussieren uns auf ein sehr umfassendes Thema, mit dem leicht das Wochenende (und noch ein paar Tage mehr) gefüllt werden kann. Ein fotografischer Augenschmaus in Perfektion und auf höchstem Niveau: Heute geht es um die Finalisten der Hasselblad Master Awards 2010.

Seit einigen Jahren gibt es den internationalen Wettbewerb der Hasselblad Master Awards.

Nun sind die Finalisten aus der 2010-er Runde online zu bewundern und zu bewerten. Die 110 Finalisten wurden aus mehr als 2.500 Bewerbern von einer internen Jury aus Hasselblad Mitarbeitern, Hasselblad Partnern und Vertriebspartnern ausgewählt.

Der Wettbewerb besteht aus 11 Kategorien:

Wildlife, Architektur, Editorial, Mode/Beauty, Fine Art, General, Natur/Landschaft, Portrait, Produktfotografie, Hochzeitsfotografie und Up-and-Coming. Die Kategorie „Wildlife" ist 2010 neu hinzugekommen.

In jeder Kategorie werden die Werke von jeweils 10 Fotografen als Finalisten ausgewählt. Das ergibt summa summarum also 110 Finalisten.

Die Qualität der eingereichten Fotos für das Master-Programm ist schlicht beeindruckend. Die Messlatte steigt von Jahr zu Jahr.

„Es ist selbst für die besten Fotografen schwieriger als je zuvor, sich als Finalist zu qualifizieren", berichtet Christian Nørgaard, Photographer Relations Manager bei Hasselblad, „und es ist eine noch größere Herausforderung, aus solch aussergewöhnlichen Arbeiten 110 Finalisten auszuwählen."

Die Galerien der Finalisten sind eine nahezu unerschöpfliche Fundgrube an Inspiration und eine grosse Hilfe, den eigenen fotografischen Horizont zu erweitern.

Zum Betrachten der Bilder, die vom 1. Februar bis zum 31. Oktober 2011 online sein werden, ist keine Registrierung erforderlich. Wer als Betrachter mit abstimmen möchte, kann sich registrieren und dann in den einzelnen Kategorien für seinen Favoriten abstimmen. Das Ergebnis der öffentlichen Abstimmung ist übrigens ein wichtiger Teil des Wettbewerbs und zählt in jeder Kategorie als eine Stimme. Die verbleibenden Stimmen werden von einem Gremium renommierter Branchenprofis aus der ganzen Welt vergeben.

-> Und hier gehts zur fotografischen Delikatesse der Hasselblad Master Award Finalisten 2010.


Wünsche einen wunderschönen Sonntag allerseits und einen guten Start in die neue Woche!


PS: Übrigens - Die Homepage und das Portfolio sind jetzt auch unter der neuen Webadresse www.ArchitectOfVision.com online.



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Foto-Futter 5/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Wieder ist es Sonntag und damit Zeit für das Foto-Futter 5/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie


• Der heutige Augen- und Sinnesschmaus der Woche wurde heute von Frau Lapplandblog entdeckt und wird von ihr schon eine geraume Zeit beobachtet. Es geht um eine ganz besondere Empfehlung: Die Website und das Portfolio von Michael Hagedorn.

Viel wird derzeit über projektorientierte Ansätze in der Fotografie gesprochen und Michael ist ein brilliantes Paradebeispiel dafür. Er hat Thema. Und sehr bewegende noch dazu. Am meisten hat uns sein Portfolio zum Thema “Alter” beeindruckt. 


• Das führende Portal für die deutschsprachigen Fotoblogs, das “Foto-Radar” von Manfred Huszar - alias Zoomyboy - hat diese Woche ein neues Design bekommen und ist in diesem Zuge auch auf einen neuen, schnelleren Server umgezogen.

Wer Foto-Radar noch nicht kennen sollte, dem sei die Seite sehr ans Herz gelegt!


• Rosh Sillars hat auf seinem Blog NewMediaPhotographer einen sehenswerten Video verlinkt, in dem der legendäre Steve McCurry über seine eigene Photographie reflektiert.


• Die Ära der Point-and-Shoots Kameras scheint sich - dank der omnipräsenten Mobiltelefone mit mittlerweile beachtlichen eingebauten Kameras - immer mehr dem Ende zu zu neigen. Casio hat mit dem neuen Tryx nun einen charmanten Ansatz gefunden: Ein Mobiltelefon ohne Telefonfunktion :) Mehr dazu in diesem interessanten Artikel auf Cnet. Der Megatrend der mobilen Fotografie ist zur Lawine geworden.
 

• Zum Abschluss noch etwas Popcorn bitte - Popcorn II: Heiko Keim hat unser jüngstes Pocornthema fortgeführt und auch etwas zu Fotocommunities gebloggt. Seine harte Überschrift: Fotocommunities sind unnützes Zeug und Zeitfresser.


Allen Leserinnen und Lesern einen wunderschönen Sonntag. Greift zur Kamera!

Winterliche Weite
„Winterliche Weite“



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Foto-Futter 4/2011 - Input und Know-How rund um die Fotografie

-->> Aus persönlichen Gründen heute knapp und bündig.


• Futter für Augen und Sinne

- Interessant, besinnlich und erfrischend: Vicente Diaz Penas

- Innovativ: Hiroshi Seo


• Der meiner Meinung nach beste RAW-Konverter der Welt, Bibble, liegt seit dieser Woche in der Version 5.2 vor.


• Parallel und passend dazu ist der “Bibble Survival Guide” von Andreas Siegert und Marco Frissen erschienen. Auf 220 Seiten findet sich Input für Einsteiger und Fortgeschrittene. Das Inhaltsverzeichnis ist sehr vielversprechend und das Rezensionsexemplar wird alsbald gelesen. Ausführliches Review folgt dann.


• A propos Buch: Diese Woche ist auch das neueste EBook von Craft & Vision unter dem Titel „Winter in the Canadian Rockies“ von Darwin Wiggett erschienen. Fundgrube für alle Fotografen, die sich vom Winter angezogen fühlen. Kurzrezension hier.


• Wie ein Foto-Workshop äusserst unerwartet verlaufen kann, schildert Thom Hogan. Im Artikel nebenbei auch einige hochinteressante Aussagen abseits der Fotografie.


• Und schliesslich gehts um Schrauben. Einmal um die neuen von Apple verwendeten Schrauben contra klassische Schlitzschraube bei Leica :)


Das wars für heute.

Nutzt Eure Lebenszeit gut und weise!

„Winter in the Canadian Rockies“ von Darwin Wiggett - Kurzrezension

In der The Print & The Process Serie con Craft & Vision ist wieder ein neues Ebook erschienen:

„Winter in the Canadian Rockies“ von Darwin Wiggett .

„Winter in the Canadian Rockies“ von Darwin Wiggett - Kurzrezension

David DuChemin, der Herausgeber von Craft & Vision war wieder so freundlich, uns vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen.

Darwin Wiggett ist ein weltweit bekannter und anerkannter Natur- und Landschaftsfotograf aus Canada. Seine grosse fotografische Liebe gilt den kanadischen Rockies. Und das ganz besonders in der Wintersaison. Und in diese Landschaft und Jahreszeit nimmt Darwin den Leser mit auf die fotografische Workshopreise. Ein fotografischer Winterzauber.

Das neue Buch setzt die The Print & The Process Serie fort. Die Serie folgt einem brillianten Konzept: Ausgehend von 50 Aufnahmen wird der fotografische Entstehungsprozess von der Aufnahme bis zum Print dargestellt. Ein Workshop in Buchform, der auf 69 Seiten durch den fotografischen Workflow führt. Der Preis des Buches beträgt USD 5.

- Im ersten Teil des Buches - “The Premise” - finden sich - nach einer kurzen Einleitung - 50 ausgesucht inspirierende Aufnahmen von grösstenteils überwältigender Schönheit. Zu diesen Aufnahmen folgen im dritten Abschnitt dann die Details der Entstehung und Bearbeitung. Vielen Aufnahmen ist anzusehen, dass sie mit grossem Einsatz und unter grossen Mühen entstanden sein müssen.

- Im zweiten Teil - “The Process” - geht Darwin auf grundlegende und wichtige Fragen der Outdoorfotografie im Winter ein. Die Stichworte lauten: Innere Einstellung; Vorbereitung (Winterkleidung, Nichtfotografisches Equipment, Fotografisches Equpiment, Kältespezifische Fotoprobleme); Die Stimmung des Lichtes im Winter; Abstraktion und Winter; Spezielle Techniken.

Das Wetter in den hiesigen Breitengraden in Lappland ist mit dem Wetter in den kanadischen Rockies sehr gut vergleichbar und aus der Lappland-Perspektive kann ich Darwins Ausführungen nur voll und ganz zustimmen. In Sachen Vorbereitung und Equipment (fotografisch wie nicht-fotografisch) zeigt Darwin, dass er auf profunde Erfahrung zurückgreifen kann und dass er sich bei seinen Extremtouren stets auf der sicheren Seite bewegt. Das finde ich sehr gut. Und nur selten habe ich so gute Zeilen gerade auch zu den Auswirkungen der Winterlandschaft auf die Bildgestaltung gelesen. Wer sich ernsthaft für das Fotografieren im Winter interessiert, wird aus Darwins Texten einen grossen Nutzen ziehen können.

- Im dritten Teil folgen dann Anmerkungen zu jedem der im ersten Teil gezeigten 50 Aufnahmen. Darwin nennt Details zur Entstehung, Komposition, Bildgestaltung und technische Details. Ein Konzept, das mich in dieser Form immer wieder begeistert, weil es einem Workshop nahe kommt.

Fazit: Alle Fotografinnen und Fotografen, die sich ernsthaft für die Fotografie im Winter - mit allen ihren Besonderheiten und Beschwernissen - interessieren, werden aus dem Buch grossen Nutzen ziehen können. Das Buch bekommt von mir auch wieder eine klare Empfehlung. Und wer das im Buch Erlernte dann auch in der Praxis umsetzen und vertiefen möchte, darf sich gerne bei uns für einen Winter-Workshop melden.


Das eBook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als App für das iPad. Ich präferiere und empfehle die ausdruckbare PDF-Version.

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 22. Januar 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: ROCKIES4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes ROCKIES20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

„Winter in the Canadian Rockies“ von Darwin Wiggett - Kurzrezension

Foto-Futter 3/2011 - Input und Know-How rund um die Fotografie

• Auch heute zum Einstieg wieder eine Fotoblogempfehlung

Heute das sehr inspirierende Fotoblog von Fabrizio Perelli aus dem schönen Italien. Fabrizio lebt übrigens in Rom.


• In eigener Sache

Wir haben die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um aus den privaten Archiven nicht mehr genutzte und benötigte Sachen auszusortieren.

Hier die Liste mit dem Fotozubehör und hier die Liste mit dem Computerzubehör. Bei Interesse bitte einfach eine Mail senden.


• In der zurückliegenden Woche hatte ich viele erbauliche Gespräche mit Fotografinnen und Fotografen, die einfach “besser” werden wollen. Viele haben nach Bildkritik und dem Nutzen von Fotocommunities gefragt. Und diesem Thema möchte ich den ersten grossen Block heute widmen:


-> Zum Einstieg empfehle ich einen Klassiker zur Lektüre: Die Seite der Buxtehuder Fotofreunde. Eine echte Schatzgrube.

Zum Thema Bildkritik findet sich dort folgender wunderbarer Artikel.

Und ganz besonders möchte ich dem geneigten Leser auch die Reihe “Mein Nachbar Kurt” ans Herz legen.


-> Und jetzt bitte die ganz grossen Popcorntüten auspacken. Es wird sehr unterhaltsam, denn nun geht es um Fotocommunities.

Ein Artikel auf dem Illuminateblog von Boris hat diese Woche Wellen geschlagen. Unbedingt auch die Kommentare lesen - und nicht vergessen, dabei das Popcorn zu knabbern :).


-> Dazu passt auch sehr schön ein Artikel bei Bogenheimer’s Photography Blog, der sich mit derselben Thematik befasst.

Zitat einer der Kernaussagen: “Zu was taugt nun eine Fotocommunity? ... Schwieriger wird es, wenn man seinen eigenen Stil entwicklen möchte oder kreative Experimente wagt. Die Community bestimmt den Stil indem sie lobt oder schweigt. Der Community-Stil entspricht dem Mainstream und das Postkartenmotiv ist oft das höchste Ziel. Wer sich zu sehr in einer Community bewegt, merkt früher oder später, dass er für die Community fotografiert und das bedeutet oft ein Ende der Kreativität.

Auf den Punkt getroffen und das kann doch nicht das Ziel sein, oder?

(Die Popcorntüten dürfen jetzt wieder beiseite gelegt werden).


• Ein schöner Artikel zum Thema “10.000-Stunden-Regel” ist bei Eric Kim nachzulesen. Fazit: Leute greift zur Kamera!


• Ausnahmsweise mal ein rein technischer Link: Mit Pirawnha ist jetzt die erste RAW-Develoment Software für das iPad erschienen. Ich habe sie noch nicht getestet, bin aber einigermassen erstaunt und erwartungsvoll. Wir werden sehen.


Zum Abschluss noch 3 Artikel mit sehenswerten Videos:


Chase Jarvis geht in die Luft. Und zwar mit dem Helicopter zu Landschaftsaufnahmen über Neuseeland im Rahmen eines privaten Projektes. Lehrreich anzusehen und einfach sehr schöne Fotos.


• Und nochmals Chase: Diesmal mit einem Beitrag über “The Sartorialist” (Scott Schumann), dessen Blog sich seinerseits hier findet. Beeindruckend. Er tut es einfach und mit seinem eigenen Stil und auf seine eigene Art und Weise: Fotografieren. Unbedingt ansehen! Gutes fotografisches Vorbild!


• Und schliesslich noch ein interessanter (pratkischer und nicht wissenschaftlicher) Vergleichstest von Eric Kim: Autofocus contra manueller Fokus (in Form einer Leica M9 Rangefinder) in der Street-Photography.


So. Und jetzt allen Leserinnen und Lesern ein wunderschönes Wochenende!

Foto-Futter 2/2011 - Input und Know-How rund um die Fotografie

Wieder ganz erstaunlich, was sich im Laufe der Woche so alles angesammelt hat.

Beginnen möchte ich mit zwei besonders schönen Fotoblogs, die mir persönlich gut gafellen und die ich allen Leserinnen und Lesern empfehlen möchte:


Melanie Webers Fotoblog. Eine echte Augenweide. Melanie bloggt übrigens aus einem der “Gebirge im Süden”.


Auch Dave Tickells Fotoblog ist eine visuelle Empfehlung, die gerne zum Verweilen einlädt.


Und jetzt zum Know-How-Input:


Von Ansel Adams stammt der bemerkenswerte Satz “Twelve significant photographs in any one year is a good crop”.

Nick Turpin greift diesen Gedanken auf und gibt sehr guten Input, warum das Aussortieren von Aufnahmen so wichtig ist. Er schreibt mit primärem Fokus auf Street Photography, seine Gedanken sind aber universeller Natur. 

Seine bedenkenswerte Essenz lautet: “Instead of editing a days shooting and posting your best image of the day.....edit your years shooting and post your best ten images of the year....now that will be a set worth looking at.” 


Da wir gerade Ansel Adams genannt haben. Ganz in Ansels Tradition steht George DeWolfe. Sein Portfolio ist wirklich sehr exquisit. Und einige sehr gute Bücher hat er auch verfasst. Insbesondere sein 2009 erschienenes “B&W Printing” ist beinahe Pflichtlektüre für alle Fotografen aus der Schwarzweiss-Fraktion. Die ersten beiden Kapitel des Buches lassen sich übrigens von Georges Homepage kostenlos als PDF laden.


Silberstudios von Marc Silber hat gerade ein schönes neues Lehrvideo mit dem Travel-Photographer Jeff Johnson veröffentlicht. Ansehen lohnt sich.


Was tun, wenn Du irgendwo ein “geklautes” Foto von Dir entdeckst?

Rob Haggart hat in seinem Artikel “A Unique Way To Fight Photo Theft By Corporations” eine einfache, effektive und sehr charmante Reaktion beim schwerwiegenden Fotoklau vorgestellt. 


Auf photofocus gibt es einen lehrreichen Artikel von Scott Bourne unter dem Titel “Five Ways To Know Your Photos Aren’t Cutting It”. Lesens- und bedenkenswert.


• Und bei BlogTimes gibt es einen gut zu lesenden Artikel zur Landschaftsfotografie in schwarzweiss mit interessanten Gedanken.


Sodele. Ich hoffe mal, dass das ausreichend Lesestoff fürs Wochenende ist und wünsche allerseits einen guten Start in die neue Woche!

The entrance to the old cave
Aus der Ruinenserie: „The entrance to the old cave“

Rollin rollin rollin - Zugleich: Über Visualisierung und Musik

Für mich immer wieder eine interessante Erfahrung beim Fotografieren.

Worum geht es? Gute 10 Jahre war ich aktiver Musiker. Und manchmal „schlägt“ das auch beim Fotografieren zu.

Wie? Nun, bei manchen Motiven drängen sich mir Melodien oder Songs auf. So auch bei diesem Motiv.

Im Vorbeifahren hat mich die Szene geradezu magisch angezogen und sich innerlich mit einem Song verknüpft. Die mittelalten Leser kennen den vielleicht noch (und den Film dazu natürlich auch) : Rollin rollin rollin :)

Geht Euch das auch manchmal so?

Rollin rollin rollin
„Rollin rollin rollin“


Foto-Networking 2011

Foto-Networking 2011

Facebook und Twitter und Facebook haben sich in den letzten Monaten als Plattformen bewährt, um in Verbindung zu bleiben, Fragen zu beantworten und Kontakte zu knüpfen.

Der besondere Vorteil ist die Aktualität: Über Facebook und Twitter lässt sich viel schneller und unkomplizierter kommunizieren.  Und über Facebook und Twitter teile und retweete ich auch oft aktuelle und interessante Informationen, die es im Blog nicht gibt.

Dabei sein und in Verbindung bleiben lohnt sich also. Mit einem Klick auf das Facebook-Icon und das Twitter-Icon könnt Ihr Euch ganz einfach mit mir auf diesen Plattformen verbändeln.




Foto-Futter 1/2011 - Input und Know-How rund um die Fotografie

Und in das neue Jahr steigen wir gleich mit einer Menge Input und Know-How für alle Fotografen und Fotografie-Fans ein. Für alle Stammleser, die sich über den Titel wundern: Die bisherigen Sonntagslinks hören ab den neuen Jahr auf den Namen “Foto-Futter”.

 
• An erster Stelle ein Praxistipp: Der Kamera- und Equipment-TÜV zum Jahresbeginn

Nicht nur Autos sollten regelmässig zur Kontrolle. Das gilt auch für die Fotoausrüstung. Ich empfehle das für den Jahresanfang. Das ist ein guter und fester Zeitpunkt. Was sollte kontrolliert werden?

- Trageriemen und Handschlaufen: Ist irgend etwas ausgefranst oder durchgescheuert? Sitzen alle Klemm- und Klettverschlüsse noch fest? Nichts ist ärgerlicher, als eine zu Boden gehende Kamera mit Linse.
 
- Akkus: Haben alle Akkus noch eine gute Kapazität? Falls nein: Rechtzeitig austauschen. Wer über ebay, o.ä. einkauft bekommt bei vielen Verkäufern Mangenrabatt oder Kombipreise.
 
- Speicherkarten: Ich rate ja grundsätzlich, eine Speicherkarte nach jedem Überspielen der Fotos auf den Computer neu zu formtieren. Wer das nicht tut, sollte es jetzt tun. Natürlich bitte vorher die noch nicht gesicherten Aufnahmen auf den Rechner überspielen.

- Objektive / Linsen: Alle kritisch prüfen und durchchecken. Gegebenenfalls reinigen (Tipp dazu z.B. hier). 

- Kamerataschen: Zubehör in allen Kamerataschen kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen. Oft verschwinden im Laufe des Jahres die seltener genutzten Dinge, wie z. B. Graukarten.


• Finger weg von Stockfotos! 

Zack Arias hat in seinem Blog einen sehr lesenswerten und nachdenklich machenden Beitrag veröffentlicht. Er beschreibt treffend und sehr nüchtern die Marktmechanismen rund um die Stockfotografie. Und ich finde, seine Argumentationen treffen genau ins Schwarze. Stock ist nämlich i. d. R. für Fotografen und Kunden schlecht.

Denn: Stock ist im Regelfalle nicht billiger und darüber hinaus oft schädlich für den Anwender. Oder wollten Sie Ihre Werbung mit Fotos schmücken, die etliche andere auch lizenziert haben und die damit ein sehr fragliches Licht auf Sie werfen könnten? Das deckt sich übrigens auch exakt mit den Erkenntnissen aus der Nielsen-Studie “Photos as Web Content”, über die ich neulich hier berichtet hatte.

Jakob Nielsen war in seiner Studie zu dem folgenden Schluss gelangt: “Webseiten-Besucher achten sehr auf Fotos und andere Bilder, die relevante Information enthalten. Sie ignorieren aber nichtssagende Bilder, die eine Seite nur als Füller “aufpeppen” sollen.”  Im Klartext: Finger weg von Stock-Fotos, denn diese sind meistens nur reine “Füller”. Solche Füller sollten unbedingt weg gelassen werden. Stattdessen lieber in reale Fotos investieren. Es zahlt sich aus. 


• Zehn Dinge, die vermutlich bald aussterben werden!

Unter diesem charmenten Titel hat die Welt-Online einen äusserst lesenswerten Artikel veröffentlicht, der in einigen Punkten die Fotografie streift. Es geht nämlich u.a. um Postkarten und Papierbilder.

Einer der Schlüsselsätze lautet z.B.: “Etwa seit Mitte der Nullerjahre sind viele Reisen und private Ereignisse nur noch auf Chipkarten und in Computern gespeichert. Wehe den Babys, die 2010 geboren wurden – ist ihre Kindheit nach einem PC-Absturz komplett ausgelöscht?”

Fotografinnen und Fotografen: Zieht die Schlüsse aus diesen Überlegungen und handelt dementsprechend!


• 6 Predictions for Social Networks in 2011

Auf Mashable gibt es einen interessanten Beitrag mit “6 Predictions for Social Networks in 2011”. Aus fotografischer Sicht ist besonders die Nummer 6 “The Social Networking Trend of 2011: Mobile Photos” interessant. Bitte lesen, denn hier ändern sich die Rahmenbedingungen gerade im Rekordtempo tiefgreifend!


• Schatzgrube für Street-Photography

Schliesslich noch ein Schmankerl für alle Liebhaber der Street-Photography: Die Website von Eric Kim. Eine Fundgrube. Das Verweilen auf der Seite lohnt sich. Schätze sind zu bergen!


Wünsche allerseits einen guten Start in die neue, erste Woche des Jahres 2011!




„Winter shapes“




Sonntagslinks 2010-12-19 und: Einblick

Vier Kerzen brennen auf dem Tisch und der Jahresendspurt ist in vollem Gange. Um wenigstens etwas Ruhe in den Sonntag zu bringen, hier wieder eine Ausgabe der Sonntagslinks mit einer bunten fotografischen Mischung.

- Weihnachtsgeschenke

Leidiges Thema. Und den Konsumrausch hatte ich ja vor einigen Wochen hier schon angeprangert. Die sehr gemischten Reaktionen waren interessant. Ich muss das wegen eines sehr guten Beitrages von Thom Hogan nochmals aufgreifen. 

Viele Leser hier werden selbst auf der Suche nach einem fotografischen Weihnachtsgeschenk sein. Und was gibt es nicht an Versprechungen in der Werbung. Und all die schönen neuen techischen Gimmicks. Also mindestens eine neue Kamera muss es zu Weihnachten schon sein, oder? Ist das wirklich so?

Am 14.12. schrieb Thom einen brillianten und unbedingt lesenswerten Artikel unter der Überschrift “Resisting the Urge” (leider lassen sich bei Thom die einzelnen Einträge nicht direkt verlinken).

Ein paar Kernsätze im Auszug:

“New is not necessarily better.” “I spend a lot of time and energy telling people not  to buy something. Bottom line here: new does nothing for you unless you know what you're currently lacking and the new thing fixes that.”

Unbedingt den ganzen Artikel lesen!


- Etwas Know-How gefällig?

Was tun bei Schneefall am Sonntag? Marc Silber hat auf siberstudios.tv in den vergangenen Wochen etliche neue Lehrvideos veröffentlicht, die eine ungeahnte fotografische Breite abdecken.

Im gut gewählten 10-Minuten Format interviewt und befragt er fotografische Grössen, die so manchen hervorragenden Tipp aus dem Nähkästchen ausplaudern. Erstaunlicherweise gibt es dabei auch einige Ratschläge, die sich quer durch alle Genres ziehen. Meine persönlichen Favoriten unter den neuen Folgen sind übrigens Huntington Witherill  und Andy Katz.


- Noch etwas mehr Know-How gefällig? Zugleich: Ideales Weihnachtsgeschenk für Fotografen!

Am Donnerstag habe ich hier das neue Ebook aus der Serie Craft & Vision mit dem Titel  “Light & Land” von Michael Frye vorgestellt. Geballtes und anschauliches Know-How in Sachen Landschaftsfotografie. Mit 5 sehr ausführlichen Fallbeispielen in Form von Schilderungen des Nachbearbeitungsprozesses von 5 Aufnahmen. Und äusserst güntig ist das Ebook noch dazu. Meiner Meinung nach ein wertvolles und zugleich günstiges Weihnachtsgeschenk für alle Fotobegeisterten. Und eines, das den Beschenkten auch tatsächlich fotografisch weiter bringt. 

Und hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.


- Grenze und Reichweite der Panoramafreiheit jetzt vom BGH geklärt

Eine Gerichtsentscheidung des obersten deutschen Zivilgerichtes, die für alle Berufsfotografen in Deutschland von grosser Wichtigkeit ist:

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat endlich Reichweite und Grenzen der Panoramafreiheit geklärt. Es ging dabei um die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Diese hatte für gewerbliche Fotoaufnahmen auf ihrem Gelände ein Entgelt verlangt. Zur Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes bitte hier lang.

Die Kernaussage des BGH lautet: “Der Eigentümer kann die Herstellung und Verwertung von Fotos nicht untersagen, wenn sie von außerhalb seines Grundstücks aufgenommen worden sind. Er kann sie hingegen untersagen, wenn sie von seinem Grundstück aus aufgenommen worden sind. Das ist eine Folge des Eigentumsrechts. Der Eigentümer kann bestimmen, ob und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen jemand sein Grundstück betritt. Ihm steht das ausschließliche Recht zur Anfertigung und Verwertung von Fotografien zu, die von seinem Grundstück aus aufgenommen worden sind. “

Immerhin hat der BGH in diesem Zusammenhang auch eine positive Feststellung für Fotoagenturen getroffen und eine Vorab-Prüfungspflicht für den Regelfall verworfen: “Der Betreiber eines virtuellen Marktplatzes muss die dort angebotenen Fotos nur überprüfen, wenn er eine Verletzung von Immaterialgüterrechten und Eigentumsrechten oder andere Rechtsverletzungen erkennen kann. Daran fehlt es hier, weil den Bildern von Gebäuden und Gartenanlagen der Klägerin nicht anzusehen ist, ob sie ohne Genehmigung aufgenommen wurden oder nicht. “


Allen Leserinnen und Lesern einen besinnlichen 4. Advent
und einen guten Start in die Vorweihnachtswoche!


Einblick
„Einblick“ - You can license this picture


Behind the scenes: Wie kam es zu diesem “Einblick”. Windchill-Faktor. Minus 20 Grad und pfeifender Wind. Ich verliebe mich. In ein Motiv. Eine dieser wundervollen halb-verfallenen Hütten draussen im Wald. Vom Waldweg gut 400 Meter entfernt. Durch den Tiefschnee. Soll ich jetzt wirklich die Fäustlinge und dann auch noch die Fleece-Handschuhe darunter ausziehen, um die Kompaktkamera herausfriemeln und bedienen zu können? 3-5 Minuten würde es dauern, die Szene auf den Sensor zu bannen. Könnte eine kleine Erfrierung bedeuten. Ich habe es getan.


Neues Ebook: Light & Land von Michael Frye

Neues Ebook: Light & Land von Michael Frye

Light & Land von Michael Frye


Es ist immer eine grosse Freunde, wenn in der Serie Craft & Vision ein neues Ebook erscheint. Denn an der eigenen fotografischen Vision und den Fähigkeiten zur Umsetzung derselben zu arbeiten ist für mich das Wichtigste. Es geht - und das sei auch in der Vorweihnachtszeit deutlich gesagt - nicht um kostspieliges neues technisches “Spielzeug”. Fünf Dollar (was nach heutigem Tageskurs 3,77 Euro entspricht) in ein Ebook zu inbestieren das Dir hilft, Deine fotografischen Fähigkeiten zu erweitern ist allemal besser und wertvoller, als 1.000 Euro in eine neue Linse zu stecken deren Fähigkeiten Du nicht ausnutzen kannst (weil Dir die Basics fehlen).

Ein grosses Danke geht wieder an David DuChemin und sein Craft & Vision Verlagshaus für das uns zur Verfügung gestellte Vorab-Rezensionsexemplar.

Das voraus geschickt ist es mir eine grosse Freude “Light & Land” von Michael Frye heute vorstellen zu dürfen. Michael ist ein begnadeter Landschaftsfotograf, der in der Schule von Ansel Adams steht und diese konsequent weiter entwickelt hat.

In “Light & Land” nimmer er den Leser auf 36 Doppelseiten (= 72 Seiten) an der Hand und führt uns durch seine Überlegungen zum Erschaffen richtig guter Landschaftsaufnahmen.

Von den Grundüberlegungen kommend geht er sehr detailliert auf seinen Workflow ein und gibt Einblick in die wichtigen Schritte der Nachbearbeitung von Landschaftsaufnahmen. Anhand von fünf Aufnahmen zeigt er ausführlich und detailliert („step-by-step“) seinen Workflow und alle Details der Nachbearbeitung auf. 

Die Darstellungen und Erklärungen erfolgen anhand von Lightroom. Die dargestellten und verwendeten Werkzeuge finden sich aber in allen einschlägigen Bildbearbeitungsprogrammen (z. B. Photoshop, Bibble, usw.).

Allen Fotografen, die an ernsthafter Landschaftsfotografie interessiert sind, kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hilft Dir dieses Buch um einiges mehr weiter, als eine neue Linse oder ein neues Kameragehäuse! 

Prädikat: Sehr empfehlenswert!


ZEITLICH BEGRENZTE SONDERAKTION ZUM NEUEN EBOOK

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es auch wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 19. November, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: LAND4

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-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Light & Land von Michael Frye

Im Test: Contrast Master von The Plugin Site

Im Test: Contrast Master von The Plugin Site


Der Hersteller: The Plugin Site

Die kleine deutsche Softwareschmiede The Plugin Site ist eine Oase für ausgesuchte und exquisite Photoshop-Plugins (genau genommen nicht nur für Photoshop - aber dazu später mehr). In der Serie “PhotoWiz” hat der Anbieter einige ausgesuchte Spezialplugins aus eigener Entwicklung im Angebot, die es in sich haben. Vor einiger Zeit hatten wir bereits den B/W-Styler aus dieser Serie mit grosser Begeisterung getestet.


Contrast Master im Überblick

Diesmal nehmen wir “Contrast Master” genauer unter die Lupe. Bereits der Name lässt vermuten, dass es hier um den Kontrast geht. Das stimmt. Contrast Master kann aber noch viel mehr.

Das Plugin ist sehr mächtig und umfangreich. Sich in die Bedienung der verschiedenen Modi (je nach Zählung mindestens 4) einzuarbeiten, erfordert einige Zeit. Der erste und wichtigste Tipp für alle Anwender ist daher: Geduld und Experimentierfreude sind gefragt. Und vorab das sehr gute und ausführliche Handbuch zumindest einmal gründlich zu überfliegen, ist ratsam.

Eine Demoversion von Contrast Master kann übrigens bei The Plugin Site hier angefordert werden.

Um diesen Blogeintrag nicht mit Bildern zu überfachten, gibt es - wie gewohnt - eine separate Bildergalerie zum Testbericht.


Installation und Kompatibilität

Die Installation ist völllig problemlos. Contrast Master kommt - jeweils für Mac OS X und Windows - in unterschiedlichen Versionen daher: Es gibt eine Standalone-Version, und auch Plugins für Lightroom und Photoshop. Die Lightroom-Version läuft ab Lightroom Version 1.

Die Photoshop-Version versteht sich mit einer Vielzahl von Host-Applikationen (und ich war selbst sehr verwundert über die lange Liste, in der sich Programme finden, die mir bislang noch nicht über den Weg gelaufen sind):

Mac OS X:

Adobe Photoshop (Version 7 or higher)
Adobe ImageReady (Version 7 or higher)
Adobe Photoshop Elements (Version 2 or higher)
Adobe Illustrator (Version 10 or higher)
ACDSystems Canvas (Version X or higher)
Computerinsel Photoline 32 (Version 11.52 or higher)
Corel Painter (Version 9 or higher)
LemkeSoft GraphicConverter (Version 5.7 or higher)
Macromedia Fireworks (Version 7 (MX 2004) or higher)

Windows 64-bit:

Adobe Photoshop 64-bit (Version CS4 or higher)
Computerinsel Photoline 64 (Version 16 or higher)

Windows 32-bit:

Adobe Photoshop (Version 3 or higher)
Adobe Photoshop Elements
Adobe PhotoDeluxe
Adobe After Effects (Version 4.1, 5.0 and 5.5, but not animatable)
Adobe Illustrator (Version 7 or higher)
Adobe ImageReady (Version 2 or higher)
ACD Photo Canvas (Version 2 or higher) (Delivered with some editions of ACDSee)
ACD Photo Editor (Version 3 or higher) (Delivered with some editions of ACDSee)
ACD Canvas X
albelli photo book creator (Freeware from http://www.albelli.co.uk/)
Arcadia PhotoPerfect (Version 2.9 or higher)
Aurora Borealis Mandala Painter (Version 3 or higher)
CADlink SignLab (Version 5 or higher)
CDH Image Explorer Pro (Version 4 or higher)
Computerinsel Photoline 32 (Version 5 or higher)
Corel Draw (Version 9 or higher)
Corel Paint Shop Pro (Version 10 or higher)
Corel PhotoPaint (Version 9 or higher)
Corel Bryce (Version 4 or higher)
Corel/Metacreations Painter (Version 6 or higher)
Deneba Canvas (Version 6 or higher)
Discreet Combustion (Version 2 or higher, but not animatable and preview is blueish)
Equilibrium DeBabelizer Pro (Version 4.5 or higher)
GIMP (Version 1.2.4 or higher with the PSPI plugin) (Preview doesn't work correctly and may crash if you scroll it too often)
Helicon Filter (Version 4.2 or higher)
Image Analyzer (with the 8bf Interface plugin) (Freeware from http://meesoft.logicnet.dk/)
imageN (Freeware from www.pixoid.com)
IrfanView (Version 3.85 or higher, Freeware from www.irfanview.com)
Jasc Paint Shop Pro (Version 4.12 or higher)
KnowledgeAdventure HyperStudio (Version 4.2 or higher)
Macromedia Freehand (Version 7 or higher)
Macromedia Fireworks (Version 2 or higher, but transparency isn't correctly displayed in the preview)
Magix Xtreme Photo Designer (Version 6 or higher, but applying the plugin to a selection or object causes problems and sometimes random crashes occur, Freeware from http://www.magix.com/us/free-downloads/free-software/xtreme-photo-designer/)
Mediachance PhotoBrush
Megalux Ultimate Paint (Version 2 or higher)
Megalux Ultimate FX (Freeware that is not developed anymore)
Microfrontier Digital Darkroom (Version 1.2 or higher)
Micrografx Picture Publisher (Version 8 or higher, but the preview zoom won't work)
Microsoft Image Composer (Version 1.5 or higher, but dragging the preview isn't possible)
Microsoft PhotoDraw 2000
Microsoft Picture It! Digital Image Pro (Version 7 or higher, but a 100% zoom may not work correctly and Cancel sometimes produces a crash)
Newave Chaos Fx: Twilight'76 (Version 1.2 or higher)
New World Focus PhotoEditor (Version 4 or higher)
19th Parallel Sagelight (Version 3 or higher)
Photobie Design Studio (Version 1.8 or higher) (Freeware from www.photobie.com)
Picmaster (Version 1.25 or higher)
Plugin Commander Pro (Version 1.5 or higher)
PluginMaster
PhotoFiltre Studio (Version 7 or higher)
RealWorld Paint.com (Version 2008.1 or higher) (Freeware from www.rw-designer.com)
QFX / QFX LE (Version 7 or higher)
Right Hemisphere Deep Paint
Satori PhotoXL (Version 2.29 or higher)
Serif PhotoPlus (Version 6 or higher) (Freeware from www.zdnet.com)
SigmaPi Pixopedia 24 (Version 1.0.5 or higher)
SigmaPi NiGulp (Version 1.5 or higher) (Freeware from http://www.sigmapi-design.com/freeware.htm)
Stoik PictureMan Pro (Version 5 or higher)
ThinkTank Ameri-Imager (Version 2 or higher)
Ulead Gif Animator (Version 4 or higher)
Ulead PhotoImpact (Version 4 or higher)
VCW Vicman's Photo Editor (Version 6.9 or higher, but preview dragging causes crash) (Freeware from www.photo-editor.net)
WebSuperGoo Achroma
Xara X
XnView (Version 1.70 or higher) (Freeware from www.xnview.com)
Zoner Photo Studio (Version 9 or higher)


Verwendete Testsysteme

G4 Mac und G5 Mac, Mac OS X 10.5.8, Photoshop Elements 8, Photoshop CS 3


Details

Contrast Master wird - wie die meisten andern Photoshop-PlugIns auch - über das “Filter” Menü aufgerufen. Dort findet sich nach der Installation ein Unterpunkt “Photo Wiz” unter dem sich Contrast Master aufrufen lässt. Contrast Master arbeitet übrigens ausschliesslich mit Bildern im RGB Farbmodus.

Das Plugin lässt sich in den Preferences auf Deutsch oder Englisch einstellen. Wird dort der Reiter “Hilfe” ausgewählt, werden zu fast allen Einstellungsmöglichkeiten sehr gute und verständliche (“kontextsensitive”) Hilfetexte angezeigt.

Contrast Master kann - aufgrund der vielen vorhandenen Optionen - für eine Fülle von Bildbearbeitungen eingesetzt werden, z. B.

- Alle Arten von Kontrastveränderungen
- Lichter-/Schattenveränderungen
- Schärfen
- HDR-ähnliche Effekte
- Schwarz/weiss-Umwandlung (Desaturation)
- Surreale Manipulationen


Kontrast-Tools

Für die klassischen Kontrastveränderungen bietet Contrast Master 3 verschiedene Filter an (Dynamisch, Adaptiv und Lokal). Jeder Filter bietet eine Fülle unterschiedlicher Parameter. Die Filter lassen sich auch untereinander beliebig kombinieren. Das führt zu beinahe unbegrenzten Möglichkeiten, aber eben auch zu einer ganz erheblichen Einarbeitungszeit.

Der adaptive Filter ist übrigens ein Novum auf dem Markt. Der dahinter liegende Algorithmus ist eine komplexe Neuentwicklung. Der adaptive Filter benötigt mehr Zeit bei der Anwendung auf grössere Bilder, führt aber zu sehr reizvollen Ergebnissen.

Der dynamische Filter kann sehr gut eingesetzt werden, um HDR-ähnliche Effekte zu erzielen. Klassiker dafür sind Szenen mit bewölktem Himmel. Ein einfaches Beispiel ist z. B. hier zu finden.


Wie vorgehen?

Für den Einstieg bietet sich der Anfängermodus an. Hier wird zu den verschiedenen Filterarten jeweils nur die Intensität angegeben. Im Anfängermodus können keine weiteren Parameter eingestellt werden. Das hilft, für die unterschiedlichen Filter Verständnis zu entwickeln.

Ist die grundsätzliche Wirkungsweise der einzelnen Filter einmal verstanden, kann dann für die Detailarbeit in die Spezialmodi gewechselt werden. Für jeden Filter gibt es zusätzlich einen eigenen Spezialmodus mit einer Unzahl an Parametern. Schliesslich gibt es darüber hinaus noch einen Expertenmodus, in dem die Einstellungen aus den Spezial-Einzelmodi “gemischt” werden können.

Wir haben Contrast Master über einen Zeitraum von ungefähr 4 Monaten im Einsatz getestet und sind selbst immer wieder überrascht worden, welche Effekte sich “zaubern” lassen. Sind einmal gefällige Einstellungen gefunden, können diese als Preset abgespeichert werden. Es sei aber nochmals betont, dass Contrast Master eine lange Einarbeitungszeit benötigt (was sich dann aber vielfach rechnet).


Die Vorschau

Die Vorschau ist durchdacht und smart. Auf der linken Seite des PlugIn-Fensters findet sich die Vorschau. Dort lässt sich entweder das gesamte bearbeitete Bild oder nur eine Ausschnittsvergrösserung anzeigen. Gelungen ist das “Split View” (mit verschiedenen Optionen), das die Vorschau so aufteilt, dass Original und bearbeitete Version gleichzeitig zu sehen sind.

Um den Überblick bei den vielen Optionen und Möglichkeiten nicht zu verlieren, bietet Contrast Master gleichzeitig 3 unabhängige Vorschauen, zwischen denen gewechselt werden kann. Damit lassen sich verschiedene Einstellungen gleichzeitig und parallel optimieren und miteinander vergleichen.


Fazit

Mit dem Contrast Master ist dem Team der Plug In Site ein wirklich grosser Wurf gelungen.

Nach der Einarbeitungsphase lassen sich mit dem Plugin eine Vielzahl an Effekten erzielen, die weit über den eigentlichen Kernbereich des Plugins hinausgehen. Und im reinen Kontrastbereich bietet Contrast Master selbstverständlich alles, was das Herz begehrt.

Überzeugt hat uns auch der Support des Herstellers. Alle Anfragen wurden - sogar am Wochenende - binnen weniger Stunden kompetent und erschöpfend beantwortet. Ein wertvolles zusätzliches Plus.

Mit einem Preis von USD 69,95 ist das PlugIn - im Vergleich zu anderen Lösungen - zudem sehr günstig.

-> Screenshots und illustrative Beispiele finden sich in der Galerie zum Testbericht.


Zusammenfassende Bewertung

Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut):

Funktionalität: 5
Anwenderfreundlichkeit: 4
Geschwindigkeit: 4,5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5

Gesamtbewertung: 4,75

Unser Fazit: “Must have”


Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010

Und hier ist das Weihnachtsgeschenk für alle unsere werten Leserinnen und Leser:

Ein Kalender für 2011 mit schönen Bildern aus Lappland. Download hier (PDF - 9.1 MB). Einfach selbst ausdrucken oder ab in den Copyshop.  Am schönsten mit Spiralbindung. 


And here comes the christmas gift for all our dear readers:

A beautiful calendar for 2011 which lovely pictures from Lapland. Donload here (PDF - 9.1 MB). Just print out by yourself or get it printed at a print shop. Best with spiral binding. 


Nu finns det vår julklapp igen för alla våra kära läsare:

En kalender för 2011 med snygga foton från Lappland. Download här (PDF - 9,1 MB). Det är bara att skriva ut den (själv eller på tryckeriet). Bäst med spiral binding. 

Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010
„Unser Weihnachtsgeschenk 2010 / Our christmas gift for you 2010 / Vår julklapp 2010“


Neues Ebook: David DuChemin - The Vision Driven Photographer

Neues Ebook: David DuChemin - The Vision Driven Photographer

David DuChemin - The Vision Driven Photographer

David DuChemin - allseits bekannter Humanitarian- und Travel-Photographer aus Kanada - hat diese Woche sein neuestes Ebook unter dem Titel “The Vision Driven Photographer - Notes on Discovering & Refining Your Vision” vorgestellt.

Ein grosses Danke an David und sein Craft & Vision Verlagshaus für das uns zur Verfügung gestellte Vorab-Rezensionsexemplar.

Davids neuestes Buch greift - quasi zusammenfassend - das Thema Vision nochmals auf. Mit seinem Slogan “Gear is good - Vision is better” hatte David seinerzeit zum Kampf gegen die Technikverliebtheit und hin zum Ausdruck der eigenen fotografischen Vision aufgerufen. Das jetzt vorliegende Ebook rundet seine Philosophie zum Thema Vision ab.

Im ersten Teil des Buches hebt David anschaulich und mit vielen guten Beispielen und Bildern die Wichtigkeit der Bedeutung einer eigenen Vision als Basis für den eigenen Stil hervor. Spannend ist der Weg, den er einschlägt, denn nach der Vision kommt der letzte (und wichtigste) Schritt: Der Ausdruck (“expression”).

Im zweiten Teil zeigt er - verbunden mit einigen sehr guten “creative exercises” - den Weg auf, die eigene Vision zu entdecken und zu verfeinern.

Ein wirklich hilfreiches Buch, das den Fokus auf das Eigentliche in der Fotografie zurückwirft.

In Kurzform: “Sei Du selbst, finde Deine Vision, lerne sie umzusetzen und auszudrücken”.

Prädikat: Sehr empfehlenswert!

ZEITLICH BEGRENZTE SONDERAKTION ZUM NEUEN EBOOK:

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es auch wieder eine Sonderaktion zum Buch

- Bis zum 28. November, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: DRIVEN4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes DRIVEN20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

 David DuChemin - The Vision Driven Photographer


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Sonntagslinks 2010-11-21 und "Icy Flow"

Schon wieder Sonntag. Wie die Zeit vergeht. Ans Werk:


-> Weihnachtskarten: Letzter Aufruf


Nur teilweise spezifisch fotografisch, aber trotzdem nicht vergessen: Die Uhr tickt. Sie tickt schnell. Höchste Zeit für die Vorbereitung der Weihnachtskarten!


-> Rosh Sillars New Media Photographer ist immer wieder einen Besuch wert. Insbesondere auch seine regelmässigen Podcasts.


-> Auf dem Weg zum eigenen Stil: Michael Trout hat gerade einige sehr interessante und bedenkenswerte Gedanken zur fotografischen Entwicklung geschrieben.

Zitat: “Wer in der Historie der Fotografie stöbert, wird selten die fotografische Entwicklung von Spitzenfotografen an Bildreihen verschiedener Epochen ablesen können. Bekannt sind zumeist nur jene Bilder, die als groß und einzigartig erachtet werden. Der lange Weg davor bleibt oft verborgen.“


-> Wer gerne mal sein Lichtzubehör u.a. selber bastelt, wird bei DIYPhotography fündig. Vielleicht eine gute Idee für lange Feiertage um den Jahreswechsel herum?


-> Wer gerne seinen Horizont erweitert und geistig rege bleiben möchte, für den ist Change this Pflichtlektüre!


-> Einige schöne Tutorials zu verschiedenen Themen rund um die Fotografie gibt es bei Chuck Gardener. Die sind zwar schon etwas älter, aber nach wie vor eine Schatzgrube.


-> Zum Wetter in Lappland statt vieler Worte ein selbsterklärendes Bild vom gestrigen Tage:

Icy Flow
„Icy Flow“ - You can license this picture


Wünsche allen Leserinnen und Lesern
einen wunderschönen Sonntag
aus dem eisigen Lappland!



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Wedding-Food-Photography: Zu Besuch beim Restaurant Skogshuset in Kristineberg / På besök hos Restaurang Skogshuset i Kristineberg

Wedding-Food-Fotografie ist immer eine besonders spannende Angelegenheit. Umso mehr, desto besser das Essen aussieht. Und ein ganz grosses Problem kann entstehen, wenn die Fotografen auch noch hungrig zum Shooting anreisen :)

Wedding-Food-Photography: Zu Besuch beim Restaurant Skogshuset in Kristineberg / På besök hos Restaurang Skogshuset i Kristineberg


So ist es uns vergangenen Freitag bei unserem Besuch im Restaurant Skogshuset in Kristineberg gegangen. Einfach lecker! Aber der Reihe nach.

Wie gehen wir an ein Food-Shooting “in der freien Wildbahn”, d.h. ausserhalb des Studios, heran? 

Grundregel: Aus der Perspektive des Gastes. Die Kunst ist, sich in einen Gast hinein zu versetzen. Mit dieser inneren Perspektive nähern wir uns dem Buffet und drehen erst einmal eine Runde, um alles auf uns wirken zu lassen. Die Stimmung will erfühlt werden. Hier ging es um eine Hochzeitstafel. Welche Emotionen und Stimmungen schwingen mit? Die innere Visualisierung - auch der emotionalen Situation - sollte “gespeichert” werden für die spätere RAW-Konvertierung und Nachbearbeitung der Aufnahmen. In diesem Fall ging es um warme Farben und eine festlich-harmonische Atmosphäre. Um dies einzufangen ist ungefähr die Hälfte der späteren Aufnahmen nur mit available light entstanden. (Natürlich wurden auch einige Aufnahmen mit der Graukarte im Bild gemacht, falls es im Nachhinein auf genaue Farbtreue ankommt).

Dann geht es in die Details. Hier gilt es, die besondere Kreation und Kreativität zu sehen. Was macht diese Tafel ganz besonders? Woran werden sich die Gäste gerne erinnern?

Und dann schliesslich wird fotografiert. Vom Allgemeinen zum Besonderen. Es gibt eine Art unausgesprochenen Food-Standard. Ist der im Kasten experimentieren wir grundsätzlich noch etwas (wenn es der Zeitplan zulässt). Das sind dann oft die fotografischen “Sahnehäubchen”.

Hier hatten wir ca. 30 Minuten für das Buffet. In dieser halben Stunde sind so um die 400 Aufnahmen (und einige Filmclips) entstanden.

Und anschliessend gab es auch noch eine kulinarische Kostprobe für die hungrigen Fotografen. Erste Klasse. Das Skogshuset in Kristineberg ist ein echter Tipp, den Sie sich vormerken sollten. Und ein richtig gutes und günstiges Tagesessen gibt es von Montag bis Freitag auch.

-> Hier gehts zur Galerie „Skogshuset Kristineberg“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Skogshuset Kristineberg“

-> To the gallery: „Skogshuset Kristineberg“ 


Und hier der Filmklipp zum Skogshuset:



Wenn Sie mal im Skogshuset vorbeischauen wollen - was wir unbedingt empfehlen - finden Sie das Skogshuset im Skolvägen 5, in 92040 Kristineberg. Telefonisch erreichen Sie das Skogshuset (auf Schwedisch und Deutsch) unter 0953 20007.

Die Tagesmenüs finden Sie immer auf der Facebook-Seite des Skogshuset.

Wedding-Food-Photography: Zu Besuch beim Restaurant Skogshuset in Kristineberg / På besök hos Restaurang Skogshuset i Kristineberg


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Sonntagslinks 2010-11-14

Schönen Sonntag allerseits. Hier kommt etwas Lesestoff für den Tag und die Woche. Ab heute noch übersichtlicher: aufgeteilt nach Rubriken.


KREATIVITÄT / FOTOGRAFIE

-> Anschauen / Pflichtprogramm: Ein Highlight ist die von Chase Jarvis gehaltene Keynote bei der PDN Photo Plus Expo in New York. 

Unter dem Titel “The New Creativity and the Social Art of Photography” gibt er so richtig kreativ Vollgas und rundet seinen beigeisternden Inspirationsvortrag mit einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde ab. Eine Stunde Video, die sich garantiert lohnt anzusehen! 

-> Immer wieder einen Blick wert ist das Blog swissmiss von Tina Roth Eisenberg, die seit 1999 in New York als Designerin tätig ist. Dort findet sich viel immer Inspirierendes aus Grafik, Design und Fotografie.


FOTOGRAFISCHER ERNST DES LEBENS :)

-> Zack Arias hat zwischen einem Wut- und Depressionsanfall (der nebenbei auch deutlich die Schattenseiten des fotografischen Daseins beleuchtet) einen ganz wunderbaren Artikel unter dem Titel “Top 10 Ways To Become A Professional Photographer” verfasst. Macht Spass zu lesen und das Nachdenken kommt von ganz von alleine. Versprochen.


BUSINESS / FOTOGRAFIE

-> Wer die neue Studie von Jakob Nielsen “Photos as Web Content” noch nicht gelesen hat: Bitte jetzt lesen. Es lohnt sich.

-> Auf dem Blog A Photo Editor findet sich ein hochinteressantes Interview mit dem Fotografen Clint Clemens, in dem es u.a. um die Auswirkungen des “iTunes Effekts” auf die Fotografie, deren Zukunft, und vieles mehr geht. Prädikat: Sehr lesenswert!


Aus Lappland allen Leserinnen und Lesern
einen schönen Sonntag und einen
guten Start in die neue Woche!


Traumimmobilie in Lappland III
„Traumimmobilie Lappland III“ - You can license this picture

Behind the scenes: Nummer 3 aus der Serie zu vermeintlichen „Traumimmobilien“ in Lappland.


Photos as Web Content von Jakob Nielsen: “Must read” für Fotografen, Webdesigner und Bildkäufer

Vor einigen Tagen hat Jakob Nielsen auf seinem Blog (“Alertbox”) eine Studie vorgestellt, die alle Fotografen, Webdesigner und Bildkäufer kennen sollten.

Zuerst ein paar Worte über Jakob Nielsen. Er ist eine der führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Benutzerfreundlichkeit und bekannt für seine - oft strenge - Kritik an populären Webseiten. Er bemängelt z. B. regelmässig verspielte Details wie Animationen, Flash und überflüssige Grafiken.  Seine Website, dort insbesondere seine “Alertbox”, ist eine wichtige Quelle rund um das Thema Usability im WWW.

Am 1. November hat Nielsen dort die Zusammenfassung einer aktuellen Studie zum Thema “Photos as Web Content” veröffentlicht. Bei der Studie wurde das Nutzerverhalten auf Websites mit Hilde des sog. “eyetracking” untersucht.

Die Studie hat es in sich, wie bereits die Kurzzusammenfassung verrät:

“Webseiten-Besucher achten sehr auf Fotos und andere Bilder, die relevante Information enthalten. Sie ignorieren aber nichtssagende Bilder, die eine Seite nur als Füller “aufpeppen” sollen.”

Einige ausgewählte Details aus dem Inhalt:

-> Viele Bilder werden von den Besuchern völlig ignoriert. Das betrifft insbesondere die üblichen “feel-good”-Bilder, die nur zur Dekoration und Ausschmückung („Füller“) dienen. 

-> Bilder die Personen zeigen werden hingegen eingehend betrachtet und visuell “untersucht”. Eine wichtige Einschränkung gibt es dabei allerdings: Das gilt nur für “reale” und “echte” Fotos von Personen, die mit dem Inhalt der Seite auch etwas zu tun haben. Nichtssagende Personenbilder aus dem Stock-Fundus werden beinahe augenblicklich als solche erkannt und “aussortiert”.

Also: Finger weg von Stock-Fotos in diesem Zusammenhang. Diese sind ohnehin meistens nur reine “Füller”. Solche Füller sollten unbedingt weg gelassen werden. Stattdessen lieber in reale Fotos investieren. Es zahlt sich aus.

-> Sehr wichtig ist auch ein ansprechendes Bild der Person, die hinter einer Website steckt.

-> Produktfotos sind natürlich wichtig. Sie enthalten relevanten Inhalt. Sehr gerne werden von den Besuchern auch relevante (will sagen für eine Produktentscheidung wichtige) Produktdetails betrachtet. 

-> Optionen zur vergrösserten Ansicht von Bildern werden ebenfalls gerne gesehen. Wichtig ist, dass die vergrösserte Ansicht mindestens doppelt so gross wie die Vorschau sein sollte. Die Vorschaubilder sollten auf der Seite “nicht in den Weg geraten”, also nicht zu gross sein.

Zusammenfassung: Die Studie weist klar auf den Kerngedanken der Usability-Forschung hin: Keep it simple. Alles was unnötig ist, soll weg gelassen werden.
Fotos mit relevanten Inhalten, d.h. Fotos, die Informationen enthalten, sind wichtig und werden gerne betrachtet. Das gilt auch für reale Personenfotos. Nichtssagende (Stock-) Fotos zur reinen Ausschmückung werden abgelehnt.

Fazit / Empfehlung: Individuelle und professionelle Bilder, gleich ob People, Produkt oder Reportage, sind immer eine gute und wertvolle Investition, die sich auszahlt!



Der Sonntagslink 2010-11-07

Schönen Sonntag allerseits:

Heute gibt es in den Sonntagslinks zur Fotografie nur einen Link. Der sollte dafür für die ganze nächste Woche ausreichen, wenn er denn gut durchdacht wird. Er ist für Fotografen genau so wichtig wie für Bildkäufer. Denn immer die Philosophie beider Seiten zu kennen, ist ja nicht ganz unwichtig.

Zur Sache. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Link wirklich posten soll. Es geht um einen brandneuen Artikel von Ken Rockwell. Viele verbinden mit ihm nämlich eine ausgeprägte Hassliebe. Ich bekenne mich allerdings gerne dazu, bei ihm immer wieder vorbei zu schauen. Gerade seine fotografisch-philosophischen Gedanken empfinde ich sehr häufig als Bereicherung.

In diese Kategorie fällt auch sein neuester Artikel „It's Not About Your Camera“.

Eine geradezu tiefsinnige Aufforderung zur Kreativität. Eine Aufforderung, an die Grenzen zu gehen für ein wirklich spektakuläres Bild.

(Oh, noch etwas. An alle, die nach den ersten Zeilen des Artikels schon meinen, alles das bereits zu kennen, oder bereits einmal gehört oder gelesen zu haben: Lest den Artikel trotzdem ganz durch. Es steht noch viel mehr drin!)

Meine Meinung: Unbedingt lesen! Unbedingt bedenken! Unbedingt die eigene Einstellung analysieren und ggf. ändern!


Allen Leserinnen und Lesern einen nachdenklichen Sonntag!





Sonntagslinks 2010-10-31

Zum Sonntag wieder einige fotografische Highlights:


>
Im Blog Weltneugier ist ein ausführliches Interview mit dem Tier- und Naturfotografen Rolf Hicker nachzulesen. Seine Einsichten - aus der Praxis für die Praxis - sind sehr ernüchternd, gerade deswegen aber ein Muss! - (Entdeckt via bildwerk3)

Übrigens: Rolf Hickers Homepage ist auch unbedingt einen Blick wert!


> “Was will ich der Welt zeigen?” - Sam Jost hat sich in seinem Blog einige sehr lesenswerte Gedanken unter der Überschrift “Du willst ein berühmter Fotograf sein?” gemacht. 


> Gedanken zur Serienaufnahmen und Microstock macht sich Robert Kneschke. Empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich mit Microstock beschäftigen.


> Am Freitag hatte ich das neue Ebook in der Serie Craft & Vision “Close To Home” von Stuart Sipahigil mit einer Kurzrezension vorgestellt. Wer sie noch nicht gelesen hat, sollte das spätestens jetzt nachholen.


> Wer etwas in sich gehen möchte, dem sei ein alter Ausspruch mit nach wie vor grossem Weisheitsgehalt an Herz gelegt:

“How long took it to get a picture, and the answer was "1/125th and 20 years..."


> Schliesslich: Nicht vergessen, auch die Kameras auf Winterzeit umzustellen!


Allen Leserinnen und Lesern einen wunderbaren Sonntag!


Minox DSC Reloadad: Silber Edition

In den Foto Trends 2010 hatte ich im Dezember 2009 u.a. geschrieben:

“Die Resultate werden wieder zählen. Der ganze technische Krimskrams und das technische Brimborium werden in den Hintergrund geraten. Der Trend hat bereits 2009 begonnen. Stichworte: iPhone-Photography, Minox-Photography, usw. Rein technisch betrachtet sehr unvollkommene Ansätze, aber das Ergebnis zählt. Zurück zum Motiv! “

Und ich meine, das hat sich dankenswerterweise bewahrheitet. 

In diesem Zusammenhang ist nun eine Neuheit in Sachen Minox zu vermelden. Vor einigen Tagen ist die neue Minox DSC hier eingetroffen. Die auf den Namen Silber Edition getaufte zweite Auflage hat einige Veränderungen und Verbesserungen erfahren:

- Neuer 5.1 MP Sensor 
- Naheinstellgrenze jetzt ab 50 cm mit Einstellring am Objektiv
- Neues Design (silberfinish).

Zur Erinnerung: Die erste Version der DSC hatten wir im Juli 2009 hier getestet.

In der Grösse ist “die Kleine” unverändert geblieen. Die Kamera ist nach wie vor so leicht und winzig, dass ich gar nicht richtig bemerke, sie überhaupt dabei zu haben :)

Am Donnerstag habe ich die Kleine nun einen Tag mit nach Stockholm ausgeführt, um sie einem ersten Praxistest zu unterziehen. Neben meinem Hauptauftrag gab es freie Zeit, in der ich die neue Minox in verschiedenen Situationen einsetzen konnte. Das Wetter war dafür wie bestellt: Im Vergleich zum Wetter hier in Lappland war es in Stockholm schön warm (5-8 Grad). Leicht bedeckter Himmel. Und natürlich - im Gegensatz zu hier - noch kein Schnee. Ideal also, um sich einen Eindruck zu verschaffen. 

Immer noch braucht die Minox gutes Licht (und es darf gerne viel Licht sein). Das ist - logischerweise - dem kleinen Sensor geschuldet. Hat man die Reaktionsweise der Kamera auf die verschiedenen Lichtverhältnisse erst einmal verstanden und verinnerlicht, lassen sich damit aber auch äusserst reizvolle Effekte erzielen.

In einem Wort: Minimalismus. Neulich ging eine Diskussion durch verschiedenen Blogs unter dem Stochwort “Kameradisplay abkleben”. Bei der Minox stellt sich die Frage nicht. Die Kamera selbst hat kein Display. Analog-minimalistische Anmutung eben.
 
Ein ausführlicherer Testbericht folgt in den nächsten Tagen.

Ein Beispielsfoto vom Donnerstag in Stockholm (out-of-the-cam, nur verkleinert und einen Tick geschärft fürs Web).


- “Wo wohnt der Heilige Geist wirklich?” - Aufgenommen beim Ersta Diakoniezentrum -


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Rezension: Close To Home von Stuart Sipahigil

Rezension: Close To Home von Stuart Sipahigil

Vor der eigenen Haustür - Ein fotografisches Wahrnehmungstraining in der Form eines Workshop-in-a-Book. So kann der Inhalt des neuen Ebooks kurz und bündig zusammen gefasst werden.

Close To Home von Stuart Sipahigil

Wieder ist in der Serie Craft & Vision, die von dem bekannten kanadischen Fotografen David DuChemin heraus gegeben wird, ein neues Ebook erschienen.

Craft & Vision hat es sich bekanntlich zum Ziel gesetzt, die Leser bei der Entwicklung ihrer fotografischen Vision, ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten zu unterstützen. Und das nicht durch den Kauf neuen fotografischen „Spielzeugs“ in Form von verlockenden Kameras und Objektiven, sondern in der Form von universellem Know-How.

Das neue Buch geht auf eine Frage zurück, die an David DuChemin vor nicht allzu langer Zeit in einem Kommentar auf seinem Blog gerichtet war:

“Dort wo ich lebe, ist alles so gewöhnlich verglichen mit anderen Teilen der Welt. Was kann ich tun, um etwas Eigenständiges, das das sich unterscheidet, zu schaffen?”

Eine sehr gute Frage, die vielleicht auch manchem Leser hier im Blog vertraut vorkommt. Das alte Motto “Das Gras auf der anderen Seite des Zaunes ist immer grüner, als auf meiner Seite” schlägt oft erbarmungslos zu.

Und genau hier setzt das neue Ebook an. Es ist ein Inspirationsbuch. 

Das fängt damit an, dass fast alle der im Buch gezeigten Bilder im Umkreis von 5 Meilen um den Wohnort des Autors im fotografisch vermeintlich so unattraktiven Indiana entstanden sind. 

Sehr positiv fällt auch auf, dass die im Buch enthaltenen Bilder mit allen möglichen Kameras - darunter auch einigen Point-and-Shoots - aufgenommen worden sind. Bekanntlich spielt die verwendete Kameratechnik eine sehr untergeordnete Rolle (auch wenn die “kleine Stimme” im Ohr uns immer wieder etwas anderes glauben machen will).

Um es - ohne alle inhaltlichen Details hier zu schildern - ganz offen zu sagen:  Das Werk wird seinem Anspruch mehr als gerecht und eröffnet auf 38 Seiten neue Sichtweisen auf das für einen selbst eigentlich “Gewöhnliche” und “Gewohnte”.

Kurz: Ein fotografisches Wahrnehmungstraining in der Form eines Workshop-in-a-Book zum Preis eines Cappucinos (5 USD entsprechen nach dem heutigen Wechselkurs gerade einmal 3,62 EUR).

Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 1. November, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: HOME4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes HOME20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Close To Home von Stuart Sipahigil

Sonntagslinks 2010-10-24

Schon wieder Wochenende. Die Zeit vergeht schnell. Dann ist es auch schon wieder Zeit für einige Sonntagslinks rund um die Fotografie. Heute sind wieder einige besonders interessante Exemplare dabei.


> Ein Königreich für ein Bild - Zum Einstieg ein Artikel, der schon etwas älter ist. Dennoch aber hochinteressant: 29.000 Bilder in 9 Monaten für 90.000 Dollar. Worum geht es dabei? Richtig. Darum, wie Fotografen bei National Geographic arbeiten. Viele weitere spannende Details im Artikel „Ein Königreich für ein Bild“.

(Im Laufe der Woche entdeckt über Twitter - weiss leider nicht mehr bei wem)


> Herrliche Kommentare zu "minderwertigen" Fotos - Konstruktive Bildkritiken gefällig? Unfassbar, was es im WWW alles gibt. In diesem Artikel werden einige „Bildkritiken“ wieder gegeben, die im „wunderbaren“ WWW in irgendwelchen fotografischen Communities abgegeben wurden. Der Haken an der Sache: Bei den kommentierten Bildern handelt es sich um Meisterwerke anerkannter Meister der Fotografie. Die werden nun - mit exemplarischem Unverstand und Ignoranz - im WWW mit „richtig guten“ und „konstruktiven“ Ratschlägen eingeseift. Einerseits zum Wegschmeissen, andererseits zum Brüllen. Eine erschütternde Seelenschau.

(Entdeckt via Twitter bei Stefan Groenveld)


> Anonymer Fotograf “JR” gewinnt den TED-Prize 2011 - Wer hat nicht schon von TED gehört. Hinter dem Namen „TED“ („TED Ideas worth spreading“, „Ideen mit Verbreitungswert“) verbirgt sich eine alljährliche Konferenz in Monterey, Kalifornien. Auf der Konferenz tauscht eine exklusive Gruppe von rund 1.000 Fachleuten der unterschiedlichsten Gebiete ihre Ideen aus. Seit 2005 werden zudem weitere TED-Konferenzen weltweit abgehalten.

Ein Ergebnis der Konferenzen sind die teilweise spektakulären TED Talks, Mitschnitte von Vorträgen auf den TED Konferenzen (geballte Information, da die einzelnen Talks nicht länger als 20 Minuten sind). Darunter übrigens auch einige brilliante Vorträge rund um das Thema Fotografie.

Und seit 2005 wird der mit 100.000 US-Dolar dotierte TED Prize verliehen.

Der 2011er Preis geht nun an einen Fotografen. Einen anonymen französischen Fotografen. Er verbirgt sich hinter dem Pseudonym „JR“. Über ihn ist nur wenig bekannt. Er wurde 1983 in Paris geboren und wurde bekannt durch seine eindrucksvollen Fotografien von Einwohnern von Banlieues, die er als grossflächige Poster an Hochhäusern und Brücken in Paris und Cartagena anbringen liess. Sein neuestes Projekt ist der Film Women are Heroes, der auch bei den Internationale Filmfestspiele von Cannes als Wettbewerbsbeitrag gezeigt wurde. Anschauen lohnt sich unbedingt. JR hat einen ausgeprägten eigenen Stil.


> Proof of a Portfolio Vs. Promise of a Resume - Chase Jarvis hat wieder zugeschlagen. “Don’t create a resume, create a portfolio” ist seine Kernaussage in diesem sehr lesenswerten Blogbeitrag.


> Interview mit Phil Porter - Wer es noch nicht gelesen hat, sollte es jetzt lesen: Das Interview mit Phil Porter. Phil ist ein junger Künstler mit ausgeprägtem eigenem Stil in bester Tradition der Street Photography. Sein Fotoblog sollte unbedingt gebookmarkt und regelmässig besucht werden.


> Klotografie: “Stille Orte” - Zum Abschluss noch ein interessantes, weil unübliches Projekt. Hier geht es um Klotografie und darunter verbergen sich toiletceilings. Mal etwas ganz anderes.

(Entdeckt von der besten aller Ehefrauen)

Jetzt aber allen Leserinnen und Lesern einen wunderbaren Sonntag!



Im Fokus: Phil Porter

Mit der neuen Serie “Im Fokus” stellen wir Ihnen hoffnungsvolle und begabte Fotografen vor. Fotografen und Bildkünstler, die noch (!) nicht im grossen öffentlichen Fokus stehen, das aber wahrscheinlich bald sein werden.

Und los geht es mit Phil Porter: Hinter dem Pseudonym Phil Porter verbirgt sich ein 22 Jahre alter deutscher Nachwuchskünster, der sich der Malerei und der Fotografie verschrieben hat. Er ist auch der Begründer der Bewegung “Avantgarde Noire”.


- „Phil Porter“ © 2010 by Phil Porter -

Uns interessiert natürlich besonders Phils Fotografie. Auf den ersten Blick wandelt er in den Spuren der klassischen Street Photography. Seine Bilder laden zum Verweilen ein und haben durchweg sehr starke Aussagekraft. 

Phils Homepage und sein Photoblog unter der Adresse http://www.phil-porter.de sind definitiv einen Blick wert und wir haben uns den Link bereits gleich nach der ersten Sichtung gebookmarkt.

Auf Facebook ist Phil zu finden unter http://www.facebook.com/avantgardenoire und auf Twitter unter http://www.twitter.com/PhilPorterDe.

Phil war auf Nachfrage freundlicherweise bereit, uns einige Fragen rund um seine Fotografie zu beantworten. 

-> Phil, wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Genau genommen gab es keinen Zeitpunkt an dem mir eine innere Stimme sagte: "Du sollst fotografieren, Phil." Ich hab immer schon Spaß an der Fotografie gehabt - Sei es nun analog oder digital. Doch richtig bewusst und nach den Maßstäben der eigenen ästhetischen Wahrnehmung zu arbeiten mach ich seit ungefähr 2 Jahren.

old fashioned tour by phil porter
- OLD FASHIONED TOUR -
© 2010 by Phil Porter


-> Warum nur schwarz/weiss?

Fotografien spiegeln immer die Vergangenheit wieder. Eine Momentaufnahme. Einmalig. Etwas vergängliches wird plötzlich unvergänglich. Ich halte schwarzweiß schlichtweg für das einzig richtige Stilmittel für meine Bilder, weil alles andere "Jetzt" ist. Doch ein Foto ist Vergangenheit. Ein weiterer Aspekt meiner Vorliebe für Schwarzweißfotografie ist die Abhebung vom Alltag. Wir werden heute überflutet von Farben. Wenn ich ein Foto als solches Begreifen möchte, muss es sich vom Bekannten radikal abheben. Und da wir in "Farbe sehen" ist Schwarzweiß das krasseste Gegenteil. Diese Bildsprache schafft Aufmerksamkeit und Ruhe in einem.

-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Hm. Auch hier gibt es eigentlich keinen eigentlichen Moment. Ich freue mich immer, wenn ich etwas zeigen kann, auf das man sonst nicht achtet. Die kleinen Freuden des Lebens. Die gibt es auch beim Menschen. Sobald ein Mensch ungestellt vor der Kamera agiert entsteht etwas magisches. Es vermittelt ein Gefühl wie "Ah, da ist ja noch jemand der auch so ist wie ich." Das schlimmste Erlebnis war für mich, als meine Kamera heruntergefallen ist. Aber sie tut's ja noch.

Freimarkt Bremen by Phil Porter
- FREIMARKT BREMEN -
© 2010 by Phil Porter


-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Ich würde und werde sicherlich alsbald mit meiner Kamera und einem Rucksack ohne Plan 5 Tage durch Berlin gehen. Mal sehen wohin mich die Reise führt und was ich erlebe. Im kleinen Stil unternehme ich diese Reisen ins Ungewissen immer mal wieder - doch so richtig groß und über mehrere Tage hinweg: Das wär was!

-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Wohin? Jeder hat heute eine Kamera! Und in der Zukunft hat vielleicht jeder gleich hunderte davon: Eine im Rasierer, eine im Handy, eine im Laptop, eine im Fernseher. Zwei an der Tür. Zwölf auf dem Dach... Da sollte man mit bedacht wählen, wann man ein Foto knipst und warum man eigentlich fotografiert. Ich finde es unsäglich wenn auf Konzerten 10.000 Handykameras aktiv werden. Am Ende sieht man auf den wenigsten Handys Fotos, auf denen man auch was erkennen kann. Meistens bleiben sie dann in irgendeinem Ordner verschollen und belegen Speicherplatz. Das schlimme daran ist: Manche knipsen soviel, dass sie vom eigentlichen Konzert nichts mehr mitbekommen - und am Ende auch keine Erinnerung mehr haben, weil sie auf den Fotos nichts erkennen. ;)

Freimarkt Bremen by Phil Porter
- FREIMARKT BREMEN -
© 2010 by Phil Porter


-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Geht immer dort entlang, wo ihr nicht entlang gehen würdet. Ihr macht so nicht nur die schönsten Fotos sondern lernt auch das Leben richtig kennen.

Danke für das Interview und alles gute für Dich und Deine Kunst!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)



Sonntagslinks und ein Lächeln

Zum Sonntag einige interessante Links und ein Lächeln:

- Falls es mal wieder regnen sollte, bietet Cool Photoblogs jede Menge Bilderinput zur Inspiration und zum Staunen.

-
Die beste aller Ehefrauen hat einen interessanten Nachwuchsfotografen aufgestöbert, den ich hier gerne präsentieren möchte: Phil Porter.

- Bei Photobiz-In-Focus gibt es wieder eine Menge guter Links fürs Foto-Business.

- Schliesslich möchte ich die Website Newmediaphotographer ans Herz legen. Viele sehr gute Beiträge!

Einen schönen Sonntag allerseits und einen guten Start in die neue Woche!

Natural smiley
- Eine Vermessungsmarke, am letzten Tag vor dem Wintereinbruch entdeckt:
„Bitte lächeln“ -

Canon ./. Nikon

Wer hier mitliest kennt meine Meinung: Technik spielt im Regelfall eine ziemlich untergeordnete Rolle, wenn es um gute Fotos geht. Insbesondere markentechnische "Glaubenskriege" mag ich überhaupt nicht (vielleicht mal von Leica abgesehen, *räusper*). Genau zu dieser Frage hatte ich kürzlich ein hochinteressantes Erlebnis:

Vergangene Woche war ich - rein privat - auf einem gesellschaftlich-kulturellen Event. Bunt gemischtes Publikum. Empfang mit anschliessendem Konzert. Haben uns wirklich wohl gefühlt. Einige Freunde, einige Bekannte unter den Gästen. Kurz nach der Eröffnung der Veranstaltung kommt jemand völlig ausser Atem zu mir gehetzt. "Du kannst das doch. Wir haben ein riesiges Problem. Unser PR-Fotograf ist gerade kollabiert. Tu mir den Gefallen und mach mal. Wir brauchen unbedingt die Aufnahmen vom Empfang der Stargäste". Und drückte mir eine Canon 1D Mark irgendwas mit einem fetten Blitz darauf in die Hand. Und entschwand, während die ersten Stargäste in Richtung Eingang schwebten. Was tun? Kurze Schrecksekunde. Kurzes, tiefes Durchatmen. Da ich die Kamera ja nun schon in der Hand hatte, gab es eigentlich keine Alternative. Bloss als eingefleischter Nikon-Shooter war jetzt keine Zeit mehr, sich gross mit etwas vertraut zu machen. Also auf "Alles Automatik" - das habe ich binnen einer Minute hinbekommen :) - und ran an die Bouletten. Ungewohnt mit der Canon. Unerwartet an diesem Abend. Aber die spannenden 15 Minuten gingen vorüber, bis ich die Rolle wieder zum "normalen Teilnehmer" tauschen konnte. Die Cam hat einer der Organisatoren wieder in Empfang genommen. Der eigentlich gebuchte Fotografenkollege befand sich in der Zwischenzeit mit der Ambulanz auf dem Weg in Richtung Krankenhaus. 

Reflektion 1: Sei allzeit bereit :)

Reflektion 2: Technik ist nicht wirklich wichtig. Wichtig aber ist, die eingesetzte Technik im Schlaf zu kennen und zu beherrschen. Ist mir deutlich bewusst geworden als ich mir überlegte, wie ich auf die Schnelle bei der Canon meine bevorzugten Einstellungen fürs manuelle Blitzen einstelle. Selbst wenn mir das binnen einer Minute gelungen wäre hätte ich nicht gewusst, wie sich die Cam dann verhalten hätte.

Ende der Geschichte: Die Organisatoren waren nicht nur hocherfreut und dankbar, auch die "Alles Automatik" Bilder sind ganz gut gelungen und waren brauchbar. (Und ich wurde spontan gebeten, doch eine Rechnung zu schreiben, wovon ich allerdings abgesehen habe).

Sonntagsgedanken: Was macht ein gutes Foto aus?

In der zurückliegenden Woche bin ich erstaunlicherweise gleich mehrere Male in der angeregten Diskussion gelandet, was denn ein gutes Foto ausmacht.

Ich denke, wir müssen trennen:

- Bei kommerziellen Fotos ist das „relativ einfach“: Das Bild ist gut, wenn es den Kunden begeistert und den intendierten Zweck optimal erfüllt.

- Aber bei künstlerischen Fotos? Eine herausfordernde und sehr subjektive Sache. Meine Arbeitsdefinition, was denn ein gutes Bild ausmacht ist folgende:

Ein Foto ist für mich gut, wenn das Bild den Betrachter zum innerlichen und/oder äusserlichen Verweilen einlädt, und den Betrachter berührt oder verändert.

Das kann verschiedene Bereiche des Verweilens, der Berührung und der Veränderung betreffen:

- Die Augen, d.h. im Bild zu bleiben und es zu erforschen oder schlicht den angenehmen oder unangenehmen Eindruck zu geniessen.

- Den Geist, d.h. sich mit der Aussage zu beschäftigen.

- Die Seele, d.h. die vermittelte Botschaft aufzusaugen.

Und noch mehr...

Je mehr Bereiche (“Sinne”) angesprochen werden, um so eindrücklicher und besser ist das Bild. 

Diskussion gefragt: Was meinst Du dazu? Was macht für Dich ein gutes Bild aus?

PS: In diesem Beitrag ist bewusst kein Foto :)



„Journey Through Java“ von Mitchell Kanashkevich in der The Print & The Process Series erschienen

In der The Print & The Process Serie con Craft & Vision ist heute ein neues Ebook erschienen:

„Journey Through Java“ von Mitchell Kanashkevich.

David duChemin, der Verleger von Craft & Vision war wieder so freundlich, uns vor einer Woche vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen.

„Journey Through Java“ von Mitchell Kanashkevich in der The Print & The Process Series erschienen


Das neue Buch setzt die The Print & The Process Serie fort. In diser Serie geht es darum, den fotografischen Entstehungsprozess von der Aufnahme bis zum Print darzustellen. Ein geniales Konzept, das einem Workshop durch den fotografischen Workflow sehr nahe steht. Mit einem grossen Vorteil allerdings: In den Ebooks der The Print & The Process Serie wird jeweils auf den gesamten Workflow eingegangen. Das ist in klassischen Präsenz-Workshops mitunter nicht ganz so einfach.

Der Autor des neuen Werkes, Mitchell Kanashkevich, ist als Travel-Photographer in der Welt unterwegs und hat sich verschwindenden Kulturen und Lebensbedingungen verschrieben. In “Journey through Java” geht es um eine fotografische Reise nach Java, Indonesien.

Das Buch folgt dem bewährten und durchdachten, dreigeteilten Konzept der The Print & The Process Serie.

- Im ersten Teil folgt - nach einer kurzen Einleitung - eine Präsentation traumhaft schöner und sehr inspirierender Fotos. Anhand dieser Aufnahmen gehts dann später in die Details der Entstehung und Weiterverarbeitung. Bei vielen Fotos fragt sich der Leser, wie sie wohl entstanden sein mögen.

- Im zweiten Teil folgt dann ein Abschnitt zu Fragen der Vorbereitung, Recherche, Planung und Fragen zum mitgenommenen und eingesetzten Equipment. Sehr charmant finde ich die Frage der Transportmittel gelöst. Mitchell, der gemeinsam mit seiner Frau gereist ist, hat ein Motorrad gemietet. Das hat ihm auch für seine fotografische Arbeit Vorteile geboten, andererseits eine grosse Beschränkung beim Equipment abverlangt. Sehr spannend.

- Im dritten Teil folgen dann Anmerkungen zu jedem der im ersten Teil gezeigten Aufnahmen. Hier geht Mitchell auf das Making, seine Überlegungen, Gedanken und technische Aspekte ein. Das ist der Clou bei den Büchern aus der The Print & The Process Serie!

Für mich ist auch dieses neue Buch in der Serie sehr gut und hilfreich. Deswegen gibt es von mir auch wieder eine ganz klare Empfehlung für alle Fotografinnen und Fotografen, die sowohl ihre fotografische Vision, wie auch ihre fotografisch-handwerklichen Fähigkeiten erweitern möchten.

Das eBook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als App für das iPad. Ich präferiere ürbigens die PDF-Version.

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es auch wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 3. Oktober, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: JAVA4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes JAVA20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.


„Journey Through Java“ von Mitchell Kanashkevich in der The Print & The Process Series erschienen

Visualizing relations and self-assignments

Visualizing relations

Behind the scenes: Recently i’m working an a self-assignment about visualizing relations in black & white. This shot is part of a series of trees expressing the various forms of relations. A very interesting and giving project.

Btw: How can you develop your photography? As with everything and every craft: practice, practice, practice. Go out and shoot!

Take some inspiration here and here. An then: why not take the time to go out an a self-assignment today?

Have a nice weekent everybody -

go out and shoot a challenging self-assignment today!


Just a skyline or a boom? / Nur eine Skyline oder ein Aufschwung?

Skyline or boom? / Skyline oder Aufschwung?

As i was walking a around in the centre of Göteborg (Gothenburg) in the beginning of the week i stumbled about this piece of skyline. Something subconscious told me to walk back and look again.

What did i see? A bit of the skyline, actually a part of the rooftop of the Swedish Exhibition Centre. But it reminded me of something. And suddenly i saw the picture behind the picture: an upward pointing wavy line that looked like a statistical chart. A symbol for a coming boom. Funny enough the starting point consisted of some trees. A symbol for the base of the coming boom: ecological technology. Of course i couldn’t resist and shot the scene.

Guess that’s an interesting story about vision. It’s something that resides an grows within the subconscious. An inner voice that’s telling you that there is something below the obvious. A deeper meaning or something symbolic.

Have a nice weekend everybody!


Als ich anfangs der Woche etwas in Göteborg umher gewandert bin, stiess ich auf dieses Stück Skyline. Etwas unterbewusstes riet mir umzudrehen und nochmals hin zu schauen.

Was sah ich? Ein Stück der Skyline, genau genommen ein Stück des Daches vom Swedish Exhibition Centre. Aber es erinnerte mich an etwas. Und plötzlich sah ich das Bild hinter dem Bild: eine nach oben zeigende Wellenlinie wie eine statistische Kurve. Wie ein Symbol für einen kommenden Aufschwung. Interessanterweise standen einige Bäume am Anfang der Kurve. Ein Symbol für die Basis eines kommenden Aufschwunges: ökologische Technik. Natürlich konnte ich nicht widerstehen und habe die Szene aufgenommen.

Ich denke, das ist eine interessante Geschichte über Vision. Es ist etwas, das im Unterbewusstsein residiert und wächst. Eine innere Stimme, die Dir sagt, dass etwas hinter dem Offensichtlichen steht. Ein tieferer Sinn oder eine Symbolik.

Ein schönes Wochenende allerseits!



Rezension: "Iceland - A monograph" von David duChemin

Rezension: „Iceland - A monograph“ von David duChemin

Ganz aktuell: Heute erscheint das neue eBook von David duChemin in der Craft & Vision Serie. David war so freundlich, mir vor einer Woche vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen. 

Rezension: Iceland - A monograph von David duChemin


Beginnen wir mit dem Autor: David duChemin. Als Fotograf reist David normalerweise als Humanitarian Photographer für viele Hilfsorganisationen durch die südlichen Gefilde der Welt. Er verbindet in seiner Person Werte und Integrität mit traumhafter Fotografie. Sein Thema lautet “Vision” und sein Motto “Craft is good - Vision is better”. Kurz gesagt: Es geht ihm um Fotos, die etwas ausdrücken (im Gegegnsatz zu rein technisch perfekten Fotos ohne jede Aussage). Diese Philosophie durchzieht seine Arbeit als Fotograf ebenso wie seine eBooks. 


Zu Davids neuem eBook: “Iceland - A monograph” handelt vom jüngsten fotografischen Reiseabenteuer Davids. Um seine Vision und seine handwerklichen Fähigkeiten zu erweitern, stellt er sich ein- bis zweimal im Jahr fotografischen Herausforderungen abseits seiner normalen Tätigkeit als Humanitarian Photographer (sog. “self assignment”; Aufträge für sich selbst als Auftraggeber). Etwas, das ich auch vorbehaltlos empfehle.

Im Buch geht es um fotografische Herausforderungen in Island. Und Island ist bekanntlich ein Landstrich, der mit dem hiesigen die polare Nähe (und viele daraus folgende Herausforderungen) teilt. 

Das im angenehmen Querfomat gehaltene Buch ist sehr umfangreich und besteht aus drei Teilen. 

- In einer längeren Einführung
geht David auf Fragen der Tourplanung und allgemeine Fragen zum Equipment auf solchen Touren ein. Keine unwichtigen Fragen, war David doch - fernab von Hotels und den “üblichen Plätzen” - 2 Wochen mit Geländewagen und Zelt “outdoor” in Island unterwegs. 

- Im zweiten Teil folgt eine erlesene Sammlung traumhaft schöner und sehr inspirierender Fotos. Und der geneigte Leser fragt sich hier bei sehr vielen Fotos, wie diese wohl entstanden sein mögen. Die allermeisten Aufnahmen würde ich ohne Zögern als Canvas an die heimischen Wände hängen.

- Der Clou folgt im dritten Teil. Hier geht David zu jedem einzelnen Foto auf seine Herangehensweise, Gedanken, Gefühle und technische Aspekte der Aufnahme ein. Ein “Workshop in a book”. Dabei geht es z.B. um Fragen zur Komposition und zum Bildaufbau. Ein andermal um ganz praktische Probleme, z.B. eine gute Position in einem Lavafeld zu finden und das Stativ stabil aufzustellen. Bei anderen Aufnahmen geht es um handwerklich-technische Fragen der Handhabung von Objektiven und Filtern, usw. Kurz gesagt: Eine Fülle von wertvollen Hintergrundinformationen und Einsichten. 

Ich empfinde das dreigeteilte Konzept als sehr gut und hilfreich. Und besonders die ausführlichen “behind the scnenes” Kommentare und Ausführungen zu jeder Aufnahme sind eine wahre Schatzgrube. 

Meine Bewertung: Von mir eine ganz klare Empfehlung für alle Fotografinnen und Fotografen, die sowohl ihre fotografische Vision, als auch ihre fotografisch-handwerklichen Fähigkeiten erweitern möchten.

Das eBook gibt es als PDF und als App für das iPad. Als haptischer Typ ziehe ich die PDF-Version vor, denn die lässt sich problemlos ausdrucken (obwohl die Fotos im Buch auf dem iPad natürlich besonders sagenhaft wirken).  

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es auch wieder eine Sonderaktion zum Buch: 

- Bis zum 12. September, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: ICE4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes ICE20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison, wo es die Neuerscheinung exklusiv gibt 

Rezension: Iceland - A monograph von David duChemin


Magical mystery mushroom and some news

Magical mystery mushroom

Behind the scenes: This one is really a strange one. About the miracles of nature in Lapland.

Have been on a long walk yesterday, looking for the signs of the beginning autumn as i suddenly stumbled upon this very strange mushroom. It’s been an overcast day and i realized that the mushromm was shining by itself. No Photoshop here. That’s how it actually looked like.

Thought about „maybe some kind of alien attack to come“. Something like this and baptised the thing „magical mystery mushroom“. Any biologists out here, knowing what this is?

And some more news:

- My new review at the German Fotografr Website has been published today. Be sure to have a look. It’s about the „Handbuch Digitale Dunkelkammer: Vom Kamera-File zum perfekten Print“. The Review is written in German.

- Just began to experiment with a new Photoshop PlugIn: Contrast Master (by The Plugin Site). Looks very nice and i will be posting a detailed review soon. If you have any questions regarding this specific plugin and you want me to cover them in the review just send me an email.

Flowing Water / Fliessendes Wasser

Flowing Water / Fliessendes Wasser

Behind the scenes: Vergangene Woche durften wir uns mit einer spannenden Herausforderung beschäftigen. Ein Kunde hat Produktfotos für einen Katalog in Auftrag gegeben. Es ging um hochwertige Kunstprodukte aus der Gegend. Der Art-Director beim Kunden hatte sich ausgedacht, dass die Produkte auf fliessendem Wasser mit durchscheinender Sommerfauna in Sommerfarben als Hintergrund abgelichtet werden sollten. Also haben wir ein paar Stunden mit der Konstruktion und dem Aufbau einer „Scheiben-Beregnungsanlage“ zugebracht. Die obige Aufnahme ist aus den Beregnungs-Hintergrundtests und es hat sich auch noch ein Selbstportrait mit eingeschlichen :) Der Kunde war schliesslich von den fertigen Aufnahmen - von denen ich leider keine hier zeigen darf - begeistert und das Tüfteln hat auch mächtig Spass gemacht.

Aus Lappland wünschen wir
allen Leserinnen und Lesern
ein schönes
und erholsames Wochenende!


Kurzrezension & Tipp - The Magic of Black & White III

Verschiedentlich habe ich schon auf den kanadischen Fotografen David Du Chemin hingewiesen, der mich durch seine Philosophie immer wieder beeindruckt.

Sein berühmter Satz “Gear is good - Vision ist better” ist mittlerweile weithin bekannt und zudem Programm. Sein Ansatzpunkt ist - insofern gegen einen oft mehr technikverliebten Mainstream -, dass alle techischen Dinge zwar wichtig sind. Sind sie doch das Handwerkszeug, bildlich gesprochen die Pinsel, die Farben und die Farbpalette des Fotografen. All das dient aber nur der Umsetzung des visualisierten Bildes. Und das entsteht durch die Kreativität im Kopf des Fotografen. Und dieser Teil des Prozesses ist am wichtigsten. Der Rest ist die handwerkliche Umsetzung.

David hat seinen fotografischen Ansatz in mittlerweile 3 Print-Büchern zum Ausdruck gebracht und steht auch als Herausgeber hinter einer Reihe von Ebooks, die auf dem Portal Craft & Vision zu finden sind. Das charmante an diesen Ebooks ist nicht nur der hochwertige Inhalt sondern auch das unschlagbare Preis-/Leistungsverhältnis. Kosten die Ebooks doch nur 5 USD pro Stück (nach heutigem Tageskurs etwa 3,93 Euro - weniger als ein Kaffee oder Espresso im Bistro). Beim Kauf mehrerer Bücher gibt es zudem noch Rabatt. Der Inhalt ist meiner Meinung nach ein Vielfaches davon wert.

Gerade ist in der Ebook-Edition der dritte Teil von The Magic of Black & White von Andrew S. Gibson erschienen, den ich heute gelesen habe. Im diesem dritten Teil der Serie zum Thema Schwarzweiss geht es um die Umsetzung in beeindruckende schwarzweiss Aufnahmen mit Hilfe von Photoshop (sowohl mit CS5, wie auch mit Elements!). Für alle Fotografen, die sich für schwarzweiss Fotos begeistern können, eine echte Schatzgrube.

Tipp und zwei Schmankerl am Rande: Bis zum 22. August, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf das neue Buch 20% Einführungsrabatt, wenn Sie beim Checkout folgenden Promotion Code angeben: WHITE4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes WHITE20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks!

-> Hier geht es direkt zu Craft & Vision

Rezension & Tipp - The Magic of Black & White III

Sonntagsgedanken / Sunday thoughts - expression is the goal, not perfection

Just read one one of the amazingly inspiring ebooks of David DuChemin and was reminded of a story that happened in my early days.

As you can read from my vita i started shooting at the age of 6 and did the first commercial jobs for local newspapers at the age of 17. Though my creative career began to change its way slightly when i started playing bass-guitar in a rock band at the age of 15.

It really have been been “cool days” travelling around in Germany as the youngest member of a known band together with my 3 fellow musicians and the crew (all of them at least 10 years older than me).

Why did i chose the bass guitar? I had been playing acoustic guitar for some years and thought i’ll switch to those bass guitars, since they only had 4 strings (and of course my first bass guitar had been a Fender Precision). Guessed it would be easier with 2 strings less. Anyway i trained hard - regularily at least 2 hours the day - and the sucess came quite fast. So after 2 years with the bass guitar i decided to buy one of the newer 5-string ones. I was burning for the change and worked a lot in the meager free time to save the money for the investment.

The moment i had the money saved i had the chance to talk with a very well known bass guitar player i admired at the Frankfurt music fair and told him about my plans to switch to 5-string and asked for his advice. He - beeing about 55 that time and - as said - a very well known musician whom had really been very, very, very good at his craft (and wise, though i didn’t realise that at that time) told me something that really shocked me.

He said to me “young man, why should you switch to a 5-string guitar? Learn to play your 4-string.”

Guess i don’t need to tell you about my reaction. I turned around and went away. Bye, bye. And of course one week later i bought a 5-string. Needless to say that my - no longer admired - advisor (i won’t disclose his name) was playing 4-string only.

Anyway, life went on and i had to struggle with a lot of new problems i was confronted with playing 5-string now. So many problems actually that i gave away the chance to change the band (since i had been asked of a really well known band to join them, but thats another story). Long story short end: Finally i gave up playing in bands several years later and focused again on photography (which is much better for the ears).

What does the story have to do with photography? As said i was reminded of it as i read one of the ebooks of David DuChemin. One of his key sentences hits me every time i’m reading: Stop bying gear. Develop your vision. Same thing as with 4-string vs. 5-string (or even 6-strings that came out shortly after i finished my career as a musician). 4-strings are more than enough to express yourself through your music. Same thing with cameras, lenses, flashlights and so on.

So with this writing i want to encourage you. In most cases it’s really not about more or new gear (did i hear someone saying “new toys”?). No it’s about expanding and expressing your vision through creativity.

Have a nice weekend everybody!

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Habe gerade eines der unglaublich inspirienden Ebooks von David Du Chemin gelesen und wurde an eine Geschichte aus meinen frühen Tagen erinnert.

Wie aus meinem Lebenslauf ersichtlich, habe ich mit 6 angefangen zu fotografieren und die ersten kommerziellen Aufträge für Lokalzeitungen mit 17 gemacht. Allerdings begann sich meine kreative Laufbahn leicht zu verändern, als ich mit 15 angefangen hatte, Bass in einer Rockband zu spielen.

Das waren “coole Tage”, als das jüngste Mitglied einer bekannten Band mit meinen 3 Mitmusikern und der Crew (alle mindestens gut 10 Jahre älter als ich) durch Deutschland zu touren.

Warum hatte ich mich für Bass entschieden? Ich hatte einige Jahre Akustikgitarre gespielt und dachte an den Umstieg auf Bass, weil diese nur 4 Seiten haben (und natürlich war mein erster Bass ein Fender Precision). Dachte, es wäre einfacher mit 2 Saiten weniger. Jedenfalls habe ich viel geübt - normalerweise mindestens 2 Stunden am Tag - und der Erfolg kam schnell. Nach 2 Jahren habe ich dann entschieden, einen der neuen 5-saitigen Bässe zu kaufen. Ich brannte für den Wechsel und arbeitete viel in der spärlichen Freizeit, um das Geld für die Investition zusammen zu bekommen.

Als ich endlich das Geld zusammen hatte, ergab sich die Chance auf der Frankfurter Musikmesse mit einem damals sehr bekannten Bassisten ins Gespräch zu kommen und ihm von meinen Unstiegsplänen zu berichten und nach seinem Rat zu fragen. Er war damals um die 55, ein sehr bekannter und sehr, sehr, sehr guter Musiker (und sehr weise, auch wenn ich das damals nicht erkannt habe). Er sagte mir etwas, was mich damals wirklich schockiert hat:

“Junger Mann, warum willt Du auf einen 5-Saiter wechseln? Lerne auf dem 4-Saiter zu spielen.”

Wahrscheinlich muss ich von meiner Reaktion nicht berichten. Ich wandte mich ab und ging weg. Bye, bye. Und natürlich habe ich eine Woche später einen 5-Saiter gekauft. Überflüssig zu erwähnen, dass der - nun nicht mehr bewunderte - Ratgeber (seinen Namen verrate ich nicht) nur 4-Saiter spielte.

Das Leben ging weiter und ich sah mich mit vielen neuen Problemen mit dem neuen 5-Saiter konfrontiert. So vielen Problemen, dass ich darüber die Chance vergeben habe, die Band zu wechseln (denn ich war von einer wirklich sehr bekannten Band gefragt worden, mitzumachen. Aber das ist eine andere Geschichte.). Langer Rede kurzer Sinn: Schliesslich habe ich den Bass einige Jahre später aufgegeben und mich auf Fotografie fokussiert (was auch für die Ohren viel besser ist).

Was hat diese Geschichte mit Fotografie zu tun? Als ich eines der Ebooks von David DuChemin las, wurde ich an die Geschichte erinnert. Einer seiner Kernsätze trifft mich jedes Mal wenn ich ihn lese: Hör auf neue Ausrüstung zu kaufen. Entwickle Deine Vision. Dieselbe Sache wie 4-Saiter contra 5-Saiter (oder gar 6-Saiter, die kurz nachdem ich meine Musikerkarriere beendet hatte auf den Markt kamen). 4-Saiter sind mehr als genug um sich selbst durch seine Musik auszudrücken. Dasselbe gilt für Kameras, Objektive, Blitze, usw.

Ich möchte Dich damit ermutigen. In den meisten Fällen geht es überhaupt nicht um mehr oder neue Ausrüstung (hat da jemand gar “neues Spielzeug” gesagt?). Nein, es geht darum, Deine Vision durch Kreativität zu erweitern und auszudrücken.

Ein schönes Wochenende!

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Mehr Informationen zu den sagenhaften ebooks von David DuChemin gibt es übrigens hier:

Click here to visit Craft And Vision by David DuChemin.


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Consistency - Travel Photographer Bob Holmes trifft den Nagel auf den Kopf

Bei Marc Silber war kürzlich der Travel Photographer Bob Holmes zu Gast. Das Video dazu gibt es hier. 

-> Unbedingt sehens- und hörenswert, welche wertvollen Tipps und Einsichten Bob teilt.

Eine Passage bringt es meines Erachtens nach “auf den Punkt”:

“Everyone can get occasionally great photographs. But the secret is to be consistent. The thing that separates Professionals from Amateurs is that we can have a horrible day; you had a fight with your wife; you got a hangover, everything is going wrong. And yet you still have to go out and make great photographs. And the only way you can do this is practice, practice, practice.”

Warum ich es liebe - Oldtimer-Paradies Lappland

Midsommartag gegen 1 Uhr nachts. Auf der Heimfahrt von einem Fototermin. Hundemüde und nach Ruhe verlangend. Ein ziemlich abgelegener Waldweg. Ein lautes „Stop“ und „hau mal den Rückwärtsgang rein“ durchdringen plötzlich meine Schläfrigkeit.

Frau Lapplandblog - auf schöne und exotische Motive spezialisiert - hatte etwas abseits des Wegs erspäht. Also rückwärts und instinktiv eine Kamera gegriffen.

Da stand doch tatsächlich zwischen verfallenden Gebäuden wieder so eine echte Rarität in Form eines Oldtimers. Mit etwas geübtem Auge - meine Gattin ist da sehr gut - gibt es viele traumhaft schöne Oldtimerwracks abseits der Wege in den Weiten Lapplands.

Es war zwar mitten in der Nacht. Midsommar sei Dank war aber trotzdem noch bestes Fotolicht. Eine gute halbe Stunde sind wir dann gemeinsam um das bildschöne Exemplar gerobbt und haben es aus allen Perspektiven „verewigt“. Zwei Aufnahmen sollen etwas Appetit machen.

Die Serie hat natürlich nach schwarz/weiss verlangt (und technisch noch ganz simpel dazu: D40 DSLR-Knipsecam mit Kitobjektiv (weil alles andere alle schon wieder gut verstaut gewesen ist), RAW, Bibble, Ilford FP4 Simulation mit Andrea PlugIn).

Kleines Quiz noch dazu: Wer weiss, um was für einen Oldtimer es sich da handelt?

Oldtimer-Paradies Lappland

Oldtimer-Paradies Lappland
(B/W-Conversion: B/W-Styler)

Framing card - The best thing before you pick up the cam: A Marc Silber recommendation

Was war der wichtigste Boost, den Ansel Adams für alle Fotografen bereit gehalten hat?

Wichtiger als die Frage nach der richtigen Linse, der richtigen Kamera oder der richtigen Anwendung des Zone-Systems?

Ganz einfach. Ganz grundlegend. Ganz effektiv: Sehen lernen.

Die optimale Hilfestellung dafür ist simpel: Zuerst zur “framing card” greifen und sehen, wahrnehmen und fühlen.

Marc Silber hat dazu kürzlich einen äusserst empfehlenswerten Beitrag auf seinem Blog veröffentlicht.

Der Beitrag enthält auch einen Link zu einem Lehrvideo und sogar ein Muster mit dessen Hilfe eine framing card ganz einfach selbst hergestellt werden kann.

5 Foto-Tipps (nicht nur) für den Urlaub in Lappland

Die Sommerferien stehen vor der Tür und Millionen von Fotoapparaten schwärmen nun wieder - gemeinsam mit ihren Besitzern - in alle Winkel der Erde aus. Auf was sollte bei Urlaubsfotos besonders geachtet werden, damit auch die “Nachbetrachtung” noch Freude bereitet?


1. Es darf und soll Spass machen!

Sie sind im Urlaub. Nicht auf Arbeit und nicht auf Akkord. Knipsen Sie was Ihnen Spass macht und wenn Sie sich danach fühlen. Setzen Sie sich nicht unter Zwang. Immer locker bleiben! Lassen Sie sich nicht einschüchtern von allpräsenten, vermeintlichen “Fotoprofis”, die sich “wichtig machen”. Fotografieren Sie stattdessen, was Sie persönlich anspricht und bei Ihnen Emotionen auslöst.


2. Ran ans Motiv!

Gar nicht oft genug zu betonen. Ran an das Wesentliche. Was wollen Sie mit Ihrem Bild zeigen? Genau das soll auch auf dem Bild zu sehen sein. Scheuen Sie sich nicht, sich ein paar Schritte in Richtung Motiv zu bewegen. Und Details berichten oft viel mehr über eine Situation, einen Platz oder einen Menschen als “langweilige” Panoramaaufnahmen und Übersichten.


3. Gerne ein paar Bilder mehr machen

Machen Sie ruhig ein paar Bilder zuviel - jedenfalls wenn Sie digital fotografieren. Knipsen Sie drauf los, wenn Ihnen danach ist, und Sie ein spannendes Motiv gefunden haben (vorausgesetzt Sie haben Ersatzbatterien oder einen Ersatzakku, und eine zusätzliche Speicherkarte dabei). Wieder zu Hause löschen Sie am heimischen Computer einfach gnadenlos alle Fotos, die Ihnen nicht gefallen. Voilà.


4. „Abseits der Wege gehen“

Es gibt überall auf der Welt die bekannten “Postkartenmotive”. Die müssen Sie eigentlich nicht mehr fotografieren. Kaufen Sie lieber eine Postkarte oder greifen Sie auf das Bild im Reiseführer zurück. Viel gebender ist es, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen und auch zu fotografieren. Machen Sie Ihre eigene und ganz persönliche Urlaubsreportage. In der Regel ist es dabei viel wichtiger, eine Stimmung oder Atmosphäre einzufangen. Ganz wie wenn Sie selbst für GEO oder National Geographic schreiben und knipsen würden. Da würden Sie doch auch nicht das 100.tausendste Foto der Tower-Bridge knipsen, oder?


5. Licht, Licht, Licht

Bestimmt ist es Ihnen ohnehin bereits aufgefallen: In den frühen Morgenstunden und in den Abendstunden (“goldene Stunden”) hat das Licht die “besondere Fotoqualität”. Besonders schöne Motive verdienen es, bei diesen besonderen Lichtverhältnissen abgelichtet zu werden. Gilt übrigens nicht für alles. Die einfache Faustregel (die aber auch bewusst durchbrochen werden darf) lautet: Details und Portraits besser bei bedecktem Himmel und diffusem Licht; Landschaft und alle Totalen in den goldenen Stunden.


Übrigens: Der wichtigste Tipp für gute Urlaubsfotos ist es, immer die Kamera dabei zu haben. Deswegen lieber eine brauchbare Kompaktkamera in der Jacken- oder Hosentasche dabei, als die Spiegelreflexausrüstung im Hotelzimmer zu haben.


Und ganz speziell für alle diejenigen, die nach Lappland in den Urlaub reisen: Ein richtig gutes Insektenschutzmittel sollte keinesfalls fehlen. Wir empfehlen Mygga (und verraten Ihnen auch warum).


Haben Sie Fragen zum Thema Urlaubsfotos? Einfach die Kommentarfunktion nutzen. Ich verspreche Antworten nach bestem Wissen und Gewissen :)

Mark Mc Loughlin

Auf einem Fotoblog habe ich kürzlich einen Artikel unter dem Titel „Facebook - zu was soll das denn nützlich sein?“ gelesen. Hmm. Ich finde Facebook immer sehr interessant und nützlich, um interessante, neue internationale Kontakte zu knüpfen.

Über Facebook bin ich vor einigen Wochen auch auf den begabten und talentierten englischen Nachwuchsfotografen Mark Mc Loughlin aufmerksam geworden.

Mark - gerade einmal 17 Jahre alt - hat sich der Sportfotografie verschrieben, liefert aber auch in etlichen anderen Genres wirklich ansehnliche Ergebnisse ab. Er steht kurz davor, das College zu beginnen. Natürlich in der Fachrichtung Fotografie. Und er hat auch schon bei etlichen Sportevents sehr erfolgreich geschossen.

-> Zum Flickr-Stream von Mark Mc Loughlin

Bemerkenswert: blindphotographers.org

Kürzlich ist Frau Lapplandblog auf eine Seite gestossen, bei der wir uns erst einmal richtig „die Augen gerieben“ haben: Blind Photographers.

Wie geht denn das? - Das haben wir uns gefragt, denn Blind Photographers ist eine Seite rund um die Werke von nichtsehenden und sehgeschädigten Fotografen. Unglaublich, oder? Sehen und staunen Sie selbst!

-> Blind Photographers

Ein wunderbares Wochenende und ein fliegender Hund :)

Wie üblich gehen die wunderbaren Wochenenden immer viel zu schnell vorbei. Wir sind derzeit an einem grösseren dokumentarischen Fotoprojekt und waren auch am Samstag wieder zu Gange. Irgendwo sind wir dann auf eine grosse Röhre gestossen, die auf unseren „Taschenwolf“ eine magische Anziehungskraft hatte. Kein Wunder, hat die Hundedame in jüngeren Tagen doch ausgiebig Agility trainiert. Also haben wir die Fotosession unterbrochen und unseren „fliegenden Hund“ in der Röhre beobachtet. Natürlich durften dann auch ein paar Fotos nicht fehlen :)

Fliegender Hund / flying dog
„Im Freiflug von Fotograf zu Fotograf“


A closer look: Bibble 5.1 - Die RAW-(R)Evolution geht weiter

Bibble - der derzeit beste RAW-Konverter - hat wieder einen Evolutionssprung gemacht. Seit einigen Tagen liegt nun die Version 5.1 vor. Jetzt gibt es auch - wie früher unter Bibble 4 wieder zwei Versionen: Eine Lite-Version und eine Pro-Version.

Wir haben die 5.1 Pro-Version übers Wochenende bereits an den ca. 1.500 Aufnahmen des Wochenendes getestet und sind ganz angetan.

Einige neue und nützliche Funktionen sind hinzugekommen und die PlugIn-Verwaltung wurde deutlich vereinfacht. Wermutstropfen dabei ist allerdings, dass die PlugIn-Pakete jetzt in einem neuen Format vorliegen müssen. Noch nicht alle PlugIn-Programmierer haben ihre PlugIns im neuen Format bereit gestellt (für alle, die es ganz eilig haben, gibt es im Supportforum aber auch einen Workaround).

Einen Überblick über die wichtigsten Neurungen und Änderungen habe ich von der Seite des deutschen Vertriebes für Bibble (Application Systems in Heidelberg) hierher kopiert:

• NEU: Reparieren & Klonen - "Reparieren & Klonen" ist ein praktisches Retusche-Werkzeug zum Reparieren von Verschmutzungen inklusive Sensorflecken und für die gezielte Korrektur fehlerhafter Bildinhalte durch Klonen intakter Bildbereiche.

• NEU: Perfectly Clear® - Die 1-Klick-Optimierung "Perfectly Clear®" wurde von Athentech Imaging entwickelt und nutzt eine intelligente, dynamische Kombination verschiedener aufwendiger Korrekturfunktionen zur automatischen Bildoptimierung. Perfectly Clear macht in den meisten Fällen viele aufeinanderfolgende manuelle Bearbeitungsschritte überflüssig und erlaubt es so, mit nur einem Mausklick Bilder für Präsentation, Web-Export oder Ausdruck aufzubereiten.

• NEU: Web-Galerien - "Web-Galerien" generiert via Stapelverarbeitung Web-taugliche Fotogalerien aus den selektierten Bildern.

• NEU: Auto-Kontrast - Auto-Kontrast sorgt für eine automatische Korrektur von Spitzlichtern und Schatten.

• SDK und Schnittstelle für Drittanbieter-Plug-ins wurden wesentlich erweitert und verbessert und ermöglichen jetzt noch mehr und leistungsfähigere Zusatzfunktionen.

• NEU: Format-Support für weitere Konica Minolta-Kameras: ALPHA-5 DIGITAL, ALPHA SWEET DIGITAL, ALPHA-7 DIGITAL

• NEU: Format-Support für weitere Olympus-Kameras: E-450 und E-600

• NEU: Format-Support für weitere Panasonic-Kameras: Lumix DMC-G2 und Lumix DMC-G10

• NEU: Format-Support für weitere Sony-Kameras: a450, NEX-3 und NEX-5

• NEU: Linsenkorrektur für folgende Canon-Objektive: Canon EF-S 18-200mm f/3.5-5.6 IS, Canon EF-S 15-85mm f/3.5-5.6 IS USM (Rekalibrierung)

• NEU: Linsenkorrektur für folgendes Nikon-Objektiv: Nikkor 28-70mm f/2.8D IF-ED AF-S Zoom

• NEU: Linsenkorrektur für folgende Sigma-Objektive: Sigma 70-200mm f/2.8 EX APO IF HSM, Sigma 50mm f/1.4 EX DG HSM

• NEU: Linsenkorrektur für folgende Tamron-Objektive: Tamron SP AF 90mm f/2.8 Macro 1:1, Tamron SP AF 10-24mm f/3.5-4.5 Di II LD Aspherical (IF), Tamron SP AF 17-50mm f/2.8 XR Di II VC LD Aspherical (IF)

• NEU: Linsenkorrektur für folgendes Zeiss-Objektiv: Zeiss Vario-Sonnar T* DT 16-80mm f/3.5-4.5 ZA

• Weitere Optimierungen


En försommarpromenad ute i skogen / Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald

Frühsommerwetter von der besten Sorte. Wechselndes Licht zwischen praller Sonne und tiefem Schatten. Eine gute Priese Wind. Wie geschaffen für eine Wanderung durch den farbenfrohen Wald Lapplands. Fotografische Eindrücke in der Galerie:

-> Hier gehts zur Galerie “Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald”

-> Klick här så kommer du till bildspelet “En försommarpromenad ute i skogen”


En försommarpromenad ute i skogen / Ein Frühsommerspaziergang draussen im Wald

Fotografie Update und Browserfutter

Heute ein Fotografie Update mit jeder Menge hochwertigem Browserfutter:

- Eine Quelle von Inspiration und Tipps ist das Blog von Marc Silber. Insbesondere seine Interview- und Lehrfilme sind sagenhaft gut.

- Auch der amerkanische Hochzeitsfotograf David Ziser hat einen hochinformativen Blog zu bieten, in dem er regelmässig auch jede Menge Tipps rund ums Fotografie-Business postet.

- Und etwas deutschspachiges Futter gibt es auch zu vermelden: Bei Blogtimes ist blogfrisch (druckfrisch passt da ja irgendwie nicht) die Liste der deutschspachigen Fotografieblogs zu lesen. Genug inspirierender Lesestoff für mehrere Tage!

Ich liebe Belegexemplare - "Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter"

Alle Phasen des fotografischen Schaffens haben ihre speziellen Highlights. Selbst nach der Beendigung eines Auftrages: Belegexemplare.

Am Freitag ist wieder ein ganz wunderbares Belegexemplar hier eingegangen:

Das Buch “Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter” von Fredrik Kullberg. Druckfrisch vom ICA Bokförlag.

Auf Deutsch: “Die 100 bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten in Schweden”.

Der Autor beschreibt in dem kleinen Bildband, der als Reiseführer der besonderen Art aufgemacht ist, auf 128 Seiten 100 besonders attraktive Plätze in ganz Schweden. Einige davon liegen auch in Väster- und Norrbotten.

Im vergangenen Jahr waren wir im Rahmen eines grossen Tourismusprojektes im Umkreis von etwa 500 Km unterwegs und haben eine Menge touristischer “Points of interest” (wie es so schön auf Neudeutsch heisst) fotografiert. Darunter auch einige, die im jetzt neu erschienenen Reiseführer der besonderen Art enthalten sind.

Das Projekt hatte unglaublich viel Spass gemacht und daher freuen wir uns über das Belegexemplar der Neuerscheinung ganz besonders. Umso mehr, als wir auch noch - quasi als “Leckerli” - ziemlich zentral auf dem Cover zu sehen sind :)

Das Buch sei allen, die die besonderen Seiten Schwedens kennen lernen wollen, warm ans Herz gelegt.

Mehr Infos zum Buch gibt es hier und hier.

Sveriges 100 Märkligaste Sevärdheter

Fotografenleben: Voller Einsatz - und mächtig nasse Füsse :)

Was bringt das Fotografenleben nicht alles mit sich. Voller Einsatz ist jedenfalls immer gefragt. Selbst wenn man dann mal sprichwörtlich baden geht. Unter Umständen sogar im Schlamm.

Aber der Reihe nach. Wir sind u.a. gerade mit einem Projekt beschäftigt, bei dem es um die Dokumentation des Rückbaues und der Renaturierung von ehemaligen Tagebaugeländen geht. Superspannend zu sehen und zu dokumentieren, wie sich die Natur das rückgebaute (und meist wieder verfüllte) Land zurückholt. Und welche feinen Motive und Einstellungen sich da ergeben.

Getreu des alten Grundsatzes “Ran ans Motiv” sind wir dann aber doch ein paar Schritte zu weit gegangen. Und fanden uns plötzlich knietief in einem aparten Schlammloch mit der deutlichen Tendenz in Richtung Erdmittelpunkt. Die Kunst bestand nun darin,

a. keine Panik zu bekommen;
b. die Fotoausrüstung trocken zu halten;
c. aus dem Schlammloch harauszukommen;
d. schliesslich den im Schlamm verschwundenen Schuh wieder herauszufischen,

und dann mit frischer Fangopackung auf den Beinen wieder zum Auto zurück zu laufen. Natürlich war es dazu auch noch ziemlich windig.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es hat trotzdem jede Menge Freude gemacht. Und wer sich zu leicht unterkriegen lässt, ist für den Job wahrscheinlich nicht geeignet. Ach ja, und die gewünschten Motive haben wir im Kasten :)

Und so sahen die Schuhe dann am “Tag danach” aus:




Bibble 5: Auf die richtige Einstellung kommt es an

Bibble 5: Auf die richtige Einstellung kommt es an

Heute wieder mal ein Beitrag zum RAW-Workflow, d.h. zu Bibble. Je länger ich mit der nun etwa ein halbes Jahr vorliegenden 5-er Version von Bibble arbeite, desto mehr bin ich begeistert. Aktuell ist übrigens die Version 5.0.3.

Zwar nutze ich immer noch meine “althergebrachte” Form der Medienverwaltung, sprich das gute, alte iView Media Pro (schon einige Jahre alt aber m. E. immer noch unschlagbar). Der Rest des Workflows spielt sich aber zu 95% in Bibble ab. Photoshop ist für Auftragsarbeiten nur noch sehr selten im Einsatz.

Wie bei allen neuen Geräten und Programmen braucht aber auch Bibble ein paar Grundeinstellungen. Nicht anders als bei der Kamera. Mit den “Ab-Werk-Einstellungen” lassen sich nur selten richtig gute Ergebnisse erzielen :)

Und da mich in den vergangenen Wochen einige Mails zu diesem Fragenkreis errreicht haben, möchte ich diesen Beitrag den Grundeinstellungen in Bibble widmen. Natürlich spiegeln sich hier auch einige individuelle Aspekte des Sehens und des eigenen Geschmacks wider. In jedem Fall kann ich aber einen guten Ausgangspunkt anbieten.

Vorab: Bibble öffnen und eine RAW-Datei öffnen. Am besten eine, die noch nie zuvor mit Bibble geöffnet worden ist. Auf die Miniatur der Datei doppelklicken (grosse Anzeige) und dann legen wir los:


Arbeitsfarbraum und Ausgabefarbraum

Mit den Farbräumen herrscht immer wieder eine Menge Verwirrung. Die heutigen Digitalkameras haben in aller Regel einen Farbumfang, der über die gängigen (!) Farbräume, also Adobe-RGB und sRGB weit hinausgeht. Die Daten müssen also in die kleinen Farbräume “hineingequetscht” werden und dabei kommt es zu Verlusten.

Deswegen ist es wichtig, für die interne Verarbeitung einen möglichst grossen Farbraum zu wählen, damit die internen Berechnungen des Programmes eine möglichst grosse Datenbasis zur Verfügung haben. Dieser interne Farbraum wird als “Arbeitsfarbraum” bezeichnet. Wählt man hier einen kleinen Arbeitsfarbraum, geht - bildlich gesprochen - einiges an Möglichkeiten der internen Verarbeitung “verloren”. Bitte ggf. selbst ausprobieren: Man sieht den Unterschied deutlich!

Der optimalste Arbeitsfarbraum in Bibble ist derzeit Pro Photo RBG.

-> Einstellung über den Reiter “Farbe” rechts. Dann zum Tab “Farbmanagement” (ggf. aufklappen) und im zweiten Aufklappmenü dann “Pro Photo RGB” auswählen.

Screenshot Bibble 5


Die nächste Frage ist nun die nach dem passenden Ausgabefarbraum. Fürs Web wäre das sRGB, für Print i.d.R. Adobe RGB (1998). Bei Unklarheiten zum Ausgabefarbraum den Auftraggeber fragen, welchen Farbraum er bevorzugt! Der Ausgabefarbraum in Bibble wird in den Ausgabequeues eingestellt.

-> Dazu Menü links aufklappen (nach links zeigendes Dreieck ganz oben links) und auf die entsprechende Ausgabequeue (z.B. JPEG Full Size) klicken. Dann im Fenster mitte-links den Ausgabefarbraum wählen.

Screenshot Bibble 5


Warum ist der Ausgabefarbraum wichtig? Wird ein “zu grosser” Farbraum verwendet, verfälschen sich die Farben deutlich. Oft sehe ich Fotos im Web, die z. B. den Pro Photo Farbraum enthalten. Das sieht dann meistens ziemlich komisch aus :)

Tipp: Ctrl-Klick auf eine der Ausgabequeues öffnet ein Kontextmenü. Dort kann über “Duplizieren” oder “Neu” eine neue Ausgabeque erstellt werden. So kann eine Queue für jeden erforderlichen Ausgabefarbraum erstellt werden.

Übrigens ist der Ausgabefarmraum auch bei den Print-queues wichtig. Bitte ggf. drandenken. Spielt für mich aber keine Rolle, da ich die Print-queues aus Bibble heraus nicht benötige und nicht nutze.


Bildprofil

Die verschiedenen Bildprofile rendern das Bild unterschiedlich. Für den ersten Blick und die weitere Bearbeitung ist daher ein möglichst neutrales Profil sinnvoll. Das neutralste Profil hört auf den Namen “Portrait reduziert”.

-> Rechter Reiter “Std”, Tab “Basiskorrekturen” (ggf. aufklappen), zweites Aufklappmenü und dort “Portrait reduziert” auswählen.

Screenshot Bibble 5



AutoKorrektur

An dieser Stelle bietet es sich an, auch gleich die AutoKorrektur abzuschalten. Diese “spreizt” das Histogramm so, dass der gesamte Bereich ausgenutzt wird. Das Bild wird subjektiv “heller” und verändert sich. Mit eingeschalteter AutoKorrektur lässt sich eine RAW-Datei schlecht beurteilen. Und wenn es denn dann “heller” werden soll, dann bitte mit Belichtungskorrektur (oder Füllicht).

-> Rechter Reiter “Std”, Tab “Basiskorrekturen” (ggf. aufklappen), das Häkchen bei AutoKorrektur abwählen.


IPTC-Metadaten

Ein guter Rat ist es, in jedes Bild einige elementare Metadaten einzubetten.

-> Rechter Reiter “Meta”, Tab “Metadaten” (ggf. aufklappen), im Aufklappmenü “Photgrapher” auswählen und die einzelnen Felder mit den eigenen Daten betanken.

Screenshot Bibble 5


U.U. ist es aber sinnvoll die Metadaten über mehrere Presets separat hinzu zu fügen. So z. B. wenn Bilder an Stock-Agenturen angeboten werden sollen, denn verschiedene Stock-Agenturen lassen z. B. Weblinks in den Metadaten nicht zu.


Weitere Einstellungen

Hier setzt der persönliche Geschmack ein. Ich empfinde oft einen kleinen Farbschub als hilfreich. Hier bietet sich der Vibrance-Regler an (da dieser die Hauttöne weniger stark beeinflusst). Meine persönliche Vorgabe liegt oft bei +5. Je nach Bildserie bietet sich auch eine spezielle Gradationskurke (z. B. S-Kurve oder ein spezielles “Filmimitat”) als Preset an. Dazu schreibe ich aber zu einem späteren Zeitpunkt einen ausführlicheren Artikel.


Wichtig - Alles als Voreinstellung festlegen

Nun folgt der letzte und wichtigste Schritt. Wir wollen nun alle festgelegten Einstellungen als Voreinstellung für künftige Bilder speichern.

Dazu machen wir das Bild jetzt wieder zur Miniatur.

-> Menüleiste oben mittig auf das Symbol für Miniaturen klicken. Dann einfacher Ctrl-Klick auf das soeben mit den Einstellungen versehene Miniaturbild. Im Kontextmenü jetzt “Einstellungen” wählen.

Screenshot Bibble 5


Nun bieten sich zwei Alternativen:

Entweder die soeben festgelegten Einstellungen als generelle, oder als kameraspezifische RAW-Vorgabe sichern. Ich verwende eine generelle RAW-Vorgabe. Je nach Wunsch den entsprechenden Menüeintrag wählen und im nächsten Bildschrim auf “OK” klicken. Voilà. Alle künftig (erstmals) mit Bibble geöffneten Bilder haben die entsprechenden Voreinstellungen!

Das war es für heute in Sachen Bibble. Fragen gerne einfach in die Kommentare posten.

Der nächste Artikel zu Bibble wird sich um die PlugIn-Essentials drehen: Welche der mittlerweile recht zahlreichen PlugIns sind ein “must have”.



Colors and shapes: Eine fotografische Annäherung an das schwedische Design

Warum ist das schwedische Design so hochgeschätzt und weltberühmt?
Eine oft gestellte Frage, die mich auch schon viel beschäftigt hat. Heute will ich die Antwort etwas einkreisen.

Es gibt einen übergreifenden Zusammenhang in allen nordischen Kunst- also auch Designrichtungen. Im fotografischen Bereich wird oft die kühle, etwas distanzierte, zugleich aber sehr tiefgründige und aussagekräftige schwedische Bildsprache gerühmt.
Diese “Spachbeschreibung” gilt aber nicht nur für die Fotografie, sondern generell für die meisten nordischen Kunstrichtungen. Warum ist das so?

Eigentlich geht es im nordischen Design in der Regel um die ganz elementaren “Basics”, die Grundlagen, also: Colors & Shapes - Farben und Formen. Künstler aus Skandinavien haben offensichtlich eine besondere Gabe der Reduktion. Die Beschränkung aufs Wesentliche. Sie sind “Reduktionskünstler”. Das Motto lautet: Alles auf den Grund, d.h. die grundlegenden Strukturen, Funktionen, Formen und Farben zurückführen.

Ein in diesem Zusammenhang oft gehörter Slogen lautet: A BETTER LIFE THROUGH GOOD DESIGN. Und der Schlüssel zu diesem guten Leben liegt in der Beschränkung auf die Einfachheit.

Meine persönliche Theorie geht dahin, dass die besondere nordische Gabe auf die Lebensumstände und die hiesige Mentalität zurück zu führen sind. Typisch schwedische Attribute sind z.B.

Miteinander - nicht anecken - integrativ - umgänglich - einfügend - solidarisch.

Übertragen in Bildsprache und Design ergibt das die faszinierend aufs Wesentliche reduzierten Kunstwerke. Hinzu kommen die generellen Lebensumstände und Lebensbedingungen: Im Norden herrscht rauhes Klima. Die Umwelt - so “schön” sie auch sein mag - macht das Leben nicht unbedingt einfach. Das ruft und verlangt nach Dingen, die - gerade auch funktional - zuverlässig auf den Kern beschränkt sind.

Ein dritter Gedankengang führt zu einem weiteren Phänomen des Miteinanders in diesen Breitengraden, das kunstprägend ist: Es besteht eine sehr deutliche Abgrenzung zwischen dem “internen” Kreis der Familie (daher auch die oft von “Zugezogenen” begangene “Todsünde” am “heiligen” Familienfreitag zu stören) und den weiteren “externen” Kreisen. Das kommt im Design zum Ausdruck durch den “geschlossenen Charme”, den viele nordische Designs ausstrahlen.

Um die Grundlagen besser harsuzuarbeiten, habe ich eine neue Rubrik/Kategorie “colors & shapes” eingerichtet, in der künftig Aufnahmen zu sehen sein werden, bei denen es um diese nordische Reduktion aufs Wesentliche geht.

Colors and shapes: Eine fotografische Annäherung an das schwedische Design

"Tiefenmotive" - Was ist Kunst in der Fotografie? Ein Gastbeitrag von Petra Fuelbert

Was ist Kunst in der Fotografie? Ein Gastbeitrag von Petra Fuelbert

Die Vorgeschichte: Ein Beitrag im illuminateblog vom 14. Mai unter dem Titel “Gesellschaften für Bewunderung auf Gegenseitigkeit” und die aktuellen Diskussionen in der Fotoblogwelt um die “100-er Liste” bei Janasworld, haben in den letzten Tagen im Hause Lapplandblog zu umfassenden Diskussionen und Gesprächen geführt. Und letztlich sind wir auf den Trichter gekommen, dass es eben um Kunst geht oder um Nicht-Kunst. Bloss: Was ist Kunst in der Fotografie eigentlich?

Dazu nun heute ein Gastbeitrag von Petra Fuelbert.

Petra - auch “Frau Lapplandblog” genannt - ist in einer eigenen Art von Kunst, der mahlemiutischen, tätig. Neben dem Malen fotografiert Sie auch recht viel. Mehr von ihr gibt es auf ihrem Blog zu sehen und zu lesen.

Nun aber zum Gastbeitrag:

Was ist Kunst in der Fotografie?

Menschen fotografieren, so wie es
ihrem Charakter,
ihrer Sozialisierung, und
ihren bislang im Leben gesammelten Erfahrungen entspricht.

Weil die meisten Menschen die Dimension des linearen Denkens nicht durchbrochen haben oder durchbrechen können, benötigen sie das Wissen über Technik mit dessen Hilfe sie versuchen, in die nächsthöhere menschliche Entwicklungsdimension vorzudringen. Denn aus der menschlichen Entwicklung folgt die handwerkliche Entwicklung und aus dieser die Künstlerische. Kurz: Vom Azubi hin zum Gesellen, zum Meister und dann Schlussendlich innerhalb des Handwerkes zur künstlerischen Gestaltun. Leider bleiben die allermeisten Menschen irgendwo auf dem Weg für den Rest ihres Lebens stehen.

Der Mainstream suggeriert uns allen ständig, wir bräuchten alles mögliche an (neuer) Technik. Dadurch werden die Emotionen gehemmt, was geradezu ein Verbrechen am fotografierenden Menschen ist. Schlimmer noch: Propagiert durch - oft selbsternannten “Gurus” - folgen Menschenströme dieser selbstzerstörerischen Masche.

Folgt Mensch dem Mainstream, wird die Technik, also die Fototechnik, zu einer “Krücke”. Diese behindert viel eher, als sie hilfreich ist. Weil die Menschen das nicht erkennen (können oder wollen?), entwickeln sie sich nicht weiter. Ein Heer von technikvernarrten Kopisten entsteht. Es entstehen Bilder mit “Motivtiefe”, statt echte “Tiefenmotive”.

Kunst aber sind mit Emotionen beladene “Motive”.



Better than "cat-content": Dog content!

dog content
- upptäckt i Malå -

Die Belichtung selbst in die Hand nehmen - Die Handflächen als Belichtungskalibrierung verwenden

Viel kann heutzutage noch nach der Aufnahme “post-processed” werden. Bei der richtigen Belichtung ist das aber meistens mit grösseren Qualitätseinbussen verbunden. Im bemerkenswerten Blog von David Ziser - einem der besten und bekanntesten Hochzeitsfotografen aus den USA - bin ich auf einen hochinteressanten Artikel gestossen: Die Handflächen als Belichtungskalibrierung verwenden. Uns was soll ich sagen: Das funktioniert!

Warum den Aufwand? Gerade bei Festlichkeiten, z. B. Hochzeiten, gibt es zuhauf Flächen, die durch Überbelichtung “ausbrennen” („ausfressen“) können. Die oft verwendete Matrixmessung nimmt eben nur einen Durchschnittswert.

Eine Braut mit ausgebranntem Brautkleid oder Schleier ist nun aber alles andere als schön (und der Kunde wird sich zurecht fürchterlich ärgern). Auch mit Highlight-Recovery ist da meistens gar nichts mehr zu machen, weil es keinen Farbkanal mehr gibt, der noch sinnige Informationen enthält.

Die richtige Belichtung ist also das A und O. Ansel Adams und seinem Zone-System folgend sollte auf Zone IX belichtet werden. Am rechten Rande des Histogramms sollte also noch ein klein wenig “Luft” verbleiben, um das “Ausbrennen” oder “Ausfressen” zu verhindern. Um auf Nummer sicher zu gehen, gibt es eine ganz simple und effektive Methode: Die Handflächen-Belichtungsmessung! Natürlich geht es auch mit der Graukarte, nur verirrt sich das Ding immer dahin, wo es gerade unauffindbar ist. Bei mir zumindest. Eine Handinnenfläche ist aber im Regelfall zur Hand :)

Schritt für Schritt:

1. Halte Deine Handfläche unter denselben Lichteinfall wie Dein Objekt. Wenn Du verschwitzte Hände hast, wische sie vorher ab um Reflektionen zu verhindern, welche die Messung beeinflussen könnten.

2. Achte darauf, dass Deine Handfläche möglichst formatfüllend im Bild ist. Achte darauf, dass Du nicht selbst einen Schatten auf Deine Handfläche wirfst.

3. Fokussiere manuell auf unendlich. Damit beeinflussen die Feinheiten und die Zeichnungen Deiner Handfläche die Messung nicht.

4. Merke Dir die jetzt angezeigten Belichtungswerte (oder nutze den Belichtungslock).
 
5. Jetzt eine Blende weiter auf und die Belichtung passt perfekt.

Warum funktionert das? Der Belichtungsmesser ist auf “Neutralgrau” geeicht. Das entspricht Zone V im Zone-System. Die Handinnenflächen haben Zone VI. Deswegen nach der Messung auf die Handfläche eine Blende aufmachen.

Genial, oder?

Cooles Tool: Elements+ von Andrei Doubrovski

Mächtig was unter Haube. So, oder so ähnlich ist es mit den “abgespeckten” Photoshop Versionen von Adobe. Denn in Wahrheit haben die auf den Namen “Photoshop Elements” hörenden Versionen mehr unter der Haube, als der Hersteller Adobe offiziell angibt.

Hintergrund für diesen Beitrag ist eine Diskussion über die verschiedenen Photoshop-Versionen, die ich in der vergangenen Woche geführt habe. Warum fehlen den vergleichsweise günstigen Elements-Versionen einige wirklich wichtige Funktionen? Gute Frage. Aber es gibt sogar eine noch bessere Antwort. Sie hört auf den Namen “Elements+”.

Andrei Doubrovski, findiger Photoshop-Spezialist und Programmierer hat herausgefunden, dass die Scripting Funktionen der grossen Photoshop-Versionen auch in den Elements-Versionen implementiert sind. Sichtbar für den Anwender sind sie nicht, vorhanden sind sie trotzdem. Diesen Ansatzpunkt hat er sich dann zunutze gemacht, um Photoshop-Elements mehr Power “einzuhauchen”.

In den Bereichen Farbe und Ton, Auswahlbefehle, Ebenen, Smart-Objects, Maskierungsfunktionen, Smartfilter, Pfade, Arbeiten mit Test und Skripte erweitert das kleine Tool von Andrei Doubrovski die Funktionalität. In vielen Bereichen kann Elements damit mit den grossen Brüdern gleichziehen. So bekommt Photoshop-Elements z. B. einen richtigen Kanalmixer und kann mit editierbaren Gradationskurven umgehen.

Das von Andrei Doubrovski entwickelte Tool ist genau genommen eine Sammlung von Skripten, die über die Effekte-Palette aufgerufen werden und zu den verborgenen Funktionen führen. Elements+ ist für alle Photoshop-Elements Versionen von der 1.0 bis zur aktuellen 8.0 erhältlich. Für die neueren Photoshop-Elements-Versionen 6.0 und 8.0 ist der Turboschub besonders ausgeprägt, weil Adobe hier eine vollständigere Skriptimplementierung vorgesehen hat.

Eine Übersicht über alle neuen Funktionen sowie eine Demoversion sind auf der Homepage von Elements+ zu finden.

Die Preisgestaltung ist mehr als anständig. Gerade mal 12 US-Dollar kostet der geniale kleine Helfer.

Ein echter Geheimtipp!

Sensorreinigung extrem

Ein wirklich skurriler Fall, der mir bislang nun wirklich noch nicht untergekommen ist:

Ein Bekannter hat vorbeigeschaut mit einer Kamera, die ein sehr ernstes Problem hatte. Er hatte die DSLR (eine D40) ein Jahr offen, d.h. ohne Objektiv oder Deckel im Regal stehen lassen.

Eines dieser winzigen schwarzen fliegenden Krabbelinsekten (keine Ahnung wie die Dinger heissen, aber sie sind bestimmt bekannt) hatte es tatsächlich geschafft, sich zum Sensor durchzuarbeiten um dort zu versterben.

Mein Bekannter hatte dann eine umfassende Sensor-Nassreinigung versucht. Da der „Fleck“ - nachvollziehbarerweise - sehr beharrlich war, hat er dann etwas Eclipse-Reinigungsflüssigkeit (er sprach von 2-3 Tropfen) direkt auf den IR-Filter geträufelt. Es geschah, was kommen musste: Das Methanol ist schwuppdiwups den Rahmen hindurch und hat sich zwischen den Sensor und das Glas verteilt.

Dann hat er mich angerufen und ein SOS durchgegeben. Er kam dann gleich vorbei, und ich habe eine jener Operationen gemacht, bei denen man immer feuchte Hände bekommt:

Kamera zerlegt - dem Internet sei Dank - und den Sensor freigelegt und das Sensormodul ausgebaut. Schliesslich die Halterung des Lowpass-Filters (3 Schräubchen, eine davon unglaublich festsitzend..., abmontiert und mit mehreren Pec-Pads in den Händen das Glas abgehoben und gewartet, bis der Schmodder auf dem Sonsor verdunstet war. In der Zwischenzeit mit viel Methanol und einigen Pec-Pads (natürlich mit Latexhandschuhen) den Lowpass-Filter so lange geschrubbt, bis die sterblichen Überreste des Insektes endlich verschwunden waren. Dann gings ans Zusammenschrauben. Und - oh Wunder - es hat geklappt. Anschliessend noch eine zusätzliche, behutsame (!) Sensorreinigung und alles wieder bestens.

Was lernen wir daraus?

- Um die Leiterbahnkabel abzuziehen braucht man vermutlich japanische Minifinger. Ein endloses Gefummel.

- Das blasslilafarbene Käbelchen von der Platine ab- und später wieder anzulöten ist Nervenkitzel pur.

- LASS DEINE KAMERA NIE OHNE OBJEKTIV UND OHNE SCHUTZDECKEL AUF DEM BODY RUMSTEHEN!

- Lass die Finger von Sensorreinigungen, wenn Du nicht weisst, was Du tust (und wie).

Hier ein Foto vom Demontage-Zwischenstand:

Sensorreinigung DSLR extrem

Lappland-Katze: Keine Bilder heute :) / Lapland-Cat: No pictures today :) / Lapland-catten: Inga bilder idag :)

Wanted to grab the grab the cam that had been - as usual - residing on the couch next to my office desk and had to stop immediately: The cat had occupied the cam and the lens.

So the lesson of the day seems to be that it is not only us beeing keen on photography :)

OK. So i decided to have a day off and the cam is up to the cat today :D
We gonna see what she is going to shoot. You might guess its going to be about mice. Well see.

Lappland-Katze: Keine Bilder heute :) / Lapland-Cat: No pictures today :) / Lapland-catten: Inga bilder idag :)

Photography News 12/2010

Druckfrisch: Die Photography-News mit Neuigkeiten, Gehirn- und Lesefutter für die Woche.

- Nicht ganz Foto, aber Film: Dass niemand mehr baupte, es gebe keine guten Filmproduktionen aus Deutschland mehr. Summerhill-Lights, ein “kleiner” Independent-Filmproduzent beweist das Gegenteil. Das Schwesterblog hat gerade den ersten Teil einer Rezension zur Trilogie “Wissen über die vierte Macht”, “Revision” und “Schweigen ist feige” veröffentlicht. Im ersten Teil geht es um den Streifen “Wissen über die vierte Macht”. Eine sehr schöne Rezension, übrigens mit Film zum Film!

- Alle Knipser, die sich mit dem Gedanken tragen Hochzeitsfotografie zu betreiben, sollten sich dieses Video (Englisch) in aller Ruhe ansehen und dann nochmals in sich gehen, ob sie diesem Business wirklich gewachsen sind.

- Mehr Fotografie aus Schweden: Der in Malmö beheimatete Fotograf Johan Bävman hat 2009 beim internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ mit einem Foto aus seiner Reportageserie “Albino - In the shadow of the sun” den ersten Preis gemacht. Das Siegerfoto zeigt zwei Schülerinnen im Klassenzimmer einer Schule im Norden Tansanias. Die hellhäutige Selina spielt mit ihrem besten Freund, dem sehbehinderten Mwanaidi. Selina leidet an Albinismus - eine Pigmentstörung, die Haut, Haare und Augen extrem hell und empfindlich macht. Die ganze Serie ist äusserst sehenswert. Auf Johans Homepage auf “Reportage” klicken.

- Zum bereits vor dem Verkaufsstart sagenumwobenen iPad ein interessanter Film zur Zukunft der Multimedialität. Gefunden bei Dominik Moser.

- Einen Blick Wert sind die Portfolios von Tim Kettering.

- Interessante Bilder von den Paralympics und anderen Sportereignissen für Athleten mit Behinderung aus den Jahren 2003-2010 gibt es auf http://www.talbronstein.net zu sehen. Die Seite ist auch ein interessantes Lehrstück in Sachen Business: Marktlücke, d.h. Nische, finden und ein Verkaufskonzept entwickeln.

- Puh. Nachdem der bekannte PlugIn-Programmierer “Sadman” nun sein neuestes PlugIn “Typewriter” vorgestellt hat, ist mein neuer Workflow in Bibble nun endlich komplett. Typewriter (derzeit noch offiziell “Beta”, die aber bereits wie ein Schweizer Uhrwerk läuft - mehr dazu hier) ist ein schlankes, kleines und feines Watermarking-Tool. Im Workflow entwickle ich jetzt erst die hochauflösenden Bilder für Kunden und Archiv und dann im zweiten Durchgang über zwei selbst erstellte Batchques die Web-Versionen (lange Kante 600, bzw. 400 -soweit benötigt). In den Ausgabebatches können bei Bibble einige sehr nützliche Einstellungen vorgenommen werden, z.B. eine spezielle Nachschärfung für die Darstellung im Web. Besonders faszinierend auch die hocheffektive Kompression. Im Qualitätsvergleich liefert Bibbe mir mit Abstand die schlankesten und besten Files. Das Einfügen der IPTC-Daten und das Watermarking mit Typewriter wird mit einem Preset erledigt. Endlich steht die “all-in-one”-Lösung :)

- Und wer schliesslich den Sonntag noch für einige mehr philosophisch angehauchte, aber sehr erschreckende, Gedankenspiele zur Zukunft der „Sozialen Medien“ verwenden möchte, dem sei wärmstens ein sehr provokativer und in ungewöhnlich harten und deutlichen Worten geschriebener Artikel von Markus Reiter in der Zeit-Online ans Herz gelegt: Dumm 3.0.

- In eigener Sache: Habe eine „Real-Raw“ Kiev 60 Mittelformatkamera, Volna 80mm f2.8 Objektiv (entspr. 50mm KB), Ledercase, Prismensucher mit Belichtungsmesser und Lichtschachtsucher, Blitzadapter, abzugeben. Bei Interesse bitte Gebot per Mail.

Allen Leserinnen und Lesern eine gute Woche!

Altes Rathaus Umeå / Gamla Rådhuset Umeå
- Nicht entzerrter Blick aus dem alten Rathaus in Umeå -


Filmrezension - Shooting Beauty - everyone deserves a shot - Ein Film über Authentizität und Fotografie

Shooting Beauty - everyone deserves a shot - Ein Film über Authentizität und Fotografie

Eine Rezension von Petra Fülbert und Henning Wüst


Heute wieder eine Rezension. Es geht um den von Courtney Brent und George Kachadorian produzierten Film “Shooting Beauty - everyone deserves a shot”. Ein “Independent-Movie” über Authentizität und Fotografie, der leider im europäischen Raum noch nahezu unbekannt ist.



Du denkst, Dir fehlen die Voraussetzungen, um gute Bilder zu machen? 

Du machst Dir Sorgen über die von Dir eingesetzte Technik und meinst, Du brauchst unbedingt noch diese oder jene Kamera oder dieses oder jenes Obketiv, um gute Bilder machen zu können? 

Du hast vielleicht Sorgen. Aber: Dir kann geholfen werden!

Bekanntlich gibt es keine Zufälle. Trotzdem sind wir vor etwas 3 Monaten durch einen “glücklichen Zufall” auf den Film “Shooting Beauty - everyone deserves a shot” gestossen. Der Film, der unserer Meinung das Wesen und den Spirit der Fotografie am Besten auf den Punkt bringt. Ein echtes Juwel. Mannigfaltige Horizonterweiterung in verschiedener zusätzlicher Hinsicht gibt es gleich noch mit dazu.  Shooting Beauty ist übrigens kein Film nach Drehbuch, sondern schildert über mehrere Jahre hinweg den Verlauf eines tatsächlichen Projektes. 

Courtney Brent ist als Fotografin in Bosten tätig und stammt aus einer Familie, in der sich alles ums Mode-Business dreht. Sie fotografiert Mode und “schöne Menschen” in allen modischen Lebenslagen. Bei einem Shooting wird sie auf “diese Menschen in ihren Rollstühlen” aufmerksam. Sie geht diesen Menschen nach und stösst auf ein Zentrum für Menschen cerebral bedingten Behinderungen und wird eingeladen, auch dort zu fotografieren. Sie überwindet sich und sagt zu. Was sie dort sieht und erlebt, lässt sie dann nicht mehr los. Die Bilder verfolgen sie und sie wird mit ihren eigenen, dort gemachten Aufnahmen tief unzufrieden. Plötzlich kommt ihr dann der Gedanke, die Rollen zu tauschen. Diese Menschen sollen selbst in die Rolle des Fotografen schlüpfen, und die Kamera “in die Hand nehmen”. Sie stösst auf Zustimmung. 

Courtney kauft also eine Menge Kameras ein - alles analoge Kameras übrigens - und beginnt, die Kameras handicapgerecht für jeden ihrer neuen Kolleginnen und Kollegen umzubauen. Das Projekt wird gleich zum Beginn recht kompliziert. Abenteuerliche Umbauten enstehen, z. B. für Tony, der nur mit seiner Zungenspitze den Auslöser betätigen kann. Das Interesse, ja die Begeisterung der neuen Fotografinnen und Fotografen ist beeindruckend.  Sie “fangen Feuer” für die neue Herausforderung und das Abenteuer Fotografie. Und so werden die Zuschauer mit in die ungewohnte Normalität von Menschen mit Handicaps hereingenommen. Der Gedanke, ihre Welt fotografisch festzuhalten und sich dadurch auszudrücken, greift wie ein Virus um sich. Courtney erhält immer mehr Anfragen nach Kameras.

Der Film schildert über 4 Jahre hinweg die Reise Courtneys in und mit einem Projekt, dessen Ende sie sich sicher nicht im vorhinein hat vorstellen können. Sie lernt eine neue “Normalität” und ungeahnte künstlerische Begabungen kennen und schätzen. 

Nachdem die langen technischen Vorbereitungen und Anpassungen abgeschlossen sind, und alle den Umgang mit ihrer individuellen fotografischen Lösung kennen und beherrschen, folgt schliesslich die fotografische Aufgabe:

“Tell me about your life in one roll of film. Give me a day in your life”.

Die Kamera folgt den einzelnen Fotografinnen und Fotografen auf deren “Höhenniveau” auf Rollstuhlebene. Beeindruckende Einblicke. Insbesondere die Reaktionen der vermeintlich “normalen” Menschen darauf, dass ihnen ein mehrfachbehinderter Mensch im Elektrorollstuhl mit Kamera über den Weg fährt und sie fotograiert, sind schlicht unglaublich. 

Der Film ist dabei erfrischend ehrlich. Courtney berichtet auch von ihren Zweifeln. Würde dieses Projekt jemals etwas werden können? Gleichzeitig werden die kleinen und grossen Probleme des Alltags authentisch geschildert. Die Palette reicht vom versehentlich geöffneten Kamera-Back (analog!), bis hin zum tiefsten Liebeskummer.

Der Film nimmt uns anhand verschiedener Einzelcharaktere an die Hand und führt uns durch den Projektverlauf. Da ist Tony, der bei seiner Geburt einen schweren Sauerstoffmangel erlitt. Tony ist deswegen gelähmt, aber ein hochintelligenter Kopf.

E.J. muss seine Kamera wegen seiner Mehrfachbehinderung mit dem Mund auslösen. Gleichzeitig ist er aber mit seinem Elektrorollstuhl geradzu ein Kamikaze-Fahrer, der sich wagemutig in den fliessenden Strassenverkehr einreiht, weil die Fortbewegung auf den Bürgersteigen für ihn zu beschwerlich und zu langsam ist.

Cheryl ist eine junge Frau, die nicht sprechen kann. Ihre Umgebung glaubte deswegen lange Zeit, dass sie gehörlos sei. Aber in Cheryl verbergen sich ein sehr aufgeweckter Kopf mit brillianten Gedanken und eine Seele mit tiefsten Emotionen. 

Eine Truppe verkannter Genies! Im Umgang mit ihnen erkennt Courtney - eigentlich der Fotoprofi - ihre eigenen Begrenzungen. Sie ist kein Psychologe, keine Ärztin. Nein, sie ist Fotografin und wird im Laufe der Zeit zur Freundin.

Die erste grosse Runde wird gezeigt, in der die bisher enstandenen Aufnahmen kritisiert und bewertet werden sollen. Mit beeindruckender Geduld, Empathie und einer grossen Schachtel mit Abzügen geht Courtney durch die Runde. Die Einhelligkeit der Bewertungen ist frappierend. Die Fotos sprechen Bände. Ungewohnte und faszinierende Perspektiven. Viele davon sind auf den ersten Blick als Kunst auszumachen.

Tony schildert uns, wie er mit einer seiner Aufnahmen die Reaktion der Gesellschaft auf einen Menschen mit Handicaps im Rollstuhl erzählt. Das ist ihm mit Bravour gelungen. Das Spektrum der Aufnahmen ist weit gestreut. Einige der Fotografinnen und Fotografen fotografieren die Menschen in ihrer Umgebung. Andere haben sich auf Selbstportraits spezialisiert, wieder andere auf Stilleben.

Die Geschichte von Tom ist eine besondere. Eine, die unter die Haut geht. Er ist zunächst völlig ablehnend. Ihm eine Kamera zu geben sei reine Filmverschwendung, sagt er. Tom, der u.a. eine extreme Wirbelsäulenverkrümmung hat, infolge derer er nur auf dem Bauch liegen kann, wurde von seiner Geburt bis zu seinem 18. Lebensjahr von seinen Eltern im Obergeschoss des Hauses quasi eingesperrt. Erst mit 18 Jahren kam er das erste Mal ins Freie und dann gleich in eine Pflegefamilie. Er ist ein Einzelgänger, der mit seinem Spezialrollstuhl in dem er auf dem Bauch liegend fahren kann, unterwegs ist.

Als er sich dann schliesslich doch fürs Fotografieren interessiert, beginnt er zu lächeln. Das erste Mal in seinem Leben. Er wurde von einem Menschen mit einem Handicap zu einem Menschen mit einer Kamera. Die Kamera gab ihm einen Wert. Er engagiert sich nun voll. Der Film zeigt ihn in der Dunkelkammer beim Erstellen von Abzügen. 

Courtney geht das Wagnis ein und begibt sich auf die Suche nach einer Galerie die bereit ist, die Fotografien auszustellen. Zunächst erntet sie nur Absagen mit dem Standardkommentar “wer wolle sich denn das schon ansehen”. Trotzdem kämpft sie weiter.

Ein Schwenk zu Chris und Kerri, die am Anfang einer sich anbahnenden Beziehung stehen. Völlig andere Werte als in der vermeintlich “normalen Welt” werden sichtbar . Trotzdem gehen sie wieder auseinander. Höhen und Tiefen des Lebens. Authentisch, hautnah und in den Kontext des Fotoprojektes eingebettet. 

Courtneys Ringen um eine Galerie geht weiter und der Jubel ist riesig, als sie schliesslich die Zusage einer renommierten Galerie, des Cambridge Multicultural Art Centers erhält. Nun geht es an die Ausstellungsvorbereitungen, bei denen Courtney tatkräftig von ihren College-Studentinnen unterstützt wird. Die Medien beginnen sich für das Projekt zu interessieren. Beiträge im TV und in Zeitungen erscheinen.

Mitten in die Vorbereitungen zur Ausstellung hinein ein Anruf. Tom wurde mit einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Er ist bewusstlos und wird beatmet. Nach 2 Monaten stirbt er, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Höhen und Tiefen des Lebens. Der Film zeigt die authentischste Beerdigungsfeier, die ich je gesehen habe. 

Tom hat uns gezeigt, was man aus seinem Leben machen kann. Unabhängig von allen  Umständen und Voraussetzungen.

Schliesslich naht der grosse Tag der Ausstellungseröffnung. Vier Jahre sind seit dem Beginn des Projektes verstrichen. Die Ausstellung ist Tom gewidmet. 

Adrenalin. Letzte Vorbereitungen. Tony wird vor der Eröffnung interviewt. Sein Statement: “The biggest thing is to start the conversation”. 

Es ist Showtime. 18 Uhr, Eröffnung. Doch gähnende Leere. Keine Besucher. Die Zweifel beginnen an Courtney zu nagen. Vielleicht interessiert sich ja doch niemand dafür? Aber nach einer langen und bangen Stunde des Wartens füllen sich die Ausstellungsräume, bis sie schliesslich überfüllt sind. Presse, Funk und Fernsehen sind präsent. Die Besucher sind bewegt und begeistert von den Aufnahmen und deren Präsentation. Und selbstverständlich sind auch die Fotografinnen und Fotografen anwesend. 

Der Tenor lautet: “We did it!”

Der Streifen hat übrigens über dem Ozean mittlerweile schon jede Menge Preise erhalten. Ein kleiner Auszug:

AUDIENCE AWARD- Best Film of the Festival- Woods Hole Film Fest
AUDIENCE AWARD- Best Documentary- IFFBoston
AUDIENCE AWARD- Best Feature Film- Phoenix Film Festival
AUDIENCE AWARD- Top Rated Documentary- Maine Int'l Film Festival
AUDIENCE AWARD- Newburyport Documentary Film Festival 2009
AUDIENCE AWARD- Top Documentary 2009 Moondance Film Festival
BEST DOCUMENTARY- New Hampshire Film Festival 2009
BEST of the FEST- Encore Screening- Rhode Island Film Festival 2009
ENCORE SCREENING- Sidewalk Film Festival 2009
MOST INSPIRATIONAL DOCUMENTARY- Atlanta DocuFest 2009
WORLD PREMIERE- Full Frame Film Festival April 2009

Im Abspann schildert der Film schliesslich auch noch die nächsten 2 Jahre. Eines der Pärchen hat geheiratet und wurde wieder geschieden. Courtney hat Nachwuchs bekommen. Und Tony ist Profi geworden und tourt mit Ausstellungen seiner Werke durch die Lande. 

Fazit: Anschauen! Wir haben mit gelacht. Wir haben mit geweint. Wir haben mit getrauert. Wir haben mit gebangt. Wir haben mit gefiebert. Dieser Film stellt alles, was wir bislang über Fotografie gesehen haben, absolut in den Schatten. Fotografie ist grenzenlos. 
   

Mehr Infos gibt es hier:

-> Offizielle Homepage zum Film

-> Trailer zum Film

-> Gruppe auf Facebook zum Film

Gastbeitrag auf FOTOGRAFR.de - Buchrezension Dr. Endress Wanckel: Foto- und Bildrecht

Für FOTOGRAFR.de, das Magazin für Fotografie, habe ich einen Gastbeitrag verfasst, der nun online abrufbar ist. Eine Buchrezension zum „Foto- und Bildrecht“ von Dr. Endress Wanckel. Ein sehr gutes und sehr nützliches Buch. Mehr dazu in der ausführlichen Rezension.

-> Hier gehts zum Beitrag auf Fotografr.de

Photography News 10/2010

Eine geradezu philosophische Frage zum Beginn:

Dürfen “News” eigentlich zeitlos sein?

Ich denke schon. Deswegen stelle ich heute die Frage nach den empfehlenswertesten Büchern zum Thema Fotografie an den Anfang.

- Welche Bücher “muss” man als Fotograf/Fotografin gelesen und verinnerlicht haben?

In den vergangenen Tagen bin ich in Gesprächen und Diskussionen immer wieder über die Frage nach den besten (Lehr-)Büchern zum Thema Fotografie gestolpert. Um es kurz zu machen hier meine persönliche Hitliste. Kurz und prägnant, und direkt vom Regal über meinem Schreibtisch zitiert:

Mein Platz 1:

Andreas Feininger, Der Schlüssel zur Fotografie von Heute, Econ-Verlag, 1958.

Vor langen Jahren in einem Antiquariat für eine - damals noch - D-Mark erworben, hat mich dieses Buch richtungsweisend geprägt und geleitet. Ich habe seitdem in viele grundlegende Werke zum Thema Fotografie hinein geschaut, aber praktisch nichts gefunden, was nicht auch schon im Feininger stehen würde.

Bereits die grobe Gliederung des 382-Seiten starken Buches in die 5 Abschnitte
- Vom Wesen der Fotografie
- Das Objekt,
- Der Fotograf,
- Das Bild, und
- Die Bildserie
ist Programm.

Feininger verstand es “auf den Punkt zu kommen”, und das ganz ohne in technische Fragen abzurutschen. Die beiden Bilderteile sind zeitlos beeindruckend. Und seine sehr wenigen Zeilen über die Auswahlkriterien für fotografische Ausrüstung sind noch heute gültig.

Leider ist dieses Werk seit langen Jahren - wenn überhaupt - nur noch antiquarisch zu bekomen. Zwei Bücher von Feininger, die in derselben Liga spielen, sind aber derzeit noch recht günstig zu haben:

Andreas Feiningers grosse Fotolehre (auf Amazon: Andreas Feiningers große Fotolehre) als Taschenbuch für EUR 12,95 und
Die Hohe Schule der Fotografie (auf Amazon: Die Hohe Schule der Fotografie: Das berühmte Standardwerk) als Taschenbuch für EUR 8,95.

Mein Rat: Lesen und umsetzen!

(* Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich die Bücher zuzulegen, kann die Links zu Amazon nutzen und damit auch diese Website unterstützen, die ich in meiner knappen Freizeit pflege).

Mein Platz 2:

Die Klassiker-Trilogie von Ansel Adams. Die drei Bücher “The Camera”, “The Negative” und “The Print” bedürfen wohl keiner weiteren Ausführungen. Ich hab sie mir als “Prachtausgabe” in den 90-er Jahren in den USA zugelegt und keinen Cent der Investion jemals bereut. Mehr muss ich zu diesen Werken eigentlich nicht schreiben, oder?

- Und sonst?

- Zur Lektüre unbedingt empfehlen möchte ich diese Woche Michael K. Trouts Blogartikel zur “Definition des Neofotografismus”. Ihm ist wieder einal nichts hinzu zu fügen :)

- Kostenlose-Goodies: Über Mike Schelhorn bin ich auf zwei sehr schöne, neue und kostenlose Goodies gestossen. Bei One Software gibt es derzeit 2 Freeware-Versionen zum kostenlosen Download (nur kostenlose und unverbindliche Registrierung erforderlich): Eine Freeware-Version der bekannten Photo-Tools und von PhotoFrame. Beide jeweils für PC und Mac.

- Für Bibble 5 - den RAW-Konverter für Fotografen - sind einige neue PlugIns zu vermelden:

.. MindSocket hat einen neues GradFilter-PlugIn (ND Grad Filter) vorgestellt, der sehr nützlich ist.

.. KBarni - ein alteingesessener PlugIn Programmierer für Bibble - hat Vigne released. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um einen Filter mit dem sich Vignettierungen aller Art herbeizaubern lassen.

.. Thomas Baruchel hat eine ganze Reihe von sehr interessanten PlugIns vorgestellt und erweitert das Angebot auch laufend. Seine PlugIns sind sehr kreativ und teilweise auch sehr experimentell. Es finden sich echte Schätze darunter. Einfach mal stöbern.


So und jetzt liebe Leserschaft:
Greift zur Kamera und geht Bilder machen. Wir lesen uns die Tage!


an angel waiting for the summer
- an angel waiting for the summer -

Photography News 9/2010

Eine heftige Debatte erschüttert derzeit das Lager der journalistisch tätigen Fotografen. Worum geht es? Um den sehr erstrebenswerten World Press Photo Award; eine Auszeichnung, mit der jährlich die besten fotojournalistischen Leistungen in verschiedenen Rubriken honoriert werden. Eine Auszeichnung ist eine grosse Ehre und die prämierten Arbeiten werden mit einer Wanderausstellung ein Jahr lang weltweit ausgestellt.

Den dritten Platz in der Rubrik “Sports Features” hatte bei der 2010er Prämierung Stepan Rudik für seine in schwarz/weiss gehaltene Fotoserie über “Street fighting” unter Jugendlichen in Kiew erhalten.

Nach der Prämierung hatte die Jury auf einen Tipp hin wegen Manipulationsverdachts die originalen RAW-Dateien bei Rudik angefordert. Daraus ergab sich dann, dass Rudik auf einer Aufnahme eine eigentlich winzige und kam auffallende Fusspitze wegretuschiert hatte. Das führte dann zur Disqualifikation. Formal richtig, denn im Fotojournalismus hat Retusche am Bildinhalt nichts zu suchen. Auf dem fraglichen Bild ist - in dramatischem schwarz/weiss und mit kräftiger Vignette - die Hand eines Kombattanten zu sehen, die gerade für einen Kampf bandagiert wird.

Soweit so gut. Bei PetaPixel sind hier (bitte zum Verständnis unbedingt ansehen!) das eingereichte Bild und das Originalbild zu sehen. In der Tat wurde eine kleine Retusche vorgenommen.

Viel schockierender ist aber der Vergleich zwischen dem ebenfalls bei PetaPixel zu sehenden Originalframe und dem schlussendlichen Crop, der - nach offensichtlich umfangreicher schwarz/weiss-Umwandlung - beim Wettbewerb eingereicht wurde. Das Originalbild ist eine viel umfassendere Szene, die für sich genomen eher wie ein dürftiger “Gelegenheits-Schnappschuss”, also ziemlich unspektakulär, aussieht. Der Crop umfasst - wohlwollend geschätzt - ungefähr ein Zehntel (eher weniger) des Originalbildes (was auch die „urige“ Körnung im Wettbewerbsbild erklärt).

Das bringt mich aber doch sehr ins Nachdenken. Eigentlich erwarte ich doch von einem Fotojournalisten, dass er - soweit möglich - formatfüllend “ran ans Geschehen” geht. Aus dem Originalbild und den weiteren Bildern der Serie ergibt sich, dass das hier kein Problem gewesen wäre. Das Bild wurde also durch “Etremcropping” quasi “hergestellt” oder “herausdramatisiert”. Das mag durchaus vertretbar sein, wenn ein näheres Herangehen an eine Situation wegen einer situationsbedingten Gefährdung nicht möglich ist (Feuergefecht, Grossbrand, Explosionsgefahr, usw.). Wo aber eine echte Nahaufnahme möglich ist, überschreitet ein solches Extremcropping meiner Meinung nach die Grenze der prämierungswürdigen Fotografie. Um es klarzustellen: Aus einem 3:2-Seitenverhältnis z. B. eine - die kürzere Originalkante wahrende - Aufnahme im Seitenverhältnis 1:1 zu croppen ist völlig in Ordnung (zumal, da es - vom wohl nicht so reportagegeeigneten Mittelformat abgesehen - derzeit so gut wie keine Digitalkameras gibt, die echtes 1:1 Format bieten).

Die Meinung der Leserinnen und Leser zur Thematik würde mich sehr interessieren!

Nun aber noch ein erfreulicheres Thema.

Über fokussiert.com bin ich auf die mir bislang unbekannte Fotografin Marianne Breslauer aufmerksam geworden, zu deren 100. Geburtstag die Schweizerische Fotostiftung 27. Februar bis 30. Mai 2010 in Winterthur eine umfassende Retrospektive veranstaltet. Das fotografische Werk der 2001 verstorbenen Künstlerin umfasst eine erstaunlich kurze Zeit: 1927 bis 1938. Zum relativ frühen und jähen Ende ihrer fotografischen Phase sagte die Künstlerin selbst den eindrücklichen Satz:

“Wenn ich weiter in dem Bereich gearbeitet hätte, wäre ich zum Film gegangen. Mit dem Fotografieren war ich fertig.”

Mehr zum Werk von Marianne Breslauer und etliche ihrer Fotogrefien gibt es hier und hier auf der Seite der Schweizerischen Fotostiftung.

Rezension: “Stockfotografie” von Robert Kneschke

Rezension: “Stockfotografie” von Robert Kneschke

Rezension: “Stockfotografie” von Robert Kneschke<br />
- this shot by petra fuelbert -


Intro

Zu diesem Buch kommt mir ein bedeutungsschwerer Satz in den Sinn:

Know-How ist wie Liebe: Es wächst und nimmt zu, wenn es weiter gegeben und geteilt wird.

Ich lasse die Katze gleich zu Beginn aus dem Sack: “Stockfotografie” von Robert Kneschke ist ein Buch, das mich begeistert. Und das aus einer ganzen Reihe von Gründen.

Und noch etwas möchte ich gleich am Anfang klarstellen: Ich ziehe ich meinen Hut, dass Robert in diesem Buch eine so unglaublich grosse Fülle an wertvollem und verwertbarem Know-How weitergibt. Alle Achtung und ein grosses Kompliment. Denn Robert ist einer der nicht allzu vielen Fotografen in Deutschland, die von reinem Stock ganz gut leben können. Er hätte also eigentlich gar keinen Grund, grosse Teile seines Know-Hows so offen zu teilen.

Die Rezension

Wie immer zuerst zu den “Äusserlichkeiten”: Das Buch kommt im Format etwas über DIN A5 daher (17x24 cm) und hat 416 Seiten. Das Druckbild ist sehr angenehm. Wichtige Hinweise und Anmerkungen sind praktisch und zugänglich in kleine graue Kästchen an den Layoutrand gerückt. Mich stört einzig, dass das Papier etwas zu sehr “glänzt”. Ich habe die Leselampe direkt über meinem Schreibtisch, was das Lesen teilweise erschwert hat. Keine grosses Problem allerdings, denn bei 40 Grad Neigung auf dem Leseständer sind die Reflektionen wieder verschwunden.

In anderen Rezensionen wurde bereits darauf hingewiesen, dass der Hauptteil des Buches in Schwarz/Weiss gehalten ist. Ab Seite 385 findet sich im Anhang B ein farbiger Bildteil. Ich finde diese Lösung sehr gut, denn dadurch werden Druckkosten gespart. Und das schlägt sich unmittelbar im Preis nieder: Mit 24,95 Euro ist das Buch ein echtes Schnäppchen.

Vergleichende Anmerkung dazu am Rande: Vor einigen Monaten hatte ich mir - mehr aus Neugier - ein anderes Buch zum Thema Stockfotografie bestellt, das mich masslos enttäuscht hatte. Dieses bot in knapp über 100 Seiten für 14,95 Euro nur äusserst spärlichen Inhalt (nichts verwertbares) und war schlicht ein Totalausfall. Schade um jeden Baum, der für das Buch gefällt werden musste. Ganz anders indes “der Kneschke”: Geballtes Know-How zum sensationsverdächtigen Preis-/Leistungsverhältnis!

Nun aber zum Inhalt. Autor und Lektor haben eine sehr gute Arbeit abgeliefert. Das Buch zeichnet sich durchgängig durch eine flüssige, gut lesbare und trotzdem der jeweiligen Problemtiefe angemessene Sprache aus. Das Lesen selbst längerer Textpassagen ist angenehm und nicht anstrengend.

Das Buch besteht aus zwei Hauptteilen. Im ersten Teil (Teil A, Seite 13-174, Kapitel 1-14) geht es ums “Fotos machen”. Im zweiten Teil (Teil B, Seite 175-362, Kapitel 15-30) gehts es dann ums “Fotos verkaufen”. Ergänzend kommen 2 Anhänge hinzu. Im bereits erwähnten Anhang B finden sich viele Farbfotografien. Im Anhang A finden sich ein gut gemachtes Glossar, Textmuster und jede Menge aktuelle Weblinks.

Der Verlagswerbung nach richtet sich das Buch “sowohl an Neulinge in dem Bereich der Stockfotografie, die mit ihrem Hobby ein paar Euro nebenbei verdienen wollen, als auch an Hobby-Fotografen, die schon seit Jahren Fotos verkaufen und nun den Sprung in die Profi-Liga schaffen wollen.” Eine grosse Herausforderung, diese unterschiedlichen Niveaus “unter einen Hut zu bringen”. Kann das Werk diesem Anspruch genügen? Meiner Ansicht nach ja, denn die sehr gute und detaillierte Gliederung gibt dem fortgeschrittenen Leser die Möglichkeit, sich zunächst gezielt seinen Wunschthemen zu widmen.

Kleiner Exkurs dazu: Angenommen ein potentieller Buchkäufer versteht sich bereits gut auf die technisch-fotografischen Aspekte und ist primär an der Funktionsweise des Stockfotografie-Marktes und an den Feinheiten der Verkaufsseite interessiert. Dieser Leser würde im ersten Teil des Buches auf 4 Kapitel verzichten können. Würde sich der Rest des Buches dann trotzdem noch lohnen? Absolut, denn immerhin blieben noch 26 Kapitel mit wichtigem Inhalt übrig. Ergo: Wer sich schon auf die Grundlagen der Fotografie versteht und sich speziell mit dem Fotoverkauf über Stock beschäftigen möchte, liegt mit dem Buch auch völlig richtig. Denn gerade in den Stock-spezifischen Kapiteln kann Robert sein Insiderwissen besonders gut ausspielen und an die Leserin und den Leser bringen.

Übrigens: Die bereits “fotokundigen” Leser sollten in jedem Fall der Versuchung widerstehen, lediglich den zweiten Teil des Buches zu lesen. Denn auch im ersten Teil stecken jede Menge spezifische Informationen zur Stockfotografie. Das fängt schon mit der - eigentlich ziemlich grundlegenden Frage - nach den geeigneten Motiven für Stock in den Kapiteln 5 und 6 an.

Zurück zur Gliederung: Gliederungen sind im Regelfall ein genereller Masstab dafür, wieviel sich ein Autor mit der Materie auseinander gesetzt, und diese durchdrungen hat. Und an dieser Stelle kann ich Robert nur ein dickes Lob aussprechen. Es ist ihm gelungen, das Thema umfassend abzudecken und übersichtlich und nachvollziehbar zu gliedern. Die einzelnen Kapitel (und grösstenteils auch Unterabschnitte) sind aus sich selbst heraus verständlich (d.h. sie sind „einzeln“ lesbar).

In diesen Zusammenhang gleich noch ein weiteres dickes Lob: Manche Punkte verraten, wie intensiv Robert in der Materie beheimatet ist. Wichtige Punkte, die allerdings nicht ohne weiteres offensichtlich sind. Als ein Beispiel seien die Ausführungen in Kapitel 20.5 genannt. Dort geht es um die Sensibilisierung für die Frage, was mit den bei Bildagenturen online gestellten Bildern beim Tod des Fotografs geschieht. Robert bietet natürlich keine erschöpfende erbrechtliche Aufarbeitung der Frage. Das ist selbstredend, denn dies ist Sache der Spezialisten und würde vom Umfang her an den Umfang von Roberts Buch heranreichen. Aber er sieht das Problem, greift es auf und gibt einige sehr gute Praxistipps, an was der Fotograf sinnvollerweise zu Lebzeiten denken sollte, um die Situation für seine Erben (bzw. einen Vermächtnisnehmer) handhabbar zu machen.

Das führt uns zu einem weiteren Einwand, der grundsätzlich allen Handbüchern und Kompendien gegenüber gebracht werden kann. Ist der Tiefgang bei allen behandelten Themen - und das sind ja nicht wenige - ausreichend? Die Antwort fällt geteilt aus. Wer ein fototechnisches Grundlagenbuch sucht, liegt hier vermutlich falsch, auch wenn Robert viele grundsätzliche Fragen in diesem Bereich mitbehandelt. Wer einen umfassenden Rechtsratgeber zum Fotorecht sucht, liegt auch falsch. Denn in diesem Buch geht es zunächst um Stockfotografie-spezifisches Know-How und die Verzahnung dessen mit verschiedenen anderen fotografischen und nichtfotografischen Themen. Und gerade diese Verzahnungen, z.B. mit dem Erbrecht, machen das Buch besonders wertvoll (ohne in den Randbereichen ein spezielles Fachbuch oder eine Beratung ersetzen zu können und vermutlich auch zu wollen).

Interessant finde ich übrigens auch, dass Robert seine Weitsicht und die Einsicht in die Dynamik der Materie beweist, indem er sich auch den Themen Stockaudio und Stockvideo annimmt.

Besonders spannend wird es dann natürlich im zweiten Teil des Buches. Hier legt Robert einen ersten Schwerpunkt auf die in der Praxis besonders wichtige und besonders oft vor Probleme stellende Verschlagwortung. Anschaulich und mit vielen Tipps - und wertvollen Links - erklärt und beschreibt er die verschiedenen Möglichkeiten.

Besonders informativ und hilfreich sind auch die Tipps und Hinweise zur Auswahl der passenden Agentur nebst einer aktuellen Übersicht von 17 Agenturen, die derzeit “trendy” sind. Auch das Thema Statistik und Beurteilung derselben kommt nicht zu kurz. Schliesslich gilt es ja, die eigenen Portfolios immer weiter zu optimieren.

Hilfreich schliesslich auch die Hinweise im Kapitel 26 (Versicherungen und Vereine), insbsondere der Hinweis zur Berufsgenossenschaft Druck und Papier. Gerade weil die Pflichtmitgliedschaft in Berufsgenossenschaften für diverse Berufsgruppen ein lang veraltetes Markthindernis ist (das schön längst abgeschafft sein sollte), ist es z. B. besonders wichtig zu wissen, dass deren Damoklesschwert über praktisch allen Stockfotografen schwebt.

Das Kapitel zum Thema Steuern - leider oft ein abschreckendes Thema in vielen Büchern - wird dem Leser praxisnah vermittelt. Ich hätte vielleicht noch den Hinweis ergänzt, dass die Inanspruchnahme externer Hilfe dem Stockfotografen hier die Möglichkeit bietet, sich mehr auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Erstaunlich und unerwartet schliesslich ein - allerdings sehr kurzes - Kapitel zu möglichen Berufserkrankungen.

Wiederum sehr hilfreich - und zugleich auch sehr sympathisch - ist das Kapitel 29, in dem Robert nicht nur die Einnahmen verschiedener international bekannter Stockfotografen, sondern auch Teile seiner eigenen Zahlen zusammen getragen hat. Das hilft dem Leser, ein “Gefühl” für das Marktvolumen und die zu erzielende Grösse individueller “Kuchenstücke” zu gewinnen.


Fazit: Robert Kneschke zeigt in diesem umfangreichen, aktuellen und unterhaltsamen Buch auf, was ein gutes, d.h. gut verkäufliches, Stockfoto ausmacht und wie Sie Stockfotos bestmöglich verkaufen können. Er behandelt nicht nur die Kernbereiche der Thematik ausführlich, sondern widmet sich auch vielen verzahnten Themen, die im Zusammenhang mit der Stockfotografie stehen.

Von mir gibt es für das Buch eine klare Bestnote mit Empfehlung!

Hier gibt es Leseproben auf der Homepage des Verlages, auf der das Buch auch direkt bestellt werden kann.

Photography-News 7/2010

Die Woche war fotografisch ruhig (meine ganz persönliche Woche aus deswegen, weil eine üble Erkältung mich mehr als mir lieb war in Schach gehalten hat).

In Sachen Bibble gibt es schon wieder Neuigkeiten zu vermelden. Im Laufe der Woche hat Bibblellabs die Version 5.0.2 vorgestellt.

Diese beinhaltet jetzt Soft Proofing und die Unterstützung einiger neuer Kameramodelle. Im Detail:

- Neue Funktion: Soft Proofing erlaubt die Bildschirmausgabe und -kontrolle von Fotos entsprechend der Abbildungsqualität des für die Druckausgabe gewählten Druckers
- NEU: RAW-Support für folgende Leica-Kameras: M8, M9, X1, Digital MODUL-R8, Digital MODUL-R9
- NEU: RAW-Support für folgende Ricoh-Kameras: GX-100, GX-200, GR Digital II, GR Digital III, GXR
- NEU: RAW-Support für folgende Sony-Kameras: a230, a380, a500
- NEU: RAW-Support für Canon-Kameras folgender Typen: D30, D60, G2, G3, G5, G6, S40, S45, S50, S60, S70, Pro 1, SX1

Mehr Infos beim Vertrieb von ASH hier.

Da wir gerade bei Bibble sind. Plötzlich nimmt die Zahl an PlugIns von Drittanbietern deutlich zu. Darunter auch etliche kostenlose Varianten, die mitunter sehr spannende Funktionen bieten. Wer sich hier auf dem Laufenden halten möchte, sollte diese Rubrik im Supportforum bei Bibblelabs im Auge behalten. Dort werden die aktuellsten PlugIns im Regelfalle präsentiert.

Schliesslich möchte ich auch heute nochmals auf das vor einiger Zeit hier schon einmal erwähnte burn magazine hinweisen. Beeindruckendes und wohltuendes Niveau. Fotografie mit Aussage. Balsam - auch wenn es um die Realität geht.

Und mit den besten Wünschen zum Wochenende noch ein experimentelles Bild: „One Million Diamonds“.

one million diamonds

Minox DSC im Test als Filmkamera - "Der nördlichste Agent?"

Das mehr dem kreativen und künstlerischen Film zugewandte Schwesterblog hat sich die Minox DSC als Filmkamera unter die Lupe genommen und ist zu erstaunlichen Resultaten gelangt.

Wer sich für die kultige „Kleine“ interessiert, sollte sich das unbedingt mal ansehen. Und einen Demofilm gibt es auch. Wer darüber hinaus originale Out-of-the-Cam Dateien haben möchte, darf sich - wie immer in Sachen Minox - gerne melden.

Wir meinen, dass „die Kleine“ eigentlich einen Kultstatus verdient. Für alle Kreativen deutlich cooler als jedes iPhone.

-> Hier gehts zum Testbericht „Minox DSC im Filmeinsatz“

Photography-News KW 5/2010, and: Crossroad into the light

- Manchmal habe ich das Gefühl älter zu werden. Die Zeiten als wir noch mit Photoshop 3.0 (eine geradezu legendäre Version) am Performa 475 gearbeitet haben, scheint wie gestern. Dabei ist das auch schon wieder 14 Jahre her :)

Richtig geraten, das erste Thema dreht sich heute um Photoshop.

1987 begann Thomas Knoll mit der Entwicklung des Programmes und 1990 lag die Version 1.0 (damals noch exclusiv für den Mac) vor. Derzeit ist die Version CS4 (in direkter Nummernweiterführung ist das eigentlich die Version 11.0) aktuell, und Photoshop ist „der Standard“ wenn es um Bildbearbeitung geht. Hier feiert Adobe - der Hersteller - die Party zum 20-jährigen Jubiläum. Das genaue Jubiläumsdatum ist übrigens der 19. Februar. Also schon mal den Sekt kalt stellen :)


- Hasselblad - schwedischer Hersteller von Mittelformatkameras - ist sehr aktiv:

• Hasselblad-Shooter (genauer: Owner) dürfen sich freuen, denn eigens für sie wurde vom schwedischen Hersteller die vermutlich exclusivste Fotocommunity der Welt geschaffen: Der Hasselblad Owner's Club. Bin gespannt, was wir dort demnächst alles betrachten dürfen.

• Und da wir gerade bei Hasselblad sind: Eine neue Kamera von Hasselblad gibt es auch zu vermelden. Am 10. Februar wird offiziell die neue H4D-40 vorgestellt. Zwar ist noch nicht der 10.2., aber einige Details zum neuen Digital-Mittelformat-Wunderwerk sind bereits durchgesickert:

Auflösung 40 Megapixel (7.304 x 5.478 Pixel), bei einer Sensorgrösse von 33,1 x 44,2 mm.

Aufnahmeformat wahlweise das Hasselblad-eigene 3FR-Format (Dateigrösse ca. 50 MB) oder TIFF (Dateigrösse 120 MB).

Aufnahme- und Verarbeitungszeit ca. 1,1 Sekunden pro Bild (d.h. ca. 33 Bilder pro Minute).

Integriertes „Hasselblad True Focus System“ mit „Absolute Position Lock“. Hintergrund dazu ist, dass digitale Mittelformatkameras nur einen Fokuspunkt in der Bildmitte haben. Wird die Kamera nach dem Fokussieren zur Komposition geschwenkt, kann dadurch - insbesondere bei nahen Objekten - ein ganz leichter Fehlfokus auftreten. Dieser wird durch das Hasselblad-eigene Korrektursystem intelligent ausgeglichen.

Mit einem 80mm-Objektiv („Normalobjektiv für Mittelformat“, entspricht 50mm bei Kleinbild) soll die Kamera - dem Vernehmen nach - um die 16.500 Euro kosten. In Anbetracht der technischen Daten ein Schnäppchen, das Begehrlichkeiten weckt.


- Übrigens: Das neue Stockfotografie-Buch (Details) von Robert Kneschke liegt vor mir zur Rezension. Gestern ist es eingetroffen und ich bin gerade auf Seite 160 von 415. Bereits jetzt kann ich aber schon sagen, dass das Buch mich begeistert und ein „must read“ für alle in Stockfotografie interessierten Fotografen ist. Geballtes Know-How!
Die ausführliche Rezension kommt in einigen Tagen.


Schliesslich noch etwas Fotofutter:

- Marcel
hat diese Woche in seinem Fotoblog ein Foto gepostet, das mich sehr angesprochen hat. „Die Brücke“ drückt für mich sehr viel aus und lädt zum sinnierenden Verweilen im Bild ein.


- Thomas hat diese Woche ein schlichtes, aber ebenfalls sehr besinnliches Foto gepostet, das zum Nachdenken über die Sinnfrage einlädt: „Grabstein“.


In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches und trotzdem schönes Wochenende!

Crossroad into the light
- Crossroad into the light -

Fototipp: Polarlichter (Nordlichter, Aurora borealis) richtig fotografieren [Update: 03.10.2016]

Heute soll es um das Fotografieren von Polarlichtern (Nordlichtern, Aurora borealis) gehen. Ein Artikel, den ich eigentlich schon seit einiger Zeit in der Mache habe. Leider haben die atmosphärischen Bedingungen in dieser Wintersaison nicht mitgespielt. Wir hatten praktisch keine Polarlichter. Teils weil es einfach keine gab, teils weil der Himmel bedeckt war. Ärgerlich, aber kein Grund das technische Know-How nicht zu teilen :) Und hoffentlich kann ich in dieser Saison noch ein paar aktuelle Bilder nachreichen.

Übrigens: Die Inuit - eskimoischen Volksgruppe, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland lebt - hat ein Sprichwort, wonach das Ende der Polarlichter auch das Ende der Menschen bedeutet.

Ans Werk:

Bevor es ans Fotografieren geht, müssen also zuerst einmal die Polarlichter her. Hier hilft eine sehr gute Webseite, auf der die Polarlicht-Aktivität in den nordpolaren Regionen dokumentiert ist. Anschliessend ist der lokale Wetterbericht gefragt. Und wenn es dann (endlich!) Polarlichter und klaren Himmel hat, kann es ans Werk gehen.

Zuerst müssen einige Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden:

Auslöser: Kamera auf Fernauslöser - oder Selbstauslöser - damit nichts verwackelt.

ISO: Hängt mit der Belichtungszeit zusammen. Viele Polarlichter haben bezaubernde Details. Diese gehen in der Regel ab ca. 30 Sekunden Belichtung verloren. Um kürzere Belichtungszeiten zu erreichen, können entweder die ISO hochgeschraubt, oder lichtstärkere Linsen verwendet werden. Auf die Objektive komme ich später nochmals zurück. Zurück zur ISO. Hier gilt es, den Spagat zwischen Rauschen und kurzer Belichtungszeit zu finden. Persönlich gehe ich relativ unproblematisch bis ISO 400. Das hängt aber sehr von der verwendeten Kamera ab. Ausprobieren und kritisch in der 100%-Ansicht begutachten!

Welche Linse? Um die Belichtung möglichst kurz zu halten, darf es gerne eine sehr lichtstarke Linse sein. Für Nikonisten wäre das 28mm f1.4 optimal (leider aber sehr teuer und nur schlecht - wenn überhaupt - zu bekommen). Ein 50mm f1.4 ist deutlichst günstiger, aber an DX meistens schon viel zu lang. Natürlich kann auch ein f2.8er WW-Zoom zum Einsatz kommen (was aber die Belichtungszeiten schon wieder deutlich nach oben befördert). Reizvolle Effekte sind auch mit einem Fisheye zu erzielen.

Fokus: Auf MF stellen und dann auf unendlich fokussieren. Achtung: AFS-Linsen aus dem Hause Nikon haben in der Regel keinen festen Fokus bei unendlich! Ggf. also noch bei Tageslicht auf unendlich und den Fokusring dann bitte nicht mehr bewegen :)

Okularabdeckung: Ein kleines Plastikteil (hört bei Nikon auf den Namen DK-5), das auf den Sucher gesteckt wird. So wird verhindert, dass in den Sucher einfallendes Licht sich im Bild niederschlägt.

Ein gutes und stabiles Stativ ist natürlich auch unbedingt erforderlich.

Und dann geht es ans Experimentieren. Ich fange i.d.R. bei 10 Sekunden an und gehe dann in 5-Sekunden-Schritten nach oben. Die Belichtungszeit hängt nach meinen Erfahrungen auch sehr von den Mondverhältnissen ab.

Ausdauer und Geduld sind gefragt. Und in der Nachbearbeitung können behutsames Entrauschen und Schärfen erforderlich sein.

Übrigens: Winternächte sind in den Polarregionen im Regelfall ziemlich kalt. Deswegen auch immer an die Tipps zum Fotografieren in der Kälte denken!


[Update 03.10.2016: Neuen Link zum Aurora-Forecast eingefügt, weil der alte Link nicht mehr aktuell war]

Photography-News KW 4/2010, and: Full moon over Lappland

Willkommen zu den Neuigkeiten aus der Welt der Fotografie. Vorab aber eine Anmerkung in eigener Sache: Bislang war als Kommentarsystem hier Haloscan im Einsatz. Dieser Dienst wird aber in einigen Tagen eingestellt. Wir sind deswegen auf ein anderes Kommentarsystem umgestiegen, das auch viele schöne neue Funktionen enthält. Im Moment habe ich mich für die Darstellung der Kommentare als schwebender Layer entschieden. Gerne würde ich die Meinung der Leserinnen und Leser zur neuen Kommentarfunktion lesen. Haut in die Tasten!


- Gastrezension auf Fotografr.de: Für Forografr.de - das Online Magazin für Fotografen - habe ich diese Woche eine Gastrezension zum Buch „Recht für Grafiker und Webdesigner (Koch, Otto, Rüdlin)“ aus dem Galileo Verlag verfasst. Hier ist mir meine frühere Tätigkeit als Rechtsanwalt sehr zustatten gekommen.

Was ich über das Buch zu sagen habe, ist hier bei Fotografr.de nachzulesen.


- Hasselblad Masters 2009 prämiert: Hasselblad - legendärer schwedischer Hersteller von Mittelformatkameras - vergibt seit einigen Jahren die Auszeichnung der Hasselblad Masters.

Die Auszeichnungen sind stets wegweisend und sozusagen der „Nobelpreis für Fotografen“. Nun stehen die Preisträger für 2009 fest. Eine Übersicht gibt es hier. Unbedingt ansehen - Inspirationsquelle und viele beeindruckende Bilder!

Persönlich haben es mir besonders die Bilder der Fotografin Nina Berman angetan.


- Das vermutlich grösste Foto der Welt ist eine 26 Gigapixel grosse Aussicht über Dresden. Mehr dazu hier auf der Homepage von Holger Schulze.


- Bibble: Das erste Update für Bibble (5.0.1) liegt vor. Ich zitiere:

„Das schnelle und komfortable RAW-Tool Bibble 5.0.1 Pro enthält jetzt das leistungsstarke "Andrea"-Plug-in zur Film- und Papiersimulation. Außerdem bringt das Update neue Farbprofile für diverse Kameramodelle und damit weiter gesteigerte Qualität in allen Funktionen von Farbkontrolle, über Farbkorrektur bis zur gezielten Farbmanipulation. Unterstützt werden ab sofort auch Canons 1D Mark IV sowie die brandneue Olympus Pen E-P2. Die in Bibble 5 Pro integrierte Funktion zur Linsenkorrektur wurde mit dem 5.0.1-Update um weitere Objektivprofile erweitert. Außerdem bietet das Programm jetzt Kontrolle über Referenzwerte für Grau und Schwarz zusätzlich zum Weißpunkt in den Farbkurven.“ Mehr Infos hier bei ASH.


- Noch mehr Bibble: Hatte ich letzte Woche noch kritisiert, dass die PugIns von Barna Keresztes (kbarni) nicht als Mac-Version vorliegen, hat sich zwischenzeitlich geändert. Zumindest für Intel-Macs gibt es die PlugIns mittlerweile. Mehr dazu hier.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein wunderschönes Wochenende, viel gutes Licht und natürlich gute Motive!

PS: Es ist gut, immer irgend eine Kamera dabei zu haben. Hier ein Snap vom gestrigen Heimweg gegen 16 Uhr 30. Traumhaftes Licht und Vollmond. Speed photography bei minus 25 Grad. Denn die Finger werden schnell kühl und steif.



Miljö Almanackan Malå kommun 2010

In der Fülle von Aktivitäten habe ich ganz vergessen, über ein wunderbares Projekt in der Malå kommun zu berichten. Aufgrund eines Mitbürgervorschlages hat sich die Kommune entschlossen, an alle Haushalte einen Wandkalender zu verteilen. In diesem finden sich jede Menge wichtige Termine, Informationen und Übersichten. Es war für uns eine grosse Ehre und ein grosses Vergnügen, der Malå kommun etliche Fotos für den Kalender kostenlos zur Verfügung zu stellen. Unser bescheidenes „Dankeschön“ an die Gemeinde und an alle Einwohner. Für das nach internationalen Masstäben professionelle Layout hat übrigens Ronny Carlsson gesorgt. Der begabte und kreative Designer hat übrigens noch freie Kapazitäten und kann über uns kontaktiert werden.

Miljö Almanackan Malå kommun 2010

På grund av många aktiviteter och uppgifter har jag helt glömmt att berätta om ett underbart projekt. Det handlar om den nya miljö almanackan 2010.

2009 hade kommunen fått i ett medborgareförslag och sen bestämmt sig att skapa en almanacka som delades ut till alla hushåll inom Malå kommun kring jultiden. I almanackan finns det en massa med information och tidsplaneringar för olika aktiviteter. Det var en stor ära för oss att kunna bidra med några foto som vi självklart har levererat kostnadsfrtitt i det här fallet. Vårt “Tack” till kommunen och alla Malåborna. Den professionella layouten som motsvara internationella nivån gjordes av Ronny Carlsson. Ronny förresten som är en begåvad och kreativ designer har liten tid kvar för nya uppgifter och uppdrag. Ni får gärna kontakta honom.

Fotobücher - Analoges Feeling im digitalen Zeitalter

In den letzten Tagen habe ich mit Geschäftspartnern und Freunden etliche Fotos durchgesehen und dabei sind mir folgende Gedanken wichtig geworden:

Die in der digitalen Fotografie verwendeten Speicherkarten und Speichermedien entwickeln sich rasant und haben immer grössere Volumina. Gleichzeitig werden die Übertragungsgeschwindigkeiten immer höher und die Speichermedien im Verhältnis immer günstiger, was die rein digitale Archivierung immer beliebter macht.

Mussten bei der guten alten analogen Fotografie noch teure Filmrollen (mit nur wenigen Aufnahmen) gekauft und entwickelt werden, kann man heute im Grunde beinahe unbegrenzt viele Bilder aufnehmen, da die Speicherkarten nach Übertragung der Bilder auf den Computer wieder zur Verfügung stehen.

Die Folge ist, dass bei Hobbyfotografen z. B. in einem 2-Wochen-Urlaub im Durchschnitt fast 20 mal mehr Schnappschüsse entstehen, als noch vor einigen Jahren. In der Regel verschwinden diese dann in den Tiefen der immer aufnahmefähigeren Festplatten (man kann hier fast von einer „Kapazitätenexplosion“ sprechen) oder auf unzähligen DVD's.

Das sinnvolle mehrmalige Sichern gleicher Daten, da alle Speichermedien nur eine begrenzte Lebensdauer besitzen, verschlimmert die Unübersichtlichkeit und das Wiederfinden von Fotos wird für den Hoobyisten mühsam. Und wie oft machen Sie sich wirklich die Arbeit den Computer hochzufahren, den DVD-Player oder gar den LCD-Projektor aufzubauen, wenn Gäste kommen? Und interessiert dann wirklich noch das siebte Bild vom gleichen Motiv?

Um sich das befriedigendere Gefühl ein Fotoalbum in den Händen zu halten, welches leicht gemeinsam beim Kaffeetrinken mit Familie oder Freunden betrachtet werden kann, zu erhalten, bietet sich ein gedrucktes Fotobuch an. Hier können sorgfältig ausgewählte Aufnahmen auf abnutzungsresistentem Lackpapier gedruckt und verewigt werden und stehen so jederzeit schnell zu Verfügung. Fazit: Manchmal ist weniger eben mehr. Und das „analoge Feeling“ ist einfach unschlagbar.

Photography-News KW 3/2010

Und hier sind sie wieder: Die aktuellen Photography-News. Was tut sich in der grossen Welt der Fotografie und wo gibt es gute Inspiration und gute Impulse für die fotografische Weiterentwicklung?

- Beginnen möchte ich heute mit einer Webseite, auf der Sie viel Zeit mit dem Betrachten beeindruckender Reportagen verbringen können.

Wer sich für unter die Haut gehende Reportagen interessiert, die echte Einblicke in die Realtität des Lebens geben und dazu noch rein fotografisch erste Sahne sind, muss unbedingt das burn magazine auf seinem Radar haben. Achtung: Die meisten Reportagen zeigen die Realität wie sie ist. Mitunter nichts für schwache Nerven!

- Im Blog von Silberstudios.tv bin ich auf ein sehr interessantes Interview mit dem Fotografen Teru Kuwayama gestossen. Teru ist hauptsächlich in Krisengebieten unterwegs, und bestimmt haben Sie schon einmal eines seiner Fotos in einem Magazin gesehen. Er hat ein sehr gutes Gespür und einen intuitiven Blick dafür, was sich in einem Gebiet wirklich abspielt. Für Reportagen gibt er zudem einen guten Tipp: „Dont overthink. Just listen to your emotions and shoot.“ Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

- Auch Chase ist heute wieder mit von der Partie in den News. In seinem Blog gibt er gute Anregungen dazu, die eigenen besten inspirierenden und kreativen Momente zu finden.

- Auch in Sachen Bibble gibt es gute Neuigkeiten: Eines der Features von Bibble liegt in den externen PlugIns. Bereits für die Version 4 gab es viele Erweiterungen. Die Entwickler leisten gute Arbeit und nun liegen bereits die ersten PlugIns für die Version 5 des besten RAW-Konverters der Welt vor. Zwei Entwickler möchte ich Ihnen vorstellen:

Sean Puckett (Nexi) hat sein erstes PlugIn in der Version für Bibble 5 vorgestellt. Der Nachfolger des altbewährten Andy & AndyPRO PlugIns zur anspruchsvollen Filmsimulation (insbesondere für die Schwarz/Weiss-Umwandlung) hört nun auf den Namen Andrea und erledigt nun unter der Version 5 seine Dienste. Das Beste: Das Update ist für alle registrierten Anwender der alten Version kostenlos. Dickes Lob Sean!
Die PlugIns von Sean liegen übrigens für alle Versionen von Bibble (Mac, Windows und Linux) vor.

Auch Barna Keresztes (kbarni) ist eifrig am Programmieren und hat bereits mehrere PlugIns für Bibble 5 „auf Lager“. Leider liegen die PlugIns teilweise nicht für die Mac-Version vor, was sie für mich leider disqualifiziert.

- Als alter Schreiberling sitze ich gerade wieder mal an einer Rezension. Diesmal für das Online Magazin Fotografr.de. Es geht es um ein Buch, bei dem mir meine juristische Ausbildung und meine frühere Tätigkeit als Rechtsanwalt sehr zustatten kommen. Mehr dazu bald bei Fotografr.

- In Sachen Minox: Warum poste ich im Moment keine Bilder von der Minox DSC? Ganz einfach: Wir befinden uns hier am Polarkreis noch in der dunklen Jahreszeit. Und in Dämmerung und Dunkelheit kommt der Sensor der Minox an seine Grenzen. Um den 20. Februar geht es mit dem Tageslicht erfahrungsgemäss wieder steil nach oben. Und dann gibt es auch wieder mehr Monix-Bilder.

- Mit genug Lese- und Experimentierstoff entlasse ich alle Leserinnen und Leser nun ins schöne Wochenende. Danke fürs Lesen, ich freue mich auf Kommentare und Eure Meinung.

Gutes Licht und gutes Wetter Euch allen!

Und zum Abschluss noch ein Bild aus einer herbstlichen Serie aus dem vergangenen Jahr.



Photography-News KW 2/2010: 3 Wege wie sie eine fotografische Persönlichkeit werden / 3 Ways to develop your personality as a photographer / 3 Vägar att utveckla din fotografisk personlighet

Heute gibt es einige echte Juwelen für alle, die ihre Fotografie weiter entwickeln wollen. Und es geht ganz bewusst nicht um technische Fragen und Aspekte, nicht um neue Kameras und Objektive. Nein, es geht darum, was Fotografie eigentlich bedeutet und ausmacht. Es geht darum, raus zu gehen und zu sehen. “How to get on the inside track”:

Today i have the great pleasure to present some true jewels for all of you wanting to develop your photography. We are not talking technical aspects. We are not talking about new cameras and lenses. No. Today we want to adress what photography really means. Its about going out, seeing and shooting. How to get on the inside track:

Idag finns det några juveler för alla som vill utveckla sin fotografisk kunskap. Och det handlar inte om tekniska frågor, inte om nya kameror eller objektiv. Nej det handlar om vad som fotografi egentligen betyder. Det handlar om att gå ute och
se. “How to get on the inside track”:

-> Nr. 1: What Makes a Great Photo by Ken Rockwell.

-> Nr. 2: The Death of Photography: Don't Worry: Just Shoot. The people who invented photography are trying to kill it. Will you let them? By Ken Rockwell.

-> Last but not least Nr. 3: There Are No Excuses by Chase Jarvis.

Quote: „I've heard you say that there's nothing to take a picture of. I've heard you say you don't know what to make, when to make it, how to make it, what to do. I've heard you say that you don't know how to get your work "out there". I've heard you say that you don't know what to put on your blog. I've heard. I've heard. I've heard. And I promise you, I too have said all these things. But there really are no excuses...“



Manual control, and: Waiting for the dawning

Was tut sich hinter den Kulissen? Etwas Foto-Inside heute: Manual control.

Manchmal vermisse ich das Fotografieren mit der guten, alten, treuen und zuverlässigen FM, die heute ihren Ehrenplatz in der Vitrine hat. Die hatte (und hat) zwar einen rudimentären Belichtungsmesser. Der war aber nicht sooo zuverlässig. Deswegen lief das Meiste manuell. Leider ist das Entwickeln und Vergrössern entweder ziemlich teuer oder mit (zuviel) Arbeit für das Tagesgeschäft verbunden. Die Trauer wurde nun auf unerwartete Weise etwas gelindert. Was ist geschehen?

Vor einigen Tagen habe ich eine Journalistenkollegin in der Redaktion besucht. Beim Vorbeigehen ist mir im Vorraum ein Karton mit Elektronikschrott ins Auge gestochen. Dort lugte ein Nikon DSLR Gehäuse hervor. Ich habe höflich nachgefragt. Es handle sich um eine D40, die nach einem Freiflug auf einen Steinboden hinüber sei und zur Entsorgung anstehe. Nach Nachfrage habe ich das Teil eingepackt. Einige Tage später überkam mich dann die Bastelwut. Ein Test ergab, dass das Teil „tot“ war. Also gut. Ich hatte ja nichts zu verlieren. Die Uhrmacherschraubenzieher ausgepackt und ans Werk. Ich war baff erstaunt, wieviel Elektronik da verbaut ist. Einige der Leiterbahnen-Platinenstecker waren aus den Halterungen geraten und durcheinander.

Und da lag sie nun vor mir. Weitestgehend in Einzelteilen. Daneben ein Berg Schräubchen. Soll ich sie wirklich wieder zusammenbauen? Gewagt, getan. Zwei Stunden später war sie wieder komplett. Nicht ganz, denn 5 Schräubchen waren noch übrig. Egal. Testen. Und - welch Wunder - voll manuell hat sie dann wieder funktioniert. Keine Belichtungsmessung, keine Automatiken, kein Autofokus. Alte Linse draufgeschraubt und ans Experimentieren. Augenscheinlich ist der unter dem Spiegelkasten sitzende Sensor hinüber. Dieser steuert die ganzen Automatiken und den Autofokus. Reparatur bei Nikon um die 400 Euronen. Klarar wirtschaftlicher Totalschaden, aber fotografisch extrem herausfordernd :)


- Beim Schrauben - Shot by Petra Fuelbert -

Damit war also eine neue Herausforderung geschaffen: Versuche mal wieder ganz manuell künstlerisch zu fotografieren. Und so ist in der kleinen „immer-dabei“ Fototasche derzeit eine wiederbelebte vollmanuelle D40, deren Innenleben ich bis ins Detail kenne :)

Zufällig hatte ich noch eine passende Mikroprismenscheibe im Fundus, die ich dann auch noch eingesetzt habe. Zwar ist der Sucher - verglichen mit den alten Film-SLRs - nicht gerade sehr gross. Aber mit einem (ausgelutschten) 28-70 f2.8 und der Mikroprismenscheibe ist das Fokussieren eigentlich ganz gut machbar.

Natürlich ist das komfortabler, als früher mit der FM. Da sah ich die Ergebnisse immer erst viel später und es war viel kostspieliger. Bei der vollmanuellen D40 genügt der Blick aufs Display (Histogramm einschalten, und ggf. den bekannten RGB-Histogramm Trick anwenden). Vor der Aufnahme gilt es zu überlegen, was ich wie in Szene setzen möchte. Etwas mehr fotografisches Training fürs Gehirn.

Was kommt dabei heraus? Bewusstere Fotografie und der lebende Beweis für Kens These „Camera doesnt matter“. Die folgende Aufnahme („Waiting for the dawning“) z.B. würde mit Belichtungsautomatik ganz anders und viel weniger dramatisch aussehen. Mir kam es aber gerade auf die dramatische Farbtiefe der Sonne kurz vor der Horizontlinie an.


- Waiting for the dawning - Shot with the „dead“ fully manual D40 -

Lapplandblog 2010

Der Jahreswechsel ist die richtige Zeit für Veränderungen. Das gilt auch für dieses Blog. Ich habe zwischen den Jahren viel gegrübelt und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen: Es soll mehr Struktur geben. An speziellen Wochentagen werde ich über spezielle Themen berichten.

- Montags: Neuigkeiten aus Schwedisch-Lappland.

- Mittwochs: Neuigkeiten aus dem Blog ("behind the scenes").

- Samstags: Neuigkeiten aus der Welt der Fotografie.

Ausnahmen können natürlich auch einmal vorkommen :)

Wenn sich besonderes ereignet, wird es natürlich besondere Blogeinträge geben.

Ich werde mehr Bilder auf Twitpic posten. Es loht sich also,
mir auf Twitter zu folgen.

Wenn Sie eine besondere Veranstaltung haben und gerne einen Bericht darüber hätten, dürfen Sie uns gerne kontaktieren.

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The turn of the year is the right time for changes even within this blog. I thougt a lot between christmas and new year and came to these conclusions: There will more structure. There will be fixed days of the weeks for some special topics:

- Mondays: News from Swedish-Lapland.

- Wednesdays: Behind the scenes news.

- Saturdays: Photography news.

Exceptions to the rule may of course occur :)

If there something going on here in Swedish-Lapland there will be special blogentries.

Im going to post more pictures on Twitpic,
so it will be worth following me on Twitter.

If you have or know about an event and would like us to report about that please feel free to contact us!  

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Årsskiftet är alltid bra för förändringar. Det gäller också den här bloggen. Har funderat mycket på mellandagarna och kommit fram till det här: Det ska finnas mer struktur. Så tänkte jag att blogga:

- På måndagar om nyheterna från Lapland.

- På onsdagar om nyheter inom Lapplandbloggen ("behind the scenes").

- På lördagar om nyheter ifrån fotografivärlden.

Vissa undantag kan dock ibland förekomma.

Och om det finns nånting speciellt att berätta eller rapportera kommer specialla blogginlägg.

Jag kommer att blogga mera bilder på Twitpic
så det är en bra idè om du följer mig på Twitter.

Om du som läsare har eller vet om ett speciellt evenemang som ska presenteras här hör gärna av dig!

Rezension - Dr. Martina Mettner: "Wie man ein grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft"

Rezension - Dr. Martina Mettner: „Wie man ein grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft“
von Petra Fuelbert (Knipserfrau und auch sonst kreativ) und Henning Wüst (Knipser)

Prolog von Petra Fuelbert

“Oh, ein Päckchen! Ist das für mich?”

Er kam die Tür hinein. In seinen Arm schmiegte sich ein Päckchen. Die Hunde begrüssten ihn und er hatte seine Mühe bis an den Tisch zu gelangen. Sicherlich dachten auch sie, er hätte ihnen etwas mitgebracht.

“Kannst du öffnen, ist ein Buch drin. Für eine Rezension.”

Das “aha” dachte ich mir. Wieder keine Post für mich. Neben Papiergekruschel erzählte er mir von seinem Tag und hielt etwas Rötliches in der Hand und blätterte ein kleines Buch durch, dessen Seiten im Eiltempo Schatten an die Wand warfen. 

Da lag es nun. Auf seinem Arbeitstisch. Unter einem Briefkuvert.
Ein Tag. Zwei, drei Tage. Still lag es da und lugte rötlich in den Raum hervor.
Ich schielte tagsüber oft zu dem wartenden Büchlein hin. Nichts deutete auf den Inhalt hin. 
Meist verrät der Umschlag dir, was die innen beschriebenen Blätter beherbergen. Hier? Nichts. 
Da lag es nun. Das geheimnisvolle Rötliche. 

Mein Inneres überschlug sich beinahe und am vierten Abend platzte ich: “Um was handelt es sich denn?”
”Was?”
”Naja, dein neues Buch. Das da. Um was geht es da im Buch?”
”Um Fotografie.”

Um Fotografie. Klar. Nicht um Reisen, nicht ums Auswandern, keine Kochrezepte, nein. Natürlich, es geht ums Knipsen. Dieses Mal in rötlich. Unverständnis machte sich in mir breit. Ein Buch über Fotografie hat doch immer Bilder auf dem Umschlag oder wenigstens einen Apparat, da der Käufer von Beginn an mit dem Inhalt konfrontiert werden muss. Kaufanreize auslösen, las ich da mal irgendwo. Hatte etwas mit Kaufpsychologie zu tun.

Ich räumte den Tisch ab und meine Zeigefingerspitze berührte den rötlichen Umschlag. Ich stutzte und mein Hirn stolperte: “Fotografie?” Ein güldener Schriftzug bestätigte die Aussage. ”Wie man ein grossartiger Fotograf wird” stand da zu lesen. Tatsache. Es scheint sich um Fotografie zu handeln.

Ausgelöst durch die erste Berührung mit dem Umschlag umfasste meine Hand das Büchlein fast ehrfürchtig und hielt es in die Höhe. Geschmeidiger Umschlag, dezent, fast zärtlich legte
sich das Rötliche in meine Hand. 

Normal fasse ich nur selten Bücher an, doch ich ertappte mich dabei, wie ich es still durchgeblättert und mir die Bilder angeschaut habe. Kleine Textabschnitte und gut leserlicher Schrifttype. Die Überschriften klar gestaltet. 

“Das ist der Knüller! Absolut perfektes Geschenk für jemanden. Egal ob jung oder alt. Unauffällig, absolut ästhetisch.”
“Findest du?”
“Ja!”


- Behind the scenes - Bei der Lektüre zur Rezension -
- This shot by
Petra Fuelbert -


Epilog von Henning Wüst

Da liegt es vor mir. Bereits dreifach gelesen. Es fühlt sich gut an. “Das Buch ist ein dreidimensionaler Gegenstand” kommt mir in den Sinn. Ein Zitat, auf das ich vor etlichen Jahren in einer Ausgabe der Typographischen Monatsblätter erstmals gestossen bin. Und diesem Buch merkt man an, dass jemand am Werk war, der um dieses Zitat wusste. Bereits das reine Buch spricht alle Sinne an. Es fühlt sich gut an mit dem textilbelegten, flexiblen Einband und den kräftigen, hochwertigen Seiten. Rein optisch im echten Hasselblad-Feeling, denn das Werk ist beinahe quadratisch. Macht Lust und Laune.

Ich lasse mir den Titel  “Wie man ein grossartiger Fotograf wird - Wegweiser in eine Fotopraxis mit Zukunft” nochmals auf der Zunge zergehen bevor mich dann die Neugier in das Buch hinein treibt.

Das Vorwort verstärkt den Appetit auf den Inhalt noch weiter. Es macht aber zugleich auch deutlich, dass das Buch herausfordernd und wegweisend sein will. Es geht nicht um das “wie soll ich dies und jenes fotografieren”, sondern um den Weg zur “fotografischen Selbstverwirklichung” im wahrsten Sinne des Wortes. Und das setzt voraus, auch hier ist die Autorin sehr deutlich, dass es da ganz individuell überhaupt etwas zu verwirklichen gibt.

Vom Vorwort verwöhnt geht es nun zur Sache. Und da gefällt mir der Einstieg ins das erste Kapitel auf Anhieb nicht ganz so gut. Plötzlich tauchen da etliche Fachbegriffe auf, die den unbedarften Leser vielleicht abschrecken. Ich bin mir nicht sicher, ob der Anfang des ersten Kapitels gleichsam einen “Filter” darstellen soll. Vielleicht soll auch nur die leider allgegenwärtige Technikorientierung pointiert werden. Beides wäre indes ein lobenswert guter Ansatz. Im zweiten Kapitel verdeutlicht die Autorin dies auch sogleich nochmals: Wer sich für Technik begeistert und auch gerne in diese verliebt ist, möge Kameratechniker - also Handwerker - werden, aber nicht Fotograf - also Künstler.

Über den Mythos der Kommerzialisierung und den Einfluss der Neuen Medien gelangt die Autorin dann zu einer unerwarteten Grenzziehung. Die Zeit der uns bekannten und vertrauten Fotografie des 20. Jahrhunderts ist vorüber. Ein neuer Gesamtansatz ist gefragt. Sie verdeutlicht das plausibel. Einfach gesagt: Es ist eigentlich bereits (beinahe) alles fotografiert. Das schönste Einzelmotiv wird heutzutage kaum mehr weltbewegende Begeisterungsstürme hervorrufen. Zudem ist der klassische Fotojournalismus verbraucht und die Zeiten der echten Street-Photography sind bereits aus rein rechtlichen Gründen passé, usw. 

Überhaupt und generell findet die Autorin oft recht deutliche Worte um Misstände, sie sich aus ihrer Sicht eingeschlichen haben, beim Namen zu nennen. Gut möglich, dass die Leser das Buch gelegentlich getroffen aus der Hand legen. Aber so ist das nun einmal mit herausfordernden Werken. Und das ist gut so. Gibt es doch auch willkommene Gelegenheit und Zeit zur Eigenreflektion.  

Dr. Mettner beleuchtet ihren wegweisenden Gesamtansatz im Folgenden vertiefend in verschiedenen Exkursen, die - parallel laufend - zur fotografischen Projektorientierung hin weisen. Das Zauberwort der Zukunft wird nach Ansicht der Autorin “Fotoprojekt” heissen. Weg vom Einzelbild - so pittoresk das Motiv auch sein mag - hin zum Zusammenhang, der etwas aussagt und damit das eigentlich Fotografische entfaltet. In Neudeutsch geht das in die Richtung des “Storytelling” mit Bildern. Dazu ermutigt die Autorin im zweiten Teil des Buches mit verschiedenen eigenen Beispielsprojekten, die sie ausführlich vorstellt. 

Der Ansatz ist gut, wenn nicht gar bestechend. Note bene am Rande: Auch die “Ausstellungstauglichkeit” fotografischer Werke ist heutzutage praktisch nur noch über den Projektansatz realisierbar. Der schöne Nebeneffekt liegt darin, dass sich hier die natürlich Neugier, die Interessen und Neigungen des Künstlers, sprich Fotografen, mit seiner Fotografie verbinden lassen. So können Gesamtkunstwerke “aus einem Guss” entstehen, die etwas aussagen und den Betrachter ansprechen können. Ein solches Projekt kann einen kleineren zeitlichen und inhaltlichen Rahmen abdecken oder auch einen mehrmonatigen oder gar mehrjährigen Zeitraum mit einem korrespondierend umfassenderen Thema umfassen.

Mir gefallen der Ansatz und der Weg, den Frau Dr. Mettner aufzeigt. Ich habe mich ab dem zweiten Kapitel wie der “Fisch im Wasser” in der Materie gefühlt. Wahrscheinlich liegt das darin, dass ich selbst meistens in den Kategorien von projektorientierten Reportagen denke und arbeite.

Allen fotografisch interessierten Menschen, die weg von den technischen Aspekten und hin zum “Spirit” in der Fotografie vordringen wollen, kann ich das Buch als “must read” nur wärmstens empfehlen und ans Herz legen.  

-> Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit hier auf der Homepage der Autorin


Ein Projekt und ein Film die fotografisch unter die Haut gehen

Motiv und Perspektive. Wiederholen: Motiv und Perspektive. Wiederholen: Motiv und Perspektive.

Im Schwesterblog bin ich auf ein Projekt und einen Film gestossen, das/der unter die Haut gehen.

Stellen Sie sich vor: Ein Zoo. Rollentausch. Die begafften Tiere werden plötzlich die Wächter. Und die Wächter sperren wir jetzt ein und „begaffen“ sie.

Harte Worte. Ich weiss. Aber das waren meine ehrlichen Gedanken, als ich das Projekt und den Film „Shooting Beauty“ gesehen habe: Menschen mit Handicap fotografieren selbst und in Eigenregie.

Darunter schockierende Fotos die u.a. zeigen, wie der Fotograf/die Fotografin „begafft“ werden.

Darunter auch jede Menge wunderschöne Fotos aus ungewohnten und ungeahnten Perspektiven. Bewegend. Unbedingt auch den Trailer zum Film ansehen!

Anschauen und vorbeischauen. Wiederholen: Anschauen und vorbeischauen. Wiederholen: Anschauen und vorbeischauen.



Announcing the Bibble 5 final!

Es ist soweit: Die Final von Bibble 5 liegt vor.

Das Wesentliche über Bibble 5 in Kurzform: Sie fotografieren RAW? Sie brauchen Bibble 5.

-> Hier gehts zum Vertrieb in Deutschland.

-> Internationale Kunden ausserhalb von Deutschland bitte hier lang.

Die 6 Trends der Fotografie 2010 / The 6 photography trends for 2010

Im Moment wird auf vielen Seiten und in vielen Blogs einiges zu den Trends in der Fotografie geschrieben. Manches sehr plausibel, anderes eher fraglich. Wie ein roter Faden zieht sich aber ein Impuls hindurch: Die Fotografie scheint im Moment an einem, oder mehreren Wendepunkten zu stehen. Wohin also wird die Reise 2010 gehen?

1 - Zurück zum Motiv!

Die Resultate werden wieder zählen. Der ganze technische Krimskrams und das technische Brimborium werden in den Hintergrund geraten. Der Trend hat bereits 2009 begonnen. Stichworte: iPhone-Photography, Minox-Photography, usw. Rein technisch betrachtet sehr unvollkommene Ansätze, aber das Ergebnis zählt. Zurück zum Motiv!


2 - Allzeit bereit und immer dabei!

Der erste Trend verbindet sich mit einem weiteren Erscheinung. 2010 werden wir einfach keine Lust mehr haben, Massen von Ausrüstung mit uns herum zu schleppen. Keine Massen von Glas mehr. Kein sperriges Gehäuse, das uns die Halswirbel verdreht. Wir werden einen Boom bei echten Kompaktkameras sehen. Das Motiv zählt. Es will “gefangen” werden. Mit welcher Technik und wievielen Kilogramm Ausrüstung es “erlegt” wurde, wird weniger und weniger interessieren. Allzeit bereit und immer dabei lautet das Motto!


3 - Weniger ist mehr!

Wovon leben gute Motive und gute Kompositionen? In den allermeisten Fällen von Einfachheit und Reduktion. Schlicht- und Einfachheit, das heisst, das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Reduktion ist der Schlüssel dazu. Wir werden 2010 einen Trend zur Reduktion erleben. Weniger ist mehr!


4 - Kopie, Original und Inspiration

Ein altes Sprichwort sagt: “Alle Menschen werden als Original geboren. Leider sterben die meisten als schlechte Kopie”. Das gilt auch für die Fotografie. Wir werden einen Trend zur Authentizität erleben. Sei Du selbst! Sich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen ist absolut in Ordnung. Als lebende Kopie zu enden wird unattraktiv werden.


5 - Gefühle zeigen

Menschen leben von und aus Gefühlen. Wir sind lebende, gefühlsbetonte und gefühlsgeleitete Individuen. In unserer von Leistung geprägten Gesellschaft ignorieren wir das gerne. Leider auch in der Fotografie. Das wird uns mehr bewusst werden und wir werden einen Trend zu mehr Gefühl(en) in der Fotografie erleben.


6 - Schwarz/Weiss-Renaissance

Alle bisherigen Trends weisen in die Richtung Schwarz/Weiss. Wir werden 2010 eine Renaissance der Schwarz/Weiss Fotografie erleben: Motivbetont, Einfach, Künstlerisch, Gefühlsbetont.


- Die Essenz

Alle Trends für 2010 laufen auf die Essenz hinaus: Fotografie ist Kunst. Wir werden eine grosse Bewusstseinsveränderung hin zu künstlerischer Fotografie und eine Rückbesinnung auf die Künste erleben.

Was ist Deine Meinung?

Die 6 Trends der Fotografie 2010 / The 6 photography trends for 2010
„Trendy“ 2010?

Bibble 5 PV 3.3 - Sehr interessante Neuerungen

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Energie und welchem Einsatz das Team der Bibblelabs an der 5-er Version von Bibble arbeitet. Hab eich vor einigen Tagen erst die PV 3.2 vermelden können, ist es heute bereits die PV 3.3. Und die bringt einige sehr interessante Neuerungen mit. Ich quote mal aus der Ankündigung im Bibblelabs-Forum:

„Perhaps the most noticeable change here is the addition of additional Look Profiles and a new Default Look Profile: Product Reduced. This renders most images a LOT better than Product - if you have customized your defaults, you won't see this option as you new default, but its well worth checking out. Many Olympus, Canon and Nikon cameras have been re-profiled to produce truer colors.“

Es sind einige neue Profile hinzugekommen und die neuen Profile haben es wirklich in sich. Und auch bei den neuen Feinabstimmungen auf einige Kameramodelle hat Bibblelabs ganze Arbeit geleistet. Tests mit mehreren Nikons, die ich heute gemacht habe, haben „runderes“ und „angenehmeres“ Farbrendering zu Tage geführt. Der Eindruck ist schlecht zu testen, deswegen selber ausprobieren. Zum Download gehts hier lang.

Gedanken zur kulturellen Kontextualisierung von Farbpaletten

Mich beschäftigt eine interessante Frage: Die kulturelle Kontextualisierung von Farben und Farbpaletten.

Warum?

Gestern ging ich bei einem Kunden durch eine Fülle von Bildern aus einem Projekt. Die Bilder stammten von Fotografen aus 5 Ländern und 3 Kontinenten. Und erstaunlicherweise gab es sehr grosse Unterschiede bei den Farbpaletten.

Nachdem ich mir etwas extra Zeit genommen habe ist mir aufgefallen, dass die Farbpaletten von Fotografen aus demselben Land und kulturellem Kontext jeweils sehr ähnlich waren. Die Farbpaletten aus dem amerikanischen Raum waren z. B. viel „knalliger“ als die aus Mitteleuropa. Skandinavien ging mehr in Richtung Amerika, usw.

Das führt mich zu der Frage, ob es dazu schon ausführlichere Untersuchungen oder Abhandlungen gibt? Hat dazu jemand unter der Leserschaft weiterführende Informationen oder Gedanken, bitte ich um Kommentar oder Mail. Würde dieser Frage gerne vertieft nachgehen.

Skeppträsk Malå
„Scandinavian colors meets central european colors“

Bibble 5 PV 3.2 - Mit Riesenschritten voran

Die Geschwindigkeit mit der das Team von Bibblelabs an Bibble 5, dem meiner Meinung nach derzeit besten und schnellsten RAW-Konverter arbeitet, ist beeindruckend.

Heute wurde die PV 3.2 vorgestellt, die wieder jede Menge an Veränderungen und Bugfixes enthält.

Weitere Informationen zur PV 3.2 hier.

Direkt zum Download gehts hier lang.

Bibble ist einfach ein „must have“ für alle, die in RAW fotografieren!

Das Wochenende, und: Vermischte Fotografika

Schon wieder Wochenende. Muss auch mit dem Lebensalter zusammenhängen, dass die Zeit immer schneller vergeht, oder?

Im Ernst. Wieder neigt sich eine spannende und abwechslungsreiche Woche zum Ende. In der Post waren diese Woche wieder mehrere schöne und gelungene Belegexemplare. Das freut mich immer besonders, die „Früchte“ der teilweise stressigen und anstrengenden Arbeit in den Händen zu halten und zu betrachten. Zwei Tage in Stockholm diese Woche hatten es auch in sich. Wobei es mit so vorkam, als wäre es in Stockholm beinahe noch Spätsommer.

Zum Wochenende noch einige fotografische Impulse:

-> Als erster Punkt eine fotografische Herausforderung:

Chase Jarvis hat in seinem Blog gerade einen extrem guten, positiv herausfordernden Beitrag verfasst.

O-Ton-Zitat: „Get out from behind the computer and shoot something you've been dying to shoot today. It's easier that you've lead yourself to believe, it costs less than you think, and is more fun than you remember.“

Mein Vorschlag: Hier noch fertig lesen und dann den Computer abschalten. Und dann bitte überlegen, was sie schon immer mal fotografieren wollten. Und genau das machen Sie dann an diesem Wochenende! Ihre Erfolgserlebnisse und Erkenntnisse dürfen Sie dann am Montag gerne in die Kommentare posten.

-> Auf photoscala.de war kürzlich ein wunderbarer Testbericht über die kurz nach dem Erscheinen bereits Kultstatus geniessende Leica M9 zu lesen. Darin eine Passage, die mich geradezu ins Schwärmen gebracht hat. Ich zitiere im O-Ton:

„Und da ist nun mal das gut gesehene und umgesetzte Motiv das A und O - der ganze Rest ist nur Mittel zum Zweck. Oder, um es mal so zu fassen: Wenn das Motiv stimmt, sind 12 „schlechte“ Megapixel aus der Digitalkompakten besser als die 24 „guten“ Megapixel bei einem öden Motiv.“

Einfach schön. Wobei die Passage natürlich nicht darauf gerichtet ist, die M9 abzuwerten. Die M9 ist eine traumhaft schlichte Kamera. Konnte sie bislang leider nur kurz in den Händen halten.

-> Kürzlich hatte ich auf einen Artikel von Olaf Bathke hingewiesen. Unter dem Titel „7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto-Community...“ hatte Olaf den Nagel schlicht auf den Punkt getroffen.

Hier möchte ich nochmals ansetzen. Einige Leser haben nach Möglichkeiten angefragt, ihre Bilder professionell beurteilen und bewerten zu lassen. Dazu würde ich gerne auf fokussiert.com hinweisen. Dort gibt es die Möglichkeit, Bilder zur Bewertung einzureichen (Details hier). Allerdings wird dort - im Gegensatz zu vielen (den meisten?) Foto-Communities - nicht mit Streicheleinheiten geworfen, sondern mit Klartext. Heilsam, konstruktiv und empfehlenswert!

-> A propos fokussiert.com: Dort ist die Rubrik „24 Stunden“ auch eine besondere Empfehlung. Dort sind täglich die besten Pressebilder der vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach fotografischen Kriterien, zu sehen. Geheimtipp!

-> Und als kleines Schmankerl zum Schmunzeln noch ein Fundstück aus einem Shooting im Sommer. Sind in Deutschland „Röhrende Hirsche“ öfter einmal Gegenstand der Darstellung, gibt es in Schweden ein Pendant: „Röhrende Hirsche“ :)))

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein wunderbares Wochenende.

Und nicht vergessen: Nicht so viel vor dem Computer sitzen, sondern zur Kamera greifen und fotografieren gehen!




PV 3.1 - Bibble rockt munter weiter

Wieder ein wichtiges Update für alle Fotografinnen und Fotografen:

Bibble 5 - der meiner Einschätzung und Erfahrung nach beste und schnellste verfügbare RAW-Konverter - liegt jetzt in der PV 3.1 vor.

Kurz: Ein „must have“. Und wer Bibble tatsächlich noch nicht im Einsatz hat (oder es gar noch nicht einmal kennt) bitte hier lang.

Gastbeitrag im Blog von Olaf Bathke "Fotografieren in der Kälte"

In Sachen Kälte, Eis und Schnee haben wir hier ja einen kleinen „Vorsprung“. Nachdem es bei uns am Polarkreis etwas früher kalt und eingeschneit ist als in „Good Old Germany“ habe ich einen Gastbeitrag im Blog vom Fotografenkollegen Olaf Bathke zum Thema „Fotografieren in der Kälte“ mit vielen Tipps und Tricks verfasst. Bitte alle dort vorbeischauen. Danke.

Interessant für Fotografen: Bücherverlosung

Aktuelle und interessante Verlosung für alle Fotografinnen und Fotografen:

Kürzlich habe ich hier schon meinen Freund Thomas Scheuer erwähnt, der sich im Dienstleistungsmarketing spezialisiert hat. Das Thema ist auch und gerade für Fotografen essentiell.

Heute habe ich von Thomas eine Mail erhalten. Er verlost jetzt in jeder Adventwoche ein Exemplar seines Buches “Marketing für Dienstleister”, erschienen im Gabler-Verlag mit 192 Seiten.

Das Buch war in der Financial Times Deutschland sechs Wochen in den “Top 10 Deutsche Wirtschaftsbücher” und in Wirtschaft & Markt unter den “Bestseller Wirtschaftsbuch”.

Ich habe das Buch gleich nach Erscheinen verschlungen und grossen Gewinn daraus gezogen. Darüber hinaus gibt es unzählige positive Rezensionen.

Wer an der Verlosung teilnehmen will, schaut bitte hier bei Thomas in seinem Blog vorbei. Dort ist erklärt, wie man an der Verlosung teilnimmt.

Wochenrückblick und Ausblick


Frisch zurück von einem sehr langen und ausgiebigen Samstagsspaziergang (von dem auch das obige Foto stammt), kommen hier die Gedanken zur zurückliegenden und zur kommenden Woche.

Wie war die Woche?

Wie so oft war auch diese Woche wieder sehr angefüllt, u.a. mit einer längeren Tour durch Västerbottens Inland und einem “Jet-Set” nach Stockholm. Und es macht immer wieder unglaublich viel Freude, Facetten des Alltags in Schweden zu sehen (und natürlich zu fotografieren). Das Beste waren aber die wunderbaren Menschen, die ich in dieser Woche treffen und denen ich begegnen durfte. Ein grosses Danke an Euch alle!

Ja, ja, und dann ist da natürlich auch das liebe Wetter. Das ist irgendwie einfach nur komisch zur Zeit. Viel zu lange schon um die null Grad - tagsüber etwas darüber, d.h. alles taut und nachts dann wieder etwas darunter, d.h. alles ist spiegelblank. Allerdings mit sehr grossen regionalen Unterschieden.
So war es in Lycksele diese Woche beinahe trocken und schneefrei (von Stockholm will ich gar nicht erst anfangen zu erzählen). Sind wir also gespannt, wann der richtige Winter kommt (Vorgeschmack hier).

Wer übrigens wissen will, was unsere Lappland-Katze im Moment so umtreibt, schaut hier vorbei.

Der Ehrlichkeit halber muss ich allerdings zugeben, dass ich mit dem Wetter ganz gut leben kann. Wir haben uns nämlich Spikes für die Schuhe zugelegt. Richtig gelesen, hier in Nordschweden sind die Spikes nicht nur in den Reifen, sondern auch auf den Schuhen. Damit lässt es sich auch auf spiegelblanken Strassen noch sicher laufen. Man muss es selbst probiert haben, sonst ist es kaum zu glauben. Ich überlege mir übrigens ernsthaft, dazu eine kleine Reportage mit ein paar Tipps und Empfehlungen zu schreiben. Gibt es daran Interesse unter der Leserschaft?

Erkenntnisse in Sachen Fotografie. Die beiden unterschiedlichen Sphären, in denen ich mich bewege, werden mir immer bewusster. In der Auftragsfotografie geht es darum, die Erwartungen und Wünsche des Kunden - auch rein technisch - optimal zu erfüllen. Egal, ob es mir gefällt.

Mein Freund Thomas Scheuer - sozusagen der deutsche “Dienstleistungsmarketingpapst” - pflegt immer zu sagen:

“Der Kunde ist nicht zufrieden, wenn alles objektiv richtig ist.
Sondern, wenn seine Erwartungen vollständig erfüllt sind!”


Was soll ich da noch hinzufügen - so ist es schlicht und ergreifend. Und deswegen ist es auch geradezu eine Lebensversicherung, intensiv mit dem Kunden über seine wahren Erwartungen zu sprechen, sie zu dokumentieren und auch vertraglich fest zu halten.

A propos: Diese Woche habe ich den Korrekturabzug eines sehr schönen Druckwerkes erhalten, das in ca. 4 Wochen erscheinen wird, und eine Menge Fotos von mir enthält. Der Kunde war äusserst zufrieden und ich dann äusserst gut gelaunt. Das Projekt hatte eine Menge Zeit und Einsatz gefordert. Das begeisterte Feedback des Kunden war eine sehr schöne Entschädigung. Im Moment darf ich hier noch nicht schreiben, um was es geht. Aufmerksame Leser werden aber in einigen Wochen darauf stossen :)

Zurück zu den grundsätzlichen Überlegungen zur Fotografie: Bei der Auftragsfotografie reisen also oft ein paar Kilo Kameras und Glas mit.

In der künstlerischen Fotografie - für die mein Herz schlägt - geht es um Inhalte, Sinnhaftigkeit, Bedeutung, kurz: das Leben. Da ist die Technik dann zweitrangig (wenn nicht wirklich unwichtig).

Trotzdem auch eine technisch-fotografische Anmerkung: Sehr angetan hat es mir als ideale “immer-dabei-Kamera” die neuen Canon S90, die ich diese Woche in Stockholm - leider viel zu kurz - bei einem Kollegen testen konnte.
Liebe Leute von Canon: Sollte jemand von Euch hier mitlesen, dann seid so gut und schickt mal so ein Teil für einen Langzeittest!

Was bringt die nächste Woche?

Das würde mich im Moment - da ich an der Wochenplanung sitze und kritisch den sich immer mehr füllenden Terminkalender im Auge habe - auch interessieren :)

Im Ernst: Ich wünsche mir, wieder vielen interessanten Menschen begegnen zu können. Und natürlich wünsche ich mir auch jede Menge spannender und interessanter Fotomotive! Und so wie es derzeit im Kalender aussieht, stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Tja und in der nächsten Woche steht ja auch der Endspurt auf den ersten Advent an. Eine spannende Zeit.

Und da nun der Marmorkuchen im Ofen beginnt, seinen feinen Duft zu verbreiten, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen wunderschönen Sonntag!

Bis bald - stay tuned!

Die PV3 ist da - Bibble 5 rockt weiter

Geheimtipp und „must have“ für alle RAW-Fotografen:

Bibble 5, der meiner Meinung nach derzeit weltbeste RAW-Konverter, rockt mächtig weiter.

Eben gerade wurde die neue PV3 veröffentlicht, in der sich jede Menge Korrekturen und einige neue Funktionen finden. Die Geschwindigkeit ist - dank einer neuen Engine - noch atemberaubender geworden.

Hinzu gekommen ist in Bibble 5 ausserdem die Unterstützung für etliche neue Kameramodelle, darunter u.a. Canon 7D, G1 und S90, Nikon D3s und D300s , sowie Sony a850.

Viele weitere Details zur PV3 und den Link zum Download gibts hier in der Pressemitteilung von Bibblelabs.

Reportage: Mit Laptop und GPS - neue Wege in der Rentierhaltung



Kürzlich hatten wir im Rahmen eines Fotoauftrages die Möglichkeit, den Rentierhalter Jan Rannerud auf einer grösseren Tour durch Wald und Flur zu begleiten. Es ging um den Einsatz moderner Technik bei der Rentierhaltung. Aus der Fülle der entstandenen Aufnahmen haben wir einige ausgewählt, die nicht in der Printausgabe des Norran zu sehen waren, und einen eigenen Text dazu verfasst. Der Text gibt auch ein paar Einblicke „behind the scenes“.

-> Hier gehts zur Reportage: Mit Laptop und GPS - neue Wege in der Rentierhaltung

-> Klick här så kommer du till reportaget: Bärbara datorer och gps - nya metoder inom renskötseln




Gut gelaunt :)

Der Tag hat gut angefangen. Die heutige Zeitung öffnet sich beim Kaffee von mir in der Mitte (Norran, Seite 12 und 13).

Und was sehe ich da auf der ganzen Doppelseite? Ein formatfüllendes Bild aus der kürzlich hier schon erwähnten Reportage über die neuen technischen Möglichkeiten und Methoden bei der Rentierhaltung.

Im der Reportage berichtet Rentierzüchter Jan Rannerud aus Malå über den Einsatz von GPS zur Ortung von Rentieren und Rentierherden in den Weiten Lapplands.

Es war faszinierend mitzuerleben, wie auch hier die Technik neue und ungeahnte Methoden eröffnet. Und es war auch ein sehr schöner Reportageeinsatz (einige Stunden durch den eingeschneiten Wald auf Wegen, die ich bislang wirklich noch nicht kannte :).

Nachdem die Story jetzt gedruckt erschienen ist, werde ich in den nächsten Tagen hier vielleicht auch ein paar Aufnahmen aus der Serie als Foto-Reportage posten. Besteht daran Interesse unter der Leserschaft?

Perspektivwechsel: 180 Grad

Hier noch zwei Bilder vom heutigen Spaziergang, die mehrere Aufgaben erfüllen sollen.

- Für die Lappland-Fans und Liebhaber zwei aktuelle Landschaftsbilder, die einen Einblick in die Wetter- und Schneelage geben.

- Fotografisch eine kleine Demonstration, wie die Perspektive das Licht verändert. Die beiden Bilder sind am beinahe exakt selben Standort (ca. 5 Meter Abstand) und im Abstand von einigen Minuten entstanden. Einmal in Richtung Sonne, einmal 180 Grad entgegen gesetzt. Kein Witz. Kein Photoshop. Nur die Auswirkung des natürlichen Lichts am selben Standort zur selben Zeit. Faszinierend, oder?

Winterlandschaft in Lappland

Winterlandschaft in Lappland

Reminder: Noch Objektive und Kameras abzugeben

Da noch ein paar Sachen zu haben sind, möchte ich die Gelegenheit nutzen und nochmals auf meine herbstliche Aufräumaktion hinweisen. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, einmal pro Jahr meine private Sammlung durchzugehen und auszusortieren. Alles was im vergangenen Jahr nicht grossartig zum Einsatz gekommen ist, ist nun abzugeben.

Das da wären:

- Sigma AF 28-70mm f2.8 für Nikon - Vollformattauglich - mit beiden Deckeln, mit Case und OVP, Original-Geli - Preisvorstellung 140 Euro

- Sigma AF 20-40mm f2.8 EX DG für Nikon - Vollformattauglich - mit beiden Deckeln, mit Case - minimaler Putzdefekt auf Frontlinse (ohne Auswirkung), Original-Geli - Preisvorstellung 160 Euro

- Kiev 60 Mittelformatkamera, Volna 80mm f2.8 Objektiv (entspr. 50mm KB), Ledercase, Prismensucher mit Belichtungsmesser und Lichtschachtsucher, Blitzadapter - Preisvorstellung 170 Euro

- Nikon FM mit Nikkor 50mm f1.8, nur an Liebhaber - Preisvorstellung 200 Euro

- Domke F3 Fototasche - eine von den legendären. Die Cotton-Ausführung in schwarz. Beinahe unbenutzt. Preisvorstellung 75 Euro.

(- *VERKAUFT/VERGEBEN* Nikkor AF 50mm f1.4 (!) D mit beiden Deckeln und Original Nikon Geli HR-1 - Preisvorstellung 250 Euro)

Alles jeweils zuzügl. Versand (je nach gewünschter Versendungsart).

Bei Interesse bitte einfach eine Mail schicken.

Foto-Nachlese der Woche

Zwei Sachen haben mich in Sachen Fotografie diese Woche sehr bewegt und begeistert:

- Zum einen der Gastbeitrag von Olaf Bathke im Blog von Robert Janiszewsky unter dem Titel „Anleitung zur Demotivation - Wie verliere ich möglichst schnell die Lust am Fotografieren“. Leute das ist wirklich und unbedingt lesenswert!

- Ebenfalls unbedingt der Lektüre wert sind die „44 Zitate über die Fotografie“, die diese Woche im Blog „Fotoholiker“ von Jutta Stern gebloggt worden sind.

In diesem Sinne „Keep on knipsing!“ und einen wunderschönen Sonntag!

Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC

Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC

Gestern ein stressiger Tag in Stockholm. Einzig eine gute Stunde „Mittagspause“ würde ich zur „freien Verfügung“ haben. Eine fotografische Herausforderung. Was tun?

Ich habe mich entschieden mit dem leichtest-möglichen Gepäck zu reisen und nur die kleine digitale Minox-DSC einzupacken. Wirklich minimalistisch. Wirklich experimentell. Nur nach dem Motto: „Photography is a lifestyle!“

Herausfordernd, weil die Kleine ja kein Display hat. Na ja, zu den Analogzeiten war das ja auch normal.

Herausfordernd, weil das Wetter unberechenbar war. Bei der Landung in Arlanda gegen 8 Uhr 15 war es völlig verhangen und hat leicht geschneit. Ich sah mein Mittagsprojekt schon entschwinden. Gegen 13 Uhr war es dann aber schliesslich wolkig, trocken und windig.

Herausfordernd, weil ich nur etwas mehr als eine Stunde Zeit hatte und mir eine ziemlich sportliche ungefähre Route im vorhinein überlegt hatte.

Nun denn - einen Teil der fotografischen Ausbeute des „etwas anderen Experimentes“ können Sie hier betrachten. Alle Aufnahmen sind ohne jede Nachbearbeitung - nur verkleinert - „out of the cam“:

Zur Galerie „Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC“ vom 13.10.2009

Klick här så kommer du till beldspelet „Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC“ den 13/10/2009.


Experimental-Speed-Street-Photography-in-Stockholm-with-the-Minox-DSC

Fototipp: 7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto- Community...

Olaf Bathke hat in seinem Blog derzeit einen inspirierenden Artikel, den ich allen ernsthaft an Fotografie interessierten FotografInnnen sehr ans Herz legen möchte:

-> 7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto- Community

Lesenswert und bedenkenswert!!!

Weekly Update: Fotografie-News

Was hat sich diese Woche in Sachen Fotografie getan?

- Obwohl die derzeitige Preview schon voll einsatzfähig ist, wird Bibble 5 - der meiner Meinung nach beste RAW-Konverter - natürlich immer schön weiter entwickelt. Wer immer „up to date“ sein will, dem sei angeraten, Bibble auf Twitter zu verfolgen. Dort gibt es immer die aktuellsten Neuigkeiten zu lesen:

http://twitter.com/bibblelabs

- Für Mac OS X hat ein neues HDR-Tool das Licht der Welt erblickt: Am 30.9. wurde die Version 1.0 von HDRist veröffentlicht. Eine leicht und intuitiv zu bedienende Software, die Lust auf das Experimentieren mit HDRs macht. Das Tool ist übrigens kostenlos. Mehr Infos und Download gibts hier:

http://www.ohanaware.com/hdrtist/

- Ich bin nach wie vor vom AFS DX 35mm f1.8 als neues „Immerdrauf“ an der D40 begeistert. Ein „dream team“ für die Freizeitfotografie. Dazu experimentiere ich gerade mit verschiedenen Handschlaufen. Dazu mehr - und vielleicht einen kleinen Vergleichstest - in den nächsten Tagen.

- Und an das Wort zur Woche erinnere ich an dieser Stelle auch gerne noch einmal:

Woran erkennt man gute Originale?

Daran, dass sie kopiert werden!

Sollten Sie auch entdeckt haben, dass Sie irgendwo künstlerisch kopiert wurden (oder werden), versuchen Sie dem auch einen positiven Effekt abzugewinnen. Kopiert werden eben die guten Originale (was Sie ja dann ggf. am Gang zum Anwalt nicht unbedingt hindern muss :).

Herbstliche Aufräumaktion: Equipment abzugeben

Habe es mir zur Angewohnheit gemacht, einmal pro Jahr meine private Sammlung durchzugehen und auszusortieren. Alles was im vergangenen Jahr nicht grossartig zum Einsatz gekommen ist, ist nun abzugeben.

Das da wären:

- Sigma AF 28-70mm f2.8 für Nikon - Vollformattauglich - mit beiden Deckeln, mit Case und OVP, Original-Geli - Preisvorstellung 140 Euro

- Sigma AF 20-40mm f2.8 EX DG für Nikon - Vollformattauglich - mit beiden Deckeln, mit Case - minimaler Putzdefekt auf Frontlinse (ohne Auswirkung), Original-Geli - Preisvorstellung 160 Euro

- *VERKAUFT/VERGEBEN* (Nikkor AF 50mm f1.4 (!) D mit beiden Deckeln und Original Nikon Geli HR-1 - Preisvorstellung 250 Euro)

- Kiev 60 Mittelformatkamera, Volna 80mm f2.8 Objektiv (entspr. 50mm KB), Ledercase, Prismensucher mit Belichtungsmesser und Lichtschachtsucher, Blitzadapter - Preisvorstellung 170 Euro

- Nikon FM mit Nikkor 50mm f1.8, nur an Liebhaber - Preisvorstellung 200 Euro

Alles jeweils zuzügl. Versand (je nach gewünschter Versendungsart).

Bei Interesse bitte einfach eine Mail schicken.

Chase Jarvis: The Best Camera Is The One That’s With You

Chase Jarvis - einer der vermutlich kreativsten Fotografen der Jetztzeit - hat ein sehr tiefgründiges Motto: „The Best Camera Is The One That’s With You.“

Er drückt damit aus, dass es auf die ganzen technischen Aspekte (Kamera, Format, Objektiv, usw.) gar nicht ankommen muss.

Unter Beweis gestellt hat er das mit einer Serie von mittlerweile legendären Aufnahmen, die mit dem iPhone aufgenommen sind.

Und dabei ist unglaublich ausdrucksstarke Kunst entstanden, die mittlerweile Kultstatus geniesst. Nun ist das Buch zum Projekt druckfrisch erschienen mit einer grossen Auswahl dieser bewegenden Aufnahmen.

-> Hier gibts mehr Infos dazu im Blog bei Chase

-> Eine Auswahl der legendären iPhone Aufnahmen gibts hier auf der Homepage von Chase

Was lernen wir daraus? Bitte, bitte aufhören über Technik zu fachsimpeln und anfangen, raus gehen und einfach gute Bilder machen!

Wenn Sie sich das Buch als Inspirationsquelle zulegen wollen (was ich unbedingt anrate), können Sie einfach den Amazon-Link nutzen (damit unterstützen Sie auch diese Website, die ich in meiner Freizeit pflege).



Sucht / Addiction / Mani

Wieder ein Einblick „hinter die Kulissen“ meiner Arbeit: Seit mehreren Jahren setze ich einen Teil meiner Zeit für gemeinnützige Projekte ein. Gerade haben wir wieder ein faszinierendes und zugleich erschreckendes Projekt abgeschlossen und die Bilder sind nun auf dem Weg zum „Auftraggeber“ (eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation).

Es ging um eine Kampagne gegen Suchtgefahren (verschiedene Formen stofflicher Abhängigkeit). Ich habe einige Jugendliche über einige Wochen hinweg immer wieder begleitet und die „Spuren“ verschiedenen Suchtverhaltens in dieser Gruppe dokumentiert. Die Schwarz-Weiss Aufnahmen finden nun in einem Buch und einer Broschüre Anwendung.

Es war eine sehr spannende und bewegende Arbeit, die mir manch neue Einblicke gegeben hat. Eine sehr erschreckende Erkenntnis aus dem Projekt war, dass stoffliche Abhängigkeiten viel verbreiteter sind, als es mir bislang bewusst war. Und nicht nur das. Wo es in Familien - oder allgemein sozialen Strukturen - stofflich Abhängige gibt, gibt es in der Regel auch die heimlichen „Unterstützer“ dieser Sucht, die sog. Mitabhängigen (Co-Abhängigen (wer sich mehr fürs Thema interessiert, wird hier fündig)). Ein sehr, sehr ernstes Thema. Mit meinem „Auftraggeber“ bin ich gerade im Gespräch, ob wir nicht noch eine weitere Fotoserie über diese Menschen für eine weitere Publikation auflegen sollten.

Rein fotografisch habe ich mich durchgängig für schwarz/weiss entschieden, um die jeweilige Bildaussage „auf den Punkt zu bringen“.

Hier ein Beispiel: „The morning after“.

Sucht / Addiction / Mani

RAW-Workflow: Bibble 5 rockt!

Heute wieder ein Einblick in meinen Workflow. Mit den DSLRs schiesse ich praktisch ausschliesslich RAW. Ganz selten auch mal JPEG+RAW wenn es wirklich schnell gehen muss.

Die RAWs landen dann auf der Festplatte in einem Eingangsordner, der nach Datum und Bezeichnung geordnet ist. Von dort wird gleich eine Sicherungskopie auf eine externe Platte gemacht. Erst dann wird die Speicherkarte zur Neuverwendung neu formatiert.

Die RAWs werden dann mit Bibble geöffnet, betrachtet, sortiert, aussortiert und die dann übrig bleibenden schliesslich - soweit erforderlich - nachbearbeitet und in JPGs (high, 95%) konvertiert.

Ich habe es die letzten Wochen ja schön öfter erwähnt: Mittlerweile liegt die Bibble 5 Preview 2.2 (Build c) vor.

Und seitdem „rockt“ Bibble ganz gewaltig. Fühlt sich an wie eine normale Beta und ist dauerbetriebstauglich.

Habe die Woche nun den Härtetest gemacht und der Preview die Bilder eines ganzen Tagesshootings (so um die 1000 Stück) anvertraut.

Ergebnis: Völlig reibungslos. Kein Absturz. Und der Geschwindigkeitszuwachs ist einfach beachtlich. Ich sach doch: „Bibble rockt“!

Update: Foto-links / Nya foto länkar

Ich habe gerade die Abteilung Foto-Links geupdated mit 3 spannenden Links:

-->> Top-Tipp: Manfred Huszar - in der Fotoszene besser bakennt unter seinem Pseudonym „zoomboy“ - hat ein Portal geschaffen, das eigentlich längst überfällig war: Unter foto-radar.de findet sich eine Übersicht aller Artikel, News, Videos und Bilder aus der Deutschsprachigen Fotografie Szene in Form eines Meta-Aggregators. Danke und dickes Lob Manfred!

-->> Die Website
fuelyourphotograhpy.com bietet laufend neue Tipps, Tricks und hilfreiche Gedanken zum Thema Fotografie. In Englisch.

-->> Das Blog des kanadischen Fotografen David du Chemin findet sich hier:
pixelatedimage.com/blog. Gute Artikel, gute Tipps, gute Einsichten.

Eine Hommage an die Fotografen und Journalisten


Heute ein Gastbeitrag von “Frau Lapplandblog”:

Auf der Gedenkfeier in Ratan am Mittwoch habe ich mich auf das Fotografieren der Fotografen Kolleginnen- und Kollegen - und einiger „Digiknipser“ :) - konzentriert. Mal eine ganz andere Perspektive. Aber wichtig. Denn ohne Euch, die Fotografen und Journalisten gäbe es keine Webseiten, Zeitungen, kurz: Keine Nachrichten. 

In Ratan waren auf engstem Raum bestimmt 100 Fotografen und Presseleute. Trotzdem war die Atmosphäre von Kollegialität und Ruhe gekennzeichnet. Ein grosses Dankeschön an alle. Es war eine grosse Freude für mich, Euch “hinter den Kulissen” zu beobachten und zu fotografieren.


-> Hier gehts zur Galerie: Eine Hommage an die Fotografen und Journalisten18.9.2009

-> Klick här så kommer du till bildspelet: Hommage till fotograferna och journalisterna 18.9.2009


Petra Fuelbert



Bibble 5 und die Lupe

Wer kennt nicht das Problem mit den Ansichten: Mal braucht man das ganze Bild auf dem Schirm, dann wieder die 100%-Ansicht. Das ewige Hin- und Hergeschalte führt gerne mal zur inneren Zerknirschung (und nervt ungeheuer).

Für dieses Problem haben sich die Entwickler von Bibble 5 eine sehr gute Funktion einfallen lassen: Die Lupe.

Drückt man „`“ (ohne die Anführungszeichen) auf der Tastatur, wird eine runde Lupe sichtbar, deren Ausschnitt einfach durch den Cursor bewegt werden kann. Die gewünschte Vergrösserung lässt sich einstellen. Erneuter Druck aufs „`“ blendet die Lupe wieder aus. Eine geniale Funktion, die das ewige Umschalten zwischen den verschiedenen Ansichtsvergrösserungen überflüssig macht. Dickes Lob!

Lupe in Bibble 5

Bibble 5: Lust auf Ebenen?

Gestern hatte ich schon erwähnt, wie sehr mich die Ebenen- und Bereichsfunktionen in Bibble 5 begeistern. Kurz und bündig - wie es ein Kommentator hier im Blog ausgedrückt hat - Bibble 5 „ist meiner Meinung nach das einzige ernst zunehmende Tool, welches mit Lightroom und ähnlichen Tools vergleichbar“ ist. Volle Zustimmung. Punkt.

Bevor ich in die Details zu Ebenen (Layer) und Bereichen gehe, einfach mal ein simples Beispiel.

Das hier war das Original. Schöne Einstellung, aber der Himmel ist zu hell. Die Farben sind zu kalt. Das Wasser verträgt etwas mehr Tiefe. Aber: Das geht nur, wenn man Bearbeitungsfunktionen auf verschiedene Bereiche anwenden kann.

Bibble 5 RAW Konverter im Einsatz

Kein Problem mit Bibble 5. Zwei Ebenen (Layer) führen zum gewünschten Effekt:

Bibble 5 Layer Ebenen

(Ich habe hier etwas übertrieben mit den angewendeten Effekten, um das Prinzip aufzuzeigen). Photoshop ist also für diese Fälle künftig im Ruhestand :)

Mehr dazu, wie das geht und was dabei zu beachten ist folgt :)

Bibble 5 - Bilddaten schnell einblenden

Es gibt wieder Neuigkeiten in Sachen Bibble. Seit 2 Tagen steht eine neue Preview zum Download bereit, die Version 2.2. Diese enthält zahlreiche kleine Bugfixes, z.B. im JPG-Export auf PowerPCs. Am erfreulichsten ist aber ein unglaublicher Geschwindigkeitszuwachs beim Arbeiten mit Ebenen (Layer) und Regionen. Dahinter verbirgt sich in Bibble 5 das, was Bibble bislang noch fehlte: Die selektive Anwendung einzelner Parameter und Einstellungen auf Bildbereiche. Ich habe gestern abend sehr lange damit experimentiert und bin begeistert. Dazu schreibe ich die nächsten Tage mehr.

Heute ein kleiner, aber sehr wichtiger Shortcut für die Arbeit mit Bibble 5: Das schnelle Anzeigen der Bilddaten. So sieht der Desktop in der Fullscreen-Anzeige eines Bildes aus. Nun möchte ich schnell wissen mit welcher Cam, welcher Linse und welchen Einstellungen die Aufnahme entstanden ist. Kein Problem: Drücken Sie einfach die Taste „E“.


Und schon erscheint eine kleine schwebende Palette - die sich frei auf dem Desktop verschieben lässt - und zeigt Ihnen die wichtigsten Parameter der Aufnahme an. Drücken Sie wieder die Taste „E“ verschwindet die Palette wieder. Eine charmante und praktische Lösung. (Um Missverständnissen und Nachfragen zuvor zu kommen: Natürlich lassen sich die EXIF-Daten auch in der gewohnten Art und Weise anzeigen. Das nimmt aber Platz in der Seitenleiste. Die schwebende Palette ist für den „schnellen Blick“ viel praktischer.)


Hier finden Sie schnelle Infos über die wichtigsten Bilddaten. Für mich ist z.B. die Information über die ISO beim Nachbearbeiten von Indoor-Shots sehr wichtig, um sofort die richtigen Einstellungen für den Noise-Ninya zu wissen.

Bibble 5 - Lens Correction Tool

Heute eine kleine Demonstration zum „Lens Correction Tool“ von Bibble 5. Eine super bequeme Funktion, um - brennweitenabhängig (!) - die durch ein Objektiv hervor gerufenen Verzerrungen zu korrigieren. Bei vielen Objektiven - gerade bei Zooms besonders ausgeprägt - gibt es Verzerrungen und Verzeichnungen.

Einfach ausgedrückt: Gerade Linien, die nicht durch die Bildmitte laufen, werden gekrümmt abgebildet. Bei vielen Aufnahmen ist das völlig unproblematisch, weil es keine Objekte gibt, an denen die Verzeichnung erkennbar ist.

Bei manchen Motiven ist das aber deutlich erkennbar und dann oft ärgerlich und störend. Die klassische Möglichkeit so etwas zu korrigieren ist die Lens Correction in Photoshop. Das ist dann aber nach der RAW-Konvertierung ein zusätzlicher Arbeitsschritt. Optimalerweise sollte daher ein guter RAW-Konverter alle Bearbeitungsfunktionen mitbringen, die im täglichen Einsatz benötigt werden. Und genau das tut Bibble.

Hier ein sehr deutliches Beispiel. Die Aufnahme eines Scheunentores mit dem 18-200er von Nikon („Suppenzoom“ - hier fällt die Verzeichnung besonders deutlich auf). In diesem Bild gibt es viele - eigentlich - gerade Linien und die Kissenverzerrung fällt deutlich auf. Was tun?

Die Linsenkorrektur in Bibble 5 aufrufen. Die allermeisten Linsen erkennt Bibble 5 nun automatisch aus den EXIF-Daten. Dann einfach die Korrektur aktivieren.

Bibble 5 - Lens Correction Tool Linsenkorrektur
- Vorher: Die kissenförmige Verzeichnung ist deutlich erkennbar -

Hier nun mit aktivierter Linsenkorrektur. Sinnvollerweise wird auch gleich „Bildgrösse ändern“ mit ausgewählt. Warum? Bei der Korrektur, d.h. Umrechnung des Bildes, gehen einige Pixel „verloren“. Die Pixel am Rand, die benötigt werden, um das Bild „gerade auszurichten“. Wählt man „Bildgrösse ändern“ wird das korrigierte Bild gleich wieder rahmenfüllend skaliert. Die nun fehlenden Pixel (einige wenige) sind am oberen Rand gut erkennbar.

Bibble 5 - Lens Correction Tool Linsenkorrektur
- Nachher: Nun sind die Linien im Bild gerade! -

Bibble 5

Mit den DSLRs fotografiere ich ja zu ca. 95% in RAW. Nur wenn es wirklich ganz schnell gehen muss - z.B. für die Zeitung - kommen ausnahmsweise JPGs auf die Speicherkarte (und dann meistens auch als JPG+RAW). Viele Leser haben angefragt, was ich denn für die RAW-Konvertierung verwende.

Mein persönlicher Favorit und Geheimtipp lautet Bibble. Es gibt ja mittlerweile - auch für den Mac - eine ganze Menge RAW-Konverter. Warum gerade Bibble?

Bibble ist - meiner Meinung nach - das einzige Programm auf dem Markt, das vom Layout her 100% auf Fotografen abgestimmt ist. Schlank, übersichtlich und - vor allem! - schnell. Insbesondere letzterer Punkt ist ein entscheidender Vorteil. Dazu später noch mehr. Bibble liegt für Mac OS X, Windows und Linux (!) vor.

Mit Bibble geht die Arbeit flugs von der Hand. Und mit Bibble 5, das mittlerweile als Preview 2.1c vorliegt, ist Bibble noch einmal um Längen schneller geworden. Ich frage mich wirklich, was für eine Geheimformel die Entwickler da gefunden haben.

Wer sich Bibble 5 einmal ansehen will, kann sich hier beim deutschen Vertrieb (Application Systems aus Heidelberg) die Preview herunterladen und auch Seriennummer zum kostenlosen 2-Wochen-Test anfordern. Alle registrierten Kunden der 4er Version bekommen die 5er Version nach Erscheinen übrigens gratis! Ein gutes Argument, sich jetzt auch schon die 4er Version zuzulegen.

In der neuen Blogrubrik „Bibble“ werde ich künftig einzelne Bereiche der Software, die mich besonders begeistern, im Detail vorstellen.

Bibble 5 Desktop
- So sieht der Bibble 5 Desktop aus: aufgeräumt und übersichtlich -

CultureLoad! - S/W-Kunst jetzt bei CultureLoad / b/w-artworks now available on CultureLoad / s/v-konst nu på CultureLoad

Ein echter Geheimtipp, den es weiter zu sagen und zu unterstützen gilt, ist CultureLoad.


CultureLoad ist ein relativ neuer internationaler Online-Marktplatz mit angeschlossener Community für freischaffende Künstler und Independent-Interessierte. Auf der Plattform können alle Arten „internettauglicher“ Kunst, d.h. Musik, Filme, Bilder und Texte veröffentlicht und heruntergeladen werden.

Besonders interessant für alle Künstler: CultureLoad ist sowohl Präsentationsmedium, wie auch als kostenloser Vertriebskanal. Als Künstler entscheiden Sie selbst über die Höhe des Verkaufspreises, die Wahl der Nutzungsrechte und die evtl. Anzahl kostenloser Downloads.

Besonders interessant für alle Kunstfans: Independent-Interessierte können neue Musik, Filme, Fotos und Texte von Künstlern aus der ganzen Welt downloaden und in direkten Kontakt mit ihren Lieblingskünstlern treten.

Die Mitgliedschaft ist für alle Künstler und Indie-Fans kostenlos!

Die Bedeutung des Projektes ist auch daran erkennbar, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) CultureLoad seit Mai 2008 durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union im Rahmen des Programms "EXIST- Existenzgründungen aus der Wissenschaft" unterstützt.

Übrigens: Ich unterstütze Culture Load. Ausgewählte Stücke aus meinen schwarz/weiss-Editionen gibts ab sofort auch bei CultureLoad (am Linkziel einfach auf Shop und dann Image klicken).

Einsicht / Insight / Insyn

This is how art works: „Your artwork reflects how you feel.“

- author unknown -

Minox DSC erklärt / Minox DSC explained

Anfang der Woche hatte ich über meine neue Minox DSC berichtet. Manche schiessen die ausdrucksstarken Momente des Alltags mit einem iPhone, andere eben mit einer Minox :)

Nun ist es an der Zeit, die Kleine etwas näher vorzustellen. Wie schon erwähnt, kommt der Name Minox vom „minimalistisch“. Und das trifft den Nagel auf den Kopf. Kein störendes Display. Keine Belichtungskorrektur, kein Weissabgleich. Fotografie minimalistisch. Wie bei den alten 8x11-Film Minox. Nur mit dem Unterschied, dass die Filmkosten hier entfallen :)

Die Spannung ist aber dieselbe wie in der alten Zeit, denn im Gehäuse der DSC ist ja kein Display enthalten. Ja, im ansteckbaren Blitz ist ein Display integriert, nur dann ist die Kombination nicht mehr minimalistisch.

A propos minimalistisch: Die letzten Tage hat mich die Minox in der Brusttasche begleitet. Und dabei ist sie so leicht und unauffällig, dass sie beinahe mit in die Waschmaschine gewandert wäre. Also bitte aufpassen!

Wie auf dem Foto zu sehen ist, habe ich die Kette durch eine kleine Handschlaufe aus dem Bestand ersetzt. Das ist einfach so Gewohnheit. Zudem ist die Handschlaufe für mich persönlich im Handling besser und sie ist „knautschbarer“ als die im Lieferumfang befindliche Metallkette.
Minox DSC
Nun zu den wichtigen Knöpfen und Funktionen. Wir fangen oben rechts an und gehen dann im Uhrzeigersinn an den Pfeilen entlang. Oben rechts ist der Ein-/Ausschalter. Er muss einen Augenblick gedrückt werden, um versehentliches Einschalten zu verhindern. Beim Einschalten leuchtet eine rote Diode im Sucher und sobald die Kamera eingeschaltet ist, leuchtet die Diode neben dem Ein-/Ausschalter blau. Zum Ausschalten genügt ein kurzer Klick.

Der nächste Pfeil zeigt auf den optischen Sucher (der das gleiche gute Gefühl wie bei den 8x11 Minox vermittelt).

Die nächste Position ist das Objektiv. Die Brennweite entspricht ca. 42mm bezogen auf Kleinbild. Da die DSC nicht ausziehbar ist (es muss schliesslich kein Film transportiert werden, was bei den 8x11ern der Auszug bewerkstelligt hat), liegt das Objektiv immer offen. Allerdings ist die Vorderlinse einige mm nach hinten ins Gehäuse hinein versetzt. Auch wenn man auf diese Stelle mit einem Finger gerät, ist noch genug „Luft“ bis zur Vorderlinse. Eine pragmatische Lösung.

Der nächste Pfeil zeigt auf den Auslöser und der letzte Pfeil schliesslich auf den Moduswahlschalter. Hier kann zwischen Fotoaufnahme, Videoaufnahme und Wiedergabe (bei Verwendung des Displays im mitgelieferten Ansteckblitz) gewählt werden. Das war fürs Erste alles.

Wie sieht das nun in der Praxis aus? Minox aus der Hemdtasche ziehen, einschalten, abdrücken. Das wars. Wie die Aufnahmen geworden sind, weiss der Fotograf erst später. Für mich beinahe ein richtig schönes Analoggefühl und auf alle Fälle weitaus stilvoller, als mit einem High-Tech-Mobiltelefon.

Ab dem Wochenende gibt es dann Bilder aus der neuen Kleinen - und einen mehrteiligen stilechten Minox-Krimi. Also: Stay tuned!

Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich auch das kleine Technikwunder zuzulegen, kann den Link zu Amazon nutzen (damit unterstützen Sie auch diese Website, die ich in meiner knappen Freizeit pflege).




MINOX DSC: Die Welten des James Bond lassen grüssen

Unsere freundliche Postbotin hat heute ein ganz besonderes Paket aus Wetzlar ausgeliefert: Die neue MINOX DSC.

MINOX DSC
(Lieferumfang MINOX DSC)

Die MINOX DSC greift die alte Tradition der minimalistischen (daher auch der Name) Kleinstkameras auf, allerdings in moderner Digitaltechnik. Das echte MINOX-Flair ist ihr aber trotz der Digitaltechnik erhalten geblieben.

Die „Kleine“ könnte die Lösung des „wirklich-immer-und-überall-dabei“-Problemes eines jeden Ditigal-Fotografen sein.

Nachdem ich vor einigen Wochen die MINOX DSC erstmals in der Hand gehalten habe, habe ich mich für einen Langzeitversuch mit der Kleinen entschieden.

Über einen längeren Zeitraum hinweg werde ich das kleine Technikwunder (78 Gramm zeigt die digitale Küchenwaage an) auf Herz und Nieren prüfen und die neue Rubrik „MINOX DSC“ mit daily Minox shots füttern.

Was hat mich bewegt, die kleine Minox zu bestellen? Ja, man könnte auch mit einem immer-dabei-High-Tech-Mobiltelefon fotografieren (dem iPhone z. B.). Aber in technischer Hinsicht bin ich da konservativ. Ein Mobiltelefon ist zum telefonieren und eine Kamera zum fotografieren. Basta. Zudem lässt sich mit einem Mobiltelefon nur schlecht gleichzeitig telefonieren und fotografieren.

Für „die Kleine“ spricht ihre Grösse (eigentlich müsste es besser „Kleinheit“ heissen) und Handlichkeit.

Hier die ersten Eindrücke beim Auspacken.

- Gute Umverpackung. Ein stabiler Karton mit guter Fütterung.
- Robuste und sehr ansprechende Verpackung der Cam und des Zubehörs (Design-Stahlblechdose).
- Lieferumfang: Kamera, externer Blitz mit LCD-Display, 2 schöne Lederetuis, 2 USB Kabel, die klassische Kette und Dokumentation.

Der Blick in die Gebrauchsanleitung entspannt. Einfach und in wirklich gutem Deutsch. Klar, verständlich, sauber. Das Lesen dauert nur ca. 5 Minuten. Es gibt keine 100.000 Einstellmöglichkeiten. Das ist gut so.

Natürlich habe ich auch gleich die alte Minox EC aus der Glasvitrine geholt und zum Vergleich daneben gelegt (ausführliche Fotogalerie folgt). Die DSC ist etwas - aber nicht wesentlich - grösser als die EC, liegt aber deutlich besser in der Hand als diese. Im Gegensatz zu den analogen Minox muss die DSC nicht ausgezogen werden. Der klassische Schachtsucher wirkt vertraut.

Die Kleine kommt aus chinesischer Produktion. Positiv fällt auf, dass der Cam ein Qualitätskontrollschein beiliegt der darauf hindeutet, dass eine Endkontrolle in Wetzlar stattfindet.

Und nun darf sich der Akku der DSC - der übrigens über USB geladen wird - erst einmal richtig voll aufladen. Und dann gehts ans Knipsen und Testen. Viele weitere Infos und Eindrücke - auch mit Bezug zum Mythos MINOX - werden folgen. In unserer neuen Rubrik werden wir die MINOX Story ganz neu auflegen :)

Wer sich vorab schon einmal detaillierter informieren will, sei auf die MINOX Homepage und die spezielle Seite zur DSC verwiesen.

Und wer sich mit dem Gedanken trägt, sich auch das kleine Technikwunder zuzulegen, kann den Link zu Amazon nutzen (damit unterstützen Sie auch diese Website, die ich in meiner Freizeit pflege).




Kodachrome: Nachruf auf eine Legende

Eine fotografische Hommage: Seit 74 Jahren wurde er hergestellt und nun hat die Legende ein Ende gefunden.

Die Rede ist vom Kodachrome Farbfilm, dessen Produktion von Kodak jetzt eingestellt wurde. Eigentlich war der Kodachrome ein produktionstechnischer Schnellschuss, mit dem Kodak seinerzeit Agfa mit dem Farbfilm zuvor kommen wollte.

Der Aufbau des Kodachrome als dreischichtiger Schwarz-Weiss-Film mit Farbeinlagen hatte - neben der sehr guten Haltbarkeit - allerdings die unangenehme Nebenwirkung, dass ein spezieller Entwicklungsprozess (K14 statt des normalen E6 Prozesses) erforderlich war. Nicht zuletzt deshalb dürfte der Marktanteil eingebrochen sein.

Hinzu kam, dass viele Profis in den 80er und 90er Jahren auf andere Farbfilme (z. B. den legendären Fuji Velvia für die Landschaftsfotografie) umgestiegen sind.

Schliesslich hat Kodak nur noch so wenige Kodachromes verkauft, dass die Produktion nun zu Grabe getragen und eingestellt worden ist.

Im Test: B/W-Styler

Review und Test: B/W-Styler

BW Styler Demobild

Vorab: Den beinahe schon “Glaubenskrieg”, ob man denn seriöse Schwarz-Weiss-Fotografie überhaupt digital betreiben könne, will ich hier nicht führen. Und um allen Diskussionen gleich vorzubeugen: In meiner beruflich genutzten Mittelformatkamera und in der guten alten FM sind hauptsächlich Ilford FP4. Damit das vorab klargestellt ist :)

Aber seit geraumer Zeit beschäftigt mich das Thema Schwarz-Weiss und digital trotzdem sehr. Ist eben doch sehr praktisch, auch im Schwarz-Weiss-Bereich auf den digitalen Workflow mit all seinen Möglichkeiten zurück greifen zu können. Also ging ich auf die Suche nach einem Tool, das sich gut in den vorhandenen Workflow einbinden lässt. 

Natürlich lässt sich sehr viel unmittelbar direkt in Photoshop machen. Schöner ist es jedoch, ein Plug-In mit umfassenden Schwarz-Weiss Funktionalitäten zu haben. So eine Art “Dunkelkammer”-Plugin. Also ging ich auf die Suche. Und nachdem ich etliche Sachen durchprobiert hatte, bin ich schliesslich fündig geworden. B/W-Styler heisst das kleine Schwarz-Weiss-Wunderwerk, das ich Ihnen in diesem Testbericht vorstellen will. Nachdem ich den Blogeintrag nicht mit Bildern überfachten will, gibt es - wie gewohnt - eine separate Bildergalerie zum Testbericht hier. 


Verwendetes Testsystem

Mac PowerBook G4 1.5 GHz, 1.25 GB RAM, Mac OS X 10.5.7, Photoshop 7, Photoshop Elements 6, GraphicConverter 6.4


Installation und Kompatibilität

Die Installation ist völllig problemlos. Das PlugIn kommt in 3 verschiedenen Versionen - je nach verwendetem System und Host-Applikation. Mit dem hervorragenden Handbuch geschmeidig und problemlos.

Sehr erfreulich ist, dass das PlugIn mit einer Vielzahl von Host-Applikationen kompatibel ist. Unter Mac OS X sind das Adobe Photoshop (ab Version 7),  Adobe ImageReady (ab Version 7), Adobe Photoshop Elements (ab Version 2), Adobe Illustrator (ab Version 10), ACDSystems Canvas (ab Version X), CiEBV Photoline 32 (ab Version 11.52), Corel Painter (ab Version 9), LemkeSoft GraphicConverter (ab Version 5.7) und Macromedia Fireworks (ab Version 7 (MX 2004)).

Unter Windows ist die Liste der tauglichen Host-Applikationen derartig umfangreich, dass ich Ihnen die 50 (!) Applikationen lange Liste im Detail erspare.

Eine Demoversion lässt sich auf der Homepage des PlugIns herunterladen.


Überblick

B/W-Styler wird - wie andere PlugIns - auch über das “Filter” Menü aufgerufen. Dort findet sich nach der Installation ein Unterpunkt “Photo Wiz” unter dem sich B/W-Styler finden und aufrufen lässt.

B/W-Styler arbeitet mit Bildern im 8- oder 16-Bit Modus. Soll er auf Bilder mit einer anderen Farbtiefe (z. B. ein vorhandes Graustufenbild) angewendet werden, muss dieses zunächst in ein RGB mit 8- oder 16-Bit umgewandelt werden. Vom Hersteller wird empfohlen, grundsätzlich im 16-Bit odus zu arbeiten, weil so die besten Resultate erzielt werden können.


Die verschiedenen Modi

Bitte jetzt nicht erschrecken, denn B/W-Styler ist ein sehr mächtiges Tool.  Er bietet insgesamt 18 Anwendungsmodi, die in die Bereiche “Fotografiemodus”, “Schnellmodus” und “Expertenodus” unterteilt sind. Wie die Bezeichnungen ahnen lassen, eignet sich die Gestaltung des Fotografiemodus von den Einstellungsmöglichkeiten her am besten für Fotografen. Zusätzlich gibt es noch 15 “Schnellmodi” für ausgewählte Bearbeitungen.

Für meinen Geschmack fühle ich mich im Fotografiemodus am wohlsten, denn dort finden sich ganz übersichtlich alle gebrächlichen Einstellungen “am richtigen Platz”. 

Kleiner Tipp: Die Sprache lässt sich mit dem untersten Aufklappmenü ganz einfach und schnell von Englisch auf Deutsch umstellen. Leider merkt sich das der Filter nicht und muss nach jedem Neuaufruf frisch eingestellt werden. Eigentlich kein Problem, denn auch in Englisch bleibt das ganze verständlich.


Die Vorschau

Auf der linken Seite des PlugIn-Fensters findet sich die Vorschau. Dort lässt sich entweder das gesamte bearbeitete Bild oder nur eine Ausschnittsvergrösserung anzeigen. Gelungen ist das “Split View”, das die Vorschau so aufteilt, dass Original und bearbeitete Version nebeneinander liegen. Klickt man unten “Instant Preview” an, sieht man den jeweiligen Effekt unmittelbar in der Vorschau beim Navigieren durch die Menüs.


Der Fotografiemodus

Nun aber zu den eigentlichen Bearbeitungsmöglichkeiten. Im Fotografiemodus finden sich folgende Einstell- und Tuningmöglichkeiten: Film, Film Grain, B/W Filters, ND Filters, Diffusion Filters, Development, Lab Effects, Paper Grade, Color Tone und Frame.

Dahinter verbergen sich jeweils mächtige Werkzeuge. Der Reihe nach:

Film: Hier lässt sich aus einer Liste von 42 Presets der gewünsche “Film” auswählen. Die Liste ist in generelle Grundtypen, gängige Schwarz-Weiss Filme (z. B. die diversen Ilfords) und mehr exotische Filme (z. B. Polaroid 55) aufgeteilt. Hier steckt eine Menge Know-How im Filter, denn die Ergebnisse sind frappierend gut. Meine ansonsten verwendeten Ilford-Typen erkenne ich in den bearbeiteten Fotos spontan wieder. 

Film Grain: Die Körnung ist von 100 bis 3200 auswählbar. Selbstverständlich lässt sich auch “Keine Körnung” einstellen. Ein wichtiger Tipp in diesem Zusammenhang: Die Körnung sollte natürlich auf das Ausgabeformat abgestimmt werden. Wir das Bild nach der Bearbeitung verkleinert, “stimmt” der Korneindruck nicht mehr. Im Gegensatz zu anderen getesten Tools fällt mir auf, dass B/W-Styler sehr harmonisches und “echtes” Korn produziert. Andere Tools haben hier - im Gegensatz zu B/W-Styler - mehr mit hässlichen und unbestimmbaren “Pixelhaufen” gearbeitet.

B/W Filter: Hier stehen die gängigen Farbfilter (12 an der Zahl) zur Auswahl. Über “Custom” lassen sich zusätzlich eigene Farbfilter definieren.

ND Filter: Hier finden sich die “Neutraldichtefilter” (wie es korrekterweise so schön heisst), darunter ganze und halbe Graufilter und Polarisationsfilter; jeweils in verschiedenen Intensitätsstufen. In der Anwendung einfach und im Effekt überzeugend. Wer sich eine nicht als Preset vorhandene Zwischenstufe wünscht, kann auch hier über die Auswahl von “Custom” selbst Hand anlegen.

Diffusion Filter: Über die Diffusionsfilter (3 Gruppen: Diffusor, Pastel, Mist) lassen sich “Glow-” und Diffusionseffekte einstellen. Die höheren Stufen gehen freilich sehr diffundierend ans Werk und kommen bei mir eher in Ausnahmefällen zum Einsatz. Auch hier können über die Auswahl von “Custom” eigene Effekte erzeugt werden. 

Development: In dieser Rubrik verbergen sich die eigentlichen “Dunkelkammereinstellungen”. Aufgeteilt in 4 Einstellungsblöcke lassen sich die Entwicklungszeit, der Kontrast, das Verhalten in "Lichter" und "Tiefen" und klassische Ergebnistypen (z. B. “High-Key”) einstellen. Auch hier gibt es wieder die “Custom-”Möglichkeit.

Lab Effects: Die Lab-Effects sind quasi eine Untergruppe mit Sondereffekten des Developments. Hier lassen sich Effekte, wie z. B. Solarisation auswählen.

Paper Grade: Wie der Name vermuten lässt, verbirgt sich dahinter die Härte des Papiers. In 5 Stufen von extra-weich bis extra-hart (wiederum mit “Custom”-Möglichkeit) sind diese für den Anwender zur Verfügung gestellt worden.

Color Tone: Hier finden sich schliesslich die Farbtöne, die aus der klassischen Schwarz-Weiss-Entwicklung bekannt sind. Darunter das bestens bekannte Sepia, aber auch einige andere extrem schöne und dezente Farbtöne. Mein persönlicher Favorit ist “Silver Gelatin”. Auch hier sind “Custom-”Möglichkeit vorhanden.

Frame: Als kleines Extra lassen sich die Fotos hier auch gleich noch mit einem Rahmen versehen. Dieser arbeitet leider nicht verlustfrei, sondern beschneidet das Bild eingreifend, wobei dieses bei Bedarf sehr praktisch sein kann.

Als Zusatz wäre allenfalls noch wünschenswert, wenn der Anwender noch sein eigenes “Watermark” mit einprägen könnte. Das wäre dann 110%-perfekt :)


Die Anwenderfreundlichkeit und die Einstellmöglichkeiten im untersten Feld

Das PlugIn reagiert auch auf dem nicht mehr ganz aktuellen 1.5 GHz G4 - im Gegensatz zu anderen getesteten Lösungen - sehr zügig. Wenn “Instant Preview” nicht aktiviert ist, wird die Änderung in der Vorschau im Prinzip unmittelbar nach der Auswahl in einem Menü sichtbar. 

Unter den Preferences lässt sich das Verhalten beim Start des PlugIns wählen. Die für mich bequemste Möglichkeit besteht darin, dass das PlugIn mit den zuletzt verwendeten Einstellungen startet. So lässt sich ein “Standard-Setup” nach dem persönlichen Geschmack als Standardvorgabe behalten. 

Im Menue "Preferences" kann eingestellt werden, was der “Reset-”Button ganz oben rechts bewirkt. So kann mit einem Reset immer wieder zu den eigenen persönlichen Standardvorgaben zurück kehrt werden. Sehr praktisch.

Die sehr gute kontextsensitive Hilfe zu allen Punkten ist eigentlich selbstverständlich und bedarf keiner besonderen Erwähnung. 

Unter dem Punkt “Histo” verbirgt sich - wie zu vermuten - ein Histogramm. Für meinen Geschmack in diesem Zusammenhang nicht so wichtig. Aber “nict to have”. Sehr schön ist indes die unter dem Punkt “Info” verborgene Möglichkeit (“Show Bown Highlights”) sich die augebrannten Lichter anzeigen zu lassen.

Fazit

Mit dem B/W-Styler ist dem Team der Plug In Site ein wirklich grosser Wurf gelungen.

Die Aufteilungen in den verschiedenen Menübereichen ist sehr gut durchdacht und ermöglicht den direkten Zugriff auf die gewünschten Veränderungen. Die Effekte selbst sind - sieht man von den für meinen Geschmack gleich sehr hart ans Werk gehenden - Diffusionsfiltern ab, nur als gelungen zu bezeichnen. Werden die Bilder in Schwarz-Weiss konvertiert, ist das Ergebnis schlicht überzeugend.

Und es ist - Hand aufs Herz - sehr vorteilhaft, etwas experimentieren zu können. Im Gegensatz zum echten Film, bei dem "entwickelt" eben "entwickelt" bedeutet, kann hier im Bezug auf das Original “verlustfrei” getüftelt werden.

Sehr positiv ist übrigens auch der Support des Herstellers / Vertriebs. Anfragen wurden - sogar am Wochenende - binnen weniger Stunden kompetent und erschöpfend beantwortet. Ein wertvolles zusätzliches Plus.

Für nur USD 49,95 Euro ist das PlugIn - gerade auch im Vergleich zu anderen Lösungen - ein echtes “Schnäppchen”. Der B/W-Styler ist mittlerweile zum “must have” für mich geworden.

-> Screenshots und illustrative Beispiele finden sich in der Galerie zum Testbericht. 


Meine zusammenfassende Bewertung

Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut):

Funktionalität: 4,5
Anwenderfreundlichkeit: 5 
Geschwindigkeit: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5

Gesamtbewertung: 4,75

Mein Fazit: “Must have” in Sachen digitale Schwarz-Weiss Fotografie.


(Aufgrund diverser Email-Anfragen zu den Testnoten eine Anmerkung am Rande:

Mich erreichten einige Mails mit dem Tenor “Warum fallen die Bewertungen in den von Dir veröffentlichten Tests alle so gut aus?”.

Ganz einfach: Den “Murks”, den ich teste lasse ich einfach unerwähnt und veröffentliche dazu nichts. Denn meine Philosophie ist: Die guten Dinge und Tools bringen uns mit unserer Fotografie nach vorn. Meine Zeit ist mir zu schade, um Testberichte über schlechte Sachen und Dinge zu schreiben.)

Es ist geschehen: Versehentlich formatierte Speicherkarte. Was tun?

Ein Alptraum für jeden Digitalfotografen: Versehentlich auf der Speicherkarte gelöschte Aufnahmen, oder - noch schlimmer - eine versehentlich formatierte Speicherkarte. Was tun? Eine Anleitung zur Lösung des Problems in Form eines Berichtes:

Eigentlich bin ich ja der Sicherheitsfanatiker und hier  habe ich auch selbst ausführlich beschrieben, wie man mit Speicherkarten unter Datensicherheitsaspekten umgehen sollte. Und bei den Aufnahmen mit den DSLRs mache ich das ja auch konsequent :)

Oft reist in der Jacken- oder Hosentasche aber auch eine kleine Point-and-Shoot-Kamera (Digiknipse) mit. Und so kam es vor einigen Tagen zur "Beinahe-Katastrophe". Was war geschehen? Die grosse Kameraausrüstung war im Auto einige Meter entfernt. Sehr spontan hat sich das unglaubliche Motiv schlechthin ergeben. Ich zog also - wissend, dass die Zeit für einen Sprint zum Auto nicht reichen würde - die Digiknipse aus der Tasche und drückte einmal ab. Es war eine dieser Aufnahmen bei denen man weiss: "die ist es". Dann folgten den Tag über noch viele, viele Aufnahmen mit den DSRLs. Abends dann waren der innerliche Akku und die Konzentration schon recht durchwachsen. Ich nahm routinemässig die Akkus aus der Digiknipse, um sie aufzuladen. Etwa eine Stunde später wanderten die - jetzt wieder geladenen - Akkus zurück in die Kamera und - ohne gross nachzudenken - formatierte ich routinemässig die Speicherkarte und legte die Kamera wieder auf den Schreibtisch.

Am nächsten Morgen dann kam das grosse Erwachen. "Oh nein, gerade auf dieser Speicherkarte war die eine bestimmte Aufnahme". Was tun?

Google leitete mich zu verschiedenen Programmen. Ich habe einige probiert, aber nur eines davon hat mich überzeugt und seinen Job perfekt gemacht: PhotoRec von Christophe Grenier. 

Ein kleines Kommandozeilentool, das für fast alle gängigen Betriebssysteme erhältlich ist (DOS/Win9x, Windows NT 4/2000/XP/2003/Vista, Linux, FreeBSD, NetBSD, OpenBSD, Sun Solaris und Mac OS X) . Das unglaubliche kleine Tool macht seine Arbeit perfekt und ist - man höre und staune - Donationware (ja, ich habe dann auch gleich gespendet).

PhotoRec ist hier -zu finden und zur Downloadseite geht es hier lang.

Ganz wichtig übrigens: Falls Sie versehentlich Bilder auf der Speicherkarte gelöscht oder die Speicherkarte frisch formatiert haben dürfen Sie vor der Datenrettung mit dieser Speicherkarte keinesfalls mehr weiter fotografieren. Sie könnten sonst die noch rettbaren Bilder überschreiben. Dann wäre es mit der Rettung vorbei...

Der Link zu PhotoRec ist selbstverständlich auch auf der Seite mit den Foto-Tool-Links zu finden.

Think Tank Speed Demon: Fündig geworden - Endlich die Lösung des Taschenproblemes!

Fündig geworden! Think Tank Speed Demon

Think Tank Speed Demon

Die Einleitung

In diesem Test- und Erfahrungsbericht möchte ich Ihnen die aus meiner Sicht optimale Fototasche vorstellen: Die Think Tank Speed Demon. Begleitend zum Testbericht gibt es auch eine Fotogalerie, in der Sie die Details der Tasche betrachten können.

Das Problem

Fotografen und alle Fotobegeisterten kennen das Problem: Wie die Fotoausrüstung “beim Einsatz” transportieren? Da sammeln sich im Laufe der Zeit verschiedene Taschen an. Ich habe vor einigen Wochen mal nachgezählt und bin auf gute 10 Stück gekommen.

Ich schreibe hier nicht vom reinen Transport des Equipments. Hier finden sich Lösungen, z. B. mit Hilfe von in Eigenregie umgebauten Trolleys o.ä. (Erst wenn es um die Handgepäcktauglichkeit grösserer Mengen von Equipment geht, wird das Problem etwas anspruchsvoller. Darum soll es hier aber nicht gehen.)

In diesem Testbericht geht es um die Lösung der alltäglich auftauchenden Frage:

Wie transportiere ich das mit mir, was ich zum laufenden Fotografieren brauche?

Anders formuliert: Was für eine Tasche soll mich nur auf einer Tour oder bei einem Einsatz begleiten, wenn ich so flexibel wie möglich bleiben will. Mein persönlicher Stil bei Reportagen beinhaltet i. d. R. viel Mobilität.

Für mich muss eine solche Fototasche also:

- die Inhalte sicher und gut schützen und verwahren,
- mir die Mobilität und Flexibilität bewahren und vor allem
- einen schnellen Zugriff auf die Inhalte ermöglichen.

Welches Equipment muss mit?

Stellt sich die Frage, was denn an Equipment üblicherweise mit muss. Das ist natürlich individuell verschieden. Zuwenig kann fatal sein, zuviel macht keinen Spass.

Für meine Zwecke gibt es i.d.R. 3 ungefähre “Ausbaustufen” an Equipment:

- Stufe 1 - “Immer dabei und so einfach wie möglich”: Eine D40 mit dem 18-200. Das stellt keine besonderen Anforderungen. Vielleicht noch ein SB-400 dazu. Dafür habe ich eine kleine und - vor allem - unauffällige Schultertasche. Also kein Problem.

- Stufe 2 - “Normale Auftragsfotografie”: Eine D200 mit 3 Objektiven (20-40 f2.8, 55 Micro, 24-70 f2.8, 70-300 f5.6, jeweils alle mit Gelis (bis auf das 55er)). Das ist mein Standard-Allround-Set, das sich im Laufe der Zeit heraus gebildet und bewährt hat.

- Stufe 3 - “Besondere Auftragsfotografie”. Wie Stufe 2 aber mit dem 70-210er f2.8 auf dem Zweitgehäuse. Bei Stufe 3 geht es meistens um Sportveranstaltungen.

Bei 2 und 3 kommt dann noch der ganze “Kleinkruscht” mit dazu: Mind. 2 Reserveakkus für die Cam, Ggf. Reservebatterien oder Akkus für den Blitz, Speicherkarten, Lens-Pen, Brillenputztücher, Taschenlampe, Stift, Kalender, Notizblock, Kleine Graukarte, usw.
Statt des 55er - oder zusätzlich - reisen gelegentlich auch ein 50er f1.4 und/oder ein TC mit.

Grundsätzliche Überlegungen

Das alles muss also so verstaut sein, dass es schnell im Zugriff und (diebstahl-)sicher verstaut ist. Schneller Zugriff bedeutet, dass ein Objektivwechsel ohne grosses Gefumel und Gekruschtel im freien Feld möglich sein muss.

Von Fotorucksäcken halte ich deswegen nichts, da ich schnellen Zugriff auf meine Ausrüstung haben möchte. Ein Rucksack ist da viel zu unpraktisch, vom Diebstahlrisiko - hinten hat Mensch keine Augen - mal ganz abgesehen.

Lange Zeit - und bis vor ein paar Wochen - habe ich Schultertaschen eingesetzt. Das war und ist allerdings nicht das Optimum. Schultertaschen sind zwar um Längen besser als ein Rucksack. Wenn man sie sicher tragen will, muss man den Tragegurt “über den Kopf streifen” und das mach den Zugriff wieder schwierig. Schultertaschen werden dann gerne “auf den Rücken” geschoben und bieten dann wieder das Diebstahlrisiko eines Rucksacks. Zudem sind die allermeisten Schultertaschen entweder in sich nicht formstabil oder - wenn formstabil - dann sperrig, wenn man auf den Inhalt zugreifen möchte.

Das führt zum Ergebnis, dass Gürteltaschen (Bauchtaschen) das Optimum darstellen. Allerdings hatte ich bis vor ein paar Wochen noch keine wirklich brauchbare Gürteltasche gesehen.

Die Think Tank Speed Demon

Vor einigen Wochen habe ich bei einem Kollegen in Stockholm zum ersten Mal eine Think Tank Gürteltasche gesehen, die mich spontan begeistert hat. Ein durchdachtes und stabiles Design, vollgepackt mit jeder Menge nützlicher Details. Think Tank baut Gürteltaschen in verschiedenen Grössen. In die grossen Versionen passen z. B. auch die 70-200er Klasse f2.8er Zooms oder D1/D2/D3-Gehäuse (bzw. kleinere Gehäuse mit Batteriegriff) hinein.

Der Hersteller Think Tank ist in Santa Rosa, Kalifornien, beheimatet. Das mit dem charmanten Slogan „Be Ready „Before The Moment““ werbende Unternehmen, wurde vor einigen Jahren von einer Gruppe Profi-Fotografen gegründet. Und das merkt man der Tasche auch in allen Details an.

Von der Form her erinnert die Tasche an die in den 80er Jahren beliebten “Hüfttaschen” (Waist-Packs), nur in grösserer und viel stabilerer und durchdachterer Ausführung. Das Design und die Farbgebung sind unauffällig und “nicht störend”.

Begleitend zur folgenden Detailbeschreibung schauen Sie sich am besten die Bildergalerie an. Dort finden Sie alle beschriebenen Details auch im Bild.

Die Tasche bietet ein grosses Hauptfach mit variabler Aufteilung - viele Raumteiler mit stabilen Klettverschlüssen werden mitgeliefert - und nimmt bequem 3 Objektive auf. Auch ein Gehäuse in der Grösse D40, D50, D70, D80, D90, D200, D300 mit einem Objektiv lässt sich verstauen. Für zumindest ein weiteres Objektiv bleibt dann noch Platz. Ich bevorzuge es aber, die Kamera mit einem Objektiv immer um den Hals oder in der Hand zu haben und in der Tasche nur die anderen Objektive und alles andere Zubehör zu verstauen.

In meiner Praxis heisst das z.B., dass auf der Kamera das 24-70er ist und im Hauptfach der Tasche das 20-40, 70-300 und das 55er.

Übrigens: Wer mehr - oder grössere Linsen - verstauen möchte, kann auch auf die grösseren Ausführungen der Tasche zurück greifen.

Das Hauptfach ist mit einem Reissverschluss mit zwei Zippern - also von rechts oder links zu öffnen - verschliessbar.

Im Deckel des Hauptfaches befindet sich eine länglichere Reissverschlusstasche aus durchsichtigem Kunststoff.

Am dem Fotografen abgewandten Ende des Hauptfaches befindet sich oben ein stabiler Handtragegriff. Dieser ist sehr praktisch - und gut ausbalanciert - um die Tasche zu tragen, wenn sie gerade nicht um den Bauch getragen wird (z. B. auf dem Weg zum Auto beim Einladen).

Zusätzlich gibt es auf der Oberseite des Hauptfaches einen Reissverschluss, der einen direkten Eingriff in das Hauptfach von oben ermöglicht. Zunächst war mir der Sinn nicht ganz klar. Nützlich ist das aber, um z. B. schnell einmal einen Objektivdeckel in die Tasche zu legen.

A propos Reissverschlüsse: Alles Reissverschlüsse sind Markenreissverschlüsse von YKK in einer speziellen, sehr robusten Ausführung. Die Zipperösen sind alle clever “gebändelt”.

Im Hauptfach gibt es zusätzlich ein grosses Fach, in dem u.a. - sehr praktisch - zwei abgeteilte Fächer für Speicherkarten enthalten sind. Dazu eine Öse, an welcher z. B. der Regenschutz befestigt werden kann. Dazu später mehr.

Die geräumige Vordertasche mit vielen Fächern bietet ausreichend Platz und genügend Abteilungen für all die kleinen Dinge, wie z. B. Ersatzakkus, Lens-Pen, Brillenputztücher, usw.

Die Vordertasche ist sehr clever konstruiert, klappt sie doch nach dem Öffnen leicht auf und gibt direkten Zugriff auf den Inhalt. Auf der Vordertasche befindet sich noch eine weitere Reissverschlusstasche. Ich habe hier z. B. eine Graukarte und ein Bündel Visitenkarten verstaut.

An der Seite befinden sich links und rechts zwei Netzgittertaschen mit robustem Bändelzug. Sehr gut geeignet, um dort z. B. die Ersatzbatterien (bzw. Akkus) für den Blitz und eine kleine Taschenlampe zu verstauen.

Auf der Rückseite der Tasche befindet sich eine weitere Tasche. Diese ist oben offen, weil ein Reissverschluss hier unangenehm “drücken” würde.

Der fest angebrachte Bauchgurt ist sehr breit und gibt damit die nötige Stabilität. Am Bauchgurt sind Befestigungslaschen für das patentierte Think Tank System enthalten, um z. B. weitere Objektivtaschen anbringen zu können.

An dieser Stelle einige Worte zur generellen Verarbeitung: Wie auf den Detailbildern zu sehen ist, ist die Verarbeitung grundsolide. Doppelte Nähte und - auch bei wirklich kritischer Untersuchung - keinerlei Verarbeitungsmängel.

Sehr positiv fällt die Verstellung und Einstellung des Bauchgurtes auf. Einmal eingestellt, behält der Gurt auch wirklich seine Länge ohne ständig “weiter zu werden”.

Der Bauchgurt ist von seiner Länge her zudem sehr grosszügig bemessen und dürfte auch “umfangreicheren” Menschen keine Probleme bereiten.

Das Gurtschloss aus Plastik wurde in anderen Testberichten bemängelt. Ich sehe hier keine eigentliche Schwachstelle. Ein Plastikschloss kann eben irgendwann einmal einen Materialermüdungsbruch erleiden. Dagegen ist aber eine ganz einfache Sicherung möglich. Der Tasche liegt nämlich auch ein äusserst stabiler Schultergurt mit Metallkarabinerhaken bei, der fast jeder Notebooktasche Ehre machen würde. Wer auf Nummer 100%-sicher gehen will, kann diesen als “zusätzliche” Sicherung tragen. Ich tue das nicht, nutze aber eine der stabilen Befestigungslaschen für den Schultergurt um die Tasche mit einem kleinen Karabinerhaken und einem Stück Reepschnur am normalen Hosengürtel zu befestigen. Sollte das Gurtschloss dann tatsächlich einmal brechen - was ich für nicht sehr wahrscheinlich halte - würde die Tasche am Hosengürtel baumeln und nicht zu Boden gehen.

Im Lieferumfang befinden sich noch zwei äusserst nützliche Zugaben:

Zunächst ist das die Regenhaube. An der Regenhaube befindet sich ein Band mit Karabiner. Ab Werk ist die Regenhaube in der Seitentasche des Hauptfaches zusammengelegt verstaut. Bei einsetzendem Regen kann sie schnell heraus und über die Tasche gezogen werden, die damit dann wetterfest wird. Wirklich clever!

Zum anderen die Pixel Pocket Rocket, eine kleine Tasche zur Aufbewahrung von Speicherkarten. Diese fasst bis zu 10 CF-Karten (nebst Plastikhüllen) und lässt sich zusammenfalten. Ein Klettverschluss verschliesst das Ganze. Auch an der Pixel Pocket Rocket ist ein Band mit Karabinerhaken, das sich an einer der Schlaufen in der Tasche einhängen lässt. Ein wertvolles Zubehörstück, muss man doch für eine solche Speicherkarten-Aufbewahrungstasche allein bereits etliche Euro auf den Tisch legen.

Der Preis ist heiss

Der Verkaufspreis der Tasche liegt derzeit bei etwa 95 Euro. Im Vergleich mit den Taschen anderer Hersteller eigentlich kaum zu glauben. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist schlicht sehr gut.

Die Bezugsadressen für Deutschland, Schweden und den Rest der Welt :) können hier beim Hersteller nachgeschlagen werden.

Zusammenfassung

Man merkt der Tasche mit allen ihren cleveren Details an, dass sie von einer Firma stammt, die von Berufsfotografen gegründet wurde. Der Hersteller Think Tank weiss, worauf es ankommt. Punkt.

Die einzige Sache, die mir nicht gefällt, ist der Name. Punkt.

In 8 Wochen harten Einsatzes haben sich keinerlei Mängel oder Beanstandungen ergeben. Im Gegenteil: Ich freue mich jedes Mal wieder, dieses Wunderwerk umzuschnallen und zu benutzen. Punkt.

Meine zusammenfassende Bewertung

Jeweils auf Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut):

Verarbeitung: 5
Verwendete Materialien: 5
Ergonomie: 5
Praktischer Nutzen: 5
Verfügbarkeit: 5
Preis-/Leistungsverhältnis: 5

Gesamtbewertung: 5

(Entgegen meiner grundsätzlich kritischen Einstellung gibt es hier die klare Bestnote.)

Mein Fazit: Endlich fündig geworden!

Und hier nochmals der Link zur Bildergalerie an. Dort finden Sie alle beschriebenen Details auch im Bild.

BW/SW/SV-Update

Vor einigen Tagen hatte ich kurz über den kommenden Testbericht zu meinem favorisierten SW-Tool berichtet.

Nachdem mich dazu viele Anfragen per Mail erreicht haben verrate ich hier schon einmal vorab, welches Tool für mich klar auf Platz 1 liegt: B/W-Styler.

Wer schon einmal selbst experimentieren möchte, kann sich bei The Plugin Site eine Testversion für Mac und/oder PC downloaden.

Welche Kamera ist denn nun die Beste?

Zum Wochenausklang heute noch eine kleine Anekdote vom Freitag:

Ich war auf einem Shooting. Ortstermin in einem Hotel. Sind ja derzeit viel in Sachen Tourismus / Hotellerie / Gastronomie unterwegs.

Ich war da also mit der Kamera in der Aussenanlage unterwegs auf der Suche nach ein paar schönen Aussenansichten. Da begegnet mir einer der Hausmeister, den ich von einem früheren Besuch her schon kannte. Es entwickelte sich folgender Dialog:

Er: „Oh was für eine Kamera hast du da“.
Ich: „Nichts besonderes, eine Nikon.“
Er: „Ja, die sind gut, oder?“
Ich: „Ja, aber das sind Glaubensfragen. Die meisten Pro-Fotografen haben digital Nikon oder Canon.“
Er: „Und was hälst Du von Olympus?“

Ich begann zu ahnen, wo die Reise gehen sollte und überlegte. Ihm bei der Arbeit zusehend - er reinigte gerade den Pool mit einem Staubsauger-ähnlichen Gerät - fragte ich ihn:

„Du sag mal, welche Staubsauger sind eigentlich die Besten? Eletctrolux?“

Er lachte. „Na ja“ meinte er dann „eben der, den man eben hat“, worauf ich erwiderte „mit den Kameras ist das ganz genauso“. Erst grinste er - die Botschaft war angekommen - und dann lachten wir beide herzhaft.

Die Pointe von der Geschichte: Camera doesnt matter - um es z. B. mit Kens Worten zu sagen. Stimmt.

Ein schönes Wochenende!

PS: Hab ich schon erwähnt, dass ich gerade wieder ins gute alte analoge Mittelformat einsteige?

Need a creative kick? / Kreativer Kick gesucht?

Innere Leere? Kreativer Burn-Out?

Da haben wir was anzubieten: Eine der besten Fotografie-Kreativ-Inspirations-Listen, die ich je gesehen habe. Und ich habe schon einige gesehen :)

Hier aktuell zu finden im Blog von Chase Jarvis. Geheimtipp! Stalltips! Ansehen! Titta!

Fototipp: Chase Jarvis

Leute, hier gibts Kreativität und Professionalität im Doppelpack:

Eine Quelle der Inspiration ist Chase Jarvis, ein relativ junger Fotograf aus Seattle (mit Niederlassung in Paris).

Berühmt und bekannt wurde er durch seine Iphone-Photos. Strikt nach dem Motto „The best camera ist the one thats with you“. Es muss nicht immer gleich die D3 sein, um kreativ unglaublich herausfordernde und meist absolut begeisternde Fotos zu schiessen. Thank you Chase!

Sehen Sie selbst:

Zur Homepage von Chase gehts hier lang.

Das sehr gute und interessante Blog von Chase gibt es hier.

„The best camera is the one thats with you“: Und hier die mittlerweile legendäre IPhone-Serie.

Reportage: Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter WM 2009 in Malå

Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM 2009

Einer der sportlichen Höhepunkt in Malå: Die Skotercross VM (Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM 2009).

Unser Team war heute auf der Skoterkross VM. Wir haben dort viel fotografiert und gefilmt, um Ihnen hautnahe Eindrücke und Einblicke zu geben.

Vielen Dank an den Malå Snöskoterklubb und alle Helferinnen und Helfer für die fantastische und reibungslose Organisation und Durchführung!

Hier gehts zur Bildergalerie mit 322 Fotos von Petra Fuelbert und Henning Wüst.

Idag var det Skotercross VM i Malå. Det var verkligen en upplevelse. Vi har varit dit och har fotat mycket så alla läsare kan få ett intryck om hur det var.

Ett stort tack till Malå Snöskoterklubben och alla medhjälpare för den fantastiska organisationen!

Klick här, så kommer du till bildspelet (322 foton) med foton av Petra Fuelbert och Henning Wüst.



Skotercross VM / Scootercross Worldcup / Skidoo Schneescooter Weltmeisterschaft WM 2009

- EXPERIMENTELL -

Einige kleine Filme von Petra Fuelbert gibt es hier bei YouTube:
Några små filmer av Petra Fuelbert finns det här på YouTube:


START - http://www.youtube.com/watch?v=A0RAvKPKBOM

VM Mala 09.1 - http://www.youtube.com/watch?v=C0H2hUOLzsI

VM Mala 09.2 - http://www.youtube.com/watch?v=bQdfZNWTcWA

VM Mala 09.3 - http://www.youtube.com/watch?v=RSldDMawECE

VM Mala 09 Fahrerlager 1 - http://www.youtube.com/watch?v=noFY6vH6ZzM

VM Mala 09 Fahrerlager 2 - http://www.youtube.com/watch?v=pjVuJkN_X_A

VM Mala 09 Fahrerlager 3 - http://www.youtube.com/watch?v=P-8rLuRjMwE

Ostergrüsse aus Lappland: Oster-Edition 09 - Wünschen Sie „Frohe Ostern“!

Eine alte Erzählung hat uns zur Oster-Edition 2009 inspiriert:



„Die Legende berichtet von einem Gespräch der Maria Magdalena mit dem römischen Kaiser Tiberius.
Sie gab ihm ein Ei und rief: „Christus ist auferstanden!“
Der Kaiser zweifelte daran, dass ein Sterblicher von den Toten auferstehen kann.
Darauf sagte Maria Magdalena: „Es ist genau so unmöglich, als wenn dieses weiße Ei jetzt rot würde!“
Im nächsten Augenblick wurde das Ei rot.“

Daher hat uns das rote Ei zum Thema Ostern 2009 verfolgt; ein in dieser Form neues und unverbrauchtes Motiv zum Thema Ostern.

Motive mit Tiefgang, die Sie für Osterkarten, Anzeigen im Zusammenhang mit Ostern oder Webseiten rund um das Thema Ostern anwenden können.

Das in den Vorschaubildern enthaltene Logo ist in den Ihnen zur Verfügung gestellten Daten natürlich nicht enthalten.

Sie können alle Motive für die von Ihnen gewünschte Verwendungsform lizenzieren. Wenn Sie schnell sind, können Sie ein oder mehrere Motiv(e) auch exklusiv für eine bestimmte Zeit lizenzieren. Für Bestellungen und Anfragen nutzen Sie bitte das Kontaktformular.

-> Und hier gehts zur Oster-Edition-2009

Witz für Fotografen

Heute ausnahmsweise mal ein Witz für Fotografen:

"Herr Doktor, bitte helfen Sie mir, ich habe einen Film verschluckt!"
"Unbelichtet?"
"Ja!"
"Da müssen wir warten, was sich daraus entwickelt!"

Hinweis: Wenn Sie den Witz nicht verstehen, sollten Sie sich mal mit Analogfotografie beschäftigen :D

( PS: Danke an meinen Vater, der mir den Witz heute erzählt hat )

Neue Rubrik: Equipment

Es gibt eine neue Rubrik, die auf den Namen „Equipment“ hört. Was hat mich zu dieser neuen Rubrik bewegt?

Wir alle kennen das: Im Alltag gibt es Dinge, die sich einfach bewähren. Gute Dinge eben. Dinge, die ich gerne weiter empfehlen möchte. Dinge, die sich im Alltag Lapplands und im Alltag als Fotograf in Lappland bewähren.

Unser Alltag hier besteht aus teilweise extrem herausfordernden klimatischen Bedingungen. Oft sind wir lange „draussen“ in Eis und Schnee, bei Wind und Wetter und heftigen Minusgraden. Aber auch der Sommer stellt das Material vor manche Herausforderungen. Vom (freilich) kurzen Frühjahr ganz abgesehen. Da ist es immer noch kühl und - wegen der Schneeschmelze - „matschig“. Eine besondere Herausforderung für sich selbst.

Kurz und gut: Ich teste gerne Produkte auf ihre „Norrlandtauglichkeit“ und gebe auch gerne viele der kleinen „Tipps und Tricks“ weiter, die das Leben in diesen Breitengraden sehr erleichtern.

Davon dürfen Sie ab jetzt profitieren, insbesondere wenn Sie in ähnlichen Breitengraden (oder vergleichbaren klimatischen Verhältnissen) leben oder eine Reise oder einen Urlaub als Besucher und/oder Tourist planen.

Im Gegensatz zu üblichen „Tests“ erspare ich Ihnen die Dinge und Produkte, die sich nicht bewährt haben. Hier gilt „positiv zählt“. Ich empfehle Ihnen nur, was wir hier selbst für gut befunden haben („polarkreistauglich“). Das macht das Lesen und das Leben viel einfacher :)

Fototipp: Bruce Percy - The Art of Adventure Photography

Heute wieder ein ganz besonderer Fototipp, ein echter „Augenschmaus“:

Bruce Percy - The Art of Adventure Photography

Anschauen, Betrachten, Versinken und einfach staunen. Der Mann hat das richtige Auge und das richtige timing.

Einen hochinteressanten Blog gibt es auch.

(Und wer sich für technische Hintergründe interessiert: Der Mann hat wirklich Stil. Fast alles ist mit der legendären Mamiya 7 auf 6x7 geschossen. Für diese Art von Fotografie gibt es eigentlich keine Alternative (vom echten Grossformat mal abgesehen). Das motiviert ungemein, wieder mal zur Plaubel oder wenigstens zur FM zu greifen!).

Robert Lebeck Ausstellung in Berlin

Der heute 79-jährige Robert Lebeck gehört zu den bekanntesten und besten deutschen Pressefotografen. Die Fotografie lernte er als Autodidakt. Lebeck arbeitete seit 1952 als Fotoreporter, zunächst für verschiedene Heidelberger Zeitungen, später für Illustrierte wie Revue, Kristall und Stern. Von 1977 bis 1978 war er Chefredakteur des bekannten Magazins GEO. Seit 1979 arbeitete er wieder für den Stern.

Der Martin-Gropius-Bau in Berlin widmet Lebeck jetzt eine Sonderausstellung. Die bislang umfassendste Präsentation seiner Werke geht vom 28. November bis zum 23. März und steht unter reflektiert die besondere Vielseitigkeit Lebecks.

Wenn Sie an Fotografie interessiert sind und die Möglichkeit haben unbedingt ansehen!

Einen kleinen Vorgeschmack gibt es bei Spiegel-Online, hier ist ein zweieinhalbminütiges Video zur Ausstellungseröffnung mit einem umfangreichen Interview mit dem Altmeister enthalten. Sehenswert.

FTD: Die besten PR-Fotos des Jahres

Heute in Sachen Fotografie ein Hinweis auf eine Zeitung, die üblicherweise nicht so viel mit Fotografie zu tun hat: Die FTD. In der FTD findet sich aktuell eine schöne Fotostrecke unter dem Titel „die besten PR-Fotos 2008“. Sehr interessant und inspirierend!

Weihnachts-Edition 08: Weihnachtsmotive - Weihnachtsgrüsse aus Lappland

Weihnachtskarten, Weihnachtsbriefe, Annoncen, Webseiten, usw.:
Es ist an der Zeit für weihnachtliche Motive!

In der Weihnachts-Edition 08 finden Sie neue, unverbrauchte Motive zum Thema Weihnachten. Motive, die Sie z. B. für Weihnachtskarten, Anzeigen in weihnachtlichem Zusammenhang, Webseiten rund um das Thema Weihnachten und vieles mehr anwenden können.

Diese Motive mit Bezug zum Thema Weihnachten habe ich im Laufe des Jahres speziell für diese Edition fotografiert und jetzt zusammengestellt.

Eine Übersicht über die Weihnachts-Edition 08 finden Sie hier.

Sie können alle Motive für die von Ihnen gewünschte Verwendungsform lizenzieren. Wenn Sie schnell sind, können Sie ein oder mehrere Motiv(e) sogar exklusiv für eine bestimmte Zeit lizenzieren.

Meister der Fotografie: Henri Cartier-Bresson

Vor ein paar Tagen habe ich mit einem guten Freund in Deutschland telefoniert, seines Zeichens ein brillianter Schwarz-Weiss-Fotograf. Jemand, der noch so richtig analog mit einer FA und einer F3 ins Felde zieht. Wir haben ein bisschen gefachsimpelt, denn ich greife im Moment auch immer wieder einmal zur guten alten FM und sind dann auf Henri Cartier-Bresson getroffen. Er war einer der Besten des letzten Jahrtausends in Sachen Schwarz-Weiss.

Witzigerweise sind wir unserem Telefonat dann beide darauf gekommen, dass die allermeisten Fotos des Meisters unscharf sind, oder an sonstigen „technischen Mängeln“ leiden. Die „Mängel“ stehen dabei bewusst in Anführungszeichen. Da zeigt sich nämlich, dass heutzutage viel mehr Wert auf technische Perfektion statt auf fantastische Motive gelegt wird. Summa summarum: Die Idee eines Bildes ist entscheidend, und nicht in erster Linie die nach der hervorragenden Schärfe oder technischen Umsetzung bemessene "Qualität eines Bildes".

Und nach dem Telefonat bin ich dann mal auf die Suche gegangen und habe tatsächlich ein unglaublich eindrucksvolles Interview mit Henri Cartier-Bresson gefunden. Volle 58 Minuten auf Googe-Video. Geheimtipp: Unbedingt ansehen!

Tom Hogan Resources

Eine Informations-Fundgrube für das Fotografieren mit Nikon ist die Website von Tom Hogan. Eine echte Schatzkiste. Regelmässiges Reinschauen lohnt sich (die Neuigkeiten stehen immer in der mittleren Spalte etwas weiter unten).

Master of Nature-Photography: Bjørn Rørslett

Unter der Domain www.naturfotograf.com findet sich die Homepage einer weiteren fotografischen Legende: Bjørn Rørslett.

Bjørn ist wahrscheinlich „der“ Naturfotograf unserer Zeit schlechthin. Zudem arbeitet er sehr künstlerisch-experimentell, z. B. mit IR und UV Fotografie. Seine Kunstwerke sind einfach Kunstwerke.

Auf seiner Homepage gibt es ausser bezaubernden Bildern - die alles andere als alltäglich sind - auch jede Menge interessanter Informationen (und auch einiges zu technischen Aspekten für diejenigen, die daran interessiert sind).

Tack Bjørn! Unbedingt einmal ansehen!

Sommarens efterskörd / Nachlese des Sommers




(Beide irgendwann im Sommer mit einer
einfachen „Digiknipse“ aufgenommen)

Master of light: Joe McNally

Heute möchte ich Sie auf eine weitere „Legend behind the lens“ hinweisen. Joe McNally, seines Zeichens ein „Master of light“ und ein absoluter Fotokünstler für komplexe Arrangements.

Zur Homepage und einen Blog gibt es auch.

Ausstellung "Weltstars der Fotografie" im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim/Deutschland

Für alle an Fotografie interessierten Leser aus Deutschland folgender fotografischer Geheimtipp (der natürlich auch einen Bezug zu Schweden hat) :

Das Forum Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn-Museen präsentiert ab dem 3. Oktober 2008 (und bis zum 11. Januar 2009) eine Weltpremiere:

Das erste Mal zeigt eine Ausstellung sämtliche Preisträger des renommierten Hasselblad Awards.

Der seit 1980 von der Erna und Viktor Hasselblad Foundation (Göteborg / Schweden) vergebene Award, der auch als "Nobelpreis der Fotografie" bezeichnet wird, wird seit 1980 vergeben. Unter den bisher 28 Preisträgern sind namhafte Fotografen aus aller Welt erhielten, darunter so bekannte Genies wie Richard Avedon, Henri Cartier-Bresson und Cindy Sherman.

Der Award ist mit 55.000 Euro dotiert und wird an Fotografen vergeben, die mit ihrem Werk internationale Maßstäbe gesetzt und stilbildend gewirkt haben. Die Auszeichnung wird in einem Festakt von einem Mitglied des schwedischen Königshauses übergeben. Dieses Jahr erhielt die südamerikanische Künstlerin Graciela Iturbide die ehrenvolle Auszeichnung. Der Award ist - anders wie der Name suggerieren könnte - übrigens unabhängig vom verwendeten Kameramodell.

Ein Freund, der die Ausstellung bereits gesehen hat, hat mich vorhin völlig begeistert angerufen.

Ein „Muss“ für alle Fotografie-Begeisterten.

Mehr Infos gibts hier beim Reiss-Engelhorn-Museum.

Foto-Links und Foto-News

Heute wieder einmal einige interessante fotografische Links für alle, die ernsthaft in die Fotografie einsteigen wollen und Informationen dazu suchen:

- Bei Spiegel.de finden sich „Tipps für das digitale Bild“. Wertvolle Informationen für Einsteiger. Leicht verständlich.

- Ähnliches gibt es auch hier bei National Geographic. Hier etwas mehr sophisticated und mehr nach meinem Geschmack. Zudem gibts bei National Geographic jede Menge wunderschöner Fotos zum Bestaunen :)

- Und noch etwas wissenschaftliches (zugegebenermassen halb off topic): scinexx berichtet über das schärfste Lichtbild der Welt: Forscher lichteten mit einer Auflösung von fünf Nanometern ein nur 100 Nanometer großes Goldteilchen ab, das auf einem Substrat fixiert war. Interessant, aber beruhigenderweise für uns Normalsterbliche keine wirkliche Herausforderung :)

- Immer wieder erreichen mich Mails mit der Frage nach der optimalen Einstiegskamera in die „ernsthafte Fotografie“. Ich halte es da mit Ken. Keep it simple. Nehmen Sie einfach eine D40 mit Kitobjektiv (18-55). Wenn Sie eine grössere Portokasse haben, nehmen Sie das sagenhafte Nikon 18-200VR anstelle es Kitobjektives. Mehr brauchen Sie die ersten 24 Monate nicht (na ja, ein SB-400 schadet nicht). Da die Kameragenerationen ständig im Umbruch sind und demnächt wieder eine Photokina vor der Tür steht, in der uns alle Hersteller von superneuen Produkten überzeugen wollen, die unbedingt brauchen, ist die D40 derzeit wirklich sehr günstig zu bekommen.

- Zur Erinnerung: Technik ist zweitrangig. Der Mensch am Auslöser macht die Aufnahmen. Immer noch. Wird wohl auch noch auf absehbare Zeit so bleiben :)

Und wer sich mit dem Gedanken trägt, eine D40 oder sonst Fotoausrüstung oder Fototechnik anzuschaffen, kann gerne den Amazon-Link nutzen (damit unterstützen Sie auch diese Website, die ich in meiner Freizeit pflege).



90 minuter i Lapland: En promenad i kvällstiden / 90 Minuten in Lappland: Ein Spaziergang gegen Abend

90 Minuten in Lappland: Ein Abendspaziergang in Lappland mit unglaublichen Farben. Das ist einfach ein Fotoparadies hier.


Auf dem Wasser.

Hinter der Leitplanke.

Der Sonne entgegen.

Und schliesslich die "blue hour".

Und das alles in nur 90 Minuten Lappland :)
Interessiert? Besuchen Sie uns!

Ett nytt utsiktstorn / Ein neuer Aussichtsturm

Und noch eine gute Nachricht für die nächste Fotosafari:

Gestern "erobert": Ein sehr gut ausgebauter Aussichtsturm in sehr attraktiver Lage. Nur ca. 2 Km von der nächsten Strasse, trotzdem aber abgelegen genug, um schöne Sichtungen machen zu können. Einen kleinen Grillplatz gibt es auch in der Nähe. Paradiesisch sozusagen. Und auch noch jede Menge Bärenspuren in der Nähe :)

Aussichtsturm in Lappland

Holztreppe in Lappland
(Upptäckt någonstans ute /
Irgendwo draussen entdeckt)

Höstfärger: Fotoparadis Lapland / Herbstfarben: Fotoparadies Lappland

Ein gewöhnlicher Blick aus dem abendlichen Fenster: Farb-Explosion. Die Farben-Schauspiele sind es, die Lappland zu einem solchen Fotoparadies machen.
Gönnen Sie sich doch auch mal ein fotografisches Abenteuer in Lappland: Fotourlaub, Fotosafari und Workshops.
Mehr Informationen dazu finden Sie hier - sprechen Sie mich am einfachsten direkt an (-> zum Kontaktformular).




(Direkt vor dem Fenster / Just framför fönstret)

Photography connects us to the world: Geheimtipp! / Stalltips!

Ein echtes "Must-See":

-> Worum es beim Fotojournalismus geht.

-> If you ever wondered what Fotojournalism is about.

-> Om ni någonsin har undrat vad fotojournalism handlar om.

Link / Länk: David Griffin, the photo director for National Geographic, in a TED-talk about the power of photography to connect us to our world. How we all use photos to tell our stories. (English).

Ken trifft den Nagel wieder mal voll auf den Kopf...

Wohin geht der Trend: Fotografische Aufrüstung oder Abrüstung?

Ken hat sich dazu Gedanken gemacht und sich mal wieder selbst übertroffen. Lesen Sie selbst (Artikel in Englisch).



Thank You Deborah - A review

I just received a very nice email from Deborah. Deborah - she comes from GB - has been one of the participants in the outdoor photography workshop we had several weeks ago. Equipped with only a quite simple Bridgecam she shot about 2.500 frames in 3 days. Now she just mailed that she has sorted out 800 frames worth to be developed on paper. Congratulations Deborah and we would be very pleased to see you again next year!

Update zum Objektivtest Tamron AF 18-250 mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical [IF] MACRO

Ich hatte kürzlich das Tamron AF 18-250 mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical [IF] MACRO einem Test unterzogen und diesen hier auch gepostet. Nachdem das Objektiv nun zwei Monate im Reportageeinsatz hinter sich hat muss ich noch etwas anmerken. Mittlerweile hat sich nämlich leider eine Unart eingestellt, die bei vielen Superzooms üblich ist: Das Objektiv fährt "von alleine" aus, wenn die Kamera um den Hals baumelt und das Objektiv dabei - auch nur leicht - nach unten zeigt. Das ist keine Tragödie, haben doch auch viele Nikkor 18-200 Anwender mit diesem Problem zu kämpfen, ärgert mich aber trotzdem. Der am Tamron vorhandene kleine Arretierschalter ist auch keine echte Hilfe. Wenns schnell gehen muss kostet er Zeit und wenns ganz schnell gehen muss würde ich vielleicht mit einem kräftigen Ruck... Nicht drüber nachdenken und mit dem Problem einfach leben. Diesen Aspekt in der Usability wollte ich der interessierten Leserschaft nicht vorenthalten.

And the winner is: Christian

Kürzlich hatte ich hier die Verlosung eines SIGMA AF 28-105 f4-f5.6 mit NIKON-Bajonett für JungfotografInnen angekündigt. Heute hat unsere Glücksfee aus den Einsendungen Christian als Gewinner gezogen. Christian ist 19 Jahre jung und seit einem halben Jahr stolzer Eigner einer D80. Wir wünschen ihm mit dem neuen Objektiv viel Freude und immer viel Licht und ein gutes Motiv vor der Linse!

Wir tun was: SIGMA-Objektiv für Jungfotograf(in) zu verschenken

Alle reden davon, dass wir den fotografischen Nachwuchs unterstützen müssen. Wir tuns :)

Zu verschenken ist ein SIGMA AF 28-105 f4-f5.6 mit NIKON-Bajonett.

Wird nur an Nachwuchsfotografen(innen) abgegeben; Höchstalter 21 Jahre (wir behalten es uns vor, einen Nachweis darüber anzufordern) . Interessenten dürfen sich bis zum 30. Mai per Mail melden. Bei mehreren Interessenten wird unsere Glücksfee ziehen. Der Gewinner/Die Gewinnerin werden hier im Blog veröffentlicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und der Linksweg ist bei uns gesperrt.



Ein erster Blick auf Photoshop Elements 6

Vor einigen Tagen ist nun der neue Photoshop Elements 6 bei mir eingetroffen. Ein dickes Lob übrigens an das Team von arktis.de für den - wie immer - superschnellen Versand an den Polarkreis. Echt arktis.de eben!

Nun aber zum neuen Photoshop: Warum immer eine neuere Software mag man sich fragen. Eigentlich bin ich ja relativ konservativ und eiserner Anhänger der Philosophie “Never touch a running system”.

Im Fall Photoshop gab es allerdings gewichtige Gründe für das Update:

Seit dem Umstieg auf Mac OS 10.5 hatte Photoshop Elements 4 Kummer bereitet. Nicht reproduzierbare Fehler und Abstürze, die vermutlich auf “Spaces”, ein neues Feature das mit Mac OS X 10.5 eingeführt wurde, zurückzuführen waren, waren an der Tagesordnung. Also war das Upgrade von V4 auf V6 angesagt. Die Version 5 hat Adobe übrigens einfach überprungen.

Seit ein paar Tagen werkelt nun die neue Version auf dem Rechner. Der erste Eindruck ist durchweg positiv:

- Bislang kein Absturz.
- Die neu gestaltete Oberfläche in dezentem Grau und ohne störende Objekte gefällt gut.
- Sehr positiv fällt eine Geschwindigkeitssteigerung auf. Im Vergleich zur Vorversion geht alles viel zügiger.
- Ein absoluter Pluspunkt ist der Filter “Kameraverzerrung korrigieren” (Screenshot siehe unten), der bislang den grossen Photoshop-Versionen vorbehalten war. Allein das ist meiner Meinung nach schon den Umstieg wert.

Alles in allem: Scheint eine wirklich runde Sache zu sein. Ich denke, dass sich der Umstieg in jedem Falle lohnt.


Ein absoluter Pluspunkt der neuen Version:
Der Filter "Kameraverzerrung korrigieren"

Ornithologie in Lappland: Wieder mal eine Knobelaufgabe

Eine schöne Wanderung heute mit verschiedenen Entdeckungen. Wieder mal eine spannende Lappland-Frage für die mitlesenden Ornithologen: Von welchem Vogel stammt die Feder? (Keine Sorge, die aus der Hundeschnuffel ersichtliche Hunderasse müssen Sie nicht auch noch raten :)

PS: Die Auerhahnbalz - ein bewegendes Naturschauspiel - steht bald bevor. Ein fantastisches Erlebnis für Ornithologen und alle an Naturfotografie Begeisterten! Bei Interesse dürfen Sie uns gerne kontaktieren. Noch gibt es freie Plätze!



Aurora borealis

Habe heute mal wieder die Aufnahmen der letzten 6 Monate gesichtet und in ein paar neue Gruppen aufgeteilt. Schliesslich muss man die benötigten Aufnahmen ja auch wieder finden können :) Dabei sind mir zwei besonders schöne Polarlichter aufgefallen. Hier sozusagen als Winter-Nachlese.




[Update] Objektivtest beginnt: Das neue Tamron AF 18-250 mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical [IF] MACRO

Kürzlich habe ich bei einem Bekannten das neue Tamron AF 18-250 mm F/3,5-6,3 Di II LD Aspherical [IF] MACRO gesehen und einem Kurztest unterzogen. Über die "Suppenzooms" werden ja immer wieder sehr kontroverse Ansichten vertreten. Und Dritthersteller stehen ja auch immer unter Generalverdacht.

Ich mag aber keine Vorurteile und da für mich die Flexibilität ganz entscheidend ist, und der Brennweitenumfang derzeit wohl (nach Angaben von Tamron) Weltrekordniveau darstellt, habe ich mal ein Exemplar geordert. Dieses ist vergangene Woche eingetroffen und wird in den nächsten Tagen einem intensiven Test unterzogen.

Erste Eindrücke - Was ich jetzt schon sagen kann:

Erstaunlich solide Verarbeitung. Liegt gut und schwer in der Hand. Autofokus läuft ohne Ultraschallmotor, ist also relativ laut. Man gewöhnt sich aber recht schnell daran. Die AF-Geschwindigkeit, die in manchen Forenberichten sehr negativ dargestellt wurde, ist zwar nicht berauschend. Aber im Ergebnis befriedigend. Wie es mit schnellen dynamischeren Motiven aussieht wird sich übers Wochenende zeigen. Die Schärfe jenseits von etwa 150mm fällt ab, aber was will man da erwarten. CAs sind deutlich zu sehen, wobei ich bis jetzt auch nur wirklich kritische Lichtsituationen geschossen habe. Die befürchteten schlimmen Ghosts sind wohl nicht zu verzeichnen. Erster Gesamteindruck: Unglaublich variabler und komfortabler Brennweitenbereich. Wenn man nicht gerade leinwandfüllende Abzüge braucht ist die Qualität ok. Für Reportagen scheint das Teil sehr gut zu sein. Weiteres nach dem Wochenende.

Die technischen Daten findet man hier bei Tamron.

Update vom 6.4.2008:

So, hier folgen die Eindrücke und Ergebnisse aus dem ersten "Härtetest" im Feld :)

Am 5.4. war hier in Malå (Schwedisch Lappland) die Skotercross (Schneescooter) Weltmeisterschaft. Ich war hauptsächlich mit der D40 und dem Tamron unterwegs.

Vorab mein Ergebnis: Für den Reportageeinsatz einfach ein tolles Teil. Der Brennweitenumfang ist einfach gigantisch. Habe ein paarmal die Kollegen mit den "Ofenrohren" beobachtet. Denen sind viele Motive entgangen, weil die passende Brennweite eben nicht zur Hand war :)

Im Detail: Das Handling ist sehr ordentlich. Das Teil ist eher zu schwer- als zu leichtgängig. Auch bei voller Brennweite ist die Schärfe noch sehr ordentlich.

Manko sind einerseits die extreme Vignettierung bei Offenblende (also immer schön abblenden) und andererseits - wie befürchtet - der Autofokus.

Das mit der Vignettierung ist unangenehm kein Drama: Zweimal an Rädchen drehen und alles ist wieder ok :)

Der Autofokus macht mehr Kummer. Er ist nicht berauschend schnell. Die Geschwindigkeit hat allerdings für die relativ zügig fahrenden Scooter gereicht. Aber zwei- oder dreimal in 3 Stunden hat er gar nicht fokussieren wollen. Brennweite rauf und wieder runter und alles hat wieder gefunzt. Vielleicht ist das auch nur ein schlichter Defekt (ist schliesslich eines der ersten Objektive mit eingebautem Motor für die D40(x), D60). Ich weiss es nicht. Das war jedenfalls komisch. Ich werde das im Auge behalten.

Wer sich ein eigenes Bild machen will, darf gerne die Galerie zur Skotercross VM (193 Fotos) besuchen und einzelne Bilder in hoher Auflösung bei mir anfordern.

Update vom 11.4.2008:

Noch ein Update zum Tamron 18-250 nach einer Woche im Dauertest (ca. 2500 Aufnahmen).

Die Flexibilität ich nach wie vor echt begeisternd. Mittlerweile greife ich am liebsten zur Kamera, die mit diesem Objektiv bestückt ist. Einige Reportageaufnahmen gingen an verschiedene Medien und alle waren von der Bildqualität sehr angetan.

Die Vignettierung (Rädchen zweimal nach links) ist völlig im Griff und der Autofokus hat seit dem Einsatz bei der Skotercross-WM auch keine Probleme mehr bereitet. An das etwas lautere Fokussiergeräusch habe ich mich gewöhnt. Keine Probleme insoweit. Und die haptische Wertigkeit in Anbetracht des günstigen Preises begeistert mich nach wie vor.

Fotografie in Lappland

Ich habe die Homepage um einen Bereich "Fotografie in Lappland" ergänzt. Auf den neuen Seiten erfahren Sie mehr über meine Ansichten und Empfehlungen in Sachen Fotografie und über Fotografie und Fotosafaris in Lappland. Hier die Direktlinks:

Philosophie: Wie ich die Fotografie sehe...

Mythen über Fotografie: Es wird so viel geschrieben und behauptet, das einfach nicht stimmt...

Fotografie: Tun Sie es einfach!

Fotografie: Fotosafari in Lappland

Vita: Henning Wüst

Kleingedrucktes: Über Recht und Unrecht in Sachen Fotos...

21.02. - Denkwürdiges Datum für die Fotografie

Wer kennt sie nicht noch, die guten alten Polaroidfotos. Ich erinnere mich noch gut daran, dass diese Art der Fotografie ein echter "Kult" war. Auch viele Profis haben Probeaufnahmen mit Polaroid gemacht, um die Beleuchtungsverhältnisse und die Motivwirkung auf die Schnelle zu begutachten.

Denkwürdig ist der 21. Februar, denn am 21. Februar 1947, d.h. vor 61 Jahren, stellte Polaroid den ersten Polaroid-Sofortbildfilm vor.

Heutzutage sieht die Realität in Sachen Polaroid allerdings schlecht aus: Seit einem Jahr werden keine Polaroid-Sofortbildkameras mehr gebaut und zum Ende dieses Quartals stellt Polaroid auch die Produktion der Sofortbildfilme ein. Aus nachvollziehbaren Gründen horten Liebhaber der Polaroid-Technik bereits Filme in grossem Umfang.

Nächtliche Eindrücke aus Malå

Auf einem nächtlichen Spaziergang in Malå sind mir einige interessante Motive ins Auge gestochen. Glücklicherweise habe ich die Angewohnheit fast immer irgendeine Kamera dabei zu haben. Doppeltes Glück war es vorhin, dass ich die Optio WP beim Aufbruch aus der Jackentasche genommen und die kleine Nikon L12 eingesteckt habe. Die kleine Pentax ist - gerade wegen ihrer Robustheit (wasserfest) - tagsüber ein treuer Begleiter. Für alles was sich aussserhalb sehr guter Lichtverhältnisse bewegt, ist die Pentax aber nicht brauchbar. Ganz anders die L12: Damit gelingen sogar schnelle nächtliche Schnappschüsse. Jetzt aber genug der Vorrede.


Schneedüne - von links eine orangefarbene Strassenlaterne, von rechts eine grün-blau-farbene (aus der Hand mit Nikon L12, Blende 2,8, Belichtung 1 Sek. (!), ISO 800, ohne Blitz).


Silorückwand im Industriegebiet - im Licht einer grün-blauen-Strassenlaterne (aus der Hand mit Nikon L12, Blende 4,7, Belichtung 5/14 Sek., ISO 800, ohne Blitz).

Fotografen på jobbet / Der Fotograf bei der Arbeit


(Nein, dieses Foto habe ich nicht selbst geschossen :)

Eine Hommage an Ken Rockwell

Wer sich mit Fotografie befasst, stöbert hier und da im grossen weiten Netz. Eine Fotografie-Website möchte ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen, wenn Sie sich für Fotografie interessieren:
Die
Homepage von Ken Rockwell, der Fotografie von der - meiner Meinung nach - richtigen Seite angeht. Im Mittelpunkt stehen das Motiv und das schöne Foto. Die Technik ist nur ein Hilfsmittel dazu. Auf der Site gibts viele Tipps und Tricks, die wirklich Gold wert sind.

In eigener Sache: Realität

Von Ansel Adams gibt es ein Zitat, dem ich mich vollumfänglich anschliessen möchte:

„Ich zeige euch nicht die Realität, sondern meine Realität.”


Fotos in hoher Auflösung und Auftragsfotografie

Wenn Sie Fotos aus dem Lapplandblog - oder andere Lapplandfotos - in Originalauflösung haben wollen, können Sie uns gerne kontaktieren. 
Mehr über die Investitionen dafür erfahren Sie hier.
Wenn Sie ein spezielles Lappland-Motiv suchen, dürfen Sie uns auch gerne kontaktieren:
wuest [at] lapplandblog.eu

Fotografie in Lappland

Lappland ist ein wahres Fotoparadies. Hier finden sich Motive, die es in Mitteleuropa nicht (oder nicht mehr) gibt.
Wir fotografieren hauptsächlich digital mit
- diversen digitalen Nikon DSLRs, diversen Nikkoren, Sigmas und Tamrons;
- analog mit Nikon FM;
- mit handlichen „Digiknipsen“, die immer mit dabei sind.
Bei den neueren Fotos hier im Blog befinden sich in der Regel die EXIF-Daten in den Fotos, damit interessierte Leser die verwendete Hardware nachvollziehen können.
Im Lappland stellen sich bisweilen die digitaltypischen Kälteprobleme ein. Die Nikon-DSLRs vertragen die Kälte erstaunlich gut und die modernen Li-Ion-Akkus sind relativ problemlos. Etwas schwieriger wird es mit den Ni-Mh-Akkus der D1X und D1H. Hier müssen immer ein oder mehrere Ersatzakkus „am Mann“ (oder „an der Frau“) getragen werden, um stets einen Ersatz parat zu haben.
Die Digiknipsen als "Westentaschen-Schnappschusskameras" sind sehr unterschiedlich in ihrer Kälteverträglichkeit. Wenn man die Digiknipsen in der gewärmten Hosentasche oder in der Jacke mit sich trägt und schnell ist, gelingen aber meist auch bei minus 25 Grad einige Fotos (mit allen Energiesparoptionen und ohne Blitz). Befriedigend ist nicht. Für das Kälteproblem bei Digicams gibt es aber derzeit anscheinend noch keine wirklich befriedigende Lösung. Wenn jemand eine weiss: Bitte mailen! Danke!
Übrigens: Wenn Sie Lust auf eine Fotografietour oder einen Fotografieurlaub in Lappland haben, dürfen Sie uns gerne anmailen: 
wuest [at] lapplandblog.eu
Übrigens: Auf diesen Seiten erfahren Sie mehr über meine Ansichten und Empfehlungen in Sachen Fotografie und über Fotografie und Fotosafaris in Lappland.

Philosophie: Wie ich die Fotografie sehe...

Mythen über Fotografie: Es wird so viel geschrieben und behauptet, das einfach nicht stimmt...

Fotografie: Tun Sie es einfach!

Fotografie: Fotosafari in Lappland

Vita: Henning Wüst

Kleingedrucktes: Über Recht und Unrecht in Sachen Fotos...

Die Rubrik "Fototipps", in der ich unsere Erfahrungen mit der Digitalfotografie in Lapppland in loser Reihenfolge blogge, finden Sie hier.

Foto Tools für Mac OS X

Foto Links zu FotografInnen, die mich begeistern