Tears from Heaven

Ein seltenes Fundstück aus der zurückliegenden Wintersaison. Ein kalter Wintermittag gegen 15 Uhr. Sonnenuntergang. Der gefrorene See ist in dieses Licht getaucht, das Lappland im Winter so einzigartig macht: ein sehr intensives Blau, das sich auf alle Schnee- und Eisflächen reflektierend ergiesst mit einer leichten Note von Okker rund um den Horizont. 

Und da sehe ich sie plötzlich an den Sträuchern am Ufer. Kleine Kügelchen aus Schnee und Eis. Ein faszinierendes Phänomen. Ich verharre im abnehmenden Licht und meine Gedanken beginnen zu kreisen, während die Sonne langsam untergeht. Ich bin sogar so in Gedanken versunken, dass ich beinahe vergesse einige Bilder zu machen. 

Das sehr seltene Phänomen wirkt auf mich wie Tränen Gottes.

Und in Lappland gefrieren sie.

Tears from Heaven
„Tears from Heaven“

Arctic Summer 2014 - Ein fotografischer Streifzug durch den Rekordsommer in Lappland

Der diesjährige Sommer am Polarkreis hat viele Rekorde geschlagen. Mehrere Hitzewellen sind über Lappland gegangen und mancherorts gab es sogar zeitweilige Wasserrationierung. 

Kurz und gut, es war ein Jahrhundertsommer (auch wenn man in den Zeiten des Klimawandels zugegebenermassen mit diesem Wort sehr bedächtig umgehen sollte).

Der Sommer hatte freilich auch seine Schattenseiten. Die Tier- und Pflanzenwelt hat sehr gelitten. Die Versumpfung und Austrocknung von Wasserflächen ist weiter fortgeschritten.

Statt eines langen Textes mit einem Lob- und Klagelied auf den vergangenen Sommer gibt es heute eine lange Bildstrecke mit Eindrücken und Wahrnehmungen aus den zurückliegenden drei Monaten. Viele "Bilder fürs Herz" (allerdings kein Cat-Content!).

Viel Freude beim Betrachten!

--> Zur Bildstrecke "Arctic Summer 2014"

Arctic Summer 2014 - Ein fotografischer Streifzug durch den Rekordsommer in Lappland
Ein Streifzug durch den „Jahrhundertsommer“ 2014
mit vielen traumhaften Sonnenuntergängen

Projekt November Blues - Und was ich von den Bären lerne

Mitte Oktober begeben sich die Braunbären bei uns in Lappland zu ihren Überwinterungsplätzen, die sie den Sommer über ausgekundschaftet und ausgesucht haben. Die Bären, die ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen, sind sehr clever. Warum den kalten Winter hindurch umherstreifen, wenn es sich den Winter über gemütlich ruhen lässt? Den Winter über schöpfen die Bären so Kraft für die nächste Saison.
 
Die Wintersaison über werde ich hier im Blog etwas kürzer treten. Die Frequenz wird sinken. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet Bilder von den laufenden Projekten auf Instagram und den einschlägigen Sozialen Medien (siehe Menüleiste links).
 
Seit einigen Wochen habe ich mich bei meinen persönlichen Fotoprojekten absichtlich eingeschränkt. Ausserhalb von kommerziellen Aufträgen bleiben die "richtigen" Kameras im Schrank und nur ein Smartphone begleitet mich. Ganz privat ist das übrigens kein iPhone.
 
Die Beschränkung ist gut für die Kreativität und zwingt zur Beschränkung auf das Wesentliche. Die letzten drei Wochen ist so die Serie "November Blues" entstanden: Das Thermometer ist unter Null angekommen. Der Schnee verwandelt die Landschaft und gibt nur noch wenige Details frei. Wasser wird zu Eis. Die Nacht übernimmt den Tag. Wenige Stunden ist es nur noch hell. Und dennoch gibt es faszinierend Lichtblicke; Momentaufnahmen auf dem Weg zum Ruhepunkt des Winters: November Blues


-> Zur Galerie: November Blues

-> Till bildspelet: November Blues


Projekt November Blues - Und was ich von den Bären lerne
November Blues


PS: Die Serie ist - je nach Wunsch - ganz oder in Teilen als Print erhältlich. Anfragen bitte per Mail.

Honey and zero

Herbst. Nachtfröste in Lappland. Honigfarbene Sonnenstrahlen durchdringen den Wald und schaffen sich ihre eigenen kleinen Bühnen.

Herbstfarben in Lappland



Herbstfarben in Lappland



Herbstfarben in Lappland


Über Pilze und Inspiration in der Fotografie

Über Pilze und Inspiration in der Fotografie
„Ein Baumpilz - Inspiration aus der Natur“


Behind the scenes: Herbstzeit ist Pilzzeit in Lappland. Neben des verschiedenen essbaren Varianten gibt es auch die weniger verträglichen Arten. Die zeichnen sich aber sehr häufig durch besondere Schönheit aus. So wie dieser Baumpilz, der durch Form und Farbe besticht. 

Was uns zur Frage nach der Inspiration führt. Jeder Fotograf - überhaupt jeder Künstler und Kreative - hat seine ganz eigenen und individuellen Inspirationsquellen. Wenn es mich nach Inspiration hungert, gehe ich meistens auf ausgedehnte Outdoor-Touren. Gestern waren es so um die 30 Km auf gebahnten und ungebahnten Wegen quer durch die Natur (was gleichzeitig auch ein gutes Training für die bevorstehende Wintersaison ist). Farben, Formen, Geräusche und tiefe Stille. Für mich die beste Quelle für Inspiration.  

Colors and shapes VI

Colors and shapes VI
„Colors and shapes VI“ - License picture / Buy print





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Colors and shapes V

Colors and shapes nach der Schneeschmelze in Lappland
„Colors and shapes V“ - License picture / Buy print


Behind the scenes: Was die zurückliegenden Monate unter ein bis zwei Metern Schnee verborgen lag, tritt nun wieder zu Tage. Letzte Woche wurde der „Klimaschalter“ in Lappland von Winter- auf Sommerbetrieb umgestellt und binnen weniger Tage liegen nun nur noch „Schneeinseln“. Drumherum sind jetzt all die schönen und fotogenen Dinge wieder sichtbar.




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Shapes in the snow (with gallery)

Eine gute Seite haben auch Schneestürme: Sie schaffen unglaublich schöne Formen.

There is at least one good thing about snowstorms: they create amazing shapes.


-> Hier gehts zur Galerie „Shapes in the snow“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Shapes in the snow“

-> To the gallery „Shapes in the snow“


Shapes in the snow
„Shapes in the snow“
License picture / Buy print





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Colors & Shapes: Im Griff / Att ha koll på

Im Griff / Att ha koll på

En del av / Ein Teil von

En del av / Ein Teil von / Bruchstücke

Wasserampel / Ampel am Wasser

Wasserampel / Ampel am Wasser

Fallen tree or fallen angel?

Fallen tree or fallen angel?



Colors and shapes: Eine fotografische Annäherung an das schwedische Design

Warum ist das schwedische Design so hochgeschätzt und weltberühmt?
Eine oft gestellte Frage, die mich auch schon viel beschäftigt hat. Heute will ich die Antwort etwas einkreisen.

Es gibt einen übergreifenden Zusammenhang in allen nordischen Kunst- also auch Designrichtungen. Im fotografischen Bereich wird oft die kühle, etwas distanzierte, zugleich aber sehr tiefgründige und aussagekräftige schwedische Bildsprache gerühmt.
Diese “Spachbeschreibung” gilt aber nicht nur für die Fotografie, sondern generell für die meisten nordischen Kunstrichtungen. Warum ist das so?

Eigentlich geht es im nordischen Design in der Regel um die ganz elementaren “Basics”, die Grundlagen, also: Colors & Shapes - Farben und Formen. Künstler aus Skandinavien haben offensichtlich eine besondere Gabe der Reduktion. Die Beschränkung aufs Wesentliche. Sie sind “Reduktionskünstler”. Das Motto lautet: Alles auf den Grund, d.h. die grundlegenden Strukturen, Funktionen, Formen und Farben zurückführen.

Ein in diesem Zusammenhang oft gehörter Slogen lautet: A BETTER LIFE THROUGH GOOD DESIGN. Und der Schlüssel zu diesem guten Leben liegt in der Beschränkung auf die Einfachheit.

Meine persönliche Theorie geht dahin, dass die besondere nordische Gabe auf die Lebensumstände und die hiesige Mentalität zurück zu führen sind. Typisch schwedische Attribute sind z.B.

Miteinander - nicht anecken - integrativ - umgänglich - einfügend - solidarisch.

Übertragen in Bildsprache und Design ergibt das die faszinierend aufs Wesentliche reduzierten Kunstwerke. Hinzu kommen die generellen Lebensumstände und Lebensbedingungen: Im Norden herrscht rauhes Klima. Die Umwelt - so “schön” sie auch sein mag - macht das Leben nicht unbedingt einfach. Das ruft und verlangt nach Dingen, die - gerade auch funktional - zuverlässig auf den Kern beschränkt sind.

Ein dritter Gedankengang führt zu einem weiteren Phänomen des Miteinanders in diesen Breitengraden, das kunstprägend ist: Es besteht eine sehr deutliche Abgrenzung zwischen dem “internen” Kreis der Familie (daher auch die oft von “Zugezogenen” begangene “Todsünde” am “heiligen” Familienfreitag zu stören) und den weiteren “externen” Kreisen. Das kommt im Design zum Ausdruck durch den “geschlossenen Charme”, den viele nordische Designs ausstrahlen.

Um die Grundlagen besser harsuzuarbeiten, habe ich eine neue Rubrik/Kategorie “colors & shapes” eingerichtet, in der künftig Aufnahmen zu sehen sein werden, bei denen es um diese nordische Reduktion aufs Wesentliche geht.

Colors and shapes: Eine fotografische Annäherung an das schwedische Design