1. März bis 15. Mai - Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau "Lappland in Bildern" umfasst heute den Zeitraum vom 1. März bis 15. Mai.

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Der Februar 2016 in Lappland in Bildern

Die fotografische Rückschau auf den Monat Februar 2016 in Bildern.

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Der Januar 2016 in Lappland in Bildern

Zum Monatswechsel eine Rückschau auf den Monat Januar 2016 in Bildern. Dieses Jahr verfolge ich ein Projekt unter dem Namen „One Phone - One App - One Year“, über das ich hier schon ausführlich geschrieben habe.

Und wer auf Instagram ist, kann dem Projekt tagesaktuell folgen.

Für alle Nicht-Instagrammer poste ich um jeden Monatswechsel herum eine Auswahl der Bilder, die mir aus dem vergangenen Monat am besten gefallen.

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Im Griff der Kälte - Der Winter wurde geliefert

Der Jahreszeitenschalter in Lappland wurde wieder umgeschaltet. Spät, aber dennoch. Über uns ist derzeit der sternklare Himmel und das Thermometer befindet sich im freien Fall. Binnen 2 Stunden ist die Quecksilbersäule jetzt um 10 Grad - auf nunmehr minus 18 C - gefallen und es dürfte weiter sinken.

Vor etwa einer Woche hat es begonnen, wintertypisch zu schneien. Zwar liegt bei weitem noch nicht so viel Schnee wie in den zurückliegenden Jahren, aber der Anfang des "richtigen" Norrlandwinters ist gesetzt.

Wir werden sehen, wie es nun wettermässig weiter geht. Viele Langzeitprognosen sprechen von einem ungewöhnlich kalten Winter, der uns in ganz Europa bevorstehen soll. Deswegen seien alle Leserinnen und Leser an den Blogbeitrag "Ein paar Tipps für den Umgang mit der Kälte" erinnert.

Der Winter am Polarkreis in Lappland ist eingetroffen
Der Winter am Polarkreis in Lappland ist eingetroffen

Regen bei null Grad

So ziemlich eines der unangenehmsten Klimaphänomene, das uns mindestens einmal jährlich - meistens im Spätherbst - in Lappland heimsucht: Regen bei Temperaturen um die null Grad.

Wie schon kürzlich hier berichtet, ist das Wetter um den Polarkreis in diesem Jahr etwas speziell. Noch immer liegt kein Schnee, wenngleich sich das in den kommenden Tagen ändern könnte. Dafür gibt es Regen. An und für sich nicht schlimm (Merke: "Es gibt nur unpassende Kleidung").

Anders sieht es aber aus, wenn es bei um die null Grad regnet und es die vergangenen Tage unter null Grad hatte. Binnen Minuten ist alles - einschliesslich der Strassenoberfläche - mit einer Eisschicht überzogen.

Genau so war es am gestrigen Morgen: Gleich mit dem ersten Schritt vor der Tür sind wir gediegen auf eine Rutschpartie gegangen. Also wieder rein, und die Spikes auf die Schuhe gezogen. Mit etwas Gefühl für die Balance ging dann es zu Fuss. Autofahren? Besser nicht, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Auf der Strasse ist fast kein Verkehr, und wer sich doch mit dem Auto auf den Weg gemacht hatte (oder machen musste) schlich nur langsam vor sich hin. Mit den Schweden zulässigen und im Winter gebräuchlichen Spikereifen gibt es wenigstens etwas Halt und Grip auf der Fahrbahn; lebensgefährlich kann es doch schneller werden, als es einem lieb ist.

Passt also bitte gerade jetzt besonders auf liebe Urlauber und Besucher! Und denkt an die Wintervorbereitungen für PKW-Fahrten!

Eisregen - Regen bei null Grad
Trist und potentiell lebensgefährlich: Eisregen


Jahreszeitenwechsel - Schlag auf Schlag

Lappland ist für seine „scharfkantigen“ Übergänge zwischen den einzelnen Jahreszeiten bekannt. Noch vor zwei Wochen zeigte sich der - dieses Jahr ungewöhnlich lange und milde - Herbst von seiner besten Seite mit prächtigen Farben und herrlichem Wetter.

Die Auswahl des richtigen Parkplatzes war in Anbetracht der rieselnden Blätterpracht durchaus von Bedeutung. Ein symbolischer Vorgeschmack auf die bald wieder allfällige „Flockendecke“.

Herbstlaub auf Motorhaube Arvidsjaur


Setzt man den Winter der Einfachheit halber mit einer Schneedecke gleich, die Bestand hat - d.h. „liegen bleibt“ - so beginnt der Winter in unserer Region statistisch am 20. Oktober. Das ist zumindest der Schnitt aus den zurückliegenden Jahren.

Wetter und Klima verhalten sich aber nach wie vor seht atypisch in diesem Jahr. Bis zum heutigen Tage - 1. November - hat das Wetter uns zwar schon einige Male einige Flocken des feinen Norrland-Schnees beschert, die aber ebenso schnell wie sie gefallen waren, wieder verschwunden sind. Und auch der Wetterbericht sagt zumindest noch eine behagliche Woche mit Tageshöchsttemperaturen von 6 bis 8 Grad voraus.

In den Skigebieten laufen zwar seit einigen Tagen bereits die Schneekanonen, sie tun sich offensichtlich aber noch recht schwer. Auf dem Skihang in Arvidsjaur ist bislang lediglich ein verschwindend kleiner weiss schimmernder Fleck zu sehen.

Im Tourismus beginnen einige Unternehmer bereits leichte Anzeichen von Nervosität zu zeigen, und auch aus Autotesterkreisen werden die missmutigen Stimmen langsam hörbar. Denn bereits die vergangenen drei Winter waren alles andere als zufriedenstellend für diesen Wirtschaftszweig. Wir haben sogar Gerüchte gehört, dass die Suche nach neuen Standorten bereits im Gange sei.

Aber es gibt noch keinen Grund zur Beunruhigung. Winter und Schnee werden kommen. Und schenkt man den Langzeitprognosen Glauben, dann steht uns sogar ein sehr intensiver Winter bevor. Wir geniessen die noch behaglichen spätherbstlichen Tage, sehen sie aber mehr als eine Erholungspause im Sinne der „Ruhe vor dem Sturm“.

Kleiner Hinweis und dringende Bitte: Die Strassenverhältnisse sind zur Zeit bereits sehr tückisch. Überfrierende Nässe auf dem blanken Teer ist extrem gefährlich - weil während der Fahrt praktisch nicht erkennbar - und wird von vielen Besuchern der Region völlig unterschätzt. Daher die dringende Bitte, am Polarkreis gerade jetzt den Fuss vom Gas zu nehmen und besondere Vorsicht walten zu lassen. Denn bereits ein plötzlich aus dem Wald auf die Strasse springendes Rentier kann zur Katastrophe führen.

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Ein Sinnbild der abrupten Übergänge: Im Schatten ist das Gras grau und von Frost bedeckt; auf der Sonnenseite schimmert es (noch) gülden.

Böse Überraschung - Schneelast und Dachlawinen in Lappland

Heute wieder ein Artikel aus der Reihe "live aus dem Alltag".

Die Geschichte beginnt - wie i. d. Rd. - mit einem verzweifelten Anruf. In der Nachschau eine wirklich erschütternde Geschichte.

Eine deutsche Familie hatte sich im vergangenen Jahr ein kleines Häuschen in durchaus reizvoller Lage hier in der Gegend gekauft. Gedacht war, das Haus als Ferienhaus für die Familie zu nutzen. Den Rest des Jahres sollte das Haus leer stehen und sich selbst überlassen bleiben. Soweit so gut.

In einem solchen Fall gibt es zunächst das Einbruchsrisiko in der unbewohnten Zeit. Wer keine werthaltigen Gegenstände - und darunter fallen hier auch z. B. ein Rasenmäher oder eine Schneefräse - im Haus oder den Nebengebäuden verwahrt, muss sich keine allzu grossen Sorgen machen (abgesehen von einer aufgebrochenen Tür und durchwühlten Schränken). Überaus ärgerlich ist ein Einbruch natürlich schon, aber das finanzielle Risiko hält sich in überschaubaren Grenzen.

Ein viel grösseres Risiko lauert aber in der kalten Jahreszeit.

"Schneelast" heisst das Stichwort. Die zulässige Schneelast gibt an, wie viel Schnee ein Hausdach aushalten wird. Die Winter sind hier lange und Schnee gibt es reichlich. Da kann sich eine ganze Menge von der weissen Pracht auf dem Dach ansammeln.

Wieviel das in Tonnen gemessen sein kann, lässt sich relativ einfach berechnen. Schweden ist - wie andere Länder auch - in Schneezonen aufgeteilt. Eine solche Schneezonenkarte kann z. B. hier betrachtet werden.

In Lappland reichen die Werte von 2,5 bis 5,5. Der Grossteil der Fläche ist als drei klassifiziert. Was verbirgt sich hinter diesem Wert? Er gibt an, wieviel Schneelast pro Quadratmeter, mit einer Wahrscheinlichkeit von 98% nicht überschritten wird. In der Schneezone 3,5 ist also mit 350 Kg Schneelast pro Quadratmeter zu rechnen. Hier geht es zunächst einmal nur um reinen Schnee.

Die tatsächliche Schneelast kann sich aber im Verlauf des Winters ändern. Bleibt der Schnee auf dem Dach die Wintersaison über liegen, verdichtet er sich. Irgendwann kommt die Tauphase. Es regnet auf den Schnee, der zunehmend vereist. Wenn Schneefanggitter jetzt verhindern, dass der Schnee als Lawine vom Dach fällt, kann die Schneelast auf bis zu 900 Kg pro Quadratmeter (im Extremfall auch noch mehr) steigen. Nun überschlagen Sie einfach einmal, wieviele Quadratmeter Fläche Ihr Dach hat. Und schnell kommen Sie zu der Einsicht, dass sich am Winterende gut und gerne ein ganzer Tankwagen an Gewicht auf dem Dach lastet.

Viele Häuser in Lappland sind so gebaut, dass Sie eine hohe Dachneigung (relativ spitzer Winkel) haben. Dadurch fällt der Schnee ab einer angemessenen und ungefährlichen Schneehöhe als Lawine herunter. Das macht zwar viel Arbeit am Boden, rettet aber das Dach. Häuser mit Giebeln oder Winkeln im Dach sind problematischer. Durch die Schneestürme im Winter bilden sich an diesen Stellen Schneeverwehungen mit möglicherweise gefährlichen Schneehöhen, die zu extremer Punktbelastung führen können. Ein gutes Indiz in einem Holzhaus (und die allermeisten Häuser hier sind Holzhäuser) sind Fenster und Türen. Wenn diese anfangen zu "knarzen" und sich nicht mehr geschmeidig öffnen und schliessen lassen, dann ist äusserste Vorsicht angesagt.

Besonders gefährdet sind Flachdächer. Auf vielen Industriehallen ist deshalb im Winter permanent eine Schneefräse geparkt, mit der das Dach regelmässig gefräst wird.

Ein Dach vom Schnee zu räumen ist übrigens echte Knochenarbeit (wenn man nicht gerade ein Flachdach mit Schneefräse darauf hat). Bei geneigten Dächern kommt noch ein weiteres erhebliches Risiko hinzu. Dachräumer sind in Schweden hochbezahlte und i. d. R. gut trainierte Spezialisten.

Ein kleiner Exratipp noch zu Häusern mit grosser Dachneigung:

Die Lawinen schonen das Dach. Wenn Sie aber einen Kamin haben, geht eine Leiter auf dem Dach zu diesem. Und gerade diese Leiter hat die unangenehme Eigenschaft, mit der Lawine gerne herunter gerissen zu werden. Regelmässige (am besten jährliche) Kontrolle ist wichtig. Und bitte lassen Sie das einen Profi machen (besonders wenn Sie nicht schwindelfrei und höhenerprobt sind).

Zurück zum Anruf, mit dem unsere Geschichte begann. Was war also geschehen?

Die deutsche Familie wollte alles "ordentlich" haben, und hatte sich im vergangenen Herbst von einem deutschen Handwerker, der seinen Urlaub in Lappland verbracht hatte, überall rund um das Haus Schneefanggitter anbringen lassen. Richtig stabil und in "deutscher Gründlichkeit".

Dachlawinen gab es also keine. Fein.

Das hatte aber die vorhersehbare und verheerende Nebenwirkung, dass sich auf dem Dach eine viel zu grosse Menge Schnee ansammelte, für welche die alte Dachkonstruktion schlichtweg nicht berechnet war. Und vermutlich gegen Mitte April gab es dann einen lauten Knall und das hübsche Häuschen hat sich in ein überdimensionales Mikado verwandelt. Das hat die Familie vor einigen Tagen durch den Anruf entfernter Nachbarn erfahren. Schadensbegrenzung ist nicht mehr möglich und der Traum vom eigenen Ferienhaus hat sich in einen Trümmerhaufen verwandelt.

Unser Tipp: Denken Sie vorher an die zu erwartende Schneelast und treffen Sie Vorbereitungen und Gegenmassnahmen, oder - viel einfacher und bequemer - mieten Sie einfach ein Ferienhaus in Lappland.

Schneelast und Dachlawinen in Lappland - Einst ein Haus - jetzt ein grosses Mikado
Einst ein Haus - jetzt ein grosses Mikado

Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick mit Bildstrecke

Wer sich für Reisen nach Nordschweden interessiert, weiss es schon: Lappland ist ein Paradies für alle Winterfans und Wintersportler.

In unseren Breiten unter dem Polarkreis beginnt der richtige Winter schliesslich bereits im November. Genau genommen sind es nur vier Monate, die in Schwedisch-Lappland nicht vom Winter geprägt und in der Regel schneefrei sind (Juni-September).

Die Himmelstore öffnen sich in den Monaten November und Dezember und sorgen für reichlich Schnee. Mit "richtigen" Minusgraden ist von Januar bis März zu rechnen. Das Thermometer sinkt dann schon einmal auf die "Minus 40 Grad Marke".

Alle, die sich für Eisangeln, Schneemobile und Skifahren begeistern, finden bei uns ihr Paradies. Und von den Polarlichtern will ich erst gar nicht anfangen zu schwärmen.

Wie war nun die Wintersaison 2014/2015? Der Winter war schneereich (wenn auch nicht ausserordentlich) und relativ warm. Wochenlange Tiefsttemperaturen sind uns in dieser Saison erspart geblieben. Der Schnee hat sich allerdings lange gehalten. Wir schreiben heute den 17. Mai und an schattigen Stellen liegt noch immer Schnee. Anfang April gab es mehrere Wochen ein eher lästiges Schneematschwetter mit Tagestemperaturen um die Null Grad.

Die in dieser Gegend im Geheimen sehr aktiven Autotester bekannter Grosskonzerne waren - dem Vernehmen nach - von dieser Saison nicht sehr begeistert. "Zu warm" lautete einheitlich das von verschiedenen Quellen kolportierte Verdikt.

Impressionen aus diesem Winter haben wir für Sie in einer Serie mit Bildern in schwarz/weiss zusammengestellt.

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Der arktische Winter 2014/2015 - ein Rückblick