Blackout, oder: Lappland im Schein der Petroleumlampe

Blackout, oder: Lappland im Schein der Petroleumlampe

Im Herbst und am Winteranfang sind heftige Stürme in Lappland an der Tagesordnung. Man gewöhnt sich daran. Manchmal fegen aber regelrechte Rekordstürme über das Land. Und die hinterlassen ihre Spuren.

In der vergangenen Woche war es wieder einmal soweit: Vom schwedischen Wetteramt wurde eine akute Warnung ausgefertigt und was dann einige Stunden später kam, war im negativen Sinne rekordverdächtig. Im Inland von Västerbotten hinterliess der schwere, orkanartige Sturm eine Schneise der Verwüstung.

In manchen Gebieten wurde der Wald hektarweise „umgemäht“. Viele kleine Nebenhäuser und Wartehäuschen an Bushaltestellen wurden Opfer der Windstärke: sie wurden einfach „vom Winde verweht“; manche landeten in weitem Umkreis vom ursprünglichen Standort in Einzelteilen. Manche Bäume fielen auch auf bewohnte Häuser und richteten teilweise schwere Schäden an.

Das Stromleitungsnetz ist in unseren Regionen sehr weitläufig. Bei schweren Stürmen fallen regelmässig Bäume auf Leitungen, was zu Stromausfällen führt. In begrenztem Rahmen sind die hiesigen Netzbetreiber ganz gut gerüstet für solche Fälle. Übersteigen die Schäden aber von Anzahl und Streuung her ein bestimmtes Niveau, kommen die Einsatztrupps an ihre Grenzen. Im Klartext: Stromausfälle können dann sehr lange andauern. Am vergangenen Wochenende waren es bei uns 24 Stunden. Und so versammelte sich die Familie also um die Petroleumlampe: Eine Zeit ohne Internet und Telefon, in der sich oft die tiefgründigsten Gespräche ergeben.