Arctic Circle - Der unsichtbare Tod - Ein Review von Frau Lapplandblog

Eine finnische Polizistin (Nina Kautsalo) aus der scheinbar langweiligen Provinz Lapplands trifft auf einen deutschen Virologen (Thomas Lorenz). Dazu noch ein unheimlicher und aggressiver Virus, der eigentlich in einen anderen Teil der Welt gehört („Jemen-Virus“). Eigentlich sollte dieser Virus nicht sein, wo er ist, und nicht tun, was er tut. Das alles wird zu einer Story bei der es gelungen ist, die Spannung über alle Folgen aufs Neue zu halten. Das ist „Arctic Circle - Der unsichtbare Tod“ in Kurzform.

Die Serie ist übrigens eine deutsch-finnische Gemeinschaftsproduktion, die in der Originalfassung Ende 2018 in Finnland veröffentlicht wurde. In Deutschland hat das ZDF die Rechte an der Serie erworben.

Arctic Circle - Der unsichtbare Tod - Ein Review von Frau Lapplandblog

Die Serie "Arctic Circle - Der unsichtbare Tod" konnte, den Film als eine eigenständige Kunstform nutzend, eine völlig neue Ästhetik innerhalb des Genres setzen. Vom Opening bis zum Abschluss der letzten Folge wird die Spannung durch das gesamte Filmgeschehen hochgehalten.

Der Aufbau der Story im Gesamten ist - trotz aller unerwarteter Wendungen - nachvollziehbar, und der Faden der Spannung reisst einfach nicht ab.

Dabei spielt die sehr gute Besetzung der Darsteller eine entscheidende Rolle. Und dem kulturellen Kontext wird voll Rechnung getragen: Von jedem einzelnen Schauspieler wird sein eigenes Herkunftsland sensibel in die einzelnen Abläufe mit eingebracht und dem Zuschauer innerhalb der einzelnen Szenen vermittelt.

Die Harmonie zwischen den einzelnen Darstellern ist fühlbar und erlebbar; die Synchronisation der Dialoge, welche in keinster Weise langweilig werden, ist sehr gut gelungen. Die Charaktereigenschaften der darstellenden Filmfiguren werden klar und ohne Rätsel für den Zuschauer offen gelegt.

Die musikalische Untermalung innerhalb der einzelnen Filmsequenzen heben den gerade Spielenden dezent hervor. Jedoch drängt sich nichts in den Vordergrund - weder der Schauspieler, noch die Musik.

Der Zuschauer taucht durch diese gelungene Komposition in das Geschehen völlig mit ein.

Interessant wurden die Wechsel zwischen Hochmoderne der Stadt und dem auf dem Land noch heute vorherrschenden hierarchischen Lebensstil herausgearbeitet. Sogar die Schauspieler veränderten merklich ihre Handlung, ihre Körpersprache, wenn sie sich in den jeweiligen Orten befinden.

Dadurch gelingt es der Produktion, dem Zuschauer auf sanfte Weise sehr natürliche Einblicke in das skandinavische Leben zu vermitteln. Das Alltagsleben wird schlichtweg sehr authentisch wiedergegeben und wird insbesondere nicht - wie es häufig geschieht - „romantisiert“ dargestellt.

Alle Szenenwechsel, die stets die Spannung hoch halten, wurden von den Machern geradezu zelebriert. Einfühlsames Fingerspitzengefühl wird wohl dosiert an richtiger Stelle eingesetzt, um den Zuschauer nicht zu überfordern. Die Szenenwechsel werden dadurch interessant und unterstreichen permanent die Szeneneinstellungen.

Die Totalen auf die Landschaft sind traumhaft und zugleich hochgradig realistisch. Die Locations für den Film sind passend gewählt und fügen sich geschmeidig sowohl in das szenische Geschehen, wie auch in die musikalische Untermalung ein.

Das Kamerateam hat innerhalb der einzelnen Sequenzen ganze Arbeit geleistet. Und das obwohl das fachmännische Auge an etlichen Stellen deutlich erkennt, dass ohne jeden „produktionstechnischen Overkill“ gearbeitet wurde.

Besonders hervorzuheben sind die Szenen, die in dunklen Nächten aufgenommen wurden. Sie enthalten eine ganz eigene Mystik durch die gelungene, gezielte Beleuchtung. Im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen bleibt jedes Detail in den Umgebungen vom Zuschauer wahrnehmbar. Die Szenerie bleibt immer im Ganzen erkennbar.

Die Kameraeinstellungen sind schlicht eine Glanzleistung - seien es bodennahe oder Drohnenaufnahmen. Diese Performance gibt der gesamten Serie den letzten Schliff.

Alle Folgen der Serie sind zum Bersten mit Spannung gefüllt, die Schauspieler leisten ganze Arbeit, und das Beleuchtungs- und Kamerateam machen das iTüpfelchen für die Serie aus.

"Arctic Circle" ist eine der sehr wenigen Serien mit einem durchgängigen „Wow“-Effekt auf dem Bildschirm; ein echtes brilliantes Erzählwerk mit internationalem Niveau und empfehlenswert.

Arctic Circle - Der unsichtbare Tod - Ein Review von Frau Lapplandblog


Wer die Serie nicht mehr in der ZDF Mediathek findet, dem sei die die von Edel produzierte DVD-Ausgabe ans Herz gelegt. Es lohnt sich.

Arctic Circle - Der unsichtbare Tod - Ein Review von Frau Lapplandblog

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