Tristesse III - Einfach kein Verlass mehr...

Tristesse III - Einfach kein Verlass mehr...


Behind the scenes: Einfach. Kein. Verlass. Mehr. Auf den Wetterbericht. Nicht mal mehr auf den, von den - ansonsten sehr treffsicheren - Norwegern.
 
Vielleicht auch nur zu viel Dynamik und Komplexität ("Dynaxity"). Es ändert sich einfach alles viel zu schnell...
 
Jedenfalls gar nicht schön, wenn statt des angekündigten Sonnenscheins mit 12 Grad stattdessen gerade mal zwei Grad, Nebel und "Spöregn" ("Platschregen") den Morgen beherrschen (an dem eigentlich ein sonniger und herbstlich-bunter Outdoor Fototermin geplant war).
 
Dann wohl nur "Take it or leave it". I'll take it!

„Stugsista“ – Das Ende des Sommers in Lappland

Eine relativ neue Tradition in Schweden ist das sog. „Stugsista“. Das Wort ist zusammen gesetzt aus dem Wort „Stuga“ und „Sista“.

Das Wort Stuga (oft auch als Sommerstuga oder Fritidshus bezeichnet) steht für das bekannte Ferienhaus (Sommerhaus) der Schweden. Schweden lieben es, den Sommer über jede freie Minute in ihren Ferienhäusern zu verbringen. Nach Zahlen des Schwedischen Statistischen Zentralbüros (SCB) gab es im Jahr 2007 insgesamt 680.000 Sommarstugas. Die Statistik zeigt auch, dass 55% der schwedischen Bevölkerung eine Sommarstuga nutzen können und 20% der Bevölkerung selbst eine Sommarstuga ihr eigen nennen.

Faszinierend ist übrigens auch der Trend zur Einfachheit in den Sommerhäusern. Viele haben kein fliessendes Wasser und keinen Stromanschluss, sind dafür aber in äusserst malerischer Umgebung belegen. Die bevorzugten Lagen sind entweder an entlegenen Seen oder im Fjäll (so heissen die schwedischen Bergregionen).

Die Einstellung vieler Schweden zeigt sich auch im Preisniveau: Ein „normales“ wohntaugliches Haus auf dem Lande ist, i.d.R. voll eingerichtet, in unseren Regionen für wenig Geld (Grössenordnung umgerechnet 15.000-20.000 Euro) zu haben. In diesem Zusammenhang möchte ich dann  auch gleich nochmals an unsere Tipps zum Immobilienkauf in Nordschweden erinnern. Eine Fjällstuga kann demgegenüber gut und gerne das zehn- bis zwanzigfache kosten (Ausnahmen noch oben bestätigen nur die Regel). Und das ohne Wasser- und Stromanschluss!

Interessant ist auch der Umstand, dass die „normale“ (Winter-)Wohnung oft nur eine Mietwohnung in der Stadt ist (natürlich mit allen Segnungen der modernen Elektronik). Der Kontrast zwischen dem „Stugaliv“ (dem Leben in der Sommarstuga) und dem Alltag im Rest des Jahres ist beachtlich.

So sehr das einfache und naturverbundene Leben in den Stugas geliebt wird, irgendwann ist die Sommersaison vorüber. Und hier kommt das „Stugsista“ ins Spiel. Das „Sista“ steht nämlich für „Letzte“. Das Stugsista bezeichnet demnach das Ende des Sommers in der Stuga.

Die Tradition kam Anfang der 90er Jahre aus Finnland nach Schweden. In Nordschweden wird das Stugsista am letzten Augustwochenende begangen. Den finnischen Wurzeln der Tradition nach werden dann alle übrigen Vorräte verspeist, der Müll der Saison verbrannt und danach geht es schweren Herzens zurück in die normale (Winter-)Wohnung.

In grösseren Ferienhausgebieten wird das Stugsista auch als „Ljuskväll“, d.h. Lichterabend, gefeiert. Vor allen Stugas werden sog. „Marschaller“ (überdimensionale Teelichter) angezündet, was eine wehmütige „Sommersaisonabschlusstimmung“ ergibt. Das Stugsista auch als Lichterabend zu feiern, ist allerdings eher in Mittel- und Südschweden verbreitet.

So ist also der Zeiger an der Jahreszeitenuhr weiter gerückt. Das Wetter hat sich ja schon seit gut zwei Wochen wieder herbstlich gezeigt. Gestern hatten wir z. B. null Grad gegen Mitternacht und bis zum ersten Schneefall wird es nicht mehr allzu lange dauern.

Ein
Ein „Marschall“ wie er für die stimmungsvolle Beleuchtung verwendet wird.