Alternative Energieeffektivität (Wie oft wärmt Holz?)

Der vor der Tür stehende arktische Winter gibt Anlass zu einer Betrachtung zum Thema Energieeffektivität:

Holz – die hier in Lappland trotz Windkraft, Erdwärme und der zunehmenden Verbreitung von Luft-Wärmepumpen immer noch gebräuchlichste Heizform - ist ein überaus effektiver Wärmelieferant. Die Anwender werden mehrfach gut durchgewärmt. Eigentlich mindestens siebenmal...

1. Bäume müssen gefällt werden. In voller Montur (Helm, Sicherheitsstiefel, Schutzausrüstung...) geht es in den Wald. Schritt eins ist es dabei den Baum „sicher“ auf den Erdboden zu bringen.

2. Dann wird der Baum von allen Ästen befreit. Die dickeren Äste werden, ebenso wie der Stamm in ca. ein Meter lange Stücke zerlegt.

3. Dieselben werden auf einen Anhänger verladen und nach Hause gekarrt.

4. Um dort auf Ofenlänge geschnitten zu werden.

5. Nicht zu vergessen, dass die Stücke dann noch gespalten werden müssen.

6. Und da wir gerade dabei sind, werden die Scheite dann an einen zugigen aber wassergeschützten Platz gekarrt und schön gestapelt.

7. Wenn sie dann getrocknet sind, geht es wieder auf die Reise. Diesmal in Richtung Keller und zum Ofen.

8. Schliesslich und endlich wandern die Scheite dann in den Ofen, um dort letztmalig einen Wärmeschub zu liefern :)

Alternative Energieeffektivität
„Wunderholz - Hat schon sechsmal warm gemacht...“

Inspiration

Sicher, ein Besuch auf der Photokina wäre bestimmt interessant gewesen. Mir persönlich hat die Berichterstattung von Thom Hogan aber vollauf gereicht.

Und wenn ich dieses Zitat von Thom lese

„Short answer: we care more about our gear than images.This message was repeated many times throughout the show. I rarely saw people step up and study the ubiquitous images“



dann bin ich froh nicht gefahren zu sein :)

Was zum eigentlichen Thema dieses Eintrages führt: Inspiration.

Ich weiss, es ist schon viel darüber geschrieben worden und das Thema Inspiration steht (ebenso wie die „Kreativität“) in der Gefahr, etwas abgenutzt zu werden. Aber dennoch. Meine ganz persönlichen Gedanken und Erfahrungen.

Ich finde Inspiration häufig in der Einsamkeit, draussen in der Natur:

Einer der letzten schönen Herbsttage mit (knappen) Plusgraden. Einige letzte Mücken ziehen verzweifelt ihre Runden. Zu schwach schon, um noch zu stechen.

Fallendes Laub wird von faszinierenden Spinnenfäden begleitet, die auf der Suche nach Beute durch den Wind gleiten.

Tiefgrünes Moos am Rande eines Moores lädt Dich zum Verweilen ein.

Wasser in allen Formen ist besonders anziehend. Es schärft den Blick und reinigt die Seele; lädt zur Kontemplation ein.

Vielleicht findest Du eine Wiese. Beim Hindurchschreiten kannst Du die Form der sich unter Deinen Füssen bewegenden Grashalme beobachten und wenn Du eine Pause machen möchtest, dann leg Dich der Länge nach bäuchlings ins Gras und betrachte die Welt aus dieser Perspektive durch einen grünen Vorhang.

Die Gedanken beginnen zu kreisen. Existentielles vermengt sich mit Profanem. Die Ruhe zieht Dich in ihren Bann. Nur einige Tierlaute sind hier und da zu hören. Aber sie stören nicht, denn sie sind ein Teil der Kulisse.

Und dann stellen sich die wirklich wichtigen Fragen: Warum mache ich überhaupt Bilder?


Natiur - Quelle der Inspiration
„Tankstelle für Inspiration“

Foto-Futter-Extra: Fotografie ist keine Religion

Heute eine Extraausgabe Foto-Futter zur Photokina vom 18.-23.09.2012 in Köln:
Die Fotowelt steht wieder einmal Kopf. Muss das eigentlich so sein?

Pünktlich und passend zur Photokina hat Sascha Rheker einen äusserst lesenswerten Blogartikel veröffentlicht, dem ich mich gerne anschliesse:

Sascha Rheker: Fotografie ist keine Religion

Wie lange noch?

Wie lange noch?

Noch. Noch hängen sie.

Bald. Bald sind sie.

Vom. Vom Winde verweht.

Zurück. Zurück im Kontinuum der Natur.

Demnächst. Demnächst steht er vor der Tür und klopft an.

Der Winter in Lappland.

Wie lange noch? Der Winter in Lappland.

Nachlese: Samehelg 2012 im Lappstan in Malå

Vor vier Wochen war wieder einmal das jährliche „Samehelg“ („Samisches Wochenende“) in Malå angesagt. Unser Bericht kommt wegen hoher Arbeitsbelastung in den zurückliegenden Wochen leider etwas verspätet.

Eingeladen war wieder in den „Lappstan“ (grammatikalisch richtig und auf Hochschwedisch heisst es „Lappstad“) in Malå. Eine „Lappstad“ ist das Gegenstück zur „Kyrkstad“. Über die Gammelstads kyrkstad in Luleå – und deren Geschichte - hatten wir vor einiger Zeit hier schon einmal berichtet.

Richtete sich die Kyrkstad an die bäuerlichen Bewohner der ländlichen Gebiete, war die Lappstad das Gegenstück dazu für die Sami, die Angehörigen der nativen Bevölkerung Lapplands (Sapmis).

Der Besuch dort lohnt sich. Besonders die Lappstad in Malå ist sehr idyllisch. Die majestätische Bewaldung taucht die ganze Anlage ist ein faszinierendes diffuses Licht und die Hütten und Kåtas sind durchweg in sehr gutem Zustand.

Beim samischen Wochenende wurde wieder ein Potpourri aus Kultur, Kulinarischem und Aktivitäten angeboten, einschliesslich eines musikalischen Abendprogrammes. Wir laden Sie mit einer Bilderstrecke zu einem Rundgang ein.

-> Zur Galerie: Samehelg 2012 im Lappstan in Malå

-> Till bildspelet: Samehelgen 2012 på Lappstan i Malå



Samehelg 2012 im Lappstan in Malå
„Samehelg 2012 in Malå“
 
 

David DuChemin „Portraits of Earth“ - Kurzrezension

Die Craft & Vision Edition hat sich bekanntlich dem Ziel verpflichtet, fotografisches Know-How in Ebook-Form zu erschwinglichem (eigentlich besser: unschlagbarem) Preis anzubieten. Die Autoren sind renommiert und manchmal schreibt auch der „Chef“ David DuChemin selbst.

Vor einigen Tagen ist ein neues Ebook von David selbst erschienen „Potraits of Earth“, eine Einführung in die Landschaftsfotografie.

Für mich ist es nicht nur Inhalt, denn der muss selbstverständlich fundiert sein, sondern gerade auch der Schreibstil, der ein Buch wirklich interessant und lesenswert macht. Und ich bekenne gerne, dass mich Davids Stil sehr anspricht. Auf den Punkt, aber dennoch humorvoll und erfrischend.

„Portraits of Earth“ - Im jüngsten Craft & Vision Ebook geht es also um Landschaftsfotografie. Ich finde das interessant, ist David doch weithin als „Humanitarian Photographer“ und für seine ausdrucksstarken Portraits bekannt. David befindet sich auf einer fotografischen (und anscheinend auch philosophischen) Reise. Während Portraits den Sinn für die Vergänglichkeit des Seins wecken und schärfen, bringt die Landschaftsfotografie die Unvergänglichkeit zum Tragen. Die ausdrucksstarken Bilder im Buch untermalen das eindrucksvoll.

In bewährter Weise ist das Buch zugleich ein Arbeitsbuch mit vielen Tipps, Tricks und Aufgaben für den Leser.

Auf 64 Seiten (A4) beginnt David seinen Rundgang durch die Landschaftsfotografie mit den Themen: Ausrüstung / Gear, Licht, Komposition mit Linien und Linienführung. Das Kapitel über Ausrüstung ist erfrischend kurz und widmet sich Objektiven, Stativen und Filtern. Die Kapitel Licht und Komposition dürften selbsterklärend sein. Mit vielen Bildern erklärt David seine textlichen Ausführungen.

Danach finde ich die weitere Aufteilung des Ebooks besonders charmant: Er untergliedert nach den Elementen in Land, Wasser, Schnee und Detailaufnahmen. Jeweils mit einer Menge Tipps und Tricks, von denen einige schlicht und simpel wirken, aus Erfahrung aber essentiell (und manchmal sogar existentiell) sind.

Wer sich mit der Landschaftsfotografie beschäftigen möchte, für den ist das Buch ein idealer Ausgangs- und Startpunkt. Eine klare Empfehlung!

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version, auf die es auch einen Einführungsrabatt gibt. Der Preis liegt mit USD 5 wie immer auf rekordverdächtig günstigem Niveau.

Und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 9. September 2012, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt (d.h. Einen Preis von USD 4), diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: EARTH4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher aus der Reihe Craft & Vison kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes EARTH20 ganze 20% Rabatt auf Ihre Bestellung beim Kauf von 5 oder mehr Büchern.

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.



Foto-Futter KW 38/2012: Ming Thein

Ein echter Aufsteiger in der fotografischen Blogwelt ist der aus Malaysia stammende Fotograf Ming Thein. Und ein sehr empfehlenswerter noch dazu. Im Februar 2012 begann er zu bloggen und bereits im Juni erreichte er die 500.000er Besuchermarke. Dafür muss es einen Grund geben. Zudem bloggt Ming bewundernswert viel, ohne dass die Qualität darunter leiden würde.

Seine Artikel geben einen authentischen Einblick in seine Welt als professioneller Fotograf mit interessanten Spezialisierungen. Er bloggt viele Fotos, die einen ganz eigenen – meiner Meinung nach sehr sympathischen und ansprechenden – Stil aufweisen.

Beonderes Hightligt sind aber seine Artikel zu generellen fotografischen Themen. Und auch „Gearheads“ kommen nicht zu kurz.

Kurz: Mings Blog ist ein Muss im RSS-Reader.

Foto-Futter KW 38/2012: Ming Thein

Channel Lappland Folge 1: Forgotten Places and lost families

Ein neues Format hält Einzug: Der Channel Lappland. In loser Reihenfolge präsentieren wir Ihnen künftig Reportagen und Tipps für Ihren Trip nach Lappland.

In der ersten Folge geht es um Hintergrundinformationen zu unserem Projekt "Forgotten places and lost families" über Urbanisierung in Schweden. Folgen Sie uns zu einem mystischen Platz irgendwo im tiefen Wald und lernen Sie einen weithin unbekannten Abschnitt der schwedischen Geschichte kennen.

(Tipp: Klick auf den Play-Button)



Eine bymahlemiuts Produktion 2012.

[Update 3/9/2012 wegen technischer Probleme: Austausch der FLV-player application. Wir bitten um Nachsicht. Danke!]