Stranded II - Gestrandet II

Lappland ist bekanntlich wasser- und seenreich. Verlassene Boote in entlegenen Seen üben eine besondere Faszination auf mich aus. Manche sehen noch beinahe brauchbar aus, andere sind kaum noch zu identifizieren.

Die Symbolik ist stark: Das "Gestrandet sein".

Eine Fortsetzung zu diesem früheren Blogeintrag zum Thema aus dem Juli.

Gestrandet und doch voller Hoffnung


Gestrandet.

Auch gestrandete Boote können Zeichen der Hoffnung setzen.

Angekommen. Aus Altem wächst Neues. 

Unerwartet.

Grün ist die Farbe der Hoffnung und der Zuversicht.

Als ein Zeichen des "Angekommenseins" schlägt Dein Boot plötzlich Wurzeln. 

Doch bricht es gleichzeitig Brücken ab. 

Einem Samenkorn gleich wird das Boot als Nährboden verzehrt. 

Ahoi ade.

Wie wird die Ernte werden?

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Rädda ambulansen i Malå - Ein heisser Winteranfang

Rädda ambulansen i Malå
„Wir weigern uns, wenn die Ambulanz künftig eine Stunde braucht“


Wer in das Inland Lapplands zieht, weiss, dass ihn eigentlich Natur und Ruhe erwarten. Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille. Wären da nicht einige "Störfaktoren" mit im Spiel.

Einer davon hört auf den Namen "Windkraft" und es regt sich in der Region ein zunehmender Widerstand gegen weitere Windkraftetablierungen. Denn in etlichen Kommunen ist es mit Ruhe und Natur nicht mehr weit her. So regt sich nun auch in Malå eine Bürgerinitiative, die binnen Tagen 450 Protestunterschriften gegen die Erteilung weiterer Baugenehmigungen für Windkraftanlagen gesammelt hat. Die hiesigen Medien haben ausführlich darüber berichtet (z.B. hier in der Tageszeitung „Norran“ und hier im Regionalfernsehen).

Ein weiterer Störfaktor liegt in der Reaktion der zuständigen Landesverwaltung auf die Bevölkerungsentwicklung. Es ist ein offenes statistisches Geheimnis, dass die Bevölkerung im Inland immer älter wird und zudem deutlich schrumpft. Als Konsequenz daraus werden viele Gemeinwohldienste gekürzt. Jüngster Wurf der Planer ist das Vorhaben, den Krankentransport und Rettungsdienst zusammen zu streichen (Bericht in der Tageszeitung "Norran" hier und hier).

Und so landete auch Malå mit auf der Streichliste des Landstinges. Allerdings hatte man dort die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn in Malå ist nun der Protestgeist erwacht. Auch hier hat sich - unter der Federführung der Företagarna (Unternehmervereinigung) - spontan eine Initiative gegründet. Diese hatte am Samstag zur ersten Kundgebung und Demonstration auf dem Marktplatz eingeladen. Rund 500 Teilnehmer versammelten sich dort, um ihrem Unmut Luft zu machen. Ein sehr gutes Resultat bei knapp 3.500 Einwohnern in der Kommune. Die meisten der Teilnehmer unterzeichneten eine Protestpetition. Wir waren für Sie vor Ort und haben einige Eindrücke eingefangen.

-> Hier gehts zur Galerie „Rädda ambulansen i Malå - 22.10.2011“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Rädda ambulansen i Malå 22/10-2011“

-> To the gallery „Rädda ambulansen i Malå 2011-10-11“



Rädda ambulansen i Malå
„Radio Västerbotten im Einsatz bei der Kundgebung“

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Neu: Die Lappland-Edition

Immer wieder haben uns Anfragen erreicht. Nun ist es soweit:

Ab sofort gibt es die Lappland-Edition mit Original-Abzügen und Kunstdrucken von ausgesuchten Fotografien, die charakteristisch für Lappland sind.

Kurz: Original-Kunstwerken aus Lappland. Natürlich in limitierter Auflage und handsigniert.

An den Start gehen 4 Editionen mit hochwertigen Abzügen und Prints:

Landscape, Nature, Black/White und Simplicity.

Viel Freude beim Durchstöbern der Galerien.

Und bitte daran denken: Damit wir die Lieferung als Geschenk zu Weihnachten sicherstellen können, bitte bis Ende November bestellen!

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Making Light II - Das Ebook zum fortgeschrittenen entfesselten Blitzen von Piet van den Eynde

Making Light II - Das Ebook zum fortgeschrittenen entfesselten Blitzen von Piet van den Eynde


Kürzlich hatte ich Band 1 von Piet van den Eyndes "Making Light" vorgestellt, in dem es um alle Grundlagen des entfesselten Blitzens ging.

Nun ist als Ergänzung gerade der zweite Band erschienen, in dem sich Piet fortgeschritteneren Techniken widmet.

Auf 77 Seiten erklärt Piet die Arbeit mit mehreren Blitzen, Modifiern, und einiges mehr. Auch der zweite Band wird wieder abgerundet mit 10 hochinteressanten Fallstudien.

Für alle Leser des ersten Bandes, die sich weiter in das entfesselte Blitzen vertiefen wollen, ist der zweite Band geradezu ein "must have".

Wie üblich gibt es das Ebook bei Craft & Vision als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist die ausdruckbare PDF-Version.

Der Preis - USD 5 - liegt wie immer auf günstigem Niveau und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 24. Oktober 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: MAKINGLIGHT4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes MAKINGLIGHT20 insgesamt 5 Bücher zum Preis von 4 (=20% Rabatt).

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

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Im Fokus: Fotograf Michael Kirchner

Michael "Omori" Kirchner lebt als Fotograf in Heidelberg und bloggt im FOTOGRAFR - Magazin für Fotografie.

Mit Michael verbindet mich etwas ganz besonderes, ist er doch in Heidelberg beheimatet und tätig. In der Stadt, in der ich meine Jugend verbracht habe. Also „Bühne frei“ für Michael, der neben seinem Händchen für erstklassige Fotos auch noch eine weitere grosse Stärke hat: Er ist ein sehr sympathischer Mensch und es macht ausgesprochen Freude, mit ihm zusammen zu arbeiten!


- Michael Kirchner -


-> Michael, wie bist Du zur Fotografie gekommen?


Als ich mit der Fotografie angefangen habe, hat es mir sehr geholfen, mich mit anderen Interessierten auszutauschen. Feedback und Diskussionen in einer Fotogruppe sind durch keine Internet-Community zu ersetzen. Sowohl in meiner Heimatstadt Hildesheim, als auch in Heidelberg, wo ich jetzt wohne, habe ich mich durch die Teilnahme an solchen Gruppen nicht nur fotografisch weitentwickeln können, sondern habe auch gute Freunde gefunden. Und ich bin Fotografen wie dem Heidelberger Fotokünstler Johannes Kornfeld sehr dankbar, weil er mich in seinem Atelier in die Grundzüge der Studiofotografie eingeweiht hat.

-> Auf was bist Du spezialisiert?

Auf der einen Seite biete ich People- und Werbefotografie für Firmen an, auf der anderen Seite Beauty- und Aktfotografie für Privatpersonen. Das verbindende Element ist, dass bei mir eigentlich (fast) immer Personen vor der Kamera stehen.

Im Fokus: Fotograf Michael Kirchner
- copyright Michael Kirchner -


-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Fotografieren ist eine Leidenschaft. Wobei es mir nicht so sehr um den technischen Aspekt dabei geht, sondern um die Arbeit mit Menschen. Ich finde es spannend, mit Leuten zu arbeiten, die vielleicht das erste mal vor der Kamera stehen und ein wenig nervös sind. Oder mitzuerleben, wie ein Newcomer-Model von Shooting zu Shooting sicherer wird und an Selbstvertrauen gewinnt.

-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?

Große Vorbilder habe ich eigentlich nicht. Es sind eher einzelne Eigenschaften, die mich an bestimmten Fotografen beeindrucken. Bei Jim Rakete ist es zum Beispiel die Art, bescheiden und unspektakulär, trotzdem aber mit Leidenschaft und Hingabe an seiner Fotografie zu arbeiten.

-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Gute Erlebnisse gibt es glücklicherweise recht viele. Wenn zum Beispiel ein brasilianischer Fußballspieler über das ganze Gesicht strahlt, weil ich im Studio extra für ihn brasilianische Sambamusik besorgt habe. Oder wenn mir eine Kundin stolz berichtet, wie gut ihrem Freund die Beautyfotos gefallen, die sie in meinen Studio gemacht hat.

Ein richtig schlimmes Erlebnis steht mir erst noch bevor. Manchmal male ich mir aus, was passiert, wenn nach einem unwiederholbaren Shooting die Speicherkarte nicht mehr lesbar ist oder alle Fotos unscharf oder sonstwie technisch nicht in Ordnung sind. Bisher ist aber alles gut gegangen.


-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Da gibt es eigentlich keine konkreten Wünsche. Oder ich kann auch sagen: Es ist ganz gut so, wie es jetzt läuft. Besonders viel Spaß macht mir ein Shooting immer, wenn der Mensch vor der Kamera mit derselben Begeisterung an ein Shooting herangeht wie ich. Wenn er eigene Ideen einbringt und die Arbeit vor der Kamera genießt. Mein Ziel ist, in Zukunft noch mehr mit Leuten zu arbeiten, die eine grofle Kamerapräsenz haben, also zum Beispiel mit Schauspielern oder Musikern.

Im Fokus: Fotograf Michael Kirchner
- copyright Michael Kirchner -


-> Eine ganz persönliche Frage, die bestimmt viele Leser interessiert: Wofür steht eigentlich „omori“?

Der Name "Omori" ist ein japanischer Eigenname, den ich vor über 10 Jahren bei einem Aufenthalt in Tokyo aufgeschnappt habe. Seit dieser Zeit verwende ich ihn als Pseudonym und als Name für mein Fotostudio. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Kunden und Fotografenkollegen eher an den Namen "Omori" erinnern als an meinen bürgerlichen Namen, vielleicht weil er so ungewöhnlich klingt.


-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Im Amateurbereich gibt es bereits heute ein Inflation von Fotos. Durch die technische Entwicklung bei den Mobiltelefonen ist eine Kamera immer und überall verfügbar. Viele der so entstehenden Fotos werden aber nie als Foto gedruckt und landen als Datenleiche auf irgendeiner Festplatte. Vielleicht ist die Unzufriedenheit mit dieser Situation der Grund dafür, dass viele Amateure zurück zu Fine Art Print oder der analogen Fotografie finden.

In der Berufsfotografie reicht es heute nicht mehr, wie vielleicht vor einigen Jahren noch, sich über die Technik definieren. Technik und Know How stehen heutzutage jedem interessierten Laien zur Verfügung. Was sich aber nicht so leicht erwerben lässt, sind Erfahrung, Kreativität und die Fähigkeit, Menschen vor der Kamera so zu führen, dass eindrucksvolle Fotos entstehen. Daher werden gute Fotografen (wie beispielsweise Jim Rakete) immer gefragt sein.


-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Nicht einfach losgehen, eine Kamera dabei haben und hoffen, dass einem das richtige Motiv schon über den Weg laufen wird. Sondern mit einer ganz klaren Idee und einem Konzept beginnen und dieses dann umsetzen.


Michael, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)

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Winteranfang in Lappland: Shades in grey

Winteranfang in Lappland: Shades in grey
„Shades in grey“


Behind the scenes: Im Herbst verblühte Sommerblumen - jetzt in grau.

In Lappland sind wir Zentraleuropa (bzw. aus unserer Perspektive: Südeuropa) einen deutlichen Schritt voraus. Bewegt sich z. B. Deutschland gerade im Herbst, haben wir hier in der Nähe des Polarkreises bereits den ersten Schnee zu verzeichnen. Am Montag haben die Nachbarskinder sogar schon den ersten Schneemann gebaut. Höhe ca. 45 cm. Lebensdauer ca. 8 Stunden. Noch bleibt der Schnee nicht liegen, aber die Nachttemperaturen liegen mitunter schon bei um die minus 5 bis minus 10 Grad und die Dunkelheit kommt derzeit bereits gegen 18 Uhr.

Aus fotografischer Sicht wichtig und interessant: Die Farbpalette verändert sich und alles wir zunehmend grau. Lappland wird so langsam zu einer grossen Schwarz/Weiss-Fotografie.

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Schwedischer Pragmatismus: Elchjagd vom Sofa aus

Schwedischer Pragmatismus: Elchjagd vom Sofa aus
„Elchjagd vom Sofa aus“


Behind the scenes: Die Jagd steht in Nordschweden hoch im Kurs. Allerdings weniger um des Vergnügens willen, als viel mehr um die Tiefkühltruhe zu füllen. Wir haben für ein Fachportal die ungewöhnlich pragmatische und unspektakuläre Herangehensweise der schwedischen Jäger fotografiert. 

Im Laufe des letzten Monats sind so eine Reportage und eine Serie mit ungewohnten Perspektiven der Jagd in Nordschweden entstanden. Das hier gezeigte Bild bringt den ruhigen Pragmatismus für meinen Geschmack am besten auf den Punkt:

Statt eines Hochsitzes oder eines unbequemen Dreibeines hatte sich einer der Jäger einen komfortablen Sessel mitgebracht, um sich dort auf den Ansitz zu begeben. Das ist schwedischer Pragmatismus.

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Im Fokus: Fotograf Klaus Schroff

Es ist wieder an der Zeit, einen Fotograf in unserer Rubrik „Im Fokus“ vorzustellen. In dieser Folge interviewen wir Klaus Schroff, der am schönen Bodensee sein Studio hat.

Klaus Schroff beschäftigt sich nun schon seit über 25 Jahren mit der Fotografie in den verschiedensten Bereichen. Seit über 10 Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in der sensiblen Fotografie von und mit Menschen.

Das Zusammenspiel zwischen Akteur und dem Fotografen, sowie dessen Einfühlungsvermögen sind der Schlüssel zum Einfangen wichtiger und einmaliger Momente. Landschafts-, Detailaufnahmen und kreative Bildbearbeitungen mit durchaus unkonventionellen Sichtweisen komplettieren das breite Spektrum seiner Arbeit.

Ausstellungen:

2006 Gemeinschaftsausstellung mit anderen Fotografen über die Basilika in Rankweil (A)
2010 Einzelausstellung “Gesichter der Mettnau” in Radolfzell (D) mit Landschaftsimpressionen der Halbinsel Mettnau
2010 Einzelausstellung „Musik was my first Love“ in Konstanz (D) mit musikalischen Fotografien
2011 Einzelausstellung "Fotos mal anders" in Singen (D) mit kreativen Bildbearbeitungen

Wer durch das Interview und die Bilder neugierig wird, findet mehr Bilder und Informationen hier:

- Schroffe-Bilder
- Hochzeitsfotograf am Bodensee
- Klaus Schroff auf Facebook

Im Fokus: Fotograf Klaus Schroff
- Klaus Schroff -

-> Klaus, wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Über meinen Vater. Schon von klein auf habe ich meine Umwelt genau wie er mit der Kamera erkundet und dokumentiert. An der Faszination daran hat sich bis heute nicht geändert.

-> Auf was bist Du spezialisiert?

Auf die sensible Fotografie von und mit Menschen. Dieses Thema ist unglaublich vielschichtig. Jeder Mensch ist anders und möchte das natürlich auch auf dem Foto sein.
Es macht einfach Spass, sich dieser Herausforderung bei jedem Shooting zu stellen. Der "gute Draht" zwischen Akteur und Fotograf ist für mich dabei sehr wichtig für ein gutes Bild - sei es Hochzeit, Konzert oder Portrait. 


-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Ein Job der handwerkliches Arbeiten und innerlichen Bezug erfordert. Fotografieren ist für mich der perfekte Mix zwischen Emotion, Aufregung, Adrenalin, Erholung und Entspannung. 

Fotograf Klaus Schroff
- copyright Klaus Schroff -


-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?

Hmm, ich habe eigentlich gar kein spezielles Vorbild. Ich hatte noch nie das Bedürfnis, den Stil von einem anderen Fotografen zu kopieren, das Bild auf diese Art gibt es ja schon. Eine ander Sicht der Dinge gibt es geben nur aus einer anderen Sicht auf das Motiv. Ich schaue mir aber immer gerne Fotos an und nehme  so natürlich viele Inspirationen auf.

-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Das Beste ist jedesmal wenn der Kunde bei den Bildern lächelt und sagt: "ja, das bin ich".
Das Schlimmste ist versagende Technik.


-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Eine Idee die schon lange in mir brodelt ist ein Buchprojekt mit geistig und körperlich behinderten Menschen bei ihrem Spass am und mit dem Leben. 

-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Prognosen sind immer etwas schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. :) 

Eigentlich sehe ich die Zukunft der Fotografie sehr entspannt. Die technische Entwicklung ist eher eine Konsumentwicklung. Höher, schneller, weiter. Es ist hip geworden, eine Kamera zu haben und noch hipper, sie gleich durch das Nachfolgemodell auszutauschen.

Trotz der unglaublichen Menge der Auslösungen jeden Tag hat sich die Menge der "guten" Fotos auf der Welt nicht wirklich signifikant erhöht.

Ein Fotograf konnte gestern ein gutes Bild machen, kann es heute und wird es morgen auch können. Fernab jedes Technikhypes und ganz egal mit was für einem Gerät. Außerdem merke ich bei meinen Kunden, dass der Wunsch nach Fotos, die auch im Kopf bleiben durch die große Menge der Knipsbilder eher größer statt kleiner wird - und das ist  ja eine wünschenswerte Entwicklung.


-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Mache das was Dir gefällt, stehe zu einer Arbeit, beschränke Dich auf das Wesentliche, näher ran. Eine neue Kamera macht keine besseren Bilder. Und natürlich üben, üben, üben.

Klaus, danke dass Du Dir die Zeit genommen hast!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)


Fotograf Klaus Schroff
- copyright Klaus Schroff -

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Kanelbullens dag - Tag der Zimtschnecke [Update: Jetzt mit Rezept]

Kanelbullens dag - Tag der Zimtschnecke [Update 5.10.2011: Jetzt mit Rezept]



„Kanelbullens dag - Fotografiert bei Dungers in Malå“



Behind the scenes: Andere Länder, andere Sitten, andere Gedenk- und Aktionstage

Die Gedenk- und Feiertage eines Landes geben tiefe und wertvolle kulturelle Einblicke. Beging Deutschland gestern den Nationaltag, feiert Schweden heute den "Kanelbullens dag", den "Tag der Zimtschnecke" (Kanel = Zimt, Bullar = Kringel). Wahrscheinlich ist das Phänomen leicht dadurch erklärbar, dass der süsse Kringel ein wichtiger Bestandteil der schwedischen Fikakultur ist.

Erfunden hat den Gedenktag der "Hembakningsråd" ("Heimbackvereinigung") und seit 1999 wird - stets am 4. Oktober - die Zimtschnecke gefeiert. Es gibt dafür auch eine eigens eingerichtete Webseite.

Wie wird der Tag begangen? Natürlich mit Kanelbullar! Und natürlich am besten mit selbst gebackenen. Wer das zeitlich nicht schafft, kann am 4. Oktober landesweit auf ein grosses Angebot zurückgreifen. Und viele Cafés bieten an diesem Tag Kaffee mit Kanelbullar zum Sonderpreis an.

Nachtrag / Update 5.10.2011:

Auf Wunsch vieler Leser verrate ich hier unser praxiserprobtes Rezept für Kanelbullar nach echter schwedischer Art. Die Angaben beziehen sich auf ca. 20 Bullar.

Zutaten für den Teig
1 Halbes Päckchen frische Hefe
50 gr. Butter
300 ml Milch
100 gr. Zucker
1 Prise Salz
500 gr. Mehl

Zutaten für die Füllung
50 gr. Butter
2 Teelöffel Zimt
100 gr. Zucker

Zutaten für die Glasur
1 Ei
Hagelzucker
Gehobelte Mandeln

Zubereitung
Hefe in eine Schüssel bröckeln. Butter schmelzen (Mikrowelle oder Herd) und in die Schüssel geben. Milch (am besten leicht angewärmt, handwarm, ca. 35 Grad) zugeben. Rühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat.

Dann Zucker, Salz und Mehl zugeben. Gut durchkneten (am besten mit Küchenmaschine), bis der Teig geschmeidig wird. Dann ca. 30 Minuten gehen lassen.

Butter für die Füllung schmelzen (Mikrowelle oder Herd); dann mit Zucker und Zimt vermischen.

Ofen auf ca. 225 Grad vorheizen.

Teig nochmals von Hand durchkneten und möglichst rechteckig ausrollen; ggf. Teig aufteilen. Füllung auf den Teig streichen und Teig von der langen Seite her aufrollen. Rolle dann in ca. 2 cm breite Stücke schneiden. Röllchen mit der Schnittkante nach unten auf Backpapier legen und nochmals ca 15 Minuten gehen lassen. Dann mit aufgeschlagenem Ei bepinseln und mit Hagelzucker und/oder gehobelten Mandeln bestreuen. Dann ca. 10-12 Minuten bei ca. 225 Grad ausbacken.

Vor dem Verzehr gut abkühlen lassen :)

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