Sonntagslinks 2010-10-31

Zum Sonntag wieder einige fotografische Highlights:


>
Im Blog Weltneugier ist ein ausführliches Interview mit dem Tier- und Naturfotografen Rolf Hicker nachzulesen. Seine Einsichten - aus der Praxis für die Praxis - sind sehr ernüchternd, gerade deswegen aber ein Muss! - (Entdeckt via bildwerk3)

Übrigens: Rolf Hickers Homepage ist auch unbedingt einen Blick wert!


> “Was will ich der Welt zeigen?” - Sam Jost hat sich in seinem Blog einige sehr lesenswerte Gedanken unter der Überschrift “Du willst ein berühmter Fotograf sein?” gemacht. 


> Gedanken zur Serienaufnahmen und Microstock macht sich Robert Kneschke. Empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich mit Microstock beschäftigen.


> Am Freitag hatte ich das neue Ebook in der Serie Craft & Vision “Close To Home” von Stuart Sipahigil mit einer Kurzrezension vorgestellt. Wer sie noch nicht gelesen hat, sollte das spätestens jetzt nachholen.


> Wer etwas in sich gehen möchte, dem sei ein alter Ausspruch mit nach wie vor grossem Weisheitsgehalt an Herz gelegt:

“How long took it to get a picture, and the answer was "1/125th and 20 years..."


> Schliesslich: Nicht vergessen, auch die Kameras auf Winterzeit umzustellen!


Allen Leserinnen und Lesern einen wunderbaren Sonntag!


Minox DSC Reloadad: Silber Edition

In den Foto Trends 2010 hatte ich im Dezember 2009 u.a. geschrieben:

“Die Resultate werden wieder zählen. Der ganze technische Krimskrams und das technische Brimborium werden in den Hintergrund geraten. Der Trend hat bereits 2009 begonnen. Stichworte: iPhone-Photography, Minox-Photography, usw. Rein technisch betrachtet sehr unvollkommene Ansätze, aber das Ergebnis zählt. Zurück zum Motiv! “

Und ich meine, das hat sich dankenswerterweise bewahrheitet. 

In diesem Zusammenhang ist nun eine Neuheit in Sachen Minox zu vermelden. Vor einigen Tagen ist die neue Minox DSC hier eingetroffen. Die auf den Namen Silber Edition getaufte zweite Auflage hat einige Veränderungen und Verbesserungen erfahren:

- Neuer 5.1 MP Sensor 
- Naheinstellgrenze jetzt ab 50 cm mit Einstellring am Objektiv
- Neues Design (silberfinish).

Zur Erinnerung: Die erste Version der DSC hatten wir im Juli 2009 hier getestet.

In der Grösse ist “die Kleine” unverändert geblieen. Die Kamera ist nach wie vor so leicht und winzig, dass ich gar nicht richtig bemerke, sie überhaupt dabei zu haben :)

Am Donnerstag habe ich die Kleine nun einen Tag mit nach Stockholm ausgeführt, um sie einem ersten Praxistest zu unterziehen. Neben meinem Hauptauftrag gab es freie Zeit, in der ich die neue Minox in verschiedenen Situationen einsetzen konnte. Das Wetter war dafür wie bestellt: Im Vergleich zum Wetter hier in Lappland war es in Stockholm schön warm (5-8 Grad). Leicht bedeckter Himmel. Und natürlich - im Gegensatz zu hier - noch kein Schnee. Ideal also, um sich einen Eindruck zu verschaffen. 

Immer noch braucht die Minox gutes Licht (und es darf gerne viel Licht sein). Das ist - logischerweise - dem kleinen Sensor geschuldet. Hat man die Reaktionsweise der Kamera auf die verschiedenen Lichtverhältnisse erst einmal verstanden und verinnerlicht, lassen sich damit aber auch äusserst reizvolle Effekte erzielen.

In einem Wort: Minimalismus. Neulich ging eine Diskussion durch verschiedenen Blogs unter dem Stochwort “Kameradisplay abkleben”. Bei der Minox stellt sich die Frage nicht. Die Kamera selbst hat kein Display. Analog-minimalistische Anmutung eben.
 
Ein ausführlicherer Testbericht folgt in den nächsten Tagen.

Ein Beispielsfoto vom Donnerstag in Stockholm (out-of-the-cam, nur verkleinert und einen Tick geschärft fürs Web).


- “Wo wohnt der Heilige Geist wirklich?” - Aufgenommen beim Ersta Diakoniezentrum -


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Rezension: Close To Home von Stuart Sipahigil

Rezension: Close To Home von Stuart Sipahigil

Vor der eigenen Haustür - Ein fotografisches Wahrnehmungstraining in der Form eines Workshop-in-a-Book. So kann der Inhalt des neuen Ebooks kurz und bündig zusammen gefasst werden.

Close To Home von Stuart Sipahigil

Wieder ist in der Serie Craft & Vision, die von dem bekannten kanadischen Fotografen David DuChemin heraus gegeben wird, ein neues Ebook erschienen.

Craft & Vision hat es sich bekanntlich zum Ziel gesetzt, die Leser bei der Entwicklung ihrer fotografischen Vision, ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten zu unterstützen. Und das nicht durch den Kauf neuen fotografischen „Spielzeugs“ in Form von verlockenden Kameras und Objektiven, sondern in der Form von universellem Know-How.

Das neue Buch geht auf eine Frage zurück, die an David DuChemin vor nicht allzu langer Zeit in einem Kommentar auf seinem Blog gerichtet war:

“Dort wo ich lebe, ist alles so gewöhnlich verglichen mit anderen Teilen der Welt. Was kann ich tun, um etwas Eigenständiges, das das sich unterscheidet, zu schaffen?”

Eine sehr gute Frage, die vielleicht auch manchem Leser hier im Blog vertraut vorkommt. Das alte Motto “Das Gras auf der anderen Seite des Zaunes ist immer grüner, als auf meiner Seite” schlägt oft erbarmungslos zu.

Und genau hier setzt das neue Ebook an. Es ist ein Inspirationsbuch. 

Das fängt damit an, dass fast alle der im Buch gezeigten Bilder im Umkreis von 5 Meilen um den Wohnort des Autors im fotografisch vermeintlich so unattraktiven Indiana entstanden sind. 

Sehr positiv fällt auch auf, dass die im Buch enthaltenen Bilder mit allen möglichen Kameras - darunter auch einigen Point-and-Shoots - aufgenommen worden sind. Bekanntlich spielt die verwendete Kameratechnik eine sehr untergeordnete Rolle (auch wenn die “kleine Stimme” im Ohr uns immer wieder etwas anderes glauben machen will).

Um es - ohne alle inhaltlichen Details hier zu schildern - ganz offen zu sagen:  Das Werk wird seinem Anspruch mehr als gerecht und eröffnet auf 38 Seiten neue Sichtweisen auf das für einen selbst eigentlich “Gewöhnliche” und “Gewohnte”.

Kurz: Ein fotografisches Wahrnehmungstraining in der Form eines Workshop-in-a-Book zum Preis eines Cappucinos (5 USD entsprechen nach dem heutigen Wechselkurs gerade einmal 3,62 EUR).

Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 1. November, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: HOME4

Und wenn Sie gleich mehrere Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes HOME20 insgesamt 20% Rabatt beim Kauf von 5 oder mehr Ebooks als PDF.

-> Hier geht es zu Craft & Vison. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Close To Home von Stuart Sipahigil

Traumimmobilie II

Traumimmobilien in Lappland II
„Traumimmobilien“ - Freier Blick auf die unberührte Natur durch luftige Wände :)

Behind the scenes: Nummer 2 aus der Serie zu vermeintlichen „Traumimmobilien“ in Lappland. Bei diesem schönen Objekt ist zwar der freie Blick auf die Natur - und das sogar ohne störendes Fensterglas (-> Fotografenparadies) - garantiert. Freilich zieht es etwas durch die Ritzen. Deswegen immer dran denken: „Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland“.

Rein fotografisch sind solche Halbruinen in Feld und Flur allerdings eine echte Fundgrube, die mich immer wieder begeistert!


Early winter shapes III - Pyramids reloaded

Early winter shapes III - Pyramids reloaded
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Behind the scenes: Number 3 out of a series. As a reader of this blog you might already have seen that place.

Early winter shapes II - The sign on the lake

Early winter shapes II - The sign on the lake
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Behind the scenes: Number 2 out of a series.

Early winter shapes I

Early winter shapes in Lapland
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Behind the scenes: Unausweichlich. Nicht mehr zu leugnen. Winter. Der Schnee schafft traumhafte Strukturen. Nummer 1 aus einer Serie.

Sonntagslinks 2010-10-24

Schon wieder Wochenende. Die Zeit vergeht schnell. Dann ist es auch schon wieder Zeit für einige Sonntagslinks rund um die Fotografie. Heute sind wieder einige besonders interessante Exemplare dabei.


> Ein Königreich für ein Bild - Zum Einstieg ein Artikel, der schon etwas älter ist. Dennoch aber hochinteressant: 29.000 Bilder in 9 Monaten für 90.000 Dollar. Worum geht es dabei? Richtig. Darum, wie Fotografen bei National Geographic arbeiten. Viele weitere spannende Details im Artikel „Ein Königreich für ein Bild“.

(Im Laufe der Woche entdeckt über Twitter - weiss leider nicht mehr bei wem)


> Herrliche Kommentare zu "minderwertigen" Fotos - Konstruktive Bildkritiken gefällig? Unfassbar, was es im WWW alles gibt. In diesem Artikel werden einige „Bildkritiken“ wieder gegeben, die im „wunderbaren“ WWW in irgendwelchen fotografischen Communities abgegeben wurden. Der Haken an der Sache: Bei den kommentierten Bildern handelt es sich um Meisterwerke anerkannter Meister der Fotografie. Die werden nun - mit exemplarischem Unverstand und Ignoranz - im WWW mit „richtig guten“ und „konstruktiven“ Ratschlägen eingeseift. Einerseits zum Wegschmeissen, andererseits zum Brüllen. Eine erschütternde Seelenschau.

(Entdeckt via Twitter bei Stefan Groenveld)


> Anonymer Fotograf “JR” gewinnt den TED-Prize 2011 - Wer hat nicht schon von TED gehört. Hinter dem Namen „TED“ („TED Ideas worth spreading“, „Ideen mit Verbreitungswert“) verbirgt sich eine alljährliche Konferenz in Monterey, Kalifornien. Auf der Konferenz tauscht eine exklusive Gruppe von rund 1.000 Fachleuten der unterschiedlichsten Gebiete ihre Ideen aus. Seit 2005 werden zudem weitere TED-Konferenzen weltweit abgehalten.

Ein Ergebnis der Konferenzen sind die teilweise spektakulären TED Talks, Mitschnitte von Vorträgen auf den TED Konferenzen (geballte Information, da die einzelnen Talks nicht länger als 20 Minuten sind). Darunter übrigens auch einige brilliante Vorträge rund um das Thema Fotografie.

Und seit 2005 wird der mit 100.000 US-Dolar dotierte TED Prize verliehen.

Der 2011er Preis geht nun an einen Fotografen. Einen anonymen französischen Fotografen. Er verbirgt sich hinter dem Pseudonym „JR“. Über ihn ist nur wenig bekannt. Er wurde 1983 in Paris geboren und wurde bekannt durch seine eindrucksvollen Fotografien von Einwohnern von Banlieues, die er als grossflächige Poster an Hochhäusern und Brücken in Paris und Cartagena anbringen liess. Sein neuestes Projekt ist der Film Women are Heroes, der auch bei den Internationale Filmfestspiele von Cannes als Wettbewerbsbeitrag gezeigt wurde. Anschauen lohnt sich unbedingt. JR hat einen ausgeprägten eigenen Stil.


> Proof of a Portfolio Vs. Promise of a Resume - Chase Jarvis hat wieder zugeschlagen. “Don’t create a resume, create a portfolio” ist seine Kernaussage in diesem sehr lesenswerten Blogbeitrag.


> Interview mit Phil Porter - Wer es noch nicht gelesen hat, sollte es jetzt lesen: Das Interview mit Phil Porter. Phil ist ein junger Künstler mit ausgeprägtem eigenem Stil in bester Tradition der Street Photography. Sein Fotoblog sollte unbedingt gebookmarkt und regelmässig besucht werden.


> Klotografie: “Stille Orte” - Zum Abschluss noch ein interessantes, weil unübliches Projekt. Hier geht es um Klotografie und darunter verbergen sich toiletceilings. Mal etwas ganz anderes.

(Entdeckt von der besten aller Ehefrauen)

Jetzt aber allen Leserinnen und Lesern einen wunderbaren Sonntag!



The last cloud II

The last cloud II
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Behind the scenes: Number 2 out of a series. Shot 2 weeks ago (before the winter started). An amazing Lapland-sunset with mystical clouds in strange shapes and very nice, warm colors.

Moonrise over lonely lake

Moonrise over lonely lake
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Behind the scenes: Lappland hat wunderbare Landschaften. Besonders die vielen Seen und Flüsse sind eine fotografische Fundgrube.

Für den Fotografen kommt es oft einfach nur auf das richtige Timing an. So auch hier. 5 Minuten früher war der Himmel noch zu hell und der Mond kaum sichtbar. 10 Minuten später war es schon ziemlich düster und das Wolkenband war zu einem - für dieses Motiv unschönen - Wolkenturm mutiert. Was ein klein wenig stört ist das im Bereich der Spiegelung vor dem Felsen etwas zu gekräuselte Wasser. Fällt Ihnen auf, dass der Stein eine Schneekappe trägt?


Im Fokus: Phil Porter

Mit der neuen Serie “Im Fokus” stellen wir Ihnen hoffnungsvolle und begabte Fotografen vor. Fotografen und Bildkünstler, die noch (!) nicht im grossen öffentlichen Fokus stehen, das aber wahrscheinlich bald sein werden.

Und los geht es mit Phil Porter: Hinter dem Pseudonym Phil Porter verbirgt sich ein 22 Jahre alter deutscher Nachwuchskünster, der sich der Malerei und der Fotografie verschrieben hat. Er ist auch der Begründer der Bewegung “Avantgarde Noire”.


- „Phil Porter“ © 2010 by Phil Porter -

Uns interessiert natürlich besonders Phils Fotografie. Auf den ersten Blick wandelt er in den Spuren der klassischen Street Photography. Seine Bilder laden zum Verweilen ein und haben durchweg sehr starke Aussagekraft. 

Phils Homepage und sein Photoblog unter der Adresse http://www.phil-porter.de sind definitiv einen Blick wert und wir haben uns den Link bereits gleich nach der ersten Sichtung gebookmarkt.

Auf Facebook ist Phil zu finden unter http://www.facebook.com/avantgardenoire und auf Twitter unter http://www.twitter.com/PhilPorterDe.

Phil war auf Nachfrage freundlicherweise bereit, uns einige Fragen rund um seine Fotografie zu beantworten. 

-> Phil, wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Genau genommen gab es keinen Zeitpunkt an dem mir eine innere Stimme sagte: "Du sollst fotografieren, Phil." Ich hab immer schon Spaß an der Fotografie gehabt - Sei es nun analog oder digital. Doch richtig bewusst und nach den Maßstäben der eigenen ästhetischen Wahrnehmung zu arbeiten mach ich seit ungefähr 2 Jahren.

old fashioned tour by phil porter
- OLD FASHIONED TOUR -
© 2010 by Phil Porter


-> Warum nur schwarz/weiss?

Fotografien spiegeln immer die Vergangenheit wieder. Eine Momentaufnahme. Einmalig. Etwas vergängliches wird plötzlich unvergänglich. Ich halte schwarzweiß schlichtweg für das einzig richtige Stilmittel für meine Bilder, weil alles andere "Jetzt" ist. Doch ein Foto ist Vergangenheit. Ein weiterer Aspekt meiner Vorliebe für Schwarzweißfotografie ist die Abhebung vom Alltag. Wir werden heute überflutet von Farben. Wenn ich ein Foto als solches Begreifen möchte, muss es sich vom Bekannten radikal abheben. Und da wir in "Farbe sehen" ist Schwarzweiß das krasseste Gegenteil. Diese Bildsprache schafft Aufmerksamkeit und Ruhe in einem.

-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Hm. Auch hier gibt es eigentlich keinen eigentlichen Moment. Ich freue mich immer, wenn ich etwas zeigen kann, auf das man sonst nicht achtet. Die kleinen Freuden des Lebens. Die gibt es auch beim Menschen. Sobald ein Mensch ungestellt vor der Kamera agiert entsteht etwas magisches. Es vermittelt ein Gefühl wie "Ah, da ist ja noch jemand der auch so ist wie ich." Das schlimmste Erlebnis war für mich, als meine Kamera heruntergefallen ist. Aber sie tut's ja noch.

Freimarkt Bremen by Phil Porter
- FREIMARKT BREMEN -
© 2010 by Phil Porter


-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Ich würde und werde sicherlich alsbald mit meiner Kamera und einem Rucksack ohne Plan 5 Tage durch Berlin gehen. Mal sehen wohin mich die Reise führt und was ich erlebe. Im kleinen Stil unternehme ich diese Reisen ins Ungewissen immer mal wieder - doch so richtig groß und über mehrere Tage hinweg: Das wär was!

-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Wohin? Jeder hat heute eine Kamera! Und in der Zukunft hat vielleicht jeder gleich hunderte davon: Eine im Rasierer, eine im Handy, eine im Laptop, eine im Fernseher. Zwei an der Tür. Zwölf auf dem Dach... Da sollte man mit bedacht wählen, wann man ein Foto knipst und warum man eigentlich fotografiert. Ich finde es unsäglich wenn auf Konzerten 10.000 Handykameras aktiv werden. Am Ende sieht man auf den wenigsten Handys Fotos, auf denen man auch was erkennen kann. Meistens bleiben sie dann in irgendeinem Ordner verschollen und belegen Speicherplatz. Das schlimme daran ist: Manche knipsen soviel, dass sie vom eigentlichen Konzert nichts mehr mitbekommen - und am Ende auch keine Erinnerung mehr haben, weil sie auf den Fotos nichts erkennen. ;)

Freimarkt Bremen by Phil Porter
- FREIMARKT BREMEN -
© 2010 by Phil Porter


-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Geht immer dort entlang, wo ihr nicht entlang gehen würdet. Ihr macht so nicht nur die schönsten Fotos sondern lernt auch das Leben richtig kennen.

Danke für das Interview und alles gute für Dich und Deine Kunst!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)



Traumimmobilie I

Traumimmobilie in Lappland I
„Traumimmobilien“ - Von aussen oft noch irgendwie hübsch

Behind the scenes: Die grosse Resonanz auf den Artikel „Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland“ hätte ich nicht erwartet. Viele Mails sind eingegangen mit teilweise erschütterndem Inhalt. Deswegen an alle, die sich hier in Lappland ein Haus oder Sommerhaus („Sommarstuga“) kaufen wollen, nochmals der dringende Rat: Augen auf und gründlich recherchieren!
Ich habe das Thema mit einer kleinen Serie, die ich in den nächsten Tagen hier sukzessive posten werde, auch nochmals visualisiert.


Give me 5

Give me 5

Sonntagslinks und ein Lächeln

Zum Sonntag einige interessante Links und ein Lächeln:

- Falls es mal wieder regnen sollte, bietet Cool Photoblogs jede Menge Bilderinput zur Inspiration und zum Staunen.

-
Die beste aller Ehefrauen hat einen interessanten Nachwuchsfotografen aufgestöbert, den ich hier gerne präsentieren möchte: Phil Porter.

- Bei Photobiz-In-Focus gibt es wieder eine Menge guter Links fürs Foto-Business.

- Schliesslich möchte ich die Website Newmediaphotographer ans Herz legen. Viele sehr gute Beiträge!

Einen schönen Sonntag allerseits und einen guten Start in die neue Woche!

Natural smiley
- Eine Vermessungsmarke, am letzten Tag vor dem Wintereinbruch entdeckt:
„Bitte lächeln“ -

Frozen coastline

Frozen coastline

Behind the scenes: The shapes of the nature can only be called fascinating and amazing. This is one of yesterdays shots: The „frozen coastline“ of a lake at minus 5 degrees C in black & white.

Der Winter ist in Lappland angekommen

Der Winter ist in Lappland angekommen: Ein Schneesturm hat uns über Nacht 15cm Neuschnee beschwert und es sieht so aus, als würde der auch liegen bleiben.

Der Winter ist in Lappland angekommen
- Gestern war alles noch so schön bunt im Wald... -

PS: Nicht wundern - Mit dem Winterbeginn geht die Blogfrequenz hier etwas nach unten, weil es schneebedingt deutlich mehr Arbeit hier gibt.



One more oldtimer

One more oldtimer



Apocalypse now? Burning Sky!

Ein irreal-apokalyptisch wirkender Sonnenuntergang. Die letzten Wolken am Himmel scheinen zu verbrennen. Der Herbst in Lappland ist die Zeit der atemberaubenden Sonnenuntergänge. Manchmal ist der ganze Himmel in einen "Glow" getaucht. Am Samstag war es aber heftiger. Der Himmel stand wie in Flammen und schien zu brennen. Eine kraftvolle und sehr emotionsgeladenen Szene, die eine apokalyptische Anmutung hatte. 

An unreal and apocalyptic sunset. Seemed as if the last clouds on the Sky were burning. The autumn in Lapland is filled with fantastic sunsets. Sometimes the whole sky seems to glow. Last saturday it has been a bit different. It looked like thw whole sky was burning. A scene filled with emotions creating almost apocalyptical emotions.

Apocalypse now? Burning Sky!



Two times the sun - Parhelion

„Aber Halo“ (Halo abgeleitet von Haloerscheinung): Heute morgen auf der Fahrt eine bildschöne Nebensonne.

Wikipedia belehrt uns: Nebensonnen gehören zu den Haloerscheinungen. Sie sind in einem Abstand von etwa 22° links oder rechts, manchmal auch beidseitig, neben der Sonne zu sehen. Der Beobachter hat dabei den Eindruck, es befinde sich neben der Sonne eine zweite, schwächere. Im Englischen werden sie als sun dogs (Sonnenhunde) bezeichnet. Dies spiegelt den Umstand wider, dass Nebensonnen sich immer an der Seite der Sonne und auf gleicher Höhe mit ihr befinden. Eine ähnliche Lichterscheinung kann man auch beim Mond beobachten. Den Nebenmond sieht man allerdings aufgrund der geringeren Lichtstärke seltener, meist nur bei Vollmond. Hervorgerufen werden Nebensonnen wie alle Haloerscheinungen durch Brechung und Spiegelung von Licht an hexagonalen Eiskristallen. Für Nebensonnen sind dabei dünne Eisplättchen verantwortlich, die sich in ruhiger Luft horizontal ausrichten. Sie stellen für das Sonnenlicht ein natürliches Prisma dar. Das weiße Sonnenlicht tritt an einer Seite dieser Eisprismen ein und an der übernächsten Seite wieder aus. Beim Ein- und Austritt wird das Licht in einem Winkel gebrochen, der von der Wellenlänge abhängt. Dadurch wird das Sonnenlicht in seine spektralen Anteile zerlegt, und die Nebensonne erscheint farbig.

Aha. Schön anzusehen in jedem Fall.

Nebensonne Parhelion in Lappland

Canon ./. Nikon

Wer hier mitliest kennt meine Meinung: Technik spielt im Regelfall eine ziemlich untergeordnete Rolle, wenn es um gute Fotos geht. Insbesondere markentechnische "Glaubenskriege" mag ich überhaupt nicht (vielleicht mal von Leica abgesehen, *räusper*). Genau zu dieser Frage hatte ich kürzlich ein hochinteressantes Erlebnis:

Vergangene Woche war ich - rein privat - auf einem gesellschaftlich-kulturellen Event. Bunt gemischtes Publikum. Empfang mit anschliessendem Konzert. Haben uns wirklich wohl gefühlt. Einige Freunde, einige Bekannte unter den Gästen. Kurz nach der Eröffnung der Veranstaltung kommt jemand völlig ausser Atem zu mir gehetzt. "Du kannst das doch. Wir haben ein riesiges Problem. Unser PR-Fotograf ist gerade kollabiert. Tu mir den Gefallen und mach mal. Wir brauchen unbedingt die Aufnahmen vom Empfang der Stargäste". Und drückte mir eine Canon 1D Mark irgendwas mit einem fetten Blitz darauf in die Hand. Und entschwand, während die ersten Stargäste in Richtung Eingang schwebten. Was tun? Kurze Schrecksekunde. Kurzes, tiefes Durchatmen. Da ich die Kamera ja nun schon in der Hand hatte, gab es eigentlich keine Alternative. Bloss als eingefleischter Nikon-Shooter war jetzt keine Zeit mehr, sich gross mit etwas vertraut zu machen. Also auf "Alles Automatik" - das habe ich binnen einer Minute hinbekommen :) - und ran an die Bouletten. Ungewohnt mit der Canon. Unerwartet an diesem Abend. Aber die spannenden 15 Minuten gingen vorüber, bis ich die Rolle wieder zum "normalen Teilnehmer" tauschen konnte. Die Cam hat einer der Organisatoren wieder in Empfang genommen. Der eigentlich gebuchte Fotografenkollege befand sich in der Zwischenzeit mit der Ambulanz auf dem Weg in Richtung Krankenhaus. 

Reflektion 1: Sei allzeit bereit :)

Reflektion 2: Technik ist nicht wirklich wichtig. Wichtig aber ist, die eingesetzte Technik im Schlaf zu kennen und zu beherrschen. Ist mir deutlich bewusst geworden als ich mir überlegte, wie ich auf die Schnelle bei der Canon meine bevorzugten Einstellungen fürs manuelle Blitzen einstelle. Selbst wenn mir das binnen einer Minute gelungen wäre hätte ich nicht gewusst, wie sich die Cam dann verhalten hätte.

Ende der Geschichte: Die Organisatoren waren nicht nur hocherfreut und dankbar, auch die "Alles Automatik" Bilder sind ganz gut gelungen und waren brauchbar. (Und ich wurde spontan gebeten, doch eine Rechnung zu schreiben, wovon ich allerdings abgesehen habe).

Leave me alone (Warning: Cat content!)

Ich breche mit der Regel. Heute gibt es hier richtigen „cat content“ :)

Einige Leser hatten sich nach dem Wohlbefinden unseres Fotomodelles erkundigt. Angesprochen darauf, ob wir ihn wieder einmal ablichten dürften lautete der Kommentar nur schlicht: „Leave me alone“.

Allen Leserinnen und Lesern ein schönes und inspirierendes Wochenende!

Leave me alone (Warning: Cat content!)

Renovierungsbedürftig? - Tipps zum Immobilienkauf in Schweden / Lappland

Heute einige Worte und Tipps zu einem Thema, das mich seit längerer Zeit beschäftigt. In den zurückliegenden Jahren haben haben wir viele Auswanderer kennen gelernt, die sich in Schweden (insbesondere hier in Lappland) niedergelassen haben. Beinahe alle haben eine Immobilie hier erworben. Sehr viele haben dabei - aus verschiedenen Gründen - heftige Bauchlandungen erlebt. Gerade in der vergangenen Woche habe ich wieder eine so haarsträubende Geschichte gehört, dass ich nun ein paar Zeilen zum Thema schreibe (und mir damit bestimmt nicht nur Freunde mache - aber es muss gesagt und geschrieben werden). Weitere Infos und Tipps zum Auswandern mit Plan gibt es übrigens in unserem Anfang 2011 erscheinenden Buch „Auswandern mit Plan“.

Worauf sollten Sie also achten, beim Immobilienkauf in Schweden (insb. Norrland / Lappland):

1. Nehmen Sie sich Zeit. Treffen Sie NIEMALS impulsive Schnellentscheidungen! 

2. Recherchieren Sie ausführlich über Ihr Zielgebiet und tragen Sie so viele Informationen wie möglich zusammen. Im Web finden Sie eine beinahe unendliche Informationsfülle. 

Bewerten Sie alle Informationen nüchtern: Eine "bezaubernde Alleinlage im Wald" kann bei minus 25 Grad im tiefsten Winter zum Horrortrip werden, wenn Sie Ihren Weg dorthin selbst räumen müssen. Denken Sie an alle Aspekte und auch daran, dass Sie einmal älter werden könnten.

3. Planen Sie eine Reise in Ihr Zielgebiet und besichtigen Sie alle Objekte selbst. Setzen Sie sich niemals selbst unter Druck! Denken Sie bitte an die unterschiedlichen Jahreszeiten. Bei einer Schneehöhe von eineinhalb Metern sieht alles ganz anders aus, als im Sommer.

Soweit Sie der Sprache nicht hinreichend mächtig sind, nehmen Sie eine(n) einheimischen Sprachkundigen mit. Das sollte kein Beauftragter oder Mitarbeiter eines Maklerbüros sein. 

Fragen Sie dann vor Ort intensiv bei ortsansässigen Organisationen und Einheimischen nach. Ansprechpartner können z.B. sein: Die Gemeindeverwaltung (kommune) und ortsansässige Handwerker. Auch die ortsansässigen Banken sind wichtige Ansprechpartner und haben meist sehr gute Informationen und eine gute Übersicht über den lokalen Immobilienmarkt. Vergessen Sie nicht, die (potentiellen neuen) Nachbarn zu fragen. Die wissen nämlich in aller Regel interessante Details. Vergessen Sie auch nicht, sich nach der grossflächigen Planung zu erkundigen (z.B. die Frage, ob in der Nachbarschaft ein Windpark entstehen soll, oder ob Mineralrechte vergeben wurden (Grubenausbau), usw.).

Und bitte vergessen Sie - besonders, wenn Sie von Nicht-Schweden kaufen - nicht zu fragen, warum das Objekt verkauft wird.

4. Lassen Sie Ihr Traumhaus von einem ortsansässigen Fachmann begutachten. Gerade im Inland sind die Häuser völlig anders als in Kerneuropa gebaut. Oft stammen die Häuser aus einer Zeit, in der es noch keine richtigen Bauvorschriften gab. Es handelt sich in der Regel um Holzhäuser. Diese sind mit häufig von Problemen geplagt und mit Mängeln behaftet, die in Kerneuropa in dieser Form unbekannt sind (z.B. häufig ausgeprägte Schimmelprobleme ("Mögel"), die zu Gesundheitsgefährdungen und erheblichem Beseitigungsaufwand führen). Über ortsansässige Bausachverständige kann Ihnen meistens das Bauamt auf der jeweiligen Gemeinde einen Tipp geben. Auch Banken sind hier wieder gute Informationsquellen. Beachten Sie das nicht, kann der Traum sehr schnell zum Albtraum werden. 

5. Vergleichen Sie die Preise mit denen auf dem innerschwedischen Markt. Makler, die auf Auswanderer spezialisiert sind, vermitteln oft Objekte zu völlig überhöhten Preisen. Mehrfach habe ich von 5 bis 10-fach überhöhten Preisen gehört.

Für Ihre Marktrecherchen bieten sich die innerschwedischen Plattformen an. Die wichtigsten Links zur Immobiliensuche auf dem schwedischen Markt sind:

www.blocket.se und www.hemnet.se

6. Der Immobilienkauf geht einfach und schlicht vonstatten. Es gibt keine zwingende notarielle Beurkundung. Es genügt eine Vereinbarung auf dem sprichwörtlichen "Butterbrotpapier". Seien Sie bitte auch hier sehr zurückhaltend und vorsichtig. Wenn Sie sprachlich nicht verstehen, was Sie unterschreiben, dann unterschreiben Sie bitte nicht. Holen Sie Expertenrat ein. Auch hier sind die ortsansässigen Banken oft eine wertvolle Hilfe. Über die Bank bekommen Sie z.B. schnell und unkompliziert Grundbuchauskünfte und Hinweise zu eventuellen Belastungen.

7. Zu guter Letzt: Wir wünschen Ihnen für Ihr Auswanderungs- oder Immobilienprojekt von Herzen alles Gute. Planen Sie, denken Sie und handeln Sie bitte wohlüberlegt!

Nachtrag: Einen weiteren Tipp zu Schneelast und Dachlawinen finden Sie hier.

Renovierungsbedürftig / In need of some repair
- Renovierungsbedürftig? / In need of some repair? - 

Still waiting

Still waiting
- Leica C-Lux - and btw a huge thanks to my sponsor profi design gmbh -


Behind the scenes: Someone must have been waiting. Waiting for something. Waiting for a long, long time. Many years. Under the burning sun and in the snow. What he has been waiting for has not arrived. Not yet. 

The last flight I

The last flight I

The Wall

The Wall

Behind the scenes: Inspired by germanys national holiday (on oct 3rd):

„If there is a wall, it is inside the peoples hearts and minds“


Into the sun

Into the sun

Behind the scenes: Enjoy the last sunbeams - the winter is coming soon :)

Eruption

Eruption



Sonntagsgedanken: Was macht ein gutes Foto aus?

In der zurückliegenden Woche bin ich erstaunlicherweise gleich mehrere Male in der angeregten Diskussion gelandet, was denn ein gutes Foto ausmacht.

Ich denke, wir müssen trennen:

- Bei kommerziellen Fotos ist das „relativ einfach“: Das Bild ist gut, wenn es den Kunden begeistert und den intendierten Zweck optimal erfüllt.

- Aber bei künstlerischen Fotos? Eine herausfordernde und sehr subjektive Sache. Meine Arbeitsdefinition, was denn ein gutes Bild ausmacht ist folgende:

Ein Foto ist für mich gut, wenn das Bild den Betrachter zum innerlichen und/oder äusserlichen Verweilen einlädt, und den Betrachter berührt oder verändert.

Das kann verschiedene Bereiche des Verweilens, der Berührung und der Veränderung betreffen:

- Die Augen, d.h. im Bild zu bleiben und es zu erforschen oder schlicht den angenehmen oder unangenehmen Eindruck zu geniessen.

- Den Geist, d.h. sich mit der Aussage zu beschäftigen.

- Die Seele, d.h. die vermittelte Botschaft aufzusaugen.

Und noch mehr...

Je mehr Bereiche (“Sinne”) angesprochen werden, um so eindrücklicher und besser ist das Bild. 

Diskussion gefragt: Was meinst Du dazu? Was macht für Dich ein gutes Bild aus?

PS: In diesem Beitrag ist bewusst kein Foto :)



Stor-Stina in Brännäs

Eine der - leider ziemlich unbekannten - Sehenswürdigkeiten in Malå ist das in Brännas gelegene Denkmal für die Stor-Stina (“die grosse Stina”).

Stor-Stina in Brännäs

Der Hintergrund dazu: Stina wurde 1819 im Dorf Brännäs (in der Malå kommun gelegen; auf dem Weg nach Sorsele kurz nach Malå Vännäs links abbiegen und den Wegweisern folgen) geboren. Ihre Körpergrösse betrug für damalige Verhältnisse sagenhafte 2,10 Meter. 1837 liess sich Stina überreden, mit einem aus Deutschland stammenden Schausteller als “Attraktion” und “grösste Frau der Welt” durch Europa zu ziehen. Wieder nach Brännas zurück gekehrt verstarb sie 1854 - also im Alter von 35 Jahren - an Gangrän.

Das Denkmal in Brännäs zeigt mehrere Figuren in Lebensgrösse. Eine der Figuren ist Stina, die mit ihrer Körpergrösse die anderen Figuren deutlich überragt.

Der bekannte Schriftsteller und Verfasser Åke Lundgren hat die Geschichte der Stor-Stina in seinem Roman “Långa lappflickan” literarisch aufgearbeitet.