Blackout, oder: Lappland im Schein der Petroleumlampe

Blackout, oder: Lappland im Schein der Petroleumlampe

Im Herbst und am Winteranfang sind heftige Stürme in Lappland an der Tagesordnung. Man gewöhnt sich daran. Manchmal fegen aber regelrechte Rekordstürme über das Land. Und die hinterlassen ihre Spuren.

In der vergangenen Woche war es wieder einmal soweit: Vom schwedischen Wetteramt wurde eine akute Warnung ausgefertigt und was dann einige Stunden später kam, war im negativen Sinne rekordverdächtig. Im Inland von Västerbotten hinterliess der schwere, orkanartige Sturm eine Schneise der Verwüstung.

In manchen Gebieten wurde der Wald hektarweise „umgemäht“. Viele kleine Nebenhäuser und Wartehäuschen an Bushaltestellen wurden Opfer der Windstärke: sie wurden einfach „vom Winde verweht“; manche landeten in weitem Umkreis vom ursprünglichen Standort in Einzelteilen. Manche Bäume fielen auch auf bewohnte Häuser und richteten teilweise schwere Schäden an.

Das Stromleitungsnetz ist in unseren Regionen sehr weitläufig. Bei schweren Stürmen fallen regelmässig Bäume auf Leitungen, was zu Stromausfällen führt. In begrenztem Rahmen sind die hiesigen Netzbetreiber ganz gut gerüstet für solche Fälle. Übersteigen die Schäden aber von Anzahl und Streuung her ein bestimmtes Niveau, kommen die Einsatztrupps an ihre Grenzen. Im Klartext: Stromausfälle können dann sehr lange andauern. Am vergangenen Wochenende waren es bei uns 24 Stunden. Und so versammelte sich die Familie also um die Petroleumlampe: Eine Zeit ohne Internet und Telefon, in der sich oft die tiefgründigsten Gespräche ergeben.

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Lappland versinkt in Schnee und Dunkelheit - dazu einige Sicherheitshinweise

Lappland versinkt in Schnee - November 2013


Lappland versinkt wieder langsam im Schnee. Auch die Dunkelheit senkt sich nun von Tag zu Tag früher (heute aktuell: Sonnenaufgang 8 Uhr 23 - Sonnenuntergang 14 Uhr 32 - alle Angaben in schwedischer Winterzeit).
 
Exkursionen in die faszinierende, unberührte und weisse Natur sind lohnenswert, werden aber auch zum Lehrstunde für den Windchill-Faktor (mehr dazu und ein paar Tipps für den Umgang mit der Kälte gibt es hier).
 
Aus dem Sommer bekannte Pfade werden plötzlich zu Abenteuern. Nur wer den Untergrund gut kennt, sollte sie in dieser Jahreszeit querfeldein gehen. Besonders wichtig ist es, von scheinbar bereits zugefrorenen Seen und Flüssen Abstand zu halten. Das kann nämlich schnell akut lebensgefährlich werden. Eine Eisdecke ist erst dann sicher begehbar, wenn die Kerneissicht mindestens 10 cm dick ist (siehe z. B. die einschlägigen Sicherheitsinstruktionen der Schwedischen Lebensrettungsgesellschaft).
 
Das ist für den Laien nur sehr schwer zu beurteilen und zu dieser frühen Winterzeit generell noch nicht der Fall. Damit eine ausreichende Eisschicht entsteht, muss es einige Zeit (d.h. mehrere Wochen) "richtig" kalt sein (d.h. unter minus 10 bis 15 Grad).
 
Immer wieder gibt es zu Beginn der Wintersaison dramatische Tragödien auf dem Eis. Jugendliche veranstalten Mutproben, und fahren mit dem Snöskoter über Seen. Relativ häufig enden solche Ausflüge mit Ertrunkenen. Auch übereifrige Eisangler erleiden manchmal leider dasselbe Schicksal. 
 
Wenn Sie sich sicher sind, dass die Eisdecke ausreichend ist, sollten immer auch Isdubbar zur Hand sein (am besten lose um den Hals tragen).
 
Zum Schluss noch der Hinweis für die Fotografinnen und Fotografen unter der Leserschaft: 8 Fototipps für Schnee und Winter und das Fotografieren in der Kälte gibt es hier.

[Update 2013-12-28: Die Saison hat sich in Sachen Schnee anders entwickelt, als gedacht.]

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Here we go again

Snow again - Change of seasons in Lapland...<br />
Here we go again - Change of seasons in Lapland...

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