Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht, Teil 1

Lappland ist bald um eine einzigartige Attraktion reicher: Einige Kilometer von Arvidsjaur entfernt entsteht unweit des Polarkreises derzeit die grösste Igluanlage Europas. Aus etwas 25.000-30.000 Kubikmetern Schnee entsteht eine Hotelanlage, die zu Weihnachten den Betrieb aufnehmen wird.

Die Iglusiedlung wird u.a. aus zwei grossen Hauptiglus (mit jeweils 8 Metern Durchmesser), einem Rezeptionsiglu und zehn Wohniglus (mit je 5 Metern Durchmesser) bestehen. In der Anlage wird es ausserdem eine Bar und eine Saunalandschaft geben.

Wir begleiten die Bauarbeiten fotografisch und haben vor Ort die Igluspezialisten interviewt.

"Weisses Gold": Zur Herstellung der Iglus wird Schnee verwendet. Nicht irgendein Schnee wie er vom Himmel fällt, sondern sehr kompakter Schnee, der mit Schneekanonen speziell hergestellt wird. Der Schnee muss sich nach dem Sprühen erst noch einige Zeit setzen, bis er die perfekte Konsistenz erreicht.

Danach wird an den Stellen, an denen die Iglus errichtet werden, ein überdimensionaler Ballon aufgeblasen. Auf diesen wird der Schnee in einem besonderen Verfahren aufgesprüht und verdichtet. Anschliessend wird die Luft aus dem Ballon gelassen und der "Rohbau" ist fertig. Der verdichtete Schnee fühlt sich an wie Beton.

Damit ist aber erst der Anfang getan. In kunstvoller Handarbeit werden nun die Innenflächen zunächst glatt gekratzt und dann - ähnlich wie beim Verputzen einer Wand - glatt gerieben. So entsteht eine glatte Innenwand. Für den Iglubau sind eigens zwei Spezialisten aus Österreich mit langjähriger Erfahrung nach Lappland gereist. Unter ihrer Anleitung und kritischen Aufsicht ist ein ganzes Team von Mitarbeitern unter Hochdruck mit dem Innenausbau beschäftigt. Ein sehr wichtiges Handwerkszeug der Iglubauer ist übrigens ein iPod, mit dem gerne Jazz bei den rhythmischen Schleifbewegungen gehört wird.

Die verwendeten Werkzeuge sind vielfältig. Hochdruckpumpen und Schneekanonen bilden den Ausgangspunkt. Für die Innenarbeiten kommen Motorsägen und viele verschiedene Schaufeln und Wandschaber zum Einsatz. Die Feinarbeit erfolgt schliesslich mit Hilfe eines Floss (Spezialwerkzeug, das auch zum Vergipsen werwendet wird).

Die Handarbeit ist nicht einfach, sind die Temperaturen doch auf dem Weg in den Keller. Derzeit herrschen ca. minus 10 Grad und für die kommenden Tage sind bereits minus 20 Grad angekündigt. Durch die im Bau noch offenen Iglus pfeift der Wind und gute Kleidung ist obligatorisch.

Die einzigartige Atmosphäre ist bereits jetzt in den Iglus zu spüren. Je nach Beleuchtung reicht die Stimmung von "romantisch" bis zu "stahlblau, nüchtern und kühl". Die Wohniglus wird es übrigens in zwei Ausführungen geben: als Standard- oder Romantik-Iglu. In der nächsten Woche werden die dann fertigen Iglus schliesslich noch mit Kunstwerken ausgeschmückt. Wir werden darüber weiter berichten.

Jede Igluanlage ist übrigens ein Unikat. Mit dem Ende der Wintersaison wird die Siedlung schmelzen, um zur nächsten Wintersaison wieder neu zu entstehen.

Wenn Sie auf der Suche nach einem einzigartigen Erlebnisurlaub in Lappland sind, dürfte ein Aufenthalt im Iglootel ein echter Geheimtipp sein.

Arvidsjaur ist durch Direktflüge der Fluggesellschaft FlyCar von vier deutschen Flughäfen aus (München, Stuttgart, Frankfurt-Hahn und Hannover) komfortabel und bequem erreichbar.

-> Zur Fotostrecke: Iglootel - Eine Iglu-Hotelanlage entsteht, Teil I

-> Till bildspelet: Iglootel, del I



Weiter zu Teil 2 der Reportage.


Das Iglootel in Lappland - ein Igludorf entsteht
Das Iglootel in Arvidsjaur / Lappland - ein Iglu-Hotel entsteht


 

Projekt November Blues - Und was ich von den Bären lerne

Mitte Oktober begeben sich die Braunbären bei uns in Lappland zu ihren Überwinterungsplätzen, die sie den Sommer über ausgekundschaftet und ausgesucht haben. Die Bären, die ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen, sind sehr clever. Warum den kalten Winter hindurch umherstreifen, wenn es sich den Winter über gemütlich ruhen lässt? Den Winter über schöpfen die Bären so Kraft für die nächste Saison.
 
Die Wintersaison über werde ich hier im Blog etwas kürzer treten. Die Frequenz wird sinken. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet Bilder von den laufenden Projekten auf Instagram und den einschlägigen Sozialen Medien (siehe Menüleiste links).
 
Seit einigen Wochen habe ich mich bei meinen persönlichen Fotoprojekten absichtlich eingeschränkt. Ausserhalb von kommerziellen Aufträgen bleiben die "richtigen" Kameras im Schrank und nur ein Smartphone begleitet mich. Ganz privat ist das übrigens kein iPhone.
 
Die Beschränkung ist gut für die Kreativität und zwingt zur Beschränkung auf das Wesentliche. Die letzten drei Wochen ist so die Serie "November Blues" entstanden: Das Thermometer ist unter Null angekommen. Der Schnee verwandelt die Landschaft und gibt nur noch wenige Details frei. Wasser wird zu Eis. Die Nacht übernimmt den Tag. Wenige Stunden ist es nur noch hell. Und dennoch gibt es faszinierend Lichtblicke; Momentaufnahmen auf dem Weg zum Ruhepunkt des Winters: November Blues


-> Zur Galerie: November Blues

-> Till bildspelet: November Blues


Projekt November Blues - Und was ich von den Bären lerne
November Blues


PS: Die Serie ist - je nach Wunsch - ganz oder in Teilen als Print erhältlich. Anfragen bitte per Mail.

Rezension: PHOTOGRAPH - a quarterly magazine for creative photographers

Rezension: PHOTOGRAPH - a quarterly magazine for creative photographers
 
Dass ich ein Fan der fotografischen Publikationen von David DuChemins Verlag Craft & Vision bin, dürfte sich bereits herum gesprochen haben. Und meine Begeisterung ist nun nochmals gestiegen. Vergangene Woche hat nämlich das jüngste Baby aus der Know-How-Fotoschmiede das Licht erblickt. Und das hat es in sich.
 
Mit "PHOTOGRAPH" stellt Craft & Vision eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift vor, bei der sich alles ums Bild dreht. Die Erstausgabe hat satte 133 Seiten (A4) und liegt praktischerweise als PDF vor. Sowohl auf dem Screen, wie auch auf einer Leseplatte (z. B. einem iPad)kommen Layout und vor allem die zahlreichen Bilder für meinen Geschmack besser zur Geltung, als es in einer Printausgabe der Fall wäre.
 
A propos Print-Zeitschriften: Einerseits scheint der Printbereich - bis auf spezialisierte Nischenmedien - im endgültigen Abwärtstrend zu sein. Andererseits sieht es insbesondere gerade auf dem Markt der Fotozeitschriften recht düster und traurig aus. Ich nutze jede Chance auf Flughäfen die gut sortierten Zeitschriftenkioske nach Fotozeitschriften zu durchforsten. Die Resultate sind mehr und mehr ernüchternd. Das geht es vor allem und in erster Linie um Schnick-Schnack, will sagen: um Kameras, Objektive und allerlei Zubehör. Und was dann tatsächlich zur Fotografie geschrieben wird, ist meistens entweder absolut grundlegend (und in der Regel aus einem im gleichen Verlag erschienenen Anfängerbuch entnommen) oder es ist teiweise auch schlicht falsch. Das scheint David DuChemin genau so zu sehen, und deswegen dürfen wir uns jetzt über "PHOTOGRAPH" freuen.
 
Die Autorenliste der ersten Ausgabe flösst geradezu Ehrfurcht ein. Neben David DuChemin sind dort Namen wie Art Wolfe, Bruce Percy und Nate Parker zu lesen. Das bürgt für hohe Qualität.
 
Erklärter Schwerpunkt des neuen Magazines ist die Kombination aus der Präsentation von hervorragenden Künstlern und ihren Portfolios mit vielen thematischen Artikeln.
 
Zu jedem der präsentierten Fotografen gibt es im Anschluss an das Portfolio einen Frage & Antwort Teil in dem sich der Künstler vorstellt und Einblicke in seine Arbeitsweise gibt. In dieser Ausgabe hat es mir Bruce Percys Portfolio "Iceland" besonders angetan. Ich kann mich gar nicht daran satt sehen.
 
Neben den Fotografen-Präsentationen enthält die Erstausgabe weitere 11 Artikel. Wohltuend fundiert und anspruchsvoll. Da geht es um Komposition, Kreativität und vieles mehr. Alle Artikel sind von einer Sache durchzogen, welche das Magazin so wunderbar macht: Niveau.
 
Gibt es auch etwas, das mich stört? Ganze vier Seiten (von 133). Auf denen wird nützliches Fotozubehör vorgestellt. Das ist gut und richtig. Interessiert mich in diesem Magazin aber nicht. Vom prozentualen Anteil her (4/133) ist das verschmerzbar.
 
Summa summarum: Eine wohltuende und niveauvolle Fotozeitschrift, bei der es um das Wesentliche geht - die Fotografie.
 
Das Magazin ist als Einzelausgabe für USD 8 zu beziehen oder im Jahresabo für USD 24 zu abonnieren. Ein empfehlenswertes Schnäppchen.
 
-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.


 Rezension: PHOTOGRAPH - a quarterly magazine for creative photographers

 

Einfach mal "Danke"...

Viel wird getestet und geschrieben. Ich habe den Eindruck, dass dabei oft das bewährte Handwerkszeug aus dem täglichen Einsatz zu kurz kommt. Deswegen heute ein „Danke“ an:
 

- Bibble (jetzt: Corel AfterShotPro)
 
Auf breiter Front haben sich Lightroom und Aperture durchgesetzt. Ohne Frage zwei hervorragende Programme. Wir entwickeln und bearbeiten unsere RAWs seit Jahren mit Bibble (jetzt: AfterShotPro) und sind nach wie vor vollauf zufrieden. Extrem schnell, modular mit vielen hilfreichen Plugins und für Neueinsteiger auch noch beinahe unschlagbar günstig.
 
 
- Adobe Photoshop
 
Eine Hommage an Photoshop zu schreiben, wäre das sprichwörtliche Tragen der Eulen nach Athen. Neulich habe ich einen der Uralt-Macs aus den 90'er Jahren aus dem Archiv gekramt. Unter System 7 lief da noch ein Photoshop 2.5.1. Was soll ich mehr sagen...
 

- Photowiz Plugins
  
So richtig kraftvoll wird Photoshop natürlich mit leistungsfähigen Plugins. Zu unseren absoluten Favoriten zählen die Helfer aus der Photowiz Serie der deutschen Softwareschmiede The Plugin Site. Aus unserem Workflow sind sie nur schwer weg zu denken. Geheimtipp!
 
 
- Graphic Converter
 
Das bewährte „Schweizer Taschenmesser“ für Dateiformate von Thorsten Lemke. Heute nicht mehr ganz so viel im Einsatz, aber immer noch in manchen Situationen ein Retter in der Not.
 
Fortsetzung folgt.