Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll

Zwischen den bekannten Skigebieten Borgafjäll und Kittelfjäll liegt das weniger bekannte, aber umso schönere Saxnäs am Marsfjäll. Auch hier sind die Wintersportmöglichkeiten nahezu unbegrenzt und der Publikumsandrang ist deutlich geringer.

Ich mag die Fotografie im Fjäll, auch wenn sie bisweilen grössere Herausforderungen beinhaltet. Was tun, wenn der Helikopter zum Gipfel wegen Sturmes nicht starten kann? Dann geht es mit der Schneeraupe ("Schneekatze", "Snowcat") nach oben. Gepäck und bis zu 15 Personen können problemlos transportiert werden. Die Fahrt ist - verglichen zum Flug mit dem Heli - sehr gemächlich und eröffnet die Möglichkeit, die wunderbare Fjällandschaft langsam zu geniessen (soweit es der Schneesturm zulässt). Und wenn sich dann - oben angekommen - der Sturm gelegt hat, herrschen die fotografisch denkbar besten Arbeitsbedingungen. Einfach traumhaft.

In Saxnäs liegt aber auch das Künstlerparadies Ricklundgården. Die Einrichtung wurde in den 40er-Jahren von dem Künstlerehepaar Emma und Folke Ricklund ins Leben gerufen und wird heute von der Emma Ricklund Stiftung betrieben. Der Ricklundgården gibt Künstlern die Möglichkeit, sich eine Auszeit der kreativen Entwicklung zu nehmen. Die Warteliste ist lang und die Gäste sind durchweg hochkarätig. Bei unserem Besuch haben wir den bekannten schwedischen Maler Jan Sundström kennen gelernt, der sich spontan zu einer improvisierten Potrait-Session bereit erklärt hat (mehr dazu und Bilder gibt es hier im englischsprachigen Blog).

Wir haben einige Eindrücke aus Saxnäs, vom Marsfjäll und aus dem Ricklundgården in einer Galerie zusammen gefasst:

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Saxnäs, der Ricklundgården und das Marsfjäll
„Blick aufs Fjäll vom Ricklundgården aus“

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Gerade erschienen: Das neue Buch von Britta Stenberg

Eine erfreuliche Nachricht für alle Liebhaber guter schwedischer Literatur. Auf der Buchmesse in Umeå wurde am vergangenen Wochenende das neue Buch der bekannten nordschwedischen Autorin Britta Stenberg veröffentlicht. 

Der Roman "Som en krympfotad" schildert ineinander verwoben die Geschichte von Kråkan, einen jungen chaotischen Mann, der einfach keine Ordnung in sein Leben bekommt, und Eskil, einen Taxifahrer, dessen Lebensende plötzlich unerwartet nahe bevorsteht. Die beiden versuchen mit allen Möglichkeiten, ihre Leben zu ordnen. Bis unerwartete Wendungen eintreten. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Für alle, die des Schwedischen mächtig sind, ist das Buch ein echter Geheimtipp und unbedingt lesenswert!

Was uns darüber hinaus persönlich sehr freut: Britta hatte uns gebeten, das Bild fürs Buchcover zu fotografieren. Das Bild sollte den Inhalt des Romanes symbolisieren. Nach ausführlichen Diskussionen zur Story haben wir den Rückspiegel ins Auge gefasst: Vergangenheit, Zukunft und ein Taxi.

Im Buchhandel ist das Buch noch nicht erhältlich, wer aber ganz schnell sein eigenes Exemplar haben möchte, kann sich bereits jetzt direkt an Britta wenden (bitte auf Schwedisch).

Britta Stenberg - Som en krympfotad

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Vindelsälvsdraget 2012 - Eine Institution in Lappland wird 25 Jahre jung

Vindelsälvsdraget 2012 - Eine Institution in Lappland wird 25 Jahre jung

Vindelsälvsdraget 2012


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Filme (Produktion Petra Fuelbert):

Film 1 - Dramatischer Massenstart in Björksele



Film 2 - Am Wechsel in Enebacken


Das Vindelälvsdraget ist das längste Staffelhunderennen der Welt. Die Strecke führt in vier Tagen entlang des Vindelälven von Ammarnäs bis nach Vännäsby. Das "Draget", wie es von vielen Einheimischen genannt wird, entfacht in den Dörfern entlang der Strecke geradezu Volksfeststimmung. Insgesamt sind 400 Kilometer zurück zu legen. Der Vindelälven ist übrigens nicht nur im Winter sehenswert, ist er doch einer der letzten völlig naturbelassenen grossen Flüsse Schwedens. Im Sommer ist er ein Paradies für Angler, in dem es u.a. Lachse gibt.

Das Vindelälvsdraget ist mittlerweile eine Institution in diesen Breitengraden. Das erste Rennen wurde 1988 gefahren und in diesem Jahr wurde das grosse 25-jährige Jubiläum gefeiert. Hier fahren Weltmeister neben Amateuren und Schlittenhundegespanne neben Fahrern im nordischen Stil mit Einzelhund.
Gefahren wird in Teams, die jeweils aus mindestens 2 Gruppen bestehen müssen. Die Gruppen entscheiden selbst, wie sie die einzelnen Etappen aufteilen und wie oft sie auf diesen wechseln wollen.

Das Beste am Vindelälvsdraget ist die familiär-charmante Atmosphäre. Hier stehen noch Sportsgeist und Fairness im Vordergund und nicht das "Gewinnen um jeden Preis".

Wir waren für eine Zeitung und ein Fachmagazin mit dabei, wollen aber auch unseren Leserinnen und Lesern einige visuelle Eindrücke und Einblicke geben.

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Im Fokus: Tierfotografin Kathrin Jung

Im Fokus: Tierfotografin Kathrin Jung

Es ist uns eine besondere Freude, heute die Fotografin Kathrin Jung als Gast im Interview zu haben. Kathrin Jung ist 39 Jahre jung und lebt mit einem Pferd, einem Hund, sechs Katern und Ihrem Mann, dem Webdesigner Robert Jung, in der Nähe von Berlin.

Ihre erklärte Passion gilt der Tierfotografie. Unserer Meinung nach gehört Sie zu den Besten auf diesem Gebiet. Deswegen ist es eine Ehre für uns, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen hat.

Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
„Kathrin Jung ist spezialisiert auf Tierfotografie“, Foto: Robert Jung


-> Kathrin, wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Als Kind habe ich meinem davon wenig begeisterten Vater die heilige Spiegelreflexkamera aus dem Schrank entwendet und angefangen ohne Ende draufzudrücken.

Meine Tiere waren schon immer meine Modelle und eine kleine Kamera hatte ich immer bei mir. Die Filme habe ich dann vom Taschengeld entwickeln lassen und mich immer irre auf die Fotos gefreut.

Erst 2006 gab es die ernste Wendung in Form einer Canon 20D und einem 70-200 2,8 L USM und ab sofort war kein 4-Beiner mehr vor mir sicher.


-> Auf was bist Du spezialisiert?


Hunde, Pferde und Katzen.

Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung


-> Warum (gerade und nur) Tiere?

Tiere gehören zu meinem Leben, sie geben so viel Liebe und Energie. Ein Tier mit seiner Ausstrahlung und Lebensfreude fotografisch festzuhalten ist das, was mich begeistert.

Das Herz muss hüpfen! Und meines hüpft eben bei Tieren - nicht bei Babys oder Architektur. Das ist wie es ist.



-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Berufung.

Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung


-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?

Ich habe kein Vorbild. Stattdessen habe ich einen hohen Anspruch an mich selbst. Ich bin Perfetktionistin und möchte immer alles zu 100%.

Location, Wetter, Licht, Model. Alles muss stimmen und genau vorbereitet sein.
Geht es los zum Shooting habe ich die fertigen Bilder im Kopf. Die Location und Hintergründe werden passend zur Farbe und Größe des Modells ausgesucht und während des Shootings durchaus mehrmals gewechselt und angepasst.

Das Modell soll Spaß haben und darf auf keinen Fall überfordert werden. Sicherheit steht immer an erster Stelle.

Ich habe ein ausgesprochen feines Gespür für Tiere und merke sofort, ob sich das Modell in der ungewohnten Shootingsituation wohl fühlt und konzentriert mitarbeitet, ob es Durst bekommt, oder eine Pause braucht. So entscheide ich immer im Sinne des Tieres wie das Shooting gestaltet wird und wie es für alle Beteiligten zu einem positiven Erlebnis wird.


-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?

Bestes Erlebnis...

Grundsätzlich sind die Tiere alle begeistert bei der Sache, auch die, die erst einmal 30 min zum "auftauen" brauchen. Sie stehen im Mittelpunkt, alle anwesenden Menschen kümmern sich nur um das Modell - dem somit alle Aufmerksamkeit und Energie zuteil wird.

Die Tiere genießen es, ich merke das und freue mich daran. Beim Shooting geben sie alles und danach schlafen sie meist sehr lange und sehr tief *lacht*.

Bemerkenswert war für mich das Shooting mit der 18-jährigen Dackeldame Cindy. Sie war komplett blind und taub. Das wusste selbst die Besitzerin nicht. Es stellte sich beim Shooting heraus.

Uns blieb nur die Motivation mit lecker riechenden Belohnungshappen an der Angel. Über zwei Stunden (mit Pausen) probierten wir die tiefergelegte Dackeldame dazu zu bewegen, die Ohren nett hochzunehmen oder auch mal langsam von A nach B zu laufen. Ich lag so flach es ging am Boden, sprang oft auf um mich dann gleich wieder hinzuwerfen, damit die kurzbeinige Cindy keinen Schritt umsonst tut.

Als wir dann das Shooting beendet hatten - Kamera im Auto - Verabschiedung, da legte Cindy plötzlich los. Sie rannte auf dem Parkplatz herum - fegte um die Ecken, wir standen fassungslos da und ich rannte nach der Kamera. Ich habe für die Besitzerin unbeschreiblich wichtige Aufnahmen machen können von Cindy, im Galopp mit einem Lächeln im Gesicht. Cindy ist 6 Monate später in den Hundehimmel gegangen und die Fotos haben für ihr Frauchen eine große Bedeutung.


Und das Schlimmste Erlebnis... hmmm - die Technik...

Ich hatte einen Shootingtermin bei einem Hundezüchter: Ein Wurf mit 8 Welpen - was bei der großen schweren Rasse sehr selten ist - sollte nebeneinander aufgereiht festgehalten werden, bevor sie schon am nächsten Tag zu den neuen Besitzern (auch ins Ausland) gegeben werden sollten. Daneben noch Actionaufnahmen und Portraits der Zuchttiere.

Die Ausrüstung ( 2 EOS 1D Mark III und 2 x 70-200 2,8 L USM) war wie immer top in Schuss und alle Einstellungen (AF-Punkt) hatte ich überprüft. Das Shooting lief prima. Alle hatten Spaß und die kleinen Welpen haben toll mitgemacht. Zu Hause stellte ich dann fest - dass die Mark III mit den Welpenbildern 20cm Frontfokus hatte! Ich kann mich an keine Erschütterung der Ausrüstung, wie z.B. ein Schlagloch erinnern, die dazu geführt haben könnte, dass sich der AF verstellt. Nun arbeite ich gern mit offener Blende und ziele sehr genau (angeboren *lacht*). Dass heißt, ich hatte kaum "danebengezielte" Bilder die nun vielleicht mit dem verstellten Frontfokus scharf gewesen wären. Tja, wie bringt man das dem Züchter bei: Shooting vorbei, die Welpen aus dem Haus und auf den Fotos sind statt der Hunde die Grashalme knackscharf.


Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung

-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?

Da habe ich keine speziellen Wünsche. Jedes Tier hat eine Seele. Jedes Tier ist auf seine Art schön und einzigartig. Einen tollen Hengst mit zwei Meter langer Mähne bei Sonne am Strand in Spanien zu fotografieren - das ist keine Herausforderung.

Aber wenn es gelingt, das braune Pony mit Stehmähne auf der Koppel des ländlichen Reitvereins in Brandenburg dazu zu begeistern, seine schönsten Hopser vorzuführen und davon Aufnahmen zu machen, die der Besitzerin die Tränen in die Augen treiben, dann bin ich zufrieden.



-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?

Ich möchte mir keine Zeit nehmen, mir darüber Gedanken zu machen - das mag falsch sein - aber ich will es irgendwie auch gar nicht wissen...


Fotografin Kathrin Jung, spezialisiert auf Tierfotografie
Foto: Kathrin Jung

-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?

Hinsehen. Zeit nehmen. Nicht knipsen, sondern mit Herz fotografieren.

Kathrin, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und alles Gute für Dich, Deine Familie und Deine Fotografie!


(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)

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Dies und das

Hier im Blog war es die letzten Wochen etwas ruhiger. Viel Arbeit und viele Projekte haben die Zeit geradezu aufgesaugt. Zwei Dinge gibt es aber zu berichten:

Die letzten drei Wochen habe ich u.a. für eine Motorzeitung eine Reportage über Wildunfälle und deren Vermeidung bebildert. Sehr spannend und gleichzeitig sehr herausfordernd. Mehr Hintergrundinfos und Details über den Auftrag, das Fotoprojekt und die Durchführung sind hier in meinem englischsprachigen Blog nach zu lesen.

Vergangene Woche hat mich Michael Kirchner von Fotografr interviewt. Es ging u.a. um die Arbeit als Fotograf am Polarkreis, die sich in manchem von der Arbeit in mitteleuropäischen Breiten unterscheidet. Das Interview ist hier online bei Fotografr.de zu finden.

Henning Wüst Fotograf in Lappland
„Ausnahmsweise ein Portrait von mir selbst / Ich bin übrigens links im Bild“
Foto: Petra Fuelbert

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