M24 mal 120 Stück und ein Windhauch bitte

M24 mal 120 Stück und ein Windhauch bitte
„M24 mal 120 Stück und ein Windhauch bitte“


Behind the scenes:
Ein Königreich für einen Windhauch. Lappland stöhnt unter dem bislang wärmsten Tag des Jahres. Das Thermometer spielt in der 30-er Liga. Das mag für die Mitleser aus südlicheren Gefilden nicht spektakulär sein, für die Gegend um den Polarkreis ist es ganz ordentlich (und ungewohnt). 

Zurück zum Windhauch. Über die Etablierungen von Windkraftwerken hatten wir hier schon verschiedentlich geschrieben. Mitte Februar hatte ich eine Baustelle besucht auf der gerade 900 Tonnen Stahlbeton vergossen worden waren. Interessant am Rande: Die Lebensdauer eines solchen Fundamentes soll - wenn alle Vorschriften eingehalten werden - bei ca. 50 Jahren liegen. Beachtlich wenn man bedenkt, welchen ständigen Erschütterungen und Belastungen es ausgesetzt ist.

Das besagte Fundament haben wir vor einigen Tagen nun wieder besucht, und dort ist jetzt alles bereit für neue Windräder. In Reih und Glied und millimetergenau eingepasst schauen die Befestigungsbolzen aus dem fertigen Fundament. Ich habe es nicht nachgemessen und nachgezählt, aber ich tippe auf ca. M24 und ca. 120 Stück. Die wird es dann auch brauchen, denn der Turm eines Windkraftwerkes wiegt 100-200 Tonnen und ein einzelnes Rotorblatt kann es - je nach Grösse - auf bis zu 10 Tonnen bringen. In einigen Wochen wird an dieser Stelle dann ein weiterer „ökologischer“ Energielieferant stehen, der - wie auch wir in der derzeit brütenden Sommerhitze - nur auf eines wartet: Einen Windhauch.


In eigener Sache: In der Seite hat sich gerade ein neuer Button eingenistet „Google+“. Wir würden uns sehr freuen, wenn Leserinnen und Leser mit einem Account bei Google ein „Like“ für und abgeben würden (einfach auf den Button klicken). Danke!


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“A Deeper Frame” von David DuChemin

Vorstellung und Kurzrezension: “A Deeper Frame” von David DuChemin

Vorstellung und Kurzrezension: “A Deeper Frame” von David DuChemin


Eine der häufigsten Fragen, die mir in Kursen und Workshops gestellt wird, lautet “Wie bekommt ich Tiefe und Räumlichkeit in meine Bilder?”. Eine oft sehr berechtigte, und dazu noch eine sehr gute Frage. Die Antwort ist oft nicht ganz trivial, denn es sind verschiedene Aspekte zu bedenken. Und ein wenig kunstgeschichtlicher Hintergrund ist im Regelfalle auch hilfreich. Jetzt gibt es hervorragende Antworten, Lösungsansätze und Übungsaufgaben in Buchform.

Denn genau um die Frage nach der Tiefe und Räumlichkeit geht es in der exzellenten Neuerscheinung “A Deeper Frame” von David DuChemin. David, der Herausgeber der Craft & Vision Serie war wieder so freundlich, uns vorab ein Rezensionsexemplar zukommen zu lassen.

Dieses Buch vorstellen zu dürfen ist übrigens eine besondere Freude. Aus verschiedenen Gründen. Zum einen grenzt es an ein Wunder, dass David nach seinem schweren Unfall in Italien überhaupt noch unter uns weilt und Bücher schreiben kann. Zum anderen ist es seit 6 Monaten das erste Buch in der Craft & Vision Serie, das David wieder selbst verfasst hat.

David widmet sich zunächst den Grundlagen “Was bedeutet eigentlich Tiefe?” und “Warum Tiefe?”, um sich dann dem Thema Perspektive zu zu wenden. In seiner bekannt anschaulichen Art zu schreiben, reduziert er die klassischen Regeln der Perspektive auf für den fotografischen Alltagseinsatz anwendbare Prinzipien. Unterlegt werden seine Ausführungen - wie gewohnt - mit vielen Bildern, die das Geschriebene anschaulich (und atemberaubend) erläutern.

Danach widmet er sich dem Bildaufbau mit “dreidimensionaler Stafflung”, um anschliessend auf die Bedeutung der verwendeten Brennweite einzugehen. Auch hier wendet David wieder die ihm eigene “Reduktionsweisheit” an, um physikalisch-technische Zusammenhänge mit für jedermann nachvollziehbaren Begriffen zu beschreiben.

Der nächste Bereich im Buch widmet sich der Schärfe als Gestaltungselement von räumlichem Eindruck, gefolgt von der Bedeutung von Farbe und Licht (Beleuchtung und Ausleuchtung). Das letzte Kapitel widmet sich schliesslich der emotionalen Tiefe.


Fazit: Alles in allem ein schlichtweg hervorragendes Buch zur Thematik, das alle relevanten fotografischen Bereiche des Themas abdeckt und den Leser mit Übungsaufgaben an die Hand nimmt und zur eigenen Weiterentwicklung einlädt.

Das Ebook gibt es - wie bei Craft & Vision üblich - als PDF und als iPad-App. Meine Empfehlung ist - wie immer - die ausdruckbare PDF-Version.
Der Preis - USD 5 - liegt wie immer auf günstigem Niveau und für die Leser des Lapplandblogs gibt es wieder eine Sonderaktion zum Buch:

- Bis zum 2. Juli 2011, 23 Uhr 59 (Ortszeit Vancouver) gibt es auf die PDF-Version des neuen Buches 20% Einführungsrabatt, wenn Sie diesem Link zu Craft & Vision folgen und beim Checkout im Warenkorb folgenden Promotion Code angeben: DEEP4

Und wenn Sie gleich mehrere PDF-Bücher kaufen wollen, erhalten Sie bei der Eingabe des Promotion Codes DEEP20 insgesamt 5 Bücher zum Preis von 4 (=20% Rabatt).

Zum zwölften Ebook von David gibt es ausserdem noch ein Extrapaket: 12 Ebooks aus der Craft & Vision Serie für zusammen USD 40 (=34 % Rabatt). Dazu einfach den Promotion Code DEEPER12 beim Checkout im Warenkorb angeben.

-> Hier geht es zu Craft & Vision. Dort ist die Neuerscheinung exklusiv erhältlich.

Vorstellung und Kurzrezension: “A Deeper Frame” von David DuChemin




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Facelift - Keep it nice and simple

Das Blog hat in den letzten 12 Stunden einen umfassenden Facelift erhalten und strahlt in neuem Glanz. Oberstes Ziel dabei war “Keep it nice and simple”. Alles so einfach, schlank und übersichtlich wie möglich. Hatte ich das nicht schon beim letzten Facelift geschrieben? Tja, so ist es mit dem Webdesign - mit genug Überlegung und Kreativität geht es immer noch ein bisschen besser :) Die Seite sollte übrigens jetzt auch noch schneller als zuvor. 

Was beinhalten die Änderungen? 

Die Hauptnavigation ist nach oben in die feststehende Kopfzeile gewandert und damit immer im Blick und immer verfügbar. Viele Unterseiten - die nach den Statistiken eher sehr selten abgerufen werden - lassen sich jetzt über das umfassende Inhaltsverzeichnis (“Sitemap”) und thematisch eingebettete Links abrufen. Und rein technisch sind wir jetzt auf HTML5 aufgestiegen. Hört, Hört.

Aber Hand aufs Herz. Wie das aber bei grösseren Umstellungen immer der Fall ist, liegt die Tücke oft im Detail. Die Umstellung hat dazu geführt, dass die Seite in den vergangenen 12 Stunden teilweise nicht richtig erreichbar war. Ich bitte um Nachsicht und Entschuldigung für alle evtl. entstandenen Unannehmlichkeiten. Und für weitere Verbesserungsvorschläge und evtl. Bug-Reports sind wir dankbar.


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iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test

iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test

Einleitung

Der “Bilderklau” - gerade im Internet - nimmt immer dreistere Formen an, wie jüngste Beispiele aus der fotografischen Blogwelt deutlich illustrieren. Und wer selbst einmal die Zugriffsstatistiken seiner Homepage oder seines Blogs auf Detailniveau studiert, wird nahezu garantiert fündig. Teilweise werden Bilder einfach geklaut und als eigene Bilder des Diebes verkauft (ideell oder gar kommerziell), teilweise werden Bilder mit Deep-Links direkt anderswo eingebunden. Ersteres offenbart gesteigerte kriminelle Energie, zweiteres generiert kostenpflichtigen Traffic.

Wie schützen, lautet die gute Frage. Auf dem Markt streiten unsichtbare Wasserzeichen gegen sichtbare Wasserzeichen. Die Unsichtbaren, die mit spezieller Software direkt in die Bilddateien hinein geschrieben werden, geniessen nicht den besten Ruf. Zudem haben sie keine abschreckende Wirkung. Werden Bilder geklaut und skaliert und/oder komprimiert ist zudem fraglich, inwieweit sie erhalten bleiben. Die Spezialanbieter halten sich mit konkreten Angaben dazu meistens sehr bedeckt.

Aus diesen Gründen halte ich sichtbare Wasserzeichen für die bessere Alternative. Ein grösseres sichtbares Wasserzeichen zu entfernen ist in aller Regel mit so grossem Aufwand verbunden, dass von der Aktion Abstand genommen wird. Ausserdem können mit sichtbaren Wasserzeichen auch die für eine Kontaktaufnahme wichtigen Informationen (z.B. Name und/oder Webadresse) mit verbreitet werden. So kann ein Bilderklau möglicherweise sogar zum viralen Marketing mutieren.

Unter Fotografen ist das Thema Watermarking auch eine Philosophiefrage. Die meisten Fotografen stempeln ihre Bilder allerdings mittlerweile mit Watermarks. Manche Kolleginnen und Kollegen halten allerdings prinzipiell nichts davon. Andere machen es nur bei Bildern, die so gross sind, dass sie im Print verwendet werden könnten. Ich will hier keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen, sondern beschränke mich auf meine eigene Meinung. Und die lautet: „Ja“ zum Wasserzeichen.


iWatermark Pro

Womit wir beim eigentlichen Thema wären. Wie lassen sich Bilder einfach und zuverlässig, und im Batch mit flexiblen Wasserzeichen versehen? Seit mehreren Jahren setze ich dafür iWatermark ein. Die Software hat jetzt einen Versionssprung gemacht und aus iWatermark ist iWatermark Pro geworden. Dieses Review basiert auf der Version 0.96b2, d.h. auf einer sehr weit fortgeschrittenen Beta. Die Beta ist bereits käuflich erwerbbar und wer bislang bereits iWatermark eingesetzt hat, bekommt die neue Version übrigens zum Vorzugspreis.


Systemvoraussetzungen

Das neue iWatermark Pro gibt es zur Zeit ausschliesslich für den Mac. Es setzt mindestens MacOS 10.5 voraus und ist bereits für das kommende MacOS 10.7 optimiert. Sehr erfreulich ist, dass unter MacOS 10.5 auch noch die alte PowerPC Systemarchitektur unterstützt wird.

Neu ist, dass nun ebenfalls eine Version für iPhone und iPad existiert.

Windows Anwender (WinXP+) müssen sich derzeit noch mit der klassischen iWatermark Version 3.1.6 zufrieden geben.


Preis

Die Vollversion schlägt mit USD 30 zu Buche. Anwender, die vor Juni 2011 die klassische Version von iWatermark erworben haben, können bis zum 30.6. zum Vorzugspreis von USD 15 upgraden.


Was ist iWatermark Pro und was ist es nicht?

iWatermark Pro ist kein Ersatz für eine Bildbearbeitungssoftware (z.B. Photoshop), sondern ist auf die speziellen Bedürfnisse des Watermarking und alle damit im Zusammenhang stehenden Aufgaben ausgerichtet. iWatermark Pro ändert grundsätzlich nie etwas an den originalen Bilddateien. Der Workflow sieht so aus, dass dem Programm ein Ordner mit zu bearbeitenden Dateien vorgegeben wird und iWatermark Pro dann die veränderten Dateien in einen neuen, anderen Ordner speichert. Die Originale belieben stets erhalten. Dieser Workflow ist sicher und zweckmässig zugleich. So lassen sich z.B. die fertig bearbeiteten Bilder aus einem Kundenauftrag oder einem Shooting auf Knopfdruck und “in einem Rutsch” für eine Webgalerie verkleinern, und zugleich mit IPTC-Tags und Wasserzeichen versehen.


Aufbau und Funktionen

Vom Aufbau her werden sich Anwender der klassischen Version schnell zurecht finden. Die Oberfläche wurde allerdings “geliftet” und sieht jetzt moderner aus. Neu ist auch, dass der Ausgabebereich immer unteren Teil des Fensters zu sehen ist. Im unteren Teil des Fensters findet sich auch der Button “Start Processing” mit dem der Bearbeitungsdurchgang gestartet wird.

A propos Bearbeitungsdurchgang: Was mir spontan aufgefallen ist, ist dass die neue Pro-Version um ein Vielfaches schneller geworden ist.

Die einzelnen Funktionsbereiche der Software können über eine Menüleiste mit grafischen Tabs ganz oben im Programmfenster ausgewählt werden.

iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test


Im Funktionsbereich “Main” - zugleich der Startbildschirm - wird der Eingabeordner ausgewählt. Ausserdem kann hier eingestellt werden, was das Programm eigentlich machen soll. Zur Auswahl stehen mehrere Optionen, die nebeneinander angewendet werden können:

- Watermarking
- Skalieren (ggf. mit Änderung der Auflösung)
- Erhalten der ursprünglichen Metadaten (EXIF und IPTC)
- Einbetten neuer IPTC oder XMP Metadaten
- Vorgabe für die Namen der veränderten Dateien
- Bildformat und ggf. Komprimierungsgrad (zur Auswahl stehen JPG, TIFF, PSD und PNG)

Im Funktionsbereich “Filtering” können - nach verschiedenen Kriterien - nur bestimmte Bilder aus dem Eingabeordner zur Bearbeitung ausgewählt werden.

Im Funktionsbereich “Resizing” kann ausgewählt werden, wie die Ausgabebilder skaliert werden sollen. Daneben kann eine alternative Auflösung ausgewählt werden (was die Bearbeitungszeit allerdings erhöht, denn dann werden die Bilder umgerechnet). Letzteres ist im Regelfalle nicht erforderlich.

Im Funktionsbereich “Renaming” wird festgelegt, wie die bearbeitenden Dateien umbenannt werden sollen. Ausserdem können das Ausgabeformat und der Komprimierungsgrad (bei JPG) der Ausgabedateien eingestellt werden.

Sollen für die Ausgabedateien Thumbnails erstellt werden, lässt sich das detailliert über den Funktionsbereich “Thumbnails” einstellen.

Sehr schön finde ich den Funktionsbereich “Metadata”. Hier können den Ausgabedateien IPTC bzw. XML Tags zugewiesen werden. Die zugewiesenen Sets können auch im- oder exportiert werden. So lassen sich z.B. einfach und komfortabel Kontaktdaten und Informationen zum Copyright und zur Lizenz einbinden.

Unter “Advanced” verbirgt sich z.B. die Möglichkeit, den Ausgabedateien Profile zu zu weisen.

Alles in allem ist die Programmoberfläche sehr funktional, übersichtlich und aufgeräumt.


Insbesondere: Funktionsbereich Watermarking

Den Kernbereich von iWatermark Pro bildet das eigentliche Watermarking. Dafür gibt es einen speziellen Watermark-Editor, der über den Button “Watermark Editor” auf der Hauptseite (Main) aufgerufen wird.

iWatermark Pro - Batch Watermarking im Test


Hier gleich ein praktischer Tipp: Um das Watermarking anschaulich zu gestalten sollte nach dem ersten Aufruf des Watermark Editors auf das Menü mit dem Zahnrad oben rechts geklickt und dann unter dem Menüpunkt “Backgrounds Preview” die Option “Input Photos” ausgewählt werden. Dann wird die Vorschau immer unmittelbar auf die im Eingabeordner befindlichen Bilder angewendet. Das verschafft einen viel besseren Eindruck der Wirkung, als die Vorschau auf einem eintönigen Hintergrund.
Im Watermark Editor stehen nun zahlreiche Optionen für die Erstellung von Wasserzeichen zur Verfügung: Editierbare Textobjekte, Grafische Wasserzeichen, Barcodes und QR-Codes.

Zuerst zu Text-Watermarks: Hier können neben freien Texten auch zahlreiche Tags aus den in den Bildern enthalten EXIF-Daten oder IPTC/XML-Daten verwendet werden. Eine sehr charmante und praktische Funktionalität.

Übrigens sind mehrere Watermarks gleichzeitig anwendbar (was auch die exotischsten Bedürfnisse befriedigen sollte).

Bei Grafik-Watermarks gibt es neben der Einbindung von eigenen Dateien auch verschiedene fertige Vorgaben, z.B. die bekannten Logos der Creative Common Lizenzen.

Sehr grosse Neugier hat die Funktion zur Generierung und Einbindung von Barcodes und QR-Codes geweckt. Leider funktionieren diese beiden Funktionen in der 0.96b2 noch nicht.

Die einmal erstellen Watermarks lassen sich dann über die Tabs im unteren Bereich des Watermark Editors auf vielerlei Art und Weise verändern:

- Skalierung
- Auswahl von Hintergrundfarbe und Rahmen
- Hinzufügen von Schatten
- Drehen
- Hinzufügen verschiedener Effekte (z.B. Dodging, Emboss, uvm.)
- Hinzufügen von Transparanz
- Genaue Feinpositionierung

Ich finde viele der Manipulationsmöglichkeiten äusserst begrüssenswert, erschweren sie doch das Entfernen der Wasserzeichen via Photoshop für potenzielle Bilderdiebe zusätzlich ganz erheblich.

Jedes Watermark (bzw. jedes Set von Watermarks) lässt sich als Preset für die spätere Verwendung abspeichern.

Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Und sind die erforderlichen Sets erst einmal erstellt, können sie künftig ohne den Editor aufzurufen direkt über ein Menü auf dem Startbildschrim aufgerufen werden.


Fazit

iWatermark Pro ist ein wirklich gelungener Wurf. Praktisch, einfach in der Handhabung und zuverlässig im Betrieb, rechnet sich die Investition schnell wieder.

Keine andere mir bekannte Software für das Erstellen und Einbetten von Watermarks kann mit dem spezialisierten Funktionsumfang mithalten. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist sehr gut. iWatermark ist die Allround-Lösung für das Skalieren und Watermarken von Bildern und ein wertvoller Helfer für die Erstellung von Galerien.

Zudem kann der Hersteller der Software auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken, die sich in der Software augenscheinlich nieder geschlagen hat. Die noch vorhandenen kleinen Mängel werden in der finalen Version 1.0 sicher behoben sein.

Mit dieser Massgabe bewerte ich iWatermark Pro mit dem Prädikat: Sehr empfehlenswert.


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Blau

Kunstwerk Blaue Steine in Lappland
„Blau“


Behind the scenes:
Blaublüter, Blaue Wunder, Blaue Briefe, oder gar Blauäugigkeit? Nein! Heute geht es wohl eher ums “Blau machen”. 

Schweden befindet sich heute kollektiv in Bewegung. Im Wohnwagen, Wohnmobil oder Auto. Und wohin geht die Reise? In die Sommarstuga, das Sommerhaus. Und warum? Weil Midsommar vor der Tür steht. 

Unter dem Begriff Midsommar laufen die Feierlichkeiten zur Sommersonnenwende. Und in der Praxis ist Midsommar heutzutage das populärste Fest (bzw. der populärste Feiertag) in Schweden.  Midsommar dürfte an Popularität Weihnachten deutlich überholt haben. 

Am Freitag wird der Midsommarafton gefeiert, d.h. der Tag vor Midsommar. An diesem Tag wird mit festlichem Abendessen und mit Freunden und Verwandten in den Midsommar hinein gefeiert. Obwohl erst der Samstag, also der eigentliche Midsommartag, ein offizieller Feiertag ist, ruht das Arbeitsleben auch bereits am Midsommarafton zu etwa 95%. 

Auf den Strassen ist es still - es sind fast ausschliesslich PKWs mit anhängenden Wohnwägen und Wohnmobile zu sehen. Die Grillfeuer werden angeschürt und überall steigen kleine und wohlriechende Rauchsäulen gen Himmel. Schweden feiert kollektiv. Zurück zur Farbe Blau: Aus dem “Blau machen” wird dann vielerorts mitunter auch ein “Blau sein”.


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Grün

Grünes Farn in Lappland
„Grün“


Behind the scenes:
Kürzlich war ich mit einem Fotoauftrag für einige Biologen und Pflanzenkundler unterwegs, um verschiedene seltene Gewächse in Lappland zu dokumentieren. Unglaublich und faszinierend, was sich auf dem Waldboden so alles befindet. Und rein fotografisch oft sehr herausfordernd dazu.

Aber nicht nur das. Mittlerweile haben nämlich auch die Stechmücken Lappland fest in der Hand. Im feuchten Wald ist es besonders unangenehm. Mit Stativ und allerlei Lichtzeugs auf dem Boden robbend, wirst Du binnen Minuten von stechfreudigen Mückenschwärmen umringt. An manchen Stellen war es so schlimm, dass ich nicht einmal fotografieren konnte denn die Flugmonster waren einfach immer mit im Bild.

Der Wald birgt aber - wie gesagt - auch jede Menge Schönheiten. Über die Faszination der Farne hatte ich kürzlich bereits einmal geschrieben. Mittlerweile sind sie ordentlich gewachsen. Und noch viel schöner geworden.


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Foto-Futter 25/2011 mit Input und Know-How rund um die Fotografie

Wieder druckfrisch: Das aktuelle Foto-Futter mit Input und Know-How rund um die Fotografie


• Augenschmaus und Empfehlung

Sehr schöne klassische Schwarz/Weiss-Fotografie gibt es bei Cole Thompson. Seine Portfolios sind es wert, durchstöbert zu werden. Und in seinem Blog finden sich häufig echte Perlen, wie z. B. der Artikel “Am I Looking, Am I Seeing?”


• Fotofeinkost

- Im Blog der New York Times findet sich
ein lesenswertes Interview mit dem Magnum-Fotografen Elliott Erwitt, der gerade für sein fotografisches Lebenswerk ausgezeichnet wurde.



- Geht der Fotojournalismus vor die Hunde?
Dieser Frage widmet sich der bekannte russische Fotograf Vladimir Vyaktin in einem Artikel, der als Reaktion auf die diesjährigen Gewinner des World Press Photo Contests entstanden ist. Vladimir geht hart aber ehrlich (und meiner Meinung nach leider zutreffend) zur Sache.



- Alternde und verbleichende Fotos: Kollektiver Gedächtnisverlust?
Beim Online-Photographer ist diese Woche ein Artikel von Ctein erschienen, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Ctein - von Berufes wegen Fotorestaurator - schätzt, dass bereits ein Drittel der Aufnahmen aus dem 20. Jahrhundert alterungsbedingt verloren ist (und erklärt das mit interessanten Details). Immerhin gibt es - seiner Meinung nach - einen Hoffnungsschimmer: Seit der digitalen Ära dürfte die Überlebensrate von Bildern gestiegen sein (ordnungsgemässe Backups vorausgesetzt).
Äusserst lesens- und bedenkenswert ist im Zusammenhang übrigens auch der danach erschienene Artikel "Eight Ways To Preserve Your Pictures".


- Grenzenlose Abgründe - war mein erster Gedanke, als ich diesen Artikel von Michael Kirchner auf Fotografr gelesen habe. Auch die Kommentare sind nicht uninteressant. Das wahnsinnige Fazit: Aufpassen, denn der Opferschutz wird immer mehr zum Täterschutz und der Geschädigte muss sich schliesslich rechtfertigen. Nicht mehr auszuhalten. Michael, meiner Meinung nach hast Du völlig richtig gehandelt, zumal Du Dich auch noch loyal für einen Kollegen mit eingesetzt hast. Nebenbei: Wehedem, wenn den täterschützenden Kommentatoren dann einmal selbst die Bilder „geklaut“ werden. Dann bin ich aber mal gespannt auf die Reaktionen :)


• Podcast

Vielen Lesern wird David DuChemin ein Begriff sein. David ist nicht nur ein begnadeter Fotograf und Workshop-Leiter, sondern u.a. auch Herausgeber der Craft & Vision Serie. Vor 2 Monaten hatte er auf einem Workshop in Italien einen schweren Unfall, der ihn nun bis zur vollständigen Genesung an den Rollstuhl gefesselt hat. Trotzdem sprüht David vor Inspiration und Kreativität. Gleichzeitig hat ihn der Unfall auch sehr geprägt. In der vergangenen Woche hat David 2 längere Interviews gegeben, die als Podcast zu hören sind. Meiner Meinung nach gehören die beiden Interviews mit zum Besten, was in Sachen Fotografie, Kreativität, Vision und Expression in diesem Jahr veröffentlicht wurde. Und es geht um noch mehr. Etliche Grundfragen des Lebens tauchen ebenfalls auf. Also: Unbedingt die Podcasts runterladen und anhören!

Direktlink: Podcast Nummer 1 bei Depth of Field

Direktlink: Podcast Nummer 2 bei Martin Bailey Photography


• Tools

Vom Plum-Software ist eine wichtige Neuigkeit zu vermelden: iWatermark - das Standard-Tool für Batch-Watermarking und Resizing - hat einen Versionssprung gemacht. Die neue Version ist nicht nur um einiges schneller geworden, sondern bietet auch etliche charmante, neue Funktionen, z.B. die Erstellung von QR-Codes uvm.


Einen schönen Sonntag allerseits und einen guten Start in die Woche!


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Zur Dichotomie von E und U in der Fotografie, oder: Schande über uns

Zur Dichotomie von E und U in der Fotografie, oder: Schande über uns
„Dichotomie von E und U - Regeln brechen, aber welche?“


Behind the scenes:
Heute ein emotional-nestbeschmutzender Beitrag. Ein aktueller Podcast mit David DuChemin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Es geht um Kreativität, Vision und Expression (Ausdruck) als Fokuspunkte der Fotografie. Wobei die Perspektive eigentlich viel weiter ist. Es geht um Grundfragen der Kunst. Welcher Kontrast zu den “üblichen” Diskussionen in vielen Fotoblogs und Fotoforen, bei denen es gebetsmühlenartig immer wieder nur um Technik (“Gear”) geht. Aber die Technik ist nur ein Mittel zum Zweck. Mehr nicht.

Haben Sie etwa schon einmal ein Diskussion zwischen Schriftstellern über Schreibmaschinen oder PC-Schreibprogramme gesehen oder gehört? Bei Fotografen liegt leider die Wahrscheinlichkeit für solche - zu 99 Prozent unsinnigen und überflüssigen -Diskussionen deutlich höher. Schande über uns.

Über Kunst und die Ausdrucksformen der Kunst sollten wir diskutieren; darüber, warum ein Bild den Betrachter bewegt. Nicht darüber, ob es mit einem iPhone oder einer D3X aufgenommen worden ist.

Ein Blick über den Tellerrand schadet bekanntlich nicht. In dem Werk “Zur Dichotomisierung von hoher und niederer Literatur” (Hrsg. Büger/Bürger/Schulte-Sasse) habe ich mich kürzlich über den Unterschied von “E” (wie: ernsthaft) und “U” (wie: unterhaltsam) belesen und dabei folgenden Leitsatz ausgegraben:

“Die Trennung von ernsthaft und unterhaltsam wird in der Regel über die Frage geregelt, ob sich ein Werk die Regeln selbst setzt oder ob es Ihnen folgt.” 

Wie sieht das heutzutage in der Fotografie aus der Perspektive von Kreativität, Vision und Expression aus? Unterscheiden wir auch - bewusst oder unbewusst - zwischen E und U? Darf - oder muss gar - der Künstler (lies: Fotograf) nicht die Regeln brechen? Oder scheitert das nicht oft bereits daran, dass viel zu viele Fotografen zwar alles über technische Details, aber wenig über Gestaltung, Komposition und fotografische Regeln gelernt haben, deswegen aber nie zum regelbrechenden Meister ihrer Kunst werden können? Schande über uns.


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Sommerferien in Schweden - „Sommarlov“

Graffiti Wohnwagen
„Sommarlov“


Behind the scenes:
Die Zeit der Sommerferien („Sommarlov“) steht vor der Tür, bzw. hat für viele schon begonnen. In den nordischen Breiten rund um den Polarkreis in Lappland saugen die Menschen die Sonne jetzt geradezu in sich ein. 

Kein Wunder, ist es doch im Winter nur einige kurze Stunden lang hell. Im Sommer dagegen scheint die Sonne quasi „rund um die Uhr“.
 
Deswegen ist es spätestens ab der Woche nach Midsommar recht still in den Geschäften und Büros. Denn wer immer es sich erlauben kann, nimmt dann einen langen Sommerurlaub. Vier bis sechs Wochen dürfen es schon sein. Und in denen geht es dann entweder in die - im Regelfalle recht spartanisch ausgestattete - „Sommarstuga“ (Sommerhaus) oder in den Wohnwagen, bzw. das Wohnmobil. Die Nordschweden sind ein reiselustiges Volk!

Jetzt beginnt auch die Urlaubs- und Tourismussaison für Besucher aus aller Welt. Für uns, die wir schwerpunktmässig in der Travel- und Tourismusfotografie tätig sind, beginnt jetzt auch die zweite Hochsaison des Jahres. Vielleicht treffen wir uns ja irgendwo im wunderbaren Lappland diesen Sommer! Falls ja: Bitte immer schön lächeln :)


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Stockholm-Street - mit der Leica durch die Hauptstadt Schwedens

Stockholm-Street: I walked way too much
„Stockholm-Street: I walked way too much“


Behind the scenes: Die letzten Tage war wieder einmal Stockholm angesagt. Die Stadt pulsiert zur Zeit im Hochfrequenztakt und quillt förmlich über. Alle Hotels sind quasi ausgebucht und ich durfte in 4 Tagen dreimal das Hotel wechseln. Touristische und geyschäftliche Hochsaison bei knallendem Sonnenschein (geradezu ein Temperaturschock).

In dieser Woche war zudem “Skolavslutning” was zur Folge hatte, dass jede Menge Schüler, die ihr “Studentexamen” (Abschluss der Gymnasieskola, vergleichbar mit dem Abitur) bestanden haben, auf LKWs mit offener Pritsche und unter grossem Lärm und Getöse durch die Stadt gezogen sind. Partystimmung - allerdings auch mit allen Schattenseiten - in der Stadt.

Mein vollgepackter Terminkalender hat mir trotz allem einen halben freien Nachmittag ermöglicht an dem ich zur kleinen Leica gegriffen, und mich im unauffälligen “Touristenmodus” zum Ausgleich der Street-Photography gewidmet habe.

-> Hier gehts zur Galerie „Stockholm-Street-Photography“

-> Klick här så kommer du till bildspelet „Stockholm-Street-Photography“

-> To the gallery „Stockholm-Street-Photography“




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Wattwanderung in Lappland - Renaturierung kann reizvoll sein

Wattwanderung in Lappland - Renaturierung kann reizvoll sein
„Wattwanderung in Lappland - Renaturierung kann reizvoll sein“


Behind the scenes:
Von unserem Projekt zur fotografischen Dokumentation des Rückbaues und der Renaturierung von ehemaligen Tagebaugeländen in Lappland und den damit verbundenen Tücken hatte ich hier schon einmal berichtet. 

Die Tage hat es mich wieder einmal dorthin verschlagen. Ehemalige Grubengelände sind eine sehr tückische Sache. Der Tagebau wird nach und nach mit riesigen Massen Schutt, Abraum uns Erde verfüllt. Die Flächen wachsen dann relativ schnell wieder zu und werden zu Biotopen für allerlei Pflanzen und Tiere. Das Ergebnis sieht nach einigen Monaten wieder beinahe wie normaler Erdboden aus.

Die Tücke liegt aber darin, dass dieser Boden an manchen Stellen extrem instabil ist. Durch beständige Senkungen im Boden können sich grosse Hohlräume unter der Oberfläche bilden, die einen Menschen einfach verschwinden lassen können. Beim Umherstreifen sind also genaue Geländekenntnis und extreme Vorsicht gefragt. Ausreichende Sicherungsmassnahmen sind Pflicht. 

Fotografisch rechnet sich die Mühe dann aber oft in Form von sehr schönem fotografischem “Beifang”.  Unser Hauptauftrag ist in diesem Falle die langfristige Dokumentation der Verwandlung von Abbaugebiet in Biotop. Allerdings bieten sich auch darüber hinaus oft sehr reizvolle Anblicke. Das durch den erz- und mineralhaltigen Boden angereicherte Grubenwasser, das nach wie vor durch die Verfüllung durchsickert, birgt unglaubliche Farbeffekte und schafft bizarre Mondlandschaften im Makro- wie im Mikrokosmos. Für manche Perspektiven sind die Anglerhosen aber unabkömmlich es darf im Schlamm gewatet werden.


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Howling Wolf - Aus der Not eine Tugend machen

Howling Wolf in Lappland
„Howling Wolf in Lappland“


Behind the scenes:
Auch freie Tage ohne Fotoauftrag können echte fotografische Herausforderungen beinhalten, oder: Aus der Not eine Tugend machen.

Einer der ersten richtig schönen Tage des Jahres. Bezauberndes Wetter in Lappland. Sonnig und leichter Wind. Ein abgelegener Fluss. Familie unterwegs.

Einer der uns begleitenden Vierpfoter witterte eine Herde Rentiere (oder anderes Getier...) auf der anderen Seite des Flusses, warf den Kopf elegent nach hinten und begann lautstark zu jaulen. Herrlich. Und zudem ein herrliches, ungestellt-natürliches Fotomotiv. 

Es gab nur ein klitzekleines Problem. Ein paar Minuten vorher hatte sich Vierpfoter Nummer 2 beherzt ins Wasser geschwungen und meine Kamera dabei mit einem kräftigen Schwung Wasser gebadet. Im Objektiv befand sich vermutlich genug Wasser, um ein angereichertes Feuchtbiotop über längere Zeit aktiv halten zu können.

Blick durch die Linse? Düster und “nebelig”. Potentieller Totalschaden. Eigentlich nicht so berauschend, aber wie geschaffen für genau diese Situation. Und so entstand denn die Aufnahme des “Howling Wolf”. Und die Kamera ist übrigens gerade mit Trocknen beschäftigt.

Lehre: Aus der Not eine Tugend machen, d.h. mit dem vorhandenen Equipment im befindlichen Zustand das Beste herausholen.


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Im Fokus: Fotograf Michael Schilling

Es ist wieder an der Zeit für ein Fotografen-Portrait. Vor einiger Zeit lernten wir, u.a. via Facebook, Michael Schilling kennen und schätzen.

Michael Schilling (43) ist bundesweit als Portrait- und Hochzeitsfotograf tätig. Und Michael fotografiert nicht nur brilliant, sondern ist dazu noch ein äusserst netter, umgänglicher und sympathischer Mensch. Wenn wir nochmals heiraten würden, wäre Michael unser Hochzeitsfotograf.

Wer mehr über den Düsseldorfer Fotografen erfahren möchte, der kann sich per Facebook, Twitter oder XING informieren und mit ihm Kontakt aufnehmen. Telefonisch ist er unter +49 211 22 96 69 08 zu erreichen.



-> Michael, wie bist Du zur Fotografie gekommen?


Lassen wir mal aus, dass ich als Kind Feuerwehrmann werde wollte. (lacht). Als Jugendlicher wurde mir klar, dass mein berufliches Leben mit Medien zu tun haben soll. Und so schnupperte ich in verschiedene Berufe herein: Schülerpraktikum als Tontechniker, Reporter und Fotojournalist für eine Tageszeitung und Redakteur beim Hörfunk. Heute bin ich sehr froh, dass ich durch Praktika und freie Mitarbeit meinen Traumberuf finden durfte: die Fotografie.



-> Auf was bist Du spezialisiert?


Nun, ich arbeite zweigleisig, als Fotograf und als Fotojournalist. Beide Bereiche sollte man sauber voneinander trennen, denn im Journalismus dokumentiert man, während der Fotograf seiner Kreativität auch in der Nachbearbeitung freien Lauf lassen darf.

Am häufigsten werde ich als Hochzeitsfotograf gebucht. Ferner stehen Portrait- und Imagefotos z.B. für Firmenbroschüren oder zur Online-Verwendung auf dem Programm. Für Sportler und Künstler fertige ich Fotos für Autogrammkarten, CD-Cover und Pressematerial an.

Als Fotojournalist lichte ich Prominente für Zeitschriften und Pressebildagenturen ab. Das können Bilder für ein Homestory sein, aber auch von Filmpremieren, Preisverleihungen, Charity- und Galaveranstaltungen. Zu vielen Promis und deren Managern pflege ich ein freundschaftliches Verhältnis, so dass sie mich oftmals auch für Studioshootings anfragen.



Nena in concert © 2011 by Fotograf Michael Schilling
- Nena in concert © 2011 by Fotograf Michael Schilling -


-> Fotografieren für Dich: Job, Handwerk, innerlicher Bezug?

Ein Handwerk ist Fotografie sicherlich nur für die Handwerkskammern. Vielleicht mache ich auch etwas falsch und sollte beim Fotografieren einen Blaumann tragen. (lacht). Mit der Bezeichnung Job kann ich mich auch nicht so recht anfreunden. Für mich ist Fotografie eine Profession, eine Berufung. Das klingt vielleicht etwas hoch gegriffen, aber wenn man nicht aus Leidenschaft zur Kamera greift, dann wird man nur durchschnittlich bleiben.



-> Dein grösstes fotografisches Vorbild, und warum?


Auch wenn ich viele Leser an dieser Stelle enttäuschen werde, aber ich habe keine Vorbilder. Seien wir doch mal ganz ehrlich: Nach welchen Kriterien werden wir gebucht? Man präsentiert seine Mappe und wenn die Bilder dem Kunden gefallen, dann gibt es einen Auftrag. Dem Kunden müssen die Bilder gefallen, nicht unbedingt dem Fotografen oder einem Kunst-Professor.



-> Was war Dein bestes, was Dein schlimmstes Erlebnis beim Fotografieren?


Das schlimmste Erlebnis war für mich, als Mensch mit Höhenangst, in rund 15 Meter Höhe auf einem schmalen Brett stehen zu müssen, um ein Motiv aus der gewünschten Perspektive fotografieren zu können. Das hat sich auch ganz spontan vor Ort erst so ergeben, sonst hätte ich Zeit zur Vorbereitung gehabt und sicherlich eine andere Option gefunden.

Die besten Erlebnisse sind natürlich die Kunden, die ein wow über die Lippen bringen, wenn sie die Bilder sehen. Das sind auch jene, die einen an jeden Bekannten und Kollegen weiterempfehlen. Und das ist das beste Marketing, welches man betreiben kann.




-> Wen oder was würdest Du gerne einmal fotografieren und warum?


Die Toten Hosen. Auf der letzten Tournee stand ich fünf Mal in der ersten Reihe. Doch auch wer nur ein einziges Konzert der Hose gesehen hat, der wird deren Show nie vergessen. Erinnern wir uns nur mal an Rock am Ring: Campino klettert mit Gipsbein auf das Dach über der Bühne, stürzt beinahe ab, zündet oben ein bengalisches Feuer und während all dem, sing der Kerl auch noch weiter. Das ist der pure Wahnsinn! Auf einer Tournee im Graben stehen zu dürfen und die Show in Bilder festhalten zu dürfen, dies wäre mein größter Wunsch. Vielleicht lesen die Hosen das ja oder die Jungs von ihrem Lable JKP. (lacht).



-> Wir lesen gerne Deinen Status auf Facebook. Du hast oft ziemlichen Stress. Wie gehst Du damit um?


Stress kommt bei mir nur auf, wenn ich fotojournalistisch arbeite. Die Veranstaltungen finden meist alle abends statt und gehen inklusive Aftershow-Party nicht selten bis in die frühen Morgenstunden. Im Klartext bedeutet dies: Bereits während des Fotografierens eine
Bildauswahl treffen, diese zwischendurch beschriften und per UMTS auf den Server schicken. Da kann man bei größeren Veranstaltungen schon einmal ins Rotieren kommen, zumal man, auch wenn man gerade auf den Laptop blickt, kein Motiv verpassen sollte. Jeden Tag möchte ich mir diesen Stress nicht antun, aber im Großraum Köln finden ja auch nicht so viele hochwertigen Promi-Veranstaltungen statt.

Das Fotografieren von Hochzeiten oder die Arbeit im Studio sind da für mich der optimale Ausgleich.



Madlen Kaniuth © 2011 by Fotograf Michael Schilling
- Madlen Kaniuth © 2011 by Fotograf Michael Schilling -



-> Wie siehst Du die Zukunft der Fotografie? Wohin geht die Reise?


Im Zeitschriften-Segment geht der Trend hin zum Bewegtbild, obwohl ich das nur für einen reinen Hype halte. Es ist etwas völlig neues, wenn man eine Zeitschrift aufschlägt und statt eines Fotos tatsächlich einen kurzen Videoclip zu sehen bekommt. Technisch ist das bereits
möglich, wohl aber noch zu kostenintensiv.

Mit jeder neueren Kamera kann man bereits in HD-Qualität Videos aufzeichnen. Es wurde ja sogar bereits mit einer DSLR eine komplette Folge der TV-Serie "Dr. House" gedreht. Nur mit Kamera und Stativ, also ohne spezielles Filmzubehör, sollte man allerdings nicht zu hohe Erwartungen an eigene Aufnahmen stellen.

Allerdings kann sich eine solche Funktion auch nachteilig auf Fotojournalisten auswirken, besonders auf Sportveranstaltungen. Während der Olympischen Spiele sollen nur Kameras ohne Videofunktionen zugelassen gewesen sein, da zum Filmen ja ganz andere Rechte benötigt werden. So etwas könnte natürlich jederzeit auch für die Fußball-Bundesliga gelten.

Digitale Spiegelreflexkameras werden in den nächsten Jahren mit einer völlig neuartigen Sensortechnologie auf den Markt kommen, die gar nicht mehr rauschen. Dadurch werden sich wiederum neue Möglichkeiten ergeben. Doch schauen wir nicht zu weit in die Zukunft, lassen uns nicht vom Megapixel-Wahn blenden und machen einfach das Beste, was mit
derzeitigem Equipment möglich ist.




-> Dein Tipp für alle, die sich fotografisch weiter entwickeln wollen?


Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen, oftmals die Wege verlassen und auch mal bereit sein, sich in den Matsch zu legen, um ein gutes Bild zu machen.

Fotografieren darf nichts mit Bequemlichkeit und Komfort zu tun haben. Im Mittelpunkt muss immer das Bild stehen. Bevor man ein Objekt fotografiert, sollte man mindestens einmal rund herum gegangen sein, um überhaupt beurteilen zu können, aus welcher Position aus einem Bild ein besonderes Bild werden könnte.

Wer unter schwierigen Verhältnissen, wie Blitzen bei Mischlicht, technisch perfekte Bilder schießen kann, der wird auch unter optimalen Bedingungen im Studio keine Probleme haben. RAW bietet die optimale Bildqualität, aber es ist keine Ausrede für schlampige Arbeit. "Das kann ich ja noch in Photoshop machen" - stimmt, aber nur zum Teil und
bei wenigen Bildern, da Zeit eben auch Geld ist.



Michael, danke dass Du Dir die Zeit genommen hast!

(Die Interviewfragen stellten Henning Wüst und Petra Fuelbert)


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Pausen-Street in Umeå


Pausen-Street in Umeå
„Eine Prozession auf dem Torget (Marktplatz) in Umeå?“




Behind the scenes:
Eine Prozession auf dem Torget (Marktplatz) in Umeå? 

Das Genre der Street Photography ist für mich immer wieder eine grosse Inspirationsquelle. Das Unerwartete, das die schnelle Auffassung und Reaktion erfordert, ist ein gutes fotografisches Betätigungsfeld. Und sehr häufig geht es mehr um das spontane Zeichnen von Psychogrammen, als um Fotografie. Wann immer sich in einer grösseren Stadt die Chance zu einem Rundgang im Getümmel ergibt (häufig während der Lunchzeit), ergreife ich diese zur persönlichen Horizonterweiterung sehr gerne. Kürzlich bot sich in Umeå wieder einmal die gute Gelegenheit, mit der Kamera durch die Stadt zu streifen. 

Umeå - die dem südlichen Lappland am nächsten gelegene Grosstadt - ist übrigens immer einen Besuch wert. Die Stadt bereitet sich gerade darauf vor, 2014 eine europäische Kulturhauptstadt zu werden.

Das durchzieht das Stadtbild und die Stimmung. Design und Kunst stehen hoch im Kurs. Eine sehr kreative Athmosphäre liegt in der Luft.

Trotzdem war ich ziemlich verwundert, als auf dem Markplatz zwischen allerlei Verkaufs- und Infoständen plötzlich eine grössere Gruppe jüngerer Menschen in kirchlicher Tracht auftauchte und umherzog. Ein - sagen wir mal - ziemlich ungewohntes Bild in diesen Breitengraden. Irgendeine Werbeaktion für ein Event. Aber sehr schön und Aufmerksamkeit auf sich ziehend inszeniert. Klick.


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