Von Beruf: Erlkönig-Jäger - Die Paparazzis am Polarkreis sind vom Aussterben bedroht

„Paparazzi-Fotos verdanken sich Grenzüberschreitungen und Kontrollverlusten, Tabubrüchen und Persönlichkeitsverletzungen – und einem eigentlich geächteten Voyeurismus.“

Klingt dramatisch, aber hier am Polarkreis geht es nicht um Promis, sondern um Erlkönige. Die Paparazzis in Lappland sind eigentlich Erlkönig-Jäger.

„Ein Erlkönig ist ein getarnter Prototyp eines Autos.“

Warum gibt es so viele Erlkönige rund um den Polarkreis?

Dafür müssen wir jetzt etwas ausholen: In den hiesigen Breitengraden unterhalten viele europäische Autohersteller ihre Testzentren. Auf weit abgelegenen Teststrecken (meistens zugefrorene Seen, deren Oberfläche für die Tests präpariert wird), umgeben von hohen Stacheldrahtzäunen und geschützt durch den allgegenwärtigen Werksschutz sind die echten Raritäten zu finden.

Selbst innerhalb der Autohersteller hat die Region Lappland eine Aura des irrealen. Hier ist alles „Top Secret“. Bei Volkswagen, deren Testzentrum z. B. in Slagnäs beheimatet ist, wird konzernintern nur vom „Testgebiet Nord“ gesprochen, um die genaue geografische Lage bewusst im Unklaren zu lassen.

A propos Slagnäs: Im dortigen Hotel ist für alle Gäste die Mitnahme von Mobiltelefonen, Kameras und allen Arten von Aufnahmegeräten strikt verboten (damit die Ingenieure und Techniker nicht belauscht und/oder aufgezeichnet werden können).

Die Autotester sind seid ca. 40 Jahren in der Region aktiv. Um die Entstehung der Autotestindustrie am Polarkreis ranken sich verschiedene Legenden.

Die vermutlich der Wahrheit am nächsten liegende Geschichte lautet: Ein durchreisendes Team von Volkswagen hatte eine gebrochene Frontscheibe, die in einer Werkstatt in Arjeplog repariert wurde. Die Reparatur zog sich etwas hin und die VW-ler haben die Zeit genutzt, um sich in Arjeplog etwas umzusehen. In einer Gaststätte ergab sich ein Gespräch mit Einheimischen am Nachbartisch wobei die „Schnapsidee“ entstand, die in Fülle vorhandenen Seen im Winter als Teststrecken für Autotests zu nutzen. Und der Rest ist Geschichte (aus Kreisen von Mercedes ist eine ganz ähnliche Geschichte zu hören).

Stichwort Arjeplog: Arjeplog existiert rund um die Autotester. Das durchaus malerische Dorf hat im Sommer beschauliche 1.800 Einwohner, die sich zur Winterzeit mehr als verdoppeln. Um die winterlichen Menschenmassen unterbringen zu können wurden Hotels und Unterkünfte gebaut und viele Einwohner vermieten in der Wintersaison sogar ihre privaten Häuser and Ingenieure und Techniker.

Zu Beginn der Autotests kamen übrigens auch die Fahrer noch aus Mitteleuropa. Mittlerweile werden die Fahrer und viele andere Mitarbeiter ausserhalb des technischen Kerngeschäfts mit Einheimischen besetzt. Allerdings sind das zu 95% nur Saisonanstellungen über den Winter.

Im Winter strömen Woche für Woche Massen von qualifizierten Ingenieuren und Technikern der verschiedensten Nationalitäten nach Lappland. Es gibt sogar Fluggesellschaften, die sich ausschliesslich auf diese Geschäftsreisenden spezialisiert haben. Die Autotester sind eigentlich sogar der Grund, warum seinerzeit 1990 der Flughafen in Arvidsjaur gebaut wurde.

Zurück zu den Paparrazis. Den Winter über sind hier viele abgeklebte Autos mit merkwürdigen Lackierungen zu sehen. Denn Langzeittests sind eben nicht nur auf präparierten Eisbahnen zu machen. Immer nur im Kreis fahren reicht da nicht aus. Das Tagessoll für die Testfahrer liegt im Schnitt bei 500 Km pro Tag. Die Fahrstrecken sollen abwechslungsreich sein.

Und so kann es sein, dass einem auf einem abgelegenen Waldweg am späten Abend (sprich: im Schutz der Dunkelheit) plötzlich 5 röhrende Prototypen von Porsche begegnen.

Noch vor einigen Jahren sind die Autotester in der Regel unter Missachtung aller Vorschriften und ohne Rücksicht auf Verluste durch die Gegend gerast. Nachdem es aber einige Unfälle mit Beteiligung eigentlich Unbeteiligter gegeben hat - manche mit tödlichem Ausgang - gab es neue Stallordern. Die meisten der Testwägen fahren heute ganz zivilisiert und sie gehören zum normalen Strassenbild im Winter. Man hat sich hier an den Anblick gewöhnt und die heutzutage üblichen Dreierkolonnen mit den schon aus der Ferne leicht zu identifizierten Sonderscheinwerfern auf dem Dach erregen kein grosses Aufsehen mehr; jedenfalls wenn es nicht gerade einmal drei italienische Sportwägen sind.

Das Autotesterparadies am Polarkreis hat natürlich auch Motorsportjournalisten aus aller Welt angezogen. Noch vor ca. 10 Jahren gab es einem Pool an Journalisten und Fotografen, die allwinterlich zur Jagd auf neue Prototypen ausgeschwärmt sind. Schaurige Geschichten wie die von Schlägereien des Werkschutzes eines bekannten deutschen Autoherstellers mit einer Gruppe Fotografen haben die Runde gemacht.

Aber das ist eine vergangene Zeit. Heutzutage ist der Kreis der Paparrazis, also der Erlkönig-Jäger, verschwindend klein geworden. Genau genommen gibt es nur noch einen hauptberuflich tätigen „Autofotograf“ in Schweden. Sein Name ist Andreas Mau. Der 53 Jahre alte Andreas wohnt nicht weit entfernt in Boden und ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma Carpix AB. Auf Instagram ist Andreas hier und auf Facebook hier zu finden.

Kürzlich hat er dem schwedischen Radio ein längeres, zweiteiliges Interview gegeben, in dem er den Zustand der Branche beschreibt. Seine Kernaussagen sind:

Die Bransche ist tot. Das beruht im Wesentlichen auf der langandauernden Krise der Printmedien. Er spricht von den Erlkönig-Jägern als einer vom Aussterben bedrohten Art, denn es gebe praktisch keine angemessen zahlenden Abnehmer mehr für die Bilder. Nach seiner Schätzung gibt es weltweit nur noch 7-8 hauptberufliche Autofotografen.

Wer des Schwedischen mächtig ist, findet die spannenden Storys beim schwedischen Radio SR hier und hier.

Und so sieht ein streng geheimer Erlkönig aus dem Hause Porsche aus
Und so sieht ein streng geheimer Erlkönig aus dem Hause Porsche aus.
Die Speziallackierung soll das Auge des Betrachters verwirren.


Die Sache ist zerbrochen

Aus prinzipiellen Gründen kommentieren wir (lies: wir Schweden aus Schweden) nicht die innenpolitischen Angelegenheiten fremder Staaten (lies: Deutschland).

Heute eine Ausnahme von diesem Grundsatz.

Als ich von dem Verbrechen in Hanau / Deutschland erfahren hatte, habe ich sehr aufmerksam die mediale Berichterstattung darüber verfolgt.

Beim Lesen, Zuhören und Zusehen der Nachrichten ist mir besonders die Art und Weise der Darstellung des Geschehens durch die Medien aufgefallen (kleiner Tipp: früher gab es mal Berichterstattung über Fakten und Beweise) und ich frage mich selbst:

Wie ist es nur dazu gekommen, dass die ganze Gesellschaft und die Medien mittlerweile „zerbrochen“ sind. Aus dem Geschichtsunterricht ist mir dieses Muster bekannt.

Aus diesem Gefühl heraus ist auch das Bild entstanden.

Damit beenden wir die Kommentierung innenpolitischer Angelegenheiten fremder Staaten und werden uns wieder unseren Stammthemen zuwenden:

Fotografie und Lappland.

Die Sache ist zerbrochen

Schneehöhennormalisierung in Lappland - Alles gut mit Wetter und Klima - Quo vadis Gesellschaft?

Das Wetter hier um den Polarkreis hatte uns diesen Winter über etwas Kopfzerbrechen bereitet.

Sehr unterschiedliche Winterverläufe haben wir in den Jahren in Lappland schon erlebt, aber dieser Winter war wirklich aussergewöhnlich. Ein sehr später Winteranfang und der Schnee liess lange auf sich warten. Die Temperaturen ungewöhnlich hoch mit einer ausgeprägten Wärmeperiode um Weihnachten, die uns beinahe zwei Wochen mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt (und ausserdem schlichtweg chaotische Verkehrsverhältnisse mit spiegelblanken Strassen) beschert hatte.

Auch der Januar war ungewöhnlich mild und schneearm.

Ein Gespräch mit einem Meteorologen im Januar hatte ergeben, dass wir noch nicht einmal bei der Hälfte der normalen Schneehöhe angekommen waren. Sehr unbehaglich im Hinblick darauf, dass die Schneeschmelze die Trinkwasserreservoirs in unseren Breitengraden speist.

Aber wie heisst es so schön: „Unverhofft kommt oft“.

Schneehöhennormalisierung in Lappland Januar 2020
“Unverhofft kommt oft“ - eine Woche Dauerschneefall

Und so hat sich die Schneehöhe binnen nur einer Woche wieder normalisiert. In der letzten Januarwoche hat es im Prinzip durch geschneit. Eine Woche am Stück hatten wir ein durchgängiges Schneegestöber und als kleines Extra waren drei Tage mit ausgeprägten Schneestürmen darunter.

Ein Härtetest für Menschen und die Technik. Aber herrlich!

schnee_lappland_januar_2020_4
Härtetest für Mensch und Maschine - Nach nur 5 Minuten draussen gefriert alles ein :-)


Mehrere Stunden täglich waren wir mit Schneefräsen und Schaufeln bewaffnet am schuften, um der Schneemassen Herr zu werden.

Nun ja, andere bezahlen hohe Jahresgebühren im Fitnesscenter, wir haben die Gymnastik kostenlos und sogar an der frischen Luft.

Der besagte Meteorologe hat berechnet, dass im Laufe dieser einen Woche ungefähr ein Meter Schnee gefallen ist. Die Ordnung wäre damit wieder hergestellt (wie man auf Schwedisch sagt) und die Schneehöhe ist wieder normalisiert.

Schneehöhennormalisierung in Lappland Januar 2020
Schneehöhennormalisierung - Das Resultat ist ein bildhübscher Minimalismus


Die Sorgen um Klimawandel und Wetterveränderung dürfen also getrost wieder eingemottet werden. Das passt übrigens gut zu einem Fundstück bei Sky News Australien (LINK).

In der Reportage geht es um die Klima- und Forschungsgläubigkeit. Es hat sich nämlich kürzlich heraus gestellt, dass viele wissenschaftliche Forschungsartikel, die den politischen Klimawandel stützen, schlicht völlig falsch sind.

Ein Wissenschaftler äussert dabei wörtlich

„Die Menschen realisieren nicht, dass ungefähr 50% der wissenschaftlichen Literatur fehlerhaft sind“.

Schon ein merkwürdiges Phänomen:

Die verzweifelt nach Sinn und Glauben suchenden Menschen, landen wegen der Abwesenheit von Spiritualität automatisch bei der Wissenschaftsgläubigkeit. Und diese Wissenschaftsgläubigkeit beruht auch noch zu 50% auf fehlerhaften Studien.

Und was auch sehr merkwürdig ist, ist dass solche kritischen Berichte in der deutschen oder schwedischen Medienwelt nicht vorkommen.

Eigentlich dachte ich immer, dass ausgewogene Berichterstattung in den Medien eine Voraussetzung für funktionierende Demokratien ist, weil nur informierte Staatsbürger Entscheidungen treffen können.

Schauen wir uns doch einmal kurz und ohne Wertung einige Schlagworte der letzten Monate in puncto Klima an und machen uns Gedanken über deren Aussagen:

• „Klimaleugner“

Was ist ein Leugner?
Es ist jemand, der etwas in Abrede stellt oder verneint.
Deswegen ist bereits das Wort eine Kontradiktion („Falschform“), denn es wird wohl niemand an und für sich leugnen, dass es überhaupt ein Klima gibt. Aber das genau bedeutet der Begriff.

Der Oberbegriff von Leugner ist Lügner.

Mit dem Wort "Leugner" bin ich aufgrund meiner Herkunft sozialisiert worden und zwar im Zusammenhang des Holocaust. Ein „Holocaustleugner“ wird nämlich strafrechtlich verfolgt.

Wie könnte die Zukunft eines angeblichen Klimaleugners aussehen?

Betrachten wir sodann den

• Politischen Klimawandel

Nun, was hat bitte schön das Klima, das bekanntlich zur Natur zählt, mit Politik zu tun?

Engagiert sich das Klima neuestens in der Politik? Will es sich zur nächsten Kanzlerwahl aufstellen lassen oder gar gleich ins EU-Parlament einziehen?

Interessant dabei sind beim Stichwort "politischer Klimawandel" die an den Börsen gehandelten Emissionszertifikate.

Lassen wir doch die Gedanken kreisen, nur so hin und her, her und hin:

Politik - Börse - Handel - Gewinne

Schauen wir zum besseren Verständnis mit der Lupe auf ein Beispiel:

Die Grenze der Emissionen werden von der Politik aufgrund des Wunsches der Wirtschaft auf 100 % begrenzt.

Land A produziert in einem Geschäftsjahr nur 70 % Emissionen (wie werden diese eigentlich gemessen und von wem?) und Land B kommt auf 130 % Emissionen.

Land B überschreitet also die 100% Grenze.

Nun kann Land A dem Land B 30 % Emissionen abkaufen und somit sind beide Länder auf der festgelegten 100% Zielmarke.

Kauf und Verkauf der Papiere werden an der Börse gehandelt.

Toll! Schon sind die Länder auf 0% Emissionsausstoss gekommen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich die Schlagzeilen:

"Hurra, wir sind Klimaneutral".

Aber ist es dann wirklich so?

Wer es nicht „glaubt“,der möge sich einmal mehr als nur Knietief in die Materie einarbeiten. Ein guter Ausgangspunkt dafür wäre z. B. auf Wikipedia zu finden (LINK).

Nächstes Schlagwort:

• Gesellschaftliche Transformation

Was steckt in dieser Aussage drin?

Gesellschaft, ja, das versteht ja noch fast jeder. Gesellschaft, das bist du und du und du und ich. Wir bilden also die Gesellschaft.

Transformation bedeutet auf Deutsch übersetzt: Umformung.

Eine gesellschaftliche Transformation ist also die Umformung einer vorhandenen Gesellschaft. Du und du und du und ich sollen "umgeformt" werden.

Nur hat irgendjemand einmal genau das Ziel der Umformung beschrieben?

Welches Ziel hat die momentan in Angriff genommene Umformung der Gesellschaft?

Was geschieht mit denjenigen, die sich nicht umformen lassen wollen?

Die netteste Aussage, eigentlich eher eine Drohung, ein Angstargument, haben wir mit:

• Wir sterben alle morgen (also wegen des Klimas)

Mit Angst halte ich Menschen "klein", ich kann einen ängstlichen Menschen derart psychologisch manipulieren, dass er genau das macht, was ich will.

Auch diese Art der politischen Führung gegenüber den Einwohnern eines Landes ist hinreichend bekannt, sei es aus der vergangenen Geschichte oder aus dem Heute.

Auf solchen Schwachsinn, "wir sterben", weil wir daran Schuld sind, dass das Klima einen politischen Wandel vollzieht, reinzufallen und unreflektiert „den politischen Machthabern“ hinterher zu dackeln, die das verbreiten, ist extrem gefährlich.

Zumindest beantwortet mir die momentane Entwicklung auf dem politischen und wirtschaftsorientierten Parkett eine sehr wichtige Frage:

Wie kam es eigentlich dazu, dass so viele damals "dem" bereitwillig gefolgt und hinterher gerannt sind?

Druck, Manipulation, Vorgabe von Zielen, die nicht in Frage gestellt werden dürfen und noch vieles mehr sind die Antworten.

Das führt dann konsequent zur Denunzierung von Nachbarn oder von Familienmitgliedern bei der Obrigkeit. Allen eben, die der Angst-Druck-Kulisse keinen bedingungslosen Gehorsam leisten wollen.

Wenn das einmal richtig durchdacht würde, was momentan im Gesamten abläuft und wer das alles propagiert...

Für mich stellt sich auf alle Fälle die Frage des Todes mit nur einer einzigen Frage, in der das Klima keinen Platz haben wird und hat: Wie sterbe ich mit meinem HERRN?