Die längste Schneemobilkarawane der Welt - Weltrekordversuch in Malå / Lappland

Weltrekorde sind eine feine Sache. Aber es gibt schon ziemlich viele. In Malå - einem "Mekka" für Schneemobile, Schneemobilfahrer und Schneemobilliebhaber in Lappland haben sich das Orga-Team des Winterfestivals und der Schneemobilclub am vergangenen Wochenende der Aufgabe gestellt, einen neuen Weltrekord aufzustellen: Die längste Schneemobilkarawane der Welt. Kein einfaches Unterfangen. Die Messlatte ist vermutlich - das ist noch nicht abschliessend geklärt - ein Weltrekord aus dem Jahre 2004. Am 21.02.2004 hatten sich in Roseau, Minnesota, USA insgesamt 820 Schneemobile zu einer "Parade" versammelt.
 
Im Inland von Västerbotten sind die Voraussetzungen diesen Rekord zu knacken eigentlich nicht schlecht. Hat Västerbotten doch die höchste Schneemobildichte pro Einwohner in ganz Schweden. Nach den Daten des schwedischen statistischen Zentralbüros kommen z. B. in Malå auf 100 Einwohner 26 Schneemobile. Den schwedenweiten Rekord hält übrigens das benachbarte Storuman mit 50 Schneemobilen pro 100 Einwohner.
 
Zurück zu Malå. Bei 3.160 Einwohnern in der Verwaltungskommune sollten eigentlich 821 Schneemobile vohanden sein. Mit einigen Schneemobilen aus den benachbarten Kommunen standen die Chancen nicht schlecht einen neuen Rekord aufzustellen. Zumal die Definition der "Karawane" im Zusammenhang mit dem bereits bei Guiness verzeichneten Rekord unklar zu sein scheint.
 
So wurde also ein grosser Aufruf über lokale Medien verbreitet und alle Skoterfahrer aus der Gegend wurden zur Teilnahme am Rekordversuch eingeladen. Ein grosses Spektakel, das auch jede Menge Schaulustige angelockt hat und zugleich eine schöne Schau von Oldtimern und High-Tech-Fahrzeugen. Die Route ging vom Startplatz an der Eishalle über den Skihang auf den Gipfel des Tjamstanberges und dann wieder den Hang hinunter. Am Fussende des Hanges hat sich die Schneemobilmeute dann im Pulk versammelt. Der Start war um 16 Uhr, verzögerte sich aber wegen vieler Nachkömmlinge etwas. Schliesslich mussten alle Teilnehmer und alle teilnehmenden Schneemobile ordnungsgemäss registriert werden.
 
Die schlussendliche Zahl lag bei 254 Schneemobilen. Ob das einen Weltrekord ergibt, wird sich noch zeigen müssen. Bei Guiness eingereicht sind die Daten jedenfalls und ein interessantes Spektakel war das Ereignis allemal.
 
Wir waren vor Ort und haben für Sie eine Galerie und einen Film erstellt. Viel Spass!
 
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-> Till bildspelet: Världsrekordförsök i Malå - Världens längsta skoterkaravan



 



Entkirchlichung in Schweden - Ein Zustandsbericht am Beispiel Kristineberg

Ein verhangener, grauer Wintertag. Irgendwie angemessen und passend zum heutigen "Highligt" des Tages. Es geht um den Abriss einer Kirche.
 
Kristineberg ist der Ort des Geschehens. Bloglesern dürfte der Name bekannt vorkommen. Beheimatet Kristineberg doch einen der touristischen Magneten in unserer Gegend: Die in einem Bergwerk in fast einhundert Metern Tiefe gelegene unterirdische Kirche.
 
Die "Untergrundkirche" geht auf eine Begebenheit zurück, die sich im Jahre 1946 ereignet hat. Nach einer Sprengung zeigte sich damals in einer Tiefe von 107 Metern eine über 2 Meter hohe Christusgestalt an einer der Grubenwände. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von dem Ereignis und Menschenmassen wagten den seinerzeit sehr beschwerlichen Abstieg, um das Bildnis sehen zu können. Unweit der damaligen Fundstelle wurde 1990 eine unterirdische ökumenische Kapelle in einem ehemaligen Werkstattraum des Bergwerkes eingerichtet. Die Kapelle kann noch heute besucht werden.
 
Doch damit nicht genug. Interessanterweise gibt es zu diesem Ereignis eine überlieferte lokale Prophezeiung in der es heisst, dass sich Christus in Kristineberg mehrere Male zeigen werde.
 
Das geschah u.a. 1968. In diesem Jahr wurde beim Umbau eines Geschäftslokales in Kristineberg eine Marmorplatte gefunden, auf der dieselbe Gestalt, wie sie seinerzeit in der Grube zu sehen war, deutlich zu erkennen ist. 
 
Alles in allem dürfte zu erwarten gewesen sein, dass die Gegend um Kristineberg von einer besonderen Frömmigkeit geprägt ist. In der Praxis hat nun aber ein landesweiter schwedischer Trend auf besonders drastische Weise gerade in Kristineberg seine Auswirkungen gezeigt. Nachdem die Bevölkerung (Stichwort: Urbanisierung) in Kristineberg von einst noch knapp eintausend Einwohnern im Jahre 1960 auf nur noch gut zweihundertfünfzig im Jahre 2010 zurück gegangen ist, ist der Kirchenbesuch im Gleichklang mit der negativen Bevölkerungsentwicklung eingebrochen. Die Kirche aber für eine blosse handvoll Gottesdienstbesucher zu heizen, war für die Kirchengemeinde wirtschaftlich schlicht nicht mehr tragbar.
 
Und so kam es zu einem in Västerbotten bislang einmaligen Beschluss: Nach 56 Dienstjahren wurde der Abriss der Kirche beschlossen. Vergangenen Dienstag war es schliesslich soweit und binnen eines Tages war, wo einst die Kirche stand, nur noch blanker Erdboden zu sehen. Lediglich der separat stehende kleine hölzerne Glockenturm steht - wie ein Mahnmal - noch an alter Stelle. Die Stimmung war gespenstisch. Zu Beginn der Abrissarbeiten hatte sich eine grössere Menge an schaulustigen Zuschauern versammelt. Am späteren Nachmittag war in düsterer und geradezu bedrohlicher Atmosphäre nur noch der Abrissbagger am Werk. Zu dieser Zeit entstand auch die gezeigte Aufnahme. Sie ist symbolisch. Symbolisch für einen Trend: Die Entkirchlichung der schwedischen Gesellschaft.
 

Abriss der Kirche in Kristineberg Västerbotten Lycksele kommun
13.02.2013 - Abriss der Kirche in Kristineberg

 

Im Griff der Kälte - Fünf Listen mit Tipps für Leben, Arbeit und Fotografie im Winter

Vor exakt einem Jahr hatte ich über die "Minus-40-Grad-Woche" am Polarkreis in Lappland gebloggt.
 
Anfang Februar ist - nach dem Klimazyklus - erfahrungsgemäss eine der kältesten Perioden des Winters in den skandinavischen Ländern. In diesem Jahr war und ist es bislang nicht ganz so kalt wie in den früheren Jahren, aber dennoch schwingt sich das Thermometer nach Sonnenuntergang (derzeit gegen ca. 16 Uhr) um die +/- minus 30 Grad ein.
 
Auch andere Erdteile werden derzeit von Winter- und Kältephänomenen geplagt (siehe z. B. die verheerenden Blizzards in den USA).
 
Für alle, die sich der Kälte nicht entziehen können oder wollen, habe ich die wichtigsten 5 Listen zu Tipps für den Umgang mit der Kälte bei Leben, Arbeit und Fotografie zusammen gestellt:
 
1. Tipps für den Umgang mit der Kälte
 
2. Wintervorbereitungen: Mobilität und Auto
 
3. Fotografieren in der Kälte: 8 Fototipps für Eis, Schnee und Winter
 
4. Tipps zur mobilen Fotografie - Mit dem Smartphone durch den Winter
 
5. Polarlichter (Nordlichter, Aurora borealis) richtig fotografieren
 

 Snowcap at minus 25 C
Snowcap at minus 25 C

 

Foto-Futter-Extra: Ram Trucks Super Bowl Comercial "Farmer" - Football und Photography

Was hat der Super Bowl mit Fotografie zu tun? Es soll heute nicht um Sportfotografie gehen, sondern um Inspiration der Extraklasse.
 
Aber der Reihe nach: Der Super Bowl ist bekanntlich eines der grössten jährlichen Sportereignisse in den USA. Genauer gesagt: Das Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga National Football League. Dieses Finale erreicht in den USA regelmäßig die höchsten TV-Einschaltquoten des Jahres. In Zahlen sind das durchschnittlich 90 Millionen Zuschauer (der Rekord lag sogar einmal bei um die 140 Millionen).
 
Besonders interessant sind die Werbespots (die bei diesem Event zu Rekordpreisen zu haben sind: Wir reden über ca. 3 Millionen Dollar für 30 Sekunden Werbezeit). Legendär ist mittlerweile z. B. der 1984 von Apple zur Super5 Bowl XVIII geschaltete Werbespot.
 
Am vergangenen Sonntag war es nun wieder einmal an der Zeit für den Super Bowl (Nummer XLVII in New Orleans, die siegreichen Baltimore Ravens gegen die San Francisco 49ers).
 
Und ein Werbespot stach mit Abstand heraus: Der Ram Trucks Commercial unter dem Titel "Farmer".
 
 
 
Womit wir mitten im Thema wären. In diesem brillianten und ergreifenden Spot werden eine Reihe von hervorragenden Fotografien zu einer Story verwoben. Die Aufnahmen sind atemberaubend - sowohl von der Güte der Einzelbilder, wie auch vom Storytelling. Die Agentur "The Richards Group" hat für die Produktion zehn Weltklassefotografen engagiert, was sich im Ergebnis deutlich wider spiegelt.
 
Der Foto-Futter-Tipp ist: Bitte unbedingt die Portfolios dieser zehn Meister ihres Faches in Ruhe durchsehen. Eine Augenweide und eine Quelle der Inspiration. Es geht um:
 
William Allard,
 
Andy Anderson,
 
Jim Arndt,
 
Daniel Beltra,
 
Mark Gooch,
 
Andy Mahr,
 
Kurt Markus,
 
David Spielman,
 
Matt Turley und
  
Olaf Veltman.
 

Irgendwo unter dem Eis...

...muss das doch Auto sein. Nachdem uns in den vergangenen Tagen mehre Mails mit Nachfragen erreichten, warum es denn hier im Blog derzeit etwas ruhiger sei, heute ein kleiner Einblick in das winterliche Alltagsleben am Polarkreis.

Winter ist natürlich Hochsaison, was die Tourismusfotografie anbelangt. Der Kalender ist also ohnehin gut gefüllt mit vielen Terminen. Diese sind meist auch mit längeren Anfahrten verbunden. Soweit so gut, und soweit so erfreulich.

Der Winter hat aber eben auch den Nebeneffekt, dass vieles einfach mehr Zeit benötigt: Fahrten, die im Sommer eine Stunde lang sind, verdoppeln sich oft zeitmässig. Dazu kommt jede Menge Extraarbeit. Dieser Winter ist bislang von häufigen Temperaturwechseln gekennzeichnet. Heute minus 25 und morgen nur minus vier. Das hat unerfreuliche Nebeneffekte. Nach einer längeren Autofahrt bei minus vier Grad ist das Auto halbwegs auf- oder zumindest gut angetaut. Abtrocknen ist aber schwierig. Wenn also in der Garage kein Platz ist, ist das Auto bis zum nächsten Morgen mit einem gediegenen Eispanzer überzogen. Resultat: Um allein die Türen öffnen zu können, ist oft erst mal die Heissluftpistole angesagt und das Auftauen zur Herstellung der "Fahrbereitschaft" kann gut und gerne mal eine halbe bis ganze Stunde dauern.

Kurz und gut: Die Tage sind gefüllter,als in der Sommersaison und fürs Bloggen bleibt schlicht weniger Zeit. Aber der Winter ist ja bald vorüber...

Irgendwo unter dem Eis ... muss das Auto doch sein...
Irgendwo unter dem Eis ... muss das Auto doch sein...