Fototipp: Digitalfotografie und die Kälte

Wieder gibt es eine neue Rubrik. In der Rubrik "Fototipp" werde ich in loser Reihenfolge unsere Erfahrungen mit der Digitalfotografie in Lappland bloggen. Vielleicht ist der ein oder andere nützliche Gedanke oder Hinweis für Sie dabei. Denn Sie wissen doch: Es ist schmerzfreier aus den Fehlern anderer zu lernen! In diesem Sinne: Viel Spass mit der neuen Rubrik.

Heute gehts los mit dem Fototipp zum Fotografieren in der Kälte

Sind mechanische Kameras relativ kälteunempfindlich, ist das bei Digitalkameras leider nicht ganz so unproblematisch. Unsere Erfahrungen mit der Kälte und dem kalten Klima habe ich hier einmal für Sie zusammengestellt:


1. Das Kondensproblem

Besonders wichtig: Nach einem längeren Einsatz draussen in der Kälte ist besondere Vorsicht beim Aufwärmen der Kamera angesagt. Denn beim Aufwärmen kondensiert die Luftfeuchtigkeit aus der wärmeren Luft an der kälteren Kamera.

Das kann unangenehme Folgen haben. Das kondensierte Wasser kann als “Eispanzer” an der Kamera und auf den Linsen gefrieren. Noch unangenehmer wird es, wenn kondensierendes Wasser in die Kamera oder in das Objektiv eindringen. Das kann leicht dazu führen, dass sich die Kamera in einen Haufen Elektroschrott und das Objektiv in ein Feuchtbiotop verwandeln!

Das behutsame Aufwärmen ist also das A und O. Die Kamera zum Aufwärmen unbedingt in ein geschlossenes Behältnis (Plastiktüte reicht) packen und bitte gaaanz langsam auftauen. Nicht gleich in die gute Stube neben die Heizung legen. Ich lege die Kamera z. B. - wenn es draussen unter Null Grad hat und ich längere Zeit draussen oder unterwegs war - in der verschlossenen Fototasche immer erst für ein bis zwei Stunden ins schwach geheizte Treppenhaus.

Extratipp: Wenn Sie es ganz eilig haben, Ihre Fotos zu begutachten nehmen Sie die Speicherkarte aus der Kamera bevor Sie die Kamera mit ins Haus nehmen. Gerade SD-Speicherkarten sind relativ unempfindlich. Während sich die Kamera langsam im Treppenhaus aufwärmt, können Sie schon mit dem Kartenleser die Fotos von der Karte laden.

Sie sollten es übrigens unbedingt vermeiden, draussen bei Kälte versehentlich auf die Linse zu hauchen. Ist mir an Neujahr bei minus 20 Grad passiert. Die Linse ist sofort mit einer dünnen Eisschicht angefroren. Der Effekt sah zwar auf den Fotos gut aus. War aber trotzdem äusserst ärgerlich.


2. Das Akkuproblem

Die Sache mit der Stromversorgung ist bisweilen ein wirklich leidiges Thema. Gerade die Kompaktkameras leiden darunter. Die DSLRs sind erstaunlicherweise besser dran. Ich bin in diesem Winter häufig ein bis 3 Stunden bei minus zehn bis minus 20 Grad mit der D40 oder der D40x zum Fotofrafieren draussen gewesen.

Da liest man immer wieder den Tipp die Akkus aus der Kamera zu nehmen, wenn man die Kamera gerade nicht braucht, und die Akkus in die Hosentasche zu stecken. Ich finde das Quark mit Sosse, denn wer schon mal versucht hat bei minus 20 Grad den Akkufachdeckel aufzufriemeln macht das nur, wenn es wirklich sein muss. Und wenn dann das schöne Motiv kommt, soll man den Akku in aller Ruhe wieder reinfriemeln. Ob man dem Traummotiv Wolf dann erklären kann, er möge doch bitte warten? Im Ernst: Ein Ersatzakku gehört in die Hosentasche (oder einen Innentasche). Damit hat es sich dann aber.

Erstaunlicherweise sind die Akkus der DSLRs relativ kälteunempfindlich. Die D40 und die D40x - mit Originalakkus - können bei minus 10 bis minus 20 Grad 3 Stunden und zwischen 500 und 1000 Aufnahmen durchhalten. Wohlgemerkt ohne internen Blitz und mit allen Monitorsparoptionen!

Für die Kompaktkameras ist es schwieriger. Entweder immer wieder gleich in die Hosentasche - was aber ein elendes Gefriemel ist - oder ständig den kalten Akku gegen den angewärmten aus der Hosentasche tauschen, was keine Freude macht.


3. Das Elektronikproblem

Auch die Kameraelektronik reagiert auf die Kälte. Da der Sensor “gekühlt” wird, reduziert sich das Bildrauschen. Zudem werden die Bilder mit abnehmender Temperatur tendentiell schärfer. Auch die Farben blühen unter tiefen Temperaturen auf.

Also unbedingt in Ruhe ausprobieren, bevor es im Ernstfall drauf ankommt und dann unerwartete Ergebnisse zu Tage treten!