Bibble 5: Auf die richtige Einstellung kommt es an

Bibble 5: Auf die richtige Einstellung kommt es an

Heute wieder mal ein Beitrag zum RAW-Workflow, d.h. zu Bibble. Je länger ich mit der nun etwa ein halbes Jahr vorliegenden 5-er Version von Bibble arbeite, desto mehr bin ich begeistert. Aktuell ist übrigens die Version 5.0.3.

Zwar nutze ich immer noch meine “althergebrachte” Form der Medienverwaltung, sprich das gute, alte iView Media Pro (schon einige Jahre alt aber m. E. immer noch unschlagbar). Der Rest des Workflows spielt sich aber zu 95% in Bibble ab. Photoshop ist für Auftragsarbeiten nur noch sehr selten im Einsatz.

Wie bei allen neuen Geräten und Programmen braucht aber auch Bibble ein paar Grundeinstellungen. Nicht anders als bei der Kamera. Mit den “Ab-Werk-Einstellungen” lassen sich nur selten richtig gute Ergebnisse erzielen :)

Und da mich in den vergangenen Wochen einige Mails zu diesem Fragenkreis errreicht haben, möchte ich diesen Beitrag den Grundeinstellungen in Bibble widmen. Natürlich spiegeln sich hier auch einige individuelle Aspekte des Sehens und des eigenen Geschmacks wider. In jedem Fall kann ich aber einen guten Ausgangspunkt anbieten.

Vorab: Bibble öffnen und eine RAW-Datei öffnen. Am besten eine, die noch nie zuvor mit Bibble geöffnet worden ist. Auf die Miniatur der Datei doppelklicken (grosse Anzeige) und dann legen wir los:


Arbeitsfarbraum und Ausgabefarbraum

Mit den Farbräumen herrscht immer wieder eine Menge Verwirrung. Die heutigen Digitalkameras haben in aller Regel einen Farbumfang, der über die gängigen (!) Farbräume, also Adobe-RGB und sRGB weit hinausgeht. Die Daten müssen also in die kleinen Farbräume “hineingequetscht” werden und dabei kommt es zu Verlusten.

Deswegen ist es wichtig, für die interne Verarbeitung einen möglichst grossen Farbraum zu wählen, damit die internen Berechnungen des Programmes eine möglichst grosse Datenbasis zur Verfügung haben. Dieser interne Farbraum wird als “Arbeitsfarbraum” bezeichnet. Wählt man hier einen kleinen Arbeitsfarbraum, geht - bildlich gesprochen - einiges an Möglichkeiten der internen Verarbeitung “verloren”. Bitte ggf. selbst ausprobieren: Man sieht den Unterschied deutlich!

Der optimalste Arbeitsfarbraum in Bibble ist derzeit Pro Photo RBG.

-> Einstellung über den Reiter “Farbe” rechts. Dann zum Tab “Farbmanagement” (ggf. aufklappen) und im zweiten Aufklappmenü dann “Pro Photo RGB” auswählen.

Screenshot Bibble 5


Die nächste Frage ist nun die nach dem passenden Ausgabefarbraum. Fürs Web wäre das sRGB, für Print i.d.R. Adobe RGB (1998). Bei Unklarheiten zum Ausgabefarbraum den Auftraggeber fragen, welchen Farbraum er bevorzugt! Der Ausgabefarbraum in Bibble wird in den Ausgabequeues eingestellt.

-> Dazu Menü links aufklappen (nach links zeigendes Dreieck ganz oben links) und auf die entsprechende Ausgabequeue (z.B. JPEG Full Size) klicken. Dann im Fenster mitte-links den Ausgabefarbraum wählen.

Screenshot Bibble 5


Warum ist der Ausgabefarbraum wichtig? Wird ein “zu grosser” Farbraum verwendet, verfälschen sich die Farben deutlich. Oft sehe ich Fotos im Web, die z. B. den Pro Photo Farbraum enthalten. Das sieht dann meistens ziemlich komisch aus :)

Tipp: Ctrl-Klick auf eine der Ausgabequeues öffnet ein Kontextmenü. Dort kann über “Duplizieren” oder “Neu” eine neue Ausgabeque erstellt werden. So kann eine Queue für jeden erforderlichen Ausgabefarbraum erstellt werden.

Übrigens ist der Ausgabefarmraum auch bei den Print-queues wichtig. Bitte ggf. drandenken. Spielt für mich aber keine Rolle, da ich die Print-queues aus Bibble heraus nicht benötige und nicht nutze.


Bildprofil

Die verschiedenen Bildprofile rendern das Bild unterschiedlich. Für den ersten Blick und die weitere Bearbeitung ist daher ein möglichst neutrales Profil sinnvoll. Das neutralste Profil hört auf den Namen “Portrait reduziert”.

-> Rechter Reiter “Std”, Tab “Basiskorrekturen” (ggf. aufklappen), zweites Aufklappmenü und dort “Portrait reduziert” auswählen.

Screenshot Bibble 5



AutoKorrektur

An dieser Stelle bietet es sich an, auch gleich die AutoKorrektur abzuschalten. Diese “spreizt” das Histogramm so, dass der gesamte Bereich ausgenutzt wird. Das Bild wird subjektiv “heller” und verändert sich. Mit eingeschalteter AutoKorrektur lässt sich eine RAW-Datei schlecht beurteilen. Und wenn es denn dann “heller” werden soll, dann bitte mit Belichtungskorrektur (oder Füllicht).

-> Rechter Reiter “Std”, Tab “Basiskorrekturen” (ggf. aufklappen), das Häkchen bei AutoKorrektur abwählen.


IPTC-Metadaten

Ein guter Rat ist es, in jedes Bild einige elementare Metadaten einzubetten.

-> Rechter Reiter “Meta”, Tab “Metadaten” (ggf. aufklappen), im Aufklappmenü “Photgrapher” auswählen und die einzelnen Felder mit den eigenen Daten betanken.

Screenshot Bibble 5


U.U. ist es aber sinnvoll die Metadaten über mehrere Presets separat hinzu zu fügen. So z. B. wenn Bilder an Stock-Agenturen angeboten werden sollen, denn verschiedene Stock-Agenturen lassen z. B. Weblinks in den Metadaten nicht zu.


Weitere Einstellungen

Hier setzt der persönliche Geschmack ein. Ich empfinde oft einen kleinen Farbschub als hilfreich. Hier bietet sich der Vibrance-Regler an (da dieser die Hauttöne weniger stark beeinflusst). Meine persönliche Vorgabe liegt oft bei +5. Je nach Bildserie bietet sich auch eine spezielle Gradationskurke (z. B. S-Kurve oder ein spezielles “Filmimitat”) als Preset an. Dazu schreibe ich aber zu einem späteren Zeitpunkt einen ausführlicheren Artikel.


Wichtig - Alles als Voreinstellung festlegen

Nun folgt der letzte und wichtigste Schritt. Wir wollen nun alle festgelegten Einstellungen als Voreinstellung für künftige Bilder speichern.

Dazu machen wir das Bild jetzt wieder zur Miniatur.

-> Menüleiste oben mittig auf das Symbol für Miniaturen klicken. Dann einfacher Ctrl-Klick auf das soeben mit den Einstellungen versehene Miniaturbild. Im Kontextmenü jetzt “Einstellungen” wählen.

Screenshot Bibble 5


Nun bieten sich zwei Alternativen:

Entweder die soeben festgelegten Einstellungen als generelle, oder als kameraspezifische RAW-Vorgabe sichern. Ich verwende eine generelle RAW-Vorgabe. Je nach Wunsch den entsprechenden Menüeintrag wählen und im nächsten Bildschrim auf “OK” klicken. Voilà. Alle künftig (erstmals) mit Bibble geöffneten Bilder haben die entsprechenden Voreinstellungen!

Das war es für heute in Sachen Bibble. Fragen gerne einfach in die Kommentare posten.

Der nächste Artikel zu Bibble wird sich um die PlugIn-Essentials drehen: Welche der mittlerweile recht zahlreichen PlugIns sind ein “must have”.