Nachlese zur Europawahl in Schweden - Stichwort: Geheime Wahl

Die OSZE hat gesprochen und Schweden hat gehört. Wie wir bereits im Jahre 2014 erstmals berichtet hatten, gab es Probleme mit dem Grundsatz der geheimen Wahl in Schweden. 2018 hatten wir das Thema nochmals aufgegriffen.

Das Problem hier in Schweden war - einfach gesagt - dass die Stimmzettel für die einzelnen Parteien in den Wahllokalen öffentlich sichtbar ausgelegt waren. Der Wähler nahm bislang den Stimmzettel einer bestimmten Partei, steckte diesen in ein Kuvert um das Kuvert dann in sie Wahlurne zu werfen. „Geheim“ war nur das Hineinlegen des Stimmzettels in das Wahlkuvert. Der Stimmzettel musste erst einmal gut sichtbar durch das halbe Wahllokal getragen werden. Und natürlich hatten die Zettel auch unterschiedliche Farben - je nach der jeweiligen Partei.

Das hatten OSZE und die EU im Jahre 2015 (zurecht) beanstandet.

Deswegen waren wir bei der heutigen Europawahl natürlich sehr gespannt, ob die neue Lage nach der Änderung der schwedischen Wahlvorschriften auch zu Änderungen in der Praxis geführt hat.

Dankenswerterweise war das Wahllokal zu der Zeit, zu der wir wählen waren, wie leer gefegt. Deswegen waren zwei schnelle Fotos möglich, welche die praktischen Veränderungen bildlich zeigen.

Jetzt war der Ablauf so:

Am Eingang zum Wahllokal erwartet den Wähler eine freundliche Wahlhelferin (nicht im Bild), die jedem Wähler sein (leeres) Wahlkuvert in die Hand drückt.

Der Ständer mit den Stimmzetteln ist in eine Art „kleine Wahlkabine“ (Bild Nr. 1, links im Bild) umgetopft worden, sodass der Wähler jetzt die Möglichkeit hat den gewünschten Stimmzettel im Geheimen zu nehmen (und sinnvollerweise auch gleich in den Wahlumschlag zu stecken, damit neugierige Augen den Zettel nicht beim Weg zur eigentlichen Wahlkabine (Bild Nr. 2, rechts im Bild) erkennen können). Ausserdem sind alle Stimmzettel jetzt in einheitlichem weiss gehalten, sodass man die politische Couleur bei der Abgabe der Wahlkuverts an der Urne nicht durch den weissen Umschlag hindurch sieht.

Schwedisches Wahllokal Europawahl 2019
Blick auf die neue Kabine mit den Stimmzetteln

Schwedisches Wahllokal Europawahl 2019
Blick auf die eigentlichen Wahlkabinen

Die Propaganda zur Europawahl

Eigentlich kommentieren wir aus Schweden die Innenpolitik anderer Länder (lies: Deutschland) nicht, aber zur aktuell in Deutschland laufenden Propagandakampagne sei doch etwas angemerkt.

Es ist so beruhigend, dass diese Wahl anscheinend - im Gegensatz zu anderen jüngsten Wahlen und Abstimmungen in der grossen weiten Welt - nicht von angeblichen russischen Trollen beeinflusst zu sein scheint.

Das waren die guten Nachrichten. Hoffentlich.

Die gestrige Aktuelle Kamera, sorry es war die Tagesschau, hat uns jedoch gelehrt:

Wahlpropaganda und Parteinahme der untersten Schublade wird jetzt von bezahlten YouTubern (sog. „Influencern“) gemacht und durch die - eigentlich zur Objektivität und Neutralität verpflichteten und aus Steuermitteln finanzierten - öffentlich-rechtlichen Medienanstalten publikumswiksam zur besten Sendezeit kostenlos verbreitet.

Wow!

Es ist unter den besagten Videos der Influencer nicht einmal das gesetzlich vorgeschriebenes Impressum und auch keine ladungsfähige Anschrift angegeben.

Ach! Dafür finden wir unter "Kontaktdaten" des besagten Propagandafilmchens die Firma tubeone.com (kein Link, denn denen möchten wir keinen Traffic bescheren). Bezahlte Kampagnen und Sponsoring. Gekaufte Werbung. Gekaufte Propaganda.

Wie meinte doch Herr Schäuble am 19. Mai dieses Jahres?

Es geht also um ein bezahltes Werbevideo, das da von den Medien verteilt wird (warum kommt mir da ausgerechnet das englische Zitat „When the shit hits the fan“ in den Sinn?).

Wenn die Oma um die Ecke ein Video zu ihrem legendären Napfkuchen macht und auf YouTube hochlädt, dann darf sie keinen Elektrolux-Küchenquirl zeigen. Das wäre nämlich verbotene Werbung. Bei einem bezahlten Propagandavideo ist das nicht so wichtig, wie bei der Oma Erna. Manche sind eben gleicher als andere.

Komisch auch, dass dies von all den vermeintlichen Faktencheckern und investigativen Journalisten nicht aufgegriffen wird. Sind drei Mausklicks denn schon zuviel verlangt auf der Suche nach den Hintergründen (lies: Wahrheit)?

Übrigens: Wer sich wirklich die Zeit nehmen, und besagtes Video bis ans Ende anschauen würde, der kann hören:

Zuerst wird die FDP extrem schlecht geredet, danach:
... wählt nicht die SPD,
... wählt nicht die CDU
... wählt nicht die CSU
... schon gar nicht die AfD
[...] wir können sowieso gar nichts ändern [...]

[...] Grüne und Linke sind eine Option [...]

Ende des Zwischenrufes.

Aber es soll ja noch einige Mitmenschen mit Medienkompetenz geben. Hoffentlich. Quo vadis Europa?

Gehabt Euch wohl.

PS 1: Bei uns in Schweden ist das alles ganz anders. Unser Ministerpräsident fährt extra nach Berlin um dort eine europäische deutsche Bratwurst zu essen. Seht selbst:



PS 2: Geht wählen! Bitte!

Christentum 4.0 - Auf dem Weg zur „Gott App“

Vorwort: Schweden ist das Land, in dem Skype und Spotify erfunden und entwickelt wurden. In Sachen Digitalisierung befindet sich Schweden in der europäischen Spitzengruppe.

Die schwedische Internetstiftung („Internetstiftelsen“) gibt jährlich einen Rapport zur aktuellen Lage der Internetanwendung heraus. Besonders interessant ist die nach Altersgruppen gestaffelte Statistik (Zusammenfassung hier). Der regelmässige Internet-Nutzungsgrad bei den zwischen 2000 und 2010 Geborenen liegt bei 100%.

Aus dem aktuellen ausführlichen Rapport (2018) geht hervor (Seite 61f), dass bereits 26% der Kleinkinder bis zum Alter von 12 Monaten das Internet anwenden. Bei den Einjährigen sind es 37%. Ende des Vorworts.

Laufen wir da am vergangenen Wochenende guter Dinge bei gerade einmal Null Grad Celsius und dem Mai-Schneegestöber trotzend durch die Hauptstrasse in Malå. Dabei passierten wir auch die Kirche und das Gemeindehaus der örtlichen Pfingstkirche. Ein Betonklotz aus den 70ern. Nicht unbedingt schön, zudem für die heutige Zahl an Gemeindegliedern hoffnungslos überdimensioniert. Ausserdem ist das Gebäude im Winter kaum noch zu beheizen, weil die Kosten zu hoch sind; von der daraus resultierenden Klimaschädigung einmal ganz zu schweigen.

Wir laufen also so die Strasse entlang und ich lasse meine Gedanken kreisen, als mein Blick unweigerlich auf das Hinweisschild, das direkt vor dem Eingang des Gemeindehauses steht, fällt.

Da steht doch tatsächlich „11 Uhr Gottesdienst, Web-TV“ zu lesen.

Das hat mir natürlich keine Ruhe gelassen und tatsächlich: Da werden Predigten für den Gottesdienst live gestreamt oder als Konserve vom entsprechenden YouTube Kanal der schwedischen Pfingstbewegung gezeigt.

Effektiv! Das liegt auf der Hand.

Der Pastor ist in solch einer Gemeinde schliesslich der Hauptkostenfaktor. Und für 20 Gemeindeglieder in einem Bunker, der für 250 Leute gebaut ist, werden die Finanzen schon eng.

Web-TV: Ein smarter Schachzug.

Ein ehrenamtlicher Musiker, eine Kaffeemaschine für den obligatorischen Kaffee nach der Kirche und die Organisation steht. Mehr braucht es in Schweden nicht. Und wenn die kalte Jahreszeit ansteht, kann man die Predigt auch zu Hause am Küchentisch (oder auf dem Sofa) hören und man muss nicht den ganzen Betonklotz unnötig heizen. Die Lebenslänge einer solchen Gemeinde dürfte sich damit verlängern, bis sie sprichwörtlich ausgestorben ist.

Meine Gedanken kreisen weiter und ich sehe weitere Vorteile vor meinem geistigen Auge:

- In der Zeit der Uploadfilter kann sicher gestellt werden, dass nur die gewünschte Lehre übertragen wird. Implementierte Linientreue. Nach Belieben veränderbar. Das digitale Predigtarchiv kann schliesslich jederzeit spurlos gelöscht werden. Auf Knopfdruck.

- Und über moderne digitale Werkzeuge kann auch immer gleich ein Faktencheck des Übertragenen (zudem nach wahlfreiem Masstab und dem jeweiligen „gesellschaftlichem Konsens“) durchgeführt werden. Am Bildschirmrand ist dann ein „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ zu sehen. Das Klickvieh wird somit aktiv in die Staatsräson involviert.

- Zum Streamingangebot gibt es auch gleich noch eine Spenden App. Die App erspart die lästige Bargeldhantierung für den Klingelbeutel und der unliebsame Nachbar sieht auch nicht mehr, ob der Spender Schein oder Münze abgibt. Oder?.
Nein. So doch nicht! Wo kämen wir da hin?
Das Volk will doch Transparenz. Schreit doch regelmässig danach. Es ist für den Einzelnen bestimmt ein wohliges und sicheres Gefühl wenn die Spenden App einen automatischen Upload erstellt, und alle Spendenbeträge direkt auf den Profilen der spendenden Gemeindeglieder in einschlägigen sozialen Netzwerken veröffentlicht werden.
Mist. Dann weiss der Nachbar schon wieder wie viel von wem gespendet wurde!

- Und Gott ersetzen wir im gleichen Atemzug auch gleich mit einer App. Da soll es gerade günstig eine Vorlage von den Zeugen Jehovas geben. Sind nur ein paar kleinere Anpassungen erforderlich.

Merke:

Es gibt keine Zweifel am Fortschritt! Wehe dem, der der Vergangenheit nachtrauert! Wehe ihm!
Nur was ist, wenn ein Stromausfall das Land heimsucht? Wäre die Christenheit 4.0 dann hoffnungslos verloren?

Passender Videotipp 1: Datenpanne, das kann uns nie passieren

Passender Videotipp 2: Blick in die Zukunft - Kindertrickfilm von 1982


Sage bitte künftig niemand, er hätte es nicht gewusst!

Gehabt Euch wohl.

Christentum 4.0 - Predigt via Web-TV
Christentum 4.0 - Predigt via Web-TV


Lappland: Aprilwetter im Mai

Es gäbe so viel, worüber man schreiben könnte: die bevorstehende Europawahl, CO2, selbstfahrende Elektroautos und ungefähr 100 andere „heisse Themen“. Ich bleibe bei einem weniger heissen Thema, dem derzeitigen Wetter in Lappland.

Nach einer wirklich schönen und warmen zweiten Aprilhälfte mit ungewöhnlich hohen Tagestemperaturen um die plus 15, wurde zum ersten Mai punktgenau der Wetterschalter umgelegt. Es scheint, als ob der Winter zurück wäre. Zweistellige Minusgrade unter den Nächten und die Tagestemperaturen quälen sich um den Nullpunkt herum. Das Highlight heute: Beim ersten morgendlichen Blick durch das Fenster waren 5-10 cm Neuschnee zu sehen (und während ich diese Zeilen schreibe tanzen die Schneeflocken draussen umher).

Als Aprilwetter wird - gemäss Definition - umgangssprachlich „launisches“, wechselhaftes Wetter mit rascher Abfolge von Sonnenschein, Bewölkung und Regen (mitunter Schnee und Hagel) bezeichnet.

Es sei mal dahin gestellt, ob diese mitteleuropäische Defintion so ohne weiteres auf die Regionen um den Polarkreis übertragen werden kann. Auf Schwedisch spricht man jedenfalls auch von „aprilväder“ und die Definition in der schwedischen Wikipedia liest sich fast wortgleich wie das deutsche Gegenstück.

Also: Schon dem Begriff nach gehört das Aprilwetter in den April. Das Aprilwetter selbst scheint das aber nicht zu wissen, und hat sich eigenmächtig in den Mai verzogen. Glaubt man den Prognosen, soll es die nächsten beiden Wochen unser unerwünschter Gast sein.

Noch was. Der ungewöhnlich warme April hat in Südschweden schon zu den ersten grösseren Waldbränden geführt und der viel zu geringe Niederschlag im zweiten Jahr in Folge führt dazu, dass schwedische Behörden - allen voran das SMHI - bereits vor bevorstehendem Wassermangel in der Region um Stockholm und Uppsala warnen.

Belassen wir es dabei für heute. Könnte ein spannendes Jahr werden.

Lappland: Sonnenuntergang über einem See
Was fürs Herz: So schön war es vor einer Woche...


Alles nicht mehr, wie es einmal war...

Da gas es früher mal einen guten Witz. Und der ging so: Ein Schafzüchter in Australien hatte sich einen neuen Rolls Royce gekauft. Einige Wochen später traf er den Autoverkäufer in der Stadt, der sich nach der Zufriedenheit mit dem neuen Rolls erkundigt. „Das Auto ist fantastisch“, sagte der Schafzüchter, „insbesondere die Trennscheibe. Da habe ich nicht ständig die Schafe im Nacken, wenn ich sie zum Markt bringe“.

Dürfte schon gut 35 Jahre her sein, dass ich diesen Witz zum ersten Mal gehört habe. Aber als ich neulich in Arvidsjaur durch die Hauptstrasse gegangen bin, stand er mir förmlich und im übertragenen Sinn vor Augen.

Hier in Lappland testen die meisten der grossen Automobilkonzerne ihre Autos. Es ist nicht unüblich, im tiefsten Winter und auf Nebenstrassen von einer Reihe Ferraris oder Lamborghinis überholt zu werden. Auch mehr gewöhnliche Autos gibt es den Winter über in Hülle und Fülle, serientaugliche wie sog. Erlkönige. Im Fachjargon heisst Lappland schlicht „Testgebiet Nord“ und alles ist fürchterlich geheim. So geheim, dass man in manchen Hotels keine Mobiltelefone bei sich haben darf (Kameras sind sowieso tabu).

Ist uns eigentlich ziemlich egal, solange noch ein halbwegs vernünftiger Mensch hinter dem jeweiligen Steuer sitzt und derselbe dann auch einigermassen vernünftig und rücksichtsvoll fährt.

Manchmal trifft man auch auf eher unübliche Autos. So stand da ein fabrikneuer Bentley Bantayga (Ausführung Hybrid mit schlappem 2,9 Liter Motor mit 330 KW, über 300 Km/h schnell und für nur so um die 135.000 Euro zu haben) am Strassenrand geparkt. Hübsch anzusehen. Also habe ich das Telefon gezückt und ohne grössere Hintergedanken ein paar Detailaufnahmen gemacht. Als ich so das Auto umrundete, traf mich auf der Rückseite fast der Schlag. Warum? Selbst gucken ;)

Bentley Bantayga Hybrid in Arvidsjaur
Nette Details: Schriftzug im Scheinwerfer

Bentley Bantayga Hybrid im Testgebiet Nord
Ein hübsches „Bentley“ Logo - und die Motorhaube sollte mal wieder poliert werden ;)

Hammer: Bentley Bantayga mit serienmässiger Anhängerkupplung
Der Hammer: Mit serienmässiger Anhängerkupplung?!?!?!


Konsumismus - Der Wahnsinn hat Methode

Heute ein ganz männliches Thema. Ein sehr männliches Thema. Nur ein männliches?
Schauen wir mal.

Es geht nämlich um Rasierapparate.

Also ich lege ja Wert auf langlebige Qualität. Gerne aus Deutschland (oder zumindest dort entwickelt und / oder konstruiert). Zumindest was die Technik betrifft.

In Sachen Rasierapparat bevorzuge ich einen aus dem Hause Braun.
Auf der Schachtel steht sogar eine deutsche Firmenadresse (wobei das Gerät natürlich „Made in China“ ist).

Unter der deutschen Firmenadresse steht dann noch der Firmenname: Procter&Gamble.

Aha.

Nun hat sich vor einigen Tagen das Scherblatt an meinem treuen Rasierapparat nach fünf Jahren mit der Folge eines blutigen Kratzers am Hals verabschiedet.

Dass Scherblätter nicht für die Ewigkeit gebaut sind (wobei selbst die Theologen mit dem Begriff der Ewigkeit ihre Schwierigkeiten zu haben scheinen), ist allgemein bekannt. Sollte aber kein Problem sein, denn da gibt es doch Ersatzteile (zumindest war das früher mal so)?

Heute im Elektro-Fachgeschäft kurz vorbei geschaut.

Und: Oh Wunder, die haben sogar das passende Ersatzteil!
Der angeblichen Globalisierung sei Dank!

Die Verkäuferin hat sich sichtlich gefreut, dass jemand bei ihr nach einem Ersatzteil gefragt hat (scheint eher in die Kategorie „Ladenhüter“ zu gehören). Während Sie im Regal nach dem richtigen Schächtelchen kruschelte erzählte sie mir noch nebenbei, dass sie demnächst kein Bargeld mehr akzeptieren werden und das es eine Entscheidung „von ganz oben“ sei. Erfreut schien sie über diese Tatsache nicht zu sein, denn hier in Schweden erhalten noch sehr viel Rentner ihre monatlichen Rentenauszahlungen in bar und ein knapp 100-Jähriger ist nun in Zukunft gezwungen einen Computerkurs zu belegen?

Hier wird eindeutig eine Randgruppe geschaffen. Diese Menschen können nicht mehr am Wirtschaftsleben teilnehmen.

Nun gut.

Nachdem sie das passende Tütchen gefunden hatte, betrachtete ich den Preis:

Umgerechnet stolze 50 Euro. Happig, aber gut.
Was soll ich machen?

Ich nahm das Tütchen und bewegte mich in Richtung Kasse. Mein Weg führte vorbei an dem Regal mit unterschiedlichen Angeboten von Rasierapparaten.

Kurzer Stopp, denn mein Auge fällt auf exakt den gleichen Rasierapparat, dessen Besitzer ich bereits bin.

Jetzt kommt der Hammer:
Der aktuelle Neupreis liegt bei umgerechnet 43 Euro.

Nachdem sich mein Blutdruck wieder normalisiert hat, bleibt mir nur ein Gedanke:

Gier führt in den Abgrund (erleben wir ja gerade im gesamten Wirtschaftssystem) und zusätzlich werden wir Verbraucher auch noch in die Wegwerfgesellschaft gezwungen.

Chinaware zum Wegwerfen. Der Apparat besteht im Wesentlichen aus Plastik.

Wir Endverbraucher essen schlussendlich diesen Plastikwahn noch, als Beispiel in Fischstäbchen oder im Krabbensalat.

Eigentlich sollte man den Apparat in den Mixer geben und den Firmenvorständen verfüttern.

Damit sie... ach lassen wir das!

Nachtrag:

Habe eben meinen neuen Rasierapparat eingeweiht.

Es ist eine Schande! Die Qualität des gesamten Materials hat immens nachgelassen!

Also noch miserabler geht es nicht. Ich bin mehr als verärgert.

Wenn das so weiter geht mit dem Qualitätsabbau von Produkten im Allgemeinen gehen wir einer düsteren Zukunft entgegen. Und für so etwas ziehen die Konzerne uns das Geld aus der Tasche.

Was meinte einmal mein bester Freund zu mir?

Wie viel kostet das Atmen?