Moonrise over Lappland

Keine Sorge: Nein, kein Jahresrückblick. Auch kein Ausblick. Wie schon gesagt, frühestens nach dem Winter.
Nur ein Bild.

Kommt mir alle gut ins neue Jahr.


Moonrise over Lappland
Moonrise over Lappland

Postkarte aus dem Winter und Frohe Weihnachten!

Wir unterbrechen die Winterpause mit einer schnellen Meldung aus dem lappländischen Winter:

Die Schneehöhe liegt mittlerweile bei ca. 45 cm und die erste richtige Kältewelle hat uns bereits überrollt.

Eine kleine Impression der unberührten Winterlandschaft nach einer mehrstündigen Schneschuhwanderung mit dem treuen Vierpfoter und ein Eindruck der wunderbaren Winterfarben (die Sonne scheint derzeit nur 3-4 Stunden aber manchmal meint das Wetter es richtig gut mit uns).

Ende der Sondersendung und Frohe Weihnachten!

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Unberührte Schneelandschaft

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Winterfarben

Von der Flucht in die Bäume




Auerhahn - Von der Flucht in die Bäume


Die erste eisige Kältewelle hat uns im Griff. Das Aussenthermometer zeigt minus 27 Grad. Das Holz im Ofen knistert. Drinnen sind es behagliche Plus 24 Grad Celsius.

Differenz: 51 Grad!

Kein Rekordwert, aber ganz ordentlich.

Was mich bei diesen Temperaturverhältnissen immer fasziniert ist ein Paradoxon: Draussen hat es minus 27; mit jeder Menge Energie heizen wir im Haus auf behagliche Temperaturen um sodann die Tiefkühltruhe wieder auf minus 18 (also 9 Grad wärmer als draussen) zu kühlen: Potemkinsche Dörfer... Energievernichtung pur. Komische Welt; aber die Verbraucher sollen eben viel Energie verbrauchen (aber bitte klimaneutral um das konsumistische Gewissen nicht allzu sehr einzutrüben).

Im Dorf ist es still und auch auf der Strasse fahren so gut wie keine Autos. Kein Wunder, denn wer kann, bleibt zu Hause in der Nähe des Ofens.

Kältefronten stellen auch die Tierwelt vor grosse Herausforderungen. Streunende Rentiere graben verzweifelt im Schnee nach essbaren Flechten und Auerhähne bekommen kalte Füsse. Vermutlich deswegen hat sich dieses gestern gesichtete Prachtexemplar nach oben verzogen. Im Baumwipfel muss es ganz angenehm gewesen sein, denn er sass dort beharrlich und war auch durch hektisch umherlaufende Fotografen nicht zu vertreiben.

Ja und in ein paar Tagen ist auch schon wieder Weihnachten und der Jahreswechsel ist auch zum Greifen nahe. Was uns dieses Jahr ganz deutlich auffällt:

Weihnachtsstimmung will dieses Jahr so gar nicht aufkommen.

Sogar das hektische Treiben im Geschäftsleben, das hier in Schweden - gut angeheizt von der Werbung - normalerweise Mitte November einsetzt , ist dieses Jahr äusserst gedämpft. Die Werbung wird zwar immer mehr, aber irgendwie scheint sie zu verpuffen.

Der Schwede geht in der dunklen Jahreszeit nur mit - meist gelben - Signalwesten auf die Strasse, aber von Protesten auf der Strasse ist in Lappland rein gar nicht zu spüren.

Dennoch liegt momentan irgend etwas in der Luft. Nur was?

Soeben bin ich plötzlich ins Jahresendposting hinein gerutscht.

Hach... jetzt möchte ich aber nicht allzu philosophisch werden. Ein kurzer Rückblick auf das vergangene Jahr erhellt Höhen und Tiefen.

Die Zukunft? Ja, die liegt hinter dem Winter.

In diesem Sinne allen meinen Leserinnen und Lesern ein frohes, geruhsames und beschauliches Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr.

Wir lesen uns. 

Die drei besten Bücher für den Fotograf

In Workshops, persönlichen Gesprächen und auch über die digitalen Kanäle kommt immer wieder die Frage auf, welche Lehrbücher zur Fotografie denn besonders empfehlenswert seien. Um diese Fragestellung ein für alle Mal zu beantworten und damit aus der Welt zu schaffen, werde ich die Frage jetzt hier öffentlich im Blog beantworten.

Vorausgeschickt sei, dass es bei der Frage nach den besten Lehrbüchern zur Fotografie nur zu einem kleineren Teil um technisch-fotografische Aspekte geht, als vielmehr um philosophische Fragen.

Denn - Hand aufs Herz: wenn ich z. B. nur wissen will, welches Licht-Setup sich für dramatische Portraits eignet dann bietet dazu bereits YouTube dazu mehr brauchbare Treffer und Tutorials, als man vernünftigerweise benötigt.

Die technischen Fragen sind also nicht die Entscheidenden.

Die Methoden und Techniken gehören zum handwerklichen Teil. Damit wir uns nicht falsch verstehen: sein Handwerk im Laufe der Jahre immer besser zu beherrschen ist eine Voraussetzung dafür sein Motiv ins Bild zu bekommen, was man darin abbilden möchte.

Allerdings ist es eine selbstverständliche Voraussetzung - will sagen: dass du dein Handwerk so gut wie eben möglich meistern musst, ist überhaupt keine Frage oder Überlegung wert. Das ist einfach eine Selbstverständlichkeit, die dir Werkzeuge an die Hand gibt, das auszudrücken, was du ausdrücken möchtest.

Genug zur Vorrede. Eine alte Wahrheit bewahrheitet sich auch in diesem heutigen Thema wieder:

„Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ (Die Bibel, Prediger 1:9). Das kommt u. a. am Erscheinungsjahr zweier der drei Bücher zum Ausdruck.

Jetzt aber zu den Büchern:

1. Malerei, Photographie, Film von László Moholy-Nagy, Bauhausbücher Band 8, 1925

Moholy-Nagy war einer der bedeutendsten Lehrer am "Bauhaus".

Er war dort u. a. Assistent von Walter Gropius und beschäftigte sich mit typografischen Entwürfen und der Fotografie. Seine erste Ausbildung war übrigens ein Jurastudium, bevor er 1918 zur Malerei wechselte. Sein in Gemälden, Plastiken und Fotografien zum Ausdruck kommender Stil war ungegenständlich-konstruktivistisch.

Er erarbeitete die theoretischen und experimentellen Grundlagen für die Etablierung der Fotografie als damals geltende neue Kunstgattung. Man kann sagen, dass er der modernen Fotografie als Kunstform überhaupt zu ihrer Entstehung verhalf.

Moholy-Nagy nutzte dem neuen Medium angemessene Ausdrucksformen, wie z. B. die des Fotogramms. Er prägte auch den Begriff der Fotoplastik als Ausdruck für künstlerische fotografische Arbeiten, die aus der Kombination und Ineinanderschaltung verschiedener grafischer und anderer gestalterischer Elemente mit fotografischen Arbeiten entstanden.

Seinen konzeptionellen Ansatz stellt er umfassend und doch erfrischend knapp und bündig in „Malerei, Photographie, Film“ dar. Ein grosser zweiter Teil des Buches ist mit exemplarischen Bildern gefüllt, die zeitlos atemberaubend und eine Quelle der Inspiration sind.

Originalausgaben des Werkes sind äusserst selten zu finden und werden im antiquarischen Buchhandel (Tipp: zvab.com) zu Mondpreisen (aktuell zwischen etwa 2000 und 10.000 Euro, je nach Zustand) gehandelt. Es gibt allerdings eine Neuauflage aus dem Jahre 2000 die für um die 50 Euro noch erhältlich ist. Und wer des Googelns mächtig ist, kann ein PDF Faksimile der Originalausgabe finden.


2. Der Schlüssel zur Fotografie von heute von Andreas Feininger, 1958

Andreas Feininger, Architekt und Fotograf, war ein Sohn des berühmten Malers Lyonel Feininger. Auch er hat eine Anbindung an das Bauhaus, hat doch sein Vater Lyonel Feininger an der Bauhaus-Hochschule unterrichtet. Nach dem abgeschlossenen Architekturstudium wendete er sich mehr und mehr der Fotografie zu. 1933 emigrierte er von Deutschland zunächst nach Schweden um von dort 1939 in die USA auszuwandern. Sein architektonisch für Perspektiven geschultes und ausgebildetes Auge führte zu seiner Spezialität des Fotografierens mit Fachkameras und sehr langen Teleobjektiven (die er grösstenteils selbst zusammengebaut hat).

Als fotografischer Autodidakt sammelte er wissbegierig alle nur denkbaren Details rund um die Fotografie und fasste sie in einer Reihe von Lehrbüchern zusammen. 

Ich empfinde sein Lehrbuch „Der Schlüssel zur Fotografie von heute“ als das umfassendste Kompendium zur Fotografie, das alle wichtigen Grundlagen und Aspekte abdeckt.

Sehr gut gegliedert führt er den Leser von den künstlerischen Grundlagen über das fotografische Objekt und die Rolle des Fotografen hin zu einer umfassenden Bilderlehre.

Den krönenden Abschluss bildet ein Kapitel über das Wesen und den Wert der Bilderserie.

Kurz und gut: Ein umfassendes Werk, das so gut wie keine Fragen unbeantwortet lässt.

Das Werk ist antiquarisch (Tipp: zvab.com) recht günstig (einge Euro, je nach Zustand) zu erwerben und jeden Euro wert.


3. Die Seele der Kamera ... und die Rolle des Fotografen von David duChemin, 2017

Bereits die perplexe Kontradiktion im Titel des Buches verrät uns den philosophischen Hintergrund des Autors. 

Eine Kamera hat - im Gegensatz zum Fotografen - keine Seele. Der Fotograf indessen sollte eine haben und sie sollte seine Fotografie prägen. Und darum geht es in diesem Buch.

Den bewegten Lebenslauf des Autors zu studieren ist übrigens gewinnbringend. Er ist zwar Vollblutfotograf, hat aber in den vergangenen Jahren zu vielen verschiedenen Themen im Bereich Kunst, Kreativität und Business publiziert. 

Sein neuestes Buch besteht aus einer Serie von 26 Essays, die von der Rolle der Technik über die Rolle des Publikums bis hin zum Streben nach Meisterschaft in der Fotografie führen.

Sie sind jeweils nur einige Seiten lange „Destillate“ der Essenz.

In Davids unnachahmlicher Art und Weise gelingt es ihm stets die Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefgründigkeit zu halten und gerade das macht es so angenehm seine Bücher zu lesen. Die Seele der Kamera ist sein erstes Buch das ich auf Deutsch gelesen habe und die Flüssigkeit seines Stils war offensichtlich eine Herausforderung für das Übersetzerteam (dem eine hervorragende Arbeit gelungen ist). 

Es empfiehlt sich, das Buch nicht im „Flächenlesen“ zu verschlingen (wenngleich die relativ kurzen Kapitel dazu verführen mögen), sondern die einzelnen Abschnitte zu studieren, zu bedenken und sacken zu lassen. 

Wer sich in einem bestimmten Bereich weiter entwickeln möchte, kann sich mit Hilfe des gut strukturierten Inhaltsverzeichnisses gezielt einem einzigen Kapitel widmen.

Die zwischen den Kapiteln enthaltenen Fotografien (allesamt in schwarz/weiss gehalten) pointieren die jeweiligen Aussagen. Das Layout ist sehr gelungen und macht das Lesen zum Vergnügen.

Wer die beiden ersten hier vorgestellten Bücher gelesen hat, wird viele Déjà-vu Momente haben. David hat die Gabe das Wesentliche so heraus zu destillieren, dass es sichtbar, und leicht nachvollziehbar wird.

Eine wahres modernes Kompendium der Fotografie. Erschienen beim dpunkt Verlag für knapp 30 Euro.


Mit diesen drei Büchern im geistigen Gepäck bist Du gerüstet, deinen fotografischen Weg zu finden, zu beschreiten und - vorausgesetzt du bist bereit genug Zeit und Beharrlichkeit aufzubringen und zu investieren - zu deiner persönlichen Meisterschaft zu gelangen.

Schweden ./. Deutschland

Nein, in diesem Blogbeitrag geht es nicht um eine sportliche Aktivität wie Fussball oder Eishockey, sondern unsere heutige Sportarena ist die Küche und unsere Mitspieler sind Masseinheiten. 

Wussten Sie, dass die schwedische Hausfrau einen so genannten Masseinheiten-Fächer in der Küche benutzt?

Dieser Fächer besteht aus insgesamt fünf Masseinheiten und zwar:

1. 1x Kryddmått mit 1 ml Einheit,
2. 1x Tesked mit 5 ml Einheit,
3. 1x Einen grossen Löffel mit 1 dl,
4. 1x Matsked mit 15 ml,
5. 1x einen Kaffeemasseinheiten-Löffel.

Backpulver: Schweden ./. Deutschland

Der grosse Unterschied:

In einem deutschen Backpulverpäckchen finden wir insgesamt 15 Gramm Inhalt, in einem schwedischen Backpulverbecher sind satte 250 Gramm weisses Pulver enthalten.

Wenn wir nun nach einem schwedischen Rezept einen Kuchen backen möchten, jedoch ein deutsches Backpulver in den Händen halten, dann fangen die Schwierigkeiten an. Oder auch nicht.

Im deutschen Rezept würde nun die Masseinheit von 1 Teelöffel Backpulver nachzulesen sein. In der schwedischen Rezeptangabe: 1 Tesked vom Backpulver.

Doch entspricht ein deutscher Teelöffel einer echten schwedischen Tesked-Masseinheit?

Ich kann alle Hausfrauen, ob Schwedin oder Deutsche, beruhigen! 

Die deutsche Teelöffel-Masseinheit ist exakt ein schwedischer Tesked. Uff!
Ein Lob auf die Europäisierung!

Wenn die Kuchen mit dem schwedischen Backpulver aber nicht so flockig werden, wie von Oma oder Muttern gewohnt, liegt es nicht an der schwedischen Masseinheit, sondern an der Qualität des hiesigen Backpulvers.

Hier mein Rat: 

Einen halben Teelöffel mehr schwedisches Backpulver verwenden. 

Noch etwas: Nein, das schwedische Backpulver ist bei Einnahme in haushaltsüblichen Mengen - genau wie das deutsche Backpulver - nicht tödlich giftig! 

- Ein Gastbeitrag von Frau Lapplandblog -

Schwedische Messbecher
- Bild: Frau Lapplandblog -

neue serie: #newvision2 #neuessehen2

Fotografie: Neues Sehen braucht das Land. Neue Perspektiven und neue Motive.

Heute Teil 2 der Serie: #newvision2 #neuessehen2

Frei nach Laszlo Moholy-Nagy, einem der Wegbereiter des Bauhauses:

"The photographer is a manipulator of light; photography is a manipulation of light."

-> Zur Serie: #newvision2

neue serie: #newvision2 #neuessehen2