Künstlerisches und so: Ein frühwinterliches Stillleben in schwarz-weiss

[Vorbemerkung: Zu meiner Zeit waren wir noch etwas sparsamer mit der Druckerschwärze und das Wort „Stilleben“ hatte nur zwei „l“ statt derer drei in der Wortmitte. Als reine Provokation und als „Schrei nach Dreistigkeit“ (für Insider) verwende ich trotzdem die neuere Form.]

Unter einem Stillleben wird in der Geschichte der europäischen Kunsttradition die Darstellung toter bzw. regloser Gegenstände (Blumen, Früchte, tote Tiere, Gläser, Instrumente o. a.) bezeichnet.

Bäume und Schnee dürften problemlos ebenfalls unter diese Definition subsumierbar sein.

Erforderlich ist, dass die Auswahl und Gruppierung nach inhaltlichen (oft symbolischen) und ästhetischen Aspekten erfolgt.

Auch hier ein Haken an der Checkliste.

Die gelungene Komposition der herauf steigenden Bildelemente wird abgerundet durch einen optischen „Deckel“, der das Auge des Betrachters zum Verweilen und Erkunden der Bildelemente einlädt.

Zu einer eigenständigen Gattung der Malerei entwickelten sich diese Darstellungen am Anfang des 17. Jahrhunderts im Barock.

Gut, also aus dem 17. Jahrhundert ist mein heutiges Bild jetzt nicht. Das räume ich gerne ein. Aber da die Kunstform der Fotografie erst gegen 1826 erfunden wurde, dürfen wir von diesem Kriterium getrost dezent absehen. Hervorzuheben ist übrigens die überragende Tiefenschärfe (von manchen vermeintlichen Protagonisten des Genres auch fälschlicherweise als Schärfentiefe bezeichnet, ist aber auch gerade völlig schnurzpiepegal, weil so was von irrelevant).

Es wird unterschieden nach den dargestellten Gegenständen; es ergeben sich somit die Unterarten Blumen-, Bücher-, Fisch-, Früchte-, Frühstücks-, Jagd-, Küchen-, Markt-, Musikinstrumente-, Vanitas- oder Waffenstillleben. Die Übergänge zu den Bildgattungen Interieur, Tierstück oder Genre sind zuweilen fließend.

Und hier hätten wir ein Musterbeispiel für ein eigenständiges Baumstillleben, in dem auch deutlich die jahreszeitlichen Elemente zur Geltung kommen. Der Künstler deutet zugleich den hochaktuellen Zeitbezug des Klimawandels an (denn eigentlich müsste viel mehr Schnee auf den Bäumen liegen, was wegen des angeblichen Klimawandels nicht der Fall sein sein soll).

Die prägnante und eindrückliche Wahl der Aufnahme und Abbildung in schwarz-weiss stellt zudem eine deutliches künstlerisches Statement zur derzeit grassierenden Bewegung von „BLM“ dar.

Wow - und das alles, obwohl es nur ein schneller Schnappschuss mit dem Mobiltelefon in der Mittagspause war. Immer wieder erstaunlich. Mir gefällt er übrigens. Und wer an dem künstlerischen Genuss teilhaben möchte: Es wird eine limitierte Auflage handsignierter Abzüge geben.

fruhwinterliches_stillleben