Es ist Zeit

Es ist Zeit, lasst uns gehen, lasst uns lernen und verstehen.
Es ist Zeit zu leben und zu gehen.
Es wird wohl nicht sehr leicht sein und ich werd vielleicht als Narr verschrien,
doch ich will es wagen, ich will gehen.


the_last_one


Auf Wiedersehen 2020.

Denkt daran, es wird nicht besser werden.

Eure

Herr und Frau Lapplandblog


PS: Für alle Foto- und Bilderliebhaber. Künftig bitte hier entlang.


Alle Jahre wieder - Winter in Lappland - Ein künstlerischer Winterspaziergang in schwarz/weiss

Plötzlich und unerwartet ist er wieder da. Na ja, doch nicht völlig unerwartet, aber er hat sich Zeit gelassen dieses Jahr. Ein schleichender Start so zu sagen (im Schwedischen gibt es dafür das schöne Wort „smygstart“ für das es aber keine richtige deutsche Entsprechung gibt). Langer Rede kurzer Sinn: Jetzt herrscht der richtige Winter in Lappland.

Da Reisen hierher im Moment ausscheiden und wir versprochen haben, die daheimbleibenden Lappland-Liebhaber zumindest mit visuellem Input zu versorgen, nehmen wir die Leserschaft auf einen kleinen künstlerischen Spaziergang in die winterliche Idylle mit.

Eines der Motive dürfte langjährigen Lesern bereits bekannt sein. Aber die besagte Stelle ist einfach so bezaubernd schön, perfekt in Aufbau und Balance, dass ich sie einfach immer wieder fotografieren muss. Eine Location für ein perfektes winterliches Landschaftsbild eben.

Mögen die Bilder das Gemüt zum Jahresausklang erfreuen und bis bald!

Well balanced landscape lappland
Well balanced landscape

Next to each other - brothers and sisters lappland
Next to each other - brothers and sisters

On top lappland
On top

Weihnachtsgeschenk für den Fotografen, und so

Gestriges Fundstück unter dem virtuellen Weihnachtsbaum:

seine_majestat_der_fotograf


Irgendwie wertschätzend, respektvoll und angemessen, oder? Ich kann mich nur nicht völlig davon frei machen, dass da irgend ein Unterton mitschwingt ;) Habe mich aber sehr darüber gefreut :)

Frohe Weihnachten 2020

Da ist schon wieder ein Jahr wie im Flug vergangen und der Tradition nach ist es plötzlich wieder Weihnachten.

Als ich so laut vor mich hin denke, fliegt plötzlich eine spontane Frage durch den Raum:

Muss man den Weihnachts-Wahnsinn überhaupt noch mitmachen?

Gerade in diesem merkwürdigen und bemerkenswerten Jahr, in dem der für die Füllung der inneren Leere vieler Menschen entscheidend wichtige Weihnachtskonsumrausch aufgrund der äusseren Umstände grösstenteils ausgefallen ist?

Ich möchte heute keinen langen Artikel schreiben, sondern überlasse das Wort an dieser Stelle Pater Anselm Grün: Weihnachten braucht Stille.

Frohe Weihnachten allerseits.

weihnachten_2020

21. Dezember, 11 Uhr 02, Wintersonnenwende in Lappland

Sonnenaufgang: 09.54 - Sonnenuntergang: 13.29

Wintersonnenwende in Lappland 2020

Progressive Elektromobilität in Lappland

Die derzeitige weltweite Krise hinterlässt auch in Lappland ihre Spuren. Zu Tausenden erobern normalerweise die Autotester vornehmlich deutscher Automobilkonzerne unsere Breitengrade (mehr dazu hier).

Aber der Lockdown in Deutschland zeigt auch hier seine Auswirkungen. Dem Vernehmen nach laufen die Testzentren derzeit auf Sparflamme da es äusserst schwer ist, das benötigte Personal aus Deutschland an den Polarkreis zu verbringen. Zwar ziehen auch dieses Jahr immer noch die Erlkönige ihre Kreise, aber es sind deutlich weniger als in den zurückliegenden Jahren.

Soweit so gut. Das hält aber die einheimische Bevölkerung nicht davon ab, ungewohnte, ja geradezu progressive Fortbewegungskonzepte und Modelle zu entwickeln.

Hier sehen sie eine bislang ultrageheimes Vorserienexemplar zur geplanten progressiven Elektromobilität im winterlichen Kleid. Unserem rasenden Reporter gelang am heutigen Abend diese einmalige Aufnahme.

Der Stromverbrauch des - bislang - Unikates ist übrigens von der Beleuchtungsintensität abhängig, was ein weltweit einmaliges Feature eines Elektromobils darstellen dürfte. Womit bewiesen wäre, dass ein Geist der wahren und kreativen Innovation nach wie vor in Schweden am Leben ist.

Und nebenbei: in Lappland kommt der Strom für die Elektromobilität nicht aus der Steckdose, sondern natürlich aus der Windkraft.

Streng geheim - Progressive Elektromobilität in Lappland

Es geht weiter: Winter und Wetter in Lappland in Bildern

Eigentlich scheint ja derzeit nichts mehr auch nur halbwegs „normal“ zu sein auf diesem Erdland. Egal, ob Pandemi, Politik oder das liebe Wetter eben. Womit wir auch gleich beim Thema wären.

Schnee gibt es in Lappland diesen Winter wieder reichlich und darauf ist trotz allen Chaos auf dem Erdland immerhin Verlass. Nur das Wetter ist derzeit auch nicht ganz ungetrübt.

Lassen sie es uns in Form eines Bilderrätsels ausdrücken: Was stimmt auf dem folgenden Bild nicht?

Schneeschieben un kurzen Hosen - Dezember 2020 in Lppland


Richtig erraten: Normalerweise sollte man am 6. Dezember in Lappland nicht in kurzen Hosen Schnee schieben müssen. Das Bild ist vom heutigen Mittag und zeigt einen Jugendlichen in der Nachbarschaft beim Schnee räumen. Die Erklärung liegt schlicht in der ungewöhnlichen Temperatur von plus 1 Grad C.

Die 20 cm Neuschnee der letzten Tage verwandeln sich bei dieser Temperatur in eine Substanz, die eher an abbindenden Beton als an Schnee erinnert. Daher ist auch schweisstreibende Handarbeit angesagt. Die Schneefräse kommt mit dieser Schneepampe nicht klar.

Draussen in der Natur sieht es nicht viel besser aus. Das schwedische Fernsehen hat heute über ca. 15 ertrunkene Elche in Arjeplog berichtet.

Weil die Eisdecken auf den Seen noch kein Gewicht tragen, sind sie eingebrochen und ertrunken.


Dezember 2020 - noch keine Eisdecke auf den Seen


Hier war - aufgenommen in apokalyptischer Abendstimmung - gegen 13.15 Uhr - ein leichteres Tier unterwegs und hatte sich offensichtlich auch mit dem vermeintlichen Eis auf dem See verschätzt. Immerhin ging die Spur wieder zum Ufer.

Wer sich noch an die ZDF-Reportage „Ein Fotograf in Lappland“ von 2018 erinnert, der erinnert sich wahrscheinlich auch noch an den ersten Forgotten Place mit dem die Sendung begonnen hatte. Ihn habe ich heute wieder einmal besucht. Tief verschneit und unerreichbar fristet er derzeit einen Dörnröschenschlaf. Ich habe es erst gar nicht versucht, dorthin zu kommen (denn vor dem Haus ist ein kleiner See, dessen Uferlinie nicht genau erkennbar war).

Lappland - Ein Forgotten Place im Winter


Und auch viele der im Schweden so populären „Sommarstugas“ sind nun bereits tief eingeschneit. Wahrscheinlich träumen auch sie vom nächsten Sommer.

Sommarstuga im Dornröschenschlaf


Das wäre es für heute. Wir wünschen einen guten Start in die angebrochene Woche und einen guten Endspurt auf die Weihnachtstage hin. Bleibt gesund und gehabt euch wohl!

Künstlerisches und so: Ein frühwinterliches Stillleben in schwarz-weiss

[Vorbemerkung: Zu meiner Zeit waren wir noch etwas sparsamer mit der Druckerschwärze und das Wort „Stilleben“ hatte nur zwei „l“ statt derer drei in der Wortmitte. Als reine Provokation und als „Schrei nach Dreistigkeit“ (für Insider) verwende ich trotzdem die neuere Form.]

Unter einem Stillleben wird in der Geschichte der europäischen Kunsttradition die Darstellung toter bzw. regloser Gegenstände (Blumen, Früchte, tote Tiere, Gläser, Instrumente o. a.) bezeichnet.

Bäume und Schnee dürften problemlos ebenfalls unter diese Definition subsumierbar sein.

Erforderlich ist, dass die Auswahl und Gruppierung nach inhaltlichen (oft symbolischen) und ästhetischen Aspekten erfolgt.

Auch hier ein Haken an der Checkliste.

Die gelungene Komposition der herauf steigenden Bildelemente wird abgerundet durch einen optischen „Deckel“, der das Auge des Betrachters zum Verweilen und Erkunden der Bildelemente einlädt.

Zu einer eigenständigen Gattung der Malerei entwickelten sich diese Darstellungen am Anfang des 17. Jahrhunderts im Barock.

Gut, also aus dem 17. Jahrhundert ist mein heutiges Bild jetzt nicht. Das räume ich gerne ein. Aber da die Kunstform der Fotografie erst gegen 1826 erfunden wurde, dürfen wir von diesem Kriterium getrost dezent absehen. Hervorzuheben ist übrigens die überragende Tiefenschärfe (von manchen vermeintlichen Protagonisten des Genres auch fälschlicherweise als Schärfentiefe bezeichnet, ist aber auch gerade völlig schnurzpiepegal, weil so was von irrelevant).

Es wird unterschieden nach den dargestellten Gegenständen; es ergeben sich somit die Unterarten Blumen-, Bücher-, Fisch-, Früchte-, Frühstücks-, Jagd-, Küchen-, Markt-, Musikinstrumente-, Vanitas- oder Waffenstillleben. Die Übergänge zu den Bildgattungen Interieur, Tierstück oder Genre sind zuweilen fließend.

Und hier hätten wir ein Musterbeispiel für ein eigenständiges Baumstillleben, in dem auch deutlich die jahreszeitlichen Elemente zur Geltung kommen. Der Künstler deutet zugleich den hochaktuellen Zeitbezug des Klimawandels an (denn eigentlich müsste viel mehr Schnee auf den Bäumen liegen, was wegen des angeblichen Klimawandels nicht der Fall sein sein soll).

Die prägnante und eindrückliche Wahl der Aufnahme und Abbildung in schwarz-weiss stellt zudem eine deutliches künstlerisches Statement zur derzeit grassierenden Bewegung von „BLM“ dar.

Wow - und das alles, obwohl es nur ein schneller Schnappschuss mit dem Mobiltelefon in der Mittagspause war. Immer wieder erstaunlich. Mir gefällt er übrigens. Und wer an dem künstlerischen Genuss teilhaben möchte: Es wird eine limitierte Auflage handsignierter Abzüge geben.

fruhwinterliches_stillleben


Handwerkszeug für den Winter in Lappland, und: Können Winterreifen frieren?

Donnerstag, 3.12.2020 - Sonnenaufgang: 9.26 - Sonnenuntergang: 13.41

Alle Jahre wieder wird es in Lappland kalt und schneereich. Mit den Jahren verändert sich die Einstellung zum jahreszeitlichen Wechsel. In unsere ersten Jahren am Polarkreis war der Schnee im Winter der „Feind“, den es zu bekämpfen galt. Unter Einsatz aller technischer Hilfsmittel und Methoden.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: So schön die weisse Pracht im nachhinein auch aussieht, im oder direkt nach dem Schneefall ist sie immer eine echte Herausforderung. Es ist nach wie vor kein erhebendes Gefühl im Schweisse seines Angesichts ein Auto an der vermuteten Stelle auszugraben oder mit Gewalteinsatz die Eingangstür dazu zu bewegen, sich doch trotz der Schneemassen zu öffnen. Und vom mitunter sehr abenteuerlichen und gefährlichen Schneeräumen auf Dächern wollen wir erst gar nicht anfangen zu berichten.

Aber mit den Jahren sind wir etwas gelassener geworden und neigen auch - wenn es technisch möglich ist - mehr und mehr der Handarbeit zu. Aus der Leserschaft kommen immer wieder Fragen, welchen Handwerkszeugs es denn dazu bedarf. Und diese Fragen beantworten wir - wie immer - gerne mit einem Bild.

Handwerkszeug für den Winter in Lappland


Im Laufe der vergangenen Woche hat sich zudem ein weiteres Bildmotiv aufgedrängt, das zu philosophischen Betrachtungen einlädt. Die Frage „Können Winterreifen frieren?“ hat nämlich zu hitzigen Diskussionen im Haushalt geführt.

winterreifen_frieren


Der Hintergrund: Wegen der coronabedingt sehr eingeschränkten Autofahrten haben die zum Saisonbeginn neu erworbenen Winterreifen ihr „Babyfell“ in Form kleiner Plastiknoppen noch nicht abgelegt. Und sinkt die Temperatur nun tief genug, so bilden sich auf den kleinen abstehenden Noppen kleine Eiskristalle, was ein bizarres Bild ergibt und zu der Frage führt, ob das dann die Gänsehaut der Winterreifen darstellt. Forschungsergebnisse zur Frage konnten bislang keine aufgespürt werden. Die Frage ist also derzeit noch offen und sachdienliche Hinweise werden gerne entgegen genommen.